27.2 Die Behandlung von Sklaven
27.2 Treating Slavery
Die Formen der Sklaverei in den antiken Systemen, die zur Zeit des Aufkommens des Islams in der Welt praktiziert wurden, waren zahlreich. Man verhängte die Sklaverei über den zahlungsunfähigen, bankrotten Schuldner; so konnte der Gläubiger, wenn sein Schuldner verarmte und bankrott wurde, ihn versklaven. Man verhängte die Sklaverei eines Menschen auch als Strafe für Verbrechen und Fehler, die er begangen hatte. Man gestattete auch einem freien Menschen, die Sklaverei auf sich zu nehmen, sodass er sich einem anderen verkaufen konnte unter der Bedingung, dass dieser ihn nach einer vereinbarten Frist freilasse. Die starken Stämme erlaubten sich, einzelne Personen oder schwächere Stämme zu versklaven. Kriege und Schlachten bestimmten im Allgemeinen die Versklavung von Gefangenen und erlaubten, das gesamte Volk eines Landes zu versklaven, wenn sie es besiegten. Manche beschränkten die Sklaverei auf jene, die sie im Krieg als Gefangene nahmen, Männer, Frauen und Kinder. Wer im rechtmäßigen Krieg als Gefangener genommen und dabei versklavt wurde, galt als Sklave, und sein Sklavenstatus wurde anerkannt.
The categories of slavery in the ancient systems that were practiced in the world when Islam came were many. They would judge with slavery for the bankrupt debtor; so the creditor, when his debtor became indigent and bankrupt, could enslave him. They would also judge with slavery of the human being as punishment of what he committed of crimes and mistakes. They also ordained for the free person to accept slavery upon himself so he could sell himself to another upon condition that he frees him after a period they agreed upon. The strong tribes allowed themselves to enslave individuals or weak tribes. Wars and battles would determine, in a general way, the enslaving of captives and allow enslaving all the people of a country if they conquered them. Some of them would limit slavery to whom they took as captives in the war of men, women and children. Whoever was taken as a captive in a legal war and was enslaved therein was considered a slave and was acknowledged in his being a slave.
Als der Islam kam, führte er für die Fälle, in denen Sklaverei vorkam und bestand, scharia-rechtliche Bestimmungen ein, die über die Sklaverei selbst hinausgingen, und regelte die Angelegenheit ausführlich für den Fall des Krieges. Hinsichtlich des zahlungsunfähigen Schuldners stellte er klar, dass der Gläubiger bis zu einer Zeit der Erleichterung warten solle. Allah (swt) sagt:
When Islam came, it imposed for the situations where slavery occurred and existed Shari’ah rules other than slavery, and detailed the matter in the situation of war. It clarified in relation to the bankrupt debtor that the creditor should wait to a time of ease. Allah (swt) said:
„Und wenn er in Schwierigkeiten ist, dann [gewähre ihm] Aufschub bis zu einer Zeit der Erleichterung“ [TMQ 2:280].
“And if he is one in difficulty then waiting to a time of ease” [TMQ 2:280].
Es hat außerdem die Strafen für Sünden mit Einzelheiten klargestellt, insbesondere die Strafe für Diebstahl, deren Strafe früher Sklaverei war, worauf Allah (SWT) im Qur'an hingewiesen hat:
It also clarified the punishments upon sins with details particularly the punishment of stealing whose punishment used to be slavery which Allah (swt) indicated in the Qur’an:
Sie sagten: „Seine Strafe ist, dass derjenige, in dessen Gepäck er gefunden wird, selbst seine Strafe ist“ [TMQ 12:75].
“They said: His punishment, for the one in whose mount it is found, is his punishment” [TMQ 12:75].
So hat der Islam seine Strafe klargestellt, nämlich das Abschneiden der Hand für den Diebstahl. Allah (SWT) sagt:
So Islam clarified its punishment i.e. for stealing the cutting of the hand. Allah (swt) said:
„Und den Dieb, männlich wie weiblich, schneidet ihnen die Hände ab als Vergeltung für das, was sie erworben haben“ [TMQ 5:38].
“The thief, male and female, cut off their hands as punishment for what they acquired” [TMQ 5:38].
Es machte den Vertrag zwischen dem Sklaven und seinem Herrn zu einem Vertrag über die Freilassung und nicht zu einem Vertrag über die Versklavung. Es verbot die Versklavung freier Menschen mit einem entschiedenen Verbot. Der Prophet ﷺ sagte:
It made the contract between the slave and owner upon freedom, not upon slavery. It forbade the enslaving of free people with a decisive prohibition. He (saw) said:
„Allah (swt) sagte: Drei Personen werde ich am Tag des Gerichts zur Rede stellen: einen Mann, der in meinem Namen einen Eid schwört und dann Verrat begeht, einen Mann, der einen freien Menschen verkauft und dessen Preis verzehrt, und einen Mann, der einen Arbeiter beschäftigt, der seine Arbeit für ihn erfüllt, ihm aber seinen Lohn nicht gibt“ (überliefert von Al-Bukhari).
“Allah (swt) said: Three (persons) I will dispute with on the Day of Judgement: A man given in my name then he betrayed, a man who sold a free man and ate his price, and a man who employed an employee who fulfilled for him but he did not give him his wage” (narrated by Al-Bukhari).
Allah (SWT) wird mit dem Verkäufer des Freien streiten. Was die Situation im Krieg betrifft, so hat der Islam sie ausführlich geregelt und die Versklavung von Kriegsgefangenen vollständig untersagt. Im zweiten Jahr der Hidschra legte er die Regel für Kriegsgefangene fest: Entweder werden sie begnadigt und ohne jede Gegenleistung freigelassen, oder sie werden gegen Lösegeld freigekauft oder gegen Gefangene ausgetauscht, die sich unter den Muslimen oder den Schutzbefohlenen (Dhimmis) befinden. Damit wurde die Versklavung von Kriegsgefangenen verhindert. Allah (SWT) sagt:
So Allah (swt) will dispute with the seller of the free person. As for the situation of war, Islam detailed therein and prevented the enslaving of captives absolutely. In the second year of the Hijrah, it clarified the rule of the captive in that either they are favoured by releasing them without any exchange or either they are ransomed for money or captives like them from Muslims of dhimmis, thereby preventing the enslaving of captives. Allah (swt) said:
„Wenn ihr auf diejenigen trefft, die ungläubig sind, dann [schlagt] auf die Nacken, bis ihr sie gründlich niedergemetzelt habt; dann schnürt die Fesseln fest. Danach entweder Großmut oder Lösegeld, bis der Krieg seine Lasten niederlegt“ [TMQ 47:4].
“When you meet those who disbelieve then striking of the neck until when you have inflicted severe slaughter upon them then bind the fetters. Then either release afterwards or either ransom until the war lays down its burdens” [TMQ 47:4].
Die Aya ist eindeutig in dieser Bedeutung: Freilassung oder Lösegeld, und sie hat keinerlei andere Bedeutung. Die arabische Sprache verlangt, die Regel über den Gefangenen auf eine dieser beiden Angelegenheiten zu beschränken, nämlich Freilassung oder Lösegeld, denn „immā“ dient dazu, eine Wahl zwischen zwei Dingen anzubieten, und zugleich zur Beschränkung auf diese beiden Dinge. Hier kam es, um eine Wahl zwischen Freilassung und Lösegeld anzubieten und die Regel auf diese beiden zu beschränken, als man dies mit „immā“ ausdrückte, das den Sinn der Beschränkung auf das vermittelt, was danach genannt wird.
The ayah is explicit upon this meaning: Release or ransom, and it absolutely does not bear any other meaning. The Arabic language requires restricting the rule of the captive in one of these two matters, release or ransom because “imma” is for giving a choice between two matters and for restriction in the two things. Herein it came giving a choice between release and ransom, and restricting the rule to these two, when it came expressing that with “imma” which gives sense of the restriction in what is mentioned after it:
„Danach entweder Freilassung oder Lösegeld“ [TMQ 47:4].
“Then either release afterwards or either ransom” [TMQ 47:4].
Hier kann eine Frage aufgeworfen werden, die für einige Fuqaha eine Quelle der Verwirrung war, aus der abgeleitet wurde, dass der Kalif Kriegsgefangene versklaven dürfe, wenn er dies für richtig halte. Die Frage lautet: Hat der Prophet (saw) nach diesem Vers Menschen versklavt? Dieser Vers wurde im zweiten Jahr nach der Hidschra zu Beginn des Krieges zwischen dem Gesandten (saw) und den ungläubigen Quraisch offenbart, und der Gesandte (saw) hat in Hunain versklavt. Und da das Handeln des Gesandten als Gesetzgebung gilt, weil es als Erläuterung des Verses Allahs (swt) angesehen wird, wie könnte dann die Versklavung von Kriegsgefangenen durch diesen Vers verhindert werden, obwohl der Gesandte (saw) nach dieser Offenbarung in Hunain versklavt hat? Die Antwort lautet: Das Handeln des Gesandten (saw) und seine Worte in Bezug auf die Verse des Qur'an dienen entweder dazu, dessen Mujmal (Allgemeines) zu erläutern, dessen Uneingeschränktes einzuschränken oder dessen Allgemeinheit zu spezifizieren. Das Handeln des Gesandten (saw) und seine Worte können keine Aufhebung (Naskh) des Qur'an sein. Der Vers über die Kriegsgefangenen ist weder ein Mujmal, das erläutert werden müsste, noch sind seine Worte allgemeine Worte, die spezifiziert werden könnten, noch uneingeschränkt, so dass sie eingeschränkt werden müssten. Würde also authentisch belegt, dass der Gesandte (saw) nach seiner Offenbarung versklavt hat, so wäre sein Handeln ein Aufhebendes für diesen Vers, und das ist nicht erlaubt. Hinzu kommt, dass die Versklavung von Kriegsgefangenen durch den Gesandten (saw) ein Khabar Ahad ist, der dem Vers widerspricht.
Here a question can be raised which was a position of confusion for some fuqaha from whom it was taken that the Khalifah can enslave captives if he so views. This question is that the Prophet (saw) did enslave after this ayah. This ayah was revealed in the second year after Hijrah at the beginning of the war between the Messenger (saw) and the Quraysh disbelievers, and the Messenger (saw) enslaved in Hunain. And the Messenger’s action is considered legislation as it considered explanation for the ayah of Allah (swt). So how could enslaving of captives be prevented by this ayah even though the Messenger (saw) enslaved after this revelation in Hunain? The response is that the action of the Messenger (saw) and his speech in relation to the Qur’anic ayat is either detailing its mujmal (aggregate), restricting its unrestricted or specifying its generality. The action of the Messenger (saw) and his speech cannot be an abrogation to the Qur’an. The ayah of prisoners of war is neither (mujmal) such that it be detailed, nor are its words the words of generality so that they be specified nor unrestricted so that they be restricted. So if it be authenticated that the Messenger (saw) enslaved after its revelation, his action would be an abrogator for it and this is not permitted. In addition, the Messenger’s enslaving captives is a khabr ahad which contradicts the ayah:
„Dann entweder freilassen oder gegen Lösegeld freigeben" [TMQ 47:4].
“Then either release them afterwards or either ransom” [TMQ 47:4].
Und wenn das (khabr ahad) den eindeutigen Ayat und Ahadith widerspricht, wird das Wissen aus dem (khabr ahad) zurückgewiesen. Dementsprechend ist das, was über die Versklavung durch den Gesandten Allahs ﷺ nach der Offenbarung des Ayat über die Gefangenen überliefert wird, nicht zu berücksichtigen. Tatsächlich verhielt es sich in der Schlacht von Hunain so, dass die Frauen und Kinder die Kämpfer der Polytheisten begleiteten, um ihre Zahl zu vergrößern und ihre Männer anzuspornen. Als diese dann auf dem Schlachtfeld in die Flucht geschlagen wurden, wurden die Frauen und Kinder zu Gefangenen, und der Gesandte Allahs ﷺ verteilte sie unter den muslimischen Kämpfern. Als dies hinsichtlich der Gefangenen überarbeitet wurde, schenkten die Muslime freiwillig, was sie an Recht an den Gefangenen (sabaya) hatten, und gaben ihre Gefangenen (sabaya) an ihre Leute zurück. Dies zeigte die Zulässigkeit der Versklavung von (sabaya) an, das heißt von Frauen und Kindern, die die Männer auf dem Schlachtfeld begleiten, um die Zahl zu erhöhen und anzuspornen. Dennoch versklavte der Gesandte Allahs ﷺ die Frauen und Kinder nicht, die die Kämpfer in Chaibar begleitet hatten. Als er ﷺ Chaibar angriff und eroberte, ließ er sie als freie Menschen zurück und überließ ihnen das Land, damit sie es gegen die Hälfte des Ertrags bebauten. Abu Ubaida sagte über die Gefangenen (sabaya): „Dem Imam steht die Wahl über sie zu, solange sie nicht verteilt wurden. Sind sie aber verteilt, gibt es keinen Weg über sie außer durch Schenkung und freien Willen derer, denen sie zugefallen sind, so wie es die Handlung des Gesandten Allahs ﷺ mit den Leuten von Hunain war. Keine der Gefangenen (sabaya) wurde von irgendjemandem von ihnen zurückgegeben, außer durch Schenkung und freien Willen, da er sie verteilt hatte. Dies tat er nicht mit den Leuten von Chaibar, sondern ließ sie als freie Menschen zurück, und sie wurden auch von niemandem verschenkt, da über sie keine Verteilung stattgefunden hatte.
And when the (khabr ahad) contradicts the definite ayat and ahadith the knowledge of the (khabr ahad) is rejected. Accordingly, there is no consideration to what is narrated about the Messenger (saw) enslaving after the revelation of the ayah of captives. Actually what happened in the battle of Hunain is that the women and children accompanied the fighters of the polytheists to increase their numbers and incite their men, so when they were routed in the battlefield the women and children became captives and the Messenger (saw) divided them between the fighters among the Muslims. When this was revised regarding the captives, the Muslims gifted what they had of the right in the captives (sabaya) voluntarily and returned their captives (sabaya) to their people. This indicated the permissibility of enslaving (sabaya) who are the women and children who accompany the men in the battlefield to increase the numbers and for encouragement. Despite that, the Messenger (saw) did not enslave the women and children who accompanied the fighters in Khayber. When he (saw) invaded Khayber and conquered it, he left them as free persons and left the land under their hands to farm it for half its produce. Abu Ubaidah said about the captives (sabaya): ‘The Imam is given a choice about them as long as they have not been divided. Once they are divided there is no way over them except by gift and free will of those for whom they become like the action of the Messenger of Allah (saw) with the people of Hunain. None of the captives (sabaya) were returned by anyone of them except by gift and free will since he had divided them. He did not do this with the people of Khayber but rather left them as free persons nor were they gifted by anyone as division had not occurred over them.