11.7 Kinderehe in Bangladesch
11.7 Child Marriage” In Bangladesh
Der Vergleich von „Kinderehe“ in Ländern wie Bangladesch mit der Heirat in den USA oder in Westeuropa – wo das Durchschnittsalter bei der Eheschließung Ende zwanzig bis Anfang dreißig liegt – ist ein Vergleich von Äpfeln und Orangen. Die westlichen Medien geben sich große Mühe, 14-, 15- und 16-Jährige in muslimischen Ländern als unschuldige kleine Kinder darzustellen, die gegen ihren Willen in eine Institution gezwungen werden. Der sachdienliche Vergleich ist mit westlichen 14-, 15- und 16-Jährigen zu ziehen, die aufgrund der Umstände durch Gruppenzwang, den Einfluss der Popkultur, Mode, Sexualaufklärung und so weiter sexualisiert werden. Man betrachte den Druck, den die „Sexting“-Kultur auf Kinder ausübt, und wie das Internet und die Mobiltelefontechnologie die Sexualität junger Menschen im Westen dramatisch verändert haben.
Comparing “child marriage” in countries like Bangladesh to marriage in the US or Western Europe — where the average age of marriage is in the late 20s and early 30s — is comparing apples and oranges. Western media is at pains to portray 14, 15, and 16 year olds in Muslim countries as innocent little children forced into an institution against their will. The pertinent comparison to make is with Western 14, 15, and 16 years olds, who, due to circumstance, are sexualized by peer pressure, the influence of pop culture, fashion, sex education, and so on. Look at the pressure “sexting” culture puts on children and how the internet and cell phone technology have dramatically changed youth sexuality in the West.
Heutzutage ist es sehr verbreitet, dass 12- und 13-Jährige sexuell aktiv sind, und im Westen wird das nicht als Problem angesehen. Anstatt Enthaltsamkeit zu lehren, haben Pädagogen beschlossen, dass Kinder in der Grundschule und in der Mittelstufe etwas über „Safer Sex“ lernen müssen. Es sei nichts Verwerfliches daran, wenn zwei Jugendliche unter 18 Jahren Geschlechtsverkehr haben (mit „Schutz“), oder nackte Bilder von sich über Snapchat weiterzugeben, solange nur andere Teenager die Bilder sehen, usw.
It is now very common for 12 and 13 years olds to be sexually active, and that is not seen as a problem in the West. Rather than teach abstinence, educators have decided that elementary and middle school children need to learn about “safe sex.” There is nothing objectionable for two teens under 18 to have sex (with “protection”), to pass around naked pictures of themselves through snapchat (as long as it’s only other teens seeing the pictures), etc.
Tatsächlich ist das gesund, stärkend und wird von Eltern, Schulen und der Gesellschaft im Allgemeinen beinahe schon gefördert. Doch wenn in Bangladesch eine 15-Jährige heiratet, gilt das als „herzzerreißende“, „empörende“ Verletzung der Würde eines Mädchens.
In fact, it’s healthy, empowering, and all but encouraged by parents, schools, and society at large. But if a 15-year old gets married in Bangladesh, that is a “heartbreaking,” “infuriating” violation of a girl’s dignity.
Also kann das Problem nicht darin liegen, dass Teenager-Bräute „sexualisiert“ werden. Wenn das Problem darin besteht, dass eine frühe Heirat die Ausbildung eines Teenagers behindert, dann lässt sich das auch über sexuell aktive Teenager hier im Westen sagen. Wie viel Zeit, geistige Energie und Ressourcen verwenden unsere Kinder auf all diese kulturellen Praktiken rund um Dating, Hooking-up, Sexting, Abschlussball und so weiter? Auch hier denkt niemand daran, das in Begriffen der Opportunitätskosten im Hinblick auf die Bildung zu betrachten.
So the problem can’t be that teen brides are “sexualized.” If the problem is that getting married at a young age hinders a teen’s education, that is also something that can be said about sexually active teens here in the West. How much time, mental energy, and resources are spent by our children participating in all these cultural practices revolving around dating, hooking up, sexting, prom, and on and on? Again, no one thinks of any of that in terms of opportunity cost vis-a-vis education.
Ich habe den Text als Übersetzungsaufgabe bearbeitet, aber die Antwort ist nicht passend, da der Ausgangstext ein Text ist, den ich übersetze, nicht eine Frage an mich. Hier ist die Übersetzung: Schließlich, wenn das Problem Zwang und Einwilligung ist und diese jungen Bräute wirklich nicht heiraten wollen, würde ich einfach argumentieren, dass Zwang ein kontextabhängiges Konzept ist. Ich bin sicher, dass es heutzutage in Ländern wie Bangladesch viele Bräute gibt, die sich tatsächlich elend fühlen und dazu gezwungen, mit 15 Jahren heiraten zu müssen. Doch diese Gefühle entstehen nicht im luftleeren Raum. Sie entstehen im Kontext einer Gesellschaft, die unter dem Einfluss von Satellitenfernsehen und Internet westliche kulturelle Normen übernommen hat, Normen, die das Jugendalter als eine Zeit des unverbindlichen Datings, der Freund-und-Freundin-Beziehungen und dergleichen darstellen. Wenn man aufwächst in dem Glauben, dass dies bedeutet, normal, frei und befreit zu sein, dann muss man natürlich gezwungen werden, einem Weg zu folgen, der von diesem Modell abweicht. Doch wenn dieser Kontext fehlt, was ist dann inhärent falsch daran, jung zu heiraten? Was genau macht die heutigen westlichen Normen überlegen? Ironischerweise ist es gerade dieser Kontext des aus westlichen Quellen importierten vorehelichen Sexes, der traditionelle Familien dazu bringt, ihre Kinder, besonders ihre Töchter, in jungen Jahren verheiraten zu wollen, während es früher vielleicht mehr Raum für Bildung gab.
Finally, if the problem is about coercion and consent and that these teen brides really don’t want to get married, I would simply argue that coercion is a context-dependent concept. I am sure that nowadays there are many brides in countries like Bangladesh that truly do feel miserable and coerced to have to get married at 15. But these feelings do not arise in a vacuum. They arise in context of a society that has, through the influence of satellite TV and internet, adopted Western cultural norms, norms that portray being a teenager as a time for casual dating, boyfriend/girlfriend relations, and so on. If you grow up thinking that that is what it means to be normal, free, and liberated, then of course you will have to be coerced to follow a path that diverges from that model. But if that context is absent, what is inherently wrong with getting married young? What exactly is it that makes contemporary Western norms superior? Ironically, it is precisely that context of casual sex being imported from Western sources that is scaring traditional families into wanting their children, and especially their daughters, married at a young age, whereas before, there may have been more of an allowance for education.
Der Punkt ist, dass es sich um ein komplexes Thema handelt, die westlichen Medien jedoch eine stark ethnozentrische, vereinfachende Erzählung bevorzugen, die durch manipulative Bilder "trauriger" Bräute untermalt wird. Meist enthält die Berichterstattung keine tatsächlichen Zitate der Bräute selbst. Alles, was wir erhalten, ist durch die Perspektive und die ideologische Voreingenommenheit des westlichen Reporters gefiltert.
Point being, this is a complex issue but Western media prefers to push a highly ethnocentric, simplistic narrative punctuated with manipulative pictures of “sad” brides. Usually the media reporting does not include actual quotes from the brides themselves. Everything we get is filtered through the perspective and ideological bias of the Western reporter.
Ich möchte klarstellen, dass ich nicht alle kulturellen Praktiken rund um die Ehe in Bangladesch oder anderswo verteidige. Mein Anliegen ist es, einige der doppelten Maßstäbe und der unfairen Karikaturen hervorzuheben, mit denen westliche Medien die Kulturen darstellen, die sie für minderwertig halten.
Also, to be perfectly clear, I am not defending all the cultural practices surrounding marriage in Bangladesh or wherever else. My point is to highlight some of the double standards and unfair caricaturing Western media engages in in their portrayal of cultures they believe to be inferior.