Seine Erfahrung mit Al-Muʿtaṣim
His Experience With Al-muʿtaṣim
Als al-Maʾmūn starb, wurde Aḥmad nach Bagdad zurückgebracht und dort inhaftiert.
When al-Maʾmūn died, Aḥmad was brought back to Baghdad and imprisoned there.
Dann wurde er von al-Mu'taṣim geprüft. Der damalige Oberrichter war Aḥmad ibn Abī Du'ād, der den Kalifen dazu gebracht hatte, den Glauben der Menschen daran zu prüfen, dass der Qur'an erschaffen sei.353 69.1
Then he was tried by al-Muʿtaṣim. The chief judge at the time was Aḥmad ibn Abī Duʾād, who had persuaded the caliph to test people’s belief that the Qurʾan is created.353 69.1
Al-Marrūdhī sagte: 69.2
Al-Marrūdhī said: 69.2
Als Aḥmad ibn Ḥanbal ins Gefängnis gesteckt wurde, kam der Kerkermeister zu ihm und fragte ihn, ob das Ḥadīth über die Tyrannen und diejenigen, die ihnen dienen, authentisch sei.354 Aḥmad sagte ihm, dass es authentisch sei.
When Aḥmad ibn Ḥanbal was put in prison, the jailer came and asked him whether the Hadith about tyrants and those who serve them was authentic.354 Aḥmad told him it was.
„Gehöre ich zu denen, die ihnen dienen?", fragte der Kerkermeister.
“Am I one of those who serve them?” asked the jailer.
„Diejenigen, die dienen, sind jene, die dir das Haar schneiden, deine Kleider waschen, dein Essen zubereiten und mit dir Geschäfte machen. Du selbst bist einer der Tyrannen.“ [Aḥmad:] Im Ramadan des Jahres ’19 [September oder Oktober 834] wurde ich in das Haus von Isḥāq ibn Ibrāhīm verlegt. Jeden Tag schickten sie zwei Männer zu mir – der eine hieß Aḥmad ibn Rabāḥ, der andere war Abū Shuʿayb al-Ḥajjām –, um mit mir zu disputieren. Wenn sie sich zum Gehen bereit machten, ließen sie nach einer Fessel rufen und legten sie zu den Fesseln hinzu, die ich bereits trug. Am Ende hatte ich vier Fesseln an meinen Beinen.355 69.3
“Those who serve are the ones who cut your hair, wash your clothes, prepare your food, and do business with you. What you are is one of the tyrants.” [Aḥmad:] In Ramadan of ’19 [September or October 834] I was moved to Isḥāq ibn Ibrāhīm’s house. Every day they sent over two men—Aḥmad ibn Rabāḥ, one was called, and the other was Abū Shuʿayb al-Ḥajjām—to debate with me. When they were ready to leave they would call for a fetter and add it to the fetters that I already had on me. I ended up with four fetters on my legs.355 69.3
Am dritten Tag kam einer der beiden und begann, mit mir zu debattieren. An einem Punkt fragte ich: „Was sagst du über Gottes Wissen?“356
On the third day one of the two came and started debating with me. At one point I asked, “What do you say about God’s knowledge?”356
„Das Wissen Gottes ist geschaffen“, antwortete er.
“God’s knowledge is created,” he replied.
„Du bist ein Ungläubiger!“ Auch war ein Mann anwesend, der von Isḥāq ibn Ibrāhīm geschickt worden war. Als er mich hörte, sagte er: „Du sprichst mit dem Gesandten des Beherrschers der Gläubigen!“ „Wer auch immer er ist“, erwiderte ich, „er ist dennoch ein Ungläubiger.“ In der vierten Nacht schickte er – nämlich al-Muʿtaṣim – Bughā, genannt der Ältere, um mich aus Isḥāqs Haus holen zu lassen. Auf dem Weg hinaus wurde ich zu Isḥāq geführt, der sagte: „Bei Gott, Aḥmad, es geht hier um dein Leben. Er wird dich nicht einfach enthaupten und die Sache damit erledigen: Er hat geschworen, dass er dich, wenn du nicht tust, was er verlangt, bis zur Bewusstlosigkeit auspeitschen und dann dorthin werfen lassen wird, wo du die Sonne nie wieder sehen wirst. Sieh doch: Sagt Gott nicht: {Wir haben ihn zu einem arabischen Qurʾān gemacht}357? Wie hätte Er ihn machen können, ohne ihn zu erschaffen?“ 69.4
“You’re an unbeliever!” Present also was a man sent by Isḥāq ibn Ibrāhīm. When he heard me, he said, “You’re talking to the emissary of the Commander of the Faithful!” “Whoever he is,” I replied, “he’s still an unbeliever.” On the fourth night, he—that is, al-Muʿtaṣim—sent Bughā, called the Elder, to fetch me from Isḥāq’s. On the way out, I was taken to see Isḥāq, who said, “By God, Aḥmad, it’s your life we’re talking about here. He won’t behead you and be done with it: he’s sworn that if you don’t do as he asks he’ll flog you senseless and then throw you where you’ll never see the sun. Now look here: doesn’t God say «We have made it an Arabic Qurʾan?»357 How could He make it without creating it?” 69.4
Ich antwortete ihm mit einem anderen Vers: «Und Er machte sie zu zerkauter Spreu.»358 Dann fragte ich ihn, ob „machte sie“ bedeute „erschuf sie“. Er wusste nicht, wie er antworten sollte, und so schwieg er. Schließlich sagte er: „Bringt ihn weg!“ Als wir an den Ort namens Orchard Gate kamen, holten sie mich heraus.359 Dann brachten sie ein Reittier und setzten mich darauf, Fesseln und alles. Niemand war bei mir, der mich hielt, und mehr als einmal wäre ich fast vornübergekippt unter dem Gewicht der Fesseln. Sie brachten mich hinein – nämlich in den Palast al-Muʿtaṣims –, setzten mich in einen Raum und schlossen die Tür ab. Ich wollte mich für das Gebet reinigen, aber es war mitten in der Nacht und es gab keine Lampe im Raum. Doch als ich die Hand ausstreckte, fand ich einen Krug mit Wasser und ein Becken in der Nähe. Also vollzog ich meine Waschungen und betete. 69.5
I answered with a different verse: «He made them like stubble cropped by cattle.»358 Then I asked him whether “made them” meant “created them.” He didn’t know how to answer me so he said nothing. Finally he said, “Take him away!” When we got to the place called the Orchard Gate, they took me out.359 Then they brought a riding animal and put me on it, fetters and all. There was no one with me to hold me up, and more than once I nearly fell over with the weight of the fetters. They took me inside—inside al-Muʿtaṣim’s palace, that is—put me in a room, and locked the door. I wanted to clean myself off for prayer, but it was the middle of the night and there was no lamp in the room. But when I stuck out my hand I found a pitcher of water and a basin nearby. So I did my ablutions and prayed. 69.5
Am nächsten Morgen zog ich die Kordel aus meiner Hose und benutzte sie, um die Fesseln zusammenzubinden, damit ich sie hochheben konnte, sodass meine Hose auf einer Seite herunterhing.
The next morning, I pulled the drawstring out of my trousers and used it to tie the fetters together so I could lift them, leaving my trousers hanging down on one side.
Dann kam der Gesandte al-Mu'taṣims, ergriff mich am Arm und forderte mich auf, mitzukommen.
Then al-Muʿtaṣim’s messenger came, took me by the arm, and told me to come along.
So erschien ich vor al-Muʿtaṣim, meine Fesseln mit dem Strick hochhaltend. Er saß dort mit Ibn Abī Duʾād und einer Menge seiner Gefolgsleute. 69.6
So I appeared before al-Muʿtaṣim holding up my fetters with the cord. He was sitting there with Ibn Abī Duʾād and a crowd of his associates. 69.6
[Ibrāhīm ibn Muḥammad:] Aḥmad ibn Ḥanbal wurde vor den Kalifen gebracht.
[Ibrāhīm ibn Muḥammad:] Aḥmad ibn Ḥanbal was brought before the caliph.
Aḥmad ibn Abī Duʾād und Abū ʿAbd al-Raḥmān, der Schüler al-Shāfiʿīs, waren ebenfalls dort. Aḥmad wurde ein Sitzplatz vor dem Kalifen angeboten. Sie hatten ihm Dinge gesagt, um ihn einzuschüchtern, und man hatte gerade zwei Männer enthauptet. Als er Abū ʿAbd al-Raḥmān erblickte, fragte Ibn Ḥanbal: „Kennst du Überlieferungen von al-Shāfiʿī über das Streichen mit der Hand über die Schuhe?“ 360 69.7
Aḥmad ibn Abī Duʾād and Abū ʿAbd al-Raḥmān, the disciple of al-Shāfiʿī, were there too. Aḥmad was given a seat in front of the caliph. They had said things to frighten him, and they had just finished beheading two men. Upon seeing Abū ʿAbd al- Raḥmān, Ibn Ḥanbal asked, “Do you know any reports from al-Shāfiʿī on passing hands over one’s shoes?”360 69.7
„Seht euch das an!“ rief Ibn Abī Duʾād aus. „Wir bringen ihn hierher, um ihn zu enthaupten, und er will über Rechtswissenschaft diskutieren!“ [Al-Būshanjī:] Al-Muʿtaṣim kehrte im Ramadan des Jahres 218 von der byzantinischen Front nach Bagdad zurück. Damals ließ er Aḥmad vor Gericht stellen und öffentlich auspeitschen.361 69.8
“Look at that!” exclaimed Ibn Abī Duʾād. “We bring him here to behead him, and he wants to discuss jurisprudence!” [Al-Būshanjī:] Al-Muʿtaṣim returned to Baghdad from the Byzantine front in Ramadan of ’18. It was then that he tried Aḥmad and had him flogged in open court.361 69.8
[Aḥmad:] Als ich vor al-Muʿtaṣim erschien, forderte er mich immer wieder auf, näher zu kommen.
[Aḥmad:] When I came before al-Muʿtaṣim, he kept telling me to come closer.
Als ich nahe zu ihm kam, forderte er mich auf, mich zu setzen, und ich setzte mich, schwer belastet von den Fesseln.
When I got up close to him he told me to sit, and I did, weighed down by the fetters.
Nach einiger Zeit fragte ich, ob ich sprechen dürfe.362 69.9
After a time I asked if I might speak.362 69.9
„Nur zu“, sagte er.
“Go ahead,” he said.
„Wozu hat der Prophet ﷺ uns aufgerufen?“, fragte ich.
“What did the Prophet call on us to do?” I asked.
Nach einem Moment des Schweigens antwortete er: „Zu bezeugen, dass es keinen Gott gibt außer Gott.“ „Nun, ich bezeuge, dass es keinen Gott gibt außer Gott.“ Dann fuhr ich fort: „Dein Großvater Ibn ʿAbbās berichtet, dass die Delegation vom Stamm der Qays, als sie zum Propheten ﷺ kam, ihn nach dem Glauben fragte. Er antwortete: ‚Wisst ihr, was der Glaube ist?‘ „‚Gott und Sein Gesandter wissen es am besten‘, sagten sie.
After a moment of silence, he replied: “To testify that there is no god but God.” “Well, I testify that there is no god but God.” Then I went on: “Your grandfather Ibn ʿAbbās reports that when the delegation from the tribe of Qays came to see the Prophet, they asked him about faith. He answered, ‘Do you know what faith is?’ “‘God and His Emissary know best,’ they said.
„‚Es bedeutet, zu bezeugen, dass es keinen Gott gibt außer Gott, und dass Muḥammad ﷺ Sein Gesandter ist. Es bedeutet, das rituelle Gebet zu verrichten, die Almosensteuer zu entrichten und ein Fünftel deiner Beute abzugeben.‘“363
“‘It means testifying that there is no god but God, and Muḥammad is His Emissary. It means holding the ritual prayer, paying the alms tax, and giving up onefifth of your spoils.’”363
„Wenn mein Vorgänger euch nicht für mich zurückgelassen hätte, damit ich mich darum kümmere“, sagte al-Muʿtaṣim, „würde ich dir das nicht antun.“ Dann wandte er sich an ʿAbd al-Raḥmān ibn Isḥāq und sagte: „Habe ich dich nicht gebeten, die Inquisition zu beenden?“ „Gott sei Dank!“, dachte ich bei mir. „Das Leiden der Muslime ist vorbei!“ 69.10
“If my predecessor hadn’t left you for me to deal with,” said al-Muʿtaṣim, “I wouldn’t be doing this to you.” Then, turning to ʿAbd al-Raḥmān ibn Isḥāq, he said, “Didn’t I ask you to stop the Inquisition?” “Thank God!” I thought to myself. “The Muslims’ suffering is over!” 69.10
Doch dann sagte er zu ihnen: „Streitet mit ihm! Sprecht mit ihm!“, und erneut zu ʿAbd al-Raḥmān: „Sprich mit ihm!“ „Was sagst du über den Qurʾān?“, fragte ʿAbd al-Raḥmān.
But then he said to them, “Debate with him. Talk to him!” and then again to ʿAbd al-Raḥmān: “Talk to him!” “What do you say about the Qurʾan?” asked ʿAbd al-Raḥmān.
„Was sagst du über das Wissen Gottes?“, fragte ich. Er schwieg.
“What do you say about God’s knowledge?” I asked. He fell silent.
Einer der anderen unterbrach ihn: „Hat Gott denn nicht gesagt: «Gott ist der Schöpfer aller Dinge»?
One of the others broke in. “But didn’t God say, «God is the creator of all things»?
„Und ist der Koran nicht etwas?“ „Gott hat auch einen Wind erwähnt“, sagte ich, „der «alles vernichten würde auf Geheiß seines Herrn», aber er vernichtete nur das, was Er wollte.“366
364 And isn’t the Qurʾan a thing?” “God also mentioned a wind,” I said, “that would «destroy everything at the behest of its Lord,»365 but it destroyed only what He wanted it to.”366
Daraufhin meldete sich ein anderer zu Wort: „Gott sagt: «Nie kommt eine neue Ermahnung zu ihnen von ihrem Herrn.»367 Wie kann etwas neu sein, ohne erschaffen worden zu sein?“ Ich erwiderte: „Gott sagt auch: «Ṣād. Bei dem Qurʾān, der die Ermahnung enthält.»368 Diese Ermahnung ist der Qurʾān. In dem anderen Vers steht kein ‚der‘.“ Einer von ihnen führte das Ḥadīth von ʿImrān ibn Ḥuṣayn an, dass Gott die Ermahnung erschaffen habe. „Das ist falsch“, sagte ich. „Ich habe aus mehr als einer Überlieferung, dass er gesagt hat: ‚Gott hat die Ermahnung geschrieben.‘“ Als Nächstes versuchten sie, mich mit dem Ḥadīth von Ibn Masʿūd zu widerlegen: „Gott hat nichts erschaffen – weder den Garten noch das Feuer, weder die Himmel noch die Erde –, das größer ist als der Thronvers.“ Ich sagte: „Das Wort ‚erschaffen‘ bezieht sich auf den Garten, das Feuer, die Himmel und die Erde, aber nicht auf den Qurʾān.“ Einer von ihnen führte das Ḥadīth von Khabbāb an: „Du da! Mühe dich, wie du willst, Gott näherzukommen, du wirst nichts finden, womit du dich Ihm mehr nähern könntest als mit Seinem Wort.“369
Then another one spoke up: “God says, «Whenever any new admonition comes to them from their Lord.»367 How can something be new without having been created?” I replied: “God also said, «Ṣād. By the Qurʾan, containing the admonition.»368 This admonition is the Qurʾan. In the other verse there’s no ‘the.’” One of them cited the Hadith of ʿImrān ibn Ḥuṣayn that God created the remembrance. “That’s wrong,” I said. “I have it on more than one source that he said, ‘God wrote the remembrance.’” Next they tried arguing with me using the Hadith of Ibn Masʿūd: “God has created nothing—not the Garden or the Fire or the heavens or the earth—greater than the Throne Verse.” I said: “The word ‘created’ applies to the Garden, the Fire, the heavens, and the earth, but not to the Qurʾan.” One of them cited the Hadith of Khabbāb: “You there! Try as you may to come nearer to God, you will find nothing dearer to Him by which to approach Him than His word.”369
„Ja“, sagte ich, „so steht es da.“ Ibn Abī Duʾād funkelte mich an.
“Yes,” I said, “that’s what it says.” Ibn Abī Duʾād glared at me.
Und so ging es weiter. Einer von ihnen sagte etwas, und ich widerlegte ihn. Dann sprach ein anderer, und auch ihn widerlegte ich. Sooft einer seiner Männer nicht weiterwusste, unterbrach Ibn Abī Duʾād: „Herrscher der Gläubigen! Bei Gott, er ist irregeleitet, verführt andere in die Irre und ist ein ketzerischer Neuerer!“ 69.11
And so it went. One of them would say something, and I would rebut him. Then another would speak and I would rebut him too. Whenever one of his men was stymied, Ibn Abī Duʾād would interrupt: “Commander of the Faithful! By God, he’s misguided, and misleading, and a heretical innovator!” 69.11
Doch al-Muʿtaṣim sagte immer wieder: „Sprich mit ihm! Disputiere mit ihm!“ Dann sagte wieder einer von ihnen etwas, und ich widerlegte ihn. Dann sprach ein anderer, und ich widerlegte auch ihn. Als keiner von ihnen mehr etwas zu sagen hatte, sagte er – nämlich al-Muʿtaṣim –: „Komm schon, Aḥmad! Sprich!“ „Herrscher der Gläubigen“, erwiderte ich, „gib mir etwas, dem ich zustimmen kann – etwas aus dem Buch Gottes oder aus der Sunna Seines Gesandten.“ Daraufhin rief Ibn Abī Duʾād aus: „Was! Du wiederholst nur, was im Qurʾān oder in der Sunna Seines Gesandten steht?“ „Du hast eine Auslegung“, sagte ich, „und das ist deine Angelegenheit, aber das ist kein Grund, Menschen einzusperren oder in Ketten zu legen.“ [Al-Būshanjī:] Einer meiner Gefährten berichtete, dass Ibn Abī Duʾād sich an Aḥmad wandte und versuchte, ihn in eine Debatte zu verwickeln, Aḥmad jedoch ignorierte ihn. Schließlich fragte al-Muʿtaṣim Aḥmad, warum er nicht auf Ibn Abī Duʾād eingehe. 69.12
But al-Muʿtaṣim kept saying, “Talk to him! Debate him!” So again one of them would say something, and I would rebut him. Then another would speak and I would rebut him too. When none of them had anything left to say, he—meaning al-Muʿtaṣim—said, “Come on, Aḥmad! Speak up!” “Commander of the Faithful,” I replied, “give me something I can agree to— something from the Book of God or the sunnah of His Emissary.” At that, Ibn Abī Duʾād exclaimed, “What! You only repeat what’s in the Qurʾan or the sunnah of His Emissary?” “You have an interpretation,” I said, “and that’s your affair, but it’s nothing to lock people up for, or put them in chains.” [Al-Būshanjī:] One of my associates reported that Ibn Abī Duʾād confronted Aḥmad and tried to engage him in debate but Aḥmad ignored him. Eventually al- Muʿtaṣim asked Aḥmad why he wouldn’t address Ibn Abī Duʾād. 69.12
„Ich spreche nur mit Gelehrten“, sagte Aḥmad.
“I speak only with men of learning,” said Aḥmad.
[Aḥmad:] „Herr der Gläubigen“, sagte Ibn Abī Duʾād, „ihn sich dir unterwerfen zu sehen, würde mir mehr bedeuten als hunderttausend Dinare und noch einmal hunderttausend Dinare“,370 und so weiter, eine Zahl nach der anderen in den Raum werfend. 69.13
[Aḥmad:] “Commander of the Faithful,” said Ibn Abī Duʾād, “seeing him capitulate to you would mean more to me than a hundred thousand dinars, and another hundred thousand dinars,”370 and so on, throwing out one number after another. 69.13
„Wenn er mir sagt, was ich hören will“, sagte al-Muʿtaṣim, „schwöre ich, dass ich ihn mit meinen eigenen Händen von den Ketten befreie. Dann führe ich meine Truppen zu ihm und marschiere hinter ihm her.“ Dann sagte er: „Aḥmad, ich wünsche dir das Beste, genauso als wärst du mein Sohn Hārūn. Nun denn: Was kannst du mir sagen?“371
“If he tells me what I want to hear,” said al-Muʿtaṣim, “I swear I’ll unchain him with my own hands. Then I’ll lead my troops to him and march along behind him.” Then he said, “Aḥmad, I want what’s best for you, the same as if you were my son Hārūn. Come on, now: What can you tell me?”371
„Gib mir etwas aus dem Buch Gottes", sagte ich, „oder aus der Sunna Seines Gesandten." Als die Sitzung sich hinzog, wurde al-Muʿtaṣim gelangweilt und unruhig. „Geht!", sagte er zu den Gelehrten. Dann befahl er ʿAbd al-Raḥmān ibn Isḥāq und mir, zurückzubleiben, damit er mit mir sprechen könne. 69.14
“Give me something from the Book of God,” I said, “or the sunnah of His Emissary.” As the session dragged on, al-Muʿtaṣim grew bored and restless. “Go!” he said to the scholars. Then he ordered ʿAbd al-Raḥmān ibn Isḥāq and me to stay behind so he could talk to me. 69.14
„Komm schon!“, sagte er. „Warum gibst du nicht auf?“ Dann sagte er: „Ich erkenne dich nicht. Bist du noch nie hierhergekommen?“ „Ich kenne ihn, Befehlshaber der Gläubigen“, sagte ʿAbd al-Raḥmān ibn Isḥāq. „Seit dreißig Jahren sagt er, dass die Muslime dir Gehorsam schulden und dir im heiligen Krieg folgen und dich auf der Pilgerfahrt begleiten sollten.“ „Bei Gott“, sagte al-Muʿtaṣim, „er ist ein Mann der Gelehrsamkeit, ein Mann des Verstandes! Ich hätte nichts dagegen, jemanden wie ihn bei mir zu haben, um gegen Menschen anderer Religionen zu argumentieren.“ Dann wandte er sich mir zu: „Kanntest du Ṣāliḥ al-Rashīdī?“ „Ich habe von ihm gehört“, sagte ich.
“Come on!” he said. “Why don’t you give up?” Then he said, “I don’t recognize you. Have you never come here before?” “I know him, Commander of the Faithful,” said ʿAbd al-Raḥmān ibn Isḥāq. “For thirty years, he’s been saying that Muslims owe obedience to you and should follow you in the holy war and join you on the pilgrimage.” “By God,” said al-Muʿtaṣim, “he’s a man of learning—a man of understanding! I wouldn’t mind having someone like him with me to argue against people from other religions.” Then, turning to me, “Did you know Ṣāliḥ al-Rashīdī?” “I’ve heard of him,” I said.
„Er war mein Lehrer, und er saß genau dort“, sagte er und deutete auf eine Ecke des Raumes. „Ich fragte ihn nach dem Qurʾān, und er widersprach mir, also ließ ich ihn niedertrampeln und hinausschleifen. Also, Aḥmad: Finde etwas – irgendetwas –, dem du zustimmen kannst, und ich werde dich mit meinen eigenen Händen von den Ketten befreien.“ „Gib mir etwas aus dem Buch Gottes“, sagte ich, „oder aus der Sunna Seines Gesandten ﷺ.“ Die Sitzung zog sich hin. Schließlich erhob sich al-Muʿtaṣim und ging wieder hinein, und ich wurde zurück an den Ort gebracht, an dem sie mich festhielten. 69.15
“He was my tutor, and he was sitting right there,” he said, pointing to a corner of the room. “I asked him about the Qurʾan and he contradicted me, so I had him trampled and dragged out. So Aḥmad: find something—anything—you can agree to, and I’ll unchain you with my own hands.” “Give me something from the Book of God,” I said, “or the sunnah of His Emissary.” The session dragged on. Finally al-Muʿtaṣim rose and went back inside, and I was sent back to the place where they had been keeping me. 69.15
Nach dem Abendgebet wurden zwei Gefährten Ibn Abī Duʾāds hineingeschickt, um die Nacht dort zu verbringen und die Debatte mit mir fortzusetzen. Sie blieben, bis es Zeit war, das Fasten zu brechen.372 Als das Essen gebracht wurde, drängten sie mich zu essen, doch ich weigerte mich. Dann, irgendwann während der Nacht, schickte al-Muʿtaṣim Ibn Abī Duʾād zu mir.
After sunset prayers, two of Ibn Abī Duʾād’s associates were sent in to spend the night there and continue debating with me. They stayed until it was time to break the fast.372 When the meal arrived they pressed me to eat but I wouldn’t. Then, at some point during the night, al-Muʿtaṣim sent over Ibn Abī Duʾād.
„Der Befehlshaber der Gläubigen möchte wissen, ob du etwas zu sagen hast.“ Ich gab ihm meine übliche Antwort.
“The Commander of the Faithful wants to know if you have anything to say.” I gave him my usual answer.
„Weißt du“, sagte er, „dein Name stand unter den Sieben – Yaḥyā ibn Maʿīn und die übrigen –, aber ich habe ihn ausgestrichen.“373
“You know,” he said, “your name was one of the seven—Yaḥyā ibn Maʿīn and the rest—but I rubbed it out.”373
Die Sieben waren Yāḥyā ibn Maʿīn, Abū Khaythamah, Aḥmad al-Dawraqī, al-Qawārīrī, Saʿduwayh und – nach einigen Berichten – Khalaf al-Makhzūmī.374
The seven were Yāḥyā ibn Maʿīn, Abū Khaythamah, Aḥmad al-Dawraqī, al- Qawārīrī, Saʿduwayh, and—in some accounts—Khalaf al-Makhzūmī.374
Ibn Abī Duʾād fuhr fort: „Es tat mir leid, dich verhaftet zu sehen.“ Dann sagte er: „Der Beherrscher der Gläubigen hat geschworen, dir eine ordentliche, lange Tracht Prügel zu verabreichen und dich dann irgendwo hinzuwerfen, wo du nie wieder die Sonne sehen wirst. Er sagt aber auch, dass er selbst kommen und dich losketten wird, wenn du dich ergibst.“ Dann ging er.
Ibn Abī Duʾād continued: “I was sorry to see them arrest you.” Then he said, “The Commander of the Faithful has sworn to give you a good long beating and then throw you somewhere where you’ll never see the sun. But he also says that if you capitulate he’ll come and unchain you himself.” Then he left.
Am folgenden Morgen, an meinem zweiten Tag dort, kam der Gesandte al-Muʿtaṣims, nahm mich am Arm und führte mich vor ihn. Erneut befahl al-Muʿtaṣim, sie sollten mit mir disputieren. „Sprecht mit ihm!“, sagte er. 69.16
The next morning—on my second day there—al-Muʿtaṣim’s envoy came, took me by the arm, and brought me before him. Again al-Muʿtaṣim ordered them to debate me. “Talk to him!” he said. 69.16
Die Debatte begann daraufhin von Neuem. Der eine sprach von dort drüben, und ich antwortete ihm; dann sprach ein anderer von hier, und ich antwortete auch ihm. Wenn sie etwas erwähnten, das nicht im Buch Gottes oder in der Sunna Seines Gesandten ﷺ stand oder in einer Überlieferung über die frühen Muslime, sagte ich: „Ich weiß nicht, wovon du sprichst.“ „Herrscher der Gläubigen“, protestierten sie, „wenn er ein Argument gegen uns hat, bleibt er standhaft, doch wann immer wir einen Punkt vorbringen, sagt er, er wisse nicht, wovon wir reden.“ „Streite weiter mit ihm!“, sagte al-Muʿtaṣim.
So the debate began again. One of them would speak from over here and I would answer him, and another from over there and I’d answer him too. Whenever they mentioned anything not in the Book of God or the sunnah of His Emissary, or in a report about the early Muslims, I would say, “I don’t know what you mean.” “Commander of the Faithful,” they would protest, “when he has an argument against us he stands his ground, but whenever we make a point he says he doesn’t know what we’re talking about.” “Keep debating him!” said al-Muʿtaṣim.
„Alles, was ich bei dir sehe“, sagte einer von ihnen, „ist, dass du Hadithe zitierst und behauptest, ihre Bedeutung zu kennen.“ 69.17
“All I see you doing,” said one of them, “is citing Hadith and claiming to know what it means.” 69.17
„Was sagst du“, fragte ich ihn, „zu dem Vers {Gott verordnet euch hinsichtlich eurer Kinder: Dem Knaben steht gleich der Anteil zweier Mädchen zu}?“375
“What do you say,” I asked him, “about the verse «Concerning your children, God enjoins you that a male shall receive a share equivalent to that of two females»?”375
„Das gilt nur für die Gläubigen“, sagte er.
“It applies only to believers,” he said.
„Was ist mit Mördern, Sklaven oder Juden?“ Er schwieg. Ich hatte zu dieser Taktik aus einem einzigen Grund gegriffen: Sie hatten auf der Grundlage des klaren Wortlauts des Qur'ān argumentiert, während sie mir vorwarfen, Ḥadīthe ohne triftigen Grund anzuführen.376
I asked him: “What about murderers, slaves, or Jews?” He fell silent. I had resorted to that tactic for one reason: they had been arguing on the basis of the plain text of the Qurʾan while accusing me of citing Hadith for no good reason.376
Sie machten damit weiter, bis es fast Mittag war. Als al-Muʿtaṣim genug hatte, schickte er alle weg außer ʿAbd al-Raḥmān ibn Isḥāq, der weiter mit mir diskutierte.
They kept at it until nearly noon. When al-Muʿtaṣim had had enough, he sent everyone away except for ʿAbd al-Raḥmān ibn Isḥāq, who continued to argue with me.
Schließlich stand al-Muʿtaṣim auf und ging wieder hinein, und ich wurde zurück an den Ort gebracht, an dem man mich festgehalten hatte.
Finally al-Muʿtaṣim rose and went back inside, and I was sent back to the place where they had been holding me.
[ʿAbd Allāh:] Al-Fatḥ ibn Shakhraf schrieb mir eigenhändig, er habe von Ibn Ḥuṭayṭ gehört – einem Gelehrten aus Chorasan, dessen vollständigen Namen er nannte –, dass Aḥmad ibn Ḥanbal, bevor er ausgepeitscht wurde, zusammen mit einigen seiner Mitopfer der Inquisition irgendwo in einem Haus in Haft gehalten wurde. 69.18
[ʿAbd Allāh:] Al-Fatḥ ibn Shakhraf wrote to me in his own hand saying that he heard from Ibn Ḥuṭayṭ—a man of learning from Khurasan, whose name he gave in full —that before Aḥmad ibn Ḥanbal was flogged, he and some of his fellow victims of the Inquisition were kept in confinement in a house somewhere. 69.18
„Die Nacht brach herein“, sagte Aḥmad, „und die anderen legten sich schlafen, aber ich konnte nicht aufhören, darüber nachzudenken, was mit mir geschehen würde. Da sah ich einen großen Mann, der sich zwischen den Schlafenden hindurch auf mich zu bewegte.“
“Night fell,” said Aḥmad, “and the others went to sleep, but I couldn’t stop thinking about what would happen to me. Then I saw a tall man picking his way around the sleepers toward me.
„‚Bist du Aḥmad ibn Ḥanbal?‘, fragte er.“
“‘Are you Aḥmad ibn Ḥanbal?’ he asked.
„Ich sagte nichts, und er fragte erneut. Als ich nicht antwortete, fragte er ein drittes Mal:
“I said nothing and he asked again. When I didn’t answer, he asked a third time:
„Bist du Aḥmad ibn Ḥanbal?“ „Ja.“ „Halte nur durch“, sagte er, „dann gehört dir der Garten.“ „Später, als ich das Brennen der Peitschen spürte, erinnerte ich mich an das, was er mir gesagt hatte.“ [Aḥmad:] Ich erinnere mich, dass ich in der dritten Nacht bei mir dachte, dass am nächsten Tag etwas geschehen würde. Ich bat einen der Männer, die mir zugeteilt waren, mir eine Schnur zu besorgen. Er fand eine, und ich benutzte sie, um meine Ketten hochzuziehen. Dann steckte ich das Band wieder in meine Hose, um sie festzuhalten, damit ich nicht entblößt würde, falls mir etwas zustieße. 69.19
‘Are you Aḥmad ibn Ḥanbal?’ “‘Yes.’ “‘Only endure,’ he said, ‘and the Garden is yours.’ “Later, when I felt the burning of the whips, I remembered what he’d told me.” [Aḥmad:] I remember thinking to myself on the third night that something was bound to happen the next day. I asked one of the men who were assigned to me to find me a cord. He found one and I used it to pull up my chains. Then I put the drawstring back on my trousers to hold them up so I wouldn’t be exposed if something happened to me. 69.19
Am dritten Tag ließ al-Muʿtaṣim mich wieder rufen.377 Ich betrat die Halle und fand sie voller Menschen vor. Als ich langsam nach vorn trat, sah ich Leute mit Schwertern, Leute mit Peitschen und so weiter – weit mehr als an den ersten beiden Tagen. Als ich bei ihm ankam, forderte er mich auf, mich zu setzen. „Debattiere mit ihm!“, sagte er zu den anderen. „Sprich mit ihm!“ 69.20
On the morning of the third day,377 al-Muʿtaṣim sent for me again. I entered the hall to find it packed with people. As I came slowly forward, I saw people with swords, people with whips, and so on—many more than on the first two days. When I reached him, he told me to sit down. “Debate him,” he told the others. “Talk to him!” 69.20
Sie begannen, mit mir zu streiten. Einer sprach, und ich antwortete ihm; dann sprach ein anderer, und ich antwortete ihm ebenfalls. Bald hatte ich die Oberhand.378 Einer der Männer, die bei al-Muʿtaṣim standen, begann, auf mich zu zeigen. Nachdem die Sitzung eine Weile gedauert hatte, ließ al-Muʿtaṣim mich zur Seite führen, damit er sich mit ihnen allein beraten konnte.
They began to argue with me. One would talk and I would answer him, and then another would talk and I’d answer him too. Soon I was winning.378 One of the men standing near al-Muʿtaṣim began pointing at me. After the session had gone on for a while, al-Muʿtaṣim had me led away to one side so he could confer with them alone.
Dann schickte er sie zur Seite und ließ mich herbeibringen.
Then he sent them to the side and had me brought over.
„Komm schon, Aḥmad!“, sagte er. „Sag mir, was ich hören will, und ich werde dich mit eigenen Händen von deinen Ketten befreien.“ Als ich ihm meine übliche Antwort gab, verfluchte er mich und sagte dann: „Schleppt ihn weg und zieht ihm die Kleider aus!“ Ich wurde weggeschleppt und entkleidet.379
“Come on, Aḥmad!” he said. “Tell me what I want to hear, and I’ll unchain you with my own hands.” When I gave him my usual answer, he cursed me, then said, “Drag him away and strip him!” I was dragged away and stripped.379
Vor einiger Zeit hatte ich mir einige Haare des Propheten ﷺ verschafft. Als Isḥāq ibn Ibrāhīm bemerkte, dass ich etwas im Ärmel meines Hemdes eingeknotet hatte, schickte er jemanden zu mir, um zu fragen, was das sei. Ich sagte ihm, es seien einige Haare des Propheten ﷺ. Als sie anfingen, mir das Hemd vom Leib zu reißen, befahl al-Muʿtaṣim ihnen, damit aufzuhören, und sie zogen es mir aus, ohne es zu zerreißen. Ich glaube, er hielt sich zurück wegen der Haare, die darin eingeknotet waren. 69.21
Some time before, I had acquired some of the Prophet’s hair. Noticing that I had something knotted up in the sleeve of my shirt, Isḥāq ibn Ibrāhīm sent someone over to ask what it was. I told him it was some of the Prophet’s hair. When they started tearing my shirt off, al-Muʿtaṣim told them to stop and they pulled it off me without ripping it. I think he held back because of the hair that was knotted up inside. 69.21
Auf einem Stuhl sitzend, ließ al-Muʿtaṣim die Pfähle und die Peitschen herbeirufen. Man brachte die Pfähle heraus und ließ mich meine Arme ausstrecken. Von hinter mir sagte jemand: „Halte dich an den Stoßzähnen fest und zieh“, aber ich verstand es nicht, sodass ich mir am Ende beide Handgelenke verstauchte.380 69.22
Sitting down on a chair, al-Muʿtaṣim called for the posts and the whips. They brought out the posts and made me stretch out my arms. From behind me someone said, “Hold on to the tusks and pull,” but I didn’t understand, so I ended up spraining both my wrists.380 69.22
[Al-Būshanjī:] Man erzählt, dass al-Mu'taṣim, als Aḥmad von seinen Ämtern enthoben wurde und er ihn unerschrocken sah, dessen Mut so bewunderte, dass er bereit war, milde mit ihm zu verfahren. Doch dann stachelte Aḥmad ibn Abī Du'ād ihn auf und sagte: „Wenn Ihr ihn laufen lasst, werden die Leute sagen, dass Ihr vom Glauben al-Ma'mūns abgerückt seid und es ablehnt, ihn durchzusetzen.“ Dies war es, was al-Mu'taṣim dazu trieb, ihn tatsächlich auspeitschen zu lassen. 69.23
[Al-Būshanjī:] They say that when Aḥmad was suspended from the posts, al- Muʿtaṣim, seeing him undaunted, so admired his bravery that he was prepared to be lenient with him; but then Aḥmad ibn Abī Duʾād provoked him, saying, “If you let him go, people will say that you’ve renounced al-Maʾmūn’s creed and are refusing to enforce it.” It was this that pushed al-Muʿtaṣim to go ahead and flog him. 69.23
[Aḥmad:] Als man die Peitschen brachte, sah al-Muʿtaṣim sie an und sagte: „Bringt andere“, was ausgeführt wurde.381 Dann sagte er zu den Henkersknechten:382
[Aḥmad:] When they brought the whips, al-Muʿtaṣim looked at them and said, “Bring different ones,” which was done.381 Then he said to the lictors,382
„Fahre fort!“ 69.24
“Proceed!” 69.24
Einer nach dem anderen kamen sie auf mich zu und schlugen je zweimal zu, während al-Muʿtaṣim rief: „Härter, verflucht noch mal!“ Sobald einer zur Seite trat, kam der nächste heran und schlug mir noch zweimal zu, wobei er die ganze Zeit schrie: „Härter, verflucht noch mal, ihr alle!“383
One at a time, they came at me, and struck two lashes apiece, with al-Muʿtaṣim calling out, “Harder, damn you!” As each one stepped aside another would come up and hit me twice more, with him shouting all the while, “Harder, damn you all!”383
Nachdem mir neunzehn Peitschenhiebe verabreicht worden waren, erhob er sich – gemeint ist al-Mu'tasim – von seinem Sitz und trat auf mich zu. 69.25
After I had been struck nineteen lashes, he—meaning al-Muʿtaṣim—rose from his seat and walked up to me. 69.25
„Aḥmad“, sagte er, „warum bringst du dich um? Ich schwöre bei Gott, ich will nur das Beste für dich.“ Dann begann ʿUjayf, mit dem Griff seines Schwertes auf mich einzustoßen. „Glaubst du etwa, du kannst gegen all diese Leute gewinnen?“ „Schande!“, rief jemand. „Der Kalif steht dort und wartet auf dich.“ „Beherrscher der Gläubigen!“, rief ein anderer. „Töte ihn, und sein Blut komme auf meine Hände!“ Dann fielen weitere ein. „Beherrscher der Gläubigen, du hast gefastet, und nun stehst du in der Sonne!“384
“Aḥmad,” he said, “why are you killing yourself? I swear to God, I want what’s best for you.” Then ʿUjayf began jabbing at me with the hilt of his sword. “Do you think you can win against this whole lot?” “For shame!” someone called out. “The caliph is standing there waiting for you.” “Commander of the Faithful!” cried another. “Kill him, and let his blood be on my hands!” Then more of them chimed in. “Commander of the Faithful, you’ve been fasting, and now you’re standing in the sun!”384
„Komm schon, Aḥmad“, sagte er. „Sag etwas!“ „Gib mir etwas, dem ich glauben kann“, sagte ich, „aus dem Buch Gottes oder der Sunna Seines Gesandten.“ Er ging zurück zu seinem Stuhl und setzte sich.
“Come on, Aḥmad,” he said. “Say something!” “Give me something I can believe,” I said, “from the Book of God or the sunnah of His Emissary.” He went back to his chair and sat down.
„Fahr fort“, sagte er zum Liktor. „Lass ihn es spüren, verdammt noch mal!“ Bald erhob er sich ein zweites Mal und sagte: „Komm schon, Aḥmad! Sag mir, was ich hören will.“ 69.26
“Proceed,” he said to the lictor. “Let him feel it, damn you!” Soon he rose a second time, saying, “Come on, Aḥmad! Tell me what I want to hear.” 69.26
Die anderen stimmten ein und sagten: „Schäm dich, Aḥmad: Dein Imam steht hier und wartet auf dich.“ „Welcher deiner Gefährten“, fragte ʿAbd al-Raḥmān, „tut, was du tust?“ „Sag mir, was du irgendwie zustande bringst“, sagte al-Muʿtaṣim zu mir, „und ich werde dich mit meinen eigenen Händen von den Ketten befreien.“ „Gib mir etwas, das ich glauben kann“, sagte ich, „aus dem Buch Gottes oder der Sunnah Seines Gesandten ﷺ.“ Wieder ging er zu seinem Stuhl zurück und setzte sich. „Fahrt fort“, sagte er zu den Henkern.
The others joined in, saying, “Shame on you, Aḥmad: your imam is standing here waiting for you.” “Which of your associates,” asked ʿAbd al-Raḥmān, “is doing what you’re doing?” “Tell me whatever you can manage,” al-Muʿtaṣim said to me, “and I’ll unchain you with my own hands.” “Give me something I can believe,” I said, “from the Book of God or the sunnah of His Emissary.” Again he went back to his chair and sat down. “Proceed,” he said to the lictors.
Wieder kamen sie einzeln heran und schlugen mir je zwei Peitschenhiebe, während al-Muʿtaṣim rief: „Fester, verdammt noch mal!“ Sobald einer zur Seite trat, kam der nächste und schlug mir noch zweimal zu, und er schrie dabei die ganze Zeit: „Fester, verdammt noch mal, ihr alle!“ Da verlor ich das Bewusstsein.385
Again they came up one by one and struck me two lashes apiece, with al-Muʿtaṣim calling out, “Harder, damn you!” As each stepped aside another would come up and hit me twice more, with him shouting all the while, “Harder, damn you all!” That’s when I passed out.385
Einige Zeit später kam ich wieder zu mir und stellte fest, dass meine Ketten entfernt worden waren.
Some time later I came to my senses to find that my chains had been removed.
„Wir haben dich mit dem Gesicht nach unten geworfen“, sagte einer der Männer, die dabei gewesen waren. „Dann haben wir dich auf dem Boden herumgewälzt und mit den Füßen getreten.“ Ich hatte keine Erinnerung daran.
“We threw you face down,” said one of the men who had been there. “Then we rolled you over on the ground and trampled you.” I had no memory of that.
Man brachte mir etwas Gerstenwasser und sagte mir, ich solle es trinken und erbrechen.
They brought me some barley water and told me to drink it and vomit.
„Ich kann das Fasten nicht brechen“, sagte ich ihnen.
“I can’t break the fast,” I told them.
Sie brachten mich zurück zum Haus von Isḥāq ibn Ibrahīm, wo ich das Mittagsgebet verrichtete.386 Ibn Samāʿah trat vor, um das Gebet zu leiten. Als er fertig war, fragte er mich: „Wie konntest du beten, wo du doch unter deiner Kleidung blutest?“ 69.27
They took me back to Isḥāq ibn Ibrahīm’s place, where I attended the noon prayer.386 Ibn Samāʿah stepped forward to lead the prayer. When he finished he asked me, “How could you pray when you’re bleeding inside your clothes?” 69.27
„Umar betete, während das Blut aus seinen Wunden spritzte“, antwortete ich.
“ʿUmar prayed with blood spurting from his wounds,” I answered.
Ṣāliḥ sagte: 69.28
Ṣāliḥ said: 69.28
Mein Vater wurde freigelassen und ging nach Hause. Von dem Zeitpunkt, als er erstmals verhaftet wurde, bis zu dem Zeitpunkt, als er ausgepeitscht und entlassen wurde, vergingen achtundzwanzig Monate.
My father was released and went home. From the time he was first arrested to the time he was flogged and let go was twenty-eight months.
Einer der beiden Männer, die bei meinem Vater im Gefängnis waren, hörte und sah alles. Später kam er zu mir und sagte: „Cousin, Gott erbarme sich Abū ʿAbd Allāhs! Ich habe nie jemanden wie ihn gesehen. Wenn man Essen hereinbrachte, erinnerte ich ihn daran, dass er fastete, und sagte ihm, dass er sich erlauben dürfe, sich zu schonen.387 Ich erinnere mich auch, dass er durstig war. Er bat den Wärter um etwas zu trinken. Der Mann gab ihm einen Becher Wasser, in dem Eis war. Er nahm ihn, betrachtete ihn einen Augenblick, gab ihn dann aber zurück, ohne zu trinken. Ich war erstaunt, dass er selbst an diesem schrecklichen Ort ohne Essen und Wasser auskommen konnte.“ Ṣāliḥ sagte: 69.29
One of the two men who were with my father—in jail, that is—heard and saw everything. Later he came to see me and said, “Cousin, may God have mercy on Abū ʿAbd Allāh! I never saw anyone like him. When they sent food in, I would remind him that he was fasting, and tell him he was allowed to save himself.387 I also remember that he was thirsty. He asked the attendant for something to drink. The man gave him a cup of water with ice in it. He took it and looked at it for a moment, but then he gave it back without drinking it. I was amazed that he could go without food or water even in that terrifying place.” Ṣālīḥ said: 69.29
Damals tat ich alles, was in meiner Macht stand, um ihm etwas Essen oder ein, zwei Fladenbrote heimlich zukommen zu lassen, doch all mein Flehen half nichts.
At the time, I was doing everything I could to smuggle some food or a loaf or two of flatbread in to him, but none of my pleading did any good.
Ein Mann, der dabei war, erzählte mir, dass er ihn während der gesamten drei Tage im Auge behielt, und dass er sich während des ganzen Streits und der Debatte nicht ein einziges Mal bei einem Wort versprach. „Ich hätte nicht gedacht, dass jemand so standhaft sein kann wie er.“ [Al-Būshanjī:] Al-Muʿtaṣim kehrte im Ramadan des Jahres 218 von der byzantinischen Front nach Bagdad zurück. Damals ließ er Aḥmad vor Gericht stellen und vor seinen Augen auspeitschen. 69.30
A man who was there told me that he kept his eye on him for the entire three days, and not once during all the argument and debate did he mispronounce a single word. “I didn’t think it was possible for anyone to be as tough as he was.” [Al-Būshanjī:] Al-Muʿtaṣim returned to Baghdad from the Byzantine front in Ramadan of ’18. It was then that he tried Aḥmad and had him flogged before him. 69.30
Ein vertrauenswürdiger Gefährte von mir berichtete mir, was ihm Ibrāhīm ibn Muṣʿab erzählt hatte, der damals für Isḥāq ibn Ibrāhīm als Polizeichef al-Muʿtaṣims einsprang: „Ich habe noch nie erlebt, dass jemand, der Königen und Fürsten gegenübergestellt wurde, so wenig Furcht zeigte wie Aḥmad an jenem Tag. Für ihn waren wir nichts als eine Wolke von Fliegen.“ [Al-Zuhrī:] Ich las aus meinen eigenen Aufzeichnungen vor, was al-Marrūdhī beim Prozess gegen Aḥmad ibn Ḥanbal sagte, als Aḥmad zwischen den Pfosten hing.388 69.31
A trustworthy associate of mine reported to me what he was told by Ibrāhīm ibn Muṣʿab, who at that time was standing in for Isḥāq ibn Ibrāhīm as al-Muʿtaṣim’s chief of police: “I’ve never seen anyone brought face to face with kings and princes show as little fear as Aḥmad did that day. To him we were nothing but a cloud of flies.” [Al-Zuhrī:] I read from my own notes what al-Marrūdhī said at the trial of Aḥmad ibn Ḥanbal, as Aḥmad was hanging between the posts.388 69.31
„Meister“, sagte al-Marrūdhī, „Gott sagt: «Tötet euch nicht selbst.»“389
“Master,” said al-Marrūdhī, “God says, «Do not kill yourselves.»”389
„Marrūdhī“, sagte Aḥmad, „geh hinaus und schau nach, was du siehst.“ Al-Marrūdhī berichtete: „Ich ging hinaus, und dort, im Innenhof des Palastes des Kalifen, war eine riesige Menschenmenge – Gott allein weiß, wie viele –, mit ihren Blättern, ihren Federn und ihren Tintenfässern. Ich fragte sie, was sie täten, und sie sagten: ‚Wir warten darauf, zu hören, was Aḥmad sagt, damit wir es aufschreiben können.‘“ Er bat sie, dort zu bleiben, und kehrte dann ins Innere zurück, wo Aḥmad noch immer zwischen den Pfosten hing. Er berichtete ihm, dass er eine Menschenmenge gesehen habe, die Feder und Papier hielt und darauf wartete, alles niederzuschreiben, was er sagen würde.
“Marrūdhī,” said Aḥmad, “go and look outside and tell me what you see.” Al-Marrūdhī reported: “I went out and there, in the courtyard of the caliph’s palace, was a vast crowd of people—God only knows how many—with their sheets of paper, their pens, and their pots of ink. I asked them what they were doing, and they said, ‘We’re waiting to hear what Aḥmad says so we can write it down.’” He told them to stay where they were, then went back inside, where Aḥmad was still hanging between the posts. He told him that he had seen a crowd of people holding pen and paper and waiting to write down whatever he would say.
„Kann ich all diese Leute täuschen?“, fragte Aḥmad. „Ich würde mich lieber umbringen.“390
“Can I mislead all those people?” asked Aḥmad. “I’d rather kill myself.”390
[Der Autor:] Hier also ist ein Mann, der wie Bilāl bereit war, sein Leben für seinen Gott hinzugeben.391 Von Saʿīd ibn al-Musayyab wird ebenfalls überliefert, dass ihm sein Leben so wenig bedeutete wie das Leben einer Fliege. Eine solche Gleichgültigkeit gegenüber dem eigenen Selbst ist nur möglich, wenn man einen Blick auf das Leben jenseits dieses Lebens geworfen und seinen Blick eher auf die Zukunft als auf die Gegenwart gerichtet hat. Aḥmads großes Leiden ist ein Beweis für seinen starken Glauben, denn der Prophet ﷺ soll gesagt haben: „Ein Mensch leidet im Verhältnis zu seinem Glauben.“ Gepriesen sei Der, Der Aḥmad half, ihm die Gabe der Einsicht schenkte, seinen Entschluss stärkte und ihm zu Hilfe kam. 69.32
[The author:] Here then is a man who, like Bilāl, was willing to give up his life for the sake of his God.391 Of Saʿīd ibn al-Musayyab, similarly, it is reported that his life meant as little to him as the life of a fly. Such indifference to self is possible only when one has glimpsed the life that lies beyond this one and trained one’s gaze on the future rather than the present. Aḥmad’s great suffering is evidence of his strong faith, for, as the Prophet is known to have said, “A man suffers in proportion to his faith.” Praise the One who helped Aḥmad, granted him the gift of perception, strengthened his resolve, and came to his aid. 69.32
[Ibn al-Aṣbagh:] Ich war in Bagdad und hörte ein Getöse. Ich fragte, worum es gehe, und man sagte mir, Aḥmad ibn Ḥanbal werde vor Gericht gestellt. Also ging ich nach Hause, nahm eine beträchtliche Summe Geld und erkaufte mir mit Bestechung Zutritt zur Sitzung. Im Palast sah ich Soldaten mit gezückten Schwertern, aufgepflanzten Lanzen, aufgestellten Schilden und bereitgehaltenen Peitschen. Man stattete mich mit einem schwarzen Umhang, einer Schärpe und einem Schwert aus und wies mir einen Platz so nah zu, dass ich hören konnte, was gesagt wurde. 69.33
[Ibn al-Aṣbagh:] I was in Baghdad and heard a clamor. I asked what it was about and people told me that Aḥmad ibn Ḥanbal was being tried. So I went home, collected a substantial sum of money, and bribed my way into the session. Inside the palace, I saw soldiers with their swords drawn, their spears fixed, their shields planted, and their whips at the ready. I was fitted out with a black cloak, a sash, and a sword, and given a seat close enough that I could hear what was being said. 69.33
Der Kalif erschien und setzte sich auf einen Stuhl. Dann wurde Ibn Ḥanbal hereingebracht.
The caliph appeared and seated himself in a chair. Then Ibn Ḥanbal was brought in.
„Bei meinem Ahnherrn, dem Propheten ﷺ, schwöre ich“, sprach der Kalif, „dass ich dich auspeitschen lasse, wenn du nicht so sagst, wie ich es sage!“ Dann wandte er sich an den Henker und sprach: „Führ ihn ab!“ Beim ersten Schlag sagte Aḥmad: „Im Namen Gottes!“ Beim zweiten sagte er: „Es gibt keine Macht und keine Kraft außer bei Gott!“ Beim dritten sagte er: „Der Qurʾān ist die Rede Gottes und ungeschaffen!“ Beim vierten sagte er: „{Sprich: Uns wird nur treffen, was Gott uns bestimmt hat!}“392
“I swear by my ancestor the Prophet,” said the caliph, “that if you don’t say as I say, I’ll have you flogged!” Turning to the lictor, he said, “Take him away!” At the first blow, Aḥmad said, “In the name of God!” At the second, he said, “There is no might or power except by God!” At the third, he said, “The Qurʾan is the speech of God, and uncreated!” At the fourth he said, “«Say: we will suffer only what God has decreed for us!»”392
Der Liktor hatte ihm bereits neunundzwanzig Peitschenhiebe versetzt, als Aḥmads Hosenband – das aus nichts weiter als einem Streifen Futterstoff bestand – riss. Seine Hose rutschte bis zu seiner Leistengegend herunter.
The lictor had struck him twenty-nine lashes when Aḥmad’s trouser cord—which was made of nothing more than a strip of garment lining—broke. His trousers slipped down as far as his groin.
„Er wird ja nichts mehr anhaben“, dachte ich bei mir. Doch dann blickte er zum Himmel empor und bewegte die Lippen. Sogleich hörte die Hose auf zu rutschen und blieb an ihrem Platz.
“He’ll be left with nothing on,” I thought to myself. But then he looked up to the heavens and moved his lips. Instantly the trousers stopped slipping and remained in place.
Sieben Tage später ging ich ihn besuchen. „Aḥmad“, fragte ich, „ich war dabei, an dem Tag, als sie dich geschlagen haben und deine Hose gerissen ist. Ich sah, wie du nach oben blicktest und die Lippen bewegtest. Was hast du gesagt?“ Er antwortete: „Ich sagte: ‚Gott, ich rufe Dich bei Deinem Namen an, der den Thron erfüllt hat! Wenn Du weißt, dass ich im Recht bin, dann entblöße meine Blöße nicht.‘“ [Aḥmad ibn al-Faraj:] Ich war dabei, als Aḥmad ausgepeitscht wurde. Abū l-Dann trat hinzu und schlug ihn mehr als zehnmal. Blut begann von seinen Schultern zu strömen. Er trug eine Hose, und die Schnur riss. Ich bemerkte, dass die Hose, als sie zu rutschen begann, er etwas Unhörbares sagte, und sie rutschte wieder hoch. 69.34
Seven days later, I went to see him. “Aḥmad,” I asked, “I was there the day they beat you and your trousers came apart. I saw you look up and move your lips. What were you saying?” He said, “I said, ‘God, I call You by Your name, which has filled the Throne! If You know me to be in the right, do not expose my nakedness.’” [Aḥmad ibn al-Faraj:] I was there when Aḥmad was whipped. Abū l-Dann came up and struck him more than ten lashes. Blood started pouring from his shoulders. He was wearing a pair of trousers, and the cord broke. I noticed that as the trousers began to come down, he said something inaudible and they went back up. 69.34
„Später fragte ich ihn danach, und er erzählte mir, was er gesagt hatte: „‚Mein Gott und Herr, Du hast mich hierher gebracht, und nun willst Du meine Blöße der Welt preisgeben?' Da zogen sich meine Hosen wieder hoch."393
Later I asked him about it, and he told me what he had said: “‘My God and Lord, You’ve put me here, and now You’re going to expose my nakedness to the world?’ That’s when my trousers came back up.”393
[Al-Qurashī:] Als man Aḥmad ibn Ḥanbal zur Auspeitschung nach vorn brachte, zog man ihm alles aus außer seiner Hose. Während er ausgepeitscht wurde, rutschte die Hose herunter. Seine Lippen bewegten sich, und dann sah ich zwei Hände unter ihm erscheinen, während er ausgepeitscht wurde, die die Hose wieder hochzogen. Als die Auspeitschung vorüber war, fragten wir ihn, was er gesagt hatte, als die Hose herunterrutschte. Er antwortete uns: „Ich sagte: ‚Ich rufe Dich an, der Du allein weißt, wo Dein Thron ist. Wenn ich im Recht bin, dann entblöße meine Blöße nicht.‘ Das ist es, was ich sagte.“ 69.35
[Al-Qurashī:] When they brought Aḥmad ibn Ḥanbal forward to be flogged, they stripped him of everything but his trousers. As he was being flogged, the trousers came loose. His lips moved, and then I saw two hands appear from under him as he was being whipped and pull the trousers back up. When the flogging was over, we asked him what he had said when the trousers came loose. He told us, “I said, ‘I call on You who alone knows where Your Throne is. If I’m in the right, do not expose my nakedness.’ That’s what I said.” 69.35
[Al-Rāzī:] Isḥāq ibn Ibrāhīm pflegte zu sagen: „Bei Gott, ich war dabei an dem Tag, als Aḥmad ausgepeitscht wurde und seine Hose herunterrutschte und wieder hinaufging und sich nach dem Lösen von selbst wieder zuband. Die Leute, die bei ihm waren, waren zu sehr beschäftigt, um es zu bemerken. Aber ich habe nie einen schrecklicheren Tag für al-Muʿtaṣim gesehen. Hätte er die Auspeitschung nicht beendet, wäre er nie lebend davongekommen.“394 69.36
[Al-Rāzī:] Isḥāq ibn Ibrāhīm used to say, “By God, I was there the day Aḥmad was flogged and his trousers came down and went up again, and reknotted themselves after coming loose. The people there with him were too preoccupied to notice. But I never saw a more terrible day for al-Muʿtaṣim. If he hadn’t stopped the flogging, he would never have made it out alive.”394 69.36
[Al-Anṣārī:] Ich hörte einen der Henker sagen: „Aḥmad ibn Ḥanbal erwies sich als so zäh wie ein Straßenräuber.395 Hätte sich ein Kamel niedergekniet und ich hätte es so hart geschlagen wie ihn, hätte ich ihm den Bauch aufgeschlitzt.“ 69.37
[Al-Anṣārī:] I heard one of the lictors say, “Aḥmad ibn Ḥanbal turned out to be as tough as a bandit.395 If a camel knelt down and I hit it as hard as I hit him, I would have split open its belly.” 69.37
„[Shābāṣ:] Ich habe Aḥmad ibn Ḥanbal achtzig Peitschenhiebe versetzt. Hätte ich einen Elefanten so hart geschlagen, hätte ich ihn zu Boden gestreckt.“ 396 69.38
[Shābāṣ:] I struck Aḥmad ibn Ḥanbal eighty lashes. If I’d hit an elephant that hard I would’ve knocked it down.396 69.38
[Al-Rāshidī:] Einer meiner Gefährten berichtete: „Als die Peitschenhiebe auf Abū ʿAbd Allāh niederprasselten, sagte er: ‚Zu Dir, Herrscher der Himmel und der Erde, rufe ich um Hilfe!‘“ 69.39
[Al-Rāshidī:] One of my associates reported: “When the whips began to tear into Abū ʿAbd Allāh, he said, ‘To You, Sovereign of the heavens and the earth, I cry for help!’” 69.39
[ʿAbd Allāh:] Ich hörte meinen Vater oft sagen: „Gott erbarme sich Abū l-Haytham! Gott vergebe Abū l-Haytham! Gott verzeihe Abū l-Haytham!“ 69.40
[ʿAbd Allāh:] I often heard my father say, “God have mercy on Abū l-Haytham! God pardon Abū l-Haytham! God forgive Abū l-Haytham!” 69.40
„Papa“, fragte ich schließlich, „wer ist Abū l-Haytham?“ „Weißt du es nicht?“ „Nein.“ „Es ist Abū l-Haytham al-Ḥaddād. An dem Tag, als sie mich nahmen und meine Arme ausstreckten, um mich auszupeitschen, spürte ich, wie jemand von hinten an meiner Kleidung zog.
“Dad,” I finally asked, “who is Abū l-Haytham?” “Don’t you know?” “No.” “It’s Abū l-Haytham al-Ḥaddād. The day they took me and stretched my arms out for the flogging, I felt someone pulling at my clothes from behind.
„Erkennst du mich?“, fragte er.
“‘Do you recognize me?’ he asked.
„‚Nein.‘ ‚Ich bin Abū l-Haytham, und ich bin ein Räuber, ein Beutelschneider und ein Dieb. Zu der einen oder anderen Zeit wurde mir achtzehntausend Peitschenhiebe verabreicht – alles aktenkundig beim Befehlshaber der Gläubigen –, um Satans und der Dinge dieser Welt willen. Also halte durch und nimm deine Züchtigung um Gottes und des Islams willen hin.‘ Sie schlugen mich achtzehn Mal anstelle seiner achtzehntausend. Dann kam der Diener heraus und sagte: ‚Der Befehlshaber der Gläubigen hat ihm verziehen!‘“ [Der Autor:] In seiner Geschichte berichtet Ibrāhīm ibn Muḥammad ibn ʿArafah, dass Aḥmad sechsunddreißig Peitschenhiebe erhielt.397
“‘No.’ “‘I’m Abū l-Haytham, and I’m a bandit, a cutpurse, and a thief. At one time or another, I’ve been struck eighteen thousand lashes—all on record with the Commander of the Faithful—for the sake of Satan and the things of this world. So bear up and take your beating for God and Islam.’ “They struck me eighteen lashes instead of his eighteen thousand. Then the attendant came out and said, ‘The Commander of the Faithful has pardoned him!’” [The author:] In his History, Ibrāhīm ibn Muḥammad ibn ʿArafah reports that Aḥmad was struck thirty-six lashes.397
[Yaḥyā ibn Nuʿaym:] Als Aḥmad ibn Ḥanbal zu al-Muʿtaṣim hinausgeführt wurde, um ausgepeitscht zu werden, sagte der Offizier, der ihn begleitete: „Verfluche doch ruhig den, der dir das angetan hat!“ 69.41
[Yaḥyā ibn Nuʿaym:] As Aḥmad ibn Ḥanbal was being taken out to al-Muʿtaṣim to be flogged, the officer escorting him said, “Go ahead and curse whoever did this to you!” 69.41
„Den Unterdrücker zu verfluchen“, sagte Aḥmad, „zeugt von mangelnder Standhaftigkeit.“ [Al-Baghawī:] Ich sah Aḥmad ibn Ḥanbal in die Moschee al-Manṣūrs gehen, er trug einen grünen Überwurf, hatte seine Sandalen in der Hand und war barhäuptig. Auf mich wirkte er wie ein großer, dunkelhäutiger alter Mann mit weißem Bart. Auf der Galerie des Minaretts saßen Angehörige des Gefolges des Kalifen. Als sie ihn sahen, kamen sie herunter, um ihm ihre Ehrerbietung zu erweisen. Sie küssten seinen Kopf und seine Hände und sagten: „Verfluche den, der dir Unrecht getan hat.“ 69.42
“Cursing your oppressor,” said Aḥmad, “shows a lack of fortitude.” [Al-Baghawī:] I saw Aḥmad ibn Ḥanbal going into the mosque of al-Manṣūr wearing a green over-garment, his sandals in his hand, bare-headed. To me he looked to be a tall, dark-skinned, white-bearded old man. Sitting in the gallery of the minaret were members of the caliph’s entourage. When they saw him, they came down to pay their respects. Kissing his head and hands, they said, “Curse the one who mistreated you.” 69.42
„Jemanden, der dich unterdrückt, zu verfluchen“, sagte Aḥmad, „zeugt von einem Mangel an Standhaftigkeit.“398
“Cursing your oppressor,” said Aḥmad, “shows a lack of fortitude.”398
[Aḥmad:] Als man mich in den Palast brachte, ging ich zwei Tage lang ohne Essen.
[Aḥmad:] When they took me to the palace I went without food for two days.
Nachdem sie mich ausgepeitscht hatten, brachten sie mir etwas Gerstenwasser, aber ich trank nichts davon, um mein Fasten nicht zu brechen. 69.43
After they flogged me they brought me some barley water, but I didn’t have any so as not to break my fast. 69.43
[Al-Makhzūmī:] Ich war in Mekka und ging mit Saʿīd ibn Manṣūr um die Kaʿba herum, als ich hinter mir eine Stimme hörte, die sagte: „Heute ist die Auspeitschung von Aḥmad ibn Ḥanbal.“ 69.44
[Al-Makhzūmī:] I was in Mecca walking around the Kaʿbah with Saʿīd ibn Manṣūr when I heard a voice behind me say: “Today is the flogging of Aḥmad ibn Ḥanbal.” 69.44
Später erfuhr ich, dass er an diesem Tag ausgepeitscht worden war.
Later I found out that he had been flogged that day.
In einer anderen Überlieferung:
In another telling:
Saʿīd ibn Manṣūr fragte mich: „Hast du gehört, was ich gehört habe?“ Ich sagte ihm, dass ich es gehört hatte.
Saʿīd ibn Manṣūr asked me, “Did you hear what I heard?” I told him I had.
„Denk daran, welcher Tag heute ist“, sagte er.
“Remember what day this is,” he said.
Später erfuhren wir, dass er an diesem Tag ausgepeitscht worden war.
Later we found out that he had been flogged that day.
[Al-Ṭaḥḥān:] Am Tag, an dem Aḥmad ibn Ḥanbal ausgepeitscht wurde, war ich mit Abū ʿUbayd al-Qāsim ibn Sallām, Ibrahīm ibn Abī l-Layth und einigen anderen im Haus von ʿĀṣim ibn ʿAlī. 69.45
[Al-Ṭaḥḥān:] On the day Aḥmad ibn Ḥanbal was flogged, I was with Abū ʿUbayd al-Qāsim ibn Sallām, Ibrahīm ibn Abī l-Layth, and several others at the home of ʿĀṣim ibn ʿAlī. 69.45
„Will jemand mit mir kommen und mit diesem Mann sprechen?“, fragte ʿĀṣim.399 Er wiederholte die Frage mehrmals, aber niemand antwortete, bis schließlich Ibrāhīm sagte: „Ich komme mit.“ ʿĀṣim rief dem Diener-Jungen zu, ihm seine Stiefel zu bringen. Doch dann sagte Ibrāhīm: „Lass mich zuerst gehen und meine Töchter sehen. Ich habe sie schon eine Weile nicht gesehen, und ich habe ein paar Dinge, die ich ihnen sagen möchte.“ Er ging, und wir vermuteten, dass er gegangen war, um sich zu parfümieren und sein Totengewand anzulegen.
“Will anyone come with me and talk to that man?” asked ʿĀṣim.399 He repeated the question several times but no one answered, until finally Ibrāhīm said, “I’ll come.” ʿĀṣim shouted to the servant boy to bring his boots. But then Ibrāhīm said, “Let me go and see my daughters first. I haven’t seen them in a while and I have some things to tell them.” He left, and we suspected that he had gone to perfume himself and put on his shroud.
Als er zurückkehrte, ließ ʿĀṣim erneut nach seinen Stiefeln rufen.
When he returned, ʿĀṣim again called for his boots.
„Ich bin gegangen, um meine Töchter zu besuchen“, sagte Ibrāhīm, „und sie weinten.“ Dann kam ein Brief von den beiden Töchtern ʿĀṣims in Wāsiṭ. Darin stand: „Vater, wir haben gehört, dass dieser Mann Aḥmad ibn Ḥanbal genommen und ihn ausgepeitscht hat, damit er sagt, der Qur’ān sei erschaffen. Wenn er dich auffordert, dasselbe zu tun, dann fürchte Gott und weigere dich. Bei Gott, wir würden lieber hören, dass du gestorben bist, als dass du nachgegeben hast.“ [Al-Ḥarrānī:] Während Aḥmad ausgepeitscht wurde, warteten Abū ʿUbayd al-Qāsim ibn Sallām und ich am Tor al-Muʿtaṣims. Abū ʿUbayd begann zu sagen: „Werden wir zulassen, dass sie dem Besten unter uns das antun? Das ist unerträglich!“ 69.46
“I went to see my daughters,” said Ibrāhīm, “and they wept.” Then a letter came from ʿĀṣim’s two daughters in Wāsiṭ. It read, “Father, we’ve heard that that man has taken Aḥmad ibn Ḥanbal and flogged him to make him say that the Qurʾan is created. If he asks you to do the same thing, be fearful of God and refuse. By God, we’d rather hear that you’d died than that you gave in.” [Al-Ḥarrānī:] While Aḥmad was being flogged, Abū ʿUbayd al-Qāsim ibn Sallām and I were waiting at al-Muʿtaṣim’s gate. Abū ʿUbayd started saying, “Are we going to let them do this to the best of us? It’s unbearable!” 69.46
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I said:
Sie hatten kein Recht, ihn so auszupeitschen.
They had no right to flog him so.
Doch mögen sie zuschlagen, denn fest stand er.
But let them strike, for firm he stood.
Und selbst als sie ihn flach ausstreckten.
And even as they stretched him flat.
Wie Hochlandgrund, sagte er, inspiriert.
As highland earth, he said, inspired.
„Ich mag sterben, aber du, nicht ich, wirst brennen.
“I may die, but you, not I, will burn.
„…mit den Lügnern in den Gruben der Hölle!“
With the liars in the pits of Hell!”.
[Abū Ḥātim:] Am Tag, an dem man Aḥmad auspeitschte, beschloss ich, selbst hinzugehen und mit eigenen Augen zu sehen, was mit ihm geschehen war. Ich kam früh an und fand dort einen alten Mann stehen, der sagte: „Gott, gib ihm Kraft! Gott, hilf ihm!“ Er fuhr fort, als wäre er in einem furchtbaren Zwiespalt gefangen: „Ich muss wissen, ob er nachgegeben hat, denn dann muss ich an seiner Stelle gehen.“ 69.47
[Abū Ḥātim:] The day they flogged Aḥmad, I decided to go and see for myself what had happened to him. I arrived early and found an old man standing there saying, “God, give him strength! God, help him!” He continued, speaking as if caught in some terrible dilemma, “I need to know if he’s given in and I have to go take his place.” 69.47
Da kam jemand heraus und sagte: „Er hat nicht nachgegeben.“ „Gott sei Dank!“, sagte der alte Mann.
Then someone came out, saying, “He didn’t give in.” “Thank God!” said the old man.
Ich habe jemanden gefragt, wer der alte Mann war.
I asked someone who the old man was.
„Bishr ibn al-Ḥārith“, wurde mir gesagt.400
“Bishr ibn al-Ḥārith,” I was told.400
[Der Autor:] Wir sind uns anderer Berichte über die Auspeitschung bewusst, bezweifeln jedoch deren Richtigkeit und haben sie daher weggelassen.401 69.48
[The author:] We are aware of other accounts of the flogging, but we doubt their accuracy and have therefore omitted them.401 69.48
Mehr darüber, was er durch seine Standhaftigkeit während seiner Prüfung erreichte
More On What He Achieved By Remaining Steadfast Throughout His Ordeal
Der Prophet ﷺ sagte: „Es wird eine Zeit kommen, in der derjenige, der standhaft für seinen Glauben leidet, fünfzigmal mehr belohnt wird als ihr.“ 69.49
The Prophet, God bless and keep him, said: “There will come a time when anyone who suffers bravely for his faith will be rewarded fifty times more than you.” 69.49
„Mehr als wir?“, fragten seine Gefährten.
“More than us?” asked his Companions.
„Ja", sagte er und wiederholte es dreimal.
“Yes,” he said, repeating it three times.
[Al-Shāfiʿī:] „Die drei schwersten Dinge sind diese: großzügig zu sein, wenn man wenig hat, gewissenhaft zu sein, wenn man allein ist, und die Wahrheit vor den Mächtigen zu sagen.“ 69.50
[Al-Shāfiʿī:] “The hardest three things are these: being generous when you have little, being scrupulous when you’re alone, and speaking truth to power.” 69.50
[Abū Zurʿah:] Ich hörte stets, wie die Leute in höchsten Tönen von Ibn Ḥanbal sprachen und ihn über Yaḥyā ibn Maʿīn und Abū Khaythamah stellten, doch nie so sehr wie nach seiner Prüfung. Nachdem er geprüft worden war, kannte sein Ansehen keine Grenzen. 69.51
[Abū Zurʿah:] I always used to hear people speaking highly of Ibn Ḥanbal and giving him precedence over Yaḥyā ibn Maʿīn and Abū Khaythamah, though never as much as after he was tried. After he was tried, his reputation knew no bounds. 69.51
[Ibn Abī ʿAbd al-Raḥmān:] Ich hörte Aḥmad ibn Yūnus das Hadith rezitieren: „Im Paradies gibt es Paläste, die nur Propheten, Wahrhaftigen und jenen offenstehen, denen Macht über ihre eigene Seele gegeben wurde.“ 69.52
[Ibn Abī ʿAbd al-Raḥmān:] I heard Aḥmad ibn Yūnus recite the Hadith: “In the Garden are palaces open only to prophets, truth-tellers, or those given power over their own souls.” 69.52
„Wer sind ‚diejenigen, die Macht über ihre eigene Seele haben‘?“, fragte jemand. „Aḥmad ibn Ḥanbal zum Beispiel“, antwortete er.
Someone asked, “Who are ‘those given power over their own souls’?” “Aḥmad ibn Ḥanbal, for example,” he replied.
Dieses Ḥadīth wird auf Kaʿb al-Aḥbār zurückgeführt, wie folgt:
[The author:] This Hadith is traced back to Kaʿb al-Aḥbār, as follows:
Wir führen an: Muḥammad ibn ʿAbd al-Bāqī ibn Aḥmad ibn Sulaymān überliefert von Ḥamd ibn Aḥmad, dieser überliefert von Aḥmad ibn ʿAbd Allāh al-Iṣfahānī, der gehört hat, wie ʿAbd Allāh ibn Muḥammad berichtete, dass er gehört hat, wie ʿAbd al-Raḥmān ibn Muḥammad ibn Salm berichtete, dass er gehört hat, wie Hannād ibn al-Sarī berichtete, dass er gehört hat, wie Muḥammad ibn ʿUbayd überlieferte, unter Berufung auf Salamah ibn Nubayṭ, unter Berufung auf ʿAbd Allāh ibn Abī l-Jaʿd, unter Berufung auf Kaʿb al-Aḥbār, berichten:
Weiteres darüber, wie er den Palast von al-Muʿtaṣim verließ
More On How He Left The Palace Of Al-muʿtaṣim
[Ibn al-Ḥārith:] Abū Muḥammad al-Ṭufāwī bat Aḥmad ibn Ḥanbal, ihm zu erzählen, was man ihm angetan hatte. 69.56
[Ibn al-Ḥārith:] Abū Muḥammad al-Ṭufāwī asked Aḥmad ibn Ḥanbal to tell him what they had done to him. 69.56
„Nachdem sie mich ausgepeitscht hatten“, sagte Aḥmad, „kam jener mit dem langen Bart – gemeint war ʿUjayf – auf mich zu und stieß mir den Griff seines Schwertes in die Seite. Ich erinnere mich, dass ich dachte, es sei nun endlich vorbei. Soll er mir die Kehle durchschneiden, damit ich Ruhe finde!“ „Ibn Samāʿah sagte zum Kalifen: ‚Beherrscher der Gläubigen! Lass ihn enthaupten, und sein Blut komme auf meine Hände.‘“ „Doch dann sagte Ibn Abī Dūʾād: ‚Beherrscher der Gläubigen: Besser nicht! Wenn du ihn hier tötest oder er im Palast stirbt, wird man sagen, er habe bis zuletzt standgehalten. Man wird ihn zum Helden machen, und sie werden glauben, im Recht gewesen zu sein. Nein: Lass ihn sofort gehen. Stirbt er draußen, wird niemand wissen, was geschehen ist. Manche werden sagen, er habe Widerstand geleistet‘“404
“After they had flogged me,” said Aḥmad, “that one with the long beard”— meaning ʿUjayf—“came up and jabbed me with the hilt of his sword. I remember thinking it was finally over. Let him cut my throat so I can rest! “Ibn Samāʿah said to the caliph, ‘Commander of the Faithful! Behead him and let his blood be on my hands.’ “But then Ibn Abī Dūʾād said, ‘Commander of the Faithful: better not to! If you kill him here or let him die inside the palace, they’ll say he held out till the end. They’ll make a hero of him and they’ll think they’ve been proven right. No: let him go right away. If he dies outside they won’t know what happened. Some will say he resisted404
„Aber niemand wird es mit Sicherheit wissen.“405
but no one will know for sure.’”405
[Abū Zurʿah:] Al-Muʿtaṣim ließ den Onkel von Aḥmad ibn Ḥanbal rufen und fragte die Leute: „Wisst ihr, wer dies ist?“ 69.57
[Abū Zurʿah:] Al-Muʿtaṣim summoned Aḥmad ibn Ḥanbal’s uncle and asked the people, “Do you know who this is?” 69.57
„Ja“, sagten sie. „Es ist Aḥmad ibn Ḥanbal.“ „Schau ihn dir an. Siehst du, dass er unversehrt ist?“ „Ja.“ Hätte er das nicht getan, so vermute ich, wäre ein unaufhaltsamer Gewaltausbruch erfolgt.406 Als er sagte: „Ich übergebe ihn euch unversehrt“, beruhigten sich die Leute.
“Yes,” they said. “It’s Aḥmad ibn Ḥanbal.” “Look at him. Do you see that he’s unharmed?” “Yes.” If he hadn’t done that, I suspect that an unstoppable outburst of violence would have ensued.406 When he said, “I give him to you unharmed,” the people were mollified.