Wie sollen wir all das verstehen? Es ist leicht zu sagen, dass dies alles „metaphorisch“ sei. Vielleicht ist es in gewissem Sinne so, aber das wäre zu voreilig. Gibt es keinen anderen Ausweg?
How do we understand all this? It is easy to say that these are all ‘metaphorical.’ Perhaps they are in some sense, but that’s too hasty. Is there any other ‘recourse’?
Stellen wir uns vor, zwei Menschen besitzen gleichermaßen richtiges Wissen über das Universum. Diese beiden Menschen können dieses Wissen auf verschiedene Weise beschreiben, das heißt, sie können das Universum auf verschiedene Weise darstellen. Sie können unterschiedliche Sprache, unterschiedliche Bilder und unterschiedliche Begriffe verwenden, um dasselbe zu erklären. Darüber hinaus können sie sogar verschiedene Bezeichnungen gebrauchen, wenn sie Dinge wörtlich aus ihrer jeweiligen Perspektive beschreiben.
Imagine two people have equally correct knowledge about the universe. Those two people can describe that knowledge in different ways, i.e., they can describe the universe in different ways. They can use different language, different images, different concepts to explain the same thing. Furthermore, they can use different terms even when they are describing things literally from their individual perspectives.
Damit meine ich Folgendes: Ein einfaches Beispiel sind all die verschiedenen Begriffe, die beduinische Araber für „Löwe“ haben. Oder all die verschiedenen Begriffe, die Eskimos für „Schnee“ haben. Wie ein Araber über einen Löwen spricht und wie ein Eskimo über Schnee spricht, unterscheidet sich stark davon, wie ein Zoologe oder ein Meteorologe über diese Dinge spricht. Es ist nicht so, dass der Araber oder der Eskimo metaphorisch spricht, während der Zoologe bzw. der Meteorologe wörtlich spricht. Nein, in diesem Beispiel sprechen alle wörtlich, doch gibt es bestimmte Begriffe, die in der Sprache vorhanden sind und dem Araber bzw. Eskimo zur Verfügung stehen, die sich im Sprach- und Begriffsgefüge des Zoologen bzw. Meteorologen nicht finden. Und umgekehrt. Die Annahme, die Menschen heutzutage meist machen, lautet, die wissenschaftliche Sprache sei jene Sprache, die die Dinge so beschreibt, wie sie wirklich sind. Doch dies müssen wir nicht akzeptieren. Ja, wir sollten es sogar nicht, denn die wissenschaftliche Sprache verändert sich ständig. Die Bedeutung dessen erläutere ich im Folgenden.
What do I mean by this? Well, a simple example is all the different terms that Bedouin Arabs have for “lion.” Or all the different terms that Eskimos have for “snow.” The way that an Arab talks about a lion and the way that an Eskimo talks about snow will be very different from how a zoologist or a meteorologist speaks about these things. It is not that the Arab or the Eskimo are speaking metaphorically while the zoologist/meteorologist are speaking literally. No, in this example, everyone is speaking literally but there are just certain concepts that are in the language and at the disposal of the Arab/Eskimo that are not found in the language and conceptual architecture of the zoologist/meteorologist. And vice versa. The assumption that people nowadays tend to make is that scientific language is the language that describes things as they really are. But we don’t have to accept that. In fact, we shouldn’t because scientific language is always changing. I explain the significance of this below.
Die zweite Ebene sieht so aus: Stellen wir uns zwei Personen vor, von denen die eine korrektes Wissen über das Universum besitzt, die andere dagegen nicht, aber meint, sie besitze es. Das fügt dem Beispiel eine weitere Verwicklung hinzu. Im vorherigen Beispiel verfügt der arabische Beduine, der sich auf das über Jahrhunderte und Generationen angesammelte Wissen der Beduinen stützt, die in der Umgebung des Löwen leben, wohl über ein besseres Verständnis von Löwen als der ausländische Zoologe, der von außen in diese Umgebung kommt, jeweils für ein paar Monate dorthin reist, seine Feldforschung betreibt und dann wieder nach Hause zurückkehrt. Und natürlich ist die Zoologie selbst eine junge Disziplin. Die Sprache der Beduinen wird daher ihr überlegenes Wissen widerspiegeln. Der Zoologe wird dies jedoch nicht unbedingt akzeptieren. Tatsächlich hält er diese Beduinen für ziemlich unwissend, und ihr Verständnis von Löwen erscheint ihm im Vergleich zu seinem eigenen armselig. Um diesen Punkt zu beweisen, wird er die Beschreibungen des Löwen durch die Beduinen anführen und behaupten, sie seien ungenau. Doch auf welcher Grundlage kann er behaupten, die Beschreibung des Beduinen sei ungenau? Er kann dies nur auf der Grundlage seines eigenen Wissens tun, das in diesem Beispiel, wie wir festgelegt haben, falsch und ganz sicher dem Wissen der Beduinen unterlegen ist. Dennoch ist der Zoologe überzeugt, dass diese Beduinen einfach nicht wissen, wovon sie sprechen.
The second layer is this: Imagine two people where one has correct knowledge about the universe and the other doesn’t but thinks he does. This adds another wrinkle. In the previous example, the Bedouin Arab relying on the accumulated knowledge of centuries and generations of Bedouins living in the environment of the lion arguably has a better understanding of lions than the foreign zoologist from outside that environment who travels to the location for a couple of months at a time, does his fieldwork, and goes back home. And of course zoology itself is a new discipline. So the language of the Bedouins will reflect their superior knowledge. But the zoologist will not necessarily accept this. In fact, the zoologist thinks that these Bedouins are fairly ignorant and their understanding of lions pales in comparison to his. And to prove that point, he will cite the Bedouin’s descriptions of the lion and claim that those descriptions are inaccurate. But on what basis can he claim that the Bedouin’s description is inaccurate? He can only do so on the basis of his own knowledge, which, in this example, we have stipulated is incorrect and certainly inferior to the knowledge of the Bedouins. Nonetheless, the zoologist is confident that these Bedouins simply do not know what they are talking about.
Dies ist die Torheit und die erbärmliche Arroganz der modernen Wissenschaft. Erstens wird angenommen, die wissenschaftliche Sprache sei die einzig genaue, wörtliche, akzeptable Art, die Welt zu beschreiben. Zweitens nimmt die Wissenschaft an, sie wisse, wie das Universum wirklich beschaffen ist. Beide Annahmen weisen wir leicht und ohne weiteres zurück.
This is the folly and pitiful arrogance of modern science. First, scientific language is assumed to be the only accurate, literal, acceptable way to describe the world. Second, science assumes it knows what the universe is really like. Both these assumptions we easily reject out of hand.
Um Ihnen einen Vorgeschmack zu geben, bedenken Sie Folgendes: Das meiste, was man in der Schule über Wissenschaft, Astronomie sowie die Gestalt und die Bewegungen der Erde und anderer Himmelskörper lehrt, bedient sich einer newtonschen Sprache. Seit Isaac Newtons Zeit haben Physiker bis zum Ende des neunzehnten Jahrhunderts und bis heute darüber spekuliert, dass das Universum tatsächlich mehr als drei räumliche Dimensionen besitzt. Einstein bahnte diese Denkweise in der Physik an, als er nichteuklidische Mathematik – etwa die riemannsche Geometrie – in seine Behandlung der Gravitation einbezog. Vor etwa einem Jahrzehnt theoretisierten Stringtheoretiker sogar ein 21-dimensionales Universum. Offensichtlich ist all dies Spekulation seitens dieser Wissenschaftler, und nur Allah kennt die Wirklichkeit. Doch selbst innerhalb der Grenzen der anerkannten theoretischen Physik können wir erkennen, dass Beschreibungen der Welt als „flach“ oder das „Zusammenrollen des Himmels“ und Ähnliches durchaus treffend sind. In vier räumlichen Dimensionen zum Beispiel kann eine 3-dimensionale Sphäre zusammengerollt werden, so wie in drei räumlichen Dimensionen ein 2-dimensionaler Kreis zusammengerollt werden kann. Und so weiter. Dies führt zurück zu meinem Punkt, dass sich die wissenschaftliche Sprache stets wandelt. Ein Teil davon liegt darin, dass das Wissen der Wissenschaftler über die Welt – oder das, was sie zumindest als Wissen ausgeben – sich stets verändert. Und ihre Sprache entwickelt sich dann obendrauf weiter. Warum also sollten wir diese Sprache als Maßstab nehmen, um die Worte Allahs zu beurteilen? Das sollten wir auf keinen Fall tun.
Now, to give you a taste of this, consider that most of what they teach people in school about science, astronomy, and the shapes and the motions of the earth and other celestial bodies uses a Newtonian language. Since Isaac Newton’s time, physicists by the end of the nineteenth century till now have speculated that the universe is really more than 3 spatial dimensions. Einstein pioneered this way of thinking about physics when he incorporated non-Euclidean mathematics — such as Riemannian geometry — into his treatment of gravitation. At one point in the past decade, String Theorists were even theorizing a 21-dimensional universe. Obviously, this is all speculation on their part and only Allah knows the reality. But even within the bounds of accepted theoretical physics, we can see how describing the world as “flat” or “rolling up the heavens” and so on are perfectly apt. In 4 spatial dimensions, for example, a 3-dimensional sphere can be rolled up, just like how in 3 spatial dimensions a 2-dimensional circle can be rolled up. And so on. This goes back to my point about scientific language always changing. Part of this is because scientists’ knowledge about the world, or what they purport to be knowledge at any rate, is always changing. And then their language evolves on top of that. So why should we take that language as a benchmark for judging the Words of Allah? We decidedly should not.
Auf einer spirituellen Ebene schätze ich die Passagen im Qur'an und in den Ahadith, die modernen wissenschaftlichen Erkenntnissen widersprechen, sehr. Sie sind für mich Juwelen und geben mir den größten Frieden und Auftrieb für das Iman. Denn dies sind Stellen, an denen die Offenbarung Allahs mich etwas lehrt oder mich auf etwas über die Welt aufmerksam macht, das moderne Menschen und die fortschrittlichste Wissenschaft (zumindest vorerst, vielleicht auch dauerhaft) nicht kennen. Die Verse über Dhul-Qarnayn in Surat al-Kahf, etwa über den Untergangsort der Sonne, sowie das oben zitierte Hadith sind für mich wirklich schön und kraftvoll, und es gibt keinen Grund, sie vorschnell metaphorisch zu deuten oder in irgendeiner Weise abzuschwächen, statt sie als reine, unverfälschte, direkte Beschreibung der Wirklichkeit zu verstehen, die uns von Allah, dem Schöpfer und Herrn aller Wirklichkeit, gegeben wurde.
On a spiritual level, I really cherish the passages in the Quran and the ahadith that conflict with modern scientific understandings. Those are gems for me and provide me the most peace and boost in iman. Because those are instances where revelation from Allah is teaching me something or making me aware of something about the world that modern people and the most advanced science is not privy to (at least for the time being, perhaps). The ayat about Dhul-Qarnayn in Surat al-Kahf about, e.g., the setting place of the sun as well as the hadith cited above are really beautiful and powerful to me and there is no reason to rush to interpret them metaphorically or somehow anything less than a pure, pristine, direct description of the reality given to us by Allah, the Creator and Master of all reality.
Möge Allah unseren Iman stärken, unsere Herzen und Verstände mit Seinen Ayat erleuchten und uns gegen das Flüstern des Satans wappnen.
May Allah strengthen our iman, illuminate our hearts and minds with His ayat, and fortify us against the whispering of Satan.