21.9 Die geschützte Person (al-musta'min)
21.9 The Protected Person (al-m'ustamin)
Der „Musta'min“ mit einem Kasra unter dem Mim ist derjenige, der um Sicherheit bittet. Er ist derjenige, der mit einer Sicherheit in die Heimat eines anderen eintritt, also derjenige, der mit einer Sicherheit in das Land eines anderen einreist, unabhängig davon, ob er Muslim oder Kriegsgegner ist. Wenn der Muslim mit einer Sicherheit in die Kriegsheimat (Dar al-Harb) eintritt, ist es ihm verboten, sich ihnen in irgendetwas zu widersetzen, da die Muslime an ihre Bedingungen gebunden sind. Verlässt er das Land mit irgendeinem ihrer Besitztümer, die er nicht mit Gewalt genommen hat, etwa indem er sie durch List oder Diebstahl an sich brachte, so ist sein Besitz dieser Güter ein verbotener Besitz, und er muss sie als Sadaqa geben. Hat er dagegen etwas mit Gewalt an sich genommen, so wird es ihnen zurückgegeben, da die gewaltsame Wegnahme dem Geschädigten gesichert ist; es wird ihm zurückgegeben, unabhängig davon, ob er ein Ungläubiger oder ein Muslim war. So wie der Eintritt eines Muslims in das Land des Unglaubens mit einer Sicherheit erlaubt ist, ist es dem Kriegsgegner erlaubt, mit einer Sicherheit in das Land der Muslime einzutreten. Der Gesandte Allahs ﷺ hat den Ungläubigen am Tag der Eroberung Makkas tatsächlich Sicherheit gewährt und gesagt:
The “M'ustamin” with a “kasra” in the “meem” is the one seeking security. He is the one entering the homeland of another with a security i.e. the one who enters another’s country with a security whether he was a Muslim or belligerent. If the Muslim enters the war homeland (Dar al-Harb) with a security, it is forbidden for him to oppose anything from them as Muslims are bound by their conditions. If he leaves with anything of their property which he did not take by force such as he took by guile or theft, his possession of these is a forbidden ownership and he must give them as sadaqa. Whereas if he seizes by force, it is returned to them since seizure by force is ensured for the one seized from; it is returned to him whether he was a disbeliever or a Muslim. Just as a Muslim’s entry into the kufr land is allowed with a security, the belligerent is allowed to enter the Muslims’ land with a security. The Messenger of Allah (saw) did give security to the disbelievers on the day of the conquest of Makkah and said:
„Wer seine Tür schließt, ist in Sicherheit“ (überliefert von Muslim).
“Whoever closes his door is safe” (narrated by Muslim).
Er gewährte den Gesandten der Polytheisten Sicherheit und untersagte den Verrat an demjenigen, dem Sicherheit gewährt wurde. Von Abu Said, der sagte: Der Gesandte Allahs ﷺ sagte:
He guaranteed security to the envoys of the polytheists and forbade betrayal of the one given security. From Abu Said who said: The Messenger of Allah (saw) said:
„Am Tag des Gerichts wird für jeden Verräter eine Fahne gehisst, entsprechend dem Ausmaß seines Verrats. Und es gibt keinen Verräter von größerem Verrat als den Anführer der Massen.“ (überliefert von Muslim)
“There is a flag for each betrayer on the Day of Judgement raised according to his betrayal. And there is no betrayer of greater betrayal than the leader of the masses” (narrated by Muslim).
Doch dem Kriegführenden mit einem Schutzvertrag (Aman) ist es nicht gestattet, jahrelang im Land der Muslime zu wohnen. Ihm wird Schutz für einen Monat oder zwei oder mehr gewährt, aber nicht für mehr als ein Jahr. Erhält er einen uneingeschränkten Schutz ohne festgelegte Frist, so gilt nach der üblichen Regelung ein Jahr, denn es ist ihm erlaubt, ein Jahr lang im Islamischen Staat ohne Jizya zu wohnen; daher wird ihm ein Jahr gewährt. Überschreitet er dies, so wird ihm die Wahl gelassen, entweder zu bleiben und zur Zahlung der Jizya verpflichtet zu werden, oder das Dar al-Islam zu verlassen. Bleibt er nach einem Jahr, so gilt, dass er die Jizya akzeptiert hat, und die Dhimma wird ihm auferlegt, sodass er zum Dhimmi wird und die Jizya von ihm erhoben wird, denn es ist einem Ungläubigen nicht erlaubt, ohne Jizya im islamischen Land zu bleiben. Die fällige Jizya entfällt für ihn, und die Dhimma wird ihm verbindlich auferlegt. Verlässt er am Ende des Jahres oder vorher das Land, so wird keine Jizya für ihn fällig. Verlässt er das Land, so erlischt sein früherer Schutzvertrag, sodass er, wenn er ein zweites Mal einreisen möchte, einen neuen Schutzvertrag benötigt.
However the belligerent with a security is not enabled to dwell in the Muslims’ land for years. He is given security for a month or two or more but is not given for more than one year. If he is given an unrestricted security without a determined period, the convention is a year as it is allowed for him to reside in the Islamic State without jizyah so he is given a year. If he exceeds this, he is given a choice between residence and being compelled with the jizyah or leaving Dar al Islam. If he stays after a year, it is considered that he accepted the jizyah and the dhimmah is imposed upon him so he becomes a dhimmi and jizyah is taken from him because it is not permitted for a disbeliever to remain in the Islamic land without jizyah. The jizyah due falls from him and the dhimmah becomes compelled upon him. If he leaves at the end of the year or before it, jizyah does not fall due from him. If he leaves, his previous security is invalidated so if he wishes to enter a second time he requires a new security.
Die Unterstützung des Musta'min ist dem Khalifen geboten, solange er sich im Dar al-Islam aufhält, daher ist seine Stellung wie die der Leute des Dhimmah. Begeht der Musta'min etwas, wofür eine Strafe fällig wird, so werden alle Strafen gegen ihn verhängt wie gegen die Leute des Dhimmah, mit Ausnahme der vorgeschriebenen Strafe für Alkoholkonsum. Denn das Dar al-Islam ist der Ort, an dem die Vorschriften der Scharia durchgesetzt werden, daher gelten die Vorschriften der Scharia für alle, die sich darin befinden, unter den Muslimen, den Dhimmis oder den Musta'mineen. Der Gesandte Allahs ﷺ schrieb an den Bund von Najran, und sie waren Christen:
Supporting the musta’min is obliged upon the Khalifah as long as he is in Dar al-Islam, so his rule is like the rule of the people of dhimmah. If the musta’min commits what obliges a punishment, all punishments are undertaken against him like the people of dhimmah except the obligatory punishment of alcohol as the Dar al-Islam is the place for enforcing the Shari’ah rules so the Shari’ah rules are enforced upon everyone within it among Muslims, dhimmis or musta’mineen. The Messenger of Allah (saw) wrote to the pledge of Najran and they were Christians:
„Wahrlich, wer dir die Treue gelobt, indem er Ribā (Zinsgeschäfte) praktiziert, dem steht kein Schutz (Dhimmah) zu.“
“Verily whoever pledges allegiance to you upon riba, there is no dhimmah for him.”
Riba gehört zu den islamischen Rechtsbestimmungen, und dass der Gesandte Allahs ﷺ von den Schutzbefohlenen (Ahl adh-Dhimma) kein Pfand für Riba nahm, ist ein Beleg dafür, dass die Vorschriften anzuwenden sind. Auch der Musta'min wird im Umgang wie ein Dhimmi behandelt.
Riba is from the Islamic rules so the Messenger’s implementation of no pledge upon riba from the people of dhimmah is an evidence for commanding with the rules, and the musta’min is dealt with the dealing of the dhimmi.
Die islamische Persönlichkeit Bd. 2, 193
The Islamic Personality Vol 2 193
Wenn der Musta'min für sich selbst eine Sicherheit (Amān) in Anspruch nimmt, ist diese Sicherheit auch eine Sicherheit für sein Eigentum bei ihm, selbst wenn er keine Sicherheit dafür beantragt hat. Sein Eigentum ist somit geschützt, ebenso wie sein Körper, und der Muslim ist zum Ersatz des Wertes seines Alkohols und Schweins verpflichtet, falls er diese vernichtet hat. Das Blutgeld ist ihm auferlegt, wenn er versehentlich tötet, und er wird getötet, wenn er vorsätzlich tötet. Es ist geboten, sich davon fernzuhalten, dem Musta'min zu schaden, und Verleumdung hinter seinem Rücken ist verboten, da er so behandelt wird, wie der Dhimmi behandelt wird. Stirbt der Musta'min im Dar al-Islam und befinden sich seine Erben im Dar al-Harb, so wird sein Eigentum bewahrt, und es wird ein Nachweis eingeholt, sei es von den Muslimen oder von den Leuten des Dhimmah, da es geschütztes Eigentum ist; es wird daher seinen Eigentümern übergeben, die ihn beerben. Kurz gesagt: Allen, die von den Muslimen um Sicherheit bitten, ist es den Muslimen erlaubt, ihnen Sicherheit zu gewähren, aufgrund der Aussage Allahs:
If the musta’min takes a security for himself, this security is (also) a security for his property with him even if he did not take a security for it. So his property is protected as is his body and the Muslim ensures the value of his alcohol and pig if he destroyed them. Blood money is obliged upon him if he kills accidentally and he is killed for him if he kills him deliberately. It is obligatory to abstain from harming the musta’min and backbiting behind him is forbidden since he is dealt with like the dhimmi is dealt with. If the musta’min dies in Dar al-Islam and his heirs are in Dar al-Harb, his property is preserved and the evidence is taken whether from the Muslims or the people of dhimmah as it is protected property so it is handed over to its owners who inherit him. In short all who request security y from Muslims, it is allowed for the Muslims to give them security due to Allah’s statement:
„Und wenn einer der Götzendiener dich um Schutz bittet, so gewähre ihm Schutz, bis er die Rede Allahs vernommen hat, und bringe ihn dann an seinen sicheren Ort.“ [TMQ 9:6]
“If any one of the polytheists seek protection then protect him until he hears the speech of Allah then lead him to his place of safety” [TMQ 9:6]
Und weil die Sicherheit (dhimmah) und der Bund (ʿahd) gewährt wird, sagt der Gesandte Allahs ﷺ:
And because the security is giving the dhimmah and covenant and the Messenger (saw) says:
„Das Blut eines jeden Muslims ist gleich, sie sind eine Hand gegen die anderen. Der Schutz, den der Geringste unter ihnen gewährt, gilt für sie alle“ (überliefert von Ibn Majah)
“The blood of every Muslims is equal, they are one hand against others. The asylum offered by the lowest of them in status applies to them (all)” (Narrated by ibn Majah)
Diese Sicherheit ist jedoch an ihre Unterwerfung unter die Regeln des Islam gebunden sowie daran, dass sie die Dschizya entrichten, sobald sie von ihnen fällig wird, aufgrund der Aussage Allahs:
However this security is restricted to their submission to the rules of Islam and by their giving the jizyah when it becomes due from them due to Allah’s statement:
„Bis sie die Dschizya aus eigener Hand entrichten, während sie gedemütigt sind“ [TMQ 9:29]
“Until they pay jizyah by their hands while they are humbled” [TMQ 9:29]
d.h. das Töten wird ihnen nicht erlassen, und ihnen wird keine Sicherheit vor dem Töten gewährt, außer wenn sie die Dschizya entrichten und sich den Regeln des Islam unterwerfen. Ihre Annahme der Unterwerfung unter die Regeln des Islam, während sie im Dar al-Islam wohnen, reicht aus, um ihnen Sicherheit zu gewähren. Wenn sie einen Zeitraum verweilen, in dem der Dschihad für sie fällig wird, was ein Jahr ist, werden sie aufgefordert, das Land zu verlassen. Wenn sie sich weigern, dann wird ihnen die Dschizya auferlegt, und sie werden zu Dhimmis.
I.e. killing is not lifted from them nor is they given security from killing except if they give the jizyah and submit to the rules of Islam. Their accepting submission to the rules of Islam while residing in Dar al-Islam is sufficient to provide them security. If they dwell a period for which jihad becomes due from them which is a year, they are requested to leave. If they refuse then jizyah is imposed upon them and they become dhimmis.