„Der Imam (Herrscher) ist ein Hüter und für seine Untertanen verantwortlich (wird über sie zur Rechenschaft gezogen)“, überliefert von Al-Bukhari durch ’Abd Allah Bin Umar, ferner dass die Regeln, die die Shari’ah dem Khalifah gibt, wie seine Handlungsfreiheit gemäß seiner Meinung und seine Ijtihad über das Vermögen des ihm anvertrauten Bayt Al-Mal (Staatsschatz), sowie der Zwang an das Volk, einer bestimmten Meinung in einer einzelnen Angelegenheit zu folgen, und alles Ähnliche. Diese Überlieferung gibt dem Khalifah das vollständige Recht, die Angelegenheiten der Untertanen ohne jede Einschränkung zu regieren. Die Regeln des Bayt Al-Mal, die Annahme, die Vorbereitung des Heeres, die Ernennung der Statthalter und alles Weitere, was dem Khalifah übertragen wurde, wurde ihm in uneingeschränkter Weise übertragen, was ein Beweis dafür ist, dass er die Führung der Angelegenheiten gemäß seiner Sicht ohne jede Einschränkung ausüben kann, und ihm zu gehorchen ist verpflichtend, ihm nicht zu gehorchen ist eine Sünde. Jedoch muss die Ausübung dieser Führung gemäß den Regeln der Shari’ah erfolgen, anders gesagt, gemäß den Texten der Shari’ah. Die verpflichtende Macht ist also, auch wenn sie ihm absolut übertragen wurde, durch die Shari’ah begrenzt, anders gesagt, durch die Regeln der Shari’ah. Beispielsweise wurde ihm die Befugnis gegeben, die Statthalter nach seinem Belieben zu ernennen, aber es ist nicht zulässig, einen Ungläubigen, ein Kind oder eine Frau als Statthalter einzusetzen, da dies durch die Shari’ah verboten ist. Ein weiteres Beispiel: Er darf die Eröffnung von Botschaften ungläubiger Länder in den Gebieten erlauben, die unter seiner Herrschaft stehen, und er ist befugt, dies ohne jede Einschränkung zu tun. Es ist jedoch nicht zulässig, die Eröffnung einer Botschaft für ein ungläubiges Land zu erlauben, das die Botschaft als Mittel zur Kontrolle über die islamischen Länder nutzen will, da die Shari’ah dies verboten hat. Ebenso darf er die Abschnitte des Haushaltsplans und die erforderlichen Beträge für jeden Abschnitt festlegen, er darf jedoch keinen Abschnitt im Haushalt für den Bau eines Staudamms vorsehen, dessen Kosten die Einnahmen des Bayt Al-Mal übersteigen, mit der Begründung, er werde Steuern erheben, um ihn zu bezahlen. Das liegt daran, dass die Scharia es nicht erlaubt, Steuern für etwas zu erheben, das nicht lebensnotwendig ist, wie dieser Staudamm. Auf diese Weise hat er zwar eine uneingeschränkte Macht in der Führung der Angelegenheiten, die ihm durch die Scharia übertragen wurden, doch diese Uneingeschränktheit kann nur innerhalb der Regeln der Scharia wirksam werden. Zudem ist mit dem absoluten Recht bei der Führung der Angelegenheiten nicht gemeint, dass er Gesetze erlassen kann, die er für die Führung der Angelegenheiten der Länder für notwendig hält. Vielmehr bedeutet es, dass ihm die Handlungsfreiheit eingeräumt wurde, nach seiner Ansicht darüber zu handeln, wie die Angelegenheiten in jenen Fragen zu regeln sind, die ihm gestattet wurden. Dann erlässt er in den Fragen, zu deren Übernahme er nach seinen Ansichten berechtigt ist, Gesetze, und es wird für die Menschen verpflichtend, ihm zu gehorchen, da die Scharia ihm die Handlungsfreiheit gab, seine Ansicht in diesen Fragen anzuwenden, und uns befahl, ihm zu gehorchen. Er kann also diese Ansicht in ein Gesetz umwandeln, an das die Menschen gebunden sind. Zum Beispiel wurde ihm das Recht übertragen, die Angelegenheiten des Bayt Al-Mal nach seiner Ansicht und seinem Ijtihad zu verwalten und den Menschen entsprechend zu befehlen, ihm zu gehorchen. Daher kann er Finanzgesetze für das Bayt Al-Mal erlassen, woraufhin es verpflichtend wird, diesen Gesetzen zu gehorchen. Ebenso wurde ihm die Führung des Heeres und die Verwaltung seiner Angelegenheiten nach seiner Ansicht und seinem Ijtihad übertragen, und die Menschen werden angewiesen, ihm entsprechend zu gehorchen. Daher kann er Gesetze über die Führung des Heeres und dessen Verwaltung erlassen, woraufhin es verpflichtend wird, diesen Gesetzen zu gehorchen. Ebenso wurde ihm das Recht gegeben, die Angelegenheiten der Untertanen gemäß seiner Ansicht und seinem Ijtihad zu regeln, und Personen zur Verwaltung der Angelegenheiten zu bestimmen und mit ihnen gemäß seiner Ansicht und seinem Ijtihad zusammenzuarbeiten; und den Menschen wurde befohlen, ihm entsprechend zu gehorchen. So darf er Gesetze für die Verwaltung der Angelegenheiten erlassen, und er darf Gesetze bezüglich der Staatsbediensteten erlassen, wobei es dann verpflichtend wird, diesen Gesetzen zu gehorchen. Er darf Gesetze für jede Angelegenheit erlassen, die der Meinung und dem Ijtihad des Khalifah überlassen wurde, bei den Angelegenheiten, für die er die verbindlichen Befugnisse besitzt, und es wäre verpflichtend, diesen Gesetzen zu gehorchen.
“The Imam (ruler) is a guardian and responsible (will be questioned) of his subjects” reported by Al-Bukhari through ’Abd Allah Bin Umar, and also that the rules which the Shari’ah gives to the Khalifah such as his independence of action according to his opinion and Ijtihad in the wealth of the commissioned Bayt Al-Mal (state treasury), and such as the coercion of the people to follow a specific opinion in the single issue, and whatever else is similar. This narration gives the Khalifah the complete right in governing the affairs of the subjects without any restriction, and the rules of the Bayt Al-Mal, adoption, preparation of the Army, appointing the governors, and whatever else which has been given to the Khalifah was given to him in an absolute manner without any restriction, which is proof that he can carry out the governing of the affairs according to how he views without any restriction, and to obey him is obligatory while disobeying him is a sin. However, the undertaking of this governing must be done according to the rules of the Shari’ah; in other words, according to the Shari’ah texts. So the mandatory power, even if it has been given to him absolutely, is restricted by the Shari’ah; in other words, according to the rules of the Shari’ah. For example, he has been granted the power to appoint the governors as he pleases, but it is not correct to appoint the disbeliever, or child, or woman as a governor, since it has been prohibited by the Shari’ah. Another example is that he may permit the opening of embassies of the disbelieving countries in the lands which are under his authority, and he is allowed to do that without any restriction, however it is not correct to permit the opening of embassies for a disbelieving country that wants to use the embassy as a tool for control over the Islamic lands, since the Shari’ah prohibited that. Likewise, he may draft the sections of the budget, and the necessary amounts for each section, but he may not draft a section in the budget for building a dam whose cost is beyond the revenues of the Bayt Al-Mal on the basis that he will collect taxes to pay for it. This is because it is not permitted from the Shari’ah to raise taxes for the sake of something which is not vital such as this dam. In this manner, though he has absolute power in governing the affairs which have been given to him by the Shari’ah, but this absoluteness can only operate according to the rules of the Shari’ah. Additionally, what is meant by the absolute right in the governing of the affairs is not that he can draft laws which he sees as necessary for the governing of the affairs of the lands, but rather the meaning is that he has been given the independence of action to act according to his opinion of how the affairs should be carried out in those issues that have been permitted to him, at which point he drafts the laws in those issues which he has been permitted to undertake according to his opinions, and then it becomes obligatory for the people to obey him since the Shari’ah gave him the independence of action to apply his opinion in those issues and ordered us to obey him. So he may make this opinion into a law which people are obliged by. For example, he has been given the right to manage the affairs of the Bayt Al-Mal according to his opinion and Ijtihad, and order the people to obey him accordingly, so he can draft financial laws for the Bayt Al-Mal at which point it becomes obligatory to obey these laws. Likewise, he has been given the leadership of the Army and the management of its affairs according to his opinion and Ijtihad, and the people are ordered to obey him accordingly. So he may draft laws regarding the leadership of the Army and for its administration at which point it becomes obligatory to obey those laws. Likewise, he has been given the right to manage the interests of the subjects according to his opinion and Ijtihad, and to appoint people to manage the interests and work with them according to his opinion and Ijtihad, and the people have been ordered to obey him accordingly. So he may draft laws for the Administration of the Affairs, and he may draft laws regarding the civil servants at which point it becomes obligatory to obey those laws. He may draft laws for every issue that has been left to the opinion and Ijtihad of the Khalifah in the issues which he has the mandatory powers, and it would be obligatory to obey those laws.