17.6 Die Einheit des Kalifats
17.6 The Unity Of The Khilafah
Es ist nicht erlaubt, dass es mehr als einen Kalifen in der Welt gibt, denn ʿAbdullah ibn ʿAmr ibn al-ʿAas (ra) überlieferte, dass er den Gesandten Allahs ﷺ sagen hörte:
It is not allowed to have more than one Khalifah in the world because ‘Abdullah bin ‘Amru bin al-‘Aas (ra) narrated that he heard the Messenger of Allah (saw) say:
„Wer einem Imam die Treue schwört, ihm seine Hand reicht und die Frucht seines Herzens gibt, der soll ihm gehorchen, so gut er kann. Wenn ein anderer kommt, um mit ihm zu streiten, so schlagt dem anderen den Hals ab.“
“Whoever pledges an Imam giving him his handshake and the fruit of his heart should obey him as much as he can. If another comes to dispute him, strike the neck of the other (person).”
Auch Abu Saeed al-Khudri überlieferte, dass der Gesandte Allahs ﷺ sagte:
Also Abu Saeed al-Khudri narrated that the Messenger of Allah (saw) said:
„Wenn einem Kalifen zwei Treueide geleistet werden, töte den Späteren unter ihnen.“
“If a pledge is taken for two Khalifahs, kill the latter among them.”
Und 'Arfaja berichtete, dass er den Gesandten Allahs ﷺ sagen hörte:
And ‘Arfaja said that he heard the Messenger of Allah (saw) say:
„Wenn jemand zu euch kommt, während ihr unter einem Mann vereint seid, und eure Stärke brechen und eure Einheit spalten will, dann tötet ihn.“
“If someone comes to you when you are united under one man and wants to break your strength and divide your unity, kill him.”
Auch überlieferte Abu Hazim, dass er fünf Jahre lang Abu Hurairah (ra) begleitete und hörte, wie er vom Gesandten Allahs ﷺ berichtete, der sagte:
Abu Hazim also narrated that he accompanied Abu Hurairah (ra) for five years and heard him narrate about the Messenger of Allah (saw) saying:
„Die Propheten regierten über die Kinder Israels. Immer wenn ein Prophet starb, folgte ihm ein anderer Prophet nach, doch nach mir wird es keinen Propheten geben. Es werden Khulafaa sein, und ihre Zahl wird groß sein. Sie fragten: Was befiehlst du uns dann? Er sagte: Erfüllt ihnen die Bay'ah nacheinander und gebt ihnen, was ihnen zusteht. Gewiss wird Allah sie über das befragen, was Er ihnen anvertraut hat.“
“The Prophets ruled over the children of Israel. Whenever a Prophet died another Prophet succeeded him, but there will be no Prophet after me. There will be Khulafaa and they will number many. They asked: What then do you order us? He said: Fulfill the bay’ah to them one after the other and give them their due. Surely Allah will ask them about what He entrusted them with.”
Wenn das Kalifat für zwei Kalifen in zwei Ländern zur gleichen Zeit errichtet würde, wäre es für keinen von beiden gültig, denn den Muslimen ist es nicht erlaubt, zwei Kalifen zu haben. Es ist nicht richtig zu sagen, die Bai'ah sei demjenigen gültig, der sie zuerst erhalten hat, denn die Sache besteht darin, ein Kalifat zu errichten, nicht darin, um es zu wetteifern. Außerdem ist es das Recht aller Muslime, nicht das Recht des Kalifen, daher muss die Angelegenheit wieder zu den Muslimen zurückgehen, damit sie einen einzigen Kalifen einsetzen, falls sie zwei Kalifate errichtet haben. Es ist falsch, eine Losentscheidung zwischen ihnen vorzuschlagen, denn das Kalifat ist ein Vertrag, und das Losverfahren ist nicht Teil des Vertrags. Und es ist falsch, sich auf den Ausspruch des Propheten ﷺ zu berufen,
If the Khilafah was established for two Khalifahs in two countries at the same time, it would not be valid for either of them because the Muslims are not allowed to have two Khalifahs. It is not correct to say that the bay’ah is valid to the one that had it first because the matter is to establish a Khalifah, not to make a race for it. Also it is the right of all Muslims, not the right for the Khalifah, so the matter must go back again to the Muslims to establish one Khalifah in case when they had established two Khalifahs. It is incorrect to suggest a ballot between them because the Khilafah is a contract, and the ballot is not included in the contract. And it is incorrect to refer to the saying of the Prophet (saw):
„Erfüllt den Treueid (Bay'ah) einzeln nacheinander"
“Fulfill the bay’ah one by one”
Denn der Fall liegt so: Wenn einem Khalifah die Treue geschworen wird, obwohl bereits ein Khalifah existiert, dann ist die Treue nicht gültig, außer bei dem ersten, dessen Treueid geschlossen wurde; und wer danach kommt, kann die Treue nicht mehr übertragen bekommen. Der hier zu behandelnde Fall ist, dass das Khilafah für zwei Khalifahs eingesetzt wird, wenn die Mehrheit der einflussreichen Personen zur selben Zeit zwei Khalifahs wählt und der Treueid für jeden von ihnen rechtmäßig geschlossen wurde. Dann werden die beiden Verträge aufgehoben, und die Angelegenheit muss an die Muslime zurückgegeben werden. Haben sie den Treueid für einen von ihnen eingerichtet, so wird er erneut geschlossen, nicht als Bestätigung seines früheren Falls. Und haben sie ihn einem anderen als diesen beiden übertragen, so wird der Vertrag mit diesem anderen geschlossen. Die Angelegenheit ist also ein Recht aller Muslime und nicht der Personen, die um sie in einen Wettstreit treten. Und wenn zwei Khulafaa eingesetzt wurden und die Mehrheit der einflussreichen Personen in den Angelegenheiten der Herrschaft und des Khilafah sich auf die Seite eines von ihnen stellte und sie es waren, die ihn wählten, während die Minderheit beim anderen stand, dann gilt der Treueid dem, den die Mehrheit der einflussreichen Personen in den Angelegenheiten der Herrschaft gewählt hat. Dies gilt, ob er zuerst, als Zweiter oder als Dritter gewählt wurde, denn er gilt als der rechtmäßige Khalifah, wenn die Mehrheit der einflussreichen Personen ihn gewählt hat. Die anderen müssen ihm die Treue schwören um der Einheit des Khilafah willen; andernfalls werden die Muslime gegen ihn kämpfen, denn das Khilafah wird durch den Treueid der Mehrheit der Muslime geschlossen. So wird er zu einem Khalifah, dem alle Muslime gehorchen müssen, und es wird haram, einen anderen Menschen zu wählen.
Because this is the case if a pledge is given to Khulafaa when there exists a Khalifah; so the pledge is not valid except for the first one whose pledge was contracted, and whoever comes afterwards could not have the pledge contracted to him. The case under discussion is that if the Khilafah is established for two Khalifahs when the majority of the influential people elected two Khalifahs at the same time, and the pledge of each of them was contracted legally. So the two contracts are cancelled and the matter must be returned to the Muslims; if they established the pledge for one of them then it is contracted anew, not as a confirmation to his previous case. And if they established it to other than them, then it is contracted (to that other person). Thus the matter is a right to all Muslims not to persons who enter in a race for it. And if two Khulafaa were established, and the majority of the influential people in the affairs of ruling and Khilafah sided with one of them and it was they who elected him, while the minority was with the other, then the pledge would be for the one who the majority of the influential people in the matters of ruling elected. (This is so) whether he was elected first, second or third, because he is considered the legal Khalifah when the majority of the influential people elected him. The others must make a pledge to him for the sake of unity of the Khilafah; otherwise the Muslims will fight him because the Khilafah is contracted by the pledge of the majority of the Muslims. He thus becomes a Khalifah who must be obeyed by all Muslims and it becomes haram to elect another person.