Frage 155: Welchen Stellenwert hat der Glaube an die göttliche Vorherbestimmung (al-Qadar) in der Religion?
Q 155: What is the position of affirming faith in the Divine Decree in religion?
A--- Der Glaube an die göttliche Bestimmung gehört zum Tawhid (Einheit Allahs), und der Glaube an die Mittel, durch die deren Gutes hervorgebracht und deren Böses abgewehrt wird, gehört zum Iman (Glauben). Dennoch kann die Sache der Religion nicht richtig oder vollkommen sein, solange man nicht an die göttliche Bestimmung glaubt und dem Shar' (Gesetzgebung) gehorcht. Da der Prophet ﷺ die Sache der göttlichen Bestimmung bekräftigte, antwortete er demjenigen, der zu ihm sagte: „Gesandter Allahs! Sollten wir dann nicht auf unser Schicksal vertrauen und unsere Taten aufgeben?“ Daraufhin sagte er ﷺ: „Das Handeln eines jeden wird erleichtert entsprechend dem, wofür er erschaffen wurde: Wer zur Schar der Gesegneten gehört, dem wird das Gute leichtgemacht, und wer zu den Unglückseligen gehört, dem wird das Böse leichtgemacht.“ (Sahih Bukhari)
A--- Affirming faith in the Divine Decree is required by Tawhid (Oneness of Allah), and affirming faith in the means bringing forth its good and blocking up its evil is required by Iman (Faith). However, the matter of religion can not be sound or perfect unless one believes in the Divine Decree and be obedient to Shar' (Legislation). As the Prophet (Peace be upon him) affirmed the matter of Divine Decree, then he answered the one who said to him: "Allah's Messenger! Should we not then depend upon our destiny and abandon our deeds? Thereupon, he (Peace be upon him) said: Acts of everyone will be facilitated according to that which each has been created for so that whoever belongs to the company of the blessed will have good works made easier for him and whoever belongs to the unfortunate ones will have evil acts made easier for him.” (Sahih Bukhari)
So wer die göttliche Vorherbestimmung leugnet und dabei fälschlich behauptet, sie widerspreche der Gesetzgebung, der entzieht Allah Wissen und Macht und erklärt den Diener für unabhängig und zum Schöpfer seiner eigenen Taten. Damit stellt er neben Allah einen anderen Gott auf; ja, er behauptet sogar, alle Geschöpfe seien Schöpfer.
Thus, whoever negates the Divine Decree falsely claiming its contradiction with the Legislation, he disables the Knowledge and Ability of Allah, and declares the slave independent and creator of his own deeds. Hence, he appoints another god besides Allah, rather, he claims that all creatures are creators.
Wer dies als Argument gegen die Scharia (Gesetzgebung) anführt, indem er die Fähigkeit und das Recht des Dieners zur Wahl leugnet, die Allah, der Erhabene, ihm gewährt hat und aufgrund derer er mit Pflichten belegt wird, und fälschlich behauptet, Allah habe Seine Diener mit dem belastet, was sie nicht zu tragen vermögen, schreibt dabei Allah, dem Erhabenen, Ungerechtigkeit zu und folgt den Fußstapfen des Verfluchten, Satans, der sprach: {Weil Du mich in die Irre geführt hast, werde ich ihnen gewiss auf Deinem geraden Weg auflauern}. (Al-A'raf, 16)
Whoever holds it as an argument against Shar’ (Legislation), negating the ability and the right to choice of the slave granted by Allah the Almighty to him and accordingly is charged with duties, and falsely claiming that Allah charged His slaves with what they can not afford. In doing this, he attributes injustice to Allah the Almighty, tracing the footsteps of the Cursed One, Satan who said: {Because You have sent me astray, surely I will sit in wait against them (human beings) on Your Straight Path}. (Al-A'raf, 16)
Was die wahren Gläubigen betrifft, so glauben sie an die göttliche Bestimmung über Gutes und Böses und daran, dass Allah der Schöpfer all dessen ist. Sie unterwerfen sich der Gesetzgebung, also den Geboten und Verboten. Sie unterwerfen sich ihr im Verborgenen und in der Öffentlichkeit. Sie glauben, dass Rechtleitung und Irreführung in Allahs Hand liegen. Er leitet recht, wen Er will, mit Seiner Gnade, und Er führt irre, wen Er will, mit Seiner Gerechtigkeit, und Er kennt am besten die Orte, die geeignet sind, Seine Gnade und Seine Gerechtigkeit zu empfangen: {Wahrlich, dein Herr, Er ist es, Der am besten weiß, wer von Seinem Weg abirrt, und Er weiß am besten, wer rechtgeleitet wird}. (An-Najm, 30)
As for the true believers, they believe in the Divine Decree about good and evil, and in that Allah is the Creator of all this. They submit themselves to the Legislation: orders and forbidding. They adjudicate themselves to it in secret and public. They believed that guidance and misleading are at Allah's Hand. He guides whom He wills with His Grace, and misleads whom He wills with His Justice and He is the Best Knower of the places proper for receiving His Grace and Justice: {Verily, your Lord it is He Who knows best him who goes astray from His Path, and He knows best him who receives guidance}. (An-Najm, 30)
Sie glauben außerdem daran, dass Er vollkommene Weisheit und durchdringende Beweiskraft besitzt, und dass Belohnung und Bestrafung von der Gesetzgebung abhängen und nicht vom göttlichen Ratschluss. Sie trösten sich mit dem göttlichen Ratschluss nur in Zeiten des Unheils; wenn ihnen jedoch eine gute Tugend verliehen wird, schreiben sie diese ihrem Besitzer zu und sagen: {Alles Lob und aller Dank gebührt Allah, Der uns hierzu geleitet hat. Wir hätten niemals die Rechtleitung gefunden, wäre Allah nicht gewesen, Der uns geleitet hat!} (Al-A'raf, 43).
They also believe in that He has Perfect Wisdom and Penetrative Argument, and that reward and punishment are dependent on Legislation and not on Divine Decree. They only console themselves with Divine Decree on time of calamities, but when they are given a good virtue, they attribute it to its owner, saying: {All the praises and thanks be to Allah, Who has guided us to this, and never could we have found guidance, were it not that Allah had guided us!}. (Al-A'raf,43)
Sie sagen nicht, wie jener Ausschweifende sagte: {Mir wurde dies nur wegen des Wissens gegeben, das ich besitze}. (Al-Qasas, 78)
They do not say as said by the dissolute {This has been given to me only because of the knowledge I possess}. (Al-Qasas, 78)
Wenn sie eine Sünde begehen, sagen sie: {Unser Herr! Wir haben uns selbst Unrecht getan. Wenn Du uns nicht vergibst und uns nicht Deine Barmherzigkeit zuteil werden lässt, werden wir gewiss zu den Verlierern gehören}. (Al-A'raf, 23)
When they commit a sin, they say: {Our Lord! We have wronged ourselves. If You forgive us not, and bestow not upon us Your Mercy, we shall certainly be of the losers}. (Al-A' raf, 23)
Sie sagen nicht, wie der Teufel sagte: {Mein Herr! Weil Du mich in die Irre geführt hast!}. (Al-Hidschr, 39)
They do not say as said by the Devil: {O my Lord! Because you misled me!}. (Al-Hijr, 39)
Wenn sie von einem Unglück getroffen werden, sagen sie: {Gewiss! Wir gehören Allah, und zu Ihm kehren wir gewiss zurück}. (Al-Baqarah, 156)
When they are afflicted with a calamity, they say: {Truly! To Allah we belong and truly to Him we shall return}. (Al-Baqarah, 156)
Sie sollen nicht so sein wie jene, die ungläubig wurden und ihren Brüdern, wenn sie auf Reisen durch die Erde ziehen oder in den Krieg ausziehen, sagen: {Hätten sie bei uns geblieben, wären sie nicht gestorben und nicht getötet worden}, damit Allah dies zu einem Anlass der Reue in ihren Herzen macht. Allah ist es, der lebendig macht und sterben lässt. Und Allah sieht wohl, was ihr tut. (Al-'Imran, 156)
They do not say as said by those who disbelieved: {Who say to their brethren when they travel through the earth or go out to fight: "If they had stayed with us, they would not have died or been killed," so that Allah may make it a cause of regret in their hearts. It is Allah that gives life and causes death. And Allah is All-Seer of what you do}. (Al' Imran, 156)
Referenz: 200 FAQ On Muslims Belief - Shiekh Hafiz Ibn Ahmed Al Hakami
Reference: 200 FAQ On Muslims Belief - Shiekh Hafiz Ibn Ahmed Al Hakami