Seine Erfahrung mit Al-Wathiq
His Experience With Al-wathiq
Im Rabīʿ I 227 [Januar 842] folgte Abū Jaʿfar Hārūn al-Wāthiq, der Sohn al-Muʿtaṣims, im Kalifat nach. Obwohl Ibn Abī Duʾād ihn überredete, die Menschen weiterhin auf die Geschaffenheit des Qurʾān hin zu prüfen, vermied er eine erneute Auseinandersetzung mit Aḥmad, sei es, weil er um dessen Fähigkeit wusste, Zwang standzuhalten, oder weil er fürchtete, was geschehen würde, wenn Aḥmad bestraft würde. Er schrieb ihm jedoch und sagte: „Achte darauf, dass wir uns niemals am selben Ort begegnen.“ Aḥmad zog sich daraufhin für den Rest der Herrschaft al-Wāthiqs in den Untergrund zurück.
In Rabīʿ I 227 [January 842], Abū Jaʿfar Hārūn al-Wāthiq, son of al-Muʿtaṣim, succeeded to the caliphate. Although Ibn Abī Duʾād persuaded him to continue putting people to the test over the createdness of the Qurʾan, he avoided another confrontation with Aḥmad, either because he was aware of his ability to withstand coercion or because he was afraid of what would happen if Aḥmad were punished. He did, however, write to him saying, “Take care that we never find each other in the same place.” Aḥmad accordingly went into hiding for the remainder of al-Wāthiq’s reign.
Nach mehreren Monaten, in denen Aḥmad von einem Ort zum anderen gezogen war, verschwand er in seinem Haus, wo er blieb, bis al-Wāthiq starb. 72.1
After several months spent moving from one place to another, Aḥmad disappeared into his house, where he remained until al-Wāthiq died. 72.1
[Aḥmad ibn ʿAlī:] Als er auf der Flucht war, hielt sich Aḥmad ibn Ḥanbal bei Isḥāq ibn Ibrāhīm ibn Hāniʾ al-Naysābūrī auf. 72.2
[Aḥmad ibn ʿAlī:] When he was a fugitive, Aḥmad ibn Ḥanbal stayed with Isḥāq ibn Ibrāhīm ibn Hāniʾ al-Naysābūrī. 72.2
[Der Autor:] Der Vater von Isḥaq, Ibrāhīm ibn Hāniʾ, wird manchmal stattdessen genannt, doch das Haus ist ein und dasselbe.
[The author:] Isḥaq’s father, Ibrāhīm ibn Hāniʾ, is sometimes named instead, but the house is one and the same.
[Al-Baghawī:] Zu Beginn des Jahres 228 [Ende 842] hörte ich Aḥmad ibn Ḥanbal den Hadith rezitieren, der von Muʿawiyah überliefert ist, in dem der Prophet ﷺ sagt: „Von dieser gegenwärtigen Welt bleibt nichts außer Widrigkeit und Prüfung; macht euch also bereit, standhaft zu sein.“ 72.3
[Al-Baghawī:] At the beginning of ’28 [late in 842], I heard Aḥmad ibn Ḥanbal recite the Hadith reported by Muʿawiyah where the Prophet, God bless and keep him, says, “Nothing remains in this present world but adversity and tribulation, so prepare yourselves to be steadfast.” 72.3
Danach sagte er immer wieder: „Gott, ich nehme Deinen Auftrag an.“
Afterward he said, “God, I accept Your charge,” over and over.
[Ibrāhīm ibn Hāniʾ:] Aḥmad ibn Ḥanbal hielt sich drei Tage lang bei mir versteckt. Dann sagte er: „Such mir einen anderen Ort, an den ich gehen kann.“ 72.4
[Ibrāhīm ibn Hāniʾ:] Aḥmad ibn Ḥanbal hid at my place for three days. Then he said, “Find me somewhere else to go.” 72.4
Ich sagte ihm, dass es nicht sicher sei, aber er bestand darauf und versprach, mir etwas Nützliches zu sagen, wenn ich tue, worum er mich bat. Also suchte ich einen Ort für ihn, an den er gehen konnte. Als er ging, sagte er: „Der Gesandte Gottes ﷺ verbarg sich drei Tage lang in einer Höhle und zog dann anderswohin, und es ist falsch, sein Beispiel in guten Zeiten zu befolgen, in schlechten aber nicht.“414
I told him it wasn’t safe, but he insisted, and promised to tell me something useful if I did as he asked. So I found a place for him to go. As he was leaving, he said, “The Emissary of God hid in a cave for three days and then moved elsewhere, and it’s wrong to follow his example in good times but not in bad.”414
[Ibrāhīm ibn Hāniʾ:] Aḥmad ibn Ḥanbal hielt sich drei Nächte bei mir versteckt. Dann sagte er: „Such mir einen anderen Ort, wohin ich gehen kann.“ 72.5
[Ibrāhīm ibn Hāniʾ:] Aḥmad ibn Ḥanbal hid at my place for three nights. Then he said, “Find me somewhere else to go.” 72.5
Ich sagte ihm, dass es nicht sicher sei. Er antwortete: „Der Prophet ﷺ verbarg sich drei Tage lang in einer Höhle und zog dann anderswohin weiter, und es ist falsch, sein Vorbild in guten Zeiten zu befolgen, in schlechten Zeiten aber nicht.“ Fatḥ fügte hinzu: Ich trug diesen Bericht Ṣāliḥ und ʿAbd Allāh vor, die sagten, es sei das erste Mal, dass sie davon hörten. Ich trug ihn auch Isḥāq, dem Sohn Ibrāhīms, vor, der sagte, dass sein Vater ihm nie etwas Derartiges gesagt habe.
I told him it wasn’t safe. He replied, “The Prophet, God bless and keep him, hid in a cave for three days and then moved elsewhere, and it’s wrong to follow his example in good times but not in bad.” Fatḥ added: I recited this report for Ṣāliḥ and ʿAbd Allāh, who said it was the first they had heard of it. I also recited it for Ibrāhīm’s son Isḥāq, who said that his father had never said any such thing to him.
[Abū Zurʿah:] Ich fragte Aḥmad ibn Ḥanbal, wie er dem Schwert al-Muʿtaṣims und der Peitsche al-Wāthiqs entkommen sei. Er sagte: „Wende Wahrhaftigkeit auf jede Wunde an, und sie heilt.“415 72.6
[Abū Zurʿah:] I asked Aḥmad ibn Ḥanbal how he had escaped al-Muʿtaṣim’s sword and al-Wāthiq’s lash. He said, “Apply truthfulness to any wound, and it heals.”415 72.6
Nachtrag
Addendum
Es wird berichtet, dass al-Wāthiq die Inquisition beendete, nachdem er eine Debatte verfolgt hatte, die ihn von dem besseren Weg überzeugte.416 72.7
It is reported that al-Wāthiq put an end to the Inquisition after watching a debate that persuaded him of the better course.416 72.7
[Al-Muhtadī:] Immer wenn mein Vater al-Wāthiq jemanden hinrichten lassen wollte, wohnten wir der Sitzung bei. Eines Tages wurde ein alter Mann mit gefärbtem Bart hereingeführt, schwer beladen mit Fußfesseln. Mein Vater ließ Ibn Abī Duʾād und seine Gefährten herbeirufen und dann den Mann vortreten. 72.8
[Al-Muhtadī:] Whenever my father al-Wāthiq was going to execute anyone, we would attend the session. One day an elderly man with a dyed beard was brought in, weighed down with fetters. My father summoned Ibn Abī Duʾād and his associates, then had the man brought forward. 72.8
„Friede sei mit dir“, sagte der Ältere.
“Peace be upon you,” said the elder.
„Möge Gott dir keinen Frieden schenken!“, entgegnete mein Vater.
“May God not grant you peace!” retorted my father.
„Herr der Gläubigen“, sagte der Ältere, „du bist schlecht erzogen worden. Gott sagt: «Wenn euch jemand grüßt, so erwidert den Gruß mit einem besseren oder gebt ihn zumindest zurück.»417 Du hast meinen Gruß aber weder erwidert noch einen besseren geboten.“ „Anscheinend haben wir es mit einem Debattierer zu tun“, sagte Ibn Abī Duʾād.
“Commander of the Faithful,” said the elder, “you’ve been poorly raised. God says «When you are greeted by anyone, respond with a better greeting or at least return it.»417 But you neither returned my greeting nor offered a better one.” “It seems we have a debater on our hands,” said Ibn Abī Duʾād.
„Dann streite mit ihm“, sagte mein Vater.
“Debate him, then,” said my father.
„Alter Mann! Was sagst du zum Qur'an?“ 72.9
“Old man! What do you say regarding the Qurʾan?” 72.9
„Das geht so nicht. Lass mich zuerst fragen.“ „Nur zu.“ „Was sagst du über den Koran?“ „Er ist etwas Erschaffenes.“ „Wussten der Prophet, Abū Bakr, ʿUmar, ʿUthmān, ʿAlī und die rechtgeleiteten Kalifen davon oder nicht?“ „Sie wussten es nicht.“ „Gott bewahre uns!“, rief der Ältere. „Der Prophet ﷺ wusste nichts davon, und Abū Bakr, ʿUmar, ʿUthmān, ʿAlī und die rechtgeleiteten Kalifen wussten nichts davon, du aber weißt es!“ Ibn Abī Duʾād war überrumpelt und beschämt. „Gib mir einen Moment“, sagte er.