8. Beratung (Shūrā) bzw. die Annahme einer Meinung im Islam
8. Consultation (shūrā) Or The Adoption Of An Opinion In Islam
Die Schura oder die Annahme einer Meinung kann vom Khalifah, Emir oder jedem, der Autorität besitzt, unternommen werden, sei er ein Oberhaupt, ein Anführer oder ein Beamter, da sie alle Emire sind. Oder sie kann zwischen Ehepartnern stattfinden, aufgrund Seines Wortes:
The shura or the adoption of an opinion can be undertaken by the Khalifah, ameer, or anyone who has authority whether he is a chief, leader or official, as they are all ameers. Or, it can take place between spouses due to His saying:
„Wenn sich beide in gegenseitigem Einvernehmen und nach gründlicher Beratung für das Abstillen entscheiden.“ [TMQ Baqarah: 233]
“If they both decide on weaning, by mutual consent, and after due consultation.” [TMQ Baqarah: 233]
Was die Darlegung einer Meinung gegenüber einer Person in Autorität betrifft, sei es ein Richter, ein Führer usw., so handelt es sich dabei klarerweise um eine Angelegenheit, die im Wege der Ratgebung (Nasiha) erfolgt. Es ist eine legitime Sache, die den Führern der Muslime und der breiten Masse vorgetragen wird. Was jedoch die Verweisung einer Person in Autorität auf die Meinung des Volkes betrifft, sei sie ein Richter, ein Emir oder ein Präsident, so ist dies ein Gegenstand der Unklarheit, besonders nachdem die Konzepte der Demokratie sich verbreitet haben und die Denkweise vieler Muslime beinahe verdorben haben. Das Einholen einer Meinung wird im Islam als „Schura“ und „Taschawur“ bezeichnet. Da es erlaubt ist, eine Meinung anzuhören, die von Muslimen und Nicht-Muslimen geäußert wird, weil der Gesandte Allahs ﷺ die Meinung akzeptierte, die im Hilf al-Fudul (Fudul-Bündnis) enthalten war, als er sagte:
As for putting forth an opinion to a person in authority, whether he was a judge, leader etc, this is clearly an issue performed by way of giving advice (nasiha). It is a legitimate matter that is presented to the leaders of the Muslims and the masses. As for the referring of a person in authority to adopt an opinion of the people, whether he was a judge, ameer, or president, this is an object of ambiguity especially after concepts of democracy have spread and have almost corrupted the mentality of many Muslims. The seeking of an opinion is what is termed in Islam as: ‘Shura’ and ‘tashawur’. Since it is permitted to listen to an opinion expressed by Muslims and non-Muslims because the Messenger accepted the opinion that was included in the hilf al-fudul (fudul confederacy), where he said:
„Wenn ich eingeladen würde, würde ich die Einladung annehmen, denn ich möchte keine Vereinbarung brechen, die mir lieber ist als Herden von Vieh.“ [Sunan Bayhaqi]
“If I were invited I would respond, for I do not like to break an agreement which is more appealing to me than herds of cattle.” [Sunan Bayhaqi]
Auch wenn es die Meinung der Mushrikin war, kann das Einholen einer Meinung doch nur den Muslimen zustehen, das heißt, die Shura ist nur den Muslimen ein Recht, da Allah an den Gesandten ﷺ gerichtet sagt:
Even though it was an opinion of the Mushrikin yet seeking of an opinion cannot be for anyone except for the Muslims that is, shura is not a right of anyone except the Muslims because Allah addressed the Messenger saying:
„Und berate dich mit ihnen in den Angelegenheiten.“ [TMQ aal-Imrān: 159]
“And consult them in their affairs.” [TMQ aal-Imrān: 159]
d.h. die Muslime. Und Er sagt:
i.e, the Muslims. And He says:
„Und die ihre Angelegenheiten durch gegenseitige Beratung regeln.“ [TMQ Shurā: 38]
“And who conduct their affairs by mutual consultation.” [TMQ Shurā: 38]
d. h., die Muslime. Dies liegt daran, dass der erste Vers sagt:
i.e, the Muslims. This is because the first ayah says:
„Und durch die Barmherzigkeit Allahs bist du gütig mit ihnen umgegangen. Und wärest du schroff und hartherzig gewesen, so wären sie von dir fortgelaufen. So verzeihe ihnen und bitte für sie um Vergebung und berate dich mit ihnen in den Angelegenheiten.“ [TMQ aal-Imrān: 159]
“And by the Mercy of Allah, you dealt with them gently. And had you been severe and harsh-hearted, they would have broken away from about you; so pass over (their faults), and ask (Allah’s) Forgiveness for them; and consult them in their affairs.” [TMQ aal-Imrān: 159]
Diese Befragung des Gesandten ﷺ kann nur für die Muslime gelten. Der zweite Vers sagt:
This consultation by the Messenger cannot be for anyone except the Muslims. The second ayah says:
„Und diejenigen, die dem Ruf ihres Herrn folgen, das Gebet verrichten und ihre Angelegenheiten untereinander im gegenseitigen Rat regeln.“ [TMQ Shurā: 38]
“And those who answer to the Call of their Lord and establish the prayer, and who conduct their affairs by mutual consultation.” [TMQ Shurā: 38]
Dies kann keine Beschreibung von jemand anderem als den Muslimen sein. Daher ist die Schura speziell unter Muslimen untereinander. Die Praxis der Schura unter Muslimen ist eine allgemein bekannte Sache. Sie wird im edlen Qur'an und in den geheiligten Hadithen sowie in den Aussprüchen der Muslime erwähnt. Es wird überliefert, dass Abu Hurairah sagte:
This cannot be a description of anyone other than the Muslims. Therefore shura is specific to Muslims with each other. Practising shura amongst Muslims is a well-known matter. It has been mentioned in the noble Qur’ān and sacred hadīth and in the sayings of the Muslims. It has been narrated that Abu Hurairah said:
„Ich habe niemanden gesehen, der bereitwilliger war, andere um Rat zu fragen, als der Gesandte Allahs ﷺ, wenn er seine Gefährten um Rat fragte.“ [Sunan Bayhaqi]
“I have not seen anyone more willing to consult others than the Messenger of Allah’s consultation of his companions.” [Sunan Bayhaqi]
Es wird auch überliefert, dass al-Hasan sagte:
It has been narrated also that al-Hasan said:
„Es gibt kein Volk, das sich untereinander berät, ohne dass es zur besten Entscheidung in seinen Angelegenheiten geleitet wird.“
“There is not a people who consult each other, except that they are guided to the best decision in their affairs”
Die Suche nach einer Meinung, also Taschāwur oder Schūrā, ist im Text des Qur'ān und des Ḥadīth belegt. Was jedoch viele Menschen nicht wissen, ist: In welchen Angelegenheiten kann es eine Schūrā oder einen Taschāwur geben, d. h. in welcher Angelegenheit wird eine Meinung übernommen? Ferner: Wie lautet die Regel für diese Meinung? Soll sie gemäß der Meinung der Mehrheit übernommen werden, ungeachtet dessen, ob sie richtig oder falsch ist? Oder ist er verpflichtet, die richtige Meinung zu übernehmen, ungeachtet dessen, ob sie die Meinung der Mehrheit oder der Minderheit oder einer einzelnen Person ist?
So seeking of an opinion is tashawur or shura which is proven in the text of the Qur’ān and the hadīth. However what many people do not know is; in what issues can there be a shura or tashawur ? i.e, in which issue is an opinion adopted ? Then, what is the rule on this opinion. Should it be adopted according to the opinion of the majority irrespective of right or wrong? Or, is he obliged to adopt the correct opinion irrespective of whether it is the opinion of the majority or minority or a single person?
Um die Antwort zu verstehen, ist es unumgänglich, die Wirklichkeit der Meinung so zu erfassen, wie sie ist und was sie ist, die detaillierten scharia-rechtlichen Belege zur Einholung von Meinungen zu kennen und diese Belege auf die Wirklichkeit einer Meinung aus gesetzgeberischer Sicht anzuwenden.
In order to comprehend the answer, it is inevitable that we understand the reality of the opinion as it is and what it is and understand the detailed Sharī’ah evidences mentioned about seeking of opinions and apply these evidences on the reality of an opinion from a legislative perspective.
Was die Wirklichkeit der in der Welt bestehenden Meinungen betrifft, so gibt es nicht mehr als vier Arten. Jede Meinung in der Welt ist entweder eine dieser Meinungen oder sie hat sich aus einer von ihnen verzweigt oder ist unter eine von ihnen eingeordnet. Die vier Arten von Meinungen sind:
As for the reality of opinions existent in the world they do not number more than four types only. Any opinion in the world is either one of these opinions or it has branched out from or classified under one of them. The four types of opinions are:
Erstens: Entweder ist das Hukm eine Schari'a-Regel, also eine gesetzgeberische Bestimmung.
First: Either the hukm is a Sharī’ah rule that is, legislative opinion.
Zweitens: Die Definition eines bestimmten Sachverhalts. Dies kann eine schariatische Definition sein, etwa die Definition dessen, was ein Hukm Schar'i ist, oder die Definition einer Wirklichkeit, etwa die Definition des „Verstandes“, der „Gesellschaft“ und ähnlicher Dinge.
„Und die ihre Angelegenheiten durch gegenseitige Beratung regeln.“ [TMQ Shurā: 38]
“And who conduct their matters (affairs) by mutual consultation.” [TMQ Shurā: 38]
Und er sagt:
And he says:
„Und berate dich mit ihnen in der Angelegenheit.“ [TMQ aal-Imrān: 159]
“And consult them in the matter.” [TMQ aal-Imrān: 159]
Die Rede hier ist allgemein. Das Wort „Angelegenheit“ (amr) bezeichnet somit die Angelegenheiten der Muslime, es ist eine allgemeine Bezeichnung für alle Angelegenheiten. Und beim Wort „al-amr“ (die Angelegenheit) ist der bestimmte Artikel (alif lam) generisch, das heißt, er bezieht sich auf die Kategorie der Angelegenheiten. Das Allgemeine bleibt allgemein, solange kein Beleg vorliegt, der es spezifiziert. Und hier gibt es keinen Beleg, der die Schura auf eine bestimmte Sache spezifiziert. Daher bleibt sie eine allgemeine Bezeichnung für alle Angelegenheiten.
The speech here is general. So the word ‘matter’ means the affairs of the Muslims, which is a general designation for all affairs. And in the word ‘al-amr’ (the matter), the definite article (alif lam) is generic i.e, to the category of affairs. The general thing remains general as long as there is no evidence to specify it. And here there is no evidence to specify shura to anything. Therefore, it remains of general designation for all affairs.
Was die Verpflichtung betrifft, einer Meinung zu folgen, die durch die Shura eingeholt wird – also ob die Mehrheitsmeinung unabhängig von Richtig oder Falsch vorzuziehen ist, oder ob die Meinung nach ihrer Richtigkeit zu bevorzugen ist, ohne dass der Mehrheit irgendeine Beachtung geschenkt wird –, so gibt es gewiss Texte, die darauf hinweisen, dass die Meinung der Mehrheit übernommen und befolgt werden sollte. Und es gibt Texte, die darauf hinweisen, dass die Meinung der Mehrheit nicht übernommen werden sollte; vielmehr gibt sie der Person in Autorität das Recht, das auszuführen, was sie entschieden hat, unabhängig von der Position der Mehrheit. Der Gesandte Allahs ﷺ sagte zu Abu Bakr und ʿUmar:
With regards to the obligation of following an opinion which is sought by the Shura, that is, whether the majority opinion is preferred irrespective of right or wrong or the opinion is preferred in terms of its correctness without taking notice of the majority being given any consideration, certainly, there are texts which indicate that the opinion of the majority should be adopted and complied with. And there are texts which indicate that the opinion of the majority should not be adopted, rather it gives the person in authority the right to execute what he has decided irrespective of the majority position. The Messenger PBUH said to Abu Bakr and ‘Umar:
„Wenn ihr beide euch auf eine Mashura einigt, werde ich dem nicht widersprechen.“ [Reported by Ahmad]
“If both of you agree on a mashura, I will not go against it.” [Reported by Ahmad]
Und er folgte der Meinung der Mehrheit bei Uhud. Allah sprach zum Gesandten ﷺ
And he complied with the opinion of the majority in Uhud. Allah says to the Messenger
„Und berate dich mit ihnen in der Angelegenheit. Und wenn du dich entschlossen hast, so vertraue auf Allah." [TMQ aal-Imrān: 159]
“And consult them in the matter. Then when you have taken a decision, put your trust in Allah” [TMQ aal-Imrān: 159]
Um zu einem Verständnis dafür zu gelangen, wann es verbindlich ist, der Meinung der Mehrheit zu folgen, und wann nicht, müssen wir zunächst die Belege untersuchen, die im Qur'ān und im Ḥadīth genannt werden, und diese Belege danach auf die bestehenden Meinungen in der Welt anwenden.
In order to arrive at an understanding of when it is binding to adopt the opinion of the majority and when it is not binding we must examine the evidences which are mentioned in the Qur’ān and hadīth first, and then apply these evidences on the existing opinions in the world.
Was die im Qur'ān erwähnten Belege betrifft, so gibt es zwei Verse. Der erste ist Sein Ausspruch:
As for the evidences mentioned in the Qur’ān, there are two ayats. The first is His saying:
„Und berate dich mit ihnen in der Angelegenheit.“ [TMQ aal-Imrān: 159]
“And consult them in the matter.” [TMQ aal-Imrān: 159]
Es ist ein Befehl Allahs an Seinen Gesandten ﷺ, die Muslime um ihre Meinung zu bitten. Allah hat ihm jedoch das Recht eingeräumt, die Meinung auszuwählen. Deshalb sagte Er im Anschluss an denselben Vers:
It is an order from Allah to His Messenger to refer to the Muslims to obtain their opinion. However, Allah gave him the right to choose the opinion. So He said in completion of the same verse:
„Und wenn du dich entschlossen hast, dann vertraue auf Allah." [TMQ aal-Imrān: 159]
“Then when you have taken a decision, put your trust in Allah” [TMQ aal-Imrān: 159]
d. h. nachdem du dich nach Beratung (Schura) zu einer Angelegenheit entschieden hast, dann vertraue auf Allah bei der Ausführung deiner Angelegenheit auf die vernünftigste und angemessenste Weise. Und Er sagte: „Wenn du (Singular) dich entschieden hast“ (‚azamta), und nicht „wenn ihr (Plural) euch entschieden habt“ (‚azamtum). Was den zweiten Vers betrifft, Sein Wort:
i.e, after you have decided on a matter after consultation (shura), then put your trust in Allah in carrying out your matter in the most sensible and appropriate manner. And He said: “When you (singular) took a decision” (‘azamta) and not when “you (plural) took a decision” (‘azamtum). As for the second verse, His saying:
„Und ihre Angelegenheiten werden durch gegenseitige Beratung geregelt.“ [TMQ shurā: 38]
“And their matter is run by mutual consultation.” [TMQ shurā: 38]
Sie sollten ihre eigenen Angelegenheiten selbst regeln, doch sie sollten sich untereinander darüber beraten. Dies fördert die Praxis der Beratung (Schura). Außerdem ist die Aussage mehrdeutig (mudschmal). Daher müssen wir auf die Sunna zurückgreifen, um zu prüfen, ob es dort Worte und Handlungen des Gesandten ﷺ gibt, die die mehrdeutige Bedeutung (mudschmal) erläutern.
heir own but consult each other about it. It encourages the practise of consultation (shura). Also the saying is ambivalent (mujmal), therefore, we need to refer to the Sunnah to see if there is anything there in terms of the sayings and actions of the Messenger which will elucidate the ambivalent meaning (mujmal).
Wenn wir die Aussagen und Handlungen des Gesandten ﷺ betrachten, finden wir, dass er zu Abu Bakr und ʿUmar sagte:
By referring to the sayings and actions of the Messenger we find that he said to Abu Bakr and ‘Umar:
„Wenn ihr beide euch auf eine Mashura einigt, werde ich dem nicht widersprechen.“ [Reported by Ahmad]
“If both of you agree on a mashura, I will not go against it.” [Reported by Ahmad]
Er verpflichtete sich selbst, dem, worauf sie sich geeinigt hatten, nicht zuwiderzuhandeln. Damit zeigte der Gesandte ﷺ, dass man der Meinung der Mehrheit nicht widersprechen sollte, wenn es zwei Personen sind und er allein ist.
He obliged himself not to go against what they have agreed upon, So here the Messenger demonstrated that the opinion of the majority should not be opposed when they are two persons and he is one.
Wir finden außerdem, dass der Gesandte Allahs ﷺ am Tag der Schlacht von Uhud die Leute mit Meinung unter den Muslimen und denjenigen, die vorgaben, Muslime zu sein, versammelte, und dann berieten sie sich gegenseitig. Der Prophet ﷺ vertrat die Ansicht, dass sie in Medina Zuflucht suchen und die Quraisch zwingen sollten, draußen zu bleiben. Das Oberhaupt der Munafiqin (Heuchler), ʿAbdullah ibn Ubaiy ibn Salul, war dieser Meinung. Und dies war auch die Meinung der angesehenen Gefährten. Die Meinung der eifrigen Jugend, die nicht an Badr teilgenommen hatte, war, dem Feind entgegenzuziehen. Die Mehrheit schien dann auf der Seite der Jugend zu sein. Also gab der Gesandte Allahs ﷺ ihrer Meinung nach und folgte der Meinung der Mehrheit. Dieser Vorfall zeigt also, dass er sich der Meinung der Mehrheit beugte und nach ihrer Meinung handelte und seine eigene Ansicht sowie die der angesehenen Gefährten zurückstellte, weil sie in der Minderheit waren. Als die Leute dann Reue zu zeigen begannen und sagten: „Wir haben den Gesandten Allahs ﷺ gezwungen, unserer Meinung zu folgen, und wir haben dazu kein Recht“, gingen sie zu ihm ﷺ und sagten:
We also find that the Messenger on the day of the battle of Uhud brought together the people of opinion from those amongst the Muslims and those who pretended to be Muslims and then they consulted each other. The Prophet took the opinion that they should take refuge in Madina and force the Quraysh to stay outside. The head of the Munafiqin (hypocrites) ‘Abdullah ibn Ubay ibn Salul was of this opinion. And this was the opinion of the senior companions. The opinion of the zealous youth who had not witnessed Badr was to go out to confront the enemy. The majority then appeared to be on the side of the youth. So the Messenger of Allah yielded to their opinion and followed the opinion of the majority. So this incident indicates that he gave in to the opinion of the majority and acted according to their opinion and he left his own opinion and that of the senior companions because they were the minority. So when the people began to regret and said: “We have forced the Messenger of Allah to follow our opinion and we do not have that right.” They went to him and said:
„Wir haben dich gedrängt, doch haben wir dieses Recht nicht. Wenn du möchtest, kannst du (in Madinah) bleiben. Möge Allah dich segnen.“ [Reported by Alhakim in his mustadrak]
“We have compelled you but we do not have that right. If you wish you may remain (in Madinah). May Allah bless you.” [Reported by Alhakim in his mustadrak]
Der Prophet ﷺ lehnte ihre Bitte ab, zu seiner Meinung und der der älteren Gefährten zurückzukehren, und er bestand weiterhin darauf, der Meinung der Mehrheit Folge zu leisten.
The Prophet refused their request to go back to his opinion and that of the senior companions and he continued to insist on compliance with the opinion of the majority.
Doch sehen wir ihn auch bei Badr, wo er der richtigen Meinung folgte und sich mit einer einzigen Meinung zufriedengab, als er erkannte, dass sie zutreffend war. Als der Gesandte Allahs ﷺ und die Muslime mit ihm am nächstgelegenen Brunnen von Badr Halt machten, gefiel al-Habbab ibn al-Mundhir dieser Ort nicht. Er sagte zum Propheten ﷺ:
However, we see him also in Badr where he complied with the correct opinion and he was satisfied with a single opinion when he found the opinion to be true. When the Messenger of Allah and the Muslims with him came down at the nearest spring of Badr, al-Habbab ibn al Munzir did not like that place. He said to the Prophet :
„O Gesandter Allahs! Hat Allah dir eingegeben, diesen Ort zu wählen, bei dem wir kein Mitspracherecht haben, oder ist es eine Meinung, eine Kriegslist und Strategie?“ Der Prophet ﷺ antwortete: „Es ist eine Meinung, eine Kriegslist und Strategie.“ Da sagte er: „O Gesandter Allahs! Dies ist kein guter Ort.“ Dann zeigte er auf einen anderen Ort. Der Prophet ﷺ und diejenigen, die bei ihm waren, zögerten nicht und folgten der Meinung al-Habbābs. [Dalail AnNubuwa LiBayhaqi]
“O Messenger of Allah. Has Allah inspired you to choose this spot over which we have no say or is it an opinion, war and strategy?” The Prophet replied: “It is a matter of opinion, war and strategy.” So he said: “O Messenger of Allah. This is not a good place.” Then he pointed to another place. The Prophet and those with him lost no time in following the opinion of alHabbab” [Dalail AnNubuwa LiBayhaqi]
In diesem Hadith äußerte der Prophet ﷺ seine eigene Meinung und berief sich nicht auf die Meinung der Mehrheit, sondern folgte der richtigen Ansicht. Er war damit einverstanden, sie von einer einzelnen Person zu übernehmen, bei einer Angelegenheit, die der Gesandte ﷺ selbst als „eine Frage der Meinung, des Krieges und der Strategie“ bezeichnet hatte. Dann finden wir den Gesandten ﷺ bei der Expedition (Ghazwa) von Hudaybiya, wie er allein an seiner Meinung festhielt und die Meinung von Abu Bakr und ‘Umar zurückwies. Darüber hinaus wies er die Meinung der Muslime zurück und zwang sie, seiner Meinung zu folgen, trotz ihres Zorns und ihrer Beschwerden. Er sagte zu ihnen:
In this hadīth the Prophet left his opinion and he did not refer to the opinion of the majority but followed the correct opinion. He was content to adopt it from one person about a subject the Messenger himself said was: “a matter of opinion, war and strategy.” Then we find the Messenger in the expedition (ghazwa) of Hudaybiya that he stuck to his opinion single handily and he rejected the opinion of Abu Bakr and ‘Umar. Furthermore, he rejected the opinion of the Muslims and forced them to comply with his opinion despite their anger and grievances. He told them:
„Ich bin der Gesandte Allahs ﷺ. Ich werde Ihm nicht ungehorsam sein, und Er wird mich nicht im Stich lassen.“ [Reported by Bukhari on Behalf of AlMusoor bin Makhrama]
“I am the Messenger of Allah . I will not disobey Him, and He will not neglect me.” [Reported by Bukhari on Behalf of AlMusoor bin Makhrama]
Aus diesen vier Ahadith ergibt sich, dass der Gesandte an seiner Meinung allein festhielt und alle anderen Meinungen zurückwies. Wir finden ihn aber auch dabei, wie er auf die richtige Meinung verwies und die Meinung einer einzelnen Person annahm, während er seine eigene Meinung aufgab und überhaupt nicht auf die Meinung der Menschen einging. Ebenso finden wir ihn, wie er der Mehrheitsmeinung folgte und eine Aussage traf, die darauf hinweist, dass auf die Meinung der Mehrheit zu verweisen ist und ihr nicht widersprochen werden darf. Wenn wir diese Ahadith und den Kontext, in dem sie überliefert wurden, genau betrachten, finden wir, dass der Prophet ﷺ auf den Beweis der Scharia verwies, nämlich auf die Offenbarung (Wahy) in Hudaibiya, dass er bei der Schlacht von Badr auf die richtige Meinung verwies, bei Uhud jedoch auf die Mehrheit, und wir finden auch, dass er den Meinungen von Abu Bakr und ʿUmar nicht widersprach. Die Handlungen und Aussagen des Propheten ﷺ lassen sich in drei Situationen zusammenfassen: Erstens, dass er sich auf die Stärke des Beweises bezieht, so wie sie der Ableitende wahrnimmt, und nicht so, wie die Menschen sie wahrnehmen. Zweitens, dass er sich auf das bezieht, was richtig ist, unabhängig von der Meinung der Mehrheit, und ihr überhaupt keine Beachtung schenkt. Drittens, dass er sich auf die Mehrheitsmeinung bezieht, unabhängig davon, ob sie richtig war oder nicht, und dabei den Aspekt der Richtigkeit völlig außer Acht lässt.
From these four ahadīth we find that the Messenger held on to his opinion solely and rejected all other opinions, We also find him referring to the correct opinion and adopting the opinion of a single person alone whilst leaving his own opinion and not referring to the opinion of the people at all. We also find him complying with the majority opinion and making a statement which indicates that the opinion of the majority should be referred to and not opposed. If we scrutinise these ahadīth and the context in which they came we find that the Prophet referred to the Sharī’ah evidence, that is, the wahy (revelation) in Hudaybiya and that he referred to the correct opinion in the battle of Badr but referred to the majority in Uhud, and we also find him not objecting to the opinions of Abu Bakr and ‘Umar. The Prophet’s action and sayings can be summed up in three situations: First, referring to the strength of the evidence as perceived by the one who deduces from it and not how the people perceive it. Second, referring to what is the correct irrespective of the opinion of the majority and not even giving it any consideration at all. Third, referring to the majority opinion regardless of whether it was right or not, infact neglecting the aspect of rightness completely.
Wenn wir diese drei Regeln, die aus dem Handeln und den Worten des Propheten ﷺ abgeleitet wurden, auf die Wirklichkeit der bestehenden Meinungen in der Welt anwenden, finden wir Folgendes:
„Ich bin der Gesandte Allahs ﷺ. Ich werde Ihm nicht ungehorsam sein, und Er wird mich nicht im Stich lassen.“ [Reported by Bukhari on Behalf of AlMusoor Bin Makhrama]
“I am the Messenger of Allah . I will not disobey Him and He will not neglect me.” [Reported by Bukhari on Behalf of AlMusoor Bin Makhrama]
Die Beweisquelle der Scharīʿa sind allein der Koran und die Sunna, und alles, was der Koran und die Sunna als Beweis anzeigen, denn dies ist der Gegenstand, auf den sich das Gebot oder Verbot Allahs bezieht. Die Stärke des Beweises richtet sich nicht danach, was die Menschen wahrnehmen oder wie sie ihn definieren und verstehen. Vielmehr richtet sich die Stärke des Beweises allein nach dem, was derjenige, der daraus ableitet (mustadill), ihm entnimmt, selbst wenn dieses Verständnis der Ableitung und diese Definition seine eigenen sind, sofern er sich dabei nur auf den Anschein eines Beweises (shubhat dalīl) stützte. Dies deshalb, weil die Stärke des Beweises (quwwat al-dalīl) bei den Menschen verschieden ist, aufgrund ihrer unterschiedlichen Wahrnehmung der Beweisquelle der Scharīʿa selbst und aufgrund der Art und Weise, wie sie die arabische Sprache und die Scharīʿa verstehen. Die Stärke des Beweises bedeutet nicht allein die Stärke (Authentizität) eines Ḥadīth. Vielmehr ist die Stärke des Beweises, sei es der Koran oder die Sunna, im Hinblick auf die Bedeutung (dirāya), die Überlieferung (riwāya), das Verständnis (fahm) und die Betrachtung (iʿtibār) zu verstehen, und darüber besteht unter den Muslimen kein Unterschied.
The Sharī’ah evidence is the Qur’ān and Sunnah only and whatever the Qur’ān and Sunnah indicate as an evidence because it is the matter upon which the order or prohibition of Allah applies. The strength of the evidence is not what the people perceive or what they define and understand it to be. Rather, the strength of the evidence is only according to what the one who educes (mustadill) it , even if this sense of deduction was his own understanding and the definition was his own, as long as he relied on the semblance of an evidence (shubhat dalīl). This is because the quwwa addalīl (strength of the evidence) differs among people due to their disparate perceptions of the Sharī’ah evidence itself and due to the manner in which they understand the Arabic language and the Sharī’ah. The strength of the evidence does not mean the strength (authenticity) of the hadīth only. Rather, the strength of the evidence, whether it be the Quran or the Sunnah, is in terms of the meaning (diraya), narration (riwaya), understanding (fahm) and consideration (i’tibar) and there is no difference among the Muslims about this.
Zweitens: Die Meinung, die auf eine Denkweise über einen Gegenstand hinweist, wird unter dem Gesichtspunkt dessen, was richtig ist, abgewogen, zum Beispiel bei der Frage der Wiederbelebung (des Islam). Wird sie durch eine geistige Erhebung oder durch eine wirtschaftliche verwirklicht? Oder ist die internationale Lage einem bestimmten Staat oder einem anderen günstig gesinnt? Ist die innere und äußere Lage geeignet, politische Handlungen oder militärische Handlungen zusätzlich zur politischen Aktion zu unternehmen, oder sind sie nicht geeignet? Bei all diesen Dingen ist die richtige Meinung gemeint. Denn welcher Kategorie sie auch angehören mögen, sie fallen unter das Wort des Gesandten:
„Es ist eine Frage der Meinung, des Krieges und der Strategie.“
“It is a matter of opinion, war and strategy.”
Die richtige Meinung wird ebenso bezeichnet, wie der Prophet ﷺ sich auf die Meinung von al-Habbab ibn al-Munzir bezog. Al-Habbab kannte jenen Ort gut, daher bezog sich der Prophet ﷺ auf dessen Erfahrung. Deshalb wird in der fachlichen Meinung auf die richtige Meinung verwiesen.
The correct opinion is referred to just as the Prophet referred to the opinion of al-Habbab ibn al-Munzir. Al-Habbab was familiar with that place, so the Prophet referred to his experience. Therefore, in the technical opinion reference is made to the correct opinion.
Drittens – Bei einer Meinung, die zu einer Handlung führt, wird die Meinung der Mehrheit bevorzugt. Denn er ﷺ folgte bei Uhud der Meinung der Mehrheit und zog aus Madina hinaus, obwohl er diese Meinung für falsch hielt. Ebenso vertraten die älteren Gefährten eine gegensätzliche Ansicht, weil sie die Meinung des Propheten ﷺ teilten, dass sie in Madina bleiben sollten. Dennoch handelte der Prophet ﷺ entsprechend dieser Meinung, aus Madina hinauszuziehen, weil die Mehrheit diese Ansicht vertrat. Daher verdeutlicht dieses Handeln des Gesandten Allahs ﷺ die Bedeutung seiner Aussage gegenüber Abu Bakr und ‘Umar:
Thirdly – In case of the opinion which leads to undertaking an action, the opinion of the majority is preferred. Because he complied with the majority opinion in Uhud and he went outside of Madina even though he saw this opinion as mistaken. Likewise, the senior companions took a contrary view because they held the Prophet’s view that they should remain in Madinah. Despite this the Prophet acted according to this opinion which was to go outside Madinah because the majority were of this opinion. So this action of the Messenger of Allah clarifies the meaning of his statement to Abu Bakr and ‘Umar :
„Wenn ihr beide euch auf eine Mashura einigt, werde ich dem nicht widersprechen.“ [Reported by Ahmad on behalf of Ibn Ganam AlAsha’ri]
“If both of you agree on a mashura, I will not go against it.” [Reported by Ahmad on behalf of Ibn Ganam AlAsha’ri]
Dies betrifft die Meinung in derselben Kategorie wie im Fall von Uhud, also eine Meinung, die zur Durchführung einer Handlung führt. Bei jeder Meinung, die zur Durchführung einer Handlung führt, wird daher die Mehrheit vorgezogen, etwa bei der Wahl eines Anführers, bei der Absetzung eines Statthalters (wali) oder bei der Entscheidung über ein Vorhaben usw. Es ist verpflichtend, dass die Mehrheitsmeinung angenommen wird, und sie ist bindend, unabhängig davon, ob sie richtig oder falsch war.
This is regarding the opinion over the same category as in the case Uhud that is, an opinion which leads to the undertaking of an action. So in any opinion which leads to the undertaking of an action, the majority is preferred such as in the election of a leader, or the removal of a governor (wali) or to decide on a project etc. It is incumbent that the majority opinion be adopted and that is binding irrespective of whether it was right or wrong.
Nach der Anwendung der Belege auf die Wirklichkeit der Meinungen in der Welt wird deutlich, dass die bindende Meinung, d. h. diejenige, bei der die Mehrheit bevorzugt wird, zur selben Kategorie gehört wie im Fall von Uhud. Sie fällt unter das „al-mashura“, das in seinem Ausspruch erwähnt wird: „Wenn ihr beide über eine Beratung übereinkommt...“ Es ist die Meinung, die zur Ausführung einer Handlung führt. Alles darüber hinaus ist nicht bindend, und es ist nicht verpflichtend, aufgrund der Ansicht der Mehrheit zu handeln. Somit ist die bindende Meinung, also diejenige, bei der die Mehrheitsmeinung bevorzugt wird, auf eine Art von Handlungen beschränkt, die in der Welt existieren, nämlich auf die Meinung, die die auszuführende Handlung erörtert. Durch diese Anwendung wird ferner deutlich, dass bei der Sharī'ah-Regel und bei der Meinung, die zu einem Gedanken oder einer fachlichen Angelegenheit führt, in beiden Fällen der Mehrheitsmeinung keine Beachtung geschenkt wird. Bei der Sharī'ah-Regel wird allein die Stärke des Beleges berücksichtigt. Und bei der Meinung, die zu einem Gedanken oder einer fachlichen Angelegenheit führt, also bei der Art von Meinung, die Krieg oder Strategie betrifft, wird allein die richtige Meinung beachtet und nichts anderes.
After the application of the evidences on the reality of opinions in the world it becomes clear that the binding opinion i.e, in which the majority is preferred, is of the same category as in the case of Uhud. It falls under the ‘al-mashura’ mentioned in his saying: “If both of you agree on a mashura...” It is the opinion which leads to the undertaking of an action. Anything besides that is not binding and it is not obligatory to act upon based on the view of the majority. Thus, the binding opinion that is, in which the majority opinion is preferred, is restricted to one type of the actions that exist in the world which is the opinion that discusses the action which needs to be performed. Due to this application it also becomes clear that for the Sharī’ah rule and the opinion which leads to a thought or a technical matter no attention is given to the majority opinion in both cases. For the Sharī’ah rule, only the strength of the evidence is taken into account. And in the opinion which leads to a thought or technical matter i.e, which is of the type of opinion, war or strategy, only the correct opinion is given attention and nothing else.
„Es ist eine Frage der Meinung, des Krieges und der Strategie“,
“It a matter of opinion, war and strategy,”
ist ebenfalls ein Beweis.
is also an evidence.
Nun bleibt noch eine Frage: Wer soll entscheiden, was richtig ist, und wessen Meinung als die vorherrschende gelten soll? Wir haben dargelegt, dass in den Regeln der Sharī’ah die quwwat al-dalīl (Stärke des Beweises) Vorrang hat, und dass bei einer Meinung, die zu einer Handlung führt, die Ansicht der Mehrheit Vorrang hat. Bei einer Meinung, die zu einer Erkenntnis führt, also bei fachlichen Fragen und Begriffsbestimmungen, hat in all diesen Fällen die richtige Meinung Vorrang. Es bleibt uns noch zu klären, wer die richtige Meinung darlegen wird und wessen Meinung vorherrschend sein wird. Die Antwort lautet: Derjenige, der die richtige Meinung als überwiegend bestimmt, ist derjenige, der für die betreffende Angelegenheit zuständig ist; er ist derjenige, der die Menschen anführt, also ihr Anführer, da er es ist, der die Aufgabe übernimmt, das Volk zu beraten. Wenn die Gemeinschaft sich untereinander berät, geschieht dies nur, um zu einer Meinung zu gelangen, nach der dann gehandelt werden soll. Damit die Gemeinschaft gemeinsam danach handeln kann, bedarf es eines Anführers über sie; daher soll allein er die Befugnis über die Angelegenheit haben, zu der die Beratung stattfindet. Derjenige, der die richtige Meinung als überwiegend festlegt, soll allein der sein, der die Menschen anführt. Der Beweis dafür ist der Vers, der besagt:
One issue still remains; who will be the one to expound what is right and that his opinion is considered to be the preponderant? We have explained that in the Sharī’ah rules the quwwa addalīl (strength of the evidence) is preferred, and in the opinion which leads to an action, the view of the majority is preferred. And that in the opinion which leads to a thought, the technical matters and questions of definition, in all these matters the correct opinion is preferred. It remains for us to identify who will expound the right opinion and whose opinion will be preponderant. The answer is that the one who outweighs the correct opinion is the one who has jurisdiction over the matter in question, he is the one who leads the people that is, their leader, since he is the one who assumes the task of consulting the people. When the community consults each other, it only does that to reach an opinion so as to proceed according to it. To proceed according to it as a community it becomes necessary to have a leader over them so only he should have the authority over the matter for which the consultation takes place. The one to outweigh the correct opinion should be only him, the one who leads the people. The evidence for this is the verse which states:
„Und berate dich mit ihnen in der Angelegenheit. Und wenn du dich entschlossen hast, so vertraue auf Allah." [TMQ aal-Imrān: 159]
“And consult them in the matter. Then when you have taken a decision, put your trust in Allah” [TMQ aal-Imrān: 159]
So die Schura wurde vom Gesandten ﷺ durchgeführt, und er war der Anführer der Muslime. Allah ﷻ gab ihm das Recht, zu entscheiden und das umzusetzen, was er nach der Beratung beschließt, also das, was er als richtig ansieht. Er war derjenige, der abwog, was richtig ist. Ebenso verhält es sich mit jedem Anführer eines Volkes, denn dies ist nicht etwas Besonderes für den Gesandten ﷺ, sondern allgemein für alle Muslime. Das liegt daran, dass die Rede des Gesandten ﷺ eine Rede an seine Umma ist, solange kein Beleg vorliegt, der sie auf ihn allein beschränkt. Und hier gibt es keine Belege, die sie spezifisch für den Gesandten ﷺ machen. Daher ist sie allgemein (ʿāmm).
So the shura was performed by the Messenger and he was the leader of the Muslims. Allah gave him the right to decide, to implement what he decides after the consultation i.e, what he views as being correct. So he was the one who outweighed what was correct. Likewise, it is the same situation with any leader of a people because this is not special to the Messenger but general to all Muslims. This is because the speech of the Messenger is a speech to his Ummah as long as there is no evidence to specify it to him. And here there are no evidences to make it specific to the Messenger . So it is general (‘aam).
Wenn die Gemeinschaft keinen Anführer hat und sie jemanden auswählen möchte, der das Recht haben soll, die richtige Meinung zu bevorzugen, dann sollte die Gemeinschaft nur eine einzige Person wählen, damit diese das Recht hat, die richtige Meinung zu bevorzugen. Die Gemeinschaft darf nicht mehr als eine Person wählen. Dies liegt daran, dass das Bevorzugen der richtigen Meinung nicht von mehr als einer Person vorgenommen werden kann. Zwar könnte die Mehrheit die richtige Meinung vertreten, und die richtige Meinung könnte eher bei zwei Personen als bei einer liegen, doch die Frage ist nicht, bei wem die richtige Meinung liegt, sondern wer die richtige Meinung bevorzugt. Ist es eine Person oder sind es zwei? Das kann für die Mehrheit nicht gelten, denn der Mehrheit zu folgen steht im Gegensatz dazu, der richtigen Meinung zu folgen. Es sind zwei gegensätzliche Sachverhalte. Daher wird der Mehrheit gefolgt, unabhängig von der richtigen Meinung, und der richtigen Meinung wird gefolgt, unabhängig von der Mehrheit.
As for when the community does not have a leader and it wishes to select some one who will have the right to outweigh the correct opinion. In this situation the community should choose a single person only so that he will have the right to outweigh the correct opinion. The community is not allowed to choose more than one person. This is because outweighing the correct opinion cannot be undertaken by more than one person. Indeed the majority might state the correct opinion and the correct opinion might lie more with two persons as opposed to one but the issue is not the possibility of with whom the correct opinion lies rather who will outweigh the correct opinion. Is it one person or two? That cannot be possible for the majority, because following the majority (opinion) is contrary to adopting the correct opinion. They are two opposite issues. Thus, the majority is adhered to irrespective of the correct opinion, and the correct opinion is adhered to irrespective of the majority.