6.3 Die Struktur des Herrschaftssystems des Islam
6.3 The Structure of the Ruling System of Islam
Im Islam wird das Herrschaftssystem (wie auch seine übrigen Systeme) nicht vom Menschen entworfen, sondern vom Schöpfer aller Dinge, Allah (SWT). Deshalb müssen wir Muslime diesem Herrschaftssystem Folge leisten.
In Islam, the Ruling System (and its other systems for that matter) is not designed by man, but rather by the Creator of all things, Allah (swt). Therefore, as Muslims we must abide by this ruling system.
Das islamische Herrschaftssystem, das gegeben wurde, ist ein System der Einheit. Dies deshalb, weil der göttliche Beweis nichts anderes gebracht und uns verboten hat, etwas anderes anzunehmen. Dieses Herrschaftssystem der Einheit legt die Macht zu herrschen in die Hände eines einzigen Mannes, nämlich des Khalifen. Keine andere Person darf die Macht mit dem Khalifen teilen. Es wird von ‘Abdullah ibn ‘Amr ibn al-‘As überliefert, dass der Prophet ﷺ sagte: „Wer einem Imam den Treueid leistet, indem er ihm die Hand reicht und die Frucht seines Herzens gibt, der soll ihm gehorchen, solange er kann. Wenn ein anderer kommt, um mit dem Imam zu streiten, dann schlagt dem anderen den Kopf ab.“ (Muslim und Bukhari).
The ruling system Islam has given is one of unity. This is because the divine evidence has brought nothing else and forbidden us to adopt anything else. This ruling system of unity puts the power of ruling in one mans’ hands, i.e., the Khaleefah. No other person is allowed to share power with the Khaleefah. It is narrated by ‘Abdullah ibn Amr ibn al- ‘A’as, “Whoever gives allegiance to an Imam giving him the clasp of his hand and the fruit of his heart shall obey him as long as he can. If another comes to dispute with the Imam, strike the head of the other.” (Muslim and Bukhari).
Ferner sagte der Gesandte Allahs ﷺ: „Wenn zwei Kalifen die Huldigung erhalten, dann töte den Letzteren von beiden.“ Muslim und Bukhari.
Also, the Messenger of Allah (saw) said, “If two Khaleefahs are given the allegiance, kill the latter of them.” Muslim and Bukhari.
Dies beweist, dass der Islam es verbietet, dass die Muslime zwei Herrscher haben. Daher ist es haram, auf muslimischem Land Nationalstaaten mit verschiedenen Herrschern zu bilden. Folglich ist das islamische Herrschaftssystem ein System der Einheit und nicht einer föderalen Struktur.
This proves that Islam prohibits having two rulers for the Muslims. Therefore, it is haram to form nation states with different rulers upon the Muslim lands. Therefore, the Islamic ruling system is one of unity and not of a federate structure.
Im Islam beruht das Rechtssystem ausschließlich und allein auf dem göttlichen Text, d. h. dem Qur'an, der Sunnah und dem Ijma' der Sahaba. Das Leben der Sahaba sollte ein Gegenstand des Studiums sein, denn ein Muslim ist verpflichtet, die Gesetze aus dem Ijma' der Sahaba zu entnehmen.
In Islam, the ruling system is based wholly and solely on the divine text, i.e. the Qur’an, Sunnah and Ijma‘ of the Sahabah. The lives of the Sahabah should be an area of study, for a Muslim is obliged to take laws from the Ijma‘ of the Sahabah.
Anders als alle anderen Formen von Herrschaftssystemen erlaubt der Islam dem Menschen nicht, innerhalb dieses Systems Regeln durch den Gebrauch seines eigenen Verstandes zu erlassen. Die Gesetzgebung obliegt allein Allah (swt). Der Mensch hat lediglich diese Gesetze zu erkennen, zu verstehen und umzusetzen. Daher lehnen wir jeden ab, der Ideen, Konzepte und Theorien vorschlägt, die dem islamischen Herrschaftssystem fremd sind, wie Demokratie, islamischen Sozialismus, islamische Republik (wie im Iran, in Pakistan, im Sudan usw.) und dergleichen. Es ist völlig unangemessen und kommt einem Kufr gleich, zu behaupten, der Islam habe uns kein eindeutiges, detailliertes und klares Bild davon gegeben, was das Herrschaftssystem des Islam ist. Wer so etwas behauptet, würde damit stillschweigend aussagen, dass der Islam unvollständig sei. Ebenso gilt: Wer behauptet, die islamische Form des Herrschaftssystems sei in der heutigen Welt nicht anwendbar, verstrickt sich in die Kessel des Kufr-Gedankenguts. Der Islam ist eine Religion (Din), die für alle Zeiten und alle Orte anwendbar ist.
Unlike all other forms of ruling systems, Islam does not allow man to legislate rules within this system by utilising his own mind. Legislation is left only to Allah (swt). Man only has to recognise, understand, and implement these laws. We, therefore, disregard anyone who suggests ideas, concepts, and theories alien to the Islamic ruling system such as Democracy, Islamic Socialism, Islamic Republic (as in Iran, Pakistan, Sudan, etc.), and so on. It is totally inappropriate, and tantamount to kufr, to say that Islam did not give us a definite, detailed, clear picture of what the ruling system of Islam is. This would lead one to be implicitly stating that Islam is incomplete. Also, those who claim that the Islamic form of ruling system is not applicable in today’s world are delving in the cauldron of kufr ideas. Islam is a deen applicable for all times and places.
Allah (SWT) hat uns durch den Qur'an, die Sunnah und den Ijma' ein klares Bild davon gegeben, wie die islamische Form der Herrschaftsordnung aussieht.
Allah (swt) through the Qur’an, Sunnah and the Ijma‘ has given us a clear picture of what the Islamic form of ruling system is.
Verwaltungsbereiche der Herrschaft im Kalifat
Departments of Ruling in the Khilafah
Einfach gesagt besteht das islamische Herrschaftssystem aus den folgenden Abteilungen:
Simply put, the Islamic ruling system consists of the following departments:
Khalīfah
Khaleefah.
Delegierte Assistenten (Mu‘āwin Tafwīḍh).
Delegated Assistants (Mu‘awin Tafweedh).
Executive Assistants (Mu‘awin Tanfeedh). Hinweis: Der Ausdruck ist ein Titel mit Transliteration und wird daher unverändert übernommen. Ich habe die Übersetzung oben nicht als eigenen Text geliefert, sondern nur den Originalausdruck wiederholt. Hier die deutsche Übersetzung: Exekutivassistenten (Mu‘awin Tanfeedh).
Executive Assistants (Mu‘awin Tanfeedh).
Gouverneure (Wulah).
Governors (Wulah).
Amir der Dschihad-Richter (Qudah).
Amir of Jihad Judges (Qudah).
Verwaltungssystem (Jihaas Idaari).
Administrative System (Jihaas Idaari).
Rat der Umma (Majlis al-Ummah).
Council of the Ummah (Majlis al-Ummah).
Es ist zu beachten, dass von diesen Abteilungen drei tatsächliche Herrscher sind. Ein Herrscher ist derjenige, der die Verantwortung für die Umsetzung des Islam innerhalb des Staates trägt und die Befugnis hat, islamische Strafen an denjenigen zu vollziehen, der gegen islamische Gesetze verstoßen hat. Die übrigen Stellen haben keine Befugnis, islamische Gesetze gegenüber den Menschen durchzusetzen, ohne die Erlaubnis der Herrscher.
It should be noted that of these departments, three are actual rulers. A ruler is one who maintains the responsibility of implementing Islam, within the State and has the authority of executing Islamic punishments upon those who have violated any Islamic law. The other bodies have no authority to enforce Islamic laws on the people without the permission of the rulers.
Die drei Körperschaften der Herrscher sind der Khalifa, die delegierten Gehilfen (Mu'awin) und die Statthalter. Was die Richter betrifft, so umfassen sie zwei Ämter der tatsächlichen Herrschaft: den Oberrichter (Qadi al-Quda) und den Richter für die Beschwerden gegen den Staat (Qadi al-Madhalim); die übrigen Körperschaften von Menschen sind dafür verantwortlich, die Anordnungen dieser Herrscher auszuführen.
Der Khalifah
The Khaleefah
Das Wort Khaleefah bedeutet sprachlich „Nachfolger“ in der arabischen Sprache. Doch die Scharia des Islam hat uns eine andere, umfassendere Definition des Wortes Khaleefah gegeben. Der Prophet Allahs ﷺ sagte: „...nach mir wird es keine Propheten mehr geben, nur noch Khulafa‘a.“ Bukhari.
The word Khaleefah linguistically means ‘successor’ in the Arabic language. But, the Shari‘ah of Islam has given us another, more comprehensive definition of the word Khaleefah. The Prophet of Allah (saw) said, “...there will be no more prophets after me, only Khulafa‘a.” Bukhari.
In diesem Hadith bezeichnet das Wort Khulafa‘a nicht Nachfolger, sondern die Oberhäupter des Islamischen Staates. Das Wort Khaleefah wird daher im Sinne von „jener Mann, der über ein Volk durch den Islam herrscht“ verstanden, der als Oberhaupt des Staates handelt. Dieselbe Definition der Scharia würde gelten, wenn wir statt Khaleefah das Wort Imam verwenden würden, um das Staatsoberhaupt zu bezeichnen. Und da im Islam der Bay‘ah nur einem Staatsoberhaupt geleistet wird, beziehen sich sowohl das Wort Khaleefah als auch das Wort Imam auf das Staatsoberhaupt.
In this hadith the word Khulafa‘a is not referring to successors, but to heads of the Islamic State. The word Khaleefah is, therefore, taken to mean ‘that man who rules over a people by Islam,’ acting as the head of the State. The same Shari‘ah definition would apply if we used the word Imam, instead of Khaleefah, to indicate the head of State. And since in Islam, the bay‘ah is given only to a head of the State, both the words Khaleefah and Imam are pertaining to the head of the State.
Der Ablauf des Bay‘ah
The Process of Bay‘ah
Die Methode zur Einsetzung des Khalifen ist das Verfahren der Bay'ah. Die Macht, nach dem Islam zu herrschen, wird von der Ummah dem Khalifen übertragen. Die Autorität liegt bei der Ummah, und sie bevollmächtigt den Khalifen, die Scharia umzusetzen. Dies geschieht durch einen Vertrag zwischen dem Khalifen und der Ummah. Die Ummah muss gehorchen, solange der Khalifa den Islam an ihr umsetzt.
The method of installing the Khaleefah is through the process of bay‘ah. The power to rule by Islam is given by the Ummah to the Khaleefah. Authority belongs to the Ummah and it deputises the Khaleefah to enact the Shari‘ah. This is done through a contract between the Khaleefah and the Ummah. The Ummah must obey as long as the Khaleefah implements Islam on them.
Der Prozess der Bay‘ah kann entweder nach einer allgemeinen Wahl aller Muslime des Islamischen Staates erfolgen oder nach einer Abstimmung unter den Ahl al-Hall wal-‘Aqd (Personen mit Einfluss und Autorität). Die Wahl ist lediglich ein Mittel, um die Wahl der Ummah festzustellen; sie ersetzt die Bay‘ah nicht. Nichtmuslime, Kinder und Muslime, die außerhalb des Staates leben, haben kein Wahlrecht. Wenn alle Muslime des Islamischen Staates abstimmen, wird dem gewählten Mann die Bay‘ah al-In‘iqad (Bay‘ah der Einsetzung, durch die er zum Khalifen wird) geleistet. Erfolgt die Wahl jedoch durch Vertreter, so wird zunächst von den Vertretern die Bay‘ah al-In‘iqad geleistet, danach leistet die Ummah dem gewählten Kandidaten eine zweite Bay‘ah, die Bay‘ah al-Ta‘ah (Bay‘ah des Gehorsams). Das Schweigen der Ummah gegenüber dem gewählten Khalifen kann als Bay‘ah des Gehorsams betrachtet werden. Durch diesen Bay‘ah-Prozess erlangt eine Person ihre Stellung als Khalife. Die Kandidaten für das Amt des Khalifen können neben der Selbstnominierung auch vom Majlis al-Ummah ausgewählt werden. Aus diesen Kandidaten wählt die Ummah für sich einen Herrscher.
The process of bay‘ah may occur after a general vote given by all the Muslims of the Islamic State or it may occur after a vote among the ahl al halli wal ‘aqd (people of influence and authority). Voting is merely a means to determine the choice of the Ummah, it does not substitute the bay‘ah. Non-Muslims, children, and Muslims residing out of the State do not have the right to vote. If all the Muslims of the Islamic State are voting then the bay‘ah al-in‘iqad (pledge of acceptance, by which he becomes Khaleefah) is given to the man elected. However, if the vote occurs through the representatives, then a bay‘ah al-in‘iqad is first given by the representatives, after which a second bay‘ah al-ta‘aa (pledge of obedience) is given by the Ummah to the person elected. The silence of the Ummah over the elected Khaleefah can be considered as the bay‘ah of obedience. It is through this bay‘ah process that a person attains his position as Khaleefah. The candidates for the position of Khaleefah may, in addition to self nomination, be chosen by the Majlis al-Ummah. It is from these candidates that the Ummah chooses for itself a ruler.
Die delegierten und ausführenden Assistenten des Khalifen
The Delegated and Executive Assistants to the Khaleefah
Delegierter Assistent
Delegated Assistant
Die delegierten Gehilfen (Mu‘awin Tafweedh) werden vom Khalifen ernannt, um ihn bei der Regierung des Staates zu unterstützen. Der Beleg für diese Ernennung ergibt sich aus dem Hadith des Propheten ﷺ, in dem er sagte: „Meine zwei Wesire (wazirs) aus dem Volk sind Abu Bakr und ‘Umar.“ (Tirmidhi).
The delegated assistants (Mu‘awin Tafweedh) are appointed by the Khaleefah to assist him in ruling the State. The evidence for this appointment is derived from the hadith of the Prophet (saw) in which he said, “My two ministers (wazirs) from the people are Abu Bakr and ‘Umar.” (Tirmidhi).
Der Islam hingegen erlaubt es diesen Ministern, über eine bestimmte Funktion hinauszugehen. Die Minister, die der Prophet ﷺ einsetzte, waren nicht spezialisiert und nicht auf eine bestimmte Funktion beschränkt. Es ist daher vorzuziehen, das Wort Mu‘awin (Gehilfe) anstelle von Minister zu verwenden, um es nicht mit der westlichen Terminologie des Ministers zu verwechseln.
Islam, on the other hand, allows these ministers to go beyond a specific function. The ministers whom the Prophet (saw) appointed were not specialised or assigned restrictively to a specific function. It is therefore preferable to use the word Mu‘awin (assistant) instead of ministers, so as not to confuse it with the Western terminology of minister.
Der delegierte Assistent ist derjenige, dem der Khalifa die Ausübung aller Aufgaben im Rahmen allgemeiner Delegationen übertragt. Bei der Ernennung des delegierten Assistenten ist es für den Khalifa notwendig, im Vertrag sowohl den Aspekt der allgemeinen Herrschaft als auch die Stellung als sein Assistent zu nennen, denn wenn er ihn nur in einem Aspekt ernennt, beschränkt dies seine Funktion als Mu‘awin.
The delegated assistant is one whom the Khaleefah delegates to perform all functions in the way of general delegations. In the appointment of the Delegated assistant it is necessary for the Khaleefah to cite both the aspects of general ruling and being his assistant in the contract, because appointing him in only one aspect restricts his function as a Mu‘awin.
So war der Fall, als Abu Bakr ‘Umar als seinen Berater einsetzte, und als ‘Umar ‘Uthman und ‘Ali als seine Berater nahm, und als ‘Uthman Marwan ibn al-Hakam und ‘Ali als seine Berater nahm. Diese delegierten Berater sind dem Khalifen gegenüber verantwortlich, und sie informieren den Khalifen über die Angelegenheiten in ihrem Umfeld.
Such was the case when Abu Bakr appointed ‘Umar as his assistant, and when ‘Umar took ‘Uthman and ‘Ali as his assistants, and when ‘Uthman took Marwan ibn al-Hakam and ‘Ali as his assistants. These delegated assistants are responsible to the Khaleefah and they inform the Khaleefah of the matters surrounding them.
Executive Assistant
Executive Assistant
Der Khalifah darf sich mit administrativen Angelegenheiten befassen. Der Prophet ﷺ hat sich mit administrativen Angelegenheiten befasst, als er die Götzenbilder zerschlug, den Dschihad organisierte und seinen Titel aus dem Vertrag von Hudaybiyah entfernte. Um die Angelegenheiten zu erleichtern, darf er ausführende Gehilfen (Mu‘awin Tanfeedh) ernennen, die ihm bei der Verwaltung des Staates helfen. Anders als die delegierten Gehilfen sind die ausführenden Gehilfen lediglich Vollstrecker der Anweisungen des Khalifah. Sie sind keine Herrscher. Sie können auch einem bestimmten Arbeits- oder Verwaltungsbereich zugewiesen werden.
The Khaleefah is allowed to engage himself in administrative matters. The Prophet (saw) did engage in administrative matters when he broke idols, organised the Jihad, and erased his title from the Treaty of Hudaybiyah. To facilitate matters, he may appoint executive assistants (Mu‘awin Tanfeedh) to help him manage the administration of the State. Unlike delegated assistants, the executive assistants are only executors of the directives of the Khaleefah. They are not rulers. They may, also, be assigned to one specific area of work or administration.
So wie die Befugnisse des Mu‘awin Tanfeedh begrenzt sind, so sind auch die Bedingungen für seine Ernennung begrenzt. Der Exekutivassistent führt die Anordnungen und Regeln des Khaleefah aus, die umgesetzt werden sollen, und bringt anschließend dem Khaleefah Rückmeldung über die Durchführung.
Just as the authority of the Mu‘awin Tanfeedh is limited so are the conditions for his appointment. The executive assistant carries out the orders and rules of the Khaleefah which are to be implemented, and then brings feedback to the Khaleefah, regarding the execution.
Der Wali und der ʿĀmil der Provinzen
The Wali and the ‘Aamel of the Provinces
Die Unterteilungen der Wilayāt bzw. Provinzen heißen ʿAmalāt oder Distrikte. Die Aufsicht und Verantwortung für diese ʿAmalāt wird einem ʿĀmil bzw. Unterstatthalter übertragen.
Subdivisions of the wilayaat or Provinces are called ‘amalat or districts. Supervision and responsibility for these ‘amalat is assigned to an ‘aamel or sub-governor.
Nachdem wir zuvor die Stellung des Khalifen erörtert haben, wollen wir hier über die Rolle des Walī und des ʿĀmil nachdenken, die den Islam unter ihren Untertanen durchsetzen. Diese allgemeine Zuständigkeit des Walī verpflichtet uns, ihn als Herrscher zu betrachten. Er hat daher ähnliche Pflichten wie jene, die dem Khalifen für den effizienten Betrieb des Staates übertragen sind. Bereiche jedoch, die ihn autonom machen könnten, wie die Finanzen des Staates, das Heer und die Justiz, sowie die Annahme von Gesetzen, die von denen abweichen, welche der Khalif annimmt, liegen nicht in seiner Kontrolle, da sie die Einheit des Staates gefährden könnten.
Having previously discussed the position of Khaleefah, we will contemplate here on the role of wali and ‘aamel who implement Islam upon their residents. This general jurisdiction of the wali obliges us to consider him as a ruler. He, therefore, has similar responsibilities to those which are assigned to the Khaleefah for the efficient operation of the State. However areas that might make him autonomous, such as finances of the State, the army, and the judiciary, as well as adopting laws other than those adopted by the Khaleefah, are not within his control since they might pose a threat to the unity of the State.
Der Wali selbst kann seine Provinz nach eigenem Ermessen weiter in ʿAmalāt unterteilen und ʿAmils für diese einsetzen. Diese Unterteilungen und Ernennungen tragen jeweils dazu bei, die Umsetzung des Islam und die daraus folgende Ruhe des Staates zu gewährleisten. Der Prophet ﷺ sagte zu seinen Beauftragten: „Macht es leicht und nicht schwer, macht die Menschen zuversichtlich und nicht verzweifelt, bringt die Menschen nicht zum Weggehen, sondern holt sie näher heran, und beratet euch untereinander.“
The wali himself may choose to further subdivide his region into ‘amalat and appoint ‘aamels to them. These subdivisions and appointments each assist in the implementation of Islam and the resultant tranquillity of the State. The Prophet (saw) said, to his appointees, “Make it easy not difficult, make the people optimistic not pessimistic, do not make the people go away but make them come closer, and consult one another.”.
Dies ist ein Hinweis darauf, dass wir den Islamischen Staat so verwalten sollen, dass den Menschen keine unnötigen Härten auferlegt werden, und die Menschen dadurch dem Islam näher kommen.
Der Emir des Dschihad
The Amir of Jihad
Die Abteilungen des Emirs des Dschihad bestehen aus vier Abteilungen.
The directorates of the Amir of Jihad consist of four departments.
Diese sind:
These are :
1. Die Auswärtigen Angelegenheiten (Außenpolitik).
1. The External Affairs (Foreign Policy).
2. Das Militär.
2. The Military.
3. Die innere Sicherheit.
3. The Internal Security.
4. Industrie.
4. Industry.
Der Amir des Dschihad ist der Leiter und Aufseher aller vier Abteilungen. Der Khalifah kann dieses Amt einem geeigneten Muslim übertragen, doch da er das Staatsoberhaupt ist, ist es wichtig, dass er die Aufgabe selbst übernimmt.
The Amir of Jihad is the director and supervisor of all four departments. The Khaleefah may delegate this position to a suitably qualified Muslim, but since he is the head of state, it is important that he takes on the role himself.
1. Die Auswärtigen Angelegenheiten (Außenpolitik)
1. The External Affairs (Foreign Policy)
Die Außenpolitik des Islamischen Staates
The Foreign Policy of the Islamic State
Die Außenpolitik des Islamischen Staates umfasst die auswärtigen Politiken des Staates und seine Beziehungen zu anderen Nationen und Ländern. Die Außenpolitik im Islam dient drei Zielen:
The foreign policy of the Islamic State covers the external policies of the State and its relationship with other nations and countries. The foreign policy in Islam serves three objectives:
1. Zum Schutz der Einheit des Staates und der Umma.
1. To protect the entity of the State and the Ummah.
2. Um die Da'wah an andere Menschen und Völker zu erleichtern.
2. To facilitate the da‘wah to other people and nations.
3. Die Regelung der Beziehungen des Islamischen Staates zu anderen Staaten.
3. To organise the relationship of the Islamic State with other states.
Wenn man diese Ziele betrachtet, wird deutlich, dass die Außenpolitik des Islamischen Staates nicht nur eine Pflicht (fard) für die Muslime ist, die umzusetzen ist, sondern angesichts des bestehenden Blutvergießens, der Vergewaltigungen und der Zerstörung unter Muslimen auf der ganzen Welt, etwa in Bosnien, Kaschmir, Palästina usw., auch eine praktische Notwendigkeit darstellt.
When one considers these aims it becomes clearly apparent that the foreign policy of the Islamic State is not merely a fard (obligation) upon the Muslims to implement, but with the existing bloodshed, rape and destruction of Muslims around the world, like Bosnia, Kashmir, Palestine etc., it is a practical necessity.
Es ist eine äußerst wichtige Pflicht der muslimischen Ummah, die Botschaft des Islam der Menschheit zu überbringen. Als der Gesandte Allahs ﷺ von Chaibar zurückkehrte, wandte er sich an seine Gefährten (ra) und sagte: „O ihr Menschen, Allah hat mich als Barmherzigkeit für alle Menschen gesandt; streitet nicht mit mir, so wie die Jünger mit Isa (as), dem Sohn der Maryam, gestritten haben.“ Die Gefährten fragten: „Und wie haben die Jünger gestritten, o Prophet Allahs?“ Er ﷺ antwortete: „Er (Isa) rief sie zu dem, wozu ich euch gerufen habe. Wer zu einem nahen Ort gesandt wurde, war zufrieden und zufriedengestellt, wer aber zu einem fernen Ort gesandt wurde, wurde unzufrieden und schwerfüßig.“ Dies ist ein Hinweis auf die Bedeutung der Verbreitung der Da'wah.
It is an utmost duty upon the Muslim Ummah to convey the message of Islam to humanity. On His arrival from Khaybar, the Messenger of Allah (saw), addressing his companions (ra), said, “Oh people, Allah has sent me as a mercy to all mankind; do not dispute with me like the disciples disputed with Isa (as) son of Maryam. The companions exclaimed : And how did the disciples dispute, O Prophet of Allah? He (saw) answered : He (Isa) called them to that which I called you; he who was sent to a near place was pleased and satisfied, but he who was sent to a far place became displeased and heavy footed.” This is an indication of the importance of carrying the da‘wah.
Das Verhältnis des islamischen Staates zu anderen Staaten
The Relationship of the Islamic State with Other States
Die Beziehungen des Islamischen Staates zu anderen Staaten sollten auf vier Grundsätzen aufgebaut sein:
The relationship of the Islamic State with other states should be built upon four approaches:
1. Erstens sind die Länder der muslimischen Welt als Teil eines einzigen Landes zu betrachten. Daher werden diese Länder nicht im Bereich der Außenpolitik betrachtet. Stattdessen besteht das Vorgehen darin, sie alle zu einem einzigen Staat zu vereinen. Wenn zum Beispiel der Staat in Ägypten errichtet würde, dann wären alle anderen muslimischen Länder nicht als fremde Staaten, sondern als Teil der islamischen Umma zu betrachten. Wir würden sie nicht als eigenständige Staaten anerkennen. Deshalb würden wir in ihnen keine Botschaften errichten und umgekehrt. Stattdessen sollten wir die Muslime in diesen Ländern zu ihrer Pflicht aufrufen, sich dem islamischen Staat anzuschließen.
1. Firstly, the countries of the Muslim world are to be considered as being part of one country. Hence, these countries are not considered in the sphere of foreign policy. Instead the procedure will be to unify them all into one state. For example, if the State was established in Egypt, then all the other Muslim countries would be considered - not as foreign states - but as part of the Muslim Ummah. We would not recognise them as separate states. Therefore, we would not establish our embassies in them or vice versa. Instead we should call the Muslims in those countries to their duty which is to unite themselves to the Islamic State.
2. Mit jenen Staaten, mit denen der Islamische Staat wirtschaftliche, handelspolitische, nachbarschaftliche und/oder kulturelle Verträge geschlossen hat, wird gemäß den Bedingungen dieser Verträge verfahren. Die wirtschaftlichen und handelspolitischen Beziehungen zu ihnen müssen jedoch auf bestimmte Güter beschränkt bleiben, die der Umma nützen. Sie dürfen nicht dazu führen, dass diese Staaten auf unsere Kosten gestärkt werden.
2. Those states with whom the Islamic State has economic, commercial, good neighbouring and/or cultural treaties; they are treated in accordance to the terms of the treaties. However, the economic and commercial relations with them must be confined to certain items that benefit the Ummah. It must not lead to the strengthening of those states on our account.
3. Diejenigen Staaten, mit denen wir keine Verträge haben; die eigentlichen imperialistischen Staaten wie Amerika, Frankreich und Großbritannien; und jene Staaten, die Ambitionen im Islamischen Staat hegen, wie Russland. Alle diese Staaten gelten als potenzielle Kriegsgegner und mögliche Angreifer. Gegen sie sind alle Vorsichtsmaßnahmen zu treffen.
3. Those states with whom we do not have treaties; the actual Imperialist states like America, France and Britain; and those states that have ambitions in the Islamic State, such as Russia. All these states are considered as potential enemies of war and possible invaders. All precautions should be taken with them.
Die Grundlage und die Methode der Außenpolitik
The Basis and the Method for the Foreign Policy
Die Grundlage der Beziehungen zwischen dem Islamischen Staat und den anderen Staaten ist die Pflicht, den Ruf des Islam (Da'wah) zu verbreiten. Das Mittel, dies zu erreichen, ist die Ausrufung des Dschihad. Dies war die Methode Muhammads ﷺ, sobald der Islamische Staat in Medina gegründet war. Es muss betont werden, dass es den Muslimen nicht erlaubt ist, mit dem Feind zu kämpfen, ohne ihm zuvor die Gelegenheit zu geben, den Islam anzunehmen und dadurch Teil des Islamischen Staates zu werden. Dies ist der erste Schritt des dreistufigen Verfahrens zur Verbreitung des Rufes des Islam durch den Dschihad.
The root of interaction between the Islamic State and the other states is the duty to propagate the call of Islam (da‘wah). The method by which to achieve this is the declaration of Jihad. This was the method of Muhammad (saw) as soon as the Islamic State was established in Madinah. It must be stressed that the Muslims are not permitted to start fighting with the enemy without first presenting them with the opportunity to accept and embrace Islam, thereby becoming part of the Islamic State. This is the first process of the three stage method of delivering the call of Islam through Jihad.
Wird dieses Angebot abgelehnt, werden sie aufgefordert, die Dschizya (Kopfsteuer) zu zahlen und Teil des Staates zu werden. Sie würden als Dhimma (nichtmuslimischer Staatsbürger des Staates) behandelt, d. h. der Staat wäre für ihre Sicherheit und ihren Schutz verantwortlich. Sie würden nach der islamischen Scharia regiert, und ihr Land würde zu muslimischem Land und Teil des islamischen Staates.
If this offer is turned down, they are asked to pay jizyah (head tax) and to be part of the State. They would be treated as dhimma (non- Muslim citizen of the State), i.e. the State would be responsible for their security and protection. They would be ruled by the Islamic Shari‘ah and their land would become Muslim land and part of the Islamic State.
Wenn der Feind hingegen beide dieser Optionen ablehnt, nämlich sowohl den islamischen Glauben und das islamische System zurückzuweisen als auch das System und die Zahlung der Dschizya abzulehnen, würden die Muslime zur dritten Stufe übergehen und ihnen den Krieg erklären. Muslim überliefert auf Autorität von Sulaiman ibn Buraid, dass der Gesandte Allahs ﷺ sagte: „Wenn sie es ablehnen, den Islam anzunehmen, verlangt von ihnen die Dschizya. Wenn sie einwilligen zu zahlen, nehmt sie von ihnen an und haltet eure Hände zurück. Wenn sie sich weigern, die Dschizya zu zahlen, so sucht Allahs Hilfe und kämpft gegen sie.“
If the enemy on the other hand refused both of these options, namely to reject the Islamic Belief and System or reject the System and the payment of jizyah, the Muslims would proceed to the third stage and declare war upon them. Muslim narrated on the authority of Sulaiman ibn Buraid that the Messenger of Allah (saw) said, “If they refuse to accept Islam, demand from them the jizyah. If they agree to pay, accept it from them and hold off your hands. If they refuse to pay the jizyah, seek Allah’s help and fight them.”.
2. Das Militär
2. The Military
Die Armee des Islamischen Staates
The Army of the Islamic State
Die Angelegenheiten der inneren Sicherheit, der Möglichkeit, da'wah zu verbreiten, und der Abwehr äußerer Angriffe werden von der Armee übernommen.
The issues of internal security, the ability to spread da‘wah, and repel foreign attacks are taken care of by the army.
Allah (swt) hat uns verpflichtet, den Islam in der Welt zu verbreiten, und hat als Weg dafür Da'wah und Dschihad festgelegt, und dass der Dschihad Fard ist. Dementsprechend ist jeder männliche Muslim, der das Alter von fünfzehn Jahren erreicht, verpflichtet, sich in der Armee einzuschreiben und eine militärische Ausbildung zu absolvieren, um sich auf den Dschihad vorzubereiten. Allah (swt) sagt:
Allah (swt) has obligated us to spread Islam to the world and has specified the method as da‘wah and Jihad, and that Jihad is fard. Accordingly, every male Muslim who reaches the age of fifteen is obliged to enlist in the army and undergo military training to prepare for Jihad. Allah (swt) says,.
„Und kämpft gegen sie, bis es keine Verfolgung mehr gibt und die Religion ganz und gar für Allah ist.“ [TMQ 8:39].
“And fight them (on) until there is no more tumult or oppression, and there prevails justice and faith in Allah, altogether and everywhere.” [TMQ 8:39].
Der Prophet ﷺ sagte: „Und kämpft gegen die Menschen, die Allah Götzen beigesellen, mit eurem Besitz, eurer Hand und eurer Zunge.“
The Prophet (saw) said, “And fight the people who associate (things) with Allah with your wealth, your hand and your tongue.”.
Die Struktur der Armee
The Structure of the Army
Die Armee gliedert sich in zwei Abteilungen. Erstens gibt es die „Regulären“, die als Soldaten der Armee des Staates angestellt sind und aus dem Haushalt des Staates Gehälter erhalten. Zweitens gibt es die „Reservisten“, die sämtliche Muslime umfassen, die zum Kampf fähig sind, und die mobilisiert werden, wenn der Bedarf an Soldaten es erfordert.
The army is divided into two sections. Firstly, there are the ‘regulars’, who are employed as soldiers of the State’s army and who are paid salaries from the State’s budget. Secondly, there are the ‘reservists’, who comprise of all the Muslims who are capable of fighting, and are mobilised when the demand for soldiers requires it.
Im Allgemeinen ist es der Khalifah, der Anführer des Heeres ist; er ernennt den Oberbefehlshaber, einen General für jede Brigade und einen Kommandeur für jede Division. Die Brigadiere und Kommandeure ernennen die übrigen Ränge des Heeres. Die Mitglieder des Generalstabs werden entsprechend ihrer militärischen Qualifikation vom Generalstabschef ernannt.
It is generally the Khaleefah who is the leader of the army; he appoints the commander-in-chief, a general for each brigade and a commander for each division. The brigadiers and commanders appoint the remaining ranks of the army. Members of the general staff are appointed according to their military culture by the general chief of staff.
Die Armee des Kalifats ist eine einzige Armee, die in bestimmten Lagern untergebracht ist. Einige dieser Lager müssen in verschiedenen Provinzen (Wilayaat) und an strategisch wichtigen Orten stationiert sein, und einige müssen dauerhaft als bewegliche Kampftruppen bestehen bleiben. Die Lager sind in zahlreiche Gruppen gegliedert, von denen jede eine Nummer erhält, die ihrem Namen beigefügt wird, etwa die 1. Armee oder die 3. Armee, oder sie kann nach einer Provinz (Wilayah) oder einem Bezirk (‘Imala) benannt werden.
The army of the Khilafah is one army, which is located in specific camps. Some of these camps must be located in different provinces (wilayaat) and strategic locations, and some must remain permanently mobile fighting forces. The camps are organised in numerous groups, each one of which is given a number to accompany its name, such as the 1st Army, the 3rd Army, or it can be named after a province (wilayah) or district (‘imala).
Die Aufgabe der Armee
The Function of the Army
Eine der Aufgaben des Heeres im Islam ist die Erfüllung der Pflicht des Dschihad – des körperlichen Kampfes (auf dem Schlachtfeld) gegen die Kafiroon (Ungläubigen), sei es angreifend oder verteidigend, um den Namen (Deen) Allahs (SWT) zur Vorherrschaft zu bringen. Allah (SWT) hat die Vorbereitung auf den Dschihad im folgenden Vers angeordnet:
One of the functions of the army, in Islam, is to fulfil the obligation of Jihad - the physical fighting (in the field of battle) against the kafiroon (disbelievers), be it offensive or defensive, in order to make the Name (deen) of Allah (swt) dominant. Allah (swt) ordered the preparation for Jihad in the ayah:
„Haltet für sie (die Ungläubigen) bereit, was ihr an Streitmacht und an gesatteltem Pferdematerial aufbieten könnt, damit ihr damit den Feind Allahs und euren Feind in Schrecken versetzt und andere außer ihnen, die ihr nicht kennt. Allah kennt sie. Was immer ihr auf dem Weg Allahs ausgebt, wird euch voll vergolten werden, und euch wird nicht Unrecht getan.“ [TMQ 8:60].
“Make ready for them (the unbelievers) all you can of (armed) force and of horses tethered, that thereby you may strike fear into the hearts of the enemy of Allah and your enemy, and others beside them whom you know not. Allah knows them. Whatsoever you spend in the way of Allah it will be repaid for you in full, and will not be wronged.” [TMQ 8:60].
Der Prophet ﷺ zeigte die Macht des Staates, indem er das muslimische Heer vor dem Aufbruch nach Tabuk zum Krieg innerhalb von Madinah marschieren ließ. Diese Handlung versetzte den Feind in Schrecken. Wie er ﷺ sagte: „Mir wurde der Sieg durch den Schrecken gegeben, den Gott in die Herzen meiner Feinde geworfen hat, selbst aus einer Entfernung von einem Monat Reisezeit.“
The Prophet (saw) showed the power of the State by marching the Muslim army inside Madinah before they went to Tabuk for war. This action frightened the enemy. As he (saw) said, “I have been given the victory by the terror thrown in the hearts of my enemies even from the distance of one month travelling.”.
Diese Aufgaben der Armee stehen alle im Zusammenhang mit der Wahrung der äußeren Sicherheit des Staates.
These functions of the army are all related to maintaining the external security of the State.
Die Außenpolitik des Islamischen Staates besteht darin, den Islam in der ganzen Welt zu verbreiten. Das Mittel, mit dem der Staat den Islam verbreitet, sind da'wah und Dschihad. Da die Umma dem Imam bzw. Khalifen die Befugnis übertragen hat, diesen Dschihad zu führen, ist es daher wichtig, dass der Oberbefehlshaber des Heeres das Staatsoberhaupt ist. Der Prophet ﷺ knüpfte Beziehungen zu anderen auf der Grundlage der Verbreitung des Islam. Er ﷺ besiegelte den Vertrag von Hudaybiyah, um sich die Möglichkeit zu verschaffen, den Islam auf der gesamten Arabischen Halbinsel zu verbreiten. Der Prophet ﷺ war das Staatsoberhaupt in Madinah, und er ﷺ leitete das Heer zu allen Schlachten, die zu seiner Zeit stattfanden. Danach waren es ebenfalls die Khulafa'a Rashidoon, die die Befehle gaben, wo und wann das Heer kämpfen sollte. Aus diesen Punkten wird deutlich, dass das Staatsoberhaupt die Person ist, die für die Führung des Heeres verantwortlich ist.
Den Armeen islamische und militärische Kultur vermitteln
Giving the Army Islamic and Military Culture
Das Heer ist gewöhnlich das Werkzeug, das anderen Ländern den Weg zur Da‘wah des Islam öffnet. Daher muss das Militärpersonal intellektuell gehoben sein. Das heißt, es muss gut über den Islam unterrichtet sein und in der Lage sein, die Botschaft an andere Menschen weiterzugeben. Darüber hinaus muss das Personal politisch bewusst sein, damit es fokussiert bleibt und nicht von den Gegnern manipuliert wird.
The army is usually the tool that opens up other countries to the da‘wah of Islam. Thus, the army personnel have to be intellectually elevated. Meaning, that they have to be well educated about Islam and be able to convey the message to other people. Furthermore, the personnel have to be politically aware so that they remain focused and are not manipulated by the opponents.
Iman der Armeeangehörigen
Iman of the Army Personnel
Die Armee ist ein integraler Bestandteil der Verbreitung der Botschaft des Islam in der Welt. Ihre Angehörigen müssen daher hervorragend in der Religion des Islam gebildet sein und einen festen Iman besitzen. Die Armee muss darauf Wert legen, Menschen mit diesen Eigenschaften in ihren Reihen heranzubilden. Eine Armee mit starkem Iman wird ihre Gegner gewiss besiegen können. Dies sehen wir zur Zeit des Propheten ﷺ bestätigt. Die Muslime waren in vielen der frühen Schlachten zahlenmäßig unterlegen, erzielten aber dennoch mit der Hilfe Allahs (SWT) den Sieg. Dies sahen wir in der Schlacht von Badr, wo das Verhältnis 3 zu 1 betrug, und in der Schlacht der Verbündeten (Ahzab), wo das Verhältnis 4 zu 1 betrug.
The army is an integral part of delivering the message of Islam to the world. Its people must, therefore, be highly educated in Islam, and with firm iman. The army must place emphasis on building people with these characteristics within its ranks. An army with strong iman will surely be able to defeat its opponents. We find this to be the case in the time of the Prophet (saw). Muslims were outnumbered in many of the early battles, but with the help of Allah (swt) still achieved victory. This we saw in the battle of Badr where there was a 3 to 1 ratio and in the battle of Ahzab, where there was a 4 to 1 ratio.
3. Die innere Sicherheit
3. The Internal Security
Die Abteilung für innere Sicherheit überwacht alles, was mit der Sicherheit innerhalb des Islamischen Staates zusammenhängt, und setzt zu diesem Zweck die Streitkräfte ein.
The department of Internal Security oversees everything connected with security inside the Islamic State, utilising the military forces for this purpose.
Die innere Sicherheit ebenso wie die äußere Sicherheit wird von der Armee gewahrt. Die Aufgaben der (Polizei) unterstehen der Kontrolle der Armee. Der Prophet ﷺ ernannte Qays ibn Sa‘ad zum Leiter der Sicherheit. Er war dafür da, den Propheten ﷺ zu beschützen, wenn dieser in der Majlis war. Es ist vorzuziehen, dass die Kräfte der inneren Sicherheit die Verfahren der regulären Armee beibehalten, damit sie wie in einer regulären Armee organisiert, leistungsfähig und koordiniert bleiben. Die Kräfte der inneren Sicherheit haben die Aufgabe der Überwachung, der Wahrung von Recht und Ordnung und der Durchsetzung der vom Staat erlassenen Gesetze. Der Prophet ﷺ ernannte ‘Abdullah ibn Mas‘ud zum Anführer der assas (Überwachung). Überwachung durch diesen Teil der Armee bedeutet nicht, in die Privatsphäre anderer einzudringen. Vielmehr dient sie der allgemeinen Überwachung. Da die Wahrung der inneren Sicherheit eine Aufgabe ist, für die der Staat verantwortlich ist, hat er kein Recht, von den Bürgern des Staates Abgaben für die Ausübung dieser Funktion zu erheben.
The internal security, as well as the external security, is preserved by the army. The functions of the (police) are under the control of the army. The Prophet (saw) appointed Qays ibn Sa‘ad as the head of security. He was there to protect the Prophet (saw) when he was in Majlis. It is preferable for the internal security force to maintain the procedures of the regular army, so that it will remain organised, efficient, and co-ordinated as in a regular army. The internal security force has the function of surveillance, preserving law and order, and to execute the laws adopted by the State. The Prophet (saw) appointed ‘Abdullah ibn Mas‘ud as the leader of assas (surveillance). Surveillance, by this part of the army, does not mean to invade the privacy of others. Rather, its usage is for general surveillance. Since maintaining the internal security is an action the State is responsible for, it has no right to levy payments on the citizens of the State for executing this function.
4. Die Industrie
4. The Industry
Die Vorbereitung auf die Außenpolitik erfordert eine stark ausgerüstete Armee. Daher wird der Islamische Staat danach streben, die neueste Kriegstechnologie zu erlangen, einschließlich nuklearer Fähigkeiten, Raumfahrtprogrammen und Computertechnologie, um bereit zu sein, dem Feind auf dieselbe Weise zu begegnen, wie sie bekämpft wird. Die Wirtschaft und Industrie des Islamischen Staates werden in ähnlicher Weise darauf ausgerichtet sein, die Armee und die Anstrengung des Dschihad zu unterhalten.
Preparation for the foreign policy will require a strongly equipped army. Therefore, the Islamic State will endeavour to obtain the latest technology in warfare, including nuclear capability, space programmes and computer technology, to be ready to fight the enemy in a like way as she is fought. The economy and industry in the Islamic State will be similarly geared towards sustaining the army and the effort of Jihad.
Die Industrieabteilung leitet sämtliche Angelegenheiten, die mit der Industrie zusammenhängen, einschließlich der Schwerindustrie, etwa der Herstellung von Motoren, Triebwerken und Karosserien; der Metallurgie, der Elektronikindustrie und der Leichtindustrie; sowie der Fabriken in privatem und öffentlichem Besitz, die mit der Militärindustrie verbunden sind. Alle Fabriken gleich welcher Art sollen auf der Grundlage errichtet werden, die Militärpolitik zu ergänzen.
The department of industry directs all affairs connected with industry, including heavy industry, such as the production of motors engines and car bodies; metallurgical industries, electronics and light industries; and factories of private and public ownership connected with the military industry. All factories of whatever type should be established on the basis of complementing the military policy.
Unter der Anleitung der Behörde des Emirs des Dschihad wird der Islamische Staat seine Außenpolitik umsetzen und den Din des Islam der übrigen Menschheit verbreiten. Auf diesem Wege und mit der Hilfe Allahs (swt) wird der Staat erreichen können, dass das Wort Allahs (swt) auf der ganzen Welt die Oberhand gewinnt.
It is under the guidance of the department of the Amir of Jihad that the Islamic State will implement its foreign policy and propagate the deen of Islam to the rest of mankind. By these means, and the help of Allah (swt), the State will be able to achieve the dominance of the word of Allah (swt) throughout the world.
Die Rechtsprechung
The Judiciary
Das Justizsystem im Islam beruht ausschließlich auf der Scharia. Wir müssen uns bewusst machen, dass Gerechtigkeit nicht vollständig verwirklicht werden kann, solange der Islam nicht in seiner Gesamtheit angewandt wird. Dies zu unterlassen würde bedeuten, Teile der Gebote Allahs zu vernachlässigen und die Herrschaft des Menschen als besser geeignet anzunehmen, mit dem anstehenden Problem fertig zu werden. Das führt nicht nur zur Störung des Wohlergehens der Gesellschaft, sondern ist zugleich ein Eingeständnis, dass Allah (swt) nicht wahrhaftig der Souverän ist. Im Qur'an finden wir, dass Allah (swt) zum Propheten ﷺ sagt:
The judicial system in Islam is solely based on the Shari‘ah. We must be mindful of the fact that justice cannot be fully served until and unless Islam is applied in its totality. To do otherwise, would mean leaving parts of Allah’s commandments and accepting the rule of man as better able to cope with the issue at hand. This not only leads to the disruption of the society’s well-being but is also an acknowledgement that Allah (swt) is not truly the Sovereign. We find in the Qur’an, Allah (swt) says to the Prophet (saw) :
„Aber nein, bei deinem Herrn, sie werden nicht (wirklich) gläubig sein, bis sie dich in allen Streitigkeiten zwischen ihnen zum Richter machen und in ihren Seelen keinen Widerstand gegen deine Entscheidungen finden, sondern sie mit vollster Überzeugung annehmen." [TMQ 4:65].
“But no by your Lord they can have no (real) faith until they make you judge in all disputes between them and in their souls find no resistance against your decisions but accept them with the fullest conviction.” [TMQ 4:65].
Die Einzelheiten des islamischen Justizsystems werden an anderer Stelle behandelt (siehe das Justizsystem), doch ist es hier nützlich, das Verhältnis des Herrschaftssystems zu den Gerichten zu erörtern.
The details of the Islamic judicial system are discussed elsewhere (see the Judicial System), but it is useful to discuss here the relationship of the ruling system with the courts.
Der Richter des Gerichtshofs für Unrechtshandlungen (Qadi al-Madhaalim)
The Judge of the Court for Unjust Acts (Qadi al-Madhaalim)
Diese Kategorie von Richtern innerhalb des islamischen Herrschaftssystems besteht aus Richtern, die Streitigkeiten schlichten, die zwischen dem Volk und dem Staat entstehen. Dieser Richter ist innerhalb eines Gerichts namens Mahkamat al-Madhaalim (das Gericht der Ungerechtigkeiten) im islamischen Staat zuständig. Im Kern wird dieser Richter des Gerichts der Ungerechtigkeiten eingesetzt, um alle ungerechten Handlungen innerhalb des islamischen Staates zu beseitigen, gleichgültig, ob sie vom Khaleefah, von Statthaltern oder von einem anderen Amtsträger des Staates begangen werden. Bei Streitigkeiten zwischen dem Volk und den Amtsträgern des islamischen Staates hat der Richter dieses Gerichts das Recht, den Amtsträger des Staates abzusetzen, sobald seine Vernachlässigung der Scharia oder das am Volk begangene Unrecht festgestellt ist.
This category of judges within the ruling system of Islam consists of judges who settle disputes arising among the people and the State. This judge has jurisdiction within a court called Mahkamat al-Madhaalim (the Court of Unjust Acts) in the Islamic State. In essence, this judge of the Court of Unjust Acts is appointed to remove all unjust acts within the Islamic State, whether they are committed by the Khaleefah, governors, or any other official of the State. In cases of disputes between the people and the officials of the Islamic State, the judge of this court has the right to dismiss the official of the State once his negligence of the Shari‘ah or injustice committed upon the people is established.
Beispielsweise kann dieses Gericht alle Angelegenheiten untersuchen, die vom Islamischen Staat ausgeführt werden und die Diskriminierung von Bürgern, die unzulässige Anwendung der Scharia, die fehlerhafte Auslegung der Scharia oder der Verfassung des Islamischen Staates, die Vernachlässigung der ihm erteilten Ratschläge durch den Khalifen, die ungerechtfertigte Erhebung einer Steuer von den Bürgern des Islamischen Staates usw. betreffen.
As examples, this court may investigate all matters executed by the Islamic State involving discrimination upon citizens, improper application of the Shari‘ah, improper interpretation of the Shari‘ah or the Constitution of the Islamic State, negligence by the Khaleefah of the opinions given to him, forcing a tax unduly upon the citizens of the Islamic State, etc.
Eine interessante Situation entsteht, wenn ein Fall untersucht wird, der die Vernachlässigung der Scharia durch den Khalifen betrifft. Der Qadi al-Madhaalim wird entweder ein Urteil zugunsten der Handlungen des Khalifen oder gegen ihn fällen müssen. Fällt das Urteil zugunsten des Khalifen, bleibt dessen Mandat bestehen, und der Fall gilt in der Tat als rechtmäßig und nicht als Vernachlässigung. Entscheidet der Richter dagegen gegen den Khalifen, was eine Vernachlässigung der Scharia bedeutet, muss der Khalif sich dem Urteil des Richters fügen. Kommt er dem nicht nach, ist der Richter befugt, den Khalifen aufgrund der Vernachlässigung der Scharia von seinem Amt zu entheben.
Das Verwaltungssystem
The Administrative System
Das Verwaltungssystem besteht aus jener Gruppe von Menschen, die die Anordnungen des Islamischen Staates gegenüber den Bürgern ausführt und die Angelegenheiten des Islamischen Staates verwaltet. Da der Islamische Staat die Scharia gegenüber allen seinen Bürgern umsetzen muss, wird es notwendig, ein Verwaltungssystem zu haben, um dies zu erreichen. Viele Regeln im Islam verpflichten den Islamischen Staat, eine Verwaltungsstruktur für ihre Umsetzung zu besitzen. So ist beispielsweise die Regel zur Einziehung der Zakat ein Beispiel, die den Islamischen Staat verpflichtet, Personal für ihre ordnungsgemäße Durchführung einzustellen. Jeder Stil oder jede Taktik ist zulässig, solange sie mit der Scharia übereinstimmt. Doch der wichtige Punkt ist, dass „die Aufgabe erledigt wird“. Daher ist es für den Islamischen Staat geboten, den effizientesten Stil zu verwenden, um die Regeln des Islam umzusetzen, solange sie innerhalb der Grenzen der Scharia bleiben.
The administrative system consists of that body of people which executes the Islamic State’s orders upon the citizens and manages the Islamic State’s affairs. Since the Islamic State must implement the Shari‘ah upon all of its citizens, it becomes necessary to have an administrative system to accomplish this. Many rules in Islam compel the Islamic State to have an administrative body for their implementation. As such, the rule for collection of zakat, which necessitates the Islamic State to employ personnel for its proper implementation, is one example. Any style or tactic used would be permissible, as long as it accords with the Shari‘ah. But, the important point is that ‘the job gets done’. Therefore, it is incumbent upon the Islamic State to use the most efficient style to implement the rule of Islam, as long as they fall within the bounds of the Shari‘ah.
Wir wissen, dass der Prophet ﷺ die Angelegenheiten der Ummah während seiner Zeit in Madinah leitete. Er ﷺ ernannte viele Verwalter, die verschiedene Aufgaben übernahmen, damit der Islamische Staat effizient geführt werden konnte. Als Beispiel ernannte er ‘Ali ibn Abi Talib (ra) zum Schreiber der Verträge, welche der Prophet ﷺ mit anderen Völkern schloss.
We know that the Prophet (saw) managed the affairs of the Ummah, during his period in Madinah. He (saw) appointed many administrators to carry out various functions so that the Islamic State would run efficiently. As an example, he appointed ‘Ali ibn Abi Talib (ra) as a scribe for treaties which the Prophet (saw) concluded with other nations.
Der Prophet ﷺ übergab die Verwaltung seines Siegels (mit dem er seine Unterschrift auf amtlichen Dokumenten des Staates anbrachte) an Al-Harith ibn Auf al-Mazi. Ibn Abi Fatimah wurde bestimmt, die Statistik über die Ghanima (Kriegsbeute) zusammenzustellen. Hudhayfa ibn al-Yaman war der Schreiber für die Zahlen der kultivierten Früchte im Gebiet des Hidschaz auf der Arabischen Halbinsel. ‘Abdullah ibn Arqam wurde beauftragt, die Anzahl der Menschen in den Stämmen zu berechnen, und erhielt außerdem die Aufgabe, die Wasserversorgung im Islamischen Staat zu verwalten. Im zwanzigsten Jahr der Hidschra leitete ‘Umar ibn al-Khattab als zweiter Khalif das Diwan ein (eine Art Register) als Liste der Namen der Soldaten und anderer wesentlicher Angaben. Diese Methode der Führung eines Diwans wurde von den Persern übernommen, die diesen Stil zur Aufzeichnung ihrer Soldaten, ihrer Kampfausrüstung und anderer wesentlicher Informationen verwendet hatten. Eine ähnliche Technik wandte ‘Umar (ra) an, da es sich um ein mubah (erlaubtes) Mittel handelte.
Schura
Shura
Es ist von höchster Notwendigkeit, den Begriff der Schura (Beratung), so wie er im Islam verwendet wird, und was er tatsächlich bedeutet, zu verstehen, bevor man sich in eine ausführliche Diskussion über die Majlis al-Ummah begibt, das Hauptgremium, das an der Schura teilnimmt. Allah (SWT) sagt im Qur'an:
It is of utmost necessity to comprehend the concept of shura (consultation), as used in Islam, and what it actually means before indulging in a detailed discussion on Majlis al-Ummah, which is the main body that participates in shura. Allah (swt) states in the Qur’an:
„So verzeihe ihnen und bitte um Vergebung für sie und berate dich mit ihnen in den Angelegenheiten. Und wenn du dich entschieden hast, dann vertraue auf Allah.“ [TMQ 3:159]
“Pardon them and ask forgiveness for them and consult with them upon the conduct of affairs, and when you have decided (upon a course of action), place your trust in Allah.” [TMQ 3:159].
„Und diejenigen, die ihrem Herrn antworten und das Gebet verrichten und deren Angelegenheiten auf gegenseitiger Beratung beruhen.“ [TMQ 42:38].
“And those who answer the call of their Lord and establish worship, and whose affairs are a matter of counsel.” [TMQ 42:38].
Die beiden oben genannten Verse (Ayat) des Qur'an stehen in direktem Zusammenhang mit dem Thema der Beratung. Schura bezeichnet das gegenseitige Beraten bzw. den gegenseitigen Austausch über eine bestimmte Angelegenheit, also das Einholen der Meinung der Menschen. Das Einholen von Meinungen geschieht seitens des Khalifen oder eines jeden Amirs oder verantwortlichen Menschen, sei es ein Herrscher oder ein Anführer. Das Mitteilen der eigenen Meinung an die verantwortliche Person, sei es ein Herrscher oder ein Anführer, ist hingegen lediglich eine Naseeha (ein Rat).
The two ayat (verses of Qur’an) mentioned above are directly related to the issue of consultation. Shura denotes engaging in mutual consultation or mutual discussions regarding a particular matter i.e. taking people’s opinion. Taking opinions occurs on the part of the Khaleefah or any Amir or responsible person be it a ruler or a leader. As for the declaration of the opinion to the person in charge, be it a ruler or a leader, it is just a naseeha (advice).
Bevor wir die Anwendung der Schura, so wie sie der Gesandte Allahs ﷺ praktizierte, auf unsere heutigen Angelegenheiten behandeln, müssen wir die Vorstellung der Meinungseinholung untersuchen und jede Unklarheit beseitigen, die in den Köpfen der Muslime besteht. Realistisch betrachtet kann eine Meinung eingeholt werden zu:
Majlis al-Ummah (Rat der Ummah)
Majlis al-Ummah (Council of the Ummah)
Die Majlis al-Ummah ist Teil der Herrschaftsstruktur des Islam. Sie befasst sich mit Angelegenheiten, die mubah sind und zu deren richtiger Schlussfolgerung kein Fachmann erforderlich ist. Die Entscheidungen der Majlis al-Ummah werden als „mashura“ bezeichnet. Die Meinung der Mehrheit ist in diesem Fall die verbindliche Meinung, da es bei den mubah-Angelegenheiten kein festgelegtes Richtig oder Falsch gibt. Der Khaleefah ist daher verpflichtet, die Meinungen der Majlis al-Ummah zu wahren, solange sich diese Meinungen im rechtlichen Bereich der Meinungsbildung für die Majlis al-Ummah bewegen. Dies wird durch das Hadith des Propheten ﷺ belegt: „Wenn ihr beide (gemeint sind ʿUmar und Abu Bakr) über eine mashura übereinstimmt, würde ich ihr nicht zuwiderhandeln.“
The Majlis al-Ummah is part of the ruling structure of Islam. It deals with matters which are mubah and do not require an expert to arrive at the correct conclusion. These decisions of the Majlis al-Ummah are termed as ‘mashura’. The majority’s opinion is the binding opinion, in this case, since there is no set right or wrong in the mubah matters. The Khaleefah is therefore obliged to uphold the opinions of the Majlis al- Ummah, as long as the opinions are in the legal area of opinion for the Majlis al-Ummah. This is substantiated by the hadith of the Prophet (saw) : “If both of you (referring to ‘Umar and Abu Bakr) agree on a mashura, I would not go against it..”
Struktur und Funktionsweise der Majlis al-Ummah
Structure and Functionality of Majlis al-Ummah
Die Personen, die die Muslime vertreten, indem sie ihre Meinung gegenüber dem Staatsoberhaupt äußern, werden in die Majlis al-Ummah berufen. Nichtmuslimen ist es erlaubt, an bestimmten Sitzungen des Majlis teilzunehmen, um Beschwerden über Unterdrückung durch den Machtapparat vorzubringen oder um irgendwelche Probleme zu schildern, auf die sie bei der Umsetzung des Islam ihnen gegenüber stoßen.
The persons who represent the Muslims in voicing their opinions to the head of the State are called to the Majlis al-Ummah. It is allowed for the non-Muslims to be in certain sessions of the Majlis, for the purpose of presenting complaints about oppression by the hand of the ruling apparatus or to complain about any problems, which they encounter with regards to the implementation of Islam upon them.
Die Mitglieder des Majlis al-Ummah werden vom Volk gewählt, und bei der Frage, wer Mitglied werden kann, wird nicht nach Geschlecht unterschieden. Solange der Kandidat die Staatsbürgerschaft besitzt, bei klarem Verstand ist und das Alter der Volljährigkeit (nach der Pubertät) erreicht hat, ist er oder sie wählbar.
The members of the Majlis al-Ummah are elected by the people, and there is no gender distinction in who can be a member. As long as the candidate carries the citizenship, is sane and is in his/her post-puberty years, then he or she qualifies.
Hinsichtlich der Struktur der Majlis al-Ummah können es zwei Hauptausschüsse geben: einen zur Aufsicht über die Zentralregierung und einen für die Provinzregierung. Innerhalb dieser Hauptausschüsse bestehen Unterausschüsse, denen je nach den Fähigkeiten der einzelnen Personen bestimmte Aufgaben zugewiesen werden.
Pertaining to the structure of the Majlis al-Ummah, there can be two main committees. One to oversee the central government and one for the provincial government. Within these main committees exist subcommittees which are assigned specific tasks based on the ability of the individuals.
Gewaltenteilung und Kontrolle
Checks and Balances
Das Wesen des Islam besteht darin, Gerechtigkeit und gesellschaftliche Harmonie zu bewahren und institutionelle Unterdrückung, wo sie auftritt, zu entwurzeln und zu beseitigen. Die Souveränität gehört zu den Quellen der Gesetzgebung des Islam, und das Ziel dieser Quellen der Gesetzgebung ist es, die gesellschaftlichen Ideale zu sichern und aufrechtzuerhalten, während zugleich die individuellen Bedürfnisse jedes Menschen in der Gesellschaft befriedigt werden. Der Islam hat den Menschen die Befugnis übertragen, die Regeln der Scharia umzusetzen, wodurch diese Ziele und Zwecke gewahrt werden sollen. Die Menschen wiederum bestellen eine Person (den Khalifen), die sie nach dem Islam regiert, und sie sind berechtigt, Gewalt anzuwenden, um den Khalifen abzusetzen, falls dieser eindeutig gegen die Scharia verstoßen hat.
The nature of Islam is to preserve justice and societal harmony, and to uproot and eliminate institutional oppression if and when it presents itself. Sovereignty belongs to Islam’s legislative sources, and the aim of Islam’s legislative sources is to secure and uphold the societal ideals, while satisfying the individual needs of each human being in the society. Islam granted the people the authority to implement the Shari‘ah rules whereby these aims and objectives would be maintained. The people in turn appoint one person (The Khaleefah) to rule them by Islam, and they are permitted to use force to remove the Khaleefah, in case he clearly went against the Shari‘ah.
Einer der Zweige des Justizsystems wird Mahkamat al Madhaalim (Gericht der ungerechten Handlungen) genannt. Die primäre Rolle oder Funktion dieses Justizzweigs besteht darin, Streitigkeiten zwischen den Menschen und dem Khalifen beizulegen. Der Beschluss oder das Urteil eines Richters im Justizzweig kann nicht aufgeschoben werden, sondern muss umgesetzt werden, selbst wenn der Beschluss die Absetzung des Khalifen selbst oder einer von ihm eingesetzten Person zum Inhalt hat. Die Nichtumsetzung des Beschlusses oder Urteils eines Richters im Mahkamat al Madhaalim berechtigt die Menschen, den Khalifen abzusetzen, notfalls auch mit Gewalt.
One of the branches of the judicial system is called Mahkamat al Madhaalim (Court of Unjust Acts). The primary role or function of this judicial branch is to settle disputes between the people and the Khaleefah. The order or finding of a judge in the judicial branch cannot be stayed, but rather it must be implemented, even if the order was to remove the Khaleefah himself, or anyone that he has deputised. Failure to implement the order or finding of a judge in Mahkamat al Madhaalim, provides a license to the people to remove the Khaleefah, even by force if necessary.
Eine der Funktionen der Majlis al-Ummah besteht darin, eine Plattform zu schaffen, auf der die Menschen ihre Zufriedenheit oder Unzufriedenheit sowie ihre Beschwerden gegenüber der Regierung äußern können. Die Mahkamat al-Madhaalim würde die Beschwerden von der Majlis al-Ummah entgegennehmen, oder der einzelne Bürger im Staat könnte seine Beschwerde direkt bei der Mahkamat al-Madhaalim einreichen. Jeder unterliegt den Quellen der islamischen Gesetzgebung, und daher gibt es in der islamischen Gesellschaft keine Elite-Klasse. Jeder, der der Gerichtsbarkeit des Islamischen Staates untersteht, sei er Muslim oder Nicht-Muslim, muss in seinen Rechten geschützt sein. Daher ist die Methode des Islam zur Wahrung der Gerechtigkeit und des gesellschaftlichen Friedens sowie zur Ausrottung und Beseitigung von Unterdrückung realistisch und praktikabel.