10.4.2 Grundsätze des Strafsystems
10.4.2 Principles of the Punishment System
Die folgenden sind die Grundsätze des Strafsystems:
The following are the principles of the punishment system :
Der Muslim ist für jede Handlung verantwortlich, die er ausgeführt hat, und für jedes Verbrechen gibt es eine Strafe, die vom Staat vollstreckt wird.
1) The Muslim is accountable for every action that he/she has performed and for every crime there exists a punishment that is enforced by the State.
Ein solches Prinzip ist wichtig, weil es nicht nur die Gesellschaft schützt, sondern die Vollstreckung der Strafe für solche Verbrechen durch ein Gericht der Scharia auch deren Bestrafung im Jenseits aufhebt. Sie wirkt als Sühne (kaffara) und ist ein Mittel zur Reue und zur Bitte um Vergebung. Muslime müssen sich daran erinnern, dass Allah (swt) alle Taten kennt und über sie Rechenschaft verlangen wird. Deshalb ist es besser, die Strafe bereits in diesem Leben zu empfangen und aufrichtig zu bereuen, als im Jenseits die Strafe zu erleiden.
Such a principle is important because it not only protects the society, but taking the punishment for such crimes through a court of Shari‘ah removes its punishment in the afterlife. It acts as a kaffara and is a means to repent and seek forgiveness. Muslims need to remember that Allah (swt) knows and will account all the actions. Therefore, it is better to get the punishment in this life and sincerely repent than to face the punishment in the afterlife.
Viele Muslime zur Zeit Muhammads (saw) bekannten ihre Verbrechen, die mit schwerer Strafe bedroht waren, damit sie der Vergeltung für ihre Taten am Tag des Gerichts entgehen mögen. Es wird von Abu Dawud überliefert, als er von einem Mann berichtet, der ein unerlaubtes sexuelles Vergehen gestand und dem befohlen wurde, gesteinigt zu werden. Muhammad ﷺ sagte: „Er ist in den Augen Allahs angenehmer als der Duft von Moschus.“
Many of the Muslims during the time of Muhammad (saw) confessed to their crimes that were severely punishable in order that they may avoid the retribution for their actions on the Day of Judgement. It is narrated by Abu Daud when referring to a man who confessed to an illegal sexual act, and was ordered to be stoned to death, Muhammad (saw) said, “He is more agreeable than the fragrance of musk in the eyes of Allah.”.
2) Die Strafe sollte so weit wie möglich verhindert werden.
2) The punishment should be prevented as much as possible.
Dies gilt, weil die Schwere der Strafe in erster Linie der Abschreckung dient. Jeder noch so geringe zweifelhafte oder indizienhafte Beweis wird die Strafe verhindern. Tatsächlich wird in der Seerah (Lebensgeschichte) des Muhammad ﷺ überliefert, dass er sich sehr bemühte, die Strafe abzuwenden, wenn Einzelne darum baten, dass die Strafe an ihnen vollzogen werde. Es wird überliefert, dass Muhammad ﷺ sagte: „Einen Verbrecher irrtümlich freizulassen ist besser, als einen Unschuldigen irrtümlich zu bestrafen.“ ‘A’ischa (ra) überlieferte: „Wehrt Strafen so weit ab, wie ihr könnt. Wenn ihr für einen Muslim irgendeinen Ausweg findet, dann lasst ihn frei. Wenn der Imam bei der Gewährung von Vergebung einen Fehler macht, ist es besser für ihn, als dass er einen Fehler bei der Verhängung einer Strafe begeht.“
This applies because the severity of the punishment serves the primary role of a deterrent. Any shred of evidence that is doubtful or circumstantial will prevent the punishment. Indeed it is narrated in the Seerah (life) of Muhammad (saw) how he would exert himself to avert the punishment when individuals asked for the punishment to be implemented upon them. It is narrated that Muhammad (saw) said, “To free someone criminal mistakenly is better than to punish someone innocent mistakenly.” ‘A’isha (ra) narrated, “Ward off punishments as much as you can. If you find any way out for a Muslim then set him free. If the Imam makes a mistake in granting forgiveness it is better for him than that he should commit a mistake in imposing punishment.”.
Auf diese Weise wird im islamischen Rechtswesen, wenn man die schwere Beweislast im Blick behält, eine falsche Verurteilung oder eine ungerechtfertigte Bestrafung nicht vorkommen.
In this way, bearing in mind the heavy burden of proof, false conviction or unjustified punishment will be absent in the Islamic judiciary.
3) Der Islam legt Strafen fest, um sechs Belange für alle Bürger des Staates, ob Muslime oder Nichtmuslime, zu schützen und zu sichern: Glaube, Ehre, Verstand, Eigentum, Leben und Nachkommenschaft.
3) Islam sets down punishments to protect and secure six issues for all citizens of the State, whether Muslim or non-Muslim : Belief, Honour, Mind, Property, Life and Offspring.
Glaube: Der islamische Glaube ist die Säule der Religion (Din) und wie ein kostbares Juwel wird er geschützt. Daher unterliegt jeder, der nach seiner Annahme und nachdem er belehrt wurde den Islam verlassen will, der Todesstrafe. Dieselbe Strafe gilt für jeden, der den islamischen Glauben verleumdet.
Belief : The Islamic belief is the pillar of the deen and like any precious jewel, it is protected. Therefore, anyone who wants to leave Islam after accepting it and being advised, is subject to the penalty of death. The same punishment is applicable to anyone that slanders the belief of Islam.
Was die Nichtmuslime betrifft, so ist die Bedeutung des Koranverses:
Concerning the non-Muslims, the meaning of the Qur’anic verse,.
„Es gibt keinen Zwang im Glauben“ [TMQ 2:256].
“There is no compulsion in religion” [TMQ 2:256].
sichert, dass Nicht-Muslime nicht zum Islam gezwungen werden können und dass ihr Recht, ihre Religion auszuüben, geschützt ist.
ensures that non-Muslims cannot be forced to become Muslims, and their right to practice their religion is protected.
Ehre: Im Islam sind Frauen eine Ehre (‘ird) und müssen vor jeglichem Schaden, Verleumdung und erniedrigenden Handlungen geschützt werden. Deshalb schützt der Islam die Würde der Frau, indem er diejenigen bestraft, die auch nur über sie üble Nachrede betreiben. Darüber hinaus schützt der Islam die Ehre der Menschen, indem er diejenigen bestraft, die Verleumdungen über sie verbreiten. Wer dessen ordnungsgemäß überführt wird, wird mit achtzig Peitschenhieben bestraft.
Honour : In Islam, women are an honour (‘ird) and must be protected from all harm, slander and degrading actions. Therefore, Islam protects the dignity of women by punishing those who even backbite against her. Moreover, Islam protects the honour of people by punishing those who spread slanders against them. Anyone who is properly convicted of doing so is punished by eighty lashes.
Verstand: Der Gebrauch von alkoholischen Getränken und allen anderen Substanzen, die den Verstand trüben, ist im Islam verboten. Dadurch werden alle sozialen Probleme beseitigt, die zwangsläufig aus solchen Substanzen für die Gesellschaft entstehen. Die Strafe für den Gebrauch solcher Substanzen beträgt achtzig Peitschenhiebe.
Mind : The use of alcoholic drinks and any other substances that befog the mind are forbidden in Islam. Accordingly, all the social problems which are inevitable consequences of such substances on the society are removed. The punishment for use of such substances is eighty lashes.
Eigentum: Der Islam schützt das Vermögen aller seiner Bürger, indem er eine harte Strafe festsetzt, z. B. das Abschlagen der Hand des Diebes, vorbehaltlich aller Bedingungen, die hier gelten (wie der Wert der Güter, der Ort der Aufbewahrung der Güter usw.).
Property : Islam protects the wealth of all its citizens by securing a harsh punishment, e.g. cutting the hand of the thief, subject to all the conditions which apply here (like the value of the goods, the place of storage of the goods etc.).
Leben: Muhammad ﷺ sagte: „Das Blut eines Muslims ist wertvoller als die Ka'ba und alles, was sie umgibt.“ Die Strafe für Mord ist der Tod, wobei den Angehörigen des Verstorbenen das Recht zusteht, zu vergeben und das Blutgeld zu empfangen.
Life : Muhammad (saw) said that, “The blood of a Muslim is worth more than the Ka‘aba and all its surroundings.” The punishment for murder is death, with the right of the family of the deceased to forgive and receive blood money.
Nachkommenschaft: Der Islam gewährleistet die Anerkennung der korrekten Abstammung der Menschen und ihrer Kinder und stellt sicher, dass kein Kind zu Unrecht einem anderen als seiner eigenen Abstammung zugeordnet wird. Dies wird vor allem dadurch erreicht, dass unerlaubte sexuelle Beziehungen verboten und bestraft werden.
Offspring : Islam guarantees recognition of the correct lineage of people and their children, and ensures that no child is wrongfully attributed to anyone other than their own parentage. This is primarily achieved by forbidding and punishing illicit sexual relations.
Mit all diesen Schutzgarantien bewahrt der Islam die Dinge, die der Mensch am höchsten schätzt. Wer sich eines Missbrauchs an einer dieser Schutzgarantien schuldig macht, unterliegt einer Strafe.
With all these securities, Islam protects the things which human beings hold as most valuable. Those who are guilty of abusing any of these securities are subject to punishment.