12.11 Die Unmöglichkeit, die Authentizität eines Ḥadīth anhand seines Isnād zu belegen, bedeutet nicht, dass es sich um einen schwachen Ḥadīth handelt
12.11 The Inability To Prove The Authenticity Of A Hadīth From Its Sanad Does Not Indicate That It Is A Weak Hadīth
Die Stärke der Überlieferungskette (Isnād) gilt als Bedingung für die Annahme eines Hadīth. Dabei ist jedoch zu beachten, dass die Beurteilung der Überlieferungskette eines bestimmten Hadīth als schwach nicht zwangsläufig bedeutet, dass der Hadīth an sich schwach ist, denn er kann eine andere Überlieferungskette haben, und zwar über einen Imam, der feststellen mag, dass er nur über diese Überlieferungslinie überliefert wurde. Wer also einen Hadīth mit einer schwachen Überlieferungskette findet, ist besser beraten zu sagen, dass er mit dieser Überlieferungskette schwach ist, während der Text nicht uneingeschränkt als schwach beurteilt wird. Daher zieht die Ablehnung der Überlieferungskette nicht zwingend die Ablehnung des Hadīth nach sich. Es gibt jedoch Ahādīth, die hinsichtlich ihrer Überlieferungskette nicht belegt sind, bei denen aber, wenn sie von Mensch zu Mensch weitergegeben werden, die Menschen mit ihrer Echtheit zufrieden sind und nicht nach der Überlieferungskette fragen müssen. Dafür gibt es viele Beispiele, etwa den Hadīth:
The strength of the sanad is considered a condition in accepting a hadīth. However it should be known that judging the sanad of a specific hadith as weak does not necessarily mean the hadīth is weak in itself since it might have another isnād though an imam who might state that it has not been recieved except from this line of transmission. So, whoever finds a hadīth with a weak isnād, it is more inclusive to say that it is weak with this isnād but the text is not judged as weak without qualification. Therefore the rejection of the isnād does not necessitate the rejection of the hadīth. However, there are ahadīth which are not proved from the perspective of the isnād but when it is received from people to people they are satisfied with its authenticity and are in no need to ask for the isnād. There are many examples for this, such as the hadīth:
„Es gibt kein Vermächtnis (Wasiyya) zugunsten eines Erben.“ [Reported by Tirmidhi & Nisai on the authority of Amr bin Kharija]
“There shall be no bequest (wasiyya) to an heir” [Reported by Tirmidhi & Nisai on the authority of Amr bin Kharija]
und das Hadith:
and the hadīth:
„Das Blutgeld (diyya) wird von den nächsten Blutsverwandten ('aqila) getragen.“ [Überliefert von Ibn Majah über Al-Mughira bin Shu'ba.]
“The blood money (diyya) is for the immediate blood relatives ('aqila)” [Narrated by Ibn Majah on the authority of AlMughira bin Shu’ba].
Es gibt viele weitere Beispiele wie dieses.
There are many other examples like this.