21.4 Militärische Bündnisse
21.4 Military Alliances
„Al-Hilf“ bedeutet im Arabischen Bündnis und Freundschaft. Man sagt „halifuhu“ von „’ahiduhu“ (er schloss einen Bund mit ihm). Das Wort „al-hilf“ wird jedoch in einem fachlichen Sinn gebraucht, da es vor allem für ein militärisches Bündnis verwendet wird. Militärische Bündnisse sind Allianzen, die zwischen zwei oder mehr Staaten geschlossen werden, wobei ihre Armeen gemeinsam gegen einen gemeinsamen Feind kämpfen oder militärische Informationen bzw. Kriegsmittel untereinander austauschbar machen; oder wenn einer von ihnen in einen Krieg eintritt, beraten sie sich miteinander, ob sie gemeinsam in den Krieg eintreten oder nicht, je nachdem, welche Interessen sie sehen. Diese Bündnisse können zweiseitige Verträge sein, die zwischen zwei oder drei oder mehr Staaten geschlossen werden, wobei sie einen Angriff auf einen der Vertragsstaaten nicht als Angriff auf alle betrachten. Vielmehr gilt: Wenn ein Angriff auf einen der Vertragsstaaten erfolgt, erklären der angegriffene Staat und die Staaten, mit denen er ein militärisches Bündnis hat, im Lichte ihres Vorteils gemeinsam dem Angreiferstaat den Krieg oder auch nicht. Diese Bündnisse können auch kollektive Bündnisse sein, in denen ein Angriff auf einen der Vertragsstaaten als Angriff auf alle betrachtet wird, so dass bei einem Krieg zwischen einem von ihnen und einem beliebigen Staat alle anderen Vertragsstaaten in den Kriegszustand mit diesem Staat eintreten. All diese Bündnisse, ob zweiseitig, kollektiv oder anders, bringen es mit sich, dass die Armee ihren Verbündeten verteidigt und dessen Bestand schützt, sei es unter mehreren Führern oder unter einem einzigen Führer.
“Al-hilf” in the language is the covenant and friendship. It is said “halifuhu” from “’ahiduhu” (he covenanted with him). Except that the word “al-hilf” is used because a technical definition as it is mostly used for military alliance specifically. Military alliances are the alliances contracted between two or more States which make their armies fight together with a common enemy, or make military information or war tools exchangeable between them, or if one of them enters into war they will consult with each other to enter war together or not according to the interests they see. These alliances could be dual treaties contracted between two or three or more States, but they do not consider aggression upon one of the States an aggression against all of them; rather if aggression occurs upon one of the treaty States, the State upon which aggression occurrs, the States with which it has a military alliance and in the light of their benefit they would announce war together with the State facing aggression against the aggressor State or not. And these alliances could be collective alliances in which it is considered that aggression against one of the treaty States an aggression against all of them, so that if there occurs war between one of them with any State then all other treaty States will enter into the situation of war with this State. All of these alliances, whether they were dual or collective or other than that, necessitate that the army fights with its ally to protect it and its entity whether there were numerous leaders or a single leader.
Diese Bündnisse sind von ihrer Grundlage her nichtig und werden nicht rechtmäßig geschlossen. Daher ist die Ummah an sie nicht gebunden, auch wenn der Khalifah der Muslime sie geschlossen hat, da sie der Schari'a widersprechen, denn sie würden den Muslim dazu bringen, unter der Autorität eines Ungläubigen und unter dem Banner des Kufr zu kämpfen, und ihn dazu bringen, zum Erhalt eines kufr-Gebildes zu kämpfen; all dies ist haram. Es ist einem Muslim nicht erlaubt zu kämpfen, außer unter muslimischer Führung und unter dem islamischen Banner. In einem sahih Hadith findet sich ein Verbot, unter dem Banner der Ungläubigen und unter ihrer Autorität zu kämpfen. Ahmad und An-Nasa'i überlieferten von Anas, der sagte: Der Gesandte Allahs ﷺ sagte:
These alliances are void from their basis and are not contracted legitimately. So the Ummah is not obliged with them even if the Muslims’ Khalifah contracted them as it contradicts the Shar’a since it would make the Muslim fight under a Kafir authority and under a kufr banner, and makes him fight in order to preserve a kufr entity; all this is haram. It is not allowed for a Muslim to fight except under Muslim leadership and under the Islamic banner. There came a prohibition in the sahih hadith against fighting under the disbelievers’ banner and their authority, Ahmad and An-Nisa’i narrated from Anas who said: The Messenger of Allah (saw) said:
„Sucht nicht Licht beim Feuer der Götzendiener"
“Do not seek light from the fire of the polytheists”
D. h. laßt das Feuer der Vielgötterer nicht euer Licht sein. Das Feuer ist eine Anspielung auf den Krieg; man sagt, „das Feuer des Krieges wurde entzündet“, d. h. sein böses und gewalttätiges Aufbrausen wurde ins Dasein gerufen. Und das Feuer der Furcht ist ein Feuer, das die Araber in der Dschahiliyya beim Bündnisschluss entzündeten. Das Hadith deutet auf den Krieg mit den Vielgöttern und auf die Übernahme ihres Banners hin, weshalb daraus das Verbot des Krieges zusammen mit Vielgöttern verstanden wird.
I.e. do not make the polytheists’ fire a light for you. The fire is an allusion for war; it is said the “fire of war was kindled” i.e. its evil and violent excitement was called into existence. And the fire of fright is a fire the Arabs in jahiliyyah would kindle during alliance. The hadith alludes to war with polytheists and adopting their banner, so the prohibition of war together with polytheists is understood from it.
Bündnisse würden außerdem dazu führen, dass die Ungläubigen gemeinsam mit den Muslimen kämpfen, während sie ihre Einheit bewahren, d. h. sie würden als Staat kämpfen und nicht als Einzelpersonen. Der Gesandte Allahs ﷺ untersagte es, als Gemeinschaft die Hilfe der Ungläubigen zu suchen. Dies wird im Hadith von Adh-Dhihak (ra) überliefert.
Alliances would also make the disbelievers fight with Muslims while preserving their entity i.e. they would fight as a State and not as individuals. The Messenger (saw) prohibited seeking assistance of the disbelievers as an entity. It came in the hadith of Adh-Dhihak (ra)
Al-Hafidh Abu Abdullah berichtete, und er führte seine Überlieferungskette bis zu Abu Hamid As-Sa'idi, der sagte:
Al-Hafidh Abu Abdullah informed and he led his chain to Abu Hamid As-Sa’idi who said:
„Der Gesandte Allahs ﷺ zog aus, bis er die Thaniyyat al-Wada‘ hinter sich ließ, wo sich eine Schar befand. Er fragte: ‚Wer sind diese?‘ Man antwortete: ‚Die Banu Qaynuqa, und sie sind die Gefolgschaft von Abdullah bin Salam.‘ Er fragte: ‚Haben sie den Islam angenommen?‘ Man antwortete: ‚Vielmehr sind sie noch bei ihrer Religion.‘ Da sagte er: ‚Sagt ihnen, sie sollen umkehren, denn wir suchen nicht die Unterstützung von Polytheisten.‘“
“The Messenger of Allah (saw) went out until he left behind Thaniyya al-Wada’ where there was a squadron. He said: ‘Who are these?’ They said: ‘Banu Qaynuqa and they are the company of Abdullah bin Salam.’ He said: ‘Have they embraced Islam?’ They said: ‘Rather they are on their deen.’ He said: ‘Tell them to return for we do not seek assistance in the polytheists.”
Der Gesandte ﷺ lehnte die Hilfe der Juden ab und sagte in allgemeiner Form:
The Messenger (saw) rejected assistance of the Jews and said in a general fashion:
Der Gesandte ﷺ lehnte die Hilfe der Juden ab und sagte in allgemeiner Form:
The Messenger (saw) rejected assistance of the Jews and said in a general fashion:
„Wir suchen nicht die Hilfe der Ungläubigen … Wir suchen nicht die Hilfe der Polytheisten.“
“We do not seek assistance of the disbelievers…We do not seek assistance of the polytheists.”
Man sollte nicht sagen, dass wir gegen unseren Feind die Hilfe von Ungläubigen suchen, und dass die Hilfesuche bei Ungläubigen erlaubt sei, da der Gesandte Allahs ﷺ zustimmte, dass Quzman zusammen mit ihm in Uhud kämpfte, obwohl er ein Ungläubiger war, und im Krieg die Unterstützung einiger Juden von Khaybar annahm. Man sollte dies nicht sagen, denn die Hilfesuche bei Ungläubigen ist nur dann erlaubt, wenn es sich um Einzelpersonen handelt, die unter der Fahne der Muslime stehen. Diejenigen, um deren Unterstützung der Gesandte Allahs ﷺ bat, bat er um ihre Hilfe, und es waren Einzelpersonen. Dementsprechend verhielt es sich, als die Banu Qaynuqa kamen; sie kamen als ein Stamm mit eigenem Anführer, und sie glichen einem Staat, der zuvor einen Vertrag mit dem Gesandten Allahs ﷺ geschlossen hatte. Sie kamen, um gegen den Gesandten Allahs ﷺ zu kämpfen, und befanden sich in dieser Lage, und es wurde ihm gesagt:
One should not say that we seek assistance from disbelievers upon our enemy and seeking assistance with the disbeliever is allowed since the Messenger (saw) consented to Quzman fighting together with him in Uhud and he was a disbeliever, and accepted assistance from some people of the Jews of Khayber in war; one should not say that because seeking assistance with disbelievers is allowed if they are individuals under the Muslims’ banner. Those whom the Messenger (saw) sought assistance from, he sought assistance from them and they were individuals. Accordingly when Banu Qaynuqa came and they came while they were a tribe with their own leader, and they were like a State who previously made a treaty with the Messenger (saw). They came to fight with the Messenger (saw) and they were upon this situation and it was said to him:
„Sie gehören zur Gefährtenschaft von Abdullah bin Salam“
“They are the company of Abdullah bin Salam”
So lehnte er es deswegen ab, sie um Unterstützung zu bitten. Dementsprechend ist es nicht erlaubt, die Hilfe eines ungläubigen Heeres zu suchen und unter dem Banner ihrer ungläubigen Staaten zu kämpfen. Imam As-Sarakhsi sagte in „Al-Mabsut“ im Buch „Siyar“: „Aus dem Hadith des Adh-Dhahabi (ra)
So he refused to seek assistance from them due to this. Accordingly it is not allowed to seek assistance from a kafir army and under the banner of their disbelieving States. Imam As-Sarakhsi said in ‘Al-Mabsut’ in the book of ‘Siyar’: “From the hadith of Adh-Dhahabi (ra)
Dass der Gesandte Allahs ﷺ am Tag von Uhud ausging, wo sich eine Schar aus Husna befand, oder er sagte Khushna. Da fragte er: Wer sind diese? Man antwortete: Die Juden, so und so. Da sagte er: Wir suchen nicht die Hilfe von Ungläubigen.
"That the Messenger of Allah (saw) went out the day of Uhud where there was a husna squadron or he said khushna. So he said: Who are these? They said: The Jews so and so. So he said: We do not seek assistance of disbelievers."
Seine Auslegung lautet, dass sie aus eigener Kraft stark waren und nicht unter der Fahne der Muslime kämpften. Für uns gilt: Wir suchen nur dann ihre Unterstützung, wenn sie unter der Fahne der Muslime kämpfen; kommen sie jedoch allein unter ihrer eigenen Fahne, so suchen wir ihre Unterstützung nicht. Dies ist die Auslegung dessen, was vom Propheten ﷺ überliefert wurde, als er sagte:
Its interpretation is that they were powerful in themselves not fighting under the Muslims’ banner. For us, we only seek assistance from them if they were fighting under the Muslims’ banner whereas if they come isolated with their own banner then we do not seek assistance from them. This is the interpretation of what was narrated from the Prophet (saw) when he said:
„Suche kein Licht beim Feuer der Polytheisten"
‘Do not seek light from the fire of the polytheists
Überliefert von Ahmad und An-Nasa'i über den Weg von Anas, und er sagte:
Narrated by Ahmad and An-Nisa’i via the way of Anas and he said:
„Ich distanziere mich von jedem Muslim, der gemeinsam mit einem Polytheisten kämpft."
“I am free from every Muslim who fights together with a polytheist"
Das bedeutet der Muslim, der unter dem Banner der Polytheisten steht. Hieraus wird klar, dass ein militärisches Bündnis mit ungläubigen Staaten im Schar'a haram ist, weshalb es nicht geschlossen wird. Es ist dem Gesandten ﷺ nicht erlaubt, sein Blut im Kampf zur Verteidigung des kriegführenden Ungläubigen zu vergießen. Vielmehr kämpft der Muslim nur gegen Menschen, damit sie aus dem Unglauben (kufr) in den Islam eintreten. Das Kämpfen gegen Ungläubige, um von einem Unglauben (kufr) in einen anderen Unglauben (kufr) überzutreten, und dafür das eigene Blut zu vergießen, ist haram.
This means the Muslim who is under the polytheists’ banner. From this it became clear that a military alliance with disbelieving States is haram in the Shar’a so it is not contracted. It is not allowed for the Messenger (saw) to shed his blood in the way of defending the belligerent disbeliever. Rather the Muslim only fights people so that they enter into Islam from disbelief (kufr). As for fighting disbelievers to enter from kufr into kufr and to shed his blood for that, this is haram.