2.4 Wie die Frage nach al-Qadā' wa'l-Qadar entstand
2.4 How The Issue Of Al-qadaa’ Wa‘l- Qadar Emerged
Mit Ausnahme der Frage des Urteils über den Täter einer Kabīrah (großen Sünde), über die Wāsil Ibn ʿAṭāʾ, das Haupt der Muʿtazila, sich vom Kreis al-Ḥasan al-Baṣrīs zurückzog, finden wir kaum eine Frage aus den Fragen der ʿIlm al-Kalām, die nicht von einer Frage ausgegangen wäre, die von den griechischen Philosophen erörtert worden war. Die Frage von al-qaḍāʾ wa-l-qadar unter diesem Namen und mit dem Bezugsgegenstand, den sie erörterten, war von griechischen Philosophen behandelt worden, und sie waren darin uneins. Diese Frage wird als die Frage von al-qaḍāʾ wa-l-qadar bezeichnet, ferner als al-jabr wa-l-iḫtiyār und als Freiheit des Willens (ḥurriyat al-irādah); alle diese Bezeichnungen haben denselben Bezugsgegenstand, nämlich: Die Handlungen, die der Mensch vollbringt – ist er frei, sie zu tun oder nicht, oder ist er gezwungen? Den Muslimen kam es – vor der Übersetzung der griechischen Philosophie – nie in den Sinn, diesen Gegenstand zu untersuchen. Es waren die griechischen Philosophen, die ihn untersuchten und darin uneins waren. Die Epikureer vertraten die Auffassung, der Wille sei in der Wahl frei, und der Mensch vollbringe alle seine Handlungen gemäß seinem Willen und seiner Wahl, ohne jeden Zwang. Die Stoiker hingegen vertraten die Auffassung, der Wille sei gezwungen, den Weg einzuschlagen, den er einschlägt, und unfähig, davon abzuweichen. Der Mensch tue, ihrer Ansicht nach, nichts gemäß seinem Willen; er sei gezwungen, alles zu tun, was er tut, und habe nicht die Fähigkeit, sich dafür oder dagegen zu entscheiden, eine Handlung zu unternehmen. Nach dem Aufkommen des Islams und dem Eindringen philosophischer Gedanken war eine der großen Fragen das Attribut der Gerechtigkeit in Bezug auf Allah سُبْحَانَهُۥ وَتَعَالَىٰ. Allah سُبْحَانَهُۥ وَتَعَالَىٰ ist gerecht; aus der Voraussetzung dieser Gerechtigkeit folgt die Frage nach Strafe und Lohn, woraus sich die Frage nach der Verantwortlichkeit des Dieners für seine Handlungen ergibt. All dies wurde untersucht, gemäß der Methode der Untersuchung, die sie bei der Erforschung einer Frage und all ihrer Verzweigungen anwandten, und unter dem Einfluss der Untersuchungen der Philosophen i. die philosophischen Gedanken, die sie im Zusammenhang mit den Themen studiert hatten, die sie widerlegten. Am bekanntesten unter ihnen war die Erörterung der Mu'taziliten, die als ursprüngliche Diskussion in dieser Angelegenheit gilt; die Diskussionen der übrigen Mutakallimūn erfolgten nur als Antwort, um die Ansichten der Mu'taziliten zu widerlegen. So gelten die Mu'taziliten als Vorreiter in der Erörterung der Frage von al-qadā' wa 'l-qadar, ja in allen Themen der 'Ilm al-Kalam. Die Ansicht der Mu'taziliten über die Gerechtigkeit Allahs سُبْحَانَهُۥ وَتَعَالَىٰ bestand darin, Ihn über jedes Unrecht zu erheben. Hinsichtlich der Frage von Strafe und Belohnung nahmen sie eine Position ein, die mit der Erhabenheit Allahs سُبْحَانَهُۥ وَتَعَالَىٰ und mit Seiner Gerechtigkeit übereinstimmte. Sie stellten die Behauptung auf, dass die Gerechtigkeit Allahs سُبْحَانَهُۥ وَتَعَالَىٰ ohne die Bekräftigung der Willensfreiheit des Menschen und ohne die Bekräftigung, dass er seine Handlungen selbst erschafft und dass er fähig ist, etwas zu tun oder davon abzusehen, bedeutungslos wäre; wenn er also etwas freiwillig tut oder freiwillig unterlässt, sind seine Strafe oder Belohnung verständlich und gerecht. Erschüfe Allah سُبْحَانَهُۥ وَتَعَالَىٰ jedoch den Menschen und zwänge ihn, auf bestimmte Weise zu handeln, indem Er den Gehorsamen zum Gehorsam und den Ungehorsamen zum Ungehorsam nötigte, und bestrafte oder belohnte ihn dann, so wäre dies nicht im Geringsten gerecht. Daher zogen sie einen Analogieschluss zwischen dem Verborgenen und dem Sichtbaren und verglichen Allah سُبْحَانَهُۥ وَتَعَالَىٰ mit dem Menschen. Sie unterwarfen die Gesetze dieser Welt Allah سُبْحَانَهُۥ وَتَعَالَىٰ, genau so wie es eine Gruppe griechischer Philosophen getan hatte. So legten sie Allah سُبْحَانَهُۥ وَتَعَالَىٰ eine Gerechtigkeit auf, wie der Mensch sie sich vorstellt. Der Ursprung der Diskussion liegt in der Strafe und Belohnung von Allah سُبْحَانَهُۥ وَتَعَالَىٰ für die Handlung des Dieners. Dies ist der Gegenstand der Diskussion, die als „al-qadā’ wa’l-qadar“ oder als „al-jabr wa’l-ikhtiyār“ oder „ḥurriyyat al-irādah“ bezeichnet wurde. Ihr Ansatz zu dieser Diskussion war jener der griechischen Philosophen: Sie erörterten den Willen [irādah] und die Erschaffung der Handlungen. Hinsichtlich des Willens sagten sie: Wir sehen, dass derjenige, der das Gute will, selbst gut ist, und derjenige, der das Böse will, böse ist; derjenige, der die Gerechtigkeit will, ist gerecht, und derjenige, der das Unrecht will, ist ungerecht. Wenn also der Wille Allahs سُبْحَانَهُۥ وَتَعَالَىٰ mit allem Guten und Bösen in der Welt verbunden wäre, würden Gutes und Böses von Allah سُبْحَانَهُۥ وَتَعَالَىٰ gewollt, und somit würde der Wollende die Beschreibung als gut und böse, gerecht und ungerecht verdienen, und Die islamische Persönlichkeit Bd. 1 41
With the exception of the issue of ruler regarding the perpetrator of a kabīrah (major sin) over which Wāsil Ibn ‘Atā’, the head of the Mu’tazilah, withdrew from the circle of al-Hasan al-Basrī, we can hardly find any issue from the issues of ‘Ilm al-Kalam which had not originated from an issue that was discussed by the Greek philosophers. The issue of al-qadā’ wa‘l-qadar by this name and with the referent which they discussed had been discussed by Greek philosophers, and they had differed in it. This issue is referred to as the issue of al-qadā’ wa‘l-qadar and as al-jabr wa‘l-khtiyār, and as hurriyat al-irādah, all of which have the same referent, namely: The actions that man does, is he free to do them or not, or is he compelled? It never occurred to the minds of the Muslims - before the translation of the Greek philosophy - to inquire into this subject matter. It was the Greek philosophers who inquired into it and differed in it. The Epicureans opined that the will is free in choice and that man does all of his actions according to his will and choice, without any compulsion. As for the Stoics, they opined that the will is compelled to take the path it takes, incapable of departing from it. Man, according to them, does nothing in accordance with his will; he is compelled to do whatever he does and does not have the ability to make a choice to undertake an action or not. After the advent of Islam and the infiltration of philosophical thoughts, one of the major issues was the attribute of justice with regards to Allah الله سُبْحَانَهُۥ وَتَعَالَىٰ. Allah الله سُبْحَانَهُۥ وَتَعَالَىٰ is just; from the proposition of this justice follows the issue of punishment and reward, from which arises the issue of the servant’s commission of his actions, all of which were inquired into, in line with the method of inquiry which they adopted in inquring into an issue as well as into all its offshoots, and due to the influence of the inquisitions of the philosophers i.e the philosophical thoughts they had studied in relation to the topics they were refuting. The most prominent of these was the discussion by the Mu’tazilah, being the original discussion in this matter; the discussions of the other Mutakallimīn come only as a response to refute the views of the Mu’tazilah. Thus the Mu’tazilah are considered the pioneers in discussing the issue of al-qadā’ wa ‘l-qadar, nay in all the topics of ‘Ilm al-Kalam. The Mu’tazilah’s view of the justice of Allah الله سُبْحَانَهُۥ وَتَعَالَىٰ was one of subliming Him الله سُبْحَانَهُۥ وَتَعَالَىٰ above injustice. Regarding the issue of punishment and reward, they took a stance which was consistent with the subliming of Allah الله سُبْحَانَهُۥ وَتَعَالَىٰ and with his Justice. They postulated that the justice of Allah الله سُبْحَانَهُۥ وَتَعَالَىٰ would be meaningless without the affirmation of the freedom of the will of man and the affirmation that he creates his actions and that he is capable of doing or refraining from doing; thus if he does (an action) voluntarily or refrains from doing (it) voluntarily, his punishment or reward will be understandable and just. But if Allah الله سُبْحَانَهُۥ وَتَعَالَىٰcreates man and compels him to act in a certain way by compelling the obedient toward obedience and the disobedient toward disobedience and then punishes him and rewards him, this would not be just in the least. Thus they drew analogy between the unseen and the seen, comparing Allah الله سُبْحَانَهُۥ وَتَعَالَىٰ to man. They subjected the laws of this world to Allah الله سُبْحَانَهُۥ وَتَعَالَىٰ precisely as a group of the Greek philosophers had done. Thus they obligated justice upon Allah الله سُبْحَانَهُۥ وَتَعَالَىٰ as it was envisaged by man. The origin of the discussion is the punishment and reward from Allah الله سُبْحَانَهُۥ وَتَعَالَىٰ for the servant’s action. This is the subject matter of the discussion which was given the name ‘al-qadā’ wa‘l-qadar’ or as ‘al-jabr wa‘l-ikhtiyār’ or ‘hurriyat al-irādah’. Their approach to the discussion was that of the Greek philosophers: they discussed volition [irādah] and the creation of acts. Regarding the issue of volition, they said: we see that the one who wills good is himself good and the one who wills evil is evil, the one who wills justice is just and one who wills injustice is unjust. Thus if the Will of Allah الله سُبْحَانَهُۥ وَتَعَالَىٰ were associated to all good and evil in the world, good and evil would be willed by Allah الله سُبْحَانَهُۥ وَتَعَالَىٰ and thus the one who willed would merit the description of good and evil, just and unjust, and The Islamic Personality Vol.1 41
Dies ist ein Unding in Bezug auf Allah الله سُبْحَانَهُۥ وَتَعَالَىٰ. Sie sagten auch: Wenn Allah الله سُبْحَانَهُۥ وَتَعَالَىٰ den Unglauben des Ungläubigen und den Ungehorsam des Ungehorsamen gewollt hätte, hätte er sie nicht vom Unglauben und vom Ungehorsam abgehalten. Und wie kann man sich vorstellen, dass Allah الله سُبْحَانَهُۥ وَتَعَالَىٰ gewollt hat, dass Abu Lahab ein Ungläubiger sei, und ihm dann befohlen hat, den Glauben (Imān) anzunehmen, und ihm verboten hat, ungläubig zu sein? Würde irgendein Geschöpf so handeln, wäre es gewiss (als) töricht anzusehen; Allah الله سُبْحَانَهُۥ وَتَعَالَىٰ ist weit erhaben über so etwas. Ferner: Wenn der Unglaube eines Ungläubigen und der Ungehorsam eines Ungehorsamen von Allah الله سُبْحَانَهُۥ وَتَعَالَىٰ gewollt wären, verdienten sie keine Strafe; ihre Taten wären vielmehr Gehorsam gegenüber seinem الله سُبْحَانَهُۥ وَتَعَالَىٰ Willen … So führten sie logische Schlussfolgerungen an und untermauerten dies dann mit Textbelegen aus dem Edlen Qur'an, indem sie den Ausspruch Allahs الله سُبْحَانَهُۥ وَتَعَالَىٰ zitierten,
this is an impossibility with regard to Allah الله سُبْحَانَهُۥ وَتَعَالَىٰ. They also said that if Allahالله سُبْحَانَهُۥ وَتَعَالَىٰ had willed the kufr of the kāfir and the disobedience of the disobedient, he would not have prohibited them from kufr and disobedience, and how can it be thinkable that Allah الله سُبْحَانَهُۥ وَتَعَالَىٰ willed for Abu Lahab that he be a kāfir and then ordered him to have imān and prohibited him from kufr? If any one of the creation did this, he certainly would be (deemed) foolish; Exalted is Allahالله سُبْحَانَهُۥ وَتَعَالَىٰ high above such. Further, if the kufr of a kāfir and the disobedience of the disobedient were willed by Allah الله سُبْحَانَهُۥ وَتَعَالَىٰ, they would not be deserving the punishment; their acts actually would be in obedience to his الله سُبْحَانَهُۥ وَتَعَالَىٰ Will… Thus they proceeded with logical propositions, and then they followed this up with textual proofs from the Noble Quran, citing the saying of Allah الله سُبْحَانَهُۥ وَتَعَالَىٰ,
„Und Allah will kein Unrecht für Seine Diener.“ [TMQ Ghāfir: 31]
“And Allah does not wish injustice for His Servants” [TMQ Ghāfir: 31]
And His الله سُبْحَانَهُۥ وَتَعَالَىٰ saying,
And His الله سُبْحَانَهُۥ وَتَعَالَىٰ saying,
„Diejenigen, die Allah Teilhaber beigesellen, werden sagen: ‚Hätte Allah es gewollt, so hätten wir Ihm keine Teilhaber beigesellt, weder wir noch unsere Väter, und wir hätten nichts für verboten erklärt.‘ So haben auch jene vor ihnen [die Wahrheit] für Lüge erklärt …“ [TMQ An’ām: 148]
“Those who associate partners with Allah will say: ‘If Allah had willed, we whould not have associated partners with Him, nor would our fathers; nor would we have forbidden aught.’ Thus did those before them reject…” [TMQ An’ām: 148]
And His الله سُبْحَانَهُۥ وَتَعَالَىٰ saying,
And His الله سُبْحَانَهُۥ وَتَعَالَىٰ saying,
„Sprich: ‚Dann gehört Allah das überzeugende Beweisargument. Hätte Er gewollt, so hätte Er euch alle gewiss rechtgeleitet.“ [TMQ-An’ām: 149]
“Say: ‘Then Allah's is the conclusive argument; had He Willed, He would certainly have guided you all” [TMQ-An’ām: 149]
Und
And
„Allah will für euch Erleichterung, nicht Erschwernis.“ Hinweis zur Übersetzung: Hier wurde „facility“ mit „Erleichterung“ und „difficulty“ mit „Erschwernis“ wiedergegeben. Die Formulierung „Allah will für euch“ folgt dem Qur'an-Vers 2:185, wo es „يُرِيدُ اللَّهُ بِكُمُ الْيُسْرَ وَلَا يُرِيدُ بِكُمُ الْعُسْرَ“ heißt. [TMQ Baqarah: 185]
“Allah intends for you facility; He does not intend for you difficulty” [TMQ Baqarah: 185]
and His الله سُبْحَانَهُۥ وَتَعَالَىٰ saying,
and His الله سُبْحَانَهُۥ وَتَعَالَىٰ saying,
„Er mag keine Undankbarkeit von Seinen Dienern.“ [TMQ-Zumar: 7]
“He likes not ingratitude from His Servants” [TMQ-Zumar: 7]
Sie manipulierten die Āyāt, die ihrer Ansicht widersprachen, zum Beispiel den Ausspruch Allahs سُبْحَانَهُۥ وَتَعَالَىٰ,
They manipulated the ayāt that contradicted their viewpoint, for example the saying of Allah الله سُبْحَانَهُۥ وَتَعَالَىٰ,
Was die Ungläubigen betrifft, so ist es ihnen gleich, ob du sie warnst oder nicht warnst; sie werden nicht glauben. [TMQ-Baqarah: 6]
“As to those who reject, it is the same to them whether you warn them or you do not warn them; they will not believe” [TMQ-Baqarah: 6]
And His الله سُبْحَانَهُۥ وَتَعَالَىٰ saying,
And His الله سُبْحَانَهُۥ وَتَعَالَىٰ saying,
„Allah hat ihre Herzen und ihr Gehör versiegelt, und auf ihren Augen liegt ein Schleier.“ [TMQ Baqarah: 7]
“Allah has set a seal on their hearts and on their hearing; and on their eyes is a veil”[TMQ Baqarah: 7]
And His الله سُبْحَانَهُۥ وَتَعَالَىٰ saying,
And His الله سُبْحَانَهُۥ وَتَعَالَىٰ saying,
„Nein, Allah hat ihre Herzen wegen ihres Unglaubens versiegelt" [TMQ-Nisā’: 155]
“Nay Allah has set the seal on their hearts for their blasphemy” [TMQ-Nisā’: 155]
Daraus folgerten sie die Ansicht, die sie vertraten und verbreiteten, nämlich ihre bekannte Auffassung, dass der Mensch die Willensfreiheit besitzt, eine Handlung zu tun oder sie zu unterlassen. Handelt er also, geschieht es nach seinem Willen, und unterlässt er sie, geschieht auch dies nach seinem Willen. Was die Frage der Erschaffung der Handlungen betrifft, so sagten die Mu'tazila, dass die Handlungen der Diener von ihnen selbst erschaffen werden und ihr eigenes Werk sind, nicht das Werk Allahs سُبْحَانَهُۥ وَتَعَالَىٰ; es liegt in ihrer Macht, diese Handlungen zu tun oder sie zu unterlassen, ohne jegliches Eingreifen der Macht Allahs الله سُبْحَانَهُۥ وَتَعَالَىٰ. Der Beweis dafür ist der Unterschied, den der Mensch zwischen der willentlichen und der unwillentlichen Bewegung empfindet, etwa zwischen der Bewegung eines Menschen, der absichtlich seine Hand bewegt, und der Bewegung eines Zitternden, und etwa zwischen der Bewegung dessen, der einen Leuchtturm hinaufsteigt, und dem, der von ihm herabfällt. Die willentliche Bewegung liegt somit in der Macht des Menschen: Er ist es, der sie hervorbringt; bei der unwillentlichen Bewegung hat er dagegen keinen Anteil. Ebenso gilt: Wäre der Mensch nicht der Urheber seiner Handlungen, so würde die taklīf (die Verpflichtung zur Befolgung der Scharia) gewiss hinfällig, denn wenn er nicht fähig wäre zu handeln oder zu unterlassen, wäre es nicht vernünftig, ihn zum Handeln oder Unterlassen aufzufordern, und dies könnte dann auch nicht Gegenstand von Lob, Tadel, Belohnung oder Strafe sein. So führten sie den Beweis für ihre Auffassung mithilfe logischer Prämissen, und danach fügten sie textliche Belege hinzu, indem sie viele Verse anführten, wie etwa den Ausspruch Allahs الله سُبْحَانَهُۥ وَتَعَالَىٰ,
They concluded from this the opinion that they held and advocated, namely their well-known view that man has the freedom of will to do an act or refrain from it. Thus if he acts, it is according to his will and if he refrains, it is also according to his will. As for the issue of the creation of acts, the Mu’tazilah said that the acts of the servants are created by them and are of their own doing not of Allah’sالله سُبْحَانَهُۥ وَتَعَالَىٰ; it is in their power to do these acts or refrain from them without any intervention of the power of Allah الله سُبْحَانَهُۥ وَتَعَالَىٰ. The proof of this is the difference which man feels between the voluntary and the involuntary movement, such as the movement of a person who voluntarily moves his hand and the movement of a trembling person, and such as the difference between the movement of someone going up a lighthouse and another falling from it. Thus the voluntary movement is in the power of man: it is he who creates it; but he has no role in the involuntary movement. Also, if man was not the creator of his acts, the taklīf (obligation to comply with the Sharī’a) would certainly be invalidated, since if he was not capable of acting or refraining from acting, it would not be rational to ask him to act or to refrain from acting and this would not have been the subject of praise, reproach, reward or punishment. Thus, they proceeded with the proof of this opinion of theirs via logical propositions, and then they annexed to this textual proofs, citing many ayāt, like the saying of Allah الله سُبْحَانَهُۥ وَتَعَالَىٰ,
„Wehe denen, die das Buch mit ihren eigenen Händen schreiben und dann sagen: ‚Dies ist von Allah‘“ [TMQ - Baqarah: 79]
“Then woe to those who write the Book with their own hands, and then say: ‘This is from Allah’” [TMQ - Baqarah: 79]
And His الله سُبْحَانَهُۥ وَتَعَالَىٰ saying,
And His الله سُبْحَانَهُۥ وَتَعَالَىٰ saying,
„Allah wird den Zustand eines Volkes nicht ändern, bis es das ändert, was in ihm selbst ist.“ [TMQ-Ra’d: 11]
“Allah will not change the condition of a people until they change what is within themselves” [TMQ-Ra’d: 11]
And His الله سُبْحَانَهُۥ وَتَعَالَىٰ saying,
And His الله سُبْحَانَهُۥ وَتَعَالَىٰ saying,
„Wer Böses tut, wird entsprechend dafür vergolten werden" [TMQ-Nisā’: 123]
“Whoever works evil, will be requited accordingly” [TMQ-Nisā’: 123]
And His الله سُبْحَانَهُۥ وَتَعَالَىٰ saying,
And His الله سُبْحَانَهُۥ وَتَعَالَىٰ saying,
„An jenem Tag wird jede Seele für das vergolten, was sie erworben hat“ [TMQ Ghāfir: 17]
“The Day every soul shall be requited for what it earned” [TMQ Ghāfir: 17]
And His الله سُبْحَانَهُۥ وَتَعَالَىٰ saying,
And His الله سُبْحَانَهُۥ وَتَعَالَىٰ saying,
„Er spricht: ‚Mein Herr! Schick mich zurück, damit ich Gutes tun kann‘“ [TMQ-Mu’minūn: 99-100]
“He says: ‘O my Lord! Send me back, so that I may work righteousness” [TMQ-Mu’minūn: 99-100]
Sie haben die Ayāt manipuliert, die dieser ihrer Meinung widersprachen, wie etwa die Aussage Allahs (SWT):
They manipulated the ayāt which contradicted this opinion of theirs, like the saying of Allah الله سُبْحَانَهُۥ وَتَعَالَىٰ,
„Und Allah hat euch und euer Tun erschaffen!" [TMQ-Sāāfāt: 96]
“And Allah has created you and your handiwork!” [TMQ-Sāāfāt: 96]
And His الله سُبْحَانَهُۥ وَتَعَالَىٰ saying,
And His الله سُبْحَانَهُۥ وَتَعَالَىٰ saying,
„Allah ist der Schöpfer aller Dinge“ [TMQ Zumar: 62]
“Allah is the Creator of all things” [TMQ Zumar: 62]
Sie kamen zu dem Schluss mit der Ansicht, die sie zur Frage der Erschaffung der Handlungen vertraten, nämlich der Auffassung, dass der Mensch seine Handlungen selbst erschafft und dass er fähig ist, eine Handlung auszuführen oder von ihr abzusehen. Entsprechend der Methode der Untersuchung der Mutakallimūn bei der Behandlung dieser Frage sowie ihrer Verzweigungen, war eine der Verzweigungen der Frage der Erschaffung der Handlungen die Frage der Kausalität. Nachdem die Mu'tazila festgestellt hatten, dass die Handlungen des Menschen von ihm erschaffen werden, entstand daraus eine Frage: Wie verhält es sich mit den Handlungen, die aus seinem Tun hervorgehen? Werden auch sie von ihm erschaffen? Oder werden sie von Allah سُبْحَانَهُۥ وَتَعَالَىٰ erschaffen? Zum Beispiel der Schmerz, den eine Person empfindet, die geschlagen wurde, der Geschmack, den eine Sache infolge des Handelns des Menschen annimmt, der Schnitt, der durch ein Messer entsteht, Lust, Gesundheit, Begierde, Hitze, Kälte, Feuchtigkeit, Festigkeit, Feigheit, Mut, Hunger, Sättigung usw. Sie sagten, all diese seien Teil der Handlung des Menschen, weil er es ist, der sie verursacht, wenn er seine Handlungen ausführt. Somit gehen sie aus seiner Handlung hervor und sind demzufolge von ihm erschaffen.
They concluded with the opinion which they held regarding the issue of the creation of acts, namely the view that man creates his own actions by himself and that he is capable of doing an act or refraining from it. In pursuance of the methodology of inquiry of the Mutakallimīn in discussing the issue as well as its offshoots, one of the offshoots of the issue of the creation of acts was the issue of causality. After the Mu’tazilah had determined that the acts of man are created by him, a question arose from this: what about the acts that result from his action? Are they created by him as well? Or are they created by Allah الله سُبْحَانَهُۥ وَتَعَالَىٰ? For example, the pain felt by a person who has been hit, the taste that a thing comes to have as a result of the action of man, the cutting that occurs from a knife, pleasure, health, lust, heat, cold, humidity, solidity, cowardice, courage, hunger, satisfaction, etc. They said that all these are part of the action of man because it is man who causes them when he performs his acts. Thus they are ensuing from his act and as a result are created by him.
Dies ist die Frage von al-qadā’ wa‘l-qadar und die Ansicht der Mu’tazila dazu. Im Kern handelt es sich um die Frage des Willens des Dieners zu seiner Handlung und um die Eigenschaften, die an Dingen als Folge des Handelns des Menschen entstehen. Das Wesen ihrer Ansicht ist, dass der Diener in all seinen Handlungen freien Willen besitzt und dass er es ist, der seine Handlungen und die Eigenschaften, die an Dingen als Folge seines Handelns entstehen, erschafft.
This is the issue of al-qadā’ wa‘l-qadar and the view of the Mu’tazilah regarding it. The essence of it is that it is the issue of the volition of the act of the servant and the attributes that occur in things as a result of the action of man. The essence of their view is that the servant has free will in all of his actions and that it is he who creates his actions and the attributes that occur in things as a result of his action.
„Und ihr werdet nicht wollen, außer wenn Allah es will." [TMQ-Insān: 30]
“And you will not, except as Allah Wills.” [TMQ-Insān: 30]
And His الله سُبْحَانَهُۥ وَتَعَالَىٰ saying,
And His الله سُبْحَانَهُۥ وَتَعَالَىٰ saying,
„Du hast nicht geworfen, als du warfst, sondern Allah hat geworfen“ [TMQ-Anfāl: 17]
“You threw not, when you did threw, but it was Allah who threw” [TMQ-Anfāl: 17]
And His الله سُبْحَانَهُۥ وَتَعَالَىٰ saying,
And His الله سُبْحَانَهُۥ وَتَعَالَىٰ saying,
„Du kannst nicht leiten, wen du liebst (o Muhammad), sondern Allah leitet, wen Er will.“ [TMQ-Qasas: 56]
“You do not guide whom you love (O Muhammad), but Allah guides whom He Wills” [TMQ-Qasas: 56]
And His الله سُبْحَانَهُۥ وَتَعَالَىٰ saying,
And His الله سُبْحَانَهُۥ وَتَعَالَىٰ saying,
„Und Allah hat euch und euer Tun erschaffen!" [TMQ-Sāāfāt: 96]
“And Allah has created you and your handiwork!” [TMQ-Sāāfāt: 96]
and His الله سُبْحَانَهُۥ وَتَعَالَىٰ saying,
and His الله سُبْحَانَهُۥ وَتَعَالَىٰ saying,
„Allah ist der Schöpfer aller Dinge“ [TMQ Zumar: 62]
“Allah is the Creator of all things” [TMQ Zumar: 62]
Sie deuteten die Āyāt, die den freien Willen des Dieners und seine Schöpfung seiner Handlungen anzeigen, um. Demzufolge sagten sie, dass die Eigenschaften der Dinge, die aus dem Handeln des Dieners hervorgehen, wie Lust, Hunger, Mut, Schneiden und Brennen usw., von Allah الله سُبْحَانَهُۥ وَتَعَالَىٰ seien.
They would interpret away the ayāt indicating the free will of the servant and his creation of acts. Accordingly, they said that the attributes of things that result from the action of the servant such as pleasure, hunger, courage, cutting and burning etc. are from Allah الله سُبْحَانَهُۥ وَتَعَالَىٰ.
Ahl us-Sunnah wa'l-Jama'ah (ebenfalls) entstanden und wandten sich der Widerlegung der Mu'tazila zu. Ahl us-Sunnah sagten, dass die Handlungen der Diener allesamt durch den Willen und die Wahl Allahs سُبْحَانَهُ وَتَعَالَىٰ geschehen. Willen und Wahl, so sagten sie, bedeuten dasselbe, nämlich ein ewiges Attribut von al-Hayy (dem Lebendigen, d. h. Allah سُبْحَانَهُ وَتَعَالَىٰ), das die Entscheidung für das Eintreten einer von zwei möglichen Gegebenheiten zu einem bestimmten Zeitpunkt bestimmt, während das Vermögen in Bezug auf alle gleich ist. Die Handlungen der Diener geschehen gemäß seinem Urteil [hukm] – wenn Er سُبْحَانَهُ وَتَعَالَىٰ etwas will, sagt Er: „Sei!“, und es ist – sowie gemäß Seiner qadiyyah, das heißt Seinem qadā’, welches eine Bezeichnung der Handlung samt ihren Bedingungen ist. Allah سُبْحَانَهُ وَتَعَالَىٰ sagt:
Ahl ul-Sunnah wa‘l-Jama’ah (also) emerged and addressed themselves to refute the Mu’tazilah. Ahl ul-Sunnah said that the acts of the servants are all by the Will and Volition of Allahالله سُبْحَانَهُۥ وَتَعَالَىٰ. Will and volition, they said, mean the same thing, namely, an eternal attribute of al-Hayy (the Alive, i.e. Allah الله سُبْحَانَهُۥ وَتَعَالَىٰ), which dictates the opting for the occurrence of one of two practicables at one specific time while the capability is uniform with regard to all. The acts of the servants are according to his ruling [hukm] - when He الله سُبْحَانَهُۥ وَتَعَالَىٰ Wills something He says ‘Be!’ and it is – and His qadiyyah, that is, His qadā’, which is a denotation of the act plus conditions; Allah الله سُبْحَانَهُۥ وَتَعَالَىٰ says,
„So vollendete Er [qadā] sie als sieben Himmel" [TMQ Fussilat: 12]
“So He completed [qadā] them as seven firmaments” [TMQ Fussilat: 12
„Dein Herr hat bestimmt [qadā]“ [TMQ-Isrā’: 23]
“Your Lord has decreed [qadā]” [TMQ-Isrā’: 23]
Die Bedeutung von qadā’ ist hier das Objekt, das vom qadā’ betroffen ist, und nicht ein Attribut unter den Attributen Allahs سُبْحَانَهُۥ وَتَعَالَىٰ. Die Handlung des Dieners entspricht der Anordnung [taqdīr] Allahs سُبْحَانَهُۥ وَتَعَالَىٰ: der Bestimmung jedes geschaffenen Wesens mit seiner eigenen Beschaffenheit hinsichtlich Gutem, Schlechtem, Nützlichem und Schädlichem sowie der Zeit und des Ortes, die es umfassen, und der daraus folgenden Strafe und Belohnung. Die Absicht ist hier, die Allumfassendheit des Willens und der Macht Allahs سُبْحَانَهُۥ وَتَعَالَىٰ zu bekräftigen, weil alle Dinge von Allah الله سُبْحَانَهُۥ وَتَعَالَىٰ erschaffen sind. (Dies bedingt das Vermögen und den Willen Allahs ohne Zwang oder Auferlegung.) Sie sagten: Wenn gesagt wird, dass nach eurer Ansicht ein Kāfir in seinem Kufr gezwungen ist und ein Fāsiq in seinem Fisq gezwungen ist und somit ihre Verpflichtung, Imān zu haben und gehorsam zu sein, nicht gültig wäre, lautet unsere Antwort: Allah الله سُبْحَانَهُۥ وَتَعَالَىٰ wollte von ihnen Kufr und Fisq aus eigenem Willen, somit gibt es keinen Zwang. Ebenso wie الله سُبْحَانَهُۥ وَتَعَالَىٰ ihren freiwilligen Kufr und Fisq vorauswusste, so folgt daraus nicht die Verpflichtung zum Unmöglichen.
The intent of qadā’ here being the subject affected by the qadā’ and not an attribute from amongst the attributes of Allahالله سُبْحَانَهُۥ وَتَعَالَىٰ. The act of the servant is according to the arrangement [taqdīr] of Allahالله سُبْحَانَهُۥ وَتَعَالَىٰ: the characterisation of every created entity with its own specification as regards goodness, badness, usefulness, harmfulness and the time and place that contain it, and the consequent punishment and reward. The intention here is to affirm the generality of the Will and Capability of Allahالله سُبْحَانَهُۥ وَتَعَالَىٰ because all (things) are created by Allah الله سُبْحَانَهُۥ وَتَعَالَىٰ (This dictates the Capability and the Will (of Allah) for no compulsion or imposition.) They said: if it is said that according to your view a kāfir is compelled in his kufr and a fāsiq is compelled in his fisq and thus their obligation to have imān and be obedient would not be valid, our reply is that Allah الله سُبْحَانَهُۥ وَتَعَالَىٰ wanted from them kufr and fisq according to their own volition, thus there is no compulsion; this is just as الله سُبْحَانَهُۥ وَتَعَالَىٰ foreknew their voluntary kufr and fisq, thus the incumbency of the impossible does not The Islamic Personality Vol.1 45
Über die Handlungen der Diener sagten sie als Antwort auf die Mu'tazila und die Dschabriyya: Die Diener haben freiwillige Handlungen, für die sie im Falle des Gehorsams belohnt und im Falle des Ungehorsams bestraft werden. Sie erklärten, warum sie diese als freiwillig bezeichnen, obwohl sie daran festhalten, dass Allah سُبْحَانَهُۥ وَتَعَالَىٰ der alleinige Schöpfer und Bewirker der Handlungen ist; so sagten sie: Der Schöpfer der Handlung des Dieners ist Allah سُبْحَانَهُۥ وَتَعَالَىٰ. Das Vermögen und der Wille des Dieners spielen bei bestimmten Handlungen eine Rolle, etwa bei der Bewegung des Schlagens, nicht aber bei anderen, etwa bei der (unwillkürlichen) Bewegung des Zitterns. Was die Auffassung betrifft, dass Allah سُبْحَانَهُۥ وَتَعَالَىٰ der Schöpfer aller Dinge ist und der Diener lediglich ein Erwerber, so haben sie dies geklärt und gesagt: Das Ausrichten des Vermögens und des Willens des Dieners auf die Handlung ist Erwerb [kasb], und dass Allah danach die Handlung bewirkt, ist Schöpfung. Dieselbe Verwirklichung steht unter den beiden Vermögen, jedoch in zwei verschiedenen Richtungen. Die Handlung wird von Allah سُبْحَانَهُۥ وَتَعَالَىٰ in der Richtung des Bewirkens verwirklicht und vom Diener in der Richtung des Erwerbs. Anders gesagt: Allah سُبْحَانَهُۥ وَتَعَالَىٰ hat die Handlung stets auf Grundlage des Vermögens und Wollens des Dieners erschaffen, jedoch nicht durch das Vermögen und den Willen des Dieners; diese Verbindung ist der Erwerb. Ihre Ansicht belegten sie mit denselben Versen, die die Dschabriyya anführte, um Allahs سُبْحَانَهُۥ وَتَعَالَىٰ Schöpfung der Handlungen und Seine Herrschaft über sie zu beweisen, und den Erwerb durch den Diener belegten sie durch die Aussage Allahs سُبْحَانَهُۥ وَتَعَالَىٰ,
„Als Lohn für das, was sie zu tun pflegten (an guten Taten)." [TMQ-Sajdah: 17]
“As a reward for what they used to do (of good deeds).” [TMQ-Sajdah: 17]
And His الله سُبْحَانَهُۥ وَتَعَالَىٰ saying,
And His الله سُبْحَانَهُۥ وَتَعَالَىٰ saying,
„Wer will, soll glauben, und wer will, soll es verwerfen." [TMQ-Kahf: 29]
“Let him who will, believe, and let him who will, reject (it)” [TMQ-Kahf: 29]
And His الله سُبْحَانَهُۥ وَتَعَالَىٰ saying,
And His الله سُبْحَانَهُۥ وَتَعَالَىٰ saying,
„Denn ihm gehört, was es erwirbt, und gegen es wirkt, was es erwirbt.“ [TMQ-Baqarah: 286]
“For It is what it earns, and upon it is what it earns.” [TMQ-Baqarah: 286]
Sie betrachteten sich als diejenigen, die die Ansichten der Mu'tazila und der Jabriyya zurückgewiesen hätten. In Wirklichkeit sind ihre Ansicht und die der Jabriyya ein und dasselbe. Ihr Begriff des Erwerbs (kasb) war ein völliges Fiasko. Er steht weder im Einklang mit dem Verstand, da es dafür keinen rationalen Beweis gibt, noch steht er im Einklang mit den Texten, da es dafür unter den schar'i-Texten keinen textlichen Beleg gibt. Er ist nichts weiter als ein gescheiterter Versuch, die Ansichten der Mu'tazila und der Jabriyya miteinander in Einklang zu bringen. Zusammenfassend lässt sich sagen: Die Frage von al-qadā' wa'l-qadar war ein zentrales Thema unter den Mutakallimūn, und alle konzentrierten ihre Untersuchung auf die Tat des Dieners und die daraus folgenden Eigenschaften, das heißt die Eigenschaften, die der Diener durch seine Handlungen an den Dingen bewirkt. Ihre Grundlage für die Untersuchung war die Tat des Dieners und die Eigenschaften, die er infolge seines Handelns hervorbringt: Ist es Allah سُبْحَانَهُ وَتَعَالَىٰ, der beides erschaffen hat (die Tat und die Eigenschaften), oder ist es der Diener, und geschieht dies durch den Willen Allahs سُبْحَانَهُ وَتَعَالَىٰ oder durch den Willen des Dieners? Der Anlass, der zu dieser Untersuchung führte, war die Übernahme des Themas „al-qadā' wa'l-qadar“ bzw. „al-jabr wa'l-ikhtiyār“ bzw. „hurriyyat al-irādah“ aus der griechischen Philosophie durch die Mu'tazila, und ihre Erörterung aus einer Perspektive, die sie für vereinbar mit der Eigenschaft der Gerechtigkeit hielten, die Allah سُبْحَانَهُ وَتَعَالَىٰ notwendigerweise zukommt. Dies führte dazu, dass die Jabriyya und Ahl as-Sunna entstanden, um die Ansichten der Mu'tazila zu widerlegen, was sie nach denselben Grundsätzen und auf derselben Grundlage taten. Alle erörterten die Frage aus der Perspektive der Eigenschaften Allahs سُبْحَانَهُ وَتَعَالَىٰ und nicht allein aus der Perspektive des Subjekts. Sie wendeten den Willen Allahs سُبْحَانَهُۥ وَتَعَالَىٰ und Seine Macht auf die Handlung des Dieners und auf die Eigenschaften an, die der Diener an den Dingen bewirkt; ihr Gegenstand der Untersuchung wurde: Geschehen diese durch die Macht und den Willen Allahs الله سُبْحَانَهُۥ وَتَعَالَىٰ, oder geschehen sie durch die Macht und den Willen des Dieners? 46 Wie das Thema al-Qadaa’ wa‘l-Qadar entstand Al-qadā’ wa‘l-qadar sind also die Handlungen des Dieners und die Eigenschaften der Dinge, die der Mensch infolge seines Handelns an den Dingen bewirkt. Qadā’ sind somit die Handlungen der Diener, und qadar sind die Eigenschaften der Dinge. Dass qadā’ die Handlungen der Diener sind, zeigt sich aus ihrer Diskussion und Uneinigkeit darüber: nämlich in ihrer Aussage, dass der Diener die Handlung durch seine eigene Macht und seinen eigenen Willen ausführt, und in der Aussage derer, die sie widerlegten, dass die Handlung durch die Macht und den Willen Allahs الله سُبْحَانَهُۥ وَتَعَالَىٰ bewirkt wird, nicht durch die Macht und den Willen des Dieners, sowie in der Aussage derer, die beide Gruppen widerlegten, dass die Handlung des Dieners durch die Erschaffung der Handlung durch Allah الله سُبْحَانَهُۥ وَتَعَالَىٰ zur Zeit der Macht und des Willens des Dieners für die Handlung bewirkt wird, nicht durch die Macht und den Willen des Dieners. Dies zeigt, dass die Bedeutung von qadā’ die Handlungen der Diener ist. Dass qadar die Eigenschaften ist, die der Diener an den Dingen bewirkt, zeigt sich aus ihrer Diskussion und Uneinigkeit darüber: Als sie erörterten, was aus den Handlungen des Dieners hervorgeht, erörterten sie die Eigenschaften, die er bewirkt; so sagten sie: Wenn wir Stärke zu Zucker geben und beides kochen, entsteht Pudding: Sind der Geschmack und die Farbe des Puddings von unserer Schöpfung oder von der Schöpfung Allahs الله سُبْحَانَهُۥ وَتَعَالَىٰ? Ist das Austreten der Seele bei der Schlachtung, die Bewegung eines Steins beim Stoßen, unser Sehen beim Öffnen unserer Augen, der Bruch eines Beins beim Fallen und dessen Heilung beim Gesundwerden usw.? Sind all diese Dinge unsere Schöpfung oder die Schöpfung Allahs (SWT)?