Sein Erscheinungsbild und sein Auftreten
His Appearance And Bearing
[Al-Walīd al-Naḥwī:] Aḥmad ibn Ḥanbal war ein gutaussehender Mann von mittlerer Statur. Er färbte sein Haar leicht mit Henna und ließ einige schwarze Haare in seinem Bart. Seine Kleidung war grob, aber weiß. Als ich ihn sah, trug er einen Turban und einen Lendenschurz. 35.1
[Al-Walīd al-Naḥwī:] Aḥmad ibn Ḥanbal was a handsome man of medium height. He dyed his hair lightly with henna, leaving some black hairs in his beard. His clothing was coarse but white. When I saw him he was wearing a turban and a breechclout. 35.1
[ʿAbd Allāh:] Mein Vater begann, sein Haar und seinen Bart mit Henna zu färben, als er dreiundsechzig Jahre alt war. 35.2
[ʿAbd Allāh:] My father began dyeing his hair and beard with henna when he was sixty-three. 35.2
[Al-Sijistānī:] Aḥmad ibn Ḥanbal beteiligte sich nie an Gesprächen über die Dinge, für die sich die meisten Menschen interessierten, doch sobald die Überlieferungen (Ḥadīth) erwähnt wurden, sprach er. 35.3
[Al-Sijistānī:] Aḥmad ibn Ḥanbal never joined people in talking about the things that most of them care about, but whenever Hadith was mentioned he would speak. 35.3
[Al-ʿUkbarī:] Als ich Aḥmad ibn Ḥanbal sah, war er ein großer alter Mann mit gefärbtem Haar und sehr dunkler Hautfarbe. 35.4
[Al-ʿUkbarī:] When I saw Aḥmad ibn Ḥanbal, he was a tall old man with dyed hair and very dark skin. 35.4
[Al-Marrūdhī:] Wenn Aḥmad zu Hause war, saß er gewöhnlich mit angezogenen Knien da, den Kopf demütig vor Gott gesenkt. Wenn er aber draußen war, war die Demut nicht so leicht zu erkennen wie drinnen. Ich kam herein und fand ihn, wie er aus einem Heft las, das er in der Hand hielt. Wenn ich mich setzte, schloss er es und legte es vor sich hin. 35.5
[Al-Marrūdhī:] When Aḥmad was at home, he usually sat knees to the chest with his head bowed humbly before God. When he was outside, though, the humility was not so easy to see as it was when he was inside. I would come in and find him reading from a quire he held in his hand. When I sat down, he would close it and put it down in front of him. 35.5
[Khaṭṭāb ibn Bishr:] Ich saß in der Moschee von Aḥmad und tauschte mit Abū Bakr al-Marrūdhī Überlieferungen von Ḥadīthen aus, als Abū Bakr hörte, wie sich die Tür öffnete, und aufsprang. Da war Aḥmad, der seinen Kopf herausstreckte. 35.6
[Khaṭṭāb ibn Bishr:] I was sitting in Aḥmad’s mosque with Abū Bakr al-Marrūdhī trading Hadith reports when Abū Bakr heard the door open and jumped up. There was Aḥmad, sticking his head out. 35.6
„Geh nachsehen, wo Ḥasan geblieben ist“, sagte er, und meinte damit seinen kleinen Jungen.
“Go look and see where Ḥasan’s gotten to,” he said, meaning his little boy.
„Der Junge macht dem armen Mann wirklich Sorgen“, dachte ich bei mir. Es war Mittag, und es war Sommer.
“The boy’s really got the poor man worried,” I thought to myself. The time was midday, and it was summer.
Abū Bakr ging in eines der Häuser, in denen die Weber wohnten, fand den Jungen und brachte ihn heraus. Er sagte ihm, wo ich war, und forderte ihn auf, hereinzukommen.193
Abū Bakr went into one of the houses where the weavers lived, found the boy, and brought him out. He told him where I was, and he told me to come in.193
Ich ging in den Eingang und fand Aḥmad auf dem Lehmboden sitzen. Die Farbe in seinem Haar war ausgelaufen, und ich konnte die weißen Haarwurzeln sehen. Er trug einen kleinen, schmutzigen Lendenschurz aus weißer Baumwolle und ein grobes Hemd mit einem Fleck auf der Schulter und Schweißflecken am Kragen.
I went into the entryway and found Aḥmad sitting on the dirt floor. The dye in his hair had run, and I could see the white roots of his hair. He was wearing a small, dirty breechclout of white cotton and a coarse shirt with a smudge on the shoulder and sweat stains on the collar.
Ich stellte ihm eine Frage über Gewissenhaftigkeit (Wara') und die Erlaubtheit des Broterwerbs. Kaum hatte ich die Frage gestellt, sah ich, wie sein Gesichtsausdruck zusammenfiel und er eine so traurige Miene der Selbstverachtung annahm, dass es mich schmerzte, ihn anzusehen. Als ich ging, sagte ich zu jemandem, der bei mir war: „Manchmal wirkt er so unzufrieden mit sich selbst.“ [Ismāʿīl:] Zu Aḥmad kamen über fünftausend Menschen, um ihm zuzuhören.
I asked him a question about being scrupulous and the lawfulness of earning a living. No sooner had I asked the question than I saw his face fall and assume such a sorrowful expression of self-contempt that it pained me to look at him. As I left, I said to someone who was with me, “Some days he seems so dissatisfied with himself.” [Ismāʿīl:] Upwards of five thousand people used to come hear Aḥmad speak.
Weniger als fünfhundert von ihnen kamen, um Ḥadīthe niederzuschreiben; die übrigen waren dort, um seine Sitten und sein Auftreten zu studieren. 35.7
Fewer than five hundred of them came to write down Hadith: the rest were there to study his manners and his bearing. 35.7
[Al-Muṭṭawwiʿī:] Zwölf Jahre lang besuchte ich Aḥmad, um zu hören, wie er seinen Kindern seine Authentischen Überlieferungen vortrug. Ich habe nicht eine einzige Überlieferung niedergeschrieben: Ich war dort, um seinem Beispiel zu folgen, seine Sittlichkeit zu studieren und seine Umgangsformen zu beobachten. 35.8
[Al-Muṭṭawwiʿī:] For twelve years I went to see Aḥmad read his Authenticated Reports to his children. I never wrote down a single report: I was there to follow his example, study his ethics, and observe his manners. 35.8
[Al-Būshanjī:] Ich sah Aḥmad ibn Ḥanbal nur auf eine Weise sitzen – die Knie zur Brust gezogen –, außer wenn er betete. Das ist die Sitzhaltung, die Qaylah in dem Hadith-Bericht beschreibt, in dem sie sagt: „Ich sah den Gesandten Gottes ﷺ mit an die Brust gezogenen Knien sitzen, wie ein Mann, der sich vor Gott demütigt.“ Er pflegte seine Waschungen mit Sand in dieser Haltung durchzuführen, und das ist die Haltung der größten Demut vor Gott. Es bedeutet, auf dem Gesäß zu sitzen, die Knie zur Brust gezogen und die Füße flach auf dem Boden. Manchmal legte er seinen Arm um die Beine. Keine Haltung ist demütiger als diese. 35.9
[Al-Būshanjī:] I saw Aḥmad ibn Ḥanbal sit only one way—knees to the chest— except when he was praying. That’s the way of sitting that Qaylah describes in the Hadith report where she says, “I saw the Emissary of God sitting knees to the chest, like a man making himself humble before God.” He used to perform his ablutions with sand while sitting in that position, which is the most timid before God. It means sitting on one’s behind with the knees to the chest and feet flat on the floor. Sometimes he would put his arm around his legs. No posture is more timid than that. 35.9
[Muḥammad ibn Yūnus:] Wir hörten al-Ruʾāsī berichten: „Von allen Gefährten des Gesandten war keiner ihm in seiner Lebensweise, seinem Auftreten und seinem Wandel näher als ʿAbd Allāh ibn Masʿūd. In der nächsten Generation glich ʿAlqamah ibn Qays Ibn Masʿūd am meisten. Nach ʿAlqamah glich ihm am meisten Ibrāhīm al-Nakhaʿī. Nach al-Nakhaʿī glich ihm am meisten Manṣūr ibn al-Muʿtamir. Nach Manṣūr ibn al-Muʿtamir glich ihm am meisten Sufyān al-Thawrī. Nach Sufyān glich ihm am meisten Wakīʿ ibn al-Jarrāḥ.“ 35.10
[Muḥammad ibn Yūnus:] We heard al-Ruʾāsī report: “Of all the Emissary’s Companions, none was closer to him in his example, his bearing, and his carriage than ʿAbd Allāh ibn Masʿūd. In the next generation, the one who most resembled Ibn Masʿūd was ʿAlqamah ibn Qays. After ʿAlqamah, the one who most resembled him was Ibrāhīm al-Nakhaʿī. After al-Nakhaʿī, the one who most resembled him was Manṣūr ibn al-Muʿtamir. After Manṣūr ibn al-Muʿtamir, the one who most resembled him was Sufyān al-Thawrī. After Sufyān, the one who most resembled him was Wakīʿ ibn al-Jarrāḥ.” 35.10
Und derjenige, der Wakīʿ am nächsten stand, war Aḥmad ibn Ḥanbal.
And the one closest to Wakīʿ was Aḥmad ibn Ḥanbal.
[Al-Ḥasan ibn al-Rabīʿ:] In seinem Vorbild und seinem Auftreten finde ich niemanden, mit dem ich Aḥmad ibn Ḥanbal vergleichen könnte, außer Ibn al-Mubārak. 35.11
[Al-Ḥasan ibn al-Rabīʿ:] In his example and his bearing, the only person I can compare Aḥmad ibn Ḥanbal to is Ibn al-Mubārak. 35.11