Seine freien Gebete und Bittgebete
His Extemporaneous Prayers And Supplications
[ʿAbd Allāh:] Am Ende seines Pflichtgebets pflegte mein Vater oft zu sagen: „Gott, Du hast mich davor bewahrt, mich vor einem anderen als Dir niederzuwerfen. Bewahre mich ebenso davor, von einem anderen als Dir etwas zu erbitten.“ 60.1
[ʿAbd Allāh:] At the end of his ritual prayers, my father often used to say, “God, you have safeguarded me from prostrating myself before any but You. Safeguard me likewise from seeking anything from any but You.” 60.1
Schließlich sagte ich: „Ich höre dich das oft sagen. Folgst du einem Präzedenzfall?“ „Ja“, antwortete er. „Wakīʿ ibn al-Jarrāh pflegte es oft zu sagen, also fragte ich ihn danach, so wie du mich jetzt gefragt hast. Er sagte, dass er Sufyān al-Thawrī es sagen gehört habe, und Sufyān habe ihm, als er ihn danach fragte, gesagt, dass er es von Manṣūr ibn al-Muʿtamir gehört habe.“ [Al-Razzāz:] Einmal, als wir mit Aḥmad ibn Ḥanbal beteten, hörte ich ihn sagen: „Gott, wenn jemand einer Neigung oder einem eigenmächtigen Urteil gefolgt ist und dabei glaubt, im Recht zu sein, obwohl er sich irrt, so führe ihn zur Wahrheit zurück, damit kein Angehöriger dieser Gemeinschaft irregeht.“ 60.2
Finally I said, “I hear you saying that a lot. Are you following a precedent?” “Yes,” he answered. “Wakīʿ ibn al-Jarrāh used to say it often, so I asked him about it, just as you asked me now. He said that he heard Sufyān al-Thawrī say it and that Sufyān, when he asked him about it, said that he heard it from Manṣūr ibn al- Muʿtamir.” [Al-Razzāz:] Once when we were praying with Aḥmad ibn Ḥanbal, I heard him say, “God, if anyone has followed a caprice or an independent judgment, believing that he is right when he is mistaken, return him to the truth so that no member of this community goes astray. 60.2
„Gott, lass uns uns nicht um die Versorgung sorgen, die Du übernommen hast zu gewähren, und mache uns nicht abhängig von anderen für jene Versorgung, die von Dir kommt.
“God, let us not trouble ourselves over the sustenance that You have undertaken to provide, nor make us dependent on others for that sustenance that comes from You.
„Lass uns das Beste von dem erlangen, was Du versprochen hast, ohne durch das Schlechteste abgeschreckt zu werden.
“Let us achieve the best of those things that You have promised without being deterred by the worst.
„Möge Er Uns niemals dabei sehen, was Er verboten hat, noch finden, dass Wir das meiden, was Er geboten hat."
“May You never see us doing what You have forbidden, nor find us shirking from what You have commanded.
„Erhöhe uns und erniedrige uns nicht: Erhöhe uns durch Gehorsam dir gegenüber, und erniedrige uns nicht durch Ungehorsam dir gegenüber.“ Einmal kam ein Mann zu ihm und fragte ihn etwas, was ich nicht verstehen konnte.
“Ennoble us and do not abase us: ennoble us through obedience to You, and do not abase us through disobedience of You.” One time a man came to him and asked him something I couldn’t make out.
Aḥmad antwortete: „Halte so lange durch, wie du kannst; in der Stärke liegt der Sieg.“ Dann fügte er hinzu: „Der Prophet ﷺ sagte: ‚In der Stärke liegt der Sieg, und nach der Mühsal kommt die Erleichterung. {Wahrlich, mit jeder Schwierigkeit kommt Erleichterung; wahrlich, mit jeder Schwierigkeit kommt Erleichterung.}‘“310
Aḥmad answered, “Hold out as long as you can; in strength is victory.” Then he added, “The Prophet, God bless and keep him, said, ‘In strength is victory, and after suffering comes relief. «Surely with every hardship there is ease; surely with every hardship there is ease.»’”310
[Al-Ṣaffār:] Wir waren bei Aḥmad ibn Ḥanbal, und ich bat ihn, für uns zu beten. Er sagte: „Gott, Du weißt, dass wir wissen, dass Du für uns das meiste von dem wünschst, was wir für uns selbst suchen; mach uns vielmehr so, dass wir für uns selbst nur das suchen, was Du für uns wünschst.“ 60.3
[Al-Ṣaffār:] We were at Aḥmad ibn Ḥanbal’s, and I asked him to pray for us. He said, “God, You know that we know that You desire for us most of what we seek for ourselves; make us rather seek for ourselves only what You desire for us.” 60.3
Er verstummte. Dann sagte jemand: „Gib uns mehr.“ „Gott“, sagte er, „wir bitten Dich bei jener Macht, von der Du sprachst, als Du zu den Himmeln und zur Erde sagtest: «Kommt, freiwillig oder widerwillig», und sie beide sprachen: «Wir kommen freiwillig»311, uns zu dem zu leiten, was Dir gefällt. Wir suchen Deinen Schutz vor aller Not außer der Not nach Dir und vor aller Unterwerfung außer unter Dich. Gib uns nicht so viel, dass wir überheblich werden, noch so wenig, dass wir achtlos werden. Gewähre uns in Deiner Barmherzigkeit eine Versorgung, die uns genügt, und eine Gabe, die uns allein von Dir abhängig macht.“ [Al-Khawātīmī:] Nachdem Aḥmad Ibn Ḥanbal ausgepeitscht und danach aus dem Palast des Kalifen hinausgeschickt worden war, ging ich ihn besuchen. Ich fand ihn im Haus auf dem Gesicht liegend betend. Ich hörte ihn sagen: „O Du, der Du uns für das belohnst, was Du tust312, tu mir an, was mich würdig macht für Deinen Lohn.“ 60.4
He fell silent. Then someone said, “Give us more.” “God,” he said, “we ask You, by that power You spoke of when You said to the heavens and the earth, «Come willingly or unwillingly, and they both said, ‘We come willingly,’»311 to guide us to what pleases You. We seek Your protection against all need except the need for You, and all subjection except to You. Give us not so much that we wax arrogant, nor so little that we become heedless. Grant us, in Your mercy, a sustenance that will suffice us, and a bounty that leaves us dependent on none but You.” [Al-Khawātīmī:] After Aḥmad Ibn Ḥanbal had been flogged and then sent out of the caliph’s palace, I went to visit him. I found him lying face down in the house, praying. I overheard him say, “O You who reward us for what You do,312 do to me whatever makes me deserving of Your reward.” 60.4
Ich habe gehört, dass al-Marrūdhī sagte, eine Gruppe sei bei Aḥmad zusammengekommen und habe ihn gebeten zu beten. „Gott“, sagte er, „verlange nicht von uns eine Dankbarkeit, die deinen Segnungen gleichkommt.“ Ich habe Muḥammad ibn Yaʿqūb al-Ṣaffār sagen hören: „Am Ende jedes Gebets sagte Aḥmad: ‚Gott, ich bitte Dich, mit uns so barmherzig umzugehen, wie es Deine Barmherzigkeit verlangt, und zu vergeben, wie Du beschlossen hast zu vergeben. Ich bitte Dich, uns den Lohn unserer guten Taten ernten zu lassen und uns vor Unrecht zu bewahren. Ich bitte Dich, uns triumphierend in den Garten eintreten und dem Feuer entkommen zu lassen. Wenn wir sündigen, vergib uns; wenn wir uns sorgen, vertreibe unsere Sorge. Lass uns an nichts Mangel leiden, sondern versorge uns.‘“ [Al-Warrāq:] Als wir in Tarsus waren, trafen wir jemanden, der die Stadt verließ, und baten Aḥmad, ihm ein Gebet mitzugeben. Er sagte ihm, er solle sprechen: „O Wegweiser der Irrenden! Führe mich auf den Pfad, den die Wahrhaftigen gehen, und mache mich zu einem rechtschaffenen Diener.“ 60.5
I heard that al-Marrūdhī said that a group had gathered at Aḥmad’s and asked him to pray. “God,” he said, “do not demand from us a gratitude equal to Your blessings.” I heard Muḥammad ibn Yaʿqūb al-Ṣaffār say, “At the the end of every prayer, Aḥmad would say, ‘God, I ask You to treat us as mercifully as Your mercy demands, and to forgive as as You have resolved to do. I ask You to let us reap the reward of our good deeds and to safeguard us from iniquity. I ask You to let us enter the Garden in triumph and to escape the Fire. If we sin, pardon us; if we worry, dispel our care. Let us want for nothing, but provide.’” [Al-Warrāq:] When we were in Tarsus we met someone who was leaving the city and asked Aḥmad to supply him with a prayer. He told him to say, “O guide to the errant! Lead me to the path where the truthful walk, and make of me a righteous servant.” 60.5
Der Mann brach auf. Unterwegs geriet er in Schwierigkeiten und wurde von seinen Gefährten getrennt. Er sprach das Bittgebet, das Aḥmad ihn gelehrt hatte, und kurz darauf holte er die Gruppe wieder ein. Später kam er zu Aḥmad und berichtete ihm, was geschehen war.
The man left. On the road, he ran into some trouble and was separated from his companions. He uttered the prayer Aḥmad had taught him and shortly afterward caught up with the party. Later he came to Aḥmad and told him what had happened.
„Behalte es für dich“, sagte Aḥmad.
“Keep it a secret,” said Aḥmad.
[Saʿd ibn Masʿadah:] Ich hörte Ṭalḥah ibn ʿUbayd Allāh al-Baghdādī, der in Ägypten lebte, berichten, dass er und Aḥmad zufällig gemeinsam auf einem Schiff reisten. Aḥmad sprach nichts außer: „Gott, lass mich als Muslim und als Anhänger der Sunnah sterben.“ 60.6
[Saʿd ibn Masʿadah:] I heard Ṭalḥah ibn ʿUbayd Allāh al-Baghdādī, who lived in Egypt, report that he and Aḥmad happened to travel by ship together. Aḥmad did not speak except to say, “God, let me die a Muslim and a follower of the sunnah.” 60.6