Seine Weigerung, selbst in Not Hilfe anzunehmen
His Refusal To Accept Help Even In Distress
[Isḥāq ibn Rāhawayh:] Als Aḥmad ibn Ḥanbal die Reise unternahm, um bei ʿAbd al-Razzāq zu studieren, ging ihm das Geld aus, sodass er sich für die Dauer der Reise nach Sanaa bei einem Kameltreiber verdingte. Seine Gefährten hatten ihm Hilfe angeboten, doch er lehnte es ab, von irgendjemandem etwas anzunehmen. 41.1
[Isḥāq ibn Rāhawayh:] When Aḥmad ibn Ḥanbal made the journey to study with ʿAbd al-Razzāq, he ran out of money, so he hired himself out to a camel driver for the duration of the journey to Sanaa. His companions had offered help, but he refused to accept anything from anyone. 41.1
[ʿAbd ibn Ḥumayd:] ʿAbd al-Razzāq berichtete uns: „Aḥmad ibn Ḥanbal kam hierher und blieb fast zwei Jahre lang. Einmal sagte ich zu ihm: ‚Aḥmad, du hast in dieser Gegend keine Möglichkeit, Geld zu verdienen, also nimm dies‘“ – dabei streckte ʿAbd al-Razzāq eine Handvoll Dinare aus, um zu zeigen, was er meinte – „‚und gib es für dich selbst aus!‘ Aber Aḥmad sagte: ‚Mir geht es gut‘, und er weigerte sich, etwas von mir anzunehmen.“ 41.2
[ʿAbd ibn Ḥumayd:] ʿAbd al-Razzāq told us: “Aḥmad ibn Ḥanbal came and stayed here for almost two years. At one point I said to him, ‘Aḥmad, there’s no way for you to make any money in this part of the world, so take this’”—and here ʿAbd al-Razzāq put out a handful of dinars to show us what he meant—“‘and spend it on yourself!’ But Aḥmad said, ‘I’m fine,’ and refused to accept anything from me.” 41.2
[Al-Wāsiṭī:] Ich habe gehört, dass Aḥmad ibn Ḥanbal, als er Jemen verließ, seine Sandalen bei einem Bäcker gegen etwas Essen verpfändete. Außerdem verdingte er sich bei einigen Kameltreibern, als er aufbrach. ʿAbd al-Razzāq bot ihm einige durchaus gute Dirham an,212 doch er nahm sie nicht. 41.3
[Al-Wāsiṭī:] I heard that Aḥmad ibn Ḥanbal, as he was leaving Yemen, pawned his sandals to a baker in exchange for some food. He also hired himself out to some camel drivers when he left. ʿAbd al-Razzāq offered him some perfectly good dirhams,212 but he wouldn’t take them. 41.3
[Al-Ramādī:] Einmal, im Dorf, in dem ʿAbd al-Razzāq lebte, erwähnten wir Ibn Ḥanbal, und Baḥr, der Gemüsehändler, sagte: „Was ist eigentlich aus ihm geworden?“ 41.4
[Al-Ramādī:] Once, in the village where ʿAbd al-Razzāq lived, we mentioned Ibn Ḥanbal, and Baḥr the greengrocer said, “Whatever happened to him?” 41.4
„Woher kennst du Aḥmad?“, fragte ich ihn.
“How do you know who Aḥmad is?” I asked him.
„Er hat hier eine Zeit lang gewohnt“, sagte der Lebensmittelhändler. „Als seine Freunde weggingen, blieb er zurück. Er kam zu mir und sagte: ‚Baḥr, ich schulde dir einen Dirham, also nimm diese Sandalen. Ich werde versuchen, dir das Geld aus Sanaa zu schicken, aber falls mir das nicht gelingt, sind Sandalen einen Dirham wert.213
“He was living here for a while,” said the grocer. “When his friends left, he stayed behind. He came to me and said, ‘Baḥr, I owe you a dirham, so take these sandals. I’ll try to send you the money from Sanaa, but if I can’t, sandals are worth a dirham.213
„Einverstanden?“ „Ich sagte ja, und er ging.“ Später erzählte ich es ʿAbd al-Razzāqs Neffen Hammām, und er sagte: „Warum um alles in der Welt hast du ihm erlaubt, dir die Sandalen zu geben?“ [Al-Ramādī:] Ich hörte einmal ʿAbd al-Razzāq, Tränen in den Augen, über Aḥmad ibn Ḥanbal sagen: „Eines Tages kam er zu mir und sagte, dass sein Geld aufgebraucht sei. Ich fand zehn Dinare, nahm ihn beiseite – hinter verschlossenen Türen, ohne dass sonst jemand da war – und sagte: ‚Ich horte kein Geld, aber ich habe diese zehn Dinare im Frauenbereich gefunden. Nimm sie und halte sie so lange, bis ich etwas Besseres finden kann.‘ Er lächelte und sagte: ‚Abū Bakr, wenn ich von irgendjemandem Hilfe annehmen würde, dann von dir.‘ Doch er nahm sie nicht.“ 41.5
Agreed?’ “I said yes and he left. Later I told ʿAbd al-Razzāq’s nephew Hammām and he said, ‘Why on earth did you let him give you the sandals?’” [Al-Ramādī:] I once heard ʿAbd al-Razzāq, tears in his eyes, say of Aḥmad ibn Ḥanbal: “He came to me one day and said that his money had run out. I found ten dinars and took him aside—behind closed doors, with no one else there—and said, ‘I don’t save money, but I did find these ten dinars in the women’s quarters, so take them and make them last until I can find something more.’ He smiled and said, ‘Abū Bakr, if I were going to accept help from anyone, it would be you.’ But he wouldn’t take it.” 41.5
[Der Autor:] Die beiden Fassungen des Berichts sind weitgehend identisch.
[The author:] The two versions of the report are largely the same.
[ʿAbd Allāh:] Mein Vater erzählte mir: „Yazīd ibn Hārūn bot mir einmal fünfhundert Dirham an – mehr oder weniger –, aber ich nahm es nicht an. Er bot auch Yaḥyā ibn Maʿīn und Abū Muslim al-Mustamlī Geld an, und sie nahmen es.“ 41.6
[ʿAbd Allāh:] My father told me, “Yazīd ibn Hārūn once offered me five hundred dirhams—more or less—but I didn’t take it. He also offered money to Yaḥyā ibn Maʿīn and Abū Muslim al-Mustamlī, and they did.” 41.6
[Al-Wāsiṭī:] Aḥmad ibn Ḥanbal und einige andere kamen, um bei mir zu studieren, doch ihr Geld ging zur Neige. Ich bot ihnen Geld an, und sie nahmen es an, außer Aḥmad, der mit einem Pelz zu mir kam und sagte: „Bitte jemanden, dieses für mich zu verkaufen. Das wird mir genug zum Leben geben.“ 41.7
[Al-Wāsiṭī:] Aḥmad ibn Ḥanbal and several others came to study with me, but their money ran out. I offered them money and they took it, except for Aḥmad, who came to me with a fur and said, “Ask someone to sell this for me. That will give me enough to live on.” 41.7
Ich band einige Dirham zusammen und bot sie ihm an, doch er weigerte sich, irgendetwas anzunehmen. Meine Frau sagte: „Er ist ein rechtschaffener Mann. Vielleicht war es nicht genug. Gib ihm das Doppelte.“ Also verdoppelte ich den Betrag, aber er nahm es trotzdem nicht an. Schließlich nahm er seinen Pelz und ging.
I bundled up some dirhams and offered them to him, but he refused to take anything. My wife said, “He’s a righteous man. Maybe it wasn’t enough. Give him twice that.” So I doubled the amount but he still wouldn’t take it. Finally he took his fur and left.
[Ibrāhīm ibn Ḥassān:] Ich hörte diese Geschichte von einem Mann, der Aḥmad ibn Ḥanbal in Wāsiṭ gekannt hatte, wo sie beide Schüler an der Tür von Yazīd ibn Hārūn waren. Aḥmad kam zu ihm mit einem Mantel, den er verkaufen wollte, obwohl es die kälteste Zeit des Jahres war.
[Ibrāhīm ibn Ḥassān:] I heard this story from a man who had known Aḥmad ibn Ḥanbal in Wāsiṭ, where they were students at the door of Yazīd ibn Hārūn. Aḥmad came to him with a cloak he wanted to sell even though it was the coldest time of year.
„Es hat eine Weile gedauert, aber ich konnte ihn davon abbringen, ihn zu verkaufen. Dann ging ich zu Yazīd und sagte: ‚Aḥmad ibn Ḥanbal hat mich gerade gebeten, seinen Umhang zu verkaufen – bei diesem Wetter!‘ 41.8
“It took a while, but I persuaded him not to sell it. Then I went to Yazīd and said, ‘Aḥmad ibn Ḥanbal just asked me to sell off his cloak—in this weather!’ 41.8
„Yazīd befahl seinem Diener, hundert Dirham abzuwiegen und hereinzubringen. Dann gab er mir das Geld und trug mir auf, es Aḥmad zu überbringen. Also brachte ich ihm das Geld und sagte: ‚Das ist für dich, von Yazīd.‘ „‚Ich brauche es tatsächlich‘, sagte er, ‚und ich bin auf einer Reise. Aber ich möchte mich nicht daran gewöhnen, Hilfe anzunehmen. Nimm es zurück!‘ „Also nahm ich es zurück. Dann gab er mir seinen Umhang, und ich verkaufte ihn.“ [Ṣāliḥ:] Eines Tages kam Ḥusn214 zu mir und sagte: „Ein Mann kam gerade und ließ einen Korb mit getrockneten Früchten und einen Zettel zurück.“ 41.9
“Yazīd told his servant to weigh out a hundred dirhams and bring them in. Then he gave the money to me and told me to pass it on Aḥmad. So I brought him the money and said, ‘This is for you, from Yazīd.’ “‘I do need it,’ he said, ‘and I am on a journey. But I don’t want to get used to accepting help. Take it back!’ “So I took it back. Then he gave me his cloak and I sold it.” [Ṣāliḥ:] One day Ḥusn214 came to me and said, “A man just came and left a basket of dried fruit and a note.” 41.9
Ich habe die Notiz gelesen, in der stand:
I read the note, which said:
Aḥmad, ich habe in Samarqand Waren für dich verkauft, im Wert von soundso viel, und einen Gewinn von soundso viel erzielt. Hiermit sende ich dir viertausend Dirham, dazu einige Früchte aus meinem Obstgarten, der schon meinem Vater und meinem Großvater gehörte.
Aḥmad, I sold some merchandise in Samarqand worth such-and-such on your behalf and made a profit of such-and-such. Herewith are four thousand dirhams, which I’m sending to you along with some fruit I picked from my orchard, which belonged to my father and grandfather before me.
Als er nach Hause kam, versammelte ich die Jungen und ging hinein, um ihn zu sehen. „Vater“, sagte ich, „tut es dir nicht weh, mich von Almosen leben zu sehen?“ Ich stellte die Kinder vor ihn und weinte.
When he came home, I gathered the boys and went in to see him. “Dad,” I said, “doesn’t it hurt you to see me live on charity?” Putting the children in front of him, I wept.
„Wie hast du das herausgefunden?“, fragte er. Dann sagte er: „Lass es vorerst gut sein. Heute Nacht werde ich Gott fragen, was zu tun ist.“ Am nächsten Tag sagte er: „Ṣāliḥ, erzähl niemandem davon. Ich habe Gott gefragt, und Er hat mir gesagt, dass ich nicht annehmen soll.“ Er öffnete den Korb und gab die Früchte den Kindern. Dann schickte er das Geld zurück, zusammen mit einem Gewand von zehn Ellen Länge, das er besaß. Später hörte ich, dass der Mann das Gewand beiseitelegte, um es als Leichentuch zu verwenden.
“How did you find out?” he asked. Then he said, “Leave it be for now. Tonight I’ll ask God what to do.” The next day, he said, “Ṣāliḥ, don’t tell anyone about this. I asked God and He told me not to accept.” He opened the basket and gave the fruit to the children. Then he sent the money back, along with a ten-cubit robe he had. Later I heard that the man set the robe aside to use as a shroud.
[ʿAlī ibn al-Jahm:] Ein Nachbar von uns zeigte uns einmal ein Schriftstück und fragte, ob wir die Handschrift erkennen würden. 41.10
[ʿAlī ibn al-Jahm:] A neighbor of ours once showed us a document and asked if we recognized the handwriting. 41.10
„Ja“, sagten wir, „es gehört Aḥmad ibn Ḥanbal. Aber warum hat er Ihnen das geschrieben?“ „Wir waren in Mekka bei Sufyān ibn ʿUyaynah zu Gast“, sagte der Nachbar. „Aḥmad verschwand für einige Tage, also machten wir uns auf die Suche nach ihm. Die Leute in dem Haus, in dem er wohnte, zeigten uns sein Zimmer. Wir fanden die Tür angelehnt und sahen, dass er dort war, aber in Lumpen gekleidet.
“Yes,” we said, “it’s Aḥmad ibn Ḥanbal’s. But why did he write this for you?” “We were staying with Sufyān ibn ʿUyaynah in Mecca,” said the neighbor. “Aḥmad disappeared for a few days so we went to look for him. The people at the house where he was staying pointed out his room. We found the door ajar and saw that he was there, but dressed in rags.
„‚Aḥmad‘, fragten wir, ‚was ist los? Wir haben dich seit Tagen nicht gesehen.‘ „‚Jemand hat meine Kleider gestohlen.‘ „‚Ich habe ein paar Dinare bei mir‘, sagte ich. ‚Nimm sie als Darlehen oder als Geschenk, ganz wie du willst.‘ „Er weigerte sich, das Geld anzunehmen, also fragte ich ihn, ob er gegen Bezahlung Überlieferungen abschreiben würde.
“‘Aḥmad,’ we asked, ‘what’s going on? We haven’t seen you in days.’ “‘Someone stole my clothes.’ “‘I have some dinars with me,’ I said. ‘Take it as a loan or a gift, whichever you prefer.’ “He refused to take the money, so I asked him if he would copy reports for a fee.
Er sagte, er werde es tun, also bot ich ihm einen Dinar an, doch er wollte ihn nicht annehmen.
He said he would, so I offered him a dinar, but he wouldn’t take it.
„‚Kauf mir ein Gewand‘, sagte er, ‚und schneide es in zwei Hälften‘, und deutete dabei an, dass er die eine Hälfte als Lendenschurz und die andere als Hemd tragen wolle. ‚Und bring mir das Wechselgeld‘, sagte er.
“‘Buy me a robe,’ he said, ‘and cut it in half,’ gesturing to show that he meant to wear half of it as a breechclout and the other half as a shirt. ‘And bring me the change,’ he said.
„Ich tat, wie er gebeten hatte. Dann brachte ich ihm etwas Papier, und er schrieb mir einige Texte ab; hier sind sie in seiner Handschrift.“ [Aḥmad ibn Muḥammad ibn Shāhīn:] Ich hörte Aḥmad ibn Muḥammad ibn Ḥammād al-Muqriʾ sagen, dass ʿAlī ibn al-Jahm einmal einen seiner Nachbarn sah, der ein Schriftstück in Aḥmads Handschrift bei sich trug. Er fragte ihn, wo er Aḥmad ibn Ḥanbals Heft gefunden habe. 41.11
“I did as he asked. Then I brought him some paper and he copied some texts for me, and here they are in his writing.” [Aḥmad ibn Muḥammad ibn Shāhīn:] I heard Aḥmad ibn Muḥammad ibn Ḥammād al-Muqriʾ say that ʿAlī ibn al-Jahm once saw one of his neighbors carrying a document in Aḥmad’s handwriting. He asked him where he had found Aḥmad ibn Ḥanbal’s notebook. 41.11
„Kennen Sie also seine Schriften?“, fragte der Mann.
“So you know his writing?” asked the man.
„Ja.“ „Nun, das ist nicht Aḥmads Heft“, sagte der Nachbar. „Es ist mein Heft, in seiner Handschrift.“ „Wie ist das passiert?“ „Eines Jahres“, sagte der Mann, „lernten wir bei Sufyān ibn ʿUyaynah. Wir waren in jenem Jahr die einzigen zwei aus unserem Viertel, die bei ihm lernten. Aḥmad verschwand für einige Tage, und ich ging los, um ihn zu suchen. Ich folgte den Wegbeschreibungen der Leute, bis ich an eine Art Höhle in Jiyād kam, deren Eingang von einem Gitter versperrt war.
“I do.” “Well, this isn’t Aḥmad’s notebook,” said the neighbor. “It’s my notebook in his writing.” “How did that happen?” “One year,” said the man, “we were studying with Sufyān ibn ʿUyaynah. We were the only two from our neighborhood studying with him that year. Aḥmad disappeared for a few days and I went to go look for him. I followed people’s directions until I ended up at a sort of cave in Jiyād with a lattice blocking the entrance.
„Friede sei mit dir!“, rief ich.
“‘Peace be upon you!’ I called out.
„‚Und du‘“, kam die Antwort.
“‘And you,’ came the reply.
„‚Darf ich eintreten?‘ – ‚Nein‘, antwortete er. Einen Augenblick später sagte er: ‚Jetzt darfst du.‘ – Ich trat ein und fand ihn in ein zerschlissenes Stück Filz gehüllt.
“‘May I come in?’ “‘No,’ he answered. A moment later he said, ‘Now you may.’ “I went in and found him wrapped in a ragged piece of felt.
„‚Warum hast du mich warten lassen?‘, fragte ich.
“‘Why did you keep me waiting?’ I asked.
„„Damit ich mich bedecken könnte.“ „‚Was ist dir widerfahren?‘“ „‚Jemand hat mir meine Kleidung gestohlen.‘“ Ich eilte nach Hause und brachte hundert Dirham zurück, eingewickelt in ein Stück Stoff. Ich bot sie ihm an, doch er weigerte sich, sie anzunehmen. Ich sagte ihm, er könne sie mir später zurückzahlen, aber auch das lehnte er ab. Ich versuchte, ihm weniger anzubieten, bis hinunter auf zwanzig, doch es half nichts.“
“‘So I could cover myself.’ “‘What happened to you?’ “‘Someone stole my clothes.’ “I rushed home and brought back a hundred dirhams wrapped in a piece of cloth. I offered it to him but he refused to take it. I told him he could pay me back, but he still refused. I tried offering him less, going all the way down to twenty, but it was no use.
„Schließlich wandte ich mich zum Gehen und sagte: ‚Es ist falsch von dir, dich umzubringen, wo ich doch hier bin und dir helfen will!‘ ‚Komm zurück‘, sagte er.
Finally I turned to go, saying, ‘It’s wrong for you to kill yourself when I’m here offering to help you!’ “‘Come back,’ he said.
„Ich kehrte um. Er sagte: ‚Hat Ibn ʿUyaynah nicht uns beiden sehr viele Hadithe überliefert?‘ – ‚Gewiss.‘ – ‚Wie wäre es, wenn ich sie dir abschreibe?‘ – ‚In Ordnung‘, sagte ich."
“I turned back. He said, ‘Didn’t Ibn ʿUyaynah teach both of us a lot of Hadith reports?’ “‘Of course.’ “‘What if I copy them out for you?’ “‘All right,’ I said.
„‚Kaufe etwas Papier‘, sagte er, ‚und bring es hierher.‘ Er schrieb so viele Dirham wert (der Mann nannte den Betrag). Er gab zwölf Dirham für zwei Gewänder aus und behielt den Rest für die Ausgaben.“ [Ismāʿīl ibn Abī l-Ḥārith:] Wir wohnten früher in der Nähe eines alten Mannes aus Marw. Eines Tages ging Aḥmad ibn Ḥanbal zu ihm hinein, kam dann wieder heraus und ging weg. 41.12
“‘Buy some paper,’ he said, ‘and bring it here.’ “He wrote so many dirhams’ worth (the man mentioned the amount). He spent twelve dirhams on two garments and kept the rest for expenses.” [Ismāʿīl ibn Abī l-Ḥārith:] We used to live near an elderly man from Marv. One day Aḥmad ibn Ḥanbal went in to see him and then came out again and left. 41.12
„Warum ist Aḥmad zu dir gekommen?", fragte ich ihn.
“Why did Aḥmad come to see you?” I asked him.
122
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„Er ist ein Freund“, antwortete der alte Mann. „Wir kennen uns schon seit langer Zeit.“ Er wich der Frage immer wieder aus, doch wir bedrängten ihn so lange, bis er nachgab.
“He’s a friend,” answered the old man. “We’ve known each other for a long time.” He kept on evading the question but we pestered him until he broke down.
„Er hatte zwei- oder dreihundert Dirham von mir geliehen“, sagte er, „und er kam hierher, um sie zurückzuzahlen. Ich sagte ihm, dass ich nie beabsichtigt hatte, dass er mir das zurückzahlt, aber er sagte, dass er nie beabsichtigt hatte, es nicht zurückzuzahlen.“ [Ṣāliḥ:] In den Tagen al-Wāthiqs, als wir in Verhältnissen lebten, die besser der Vorstellungskraft überlassen bleiben, ging ich in das Zimmer meines Vaters, während er beim Nachmittagsgebet war. Er hatte ein Stück Filz, auf dem er zu sitzen pflegte, so alt, dass es fast durchgescheuert war. Unter dem Filz bemerkte ich ein Stück Papier mit einer Schrift darauf. Es stand da: 41.13
“He had borrowed two or three hundred dirhams from me,” he said, “and he came here to repay it. I told him I never intended for him to pay me back, but he said that he never intended not to.” [Ṣāliḥ:] In the days of al-Wāthiq, when we were living in conditions best left to the imagination, I went into my father’s room while he was away at afternoon prayers. He had a piece of felt that he used to sit on, so old that it was almost worn through. Under the felt I noticed a piece of paper with writing on it. It said: 41.13
Aḥmad, uns ist bekannt geworden, dass du arm bist und Schulden hast. Wir haben So-and-So mit viertausend Dirham gesandt, um deine Schulden zu begleichen und für deine Familie zu sorgen. Dies ist weder Almosen noch Zakāt, sondern ein Erbe von meinem Vater.
Aḥmad, we have learned that you are poor and in debt. We have sent So-and-So with four thousand dirhams to pay off your debt and take care of your family. This is neither charity nor alms-tax: it is an inheritance from my father.
Ich las die Notiz und legte sie wieder zurück. Als mein Vater hereinkam, sagte ich: „Papa, was ist das für eine Notiz?“ Er errötete. „Ich hatte gehofft, du würdest sie nicht sehen.“ Dann sagte er: „Überbringe diese Antwort.“ Er schrieb:
I read the note and put it back. When my father came in I said, “Dad, what’s this note?” He blushed. “I was hoping you wouldn’t see it.” Then he said, “Deliver this reply.” He wrote:
Wir haben deinen Brief bei guter Gesundheit erhalten. Die Schuld besteht gegenüber einem Mann, der uns nicht drängen wird, und die Familie genießt die Gnade Gottes, Dank sei Ihm.
We have received your letter in good health. The debt is owed to a man who will not press us, and the family enjoys the bounty of God, thanks be to Him.
Ich brachte die Antwort zu dem Mann, der die ursprüngliche Nachricht überbracht hatte. „Wie schade!“, sagte er. „Selbst wenn Aḥmad das Geschenk angenommen und dann in den Tigris geworfen hätte, wäre es eine gute Tat gewesen: Dieser Mann tut nie etwas für irgendjemanden.“ Einige Zeit später erhielten wir einen weiteren Brief, der dasselbe besagte. Mein Vater antwortete darauf so, wie er auf den ersten geantwortet hatte.
I took this reply to the man who had delivered the original note. “What a shame!” he said. “Even if Aḥmad had accepted the gift and then thrown it into the Tigris, it would have been a good deed: this man never does anything for anybody.” Some time later, we received another letter saying the same thing. My father answered it as he had the first.
Etwa ein Jahr später kam das Thema wieder auf, und mein Vater sagte: „Siehst du? Hätten wir das Geld genommen, wäre es inzwischen weg.“ [Ibn Abī Ḥātim:] Ich hörte Aḥmads Sohn Ṣāliḥ dieselbe Geschichte berichten, nur ohne den Teil, in dem er sagt: „Selbst wenn Aḥmad das Geschenk angenommen und dann in den Tigris geworfen hätte.“ 41.14
About a year later the subject came up, and my father said, “See? If we’d taken the money, it’d be gone by now.” [Ibn Abī Ḥātim:] I heard Aḥmad’s son Ṣāliḥ report the very same story, except without the part where he says, “Even if Aḥmad had accepted the gift and then thrown it into the Tigris.” 41.14
[Der Autor:] Abū Bakr al-Khallāl erzählt die Geschichte ebenfalls und fügt hinzu, dass der mögliche Wohltäter al-Ḥasan ibn ʿĪsā ibn Māsarjis war, der Klient von Ibn al-Mubārak.
[The author:] Abū Bakr al-Khallāl also tells the story, adding that the would-be benefactor was al-Ḥasan ibn ʿĪsā ibn Māsarjis, the client of Ibn al-Mubārak.
[Al-Tirmidhī:] Ein Freund kam aus Chorasan und berichtete mir, dass er ein Geschäft getätigt habe mit der Absicht, den Gewinn Aḥmad ibn Ḥanbal zu geben, und dabei zehntausend Dirham verdient habe. Er bat mich, das Geld zu Aḥmad zu bringen. 41.15
[Al-Tirmidhī:] A friend arrived from Khurasan and told me that he had done some business with the intention of giving the profits to Aḥmad ibn Ḥanbal and made ten thousand dirhams on the deal. He asked me to take the money to Aḥmad. 41.15
„Lass mich zuerst nachsehen, wie er darüber denkt“, sagte ich.
“First let me go see how he feels about it,” I said.
Ich ging zu ihm, grüßte ihn und erwähnte den Namen des Mannes. Es stellte sich heraus, dass er ihn kannte.
I went to him, greeted him, and mentioned the man’s name. It turned out he knew of him.
„Er hat einen Gewinn von zehntausend Dirham gemacht“, sagte ich, „und er möchte ihn Ihnen geben.“ „Möge Gott ihm seine Mühe vergelten!“, sagte Aḥmad. „Aber wir haben alles, was wir brauchen.“ Er weigerte sich, das Geld anzunehmen, Gott möge sich seiner erbarmen.
“He’s made a profit of ten thousand dirhams,” I said, “and he wants to give it to you.” “May God reward him for his trouble!” said Aḥmad. “But we have all we need.” He refused to take the money, God have mercy on him.
[Der Autor:] Dieselbe Geschichte wird von Abū Bakr al-Khallāl überliefert, der sich auf al-Marrūdhī beruft. Der Mann wird als Muḥammad ibn Sulaymān al-Sarakhsī identifiziert. In dieser Version fügt der Überlieferer hinzu, dass der Mann es erneut versuchte, Aḥmad jedoch antwortete: „Lass mich in Würde leben.“ [Al-Barbarī:] Al-Ḥasan ibn ʿAbd al-ʿAzīz al-Jarawī erbte hunderttausend Dinare, die ihm aus Ägypten überbracht wurden. An Aḥmad ibn Ḥanbal sandte er drei Säcke, von denen jeder tausend Dinare enthielt. 41.16
[The author:] The same story is told by Abū Bakr al-Khallāl, who cites al- Marrūdhī. The man is identified as Muḥammad ibn Sulaymān al-Sarakhsī. In this version, the narrator adds that the man tried again but Aḥmad replied: “Let me live with some self-respect.” [Al-Barbarī:] Al-Ḥasan ibn ʿAbd al-ʿAzīz al-Jarawī inherited a hundred thousand dinars, which was delivered to him from Egypt. To Aḥmad ibn Ḥanbal he sent three sacks, each containing a thousand dinars. 41.16
„Es stammt aus einem rechtmäßigen Erbe“, sagte er. „Nimm es und unterstütze deine Familie.“ „Ich brauche es nicht“, antwortete er. „Ich habe genug.“ Er gab das Geld zurück und weigerte sich, auch nur etwas von dem Mann anzunehmen.
“It’s from a legitimate inheritance,” he said. “Take it and support your family.” “I don’t need it,” he replied. “I have enough.” He returned the money and refused to take anything from the man.
[Ṣāliḥ:] Ich war dabei, als Ibn al-Jarawī, der Bruder al-Ḥasans, nach dem Maghrib-Gebet zu meinem Vater kam. 41.17
[Ṣāliḥ:] I was there when Ibn al-Jarawī, the brother of al-Ḥasan, came to see my father after the sunset prayer. 41.17
„Jeder weiß, wer ich bin“, sagte al-Jarawī. „Ich bin heute hergekommen, weil ich dir etwas geben möchte. Es ist Geld, das ich geerbt habe, und ich möchte, dass du es annimmst.“ Er bestand so lange darauf, bis mein Vater schließlich aufstand und wieder ins Haus ging.
“Everybody knows who I am,” said al-Jarawī. “I’ve come here today because I want to give you something. It’s money I’ve inherited, and I’d like you to accept it.” He kept insisting until finally my father got up and went back inside.
Später erzählte mir al-Ḥasan, dass sein Bruder ihm sagte: „Ich sah, dass er sich umso weiter entfernte, je mehr ich drängte. Da dachte ich mir, ich sage ihm einfach, wie viel es ist. Ich sagte: ‚Aḥmad, wir reden von dreitausend Dinaren.‘ Da ging er hinaus.“ Abū Nuʿaym fügte hinzu, dass Ṣāliḥ sagte: „Eines Tages sagte mein Vater zu mir: ‚Wenn kein einziger Dirham im Haus ist, bin ich glücklich.‘“ [Al-Jarawī:] Ich ging zu Aḥmad ibn Ḥanbal und sagte: „Das sind tausend Dinare.
Later al-Ḥasan told me that his brother told him, “I saw that the more I insisted the more distant he got, so I figured I would tell him how much it was. I said, ‘Aḥmad, we’re talking about three thousand dinars.’ That’s when he walked out.” Abū Nuʿaym added that Ṣāliḥ said, “One day my father said to me, ‘When there’s not a single coin in the house, I’m happy.’” [Al-Jarawī:] I went to Aḥmad ibn Ḥanbal and said, “This is a thousand dinars.
„Nimm es und kaufe davon ein Grundstück, um die Kinder zu unterstützen.“ Doch er weigerte sich, es anzunehmen. 41.18
Take it and buy a property to support the children.” But he refused to take it. 41.18
Er hat mich früher immer willkommen geheißen, aber danach sagte er: „Wenn du etwas brauchst, wäre es mir lieber, du kämst nicht persönlich hierher. Wenn du mich um etwas fragen willst, schick mir eine Nachricht.“ So kam es, dass ich mich selbst um seine Gesellschaft gebracht habe.
He always used to welcome me, but after that, he said, “If you need something, I’d prefer you didn’t come here in person. If you want to ask me about something send a message.” So I ended up depriving myself of his company.
[Ismāʿīl ibn Ḥarb:] Jemand stellte eine Schätzung darüber an, wie viel Geld Aḥmad ausgeschlagen hat, nachdem er nach Samarra gebracht worden war. Es ergab sich eine Summe von siebzigtausend. 41.19
[Ismāʿīl ibn Ḥarb:] Somebody made an estimate of how much money Aḥmad turned down after he was brought to Samarra. It turned out to be seventy thousand. 41.19
[Ṣāliḥ:] Eines Tages war ich bei meinem Vater, und die Frauen des Hauses riefen mich herein. 41.20
[Ṣāliḥ:] One day I was with my father and the women of the house called me in. 41.20
„Sag deinem Vater, dass uns das Mehl ausgegangen ist“ – oder vielleicht „das Brot“. Ich habe es ihm gesagt, und er antwortete: „Ich kümmere mich sofort darum.“ Er tat es nicht, und so rief man mich erneut zu sich. Ich sagte es ihm noch einmal, und er sagte: „Sofort.“ In diesem Moment klopfte es an der Tür. Ich ging hinaus und fand einen Mann aus Khurasan, gekleidet wie ein Kurier, der einen Stab trug, an dem ein Sack festgebunden war.
“Tell your father that we’re out of flour”—or maybe “bread.” I told him, and he said, “I’ll take care of it right away.” He didn’t, and so they called me back in. I told him again, and he said, “Right away.” At that moment came a knock on the door. I went out and found a man from Khurasan dressed like a courier and carrying a staff with a sack tied onto it.
„Was kann ich für dich tun?“, fragte ich ihn.
“What can I do for you?” I asked him.
„Ich muss Aḥmad ibn Ḥanbal sehen.“ Ich ging hinein und sagte es meinem Vater.
“I need to see Aḥmad ibn Ḥanbal.” I went in and told my father.
„Geh hinaus und frag ihn, was er möchte. Ist es ein rechtliches Problem oder ein Hadith?“ Der Mann sagte, es sei weder das eine noch das andere, und mein Vater sagte: „Bring ihn herein.“ Der Mann kam herein, stellte den Stab und die Tasche ab und fragte: „Bist du Aḥmad ibn Muḥammad ibn Ḥanbal?“ „Ja.“ „Ich komme aus Ḫurāsān. Einer meiner Nachbarn wurde krank, und ich ging ihn besuchen. Ich fragte ihn, ob ich irgendetwas für ihn tun könne, und er sagte: ‚Siehst du diese fünftausend Dirham?‘
“Go out and ask him what he wants. Is it a legal problem or a Hadith?” The man said it was neither, and my father said, “Bring him in.” The man came in, put down the staff and the bag, and asked, “Are you Aḥmad ibn Muḥammad ibn Ḥanbal?” “Yes.” “I’m from Khurasan. One of my neighbors got sick and I went to visit him. I asked him if there was anything I could do, and he said, ‘See this five thousand dirhams?
„Wenn ich gestorben bin, nimm es und gib es Aḥmad ibn Ḥanbal.“ So bin ich nun hier mit dem Geld, den ganzen Weg aus Chorasan.“ „War dieser Mann irgendwie mit mir verwandt?“ „Nein.“ „Gehörte er zur Familie?“ „Nein.“ „Erwidert er damit einen Gefallen, den wir ihm getan haben?“215
When I’m dead, take it and give it to Aḥmad ibn Ḥanbal.’ So here I am with the money, all the way from Khurasan.” “Was this man any relation of mine?” “No.” “Was he a member of the family?” “No.” “Is he returning some favor we did for him?”215
„Nein.“ „Dann nimm es zurück, und vielen Dank.“ Der Mann widersetzte sich, und mein Vater sprach grob mit ihm. Schließlich nahm er das Geld und ging.
“No.” “So take it back, and thank you.” The man resisted and my father spoke to him roughly. Finally he took the money and left.
„Einige Zeit später saß er da und betrachtete seine Bücher, als er den Kopf hob und bemerkte: „Ṣāliḥ, weißt du, wie lange es her ist, dass jener Mann aus Khurasan hier war?“ „Nein.“ „Heute sind es einundsechzig Tage. Hast du in dieser Zeit auch nur einmal Hunger gelitten oder etwas gebraucht und es nicht bekommen?“ [ʿAbd Allāh:] Ich hörte Fūrān berichten: „ʿAḥmad wurde krank“ – das war vor dem Jahr 200 – „und viele Leute kamen, um ihn zu besuchen. Einer von ihnen war ʿAlī ibn al-Jaʿd, der ein kleines Säckchen an seinem Bett zurückließ. Ich erzählte Aḥmad davon, und er sagte: ‚Gib es ihm zurück, genau so, wie du es vorgefunden hast.‘ Also ging ich und gab es zurück.“ 41.21
Some time later he was sitting and looking at his books when he raised his head and remarked, “Ṣāliḥ, do you know how long it’s been since that man from Khurasan was here?” “No.” “Today makes sixty-one days. Have you been hungry once during that time, or needed anything and not had it?” [ʿAbd Allāh:] I heard Fūrān report, “ʿAḥmad got sick”—this was before the year 200—“and a lot of people came to call on him. One of them was ʿAlī ibn al-Jaʿd, who left a little bag at his bedside. I told Aḥmad about it, and he said, ‘Return it to him just the way you found it.’ So I went and returned it.” 41.21
[Ṣāliḥ:] Fūrān sagte zu meinem Vater: „Ich habe ein paar Schuhe, die ich dir schicken werde.“ 41.22
[Ṣāliḥ:] Fūrān said to my father, “I’ve got some shoes I’ll send you.” 41.22
Mein Vater sagte nichts. Fūrān sagte es noch einmal, und mein Vater erwiderte: „Lass das! Der Gedanke an sie lenkt mich ab.“ Ein anderes Mal schickte ein Mann chinesisches Papier an eine Reihe von Hadith-Gelehrten, darunter Yaḥyā. Er schickte eine Kiste davon an meinen Vater, der sie ablehnte.
My father said nothing. Fūrān said it again, and my father replied, “Don’t! The thought of them is distracting me.” Another time a man sent Chinese paper to a number of Hadith-men, including Yaḥyā. He sent a crate of it to my father, who refused it.
„Seit Ibn al-Mubārak ist niemand wie Ibn Maʿīn aus Chorasan hervorgegangen“, sagte mir mein Vater einmal. „Nun kam sein Sohn zu mir und sagte, sein Vater wolle mir eine Jacke schicken, damit ich mich an ihn erinnere. Ich sagte ihm, er solle sie bringen. Als er dann aber mit einem ganzen Bündel Kleidung ankam, sagte ich zu ihm: ‚Dank dir und auf Wiedersehen.‘“ Damit meinte er, dass er sie nicht annehmen wollte.
My father once told me, “Not since Ibn al-Mubārak has anyone like Ibn Maʿīn come out of Khurasan. Well, his son came to me and said that his father wanted to send me a jacket to remember him by. I told him to bring it. But when he arrived with a whole bundle of clothes, I told him, ‘Thank you and good-bye.’” By that he meant that he refused to take it.
[Muḥammad ibn Mūsā:] Ich hörte Ibn Nayzak sagen: „Ich folgte Aḥmad und Yaḥyā zu Ibn Saʿduwayh“ – oder zum Haus eines anderen. „Er“ – ich glaube, es war Saʿduwayh – „hatte für sie einen Topf mit Essen zubereitet. Als Aḥmad merkte, was vor sich ging, sagte er: ‚Es ist fast Gebetszeit‘, und ging hinaus. Niemand wagte, etwas zu sagen. Er ging zu einer öffentlichen Wasserleitung216, wo ein Krug stand. Dort holte er einige Brotkrumen heraus, die er in einen Lappen eingewickelt hatte. Er füllte einen Krug aus dem Wasserbehälter und aß die Krumen aus seiner Hand, wobei er sie mit Wasser hinunterspülte. Danach verrichtete er das Nachmittagsgebet.
[Muḥammad ibn Mūsā:] I heard Ibn Nayzak say, “I was following Aḥmad and Yaḥyā to Ibn Saʿduwayh’s”—or someone else’s place. “He”—I think it was Saʿduwayh —“had prepared a pot of food for them. When Aḥmad realized what was going on, he said, ‘It’s almost prayer time,’ and went out. No one dared say anything. He went to a public conduit216 where there was a pitcher. There he took out some crumbs of bread he had wrapped in a rag. He filled a jug from the pitcher and ate the crumbs out of his hand, washing them down with water. Afterward he prayed the afternoon prayer.
„Dann, nachdem die anderen gegessen und ihr Gebet verrichtet hatten, kam er zurück, bat um die Erlaubnis einzutreten, setzte sich und begann zu schreiben.“ 41.23
Then, after the others had eaten and said their prayers, he came back, asked permission to enter, sat down, and began writing.” 41.23
[Ḥumayd ibn al-Rabīʿ al-Kūfī:] Eines Tages fragte Aḥmad die Hadith-Gelehrten, ob einer von ihnen in al-Karkh wohne. 41.24
[Ḥumayd ibn al-Rabīʿ al-Kūfī:] One day Aḥmad asked the Hadith-men whether any of them lived in al-Karkh. 41.24
„Ich tue es“, sagte ein junger Mann.
“I do,” said one young man.
„Bleib nach dem Unterricht da“, sagte er. „Ich brauche, dass du etwas für mich erledigst.“ Aḥmad gab dem jungen Mann einige Dirham und trug ihm auf, beim nächsten Mal Papier zu kaufen und mitzubringen.
“Stay after,” he said. “I need you to do something.” Aḥmad gave the young man some dirhams and told him to buy paper and bring it next time.
Der junge Mann ging und kaufte das Papier. Außerdem versteckte er eine Anzahl Dirham zwischen den Seiten.217 Dann kam er zurück und gab es Aḥmad. Danach kam er nicht mehr.
The young man went and bought the paper. He also hid a number of dirhams between the pages.217 Then he came back and gave it to Aḥmad. After that he stopped coming.
Einige Zeit später öffnete Aḥmad das Papier, und die Münzen flogen umher. Nachdem er sie wieder eingesammelt hatte, fragte er die Hadith-Gelehrten, ob sie den jungen Mann kennen, der das Papier gekauft hatte.
Some time later, Aḥmad opened up the paper and the coins went flying. After he had gathered them up, he asked the Hadith-men if they knew the young man who had bought the paper.
„Ich weiß, wo er wohnt“, sagte ein Mann.
“I know where he lives,” said one man.
„Bleib nach dem Unterricht da“, sagte er. „Ich brauche dich für etwas.“ Aḥmad nahm das Geld und folgte dem Mann hinaus. Als sie Qaṭīʿat al-Rabīʿ erreichten, fanden sie den jungen Mann dort sitzen.
“Stay after,” he said. “I need you to do something.” Picking up the money, Aḥmad followed the man out. When they reached Qaṭīʿat al-Rabīʿ, they found the young man sitting there.
„Das ist genau der, den Sie wollen“, sagte der Mann.
“That’s the one you want,” said the man.
„Du kannst jetzt gehen“, sagte Aḥmad. Dann ging er zu dem jungen Mann, grüßte ihn, warf ihm das Geld in den Schoß und ging weg.
“You can go now,” said Aḥmad. Then he went over to the young man, greeted him, dumped the money in his lap, and left.
[Al-Tustarī:] Es gab einen Jungen, der immer in den Kreis von Ibn Ḥanbal kam. Eines Tages gab ihm Aḥmad zwei Dirham und sagte: „Kauf mir etwas Papier.“ 41.25
[Al-Tustarī:] There was a boy who used to come to Ibn Ḥanbal’s circle. One day Aḥmad gave him two dirhams and said, “Buy me some paper.” 41.25
Der Junge ging hinaus und kaufte das Papier. Dann legte er fünfhundert Dinar hinein, rollte es zusammen und band es zu und schickte es in Aḥmads Haus.
The boy went out and bought the paper. Then he put five hundred dinars inside it, rolled it up and tied it, and sent it to Aḥmad’s house.
Später fragte Aḥmad, ob etwas Weißes geliefert worden sei. „Ja“, wurde ihm gesagt, und das Paket wurde zu ihm hinübergebracht. Kaum hatte er es geöffnet, flogen die Münzen durcheinander. Nachdem er sie alle wieder zurückgelegt hatte, suchte er nach dem Jungen. Als er ihn fand, legte er das Paket vor ihm ab und ging weg. Der Junge lief ihm nach und rief: „Das Papier gehört dir! Ich habe es mit den zwei Dirham gekauft, die du mir gegeben hast!“ Aber auch das Papier wollte Aḥmad nicht annehmen.
Later Aḥmad asked if anything white had been delivered. “Yes,” he was told, and the package was brought over to him. No sooner had he opened it than the coins went flying. After he had put them all back, he went looking for the boy. When he found him, he put the package down in front of him and walked away. The boy ran after him, saying, “The paper’s yours— I bought it with the two dirhams you gave me!” But Aḥmad wouldn’t take the paper either.
[Al-Marrūdhī:] Mir wurde berichtet, dass Abū Bakr al-Mustamlī, als Aḥmad von der Grenze zurückgeschickt wurde, mit ihm ging, um sich um ihn zu kümmern. Er erzählte folgende Geschichte. 41.26
[Al-Marrūdhī:] I was told that when Aḥmad was sent back from the frontier, Abū Bakr al-Mustamlī went with him to look after him. He told the following story. 41.26
„Als wir an einer der Raststationen anhielten, stellten wir fest, dass einer seiner Freunde ihm hundert Dinare geschickt hatte, mit der Bitte, sie für seine Reisen auszugeben. Er wollte sie jedoch nicht annehmen. Ich sagte: ‚Aḥmad, ich bin ein Grenzgänger mit hungrigen Mäulern zu stopfen. Lass mich das Geld nehmen!‘ ‚Das geht nicht‘, sagte er. ‚Was sie dir das erste Mal geben, ist nicht wie das zweite Mal.‘"218
“When we stopped at one of the way stations, we found that one of his friends had sent him a hundred dinars, telling him to spend it on his travels. But he wouldn’t take it. I said, ‘Aḥmad, I’m a frontiersman with mouths to feed. Let me take it!’ “‘That won’t do,’ he said. ‘What they give you the first time isn’t like the second.218
„Besser, in Würde zu leben.“ „Dann schickte er es zurück.“ [ʿAbd Allāh:] Eines Nachts hörten wir ein Klopfen an der Tür. Ich öffnete und sah einen Mann, der ein großes Tablett mit Fuß absetzte, das mit einem weißen Tuch bedeckt war. „Nimm das“, sagte er und lief davon, bevor ich etwas sagen konnte. 41.27
Better to live with some dignity.’ “Then he sent it back.” [ʿAbd Allāh:] One night we heard a tapping on the door. I opened it and saw a man putting down a large footed tray covered with a white cloth. “Take this,” he said, then ran off before I could say anything. 41.27
Es war ein großes Tablett. Ich brachte es hinein und stellte es vor meinen Vater.
It was a big tray. I brought it inside and put it in front of my father.
„Was ist das?“, fragte er. „Stammt es aus dem Haus von Abū Muḥammad?“ – gemeint war das Haus von Fūrān.
“What’s this?” he asked. “Did it come from Abū Muḥammad’s house?”—meaning Fūrān’s.
„Nein“, sagte ich.
“No,” I said.
„Wo denn dann? Wer hat es hierhergebracht?“ „Wer auch immer es war, hat es abgestellt und ist gegangen.“ Unter dem Tuch lag etwas gesund aussehendes Essen, dazu Becher mit Süßspeisen, die jemandem offensichtlich viel Geld gekostet haben.
“Where, then? Who brought it here?” “Whoever it was put it down and left.” Under the cloth was some wholesome-looking food, along with goblets of sweets that had clearly cost someone a lot of money.
Mein Vater saß eine Weile da und dachte angestrengt nach. Schließlich sagte er: „Schick etwas davon zum Haus deines Onkels und gib etwas den Kindern von Ṣāliḥ“, dabei deutete er auf das Mädchen und die Jungen.
My father sat for a while, thinking hard. Finally he said, “Send some of it to your uncle’s house and give some to Ṣāliḥ’s children,” pointing to the girl and the boys.
„Nimm dir auch etwas davon.“ Später fand ich heraus, woher es stammte.
“Take some for yourself, too.” Later I found out where it had come from.
Mehrere Leute pflegten ihm Geschenke zu schicken, doch er nahm nie davon. ʿAbdūs al-ʿAṭṭār schickte oft Dinge, doch er kostete sie nie.
Several people used to send him gifts but he would never partake. ʿAbdūs al-ʿAṭṭār often sent things, but he would never taste them.