12.6 Dieser Moment in der Geschichte
12.6 This Moment In History
Es gibt entscheidende Momente in der Geschichte einer jeden Kultur. Was die amerikanische Kultur betrifft, befinden wir uns in einer Übergangszeit: von einer Ära, in der gleichgeschlechtliches Verhalten allgemein verurteilt wurde, hin zu einer Ära, in der es allgemein akzeptiert wird. Ich möchte in der Zukunft auf mein Leben zurückblicken und sagen können: In diesem wichtigen historischen Moment habe ich getan, was ich konnte. Ich habe diesen Moment nicht verstreichen lassen, indem ich schweigend oder gleichgültig gegenüber der Wahrheit blieb. Wenn ich in den 1960er Jahren während der „sexuellen Revolution“ gelebt hätte, möchte ich glauben, dass ich als Muslim mit gleicher Entschiedenheit gegen jene tiefgreifenden kulturellen Veränderungen eingetreten wäre, die die Menschheit auf jeder Ebene negativ beeinflussen würden: materiell, wirtschaftlich und geistlich.
There are defining moments in every culture’s history. As far as American culture is concerned, we are in a transition period from an era where same-sex behavior was universally condemned to an era where it is universally accepted. In the future, I want to be able to look back on my life and say, in that important historical moment, I did what I could. I didn’t let that moment slip by while remaining silent or indifferent with regards to the truth. If I had been alive during the 1960s during the “Sexual Revolution,” I would like to think that as a Muslim, I would have been equally vocal in resisting those sweeping cultural changes that were going to negatively impact humanity on every level: materially, economically, spiritually.
Heute sind Muslime so eingeschüchtert, dass sie nicht einmal einen Laut des Protests wagen (also jene Muslime, die sich nicht bereits dem LGBT-Jubel angeschlossen haben). Gewiss sagen die Leute, wer diese kulturelle Revolution ablehne, sei „homophob“ und unsensibel, doch wir müssen diese Erzählung nicht akzeptieren und uns von ihr nicht definieren lassen. Wir sollten sie entschieden ablehnen und behaupten, dass Muslime in dieser Frage prinzipientreu sein können. Für jene, die unablässig die Bedeutung eines „amerikanischen Islam“ predigen und dass der Islam für die breitere amerikanische kulturelle Debatte relevant sein und Muslime eine prophetische Stimme für alle sein müssen, ist jetzt die perfekte Gelegenheit, ein historischer Moment von großer Bedeutung. Doch sie finden jede fadenscheinige Ausrede, um untätig und stumm zu bleiben. Allen voran diese Ausreden: Schau, wir sind eine Minderheit. Die meisten Menschen hier sind keine Muslime. Wir können nicht erwarten, dass andere unsere moralischen Werte akzeptieren. Wenn wir uns äußern, wird es Gegenwind geben. Dieses Thema ist keine Priorität usw., usw. Wie ich immer wieder gesagt habe: Das einzige öffentliche Anliegen, dem Muslime nachweislich Aufmerksamkeit schenken, ist „Islamfeindlichkeit“ und Rassismus, weil dies das einzige soziale Thema ist, das die Komfortzone der Muslime direkt betrifft und zu einer sehr populären nationalen Erzählung passt. Ich sage nicht, dass dies keine lohnende Sache wäre, aber es gibt andere Probleme, die im Hinblick auf die schiere Zahl zerstörter Leben, sowohl muslimischer als auch nichtmuslimischer, weitaus schlimmer sind und zu denen sich viele Muslime nicht äußern, für die sie sich nicht einsetzen oder die sie nicht einmal auf dem Schirm haben. Wann habt ihr zuletzt amerikanische Muslime auf nationaler Ebene als Muslime Unzucht (zina) und grassierenden Atheismus anprangern hören? Oder den Überwachungsstaat und die inländische Spionage? Wie steht es mit der Korruption an der Wall Street? Alkoholismus und Drogenkonsum? Alleinerziehende und Abtreibung? Wucherische Bankwesen- und Finanzstrukturen? Die Militarisierung der Polizei? Die Auflösung stabiler Familien und die Epidemie der Institutionalisierung und betreuten Pflege? Grassierender Konsumismus? Sind manche dieser Probleme so „wichtig“, dass Muslime öffentlich erklären sollten: „Wir als Muslime stehen dafür nicht ein“? Oder finden wir eine gemeinsame Stimme nur dann, wenn wir uns entschuldigen und Beileid bekunden, nach einem Massenerschießen, und das nur, weil wir Gegenreaktionen vermeiden wollen?
Today, Muslims have been so beaten down that they are too afraid to let out even a peep of protest (i.e., those Muslims who haven’t already joined in the LGBT jubilation). Sure, people say that to oppose this cultural revolution is to be “homophobic” and insensitive, but we don’t have to accept that narrative or let it define us. We should forcefully oppose it and assert that Muslims can be principled about this issue. For those who are constantly preaching the importance of “American Islam” and how Islam needs to be relevant and part of the wider American cultural conversation and how Muslims needs to be a prophetic voice for all, now is the perfect opportunity—a historical moment of great significance. Yet they make every lame excuse to remain inactive and silent. Chief among those excuses: Look we are a minority. Most people here aren’t Muslims. We can’t expect others to accept our moral values. If we speak out, there will be backlash. This issue is not a priority, etc., etc. As I have said over and over again, the only public issue Muslims have proven to care about is “Islamophobia” and racism because that’s the only social issue that directly impacts Muslim comfort levels and it fits in with a very popular national narrative. And I’m not saying that that isn’t a worthwhile cause but there are other issues that are far more negative in terms of sheer number of lives destroyed, both Muslim and non-Muslim, that many Muslims don’t speak out on, or advocate for, or even have on the radar. When was the last time you heard American Muslims on a national level, as Muslims, protest zina and rampant atheism? Or the surveillance state and domestic spying? How about Wall Street corruption? How about alcoholism and drug use? How about single parenthood and abortion? Usurious banking and financial structures? Militarization of the police force? The dissolution of stable families and the epidemic of institutionalization and assisted care? Rampant consumerism? Are any of these issues “important” enough for Muslims to come out and say, “We as Muslims do not stand for this”? Or is the only time we find a collective voice is when we are apologizing and offering condolences for some mass shooting, and only then because we want to avoid backlash?
Es ist also nicht wirklich überraschend, dass manche Muslime sich wieder einmal entschieden haben, am Spielfeldrand zu sitzen und das Geschehen von dort aus zu beobachten. Aber das nächste Mal, wenn mich ein muslimischer „Führer“ über die Bedeutung von Prinzipientreue belehrt und darüber, den Fußstapfen von Malcolm X oder Muhammad Ali zu folgen, werde ich wissen, was all das Getöse wirklich bedeutet. Ihr wollt Malcolm X und Muhammad Ali für euch beanspruchen, aber ihr wollt nicht die Unbeliebtheit, die Härten und den Gegenwind auf euch nehmen, denen sie sich gestellt haben? Na gut.
So, it’s not really a surprise that some Muslims have decided to sit back and watch things from the sidelines yet again. But next time I get lectured at by a Muslim “leader” on the importance of being principled and following in the footsteps of Malcolm X or Muhammad Ali, I will know what all the bluster really amounts to. You want to claim Malcolm X and Muhammad Ali for yourself, but you don’t want to face the unpopularity, the hardship, the backlash that they faced? Ok.