15. Das Studium der Fiqh
15. Studying Fiqh
Die Kenntnis der Rechtsvorschriften der Scharia, an die ein Muslim in seinem Leben gebunden ist, ist eine individuelle Pflicht für jeden Muslim, weil ihm geboten ist, alle seine Handlungen nach den Vorschriften der Scharia zu vollziehen. Dies liegt daran, dass die Anrede der Verantwortlichkeit, mit der der Gesetzgeber die Menschheit und die Gläubigen angesprochen hat, eine bindende Anrede ist, die niemandem eine Wahl lässt, was den Glauben (Iman) oder die Handlungen des Menschen betrifft. Also die Aussage Allahs (SWT):
Knowledge of the Shari’ah rules, which a Muslim is obliged with in his life, is an individual duty upon every Muslim because he is commanded to undertake all his actions according to the Shari’ah rules. This is because the address of accountability with which the Legislator addressed mankind, and the believers, is a decisive address which leaves no option for anyone concerning the creed (iman) or the activities of man. So Allah (swt)’s statement:
„Glaubt an Allah und an Seinen Gesandten ﷺ“ [TMQ 4:136]
“ Believe in Allah and His Messenger “ [TMQ 4:136]
Wie bei Seiner (swt) Aussage:
Is like His (swt) statement:
„Allah hat den Handel erlaubt und den Riba verboten“ [TMQ 2:275]
“ Allah permitted trade and forbade riba” [TMQ 2:275]
Beide Ayat sind Anreden der Verantwortlichkeit. Sie sind beide entscheidende Anreden in Bezug auf ihre Anrede, nicht in Bezug auf die Adressaten, mit denen wir angesprochen wurden, aufgrund des Beweises in der Aussage Allahs (swt):
Both of these ayat are addresses of accountability. They are both decisive addresses in relation to their address, not in relation to the subjects we were addressed with, due to the evidence of Allah’s (swt) statement:
„Keinem gläubigen Mann und keiner gläubigen Frau steht es zu, in einer Angelegenheit, über die Allah und Sein Gesandter entschieden haben, eine eigene Wahl zu haben.“ [TMQ 33:36]
“It is not for any believer, male or female, to have any option in any matter upon which Allah and His Messenger have judged” [TMQ 33:36]
Auch aufgrund des Beweises, dass jede Handlung zur Rechenschaft gezogen wird, wie Allah (SWT) sagt:
Also due to the evidence that every action will be accounted for as Allah (swt) said:
„Wer auch nur das Gewicht eines Stäubchens an Gutem tut, wird es sehen, und wer auch nur das Gewicht eines Stäubchens an Bösem tut, wird es sehen.“ [TMQ 99:8-9]
“Whoever performs a particle’s weight of good will see it, and whoever performs a particle’s weight of evil will see it” [TMQ 99:8-9]
Und Allah (swt) sagte:
And Allah (swt) said:
„An dem Tag, an dem jede Seele mit all dem Guten konfrontiert wird, das sie getan hat, und mit all dem Bösen, das sie getan hat, wird sie sich wünschen, zwischen ihr und (ihrem Bösen) läge eine große Entfernung. Doch Allah warnt euch vor Sich selbst.“ [TMQ 3:30]
“The Day that every soul will be confronted with all the good it has done and all the evil it has done, it will wish that there was a great distance between it and (its evil). But Allah cautions you about Himself” [TMQ 3:30]
Und Er (swt) sprach:
And He (swt) said:
„Und jeder Seele wird vollständig vergolten werden für all ihre Taten“ [TMQ 16:111].
“And each soul will be recompensed for all its actions” [TMQ 16:111].
Die Verantwortlichkeit (at-taklīf) wurde auf entschiedene Weise geregelt: Ein Muslim ist auf entschiedene Weise verantwortlich, und er ist verpflichtet, sich bei jeder Handlung, die er unternimmt, an die Regeln der Scharia zu halten. Was den Gegenstand der Verantwortlichkeit betrifft, also alles, womit Allah (SWT) den Menschen verantwortlich gemacht hat, so kann dies Pflicht (Fard), empfohlen (Mandub) oder erlaubt (Mubah) sein, oder es kann verboten (Haram) oder verabscheut (Makruh) sein. Das Wesen der Verantwortlichkeit selbst ist entschieden, ohne dass darin eine Wahl besteht; es gibt also nur einen Zustand, nämlich die Verpflichtung, sich an sie zu halten. Daher wird es für jeden Muslimen zur Pflicht, die Regeln der Scharia zu kennen, an die er im irdischen Leben gebunden ist. Das Wissen um andere Dinge als die Scharia-Regeln, an die er in diesem Leben gebunden ist, ist eine Pflicht der Hinlänglichkeit (Fard Kifayah) und nicht eine individuelle Pflicht (Fard Ain), das heißt: Wenn einige sich dessen annehmen und es erfüllen, so entfällt es für die übrigen. Bekräftigt wird dies durch das, was Anas ibn Malik (ra) überliefert hat, dass der Gesandte Allahs ﷺ sagte:
Accountability has been addressed in a decisive manner, a Muslim is accountable in a decisive manner and he is obliged to restrict himself to the Shar’a rules when he undertakes any action. As for the subject of accountability i.e. any thing that Allah (swt) has made man accountable with, this can be obligatory (fard), recommended (mandub) or allowed (mubah), or it can be prohibited (haram) or disliked (makruh). As for the essence of accountability, it is decisive without any choice in it; so there is only one situation, namely the obligation of restricting oneself to it. Hence it becomes obligatory upon every Muslim to know the Shari’ah rules with which he is bound in the earthly life. As for knowing other than the Shari’ah rules with which he is bound in this life, this is a obligation of sufficiency (Fard Kifayah) and not an individual duty (Fard Ain) i.e. if some undertake and fulfil this, then it falls away from the rest. This is strengthened by what was narrated by Anas bin Malik (ra) that The Messenger of Allah (saw) said:
„Das Streben nach Wissen ist für jeden Muslim verpflichtend."
“Seeking knowledge is obligatory upon every Muslim.”
Auch wenn damit das gesamte Wissen gemeint ist, an das ein Muslim in seinem Leben gebunden ist, ist die Rechtswissenschaft (Fiqh) ein Teil davon, und zwar hinsichtlich der Regeln, an die ein Muslim in seinem Leben gebunden ist, wie Glaubenslehre (ʿAqīda), rituelle Gottesdienste (ʿIbādāt), gesellschaftliche Transaktionen (Muʿāmalāt) usw. Daher gehört das Studium des Fiqh zu den verpflichtenden Angelegenheiten für Muslime; ja, es gehört zu den Regeln, die Allah (SWT) ihnen auferlegt hat, sei es als individuelle oder als kollektive Pflicht. Es sind edle Überlieferungen (Ahādīth) überliefert worden, die zum Studium des Fiqh ermutigen, und in der Tat hat der Gesandte (ﷺ) zum Studium des Fiqh angespornt.
Even though what is meant here is all the knowledge with which a Muslim is bound in his life, jurisprudence (fiqh) is a part of it in respect to the rules with which a Muslim is bound in his life such as creed (aqeeda), ritual worships (ibadat), social transactions (mu’amalat) etc. Hence studying fiqh is among the compulsory matters for Muslims; rather it is from the rules that Allah (swt) obliged upon them, whether it is an individual or collective duty. There have come noble ahadith encouraging the studying of fiqh and verily the Messenger (saw) encouraged the study of fiqh.
Al-Bukhari berichtete über Ibn Umar (ra): Der Gesandte Allahs ﷺ sagte:
Al-Bukhari narrated through Ibn Umar (ra): The Messenger of Allah (saw) said:
„Wen Allah Gutes (khayr) will, dem verleiht Er das Verständnis der Religion (fiqh).“
“The one for whom Allah wills good (khayr), He grants him fiqh.”
Saʿīd ibn al-Musayyab überlieferte von Abū Hurayra (ra), der sagte: Der Gesandte Allahs ﷺ sagte:
Saeed bin al-Musayyab narrated from Abu Hurayra (ra) who said: The Messenger of Allah (saw) said:
„Wem Allah Gutes bestimmt, dem verleiht Er das Verständnis in der Religion.“ (überliefert von Ibn Mādscha).
“The one for whom Allah wills good, He grants him fiqh in the deen” . (narrated by Bin Majah).
Azzam bin Hakeem berichtete von seinem Onkel, dass der Gesandte Allahs ﷺ sagte:
Azzam bin Hakeem narrated from his uncle from the Messenger of Allah (saw) who said
„Ihr befindet euch in einer Zeit vieler Rechtsgelehrter (Fuqaha), weniger Redner, vieler, die geben, und weniger, die bitten; daher ist das Handeln in dieser Zeit besser als das Wissen. Bald wird eine Zeit kommen, in der es wenige Rechtsgelehrte und viele Redner gibt, viele, die betteln, und wenige, die geben; daher ist das Wissen in dieser Zeit besser als das Handeln."
“You are in a time of many jurisprudents (fuqaha), few speakers, many who give and few who ask; so action in this time is better than knowledge. There will soon come a time of few jurisprudents, many speakers, many who beg and few who give; so knowledge in this time is better than action.”
Diese Überlieferungen sind eindeutig hinsichtlich der Vorzüglichkeit der Fiqh-Wissenschaft und ermutigen zu deren Studium. Es wurde überliefert, dass ʿUmar ibn al-Khattab (ra) sagte:
These ahadith are explicit in the virtue of fiqh and encouraging its study. It was narrated that Umar bin al-Khattab (ra) said:
„Der Tod von tausend Gottesdienern, die nachts beten und tagsüber Gottesdienst verrichten, ist weniger schwerwiegend als der Tod eines einsichtigen Wissenden (baseer) über das Erlaubte und Verbotene Allahs.“
“The death of one thousand worshippers who pray at nigh and worship in the day is less serious than the death of one intelligent knower (baseer) of the halal and haram of Allah.”