Seine Abneigung gegen das Verfassen von Büchern, die Meinungen enthalten, die durch die Ausübung eigenständigen Urteilens (Ijtihad) gewonnen wurden, auf Kosten der überlieferten Kenntnis
His Aversion To Writing Books Containing Opinions Reached Through The Exercise Of Independent Judgment At The Expense Of Transmitted Knowledge
Aḥmad ibn Ḥanbal – möge Gott mit ihm zufrieden sein – verurteilte das Verfassen von Büchern, die übermäßig viele rechtliche Schlussfolgerungen und Meinungen enthielten, die durch eigenständiges Urteilen gewonnen wurden. Was er hochschätzte, war das feste Festhalten an überlieferten Berichten. 28.1
Aḥmad ibn Ḥanbal—may God be pleased with him—deplored the writing of books that drew excessive legal implications and opinions reached through the exercise of independent judgment. What he cherished was firm adherence to transmitted reports. 28.1
[ʿUthmān ibn Saʿīd:] Ibn Ḥanbal sagte einmal zu mir: „Schau nicht in die Bücher von ʿUbayd oder in das, was Isḥāq, Sufyān, al-Shāfiʿī und Mālik niedergeschrieben haben. Kehr zur Quelle zurück!“ 28.2
[ʿUthmān ibn Saʿīd:] Ibn Ḥanbal once said to me, “Don’t look at ʿUbayd’s books, or whatever Isḥāq, Sufyān, al-Shāfiʿī, and Mālik have written. Go back to the source!” 28.2
[Ibrāhīm ibn Abī Ṭālib:] Ich hörte, wie Salamah ibn Shabīb zu Aḥmad ibn Ḥanbal sagte, die Hadithgelehrten hätten das Buch von al-Shāfiʿī abgeschrieben. 28.3
[Ibrāhīm ibn Abī Ṭālib:] I heard Salamah ibn Shabīb tell Aḥmad ibn Ḥanbal that the Hadith scholars were copying the book of al-Shāfiʿī. 28.3
Er sagte: „Ich denke nicht, dass sie das tun sollten.“ [Ibn Hāniʾ:] Ich fragte Aḥmad ibn Ḥanbal nach dem, was Abū Thawr geschrieben hatte, und er sagte: „Das ist ein Werk, in dem er schlechte Neuerungen hervorbringt!“ 28.4
He said, “I don’t think they should.” [Ibn Hāniʾ:] I asked Aḥmad ibn Ḥanbal about what Abū Thawr had written, and he said: “It’s a work where he comes up with bad novelties!” 28.4
Er billigte das Schreiben von Büchern nicht. „Halte dich an die Hadithe!“, sagte er.
He didn’t approve of writing books. “Stick to Hadith!” he said.
[Al-Khāqānī:] Mein Onkel ʿAbd al-Raḥmān ibn Yaḥyā ibn Khāqān berichtete mir, dass er von Aḥmad ibn Ḥanbal gehört habe, wie dieser den Leuten riet, Mālik's „Der wohlbetretene Pfad" abzuschreiben, und sagte, es sei erlaubt, darin nachzuschlagen (oder mit sinngemäß ähnlichen Worten), aber nicht, das „Kompendium" von Sufyān zu lesen.170 Mein Onkel erzählte mir, dass er Aḥmad fragte, welches der beiden er lieber mmöge. 28.5
[Al-Khāqānī:] My uncle ʿAbd al-Raḥmān ibn Yaḥyā ibn Khāqān reported to me that he heard it said of Aḥmad ibn Ḥanbal that he was telling people to copy The Well- Trodden Path by Mālik and saying that it was acceptable to consult it (or words to that effect), but not to read the Compendium of Sufyān.170 My uncle told me that he asked Aḥmad which of the two he liked more. 28.5
„Keines von beidem“, antwortete er. „Halte dich an die Überlieferungen!“ Einer anderen Überlieferung zufolge fragte ein Mann Aḥmad, ob er Bücher abschreiben solle, die Meinungen enthalten, die durch eigenständiges Urteilen (ijtihād) gewonnen wurden.
“Neither one,” he answered. “Stick to reports!” According to another story, a man asked Aḥmad whether he should copy books containing opinions arrived at through the exercise of independent judgment.
„Nein“, antwortete er.
“No,” he answered.
„Aber Ibn al-Mubārak hat sie abgeschrieben.“ „Ibn al-Mubārak ist nicht vom Himmel gefallen“, sagte Aḥmad. „Von dort beziehen wir unser Wissen.“
“But Ibn al-Mubārak copied them.” “Ibn al-Mubārak didn’t fall from heaven,” said Aḥmad. “That’s where we get our learning from.”