1. Persönlichkeit
1. Personality
Die Persönlichkeit jedes Menschen besteht aus seiner ‘aqliyya (Mentalität) und seiner nafsiyya (Veranlagung). Sein äußeres Erscheinungsbild, sein Körper, seine Kleidung oder alles, was außerhalb dieser beiden liegt, hat keinen Einfluss auf seine Persönlichkeit; solche Dinge sind nur oberflächlich. Es wäre sinnlos, anzunehmen, dass solche Aspekte für die Zusammensetzung der menschlichen Persönlichkeit von Bedeutung wären oder darauf Einfluss hätten. Denn der Mensch zeichnet sich (gegenüber anderen Geschöpfen) durch seinen ‘aql (Verstand) aus, und es ist sein sulūk (Verhalten), das seine Erhebung oder seinen Niedergang anzeigt. Das liegt daran, dass das sulūk (Verhalten) des Menschen in diesem Leben nur im Einklang mit den Vorstellungen steht, die er hegt; sein sulūk (Verhalten) ist daher notwendigerweise mit seinen Vorstellungen verflochten, untrennbar.
The personality in every human being consists of his ‘aqliyya (mentality) and nafsiyya (disposition). His outward appearance, body, dress or any thing apart from these has no bearing on his personality, these are only superficial. It would be pointless for anyone to think that such aspects have any relevance or bearing upon the makeup of the human personality. This is because man is distinguished (from other creatures) by his ‘aql (intellect), and it is his sulūk (conduct) that indicates his elevation or decline. This is because man’s sulūk (conduct) in this life is only in accordance with the concepts he holds, his sulūk (conduct) is thus necessarily intertwined with his concepts, beyond separation.
Das Sulūk (Verhalten) bezieht sich auf jene Handlungen, die der Mensch ausführt, um seine Instinkte und organischen Bedürfnisse zu befriedigen. Er handelt daher entsprechend den Muyūl (Neigungen), die er zur Befriedigung dieser Instinkte hegt. Somit sind seine Mafāhīm (Begriffe) und Muyūl (Neigungen) das Rückgrat seiner Persönlichkeit. Was aber sind diese Begriffe, woraus bestehen sie und welche Ergebnisse haben sie? Und was sind diese Muyūl (Neigungen), was bewirkt ihre Entstehung und welche Auswirkungen haben sie? Dies bedarf einer Erklärung. Begriffe sind die Bedeutungen von Gedanken und nicht die Bedeutungen von Aussagen. Eine Aussage oder ein Ausdruck bezeichnet eine Bedeutung, die in der Wirklichkeit existieren kann oder auch nicht. So wenn der Dichter sagt:
The sulūk (conduct) relates to those actions performed by man to satisfy his instincts and organic needs He therefore acts in accordance with the muyūl (inclinations) that he holds towards satisfaction of these instincts. Thus, his mafahīm (concepts) and muyūl (inclinations) are the backbone of his personality. As for what are these concepts and what do they constitute and what are are their results? And what are these muyūl (inclinations) and what causes their formation and what are their affects? This needs an explanation. Concepts are the meanings of thoughts and not the meanings of statements. A statement or expression denotes a meaning that may or may not exist in reality. Thus, when the poet says:
Unter den Menschen gibt es einen, der, wenn er angegriffen wird, sich als kräftig und standhaft erweist. Doch wenn man ihm die Wahrheit entgegenschleudert, flieht er sogleich aus dem Kampf, erschöpft.
There is amongst men he who when attacked,. Is found to be robust and sturdy,. But when you hurl at him the truth,, He flees the fight at once, worn out;
Diese Bedeutungen sind in der Wirklichkeit vorhanden und durch die Sinneswahrnehmung erfassbar, wenngleich ihr Verständnis tiefes und erleuchtetes Nachdenken erfordern mag. Wenn der Dichter jedoch sagt,
These meanings exist in reality and are comprehensible through sense-perception, though comprehending them may require deep and enlightened thought. However, when the poet says
Sie fragten: Durchbohrt er zwei Reiter mit einem Stoß, Und hält er das nicht für eine große Tat? Ich antwortete ihnen: Wäre sein Speer eine Meile lang, Eine Meile Reiter würde er durchbohren;
They asked: does he pierce two horsemen with one strike, And find this not a grand act? I answered them, ‘If his spear were the length a mile, A mile of horsemen he would pierce;
Diese Konnotation ist absolut nicht vorhanden. Der Mann, der gelobt wird, hat nicht zwei Reiter mit einem einzigen Speerstoß durchbohrt, noch hat jemand diese Frage gestellt, noch ist es ihm möglich, eine Meile voller Reiter zu durchbohren. Diese Bedeutungen veranschaulichen und erklären die Worte. Was die Bedeutung von fikr (Gedanke) betrifft: Wenn die durch die Worte angezeigte Bedeutung in der Wirklichkeit existiert und sinnlich wahrnehmbar oder vom Verstand als etwas Erfassbares vorstellbar ist, das man sinnlich wahrnimmt und somit glaubt, dann ist diese Bedeutung ein Begriff für denjenigen, der sie sinnlich wahrnimmt oder sie begreift und an sie glaubt. Sie ist kein Begriff für denjenigen, der sie nicht sinnlich wahrnimmt oder nicht begreift, obwohl er die Bedeutungen des Satzes verstehen mag, der ihm gesagt oder von ihm gelesen wird. Daher ist es zwingend erforderlich, dass man Rede, ob man sie liest oder hört, auf intellektuelle Weise aufnimmt bzw. sich ihr nähert. Das heißt, er muss die Bedeutungen der Sätze so verstehen, wie sie angezeigt werden, und nicht so, wie der Schreibende oder Sprechende, oder sogar er selbst, sie gerne hätte. Zugleich muss er die Wirklichkeit dieser Bedeutungen in seinem Verstand so erfassen, dass er sie identifizieren kann und diese Bedeutungen zu Begriffen werden. Begriffe sind daher die verständlichen Bedeutungen, deren Wirklichkeit vom Verstand erfasst wird, sei es eine wahrnehmbare Wirklichkeit, die außerhalb des Verstandes existiert, oder eine, die auf der Grundlage einer wahrnehmbaren, außerhalb von ihm existierenden Wirklichkeit angenommen wird. Alles außer diesen Bedeutungen von Wörtern und Sätzen wird nicht als „Begriff“ bezeichnet, es ist lediglich Information.
This connotation is absolutely non-existent. The man praised did not pierce two horsemen with a single strike of his spear, nor did anyone ask this question, nor is it possible for him to pierce a mile of horsemen, these meanings illustrate and explain the words. As for the meaning of fikr (thought), if the meaning indicated by the words exists in reality and is sensorially perceivable or conceivable by the mind as something that is sensed and thus believed in, this meaning is a concept for the person who senses it, or conceives and believes in it. It is not a concept for anyone who does not sense it or conceive it although he may understand the meanings of the sentence said to him or read by him. Hence it is imperative for one to receive or approach speech, whether he reads or hears it, in an intellectual manner. That is, he must understand the meanings of sentences as they indicate and not as the writer or speaker, or even he himself wants them to be. At the same time, he must comprehend the reality of these meanings in his mind in a manner that he can identify them such that these meanings become concepts. Therefore, concepts are the comprehensible meanings whose reality is comprehended by the mind, whether it is a perceivable reality existing outside the mind or one that is accepted on the basis of perceivable reality as existing outside it. Anything apart from these meanings of words and sentences is not termed as a ‘concept’, it is mere information.