Artikel 190
Article 190
Alle militärischen Verträge und Pakte (mit anderen Staaten) sind vollständig verboten, ebenso alles, was ihnen gleichartig ist oder mit ihnen zusammenhängt, wie politische Verträge und Abkommen, die die Verpachtung von Militärstützpunkten und Flugplätzen regeln. Es ist erlaubt, Verträge über gute nachbarschaftliche Beziehungen sowie wirtschaftliche, handelsbezogene, finanzielle, kulturelle und Waffenstillstandsverträge abzuschließen.
All military treaties and pacts (with other States) are completely prohibited, along with anything of their type, or connected to them such as political treaties and agreements covering the leasing of military bases and airfields. It is permitted to conclude good neighbour relations, economic, commercial, financial, cultural and armistice treaties.
Die Definition von „Verträgen“ lautet: Es sind Übereinkünfte, die Staaten untereinander schließen, mit dem Ziel, ein bestimmtes Verhältnis zu ordnen und die Regeln und Bedingungen festzulegen, denen dieses Verhältnis unterliegt. Die islamischen Rechtsgelehrten verwendeten dafür den Begriff „Al-Muwada’at“, und der Beweis für die Zulässigkeit des Abschlusses von Verträgen zwischen Muslimen und Ungläubigen sind die Worte Allahs (SWT):
The definition of: “treaties” is that they are agreements that States conclude between themselves with the goal of organising a specific relationship and defining the rules and conditions which that relationship submits to. The Islamic jurists used the term: “Al- Muwada’at”, and the evidence for the permissibility of concluding treaties between the Muslims and disbelievers are the words of Allah (swt):
„Ausgenommen sind diejenigen, die Zuflucht suchen bei einem Volk, zwischen euch und dem ein Bündnis besteht.“ (TMQ 4:90) und: „Und wenn er aus einem Volk war, mit dem ihr einen Bund habt – dann eine Entschädigungszahlung, die seiner Familie übergeben wird.“ (TMQ 4:92), und: „Und wenn sie euch um Hilfe in der Religion bitten, dann müsst ihr helfen, außer gegen ein Volk, zwischen euch und dem ein Bündnis besteht.“ (TMQ 8:72), und das in den Versen verwendete Wort Al-Mithaq bedeutet Verträge. Der Gesandte (saw) schloss mehrere Verträge mit den Ungläubigen ab; jedoch ist es eine Voraussetzung für die Gültigkeit des Abschlusses eines Vertrags, dass der Gegenstand, auf den sich der Vertrag bezog, etwas war, das die Scharia erlaubt hatte. Es gibt verschiedene Arten von Verträgen, etwa nicht-politische und politische Verträge.
“Except for those who take refuge with a people between yourselves and whom is a treaty.” (TMQ 4:90) and: “And if he was from a people with whom you have a treaty - then a compensation payment presented to his family.” (TMQ 4:92), and: “And if they seek help of you for the religion, then you must help, except against a people between yourselves and whom is a treaty.” (TMQ 8:72), and the word Al-Mithaq used in the verses means treaties. The Messenger (pbuh) concluded several treaties with the disbelievers, however it is a precondition for the validity of the contracting of the treaty that the subject that the contract was upon was something that the Shari’ah had permitted. There are various types of treaties, such as non-political and political treaties.
Nichtpolitische Verträge sind Vereinbarungen, die die Art der Beziehung zwischen zwei Staaten in Bezug auf ein bestimmtes Thema zwischen ihnen festlegen, etwa finanzielle, wirtschaftliche, kommerzielle, industrielle und kulturelle Beziehungen sowie alles andere Ähnliche. Sie werden daher im Lichte der Scharia entsprechend ihrem Gegenstand betrachtet, und die schariarechtlichen Regeln, die mit diesem Gegenstand verbunden sind, finden auf sie Anwendung. Deshalb sind wirtschaftliche Verträge erlaubt, da die Regeln über Miete und internationalen Handel anwendbar sind, und Handelsverträge sind ebenfalls erlaubt, da die Regeln über Verkauf und internationalen Handel anwendbar sind. Finanzverträge sind erlaubt, da die Regeln des Geldwechsels gelten, und kulturelle Verträge sind erlaubt, da die Regeln über Bildung und Unterricht gelten, und zwar unter dem Gesichtspunkt des wissenschaftlichen Stoffes sowie unter dem Gesichtspunkt der sicheren und vermuteten Ergebnisse, die durch das Lernen und Lehren dieser Inhalte hervorgebracht werden.
Non-political treaties are the agreements which specify the manner of the relationship between the two States with respect to a particular issue between the two of them such as financial, economic, commercial, industrial and cultural relationships, and anything else similar, and so these are considered in the light of the Shari’ah according to their subject, and the Shari’ah rules connected to that subject are applicable. That is why economic treaties are permitted, since the rules regarding renting and international commerce are applicable, and commercial treaties are also permitted, since the rules regarding selling and international commerce are applicable, and financial treaties are permitted, since the rules of exchange apply, and cultural treaties are permitted since the rules regarding education and teaching apply from the angle of scientific material, and from the angle of definite and speculative results which are produced by learning and teaching them.
Es gibt drei Kategorien politischer Verträge:
There are three categories of political treaties:
Erstens: Diejenigen, die erlaubt sind, sind jene, die die Natur des Staates nicht berühren, seine innere und äußere Autorität nicht mindern und dem Ungläubigen keinerlei Macht über ihn verleihen, wie etwa Friedens- und Waffenstillstandsverträge. Der Gesandte Allahs ﷺ schloss im Waffenstillstandsvertrag von Hudaybiyya einen Waffenstillstand mit den Quraisch.
Firstly, those that are permitted, which are those that do not affect the nature of the State, and do not decrease its domestic and international authority, and do not give the disbeliever any authority over it, such as peace and armistice treaties - the Messenger (pbuh) concluded an armistice treaty with the Quraysh in the armistice treaty of Hudaybiyah.
Ebenso sind Verträge erlaubt, in denen man sich gegenseitig verpflichtet, keine Angriffshandlungen gegeneinander zu begehen; der Gesandte Allahs ﷺ schloss solche Verträge über Nichtangriff mit den Banū Damra und den Banū Mudlidsch. Auf dieselbe Weise sind Verträge über freundschaftliche Beziehungen erlaubt, da der Gesandte Allahs ﷺ einen Vertrag über freundschaftliche Beziehungen mit den Juden schloss, und so weiter.
Also permitted are treaties to not commit acts of aggression against one another; the Messenger (pbuh) concluded treaties to not commit acts of aggression with Bani Damra and Bani Mudlij. In the same manner, treaties upon friendly relations are permitted since the Messenger (pbuh) concluded a treaty upon friendly relations with the Jews and so on.
Die zweite Kategorie der Verträge sind jene, die für den Staat notwendig sind, wenn er sich in einer Lage der Schwierigkeit und des Zwangs befindet; diese sind erlaubt, wie etwa ein Vertrag zur Erhebung der Jizya von einem Staat, solange dieser weiterhin von einem kufr-System regiert wird, oder ein Vertrag mit einem Staat, der ihm Geld im Austausch für seine Neutralität gegenüber uns gibt.
The second category of treaties are those which are necessary for the State if it is in a position of difficulty and constraint, and these are permitted, such as a treaty to take Jizya from a State while it remains ruled by a Kufr system, or a treaty with a State giving it money in exchange for its neutrality with us.
Die dritte Kategorie sind jene Verträge, die verboten sind, etwa Schutzverträge, Verträge über dauerhafte Neutralität und Verträge, die dauerhafte Grenzen festlegen, sowie Verträge über die Vermietung von Flugplätzen und Militärstützpunkten und alles andere Ähnliche. Diese Verträge sind nicht erlaubt, weil der Gegenstand des Vertrages nicht erlaubt ist, denn ein Schutzvertrag verschafft dem Ungläubigen Autorität über die Muslime und macht die Sicherheit der Muslime zur Sicherheit des Unglaubens (Kufr). Dauerhafte Neutralität ist nicht erlaubt, weil sie die Autorität der Muslime mindert. Die Festlegung dauerhafter Grenzen ist nicht erlaubt, weil sie bedeutet, den Ruf zum Islam nicht zu tragen und die Regeln des Dschihad außer Kraft zu setzen. Die Vermietung von Flugplätzen ist nicht erlaubt, weil sie den Ungläubigen Autorität über Dar al-Islam verschafft, und dasselbe gilt für Militärstützpunkte.
The third category are those treaties which are prohibited, such as treaties of protection, or permanent neutrality and treaties which delineate permanent borders, and those for leasing airfields and military bases and anything else similar. These treaties are not permitted, because the subject of the treaty is not permitted, since protection gives the disbeliever authority over the Muslims, and makes the security of the Muslims the security of disbelief (Kufr). Permanent neutrality is not permitted, because it reduces the authority of the Muslims. Delineating permanent borders is not permitted because it means not carrying the call to Islam and the suspension of the rules of Jihad. Leasing airfields is not permitted because it gives the disbelievers authority over Dar Al-Islam and the same applies to military bases.
Was Militärbündnisse betrifft, so sind sie aufgrund der Worte des Propheten ﷺ verboten:
As for military treaties, they are forbidden due to the words of the Prophet :
.» لا تَسْتَضِيئُوا بِنَارِ الْمُشْرِكِيَ «.
.» لا تَسْتَضِيئُوا بِنَارِ الْمُشْرِكِيَ «.
„Nimm kein Licht vom Feuer der Polytheisten (der Mushrikin)“ (überliefert von Ahmad und An-Nasa'i), und das Feuer eines Volkes ist eine Metapher für ihre Struktur im Krieg. Es ist außerdem verboten aufgrund seiner Worte:
“Do not take light from the fire of the polytheists (the Mushrikin)” (reported by Ahmad and Al-Nasa’i), and the fire of a people is a metaphor for their structure in war. It is also forbidden due to his words :
. » فَلَنْ أَسْتَعِيَ بُِِشْرِكٍ «.
. » فَلَنْ أَسْتَعِيَ بُِِشْرِكٍ «.
„Ich suche keine Hilfe bei einem Polytheisten (Mushrik)“ (überliefert von Muslim von Aischa(ra)). Und von Aischa(ra) bei Abu Dawud und Ibn Maja:
“I do not seek help from a polytheist (Mushrik)” (reported by Muslim from Aisha(ra)). And from Aisha(ra) in Abu Dawud and Ibn Maja:
.» إِنَّا لا نَسْتَعِيُ بُِِشْرِكٍ «.
.» إِنَّا لا نَسْتَعِيُ بُِِشْرِكٍ «.
„Wir wollen keine Hilfe von einem Polytheisten (Mushrik)“ und seine Worte:
“We do not want any help from a polytheist (Mushrik)” and his words:
. » لاَ نَسْتَعِيُ بِالْكُفَّارِ عَلَى الْمُشْرِكِيَ «.
. » لاَ نَسْتَعِيُ بِالْكُفَّارِ عَلَى الْمُشْرِكِيَ «.
„Wir suchen keine Hilfe bei den Ungläubigen gegen die Vielgötterer“ (überliefert von Ibn Abi Shayba von Sa’id b. Al-Mundhir).
“We do not seek help from the disbelievers against the polytheists” (reported by Ibn Abi Shayba from Sa’id b. Al- Mundhir).
In Bezug auf das, was Ahmad und Abu Dawud von Dhi Makhmar überliefern, der sagte: Ich hörte den Gesandten Allahs ﷺ sagen: „Ihr werdet mit den Römern einen sicheren Frieden schließen, und ihr werdet zusammen mit ihnen gegen einen Feind kämpfen, der hinter ihnen steht."
With regard to what is reported by Ahmad and Abu Dawud from Dhi Makhmar who said: I heard the Messenger of Allah (pbuh) say: .» تُصَالحُِونَ ال رومَ صُلْحًا آمِنًا، وَتَغْزُونَ أَنْتُمْ وَهُمْ عَدُوًّا مِنْ وَرَائِهِمْ «.
„Ihr werdet mit den Byzantinern einen sicheren Frieden schließen, dann werdet ihr und sie gegen einen Feind hinter ihnen kämpfen." – seine Worte: ﷺ
“You will make a secure peace with the Byzantines, then you and they will fight an enemy behind them.” – his words:
. » تَغْزُونَ أَنْتُمْ وَهُمْ عَدُوًّا مِنْ وَرَائِهِمْ «.
. » تَغْزُونَ أَنْتُمْ وَهُمْ عَدُوًّا مِنْ وَرَائِهِمْ «.
„und ihr und sie werden gegen einen Feind hinter ihnen kämpfen“ wird so verstanden, dass damit einzelne Römer gemeint sind und nicht ihr Staat, und zwar deshalb, weil er sagte:
“and you and they will fight an enemy behind them” is taken to mean individual Romans, and not their State, and that is because he said:
. » تُصَالحُِونَ ال رومَ صُلْحًا آمِنًا، وَتَغْزُونَ «.
. » تُصَالحُِونَ ال رومَ صُلْحًا آمِنًا، وَتَغْزُونَ «.
„Sie werden mit den Byzantinern einen sicheren Frieden schließen, und ihr werdet kämpfen“ und der Vertrag zwischen den Muslimen und Ungläubigen kommt nur zustande, wenn sie die Dschizya annehmen und unter die Herrschaft der Muslime eintreten, da der Islam den Muslimen befohlen hat, den Ungläubigen, gegen die sie kämpfen, die Wahl zwischen drei Möglichkeiten zu lassen: Islam, Dschizya oder Krieg. Hätte ein Vertrag mit ihnen bestanden, während sie Ungläubige waren, wäre dies nur möglich gewesen, wenn sie die Dschizya zahlten und unter die islamische Flagge gerieten. Daher ist seine Aussage „ihr werdet einen Vertrag schließen“ ein Hinweis darauf, dass sie zu jener Zeit unter der Flagge der Muslime standen und somit Einzelpersonen waren. Dies wird durch das bestätigt, was mit den Römern geschah: Die Muslime kämpften gegen sie, besiegten sie und besetzten ihre Länder, und die Römer kämpften gegen die Muslime als Einzelpersonen, doch der römische Staat kämpfte nicht zusammen mit dem islamischen Staat gegen einen anderen Feind im Rücken. Dies bestätigt, dass mit der Überlieferung einzelne Römer gemeint sind und nicht ein Staat, und es ist notwendig, sie so auszulegen, um alle Belege miteinander in Einklang zu bringen und zu nutzen – wie in den Grundlagen der Rechtswissenschaft (Usul al-Fiqh) allgemein bekannt ist: Die Anwendung beider Belege ist besser, als einen davon außer Kraft zu setzen, und es besteht keine Zuflucht zur Gewichtung der Belege, solange sich ihre Vereinbarung nicht ermöglichen lässt. Demnach ist klar, dass es keinen Beleg gibt, der erlaubt, als Staat die Hilfe von Polytheisten zu suchen; vielmehr sprechen die Belege ausdrücklich und ohne jede Einschränkung dagegen.
“You will make a secure peace with the Byzantines, and you will fight” and the treaty between the Muslims and disbelievers is only when they accept the Jizya and to enter under the rule of the Muslims, since Islam ordered the Muslims to give the disbelievers they fight the choice between three: Islam, Jizya or war. If the treaty occurred and they were disbelievers, this could not happen except in the situation they were paying Jizya and their falling under the Islamic flag. So, therefore, his words: “you will make a treaty” is an indication that they were under the flag of the Muslims, and so they would be individuals at that time, and this is supported by what happened with the Romans. The Muslims fought and defeated them, and occupied their lands, and the Romans fought with the Muslims as individuals, but the Roman State did not fight alongside the Islamic State against another enemy behind them. This confirms that what is meant by the narration is individual Romans, and not as a State, and it is obligatory to interpret it in this way in order to reconcile and use all of the evidences – as is well known in Usul Al-Fiqh, using the two evidences is better than voiding one of them, and there is no recourse to weighing the evidences unless reconciling them is not possible. Accordingly it is clear that there is no evidence which permits seeking the help of the polytheists as a State; rather the evidences are explicit against that without any restriction.
Dies sind die Belege für diesen Artikel.
These are the evidences for this Article.