Seine Ernährung
His Diet
[Ṣāliḥ:] Ich erinnere mich, wie mein Vater trockene Brotkanten nahm, sie abklopfte, in eine Schale legte und etwas Wasser darüber goss, damit sie weich wurden. Dann aß er sie mit Salz.
[Ṣāliḥ:] I remember seeing my father take dry crusts of bread, dust them off, put them in a dish, and pour some water over them to soften them. Then he’d eat them with salt.
Ich habe nie gesehen, dass er Granatäpfel, Quitten oder irgendein anderes Obst kaufte, außer Melonen, die er mit Brot aß, sowie Trauben oder Datteln, aber mehr nicht. Manchmal bereiteten Leute Speisen für ihn im Ofen zu. Er gab Linsen, Nierenfett und Shihrīz-Datteln in einen Tontopf und stellte eine Schale für die Kinder beiseite. Er rief sie herbei und stellte ihnen die Schale hin, doch sie lachten und weigerten sich, auch nur etwas davon zu essen. Oft tauchte er sein Brot in Essig. Man konnte ihm für einen Dirham Nierenfett kaufen, und es reichte ihm einen Monat lang.
I never saw him buy pomegranates, quinces, or any other fruit except for melons, which he’d eat with bread, and grapes or dates, but that’s all. Sometimes people would prepare dishes for him in the oven. He’d put lentils, suet, and Shihrīz dates into a clay pot, and set aside a dish for the children. He would call them and put the dish in front of them, but they would laugh and refuse to eat any of it. He’d often dip his bread in vinegar. They could buy him a dirham’s worth of suet and it would last him a month.
Nachdem er sich von al-Mutawakkil befreit hatte, begann er zu fasten und hörte auf, Fett zu essen. Ich hatte das Gefühl, dass er gelobt hatte, auf den Verzehr von Fett zu verzichten, falls er überleben sollte. 46.1
After he got away from al-Mutawakkil he started fasting and stopped eating fat. I had the feeling that he had vowed that if he survived he would give up eating fat. 46.1
[Al-Marrūdhī:] Al-Naysābūrī, der für Isḥāq ibn Ibrāhīm arbeitete, berichtete mir, dass der Emir sagte: „Wenn die Familie Aḥmads ihm eine Mahlzeit bringt, soll ich sie sehen.“ 46.2
[Al-Marrūdhī:] Al-Naysābūrī, who worked for Isḥāq ibn Ibrāhīm, told me that the emir said, “When Aḥmad’s family brings him a meal, let me see it.” 46.2
Was man ihm brachte, erwies sich als zwei Fladenbrote und eine Gurke.
What they brought him turned out to be two loaves of flatbread and a cucumber.
Als ich dem Emir das Essen zeigte, sagte er: „Wenn er davon leben kann, werden wir ihn niemals gewinnen.“249
When I showed the food to the emir, he said, “If he can live on that, we’ll never win him over.”249
[Al-Marrūdhī:] Einmal hörte ich während des Festes Aḥmad sagen: „Gestern haben sie uns Bohnen gekauft, und sie waren ziemlich gut.“250 46.3
[Al-Marrūdhī:] Once during the festival I heard Aḥmad say, “Yesterday they bought beans for us, and they were quite good.”250 46.3
[Abū l-Sarī:] Aḥmad und ich waren einmal im Haus von Abū Bakr al-Aḥwal anlässlich der Beschneidung seines Sohnes. Ich saß neben Aḥmad am Tisch. Er aß, doch als man eine Honig-Nuss-Süßspeise herausbrachte, hörte er auf. Als Abū Bakr ihn drängte, davon zu nehmen, und sagte, es sei ein ausgezeichnetes Gericht, nahm er nur einen einzigen Bissen. 46.4
[Abū l-Sarī:] Aḥmad and I were once at Abū Bakr al-Aḥwal’s house for his son’s circumcision. I was sitting by Aḥmad at the table. He was eating, but then when they brought out a honey nut pudding, he stopped. When Abū Bakr urged him to have some, saying that it was a first-rate dish, he took just one bite. 46.4
[Al-Ḥasan ibn Khalaf:] Während Aḥmads Krankheit kam al-Marrūdhī zu mir und bat um Hilfe, also suchte ich den Arzt, und wir gingen zu Aḥmads Haus. Der Arzt fragte ihn, wie es ihm gehe. 46.5
[Al-Ḥasan ibn Khalaf:] During Aḥmad’s illness, al-Marrūdhī came to me for help, so I found the doctor and we went to Aḥmad’s house. The doctor asked him how he was feeling. 46.5
„Ich habe mir gestern schröpfen lassen", sagte er.
“I had myself cupped yesterday,” he said.
„Was hast du danach gegessen?“ „Brot und fermentierten Getreidebrei.“251
“What did you eat afterward?” “Bread and fermented grain paste.”251
„Was?“, rief der Arzt aus. „Du lässt dir selbst Schröpfgläser setzen und isst dann nur Brot und Getreidebrei?“ „Was soll ich denn sonst essen?“, fragte Aḥmad.
“What?” exclaimed the doctor. “You have yourself cupped and then eat only bread and grain paste?” “What else am I supposed to eat?” asked Aḥmad.
[Ḥanbal:] Als Aḥmad erkrankte, verordnete ʿAbd al-Raḥmān Mandelöl,252 doch er weigerte sich, es zu trinken, und sagte, er wolle stattdessen Sesamöl. Sein Zustand verschlechterte sich, und so bereitete man es für ihn zu; als er aber merkte, was es war, stieß er es von sich. 46.6
[Ḥanbal:] When Aḥmad fell ill, ʿAbd al-Raḥmān prescribed almond oil,252 but he refused to drink it, saying he wanted sesame oil instead. His condition grew worse and so they prepared it for him, but when he realized what it was he pushed it away. 46.6
[Al-Marrūdhī:] Ich hörte Aḥmad sagen: „Meine Hände und Füße sind kalt. Das muss vom Essig und Salz kommen, die ich auf mein Brot gegeben habe.“ 46.7
[Al-Marrūdhī:] I heard Aḥmad say, “My hands and feet are cold. It must be the vinegar and salt I put on my bread.” 46.7
Isḥāq ibn Ibrāhīm ibn Hāniʾ berichtete: „Aḥmad aß niemals etwas, das mit Pfeffer oder Knoblauch gekocht war. Einmal aß ich mit ihm und einigen seiner Verwandten zu Abend. Während wir sprachen, bemerkte ich, dass er nach jedem Bissen seine Hand an einer Serviette abwischte und sagte: ‚Gott sei Dank!‘ Später sagte er zu mir: ‚Mit Dank zu essen ist besser, als schweigend zu essen.‘“ 46.8
Isḥāq ibn Ibrāhīm ibn Hāniʾ reported: “Aḥmad never ate anything cooked with pepper or garlic. Once I had dinner with him and some of his relatives. As we talked, I noticed that after every bite, he would wipe his hand on a napkin and say ‘God be thanked!’ Later he said to me, ‘Eating with thanks is better than eating in silence.’” 46.8