Außerdem war das Leben des Propheten صلى الله عليه وسلم ein Leben des geistigen Ringens mit allen Kuffār, den Mushrikīn und den Leuten der Schrift. Über ihn wurden in Makkah und Madinah viele Begebenheiten überliefert, in denen er mit den Kuffār diskutierte und mit ihnen als Einzelpersonen, Gruppen und Delegationen debattierte. Dieses geistige Ringen, das in den Āyāt des Qur'ān und in den Aḥādīth des Gesandten صلى الله عليه وسلم sowie in seinem Verhalten hervortritt, wurde von den Muslimen gelesen und gehört. Daher war es nur natürlich, dass sie mit Menschen anderer Religionen diskutierten, sich mit ihnen in geistigem Ringen auseinandersetzten und mit ihnen debattierten. Die Aḥkām ihrer Religion verlangen solche Diskussionen. Die Natur des islamischen Rufs – sein Zusammenprall mit dem Kufr – kann sich ohne das Auftreten solchen Ringens, solcher Diskussion und Argumentation zwischen ihm und dem Kufr nicht entfalten. Dass dieses Ringen einen intellektuellen Charakter annimmt, liegt daran, dass der Qur'ān selbst zum Gebrauch des Verstandes aufruft und intellektuelle Beweise sowie sinnliche Belege anführt. Der Ruf zu seiner ʿAqīdah stützt sich ausschließlich auf den Verstand und nicht auf textliche Beweise. So war es unvermeidlich, dass die Debatte und das Ringen einen intellektuellen Charakter annahmen und von diesem geprägt wurden.
Further, the life of the Prophet صلى الله عليه وسلم had been a life of intellectual struggle with all of the kuffār, the mushrikīn and the People of the Book. Many incidents were reported about him in Makkah and Madinah in which he discussed with the kuffār and debated with them as individuals, groups, and delegations. This intellectual struggle which is prominent in the ayāt of the Qur’ān and in the ahādith of the Messenger صلى الله عليه وسلم and in his conduct was read and heard by the Muslims; it was thus only natural for them to discuss with the people of other religions and to engage with them in an intellectual struggle and to debate with them. The ahkām of their religion call for such discussion; the nature of the Islamic Call - its clash with kufr - will not progress without the occurrence of such struggle, discussion and argumentation, between it and kufr. As for that what makes this struggle adopt an intellectual character, the Qur’ān itself calls for the use of the intellect, and it cites intellectual proof and sensory evidence. The call to its ‘aqīdah is based exclusively on the mind, not on textual evidence. Thus it was inevitable for the debate and the struggle to take an intellectual character and to be marked by the same.
Zweitens: Bestimmte philosophische und theologische Fragen waren von den nestorianischen Christen und ihresgleichen zu den Muslimen gelangt, und die Logik des Aristoteles war unter den Muslimen bekannt; manche waren mit bestimmten philosophischen Büchern vertraut geworden. Viele Bücher wurden aus dem Griechischen ins Syrische und dann ins Arabische übersetzt; später erfolgte die Übersetzung aus dem Griechischen (direkt) ins Arabische. Dies förderte das Aufkommen philosophischer Gedanken. Einige andere Religionen, insbesondere das Judentum und das Christentum, hatten die griechische Philosophie als Waffe eingesetzt und in die (muslimischen) Länder gebracht. All dies brachte philosophische Gedanken hervor und drängte die Muslime dazu, sich mit ihnen zu befassen.
Secondly: Certain philosophical and theologial issues had leaked to the Muslims from the Nestorian Christians and their like, and the logic of Aristotle was known amongst the Muslims; some had become familiar with certain books of philosophy. Many books were translated from Greek into Syriac and then into Arabic; later, translation was made from Greek (directly) into Arabic. This supported the presence of philosophical thoughts. Some other religions, specifically Judiasm and Christianity, had resorted to Greek philosophy as a weapon and brought it into the (Muslim) lands. All of this generated philosophical thoughts, pushing the Muslims to study them.
So richteten diese beiden Faktoren, nämlich die Regeln und Gedanken des Islams hinsichtlich der Argumentation und das Vorhandensein philosophischer Gedanken, die Muslime darauf aus, sich intellektuellen Diskussionen und philosophischen Gedanken zuzuwenden, sie zu erlernen und als Material in ihren Gesprächen und Debatten zu verwenden, und sie rechtfertigten dies. Doch all dies war keine umfassende philosophische Studie, sondern lediglich eine Beschäftigung mit (einigen) philosophischen Gedanken, um die Christen und Juden zu widerlegen, denn es wäre den Muslimen nicht möglich gewesen, sie zu widerlegen, ohne zuvor mit den Argumenten der griechischen Philosophen vertraut zu werden, insbesondere mit denen zur Logik und Theologie. Deshalb wurden sie angehalten, die fremden Sekten sowie deren Argumente und Beweise zu studieren. So wurden die muslimischen Länder zu einem Boden, auf dem alle Meinungen und alle Religionen dargelegt und debattiert wurden. Zweifellos regt Debatte zum Nachdenken und Überlegen an und bringt vielfältige Fragen hervor, die zur Betrachtung anregen und jede Gruppe dazu führen, das anzunehmen, was sie für am richtigsten hält. Diese Debatte und dieses Nachdenken trugen maßgeblich dazu bei, dass Menschen aufkamen, die einen neuen Weg bzw. eine neue Methodik in Forschung, Argumentation und Diskussion einschlugen. Die philosophischen Gedanken, die sie erlernt hatten, beeinflussten sie stark, sowohl in ihrer Beweisführung als auch in einigen ihrer Gedanken. Infolgedessen entwickelte sich die Wissenschaft des ʿIlm al-Kalām [islamische Scholastik] zu einem eigenständigen Wissenszweig, und in den islamischen Ländern entstand unter den Muslimen die Gruppe der Mutakallimīn [Scholastiker].
Thus these two factors, the rules and thoughts of Islam concerning argumentation and the presence of philosophical thoughts, were the factors which pushed the Muslims to shift to intellectual discussions and philosophical thoughts, learning them and using them as material in their discussions and debates, and they justified this. Yet all of this was not a comprehensive philosophical study but merely a study of (some) philosophical thoughts to refute the Christians and Jews, because it would not have been possible for the Muslims to rebut except after they had familiarised themselves with the arguments of the Greek philosophers, especially those related to logic and theology. Because of this they were urged to study the foreign sects and their arguments and proofs. Thus the Muslim lands became a ground where all opinions and all religions were presented and debated. Undoubtedly, debate provokes pondering and thinking and gives rise to multiple issues that provoke contemplation and lead each group to adopt what it deems most correct. This debate and thinking was extremely instrumental in the emergence of people who took a new path/methodology in inquiry, argumentation and discussion. The philosophical thoughts which they had learnt influenced them greatly, in their method of proving and in some of their thoughts. As a result the science of ‘Ilm al-Kalām [Islamic Scholasticism] developed, becoming a specialised branch of knowledge, and there emerged in the Islamic Lands amongst the Muslims the group of Mutakallimīn [Scholastics].
Da diese Mutakallimūn im Wesentlichen den Islam verteidigten, seine Regeln erklärten und die Gedanken des Qur'ān erläuterten, waren sie größtenteils vom Qur'ān beeinflusst, und die Grundlage, auf der sie ihre Diskussion aufbauten, war der Qur'ān. Da sie jedoch Philosophie erlernt hatten, um den Qur'ān zu verteidigen, und diese als Waffe gegen ihre Gegner einsetzten, entwickelten sie eine besondere Methodik der Untersuchung, Überprüfung und Beweisführung. Diese Herangehensweise unterschied sich von der Methodik des Qur'ān, des Ḥadīth und der Ṣaḥābah رَضِيَ اللهُ عَنْهُ und ebenso von der Methodik der griechischen Philosophen bei ihrer Untersuchung, Überprüfung und Beweisführung.
Since these Mutakallimīn were essentially defending Islam, explaining it rules and, and elucidating the thoughts of the Qur’ān, they were mostly influenced by the Qur’ān, and the basis on which they built their discussion was the Qur’ān. Yet, since they had learnt philosophy in order to defend the Qur’ān and used it as a weapon against their adversaries, they evolved a particular methodology of inquiry, verification and evidencing; an approach which was different to the methodology of the Qur’ān, the Hadīth and the Sahābah رَضِيَ اللهُ عَنْهُ, and also different to the methodology of the Greek philosophers in their inquiry, verification and evidencing.
Was ihre Abweichung von der Methodik des Qur'ān betrifft, so gründet der Ansatz des Qur'ān seinen Aufruf auf eine instinktive [fitrī] Grundlage; er beruht auf dieser Veranlagung [fitrah] und wendet sich an die Menschen auf eine Weise, die mit dieser fitrah übereinstimmt. Zugleich gründet sich der Qur'ān auf die verstandesmäßige Grundlage; er beruht auf dem Verstand und spricht den Intellekt an. Allah الله سُبْحَانَهُۥ وَتَعَالَىٰ sagt:
As for their divergence from the methodology of the Qur’ān, then the Qur’ān’s approach bases its call on an instinctive [fitrī] basis; it is based on this instinct [fitrah] and it addresses the people in a manner consistent with this fitrah. At the same time the Qur’ān is based on the intellectual basis; it is based on the mind and addresses the intellect; Allah الله سُبْحَانَهُۥ وَتَعَالَىٰ says,