So war es den Muslimen fard, Iğtihād zu betreiben, um für jeden aufkommenden Sachverhalt die Sharī'ah-Regel abzuleiten. Und die abgeleiteten Regeln waren islamische Sharī'ah-Regeln, abgeleitet aus dem Qur'ān und der Sunnah oder dem, worauf Qur'ān und Sunnah in Form von Belegen hinweisen.
Thus, it was fard on the Muslims to perform Ijtihād to deduce the Sharī’ah rule for each issue that occurred. And the rules that were deduced were Islamic Sharī’ah rules, deduced from the Quran and Sunnah or whatever the Quran and Sunnah alluded to in terms of evidences.
Was die Tafsīr (Koranexegese) betrifft, so erklärten sie die Verse des Qur'ān und bemühten sich, die Bedeutungen der Verse darzulegen, entweder entsprechend dem, was durch die Wörter und Sätze angezeigt wird, hinsichtlich der sprachlichen und scharia-rechtlichen Bedeutungen, oder indem sie Gegebenheiten zuließen, die in den Bereich der Bedeutungen dieser Wörter und Sätze fielen. Obwohl sich die Tafsīr-Literatur ausweitete und die Klärung der Bedeutungen der Verse immer detaillierter wurde, fanden römische und griechische Vorstellungen über die Sicht auf das Leben oder die Gesetzgebung, die man als aus nichtislamischen Kulturen stammend betrachtete, keinen Eingang in die Tafsīr-Literatur. Tatsächlich gab es erfundene und schwache Ḥadīthe, die einige Mufassirun verwendeten. Sie fügten deren Bedeutungen in die Tafsīr des Qur'ān ein, obwohl sie nicht islamisch waren. Dies ist jedoch nicht als Beispiel für eine Beeinflussung durch nichtislamische Kultur zu betrachten, sondern als Verfälschung der islamischen Kultur, etwa wie die Einschiebung von Ḥadīthen, die der Gesandte Allahs ﷺ tatsächlich nie geäußert hat. Es besteht ein Unterschied zwischen der Einschiebung von etwas in den Islam im Sinne der Erfindung von Ḥadīthen und der Beeinflussung durch eine nichtislamische Kultur, indem man deren Gedanken übernimmt und als Teil des Islam in ihn einfügt. Kurz gesagt: Die scharia-rechtlichen Disziplinen wurden nicht von nichtislamischen Kulturen beeinflusst. Was die literarischen und sprachlichen Disziplinen usw. betrifft, so war der Einfluss der arabischen Sprache auf die übrigen Sprachen in den eroberten Ländern stark, bis die anderen Sprachen aus dem alltäglichen Gebrauch in den Angelegenheiten des Lebens verschwanden. Die arabische Sprache war als politischer Bestandteil im Verständnis des Islam die einzige vorherrschende Sprache in allen Angelegenheiten des Lebens, weil sie die Sprache des Qur'ān ist. Deshalb wird man feststellen, dass die eroberten Völker, nachdem sie zum Islam übergetreten waren, zur Stärkung dieses Einflusses beitrugen, da dies eine der Anforderungen des Islam war, der Religion, zu der sie sich bekannten. Daher wurde die arabische Sprache nicht von den Sprachen und der Kultur der eroberten Länder beeinflusst. Im Gegenteil, die Sprache selbst wirkte auf das eroberte Land ein und schwächte dessen ursprüngliche Sprachen, bis einige von ihnen gänzlich verschwanden oder beinahe verschwanden, während die arabische Sprache als einzige Sprache des Islam, als einzige Sprache des Staates, als gemeinsame Sprache sowie als Sprache der Kultur, der Wissenschaft und der Politik bestehen blieb.
Obwohl die arabische Literatur in den eroberten Ländern auf materielle Formen wie Gärten, Paläste, Meere, Flüsse, Landschaften usw. stieß, wuchs sie mit der Zunahme ihrer Bedeutungen, Vorstellungskraft, Vergleiche und Themen. Sie profitierte davon, wurde jedoch nicht von Gedanken beeinflusst, die dem Islam widersprachen. So finden wir zwar Aspekte im Glaubensbereich, die dem Islam widersprechen, doch keine der muslimischen Literaturen wurde von ihnen beeinflusst; vielmehr lehnten sie diese vollständig ab.
Die griechische Philosophie wurde zwar übersetzt, und ihr wurde Aufmerksamkeit geschenkt, doch die griechische Literatur, die den Glauben an eine Vielzahl von Göttern bekannte und ihnen menschenähnliche Eigenschaften zuschrieb, fand unter den Muslimen kaum Verbreitung; tatsächlich beachteten sie sie überhaupt nicht.
Ja, einige Einzelne überschritten die Grenzen dessen, was der islamischen Kultur angemessen war. Sie wurden empfänglich für Bedeutungen, die der Islam nicht anerkennt. Ebenso wie die moralisch verkommenen unter den Schriftstellern und Dichtern nahmen sie in ihre Dichtung Inhalte auf, denen der Islam nicht zustimmte. Doch dies waren nur einige wenige, die im Hinblick auf die islamische Gesellschaft nicht erwähnenswert sind. So sehr ihre Literatur auch von den im Islam verbotenen Bedeutungen beeinflusst worden sein mag, dies war kein Einfluss, der die islamische Kultur betraf. Vielmehr bestand die islamische Kultur fort, ebenso wie die arabische Kultur und die arabische Sprache, frei von jedem Verdacht.
As for tafsīr (Qur’ānic exegesis), they used to explain the verses of the Qur’ān and attempted to expound the meanings of verses either according to what was indicated by the words and sentences, in terms of the linguistic and Sharī’ah meanings or by admitting things occurring which fell within the meanings of those words and sentences. Even though the tafsīr began to expand and the clarification of the meanings of verses became more detailed but Roman and Greek concepts relating to the viewpoint about life or legislation, considering them as coming from non-Islamic cultures were not inserted into the tafsīr literature. Indeed, there were fabricated and weak ahadīth used by some Mufassirun. They inserted their meanings into the tafsīr of the Qur’ān even though they were not Islamic. However, that is not to be considered as an example of being effected by non-Islamic culture but as interpolation of the Islamic culture, such as the interpolation of ahadīth the Messenger did not actually utter. There is a difference between interpolating something in Islam with respect to the fabrication of ahadīth and being effected by a non-Islamic culture by adopting its thoughts and inserting them into Islam as part of Islam. In short, the Sharī’ah disciplines were not affected by non-Islamic cultures. As for the literary and linguistic disciplines etc, the influence of the Arabic language on the rest of the languages in the conquered lands was strong until the other languages disappeared from common usage in life’s affairs. The Arabic language was the only dominant language over all affairs of life in its capacity as a political component in the understanding of Islam, because it is the language of the Qur’ān. That is why you will find that the conquered nations after having conviction in Islam participated in strengthening this influence because it was one of the requirements of Islam, the deen they came to profess. Therefore, Arabic language was not affected by the languages and culture of the conquered lands. On the contrary, the language itself influenced the land that was conquered and weakened its original languages until some of them disappeared altogether or almost disappeared with the Arabic language remaining as the only language of Islam, the only language used by the state, the common language, the language of culture, science and politics. Although Arabic literature came across material forms in the conquered countries such as gardens, palaces, seas, rivers, scenery etc, it grew with the increase in its meanings, imagination, similes and topics, it benefited from these but it did not become affected by thoughts which contradicted Islam. Thus, we find the aspects related to the creed which contradict Islam, none of the Muslim literary’s was affected by them and infact they completely opposed them. Although the Greek philosophy was translated and attention was given to it, however the Greek literature which professed belief in a plurality of gods and gave them anthropomorphic attributes did not gain much currency amongst the Muslims, in fact they did not give it any attention at all. Yes, some individuals did overstep the requirements of what was befitting the Islamic culture. They became vulnerable to meanings not recognised by Islam. Just as the morally depraved amongst the writers and poets did, they included meanings in their poetry which Islam did not agree with. But those were an insignificant few who are not worth mentioning in relation to the Islamic society. However much their literature may have been affected by meanings forbidden by Islam this was not an influence that affected the Islamic culture. Rather, the Islamic culture continued as did the Arabic culture and the Arabic language, free from any suspicion.
Was die rationalen Wissenschaften betrifft, so pflegten die Muslime aufgrund der Natur ihrer ursprünglichen Lebensaufgabe, nämlich der Da'wah zum Islam, mit Menschen anderer Religionen und Kulturen zusammenzustoßen, die sich mit griechischer Philosophie wappneten. Ihre Glaubensvorstellungen zu widerlegen und zu zerstören sowie ihre Irrtümer aufzuzeigen, war unumgänglich. Sie mussten die islamische 'Aqīdah (Glaubenslehre) so erklären, dass diese Menschen sie verstehen konnten. Deshalb begründeten die Muslime die Wissenschaft des Tawhīd (Glaube an die Einheit Allahs), um die islamische 'Aqīdah (Glaubenslehre) zu verdeutlichen und den Menschen zu erklären. So entstand die 'Ilm al-Tawhīd (Wissenschaft des Tawhīd). Obwohl sie hinsichtlich ihres Gegenstands, der islamischen 'Aqīdah (Glaubenslehre), zu den religiösen Wissenschaften der Scharī'ah gehört, zählt sie hinsichtlich ihrer Form und Darstellungsweise zu den rationalen Wissenschaften. Die Muslime profitierten von der Mantiq (Logik), und sie übersetzten sie ins Arabische. Folglich ist klar, dass fremde Kulturen die islamische Kultur nicht beeinflusst haben, weder in den Wissenschaften der Scharī'ah, der arabischen Sprache noch in den rationalen Wissenschaften. Allein die islamische Kultur blieb bis zum Ende der Epoche des Niedergangs als rein islamische Kultur bestehen. Auch die Muslime wurden weder in ihrer Denkweise noch in ihrem Verständnis des Islams von einer anderen Kultur beeinflusst. Die Mentalität der Muslime blieb rein islamisch. Allerdings gab es einige Einzelpersonen, die von den fremden rationalen Wissenschaften beeinflusst wurden. So entstanden unter ihnen neue Gedanken. Und es gab Einzelpersonen, für die das Studium fremder Philosophien zu einem Schleier über ihrem Verstand wurde, der sie dazu führte, einige islamische Gedanken falsch zu verstehen, oder der sie in ihren intellektuellen Diskussionen in die Irreleitung führte. Sie versuchten, einige Gedanken zu verstehen, ohne sich auf die islamische 'Aqīdah (Glaubenslehre) und die Gedanken des Islams zu beschränken. Sie bilden zwei Gruppen: Bei der ersten Gruppe war es der Irrtum in ihrem Verständnis, der sie in die Lage brachte, in der sie sich befanden, doch sie behielten eine islamische Denkweise (ʿaqliyya islāmiyya) und eine islamische Gesinnung (nafsiyya islāmiyya) bei. Daher wird ihr geistiger Beitrag als Teil der islamischen Kultur betrachtet, obwohl er irrige Gedanken enthielt; es war jedoch ein Missverständnis. Bei der zweiten Gruppe war es die Irreleitung in ihrem Verstehen, die sie in die Lage brachte, in der sie sich befanden. Sie waren vollständig vom islamischen ʿAqīda (Glaubensbekenntnis) abgewichen und hatten eine nichtislamische Denkweise (ʿaqliyya) angenommen. Daher wird ihr geistiger Beitrag nicht als Teil der islamischen Kultur betrachtet.
As for the rational disciplines, the Muslims due to the nature of their original mission in life, which is the Da’wah to Islam, used to clash with the people of other religions and cultures who would arm themselves with Greek philosophy. Refuting and destroying their beliefs and demonstrating their fallacy was imperative. They had to explain the Islamic ‘aqīdah (creed) in a manner these people could understand. That is why the Muslims instituted the science of Tawheed (belief in the oneness of Allah) in order to clarify the Islamic ‘aqīdah (creed) and explain it to the people. Thus, ‘ilm al-tawheed (science of Tawheed) came to exist. Even though it comes under the Sharī’ah disciplines in terms of the subject, which is the Islamic ‘aqīdah (creed), but it is considered part of the rational disciplines in terms of form and delivery. The Muslims benefited from mantiq (logic) and they translated it into Arabic. Consequently, it is clear that the foreign cultures did not affect the Islamic culture, whether in the Sharī’ah disciplines, Arabic language or rational disciplines. Only the Islamic culture remained until the end of the period of decline, as a purely Islamic culture. As for the Muslims they also were not affected by any other culture, neither in terms of their way of thinking or in their understanding of Islam. The mentality of the Muslims continued purely as an Islamic mentality. However, there were some individuals who were affected by the foreign rational disciplines. So, new thoughts arose amongst them. And there were individuals for whom the study of foreign philosophies was initiated as a veil over their minds which led them to fall into error in understanding some of the thoughts of Islam or led them to fall into misguidance in their intellectual discussions. They attempted to understand some of the thoughts without restricting themselves to the Islamic ‘aqīdah (creed) and the thoughts of Islam. They are two groups: The first group, it was the error in their understanding which caused them to fall into the situation they found themselves in, but they continued to have an Islamic mentality (‘aqliyya islamiyya) and Islamic disposition (nafsiyya islamiyya). Therefore, their intellectual contribution is considered part of the Islamic culture even though it contained erroneous thoughts, but it was a misunderstanding. The second group, the misguidance in their comprehension was what caused them to fall into the situation they found themselves in. They had completely deviated from the Islamic ‘aqīdah (creed) and came to carry a non-Islamic mentality (‘aqliyya). Therefore, their intellectual contribution is not considered to be part of the Islamic culture.
Was die erste Gruppe betrifft, so war die Ursache ihres Irrtums im Verständnis die Wirkung der hinduistischen Philosophie. Denn die hinduistische Philosophie befürwortet Askese und die Abkehr von der Welt. Einige Muslime wurden verwirrt und hielten Askese für dasselbe wie Zuhd (fromme Entsagung), das in einigen Ahadith überliefert ist. Aus diesem Verständnis entstanden die Sufis. Dies beeinflusste das Verständnis davon, was es bedeutet, die Welt anzunehmen oder abzulehnen. Zwar bedeutet Zuhd (ein genügsames Leben in dieser Welt), dass man die Welt nicht zum Ziel des Lebens machen sollte, indem man zum Beispiel die Beschaffung von Reichtum um ihrer selbst willen zum höchsten Ziel erklärt. Es bedeutet jedoch nicht, dass man die guten und halāl Dinge des Lebens nicht genießen solle. Dies steht im Gegensatz zur Askese und zur Abkehr von der Welt, die beide die Aufgabe von Freuden und Genüssen des Lebens bedeuten, obwohl man die Möglichkeit hätte, sie zu erlangen. Das widerspricht dem Islam. Dieses irrige Verständnis entsteht durch den Schleier, der die Gedanken einiger Muslime verhüllte, infolge ihres Studiums der hinduistischen Philosophie.
As for the first group, the effect of the Hindu philosophy was the reason for their error in their understanding. This is because the Hindu philosophy advocates ascetism and renunciation of the world. Some Muslims became confused and thought ascetism was the same as zuhd (pious austerity) which has been reported in some ahadīth. It is from this understanding that the Sufis arose. This affected the understanding of what it means to take or renounce the world. Even though zuhd (living an austere life) in this world means that one should not take the world as ones goal in life, for example, making the procurement of wealth for its own sake the highest goal. It does not mean however that one should not enjoy the good and halāl things in life which is contrary to ascetism and the renunciation of the world, both of which mean the abandonment of pleasures and delights in life despite having the ability to attain them. This contradicts Islam. This erroneous understanding originates due to the veil that covered the minds of some Muslims owing to their study of the Hindu philosophy.
Was die zweite Gruppe betrifft: Dass sie vom griechischen Denken beeinflusst wurde, war der Grund für ihr fehlgeleitetes Verständnis. Denn die griechische Philosophie brachte Gedanken und Erörterungen über Dinge mit sich, die jenseits der natürlichen Welt liegen. Sie unternahm es, über die Existenz Gottes und Seine Eigenschaften (sifat) zu diskutieren. Unter den Nichtmuslimen in den eroberten Ländern griffen Kundige dieser Philosophie den Islam an, was einige Muslime dazu veranlasste, ihre Werke zu übersetzen und zu studieren, um jenen zu antworten, die den Islam angriffen. Sie versuchten, Philosophie mit dem Islam in Einklang zu bringen. Dies führte zu Debatten, deren Vertreter vom griechischen Denken beeinflusst waren, etwa die Debatte über die Erschaffenheit des Qur'ān (khalq al-Qur’ān) und die Debatte darüber, ob die Eigenschaft (sifat) mit dem beschriebenen Gegenstand identisch oder von ihm verschieden sei, sowie weitere ähnliche Diskussionen. Doch diese Diskussionen blieben innerhalb der Grenzen der islamischen ‘Aqīdah (Glaubenslehre). Ihre Vertreter hielten an der ‘Aqīdah fest und beschränkten sich auf ihre Gedanken. Der Anlass ihrer Diskussionen war die islamische ‘Aqīdah, von ihr wichen sie nicht ab. Sie gingen nicht blindlings in eine Philosophie hinein, die außerhalb des Geltungsbereichs der ‘Aqīdah liegt. Ihre Gedanken waren islamische Gedanken, und ihre Diskussionen gelten als Teil der islamischen Kultur. Deshalb wichen sie nicht ab und gerieten nicht auf Irrwege. Ihr Festhalten an der islamischen ‘Aqīdah bewahrte sie davor, fehlgeleitet zu werden. Beispiele für solche Leute sind die Mu’tazila unter den Gelehrten der Tawhīd. Doch es gab eine kleine Zahl von Menschen, die sich kopfüber in die griechische Philosophie stürzten, ohne sich auf die islamische ‘Aqīdah zu beschränken. Sie studierten die griechische Philosophie auf rein rationaler Grundlage, ohne dem Islam verhaftet zu bleiben. Sie vertieften sich in das Studium der griechischen Philosophie und begannen, sie nachzuahmen und ihr nachzueifern. Schließlich begannen sie, auf der Grundlage ihrer ganz eigenen Art von Philosophie eigene Lehren zu entwickeln. Sie erlaubten nicht, dass die islamische ʿAqīda irgendeine Wirkung auf ihre Diskussionen hatte, und sie erkannten auch nicht deren Vorhandensein an; vielmehr war ihre Diskussion eine rein philosophische. Zwar traten in ihren Diskussionen als Muslime durchaus bestimmte islamische Aspekte in Erscheinung, doch lag das an den tief verwurzelten islamischen Vorstellungen, die sie hegten, wie es auch bei einigen jüdischen Philosophen der Fall war. Dies bringt ihre Philosophie Dem Islam auch nicht um einen einzigen Schritt näher; vielmehr handelt es sich um eine rationale Philosophie, die nach der Methodik der griechischen Philosophie verfährt. Es sind die muslimischen Philosophen wie Ibn Sina, al-Farabi, Ibn Rushd und ihresgleichen. Diese Philosophie war nicht islamisch, und sie war auch nicht die Philosophie des Islam hinsichtlich des Lebens; tatsächlich stand sie in keinerlei Beziehung zum Islam. Sie gilt nicht als islamische Kultur, weil der islamische Glaube kein Teil ihres Studiums war. Vielmehr beachteten sie den Islam bei ihren Erörterungen nicht. Einzig die griechische Philosophie war Gegenstand des Studiums, und diese hat keinerlei Bezug zum Islam oder zur islamischen ʿAqīda (Glaubenslehre).
Kurz gesagt ist dies die Haltung der Muslime gegenüber nichtislamischen Kulturen: Die Muslime wurden von ihnen im Allgemeinen nicht beeinflusst, wohl aber profitierten sie von ihnen. Sie beschäftigten sich keineswegs mit den fremden Kulturen im Hinblick auf rechtliche Bestimmungen. In den Disziplinen der Sharī‘ah findet sich nichts, was sich auf nichtislamische Kulturen bezieht. Sie nutzten die Bedeutungen, Allegorien und die Kreativität, die in den fremden Kulturen vorhanden waren, doch dies hatte keinen Einfluss auf die arabische Sprache oder die arabische Literatur. Aus dieser Perspektive war ihre Beschäftigung mit nichtislamischen Kulturen also ein Gewinn und keine Beeinflussung.
Was die rationalen Disziplinen betrifft, so studierten sie diese und profitierten von ihnen hinsichtlich der Darstellungsweise in der Logik (manṭiq) und in der ‘ilm al-tawḥīd. Der Islam und das islamische Denken wurden jedoch nicht beeinflusst, wohl aber wurden einige Muslime in ihrem Verständnis des Islam beeinflusst, und dies zeigte sich in ihrem Verhalten und ihren Schriften, nicht aber in der islamischen Kultur oder im islamischen Denken. Dies traf etwa auf die Sufis und die muslimischen Philosophen zu.
This, briefly, is the position of Muslims with regards the non-Islamic cultures. So, the Muslims generally were not affected by them but they did benefit from them, and they definitely did not study the foreign cultures relating to legal rulings. In the Sharī’ah disciplines nothing can be found relating to the non-Islamic cultures. They benefited from the meanings, allegories and creativity present in the foreign cultures but that had no effect on the Arabic language or Arabic literature. So, from this perspective their study of non-Islamic cultures was by way of benefit and not effect. As for the rational disciplines, they studied them and benefited from them in terms of the style of delivery in logic (mantiq) and in ‘ilm al-tawheed. However, Islam and the thoughts of Islam were not affected but some Muslims were affected in their understanding of Islam and this manifested in their behaviour and writings but not in the Islamic culture or Islamic thoughts and this was the case with the likes of the Sufis and Muslim philosophers.
Im Hinblick auf die Kultur ist es so: Was die Wissenschaften betrifft, etwa die Naturwissenschaften, die Mathematik, die Astronomie, die Medizin usw., so haben die Muslime sie studiert und allgemein übernommen. Sie fallen nicht unter die Kultur, die tatsächlich die Sicht auf das Leben prägt. Sie sind lediglich empirische Wissenschaften und allen Menschen gemeinsam. Sie sind universell und nicht auf eine bestimmte Nation unter Ausschluss anderer beschränkt. Deshalb haben die Muslime von ihnen übernommen und davon profitiert.
This is with respect to the culture. With regards to the sciences such as the natural sciences, mathematics, astronomy, medicine etc, the Muslims studied them and adopted them universally. They do not fall under culture which actually affects the viewpoint about life. They are empirical sciences only and general to all people. They are universal, not specific to any particular nation to the exclusion of others. Therefore, the Muslims took from them and benefited from them.
Was die Art und Weise betrifft, in der die Wissenschaften und die islamische Kultur gesammelt wurden, so entwickelte sie sich auf natürliche Weise, bis sie geordnet wurde. Die islamische Kultur begann mündlich; die Menschen überlieferten sie einander durch Hören. Sie widmeten sich dem Niederschreiben nichts anderem als dem Qur’ān, bis das Gebiet des Staates sich ausgedehnt hatte und ein dringendes Bedürfnis entstand, die Wissenschaften und Disziplinen niederzuschreiben. Danach nahm die Praxis des Schreibens allmählich zu, wenn auch nicht nach einem bestimmten System. Man schrieb über eine Frage aus Tafsīr, Hadīth, Jurisprudenz, Geschichte, Literatur usw. alles in einem Buch, ohne Gliederung oder Einteilung in Kapitel, denn aus ihrer Sicht bildete all dies Wissen. Es gab keinen Unterschied zwischen einer Wissenschaft und einer anderen oder zwischen einem Wissensgebiet und einem anderen. Vielmehr war alles eine einzige Wissenschaft. Ein Gelehrter zeichnete sich nicht durch eine bestimmte Wissenschaft aus. Dann konzentrierte man sich auf das Schreiben, als sich der Umfang der Disziplinen erweiterte und die meisten es nicht mehr alles umfassen konnten. So setzte sich bei jeder Gruppe eine besondere Neigung zu einer Art von Wissenschaft und Disziplin durch. Auf diese Weise begann man, ähnliche Fragen zusammenzufassen. Die Wissenschaften und Disziplinen wurden deutlicher voneinander getrennt, und die Gelehrten begannen, sie nach und nach auf geordnete Weise anzuordnen. Dadurch nahmen die Gedanken den Weg der Ordnung und der schriftlichen Festhaltung, bis wir Beispiele solcher Werke haben wie den Muwatta im Hadīth, Kalila wa Dimna in der arabischen Literatur, al-Risala in den Grundlagen der Jurisprudenz (Usul), die Bücher Muhammads in der Jurisprudenz (Fiqh), das Buch al-’Ayn in der arabischen Sprache, das Buch Sibawayhs in der Grammatik, das Buch Ibn Hishams in der Sīrah, das Buch Tabaris in der Geschichte und so weiter und so fort ... Vielmehr gab es Bücher für jeden Zweig des Fiqh (islamische Jurisprudenz), wie das Kitab al-Kharaj von Abu Yusuf zur Wirtschaft und das Buch al-Ahkām al-Sultaniyya von al-Mawardi zur Staatsführung. Danach umfassten die Sammelwerke alle Zweige der Wissenschaften und Disziplinen, und die Anordnung der Fragestellungen (masa’il) und Kapitel entwickelte sich allmählich weiter, bis sie schließlich alle Wissenschaften und Disziplinen einschloss. Dann trennte sich in den Sammelwerken, in den Lehrveranstaltungen der höheren Bildung an den Universitäten und so weiter, die Kultur (thaqafa) von der Wissenschaft.
As for the manner of compiling the sciences and Islamic culture, it grew naturally until it was organised. The Islamic culture began orally, the people transmitted it to each other through hearing, they did not devote themselves to writing down anything other than the Qur’ān until the area of the state had expanded and there arose an urgent need to have the sciences and disciplines written down. Then, gradually the practise of writing increased though it was not according to any specific system. They would write about an issue in tafsīr, hadīth, jurisprudence, history, literature etc all in one book without arrangement or division into chapters because it all constituted knowledge in their view. There was no difference between one science and another or between one piece of knowledge and another. Rather, all were one science. A scholar was not distinguished by any particular science. Then there was a concentration on writing when the scope of the disciplines expanded and most became unable to encompass it all. So a specific inclination towards one type of science and discipline prevailed amongst each group. Thus, similar issues came to be gathered together. And the sciences and disciplines became more distinct and the Ulama began to slowly arrange it in an organised manner. Due to this the thoughts took the course of being arranged and written down until we have examples of such works as the Muwatta in hadīth, Kalila wa Dimna in Arabic literature, al-Risala in foundations of jurisprudence (usul), the books of Muhammad in jurisprudence (fiqh), the book al-’Ayn in Arabic language, and the book of Sibawayh in grammar, the book of Ibn Hisham in Sīrah, the book of Tabari in history and so on and so forth....rather there were books for each branch of fiqh (Islamic jurisprudence) like the example of Kitab al-Kharaj by Abu Yusuf regarding economics, and the book al-Ahkām al-Sultaniyya of al-Mawardi in ruling. Then the compilations included all branches of sciences and disciplines and the arrangement of issues (masa’il) and chapters gradually progressed until it came to include all the sciences and disciplines. Then culture (thaqafa) became separated from science in the compilations in the classes of higher education in the universities and so forth...
Erwähnenswert ist, dass die Muslime die Form der Zusammenstellung von anderen übernommen haben, denn die Form der Zusammenstellung ist, wie die Wissenschaften, allgemein gehalten.
What is worth mentioning is that the Muslims took the style of compilation from others because the style of compilation is like the sciences in being general.