6.5.1 Die auswärtigen Angelegenheiten (Außenpolitik)
6.5.1 The External Affairs (Foreign Policy)
Die Außenpolitik des Islamischen Staates
The Foreign Policy of the Islamic State
Die Außenpolitik des Islamischen Staates umfasst die äußeren Politiken des Staates und seine Beziehungen zu anderen Nationen und Ländern. Die Außenpolitik im Islam dient drei Zielen:
The foreign policy of the Islamic State covers the external policies of the State and its relationship with other nations and countries. The foreign policy in Islam serves three objectives:
1. Zum Schutz des Bestandes des Staates und der Umma.
1. To protect the entity of the State and the Ummah.
2. Um den Da‘wah an andere Menschen und Völker zu erleichtern.
2. To facilitate the da‘wah to other people and nations.
3. Die Regelung der Beziehungen des Islamischen Staates zu anderen Staaten.
3. To organise the relationship of the Islamic State with other states.
Wenn man diese Ziele betrachtet, wird deutlich, dass die Außenpolitik des Islamischen Staates nicht nur eine Pflicht (fard) für die Muslime ist, die sie umzusetzen haben, sondern angesichts des bestehenden Blutvergießens, der Vergewaltigungen und der Zerstörung unter den Muslimen überall auf der Welt, etwa in Bosnien, Kaschmir, Palästina usw., auch eine praktische Notwendigkeit.
When one considers these aims it becomes clearly apparent that the foreign policy of the Islamic State is not merely a fard (obligation) upon the Muslims to implement, but with the existing bloodshed, rape and destruction of Muslims around the world, like Bosnia, Kashmir, Palestine etc., it is a practical necessity.
Es ist eine überaus wichtige Pflicht für die muslimische Ummah, die Botschaft des Islam der Menschheit zu überbringen. Als der Gesandte Allahs ﷺ von Chaibar zurückkehrte, wandte er sich an seine Gefährten (ra) und sprach: „O Menschen, Allah hat mich als Barmherzigkeit für alle Menschen gesandt; streitet nicht mit mir, so wie die Jünger mit Isa (as), dem Sohn der Maryam, stritten.“ Die Gefährten riefen aus: „Und wie haben die Jünger gestritten, o Prophet Allahs?“ Er ﷺ antwortete: „Er (Isa) rief sie zu dem, wozu ich euch gerufen habe; wer zu einem nahen Ort gesandt wurde, war zufrieden und zufriedengestellt, wer jedoch zu einem fernen Ort gesandt wurde, wurde unzufrieden und schwerfüßig.“ Dies ist ein Hinweis auf die Bedeutung der Verbreitung der Da‘wa.
It is an utmost duty upon the Muslim Ummah to convey the message of Islam to humanity. On His arrival from Khaybar, the Messenger of Allah (saw), addressing his companions (ra), said, “Oh people, Allah has sent me as a mercy to all mankind; do not dispute with me like the disciples disputed with Isa (as) son of Maryam. The companions exclaimed : And how did the disciples dispute, O Prophet of Allah? He (saw) answered : He (Isa) called them to that which I called you; he who was sent to a near place was pleased and satisfied, but he who was sent to a far place became displeased and heavy footed.” This is an indication of the importance of carrying the da‘wah.
Und Allah (SWT) sagt:
And Allah (swt) says,.
„Er ist es, der Seinen Gesandten mit der Rechtleitung und der Religion der Wahrheit gesandt hat, damit Er sie über alle anderen Religionen siegen lasse.“ [TMQ 9:33]
“It is He who has sent the Messenger with the guidance and the deen of truth, that it may prevail over all other deens.” [TMQ 9:33].
Die Pflicht zur Verbreitung des Islam macht es erforderlich, dass die Muslime mit dem in Verbindung stehen, was auf der ganzen Welt geschieht. Diese Verbindung setzt ein Bewusstsein für die vielen verschiedenen Staaten, Völker und Gedanken voraus, denn all diese sind für das Ziel wesentlich, d. h. für die Verbreitung des Islam.
The duty to spread Islam necessitates that the Muslims be in contact with what is happening all over the world. This contact requires an awareness of the many differing states, peoples and thoughts, because all of them are essential to the goal, i.e. the spreading of Islam.
Unser Ziel als islamische Umma ist es, den Islam in alle Winkel der Erde zu tragen, und das bedeutet, dass wir gezwungen sind, auf internationaler Ebene zu arbeiten. Mit anderen Worten: Wir müssen die Lage und die wichtigsten Probleme der Welt kennen, die Beweggründe und die öffentliche Meinung der Menschen verstehen, die verschiedenen politischen Handlungen und Manöver begreifen und vor allem wissen, was auf der internationalen Bühne geschieht. Dieses politische Bewusstsein ist für die großen Staaten von höchster Bedeutung und ist das, womit sich Politiker auf der ganzen Welt hauptsächlich beschäftigen.
Our goal as an Islamic Ummah is to spread Islam to all corners of the globe and this means we are compelled to work on an international level. In other words we must know the situation and major problems of the world, understand the motives and public opinion of the people, the various political actions and manoeuvres and above all, we must be aware of what is happening in the international arena. This political awareness is of primary importance to the major states and is what politicians all over the world mainly concern themselves with.
Die Menschen des Islamischen Staates sollten politisches Bewusstsein als eines ihrer Merkmale besitzen. Wenn es ihre Pflicht ist, den islamischen Ruf (da'wah) zu verbreiten, dann muss dieses Bewusstsein allgemein verbreitet werden. Wir können nicht damit beginnen, unsere Beziehungen zu den anderen Staaten zu ordnen, solange wir dieses Bewusstsein nicht erreichen.
The people of the Islamic State should have political awareness as one of their characteristics. If it is their duty to spread the Islamic call (da‘wah), then this awareness must be made commonplace. We cannot begin to organise our relationships with the other states unless we achieve this awareness.
Daher ist die Verbreitung des islamischen Rufes (ad-da'wa) die Achse, um die sich die Außenpolitik des Islamischen Staates dreht, und die Grundlage, auf der die Beziehungen zu anderen Staaten aufgebaut werden.
Hence, conveying the Islamic call is the axis around which the Foreign Policy of the Islamic State revolves, and is the basis upon which relationships with other states are built.
Das Verhältnis des islamischen Staates zu anderen Staaten
The Relationship of the Islamic State with Other States
Die Beziehungen des Islamischen Staates zu anderen Staaten sollten auf vier Grundsätzen aufgebaut sein:
The relationship of the Islamic State with other states should be built upon four approaches:
1. Erstens sind die Länder der muslimischen Welt als Teil eines einzigen Landes zu betrachten. Daher werden diese Länder nicht im Bereich der Außenpolitik betrachtet. Stattdessen besteht das Verfahren darin, sie alle zu einem einzigen Staat zu vereinen. Wenn zum Beispiel der Staat in Ägypten errichtet würde, dann wären alle anderen muslimischen Länder nicht als fremde Staaten zu betrachten, sondern als Teil der islamischen Umma. Wir würden sie nicht als eigenständige Staaten anerkennen. Deshalb würden wir auch keine Botschaften in ihnen errichten und umgekehrt. Stattdessen sollten wir die Muslime in diesen Ländern zu ihrer Pflicht aufrufen, sich dem islamischen Staat anzuschließen.
1. Firstly, the countries of the Muslim world are to be considered as being part of one country. Hence, these countries are not considered in the sphere of foreign policy. Instead the procedure will be to unify them all into one state. For example, if the State was established in Egypt, then all the other Muslim countries would be considered - not as foreign states - but as part of the Muslim Ummah. We would not recognise them as separate states. Therefore, we would not establish our embassies in them or vice versa. Instead we should call the Muslims in those countries to their duty which is to unite themselves to the Islamic State.
2. Mit den Staaten, mit denen der Islamische Staat wirtschaftliche, handelspolitische, gutnachbarschaftliche und/oder kulturelle Verträge geschlossen hat, wird gemäß den Bedingungen dieser Verträge verfahren. Die wirtschaftlichen und handelspolitischen Beziehungen zu ihnen müssen jedoch auf bestimmte Güter beschränkt bleiben, die der Ummah nützen. Sie dürfen nicht dazu führen, dass jene Staaten auf unsere Kosten gestärkt werden.
2. Those states with whom the Islamic State has economic, commercial, good neighbouring and/or cultural treaties; they are treated in accordance to the terms of the treaties. However, the economic and commercial relations with them must be confined to certain items that benefit the Ummah. It must not lead to the strengthening of those states on our account.
3. Jene Staaten, mit denen wir keine Verträge haben; die eigentlichen imperialistischen Staaten wie Amerika, Frankreich und Britannien; und jene Staaten, die Ambitionen im Islamischen Staat hegen, wie Russland. Alle diese Staaten gelten als potenzielle Kriegsgegner und mögliche Angreifer. Gegen sie sind alle Vorsichtsmaßnahmen zu treffen.
3. Those states with whom we do not have treaties; the actual Imperialist states like America, France and Britain; and those states that have ambitions in the Islamic State, such as Russia. All these states are considered as potential enemies of war and possible invaders. All precautions should be taken with them.
Die Grundlage und die Methode der Außenpolitik
The Basis and the Method for the Foreign Policy
Die Grundlage der Beziehungen zwischen dem Islamischen Staat und den übrigen Staaten ist die Pflicht, den Ruf des Islam (Da'wah) zu verbreiten. Das Mittel, um dies zu erreichen, ist die Ausrufung des Dschihad. Dies war die Methode Muhammads ﷺ, sobald der Islamische Staat in Medina gegründet war. Es muss betont werden, dass Muslimen nicht erlaubt ist, mit dem Feind zu kämpfen, ohne ihm zuvor die Möglichkeit zu geben, den Islam anzunehmen und dadurch Teil des Islamischen Staates zu werden. Dies ist der erste Schritt der dreistufigen Methode zur Verbreitung des Rufes des Islam durch den Dschihad.
The root of interaction between the Islamic State and the other states is the duty to propagate the call of Islam (da‘wah). The method by which to achieve this is the declaration of Jihad. This was the method of Muhammad (saw) as soon as the Islamic State was established in Madinah. It must be stressed that the Muslims are not permitted to start fighting with the enemy without first presenting them with the opportunity to accept and embrace Islam, thereby becoming part of the Islamic State. This is the first process of the three stage method of delivering the call of Islam through Jihad.
Wird dieses Angebot abgelehnt, werden sie aufgefordert, die Dschizya (Kopfsteuer) zu zahlen und Teil des Staates zu werden. Sie würden als Dhimma (nicht-muslimischer Staatsbürger des Staates) behandelt, d. h. der Staat wäre für ihre Sicherheit und ihren Schutz verantwortlich. Sie würden nach der islamischen Scharia regiert, und ihr Land würde zu muslimischem Land und Teil des islamischen Staates.
If this offer is turned down, they are asked to pay jizyah (head tax) and to be part of the State. They would be treated as dhimma (non- Muslim citizen of the State), i.e. the State would be responsible for their security and protection. They would be ruled by the Islamic Shari‘ah and their land would become Muslim land and part of the Islamic State.
Wenn der Feind hingegen beide dieser Optionen ablehnt, nämlich den islamischen Glauben und das islamische System zurückzuweisen oder das System abzulehnen und die Zahlung der Dschizya, dann würden die Muslime zur dritten Stufe übergehen und ihnen den Krieg erklären. Muslim überliefert auf die Autorität von Sulaiman ibn Buraid, dass der Gesandte Allahs ﷺ sagte: „Wenn sie ablehnen, den Islam anzunehmen, so verlangt von ihnen die Dschizya. Wenn sie einwilligen zu zahlen, so nehmt sie von ihnen an und haltet eure Hände zurück. Wenn sie sich weigern, die Dschizya zu zahlen, so sucht Allahs Hilfe und kämpft gegen sie.“
If the enemy on the other hand refused both of these options, namely to reject the Islamic Belief and System or reject the System and the payment of jizyah, the Muslims would proceed to the third stage and declare war upon them. Muslim narrated on the authority of Sulaiman ibn Buraid that the Messenger of Allah (saw) said, “If they refuse to accept Islam, demand from them the jizyah. If they agree to pay, accept it from them and hold off your hands. If they refuse to pay the jizyah, seek Allah’s help and fight them.”.