Artikel 107
Article 107
Jeder Bürger, der volljährig und bei klarem Verstand ist, hat das Recht, Mitglied des Ummah-Rats oder des Provinzrats zu sein, sei er männlich oder weiblich, muslimisch oder nicht-muslimisch. Das nicht-muslimische Mitglied ist jedoch darauf beschränkt, Beschwerden über die Unterdrückung durch die Herrschenden oder die fehlerhafte Anwendung der Gesetze des Islam vorzubringen.
Every citizen who is adult and sane, has the right to be a member of the Ummah Council or the Provincial Council, whether they are male, female, Muslim or non Muslim; the non-Muslim member is restriced to raising complaints regarding the oppression of the rulers or the misapplication of the laws of Islam.
Jeder Muslim, der die Staatsbürgerschaft des Staates besitzt, sofern er volljährig und bei klarem Verstand ist, hat das Recht, Mitglied des Rates der Ummah zu sein, unabhängig davon, ob er männlich oder weiblich ist. Dies liegt darin begründet, dass der Rat der Ummah kein Mandat zum Herrschen hat und nicht unter die Überlieferung fällt, die der Frau verbietet, Herrscherin zu werden. Er gehört vielmehr zum Bereich der Beratung (Schura) und der Rechenschaftspflicht, und dieses Recht steht sowohl Männern als auch Frauen zu. Im dreizehnten Jahr der Prophetenschaft des Gesandten Allahs ﷺ, also in dem Jahr, in dem er auswanderte, kamen zu ihm fünfundsiebzig Muslime, unter ihnen zwei Frauen, und sie alle leisteten ihm den Zweiten Treueid von Al-'Aqaba, einen Treueid des Krieges und des Kampfes und ein politischer Treueid. Nachdem sie alle ihren Treueid geleistet hatten, sprach er zu ihnen allen:
Any Muslim who holds the citizenship of the State, provided he is mature and sane, has the right to be a member of the Ummah Council, irrespective of whether they were male or female. This is because the Council of the Ummah has no mandate to rule and it does not come under the narration that prevents the woman from becoming a ruler. It is rather within the issue of consultation (Shura) and accounting, which is a right for both men and women. In the thirteenth year of the Messenger of Allah (pbuh)’s Prophethood, in other words, in the year he emigrated, there came to him seventy-five Muslims, among whom were two women, and they all gave him the Second Bay’a of Al- ‘Aqaba, which was a Bay’a of war and fighting and a political Bay’a. Once they had all given their Bay’a, he said to all of them:
. » أَخْرِجُوا إليَّ مِنْكُمُ اثْ نَيْ عَشَرَ نَقِيباً يَكُون ونَ على قَ وْمِهِمْ « .
. » أَخْرِجُوا إليَّ مِنْكُمُ اثْ نَيْ عَشَرَ نَقِيباً يَكُون ونَ على قَ وْمِهِمْ « .
„Wählt unter euch zwölf Anführer (Nuqaba’), die für sich selbst und für ihre Leute verantwortlich sein werden.“ Dies ist Teil einer langen Überlieferung, die Ahmad über Ka’b ibn Malik berichtet, und es ist eine Anordnung von ihm, die an alle gerichtet ist: aus allen Anwesenden zu wählen. Er hat weder die Männer bestimmt noch die Frauen ausgeschlossen, weder hinsichtlich derer, die auswählen, noch hinsichtlich derer, die gewählt werden sollen. Die mutlaq (unbedingte) Regel ist als solche zu verstehen, solange kein Beleg vorliegt, der sie einschränkt; und die ‘Aam (allgemeine) Regel ist ebenfalls als solche zu verstehen, solange kein Beleg vorliegt, der sie spezifiziert. In diesem Fall war die Rede unbedingt und allgemein. Es ist kein Beleg für eine Spezifizierung oder Einschränkung überliefert, was darauf hinweist, dass der Gesandte Allahs ﷺ den beiden Frauen befahl, die Nuqaba’ zu wählen, und ihnen das Recht gab, unter den Muslimen als Nuqaba’ gewählt zu werden.
“Choose from among you twelve leaders (naqibs) who will be responsible for themselves and their people.” This is part of a long narration reported by Ahmad through Ka’b Bin Malik and it is an order from him addressed to everyone, to elect from all who were present. He did not specify the men nor exclude the women, neither in regard to who would select nor to who should be selected. The mutlaq (unrestricted) rule should be taken as such, unless there is evidence that restricts it; and the ‘Aam (general) rule should also be taken as such, unless there is evidence that specifies it. In this case the speech was unrestricted and general. No evidence of specification or restriction has been reported, which indicates that the Messenger of Allah (pbuh) ordered the two women to elect the Naqibs, and gave them the right to be chosen as Naqibs from among the Muslims.
Der Gesandte Allahs ﷺ setzte sich einmal hin, um den Treueschwur (Bay'a) von den Menschen entgegenzunehmen, während Abu Bakr (ra) und Umar (ra) bei ihm saßen, und sowohl Männer als auch Frauen legten ihm den Treueschwur ab. Dieser Treueschwur bezog sich auf die Herrschaft und nicht auf den Islam, denn die Frauen waren bereits Muslime. Nach dem Treueschwur von ar-Ridwan in Hudaybiyah legten auch die Frauen ihm ihren Treueschwur ab. Allah (SWT) sagt:
The Messenger of Allah (pbuh) sat once to take the Bay’a from the people, with Abu Bakr (ra) and Umar (ra) sitting with him, and both men and women gave him the Bay’a. This Bay’a was one for ruling, and not on Islam, for the women were already Muslims. After the Bay’a of the Redhwan in Hudaybiyah the women gave him their Bay’a too. Allah (swt) says:
„O Prophet ﷺ, wenn gläubige Frauen zu dir kommen und dir das Treuegelöbnis ablegen, dass sie Allah nichts beigesellen werden, nicht stehlen, nicht Unzucht begehen werden, ihre Kinder nicht töten werden, keine Verleumdung erfinden werden, die sie zwischen ihren Händen und Füßen hervorbringen, und dir nicht im Rechten ungehorsam sein werden, dann nimm ihr Treuegelöbnis an und bitte Allah für sie um Vergebung. Gewiss, Allah ist Allvergebend und Barmherzig.“ (TMQ 60:12).
“O Prophet (phuh), when the believing women come to you pledging to you that they will not associate anything with Allah, nor will they steal, nor will they commit unlawful sexual intercourse, nor will they kill their children, nor will they bring forth a slander they have invented between their arms and legs, nor will they disobey you in what is right - then accept their pledge and ask forgiveness for them of Allah. Indeed, Allah is Forgiving and Merciful.” (TMQ 60:12).
Diese Bay'a war auch eine Bay'a auf die Herrschaft, denn der Koran berichtet, dass die Frauen Gläubige waren, und die Bay'a bestand darin, dass sie ihm in keiner guten Sache ungehorsam sein würden.
This Bay’a was also a Bay’a on ruling, as the Quran states that the women were believers, and the Bay’a was that they would not disobey him in any good thing.
Darüber hinaus hat die Frau das Recht, ihre Meinung zu äußern und sich bei deren Äußerung vertreten zu lassen sowie andere zu vertreten. Denn sie hat das Recht, ihre Meinung kundzutun, sodass sie ihren Vertreter wählen kann; und da die Stellvertretung nicht voraussetzt, ein Mann zu sein, hat sie zudem das Recht, diejenigen zu vertreten, die sie wählen.
In addition to that, the woman has the right to represent and be represented in voicing an opinion. This is because she has the right to voice her opinion, so she can choose her representative; and moreover since deputyship does not necessitate being a man, she has the right to represent those who elect her.
Es ist ebenfalls belegt, dass unser Meister Umar (ra) die Meinung der Muslime einholte, wenn ihn ein Problem beschäftigte, sei es, dass es die Regeln der Scharia betraf, die Regierung oder irgendeines der Handlungen des Staates. Wenn ihn ein Problem beschäftigte, rief er die Muslime in die Moschee und forderte die Männer und Frauen auf, und er holte die Meinung aller von ihnen ein. Er zog seine Meinung zurück, als eine Frau ihm bezüglich der Begrenzung des Brautgeldes widersprach.
It was also confirmed that our master Umar (ra) used to seek the opinion of the Muslims when a problem faced him, whether it related to the rules of the Shari’ah or governing or any of the actions of the State. When a problem faced him he used to call the Muslims to the mosque, and he used to call the men and women, and seek the opinion of all of them. He withdrew his opinion when a woman opposed him regarding limitation of the dowry.
Nicht-Muslime haben, wie die Muslime, das Recht, im Rat der Umma vertreten zu sein und Vertreter ihrer Wählerschaft darin zu sein, um in ihrem Namen die Meinung zu äußern hinsichtlich der fehlerhaften Anwendung der Regeln des Islam auf sie und der Unterdrückung durch den Herrscher, die auf sie fallen könnte. Dies, weil Allah sagte: „So fragt die Leute der Ermahnung, wenn ihr es nicht wisst.“ (TMQ 16:43).
Non-Muslims have the right, like the Muslims, to be represented in the Council of the Ummah, and to be representatives of their electorate in it, so as to express the opinion on their behalf regarding the misapplication of the rules of Islam upon them and the oppression of the ruler that might fall upon them. This is because Allah said “So ask the people of the message if you do not know.” (TMQ 16:43).
Allerdings dürfen Nichtmuslime in Fragen der Gesetzgebung keine Meinung äußern, denn die islamische Gesetzgebung entspringt dem islamischen Glauben (ʿAqīdah). Sie besteht aus einer Vielzahl praktischer göttlicher Regeln, die aus ihren ausführlichen Belegen abgeleitet werden und menschliche Probleme gemäß einer bestimmten Sichtweise behandeln, die durch den islamischen Glauben vorgegeben ist. Der Nichtmuslim hängt einer Lehre an, die dem islamischen ʿAqīdah fremd ist und ihm widerspricht, und seine Lebensauffassung steht im Widerspruch zur islamischen Sichtweise. Deshalb wird seine Meinung in Fragen der Gesetzgebung nicht eingeholt.
However, non-Muslims would not be allowed to voice their opinion in matters related to legislation, because the Islamic legislation emanates from the Islamic belief ('Aqeedah). It is a host of practical divine rules deduced from their elaborate evidences, which treat human problems according to a specific viewpoint outlined by the Islamic belief. The non-Muslim embraces a doctrine that is alien and contradictory to the Islamic 'Aqeedah and his viewpoint about life contradicts the Islamic viewpoint and ,therefore, his opinion is not sought in matters of legislation.
Auch der Nicht-Muslim hat nicht das Recht, den Khalifah zu wählen, noch an der Vorauswahl der Kandidaten teilzunehmen, aus denen der Khalifah gewählt werden soll, denn er hat kein Recht auf die Herrschaft. Was die übrigen Angelegenheiten betrifft, die zu den verpflichtenden Befugnissen des Ummah-Rates gehören, so steht er in diesen Angelegenheiten und beim Äußern einer Meinung dazu dem Muslim gleich.
The non-Muslim also does not have the right to elect the Khalifah, nor to participate in the short listing of the candidates from whom the Khalifah is to be elected, for he has no right in ruling. As for other matters that form part of the Ummah Council’s mandatory powers, he is just like the Muslim in these matters and in voicing an opinion regarding them.