17.1 Die Frist, die den Muslimen für die Ernennung eines Khalifahs gegeben ist
17.1 The Time Limit Given For Muslims To Appoint A Khalifah
Die dem Muslimen gesetzte Frist zur Einsetzung eines Khalifen beträgt zwei Nächte. Kein Muslim darf also mehr als zwei Nächte verbringen, ohne den bay'ah an seinem Hals zu haben. Dass die Obergrenze auf zwei Nächte festgelegt ist, liegt daran, dass die Einsetzung eines Khalifen vom Moment an fard ist, in dem der vorherige Khalife stirbt oder abgesetzt wird. Es ist jedoch erlaubt, die Einsetzung aufzuschieben, solange man sich während der zwei Nächte mit ihr beschäftigt. Überschreitet der Aufschub zwei Nächte und haben die Muslimen keinen Khalifen eingesetzt, wird die Angelegenheit geprüft. Waren die Muslime damit beschäftigt, einen Khalifen einzusetzen, konnten dies aber nicht innerhalb von zwei Nächten abschließen, weil sie von übermächtigen Umständen behindert wurden, denen sie nicht widerstehen konnten, dann fällt die Sünde von ihnen ab, denn sie sind mit der Erfüllung der Pflicht beschäftigt, und sie waren gezwungen, sie durch zwingende Gewalt aufzuschieben. Der Prophet ﷺ sagte:
The time limit given for Muslims to appoint a Khalifah is two nights. So no Muslim is allowed to stay for more than two nights without having a bay’ah on his neck. Making the upper limit as two nights is due to the fact that the appointment of a Khalifah is fard from the moment the previous Khalifah dies or is deposed. But it is allowed to delay the appointment while engaging in it for two nights. If the delay exceeded two nights and the Muslims did not establish a Khalifah, the matter is examined. If the Muslims were busy in establishing a Khalifah but could not complete it within two nights due to overpowering matters they couldn't resist, then the sin will drop from them because they are engaged in establishing the duty and they were forced to delay it by compelling power. The Prophet (saw) said:
„Die Sünde aufgrund von Irrtum, Vergesslichkeit und Zwang ist von meiner Umma erlassen.“
“The sin due to mistake, forgetfulness and compulsion is removed from my Ummah.”
Wenn sie aber nicht damit beschäftigt waren, die Pflicht zu erfüllen, dann werden sie alle sündig sein, bis der Khalifah eingesetzt ist, und erst danach fällt die Pflicht (fard) von ihnen ab. Die Sünde jedoch, die sie begangen haben, indem sie die Errichtung eines Khalifah vernachlässigt haben, fällt nicht von ihnen ab, sondern bleibt auf ihnen lasten, und Allah (SWT) wird sie dafür zur Rechenschaft ziehen, so wie Er (SWT) jeden Muslim für jeden Ungehorsam zur Rechenschaft zieht, den er begeht, wenn er die Erfüllung einer Pflicht vernachlässigt.
But if they were not engaged in performing the duty, then they will all be sinful until the Khalifah is appointed and only after that the fard will drop from them. But the sin they committed in neglecting the establishment of a Khalifah does not drop from them, it rather remains on them, and Allah (swt) will bring them to account for it the same way He (swt) brings any Muslim to account for any disobedience he commits when he neglects to perform a duty.
Was den Beweis betrifft, dass Muslimen für die Pflicht zur Errichtung eines Kalifats eine Frist von zwei Nächten gesetzt ist, so ist es der Idschma' der Sahaba. Die Sahaba (ra) versammelten sich im Hof der Banu Sa'ida, um die Einsetzung eines Nachfolgers des Gesandten Allahs ﷺ zu besprechen, sobald die Nachricht vom Tod des Propheten ﷺ sie erreichte. Sie setzten die Beratung im Hof fort, und am zweiten Tag versammelten sie die Leute in der Moschee, um den Treueeid (bay'ah) zu leisten. Dies dauerte zwei Nächte und drei Tage. Als 'Umar (ra) außerdem gewiss wurde, dass sein Tod infolge der Stichwunde unmittelbar bevorstand, übertrug er den Leuten der Beratung (shura) die Angelegenheit und gab ihnen drei Tage Zeit, einen neuen Kalifen zu wählen. Er empfahl, dass man, falls sich nach den drei Tagen keine Einigung über einen Kalifen ergeben habe, den Andersdenkenden nach den genannten drei Tagen töten solle. 'Umar (ra) bevollmächtigte außerdem fünfzig Muslime, diese Maßnahme durchzuführen, d. h. den Andersdenkenden zu töten, obwohl sie aus den Leuten der shura und den angesehenen Sahaba (ra) stammten. Dieser Befehl wurde in Gegenwart der Sahaba (ra) erteilt, und es wird nicht berichtet, dass jemand ihm widersprochen oder ihm nicht zugestimmt hätte. Damit wird der Idschma' der Sahaba (ra) zu dem Ergebnis, dass Muslimen nicht erlaubt ist, länger als zwei Nächte und drei Tage ohne Kalifen zu bleiben. Und der Idschma' der Sahaba ist ein rechtmäßiger Beweis der Scharia (daleel) wie der Qur'an und die Sunnah des Gesandten Allahs ﷺ.
As for the evidence concerning the two night's time limit given to Muslims to perform the duty of establishing a Khalifah, it is the Ijma’a of the Sahabah. The Sahabah (ra) met in the courtyard of Banu Sa‘ida, to discuss the appointment of a successor to the Messenger of Allah (saw) as soon as the news of the death of the Prophet (saw) reached them. They kept discussing in the courtyard, and on the second day they gathered the people in the mosque in order to give the bay’ah. This consumed two nights and three days. In addition, when ‘Umar (ra) became certain that his death was imminent as a result of the stab wound, he entrusted the people of consultation (shura) and gave them three days to choose a new Khalifah. He recommended that if after the three days an agreement was reached about a Khalifah then the dissenter should be killed after the aforementioned three days. ‘Umar (ra) also empowered fifty Muslims to carry out this action i.e. to kill the dissenter, despite the fact they were from the people of shura and of the eminent Sahabah (ra). This order was given in the presence of the Sahabah (ra), and no one was reported to deny or disagree with it, so it becomes Ijma’a of the Sahabah (ra) that Muslims are not permitted to stay without a Khalifah for more than two nights and three days, and the Ijma’a of the Sahabah is a legitimate Shari’ah evidence (daleel) like the Qur’an and Sunnah of the Messenger of Allah (saw).