2.11 Die Eigenschaften [ṣifāt] Allahs
2.11 The Attributes [sifāt] Of Allah
Vor dem Aufkommen der Scholastiker [Mutakallimūn] war das Thema der Eigenschaften Allahs nicht bekannt; es hatte in keiner der Wissenschaften einen Platz. Der Ausdruck „Sifāt Allah“ [Eigenschaften Allahs] findet sich weder im Edlen Qur'an noch in den Ahādīth. Es ist nicht bekannt, dass einer der Gefährten den Ausdruck „Sifāt Allah“ erwähnt oder darüber gesprochen hätte. Alles, was im Qur'an vorkommt und was die Scholastiker als „Eigenschaften Allahs“ bezeichnen, muss im Lichte Seines Wortes verstanden werden:
Before the emergence of the Scholastics [Mutakallimūn] the issue of Allah's attributes was not known; it did not have a part in any study from amongst the studies. The expression ‘Sifāt Allah’ [attributes of Allah] has not come in the Noble Qur’ān or in the ahādith. It is not known that any of the sahābah mentioned or spoke about the phrase ‘Sifāt Allah’. Everything that has come in the Qur’ān which the Scholastics [Mutakallimūn] say is the ‘attributes of Allah’ must be understood in the light of His saying,
„Preisen sei dein Herr, der Herr der Macht und der Herrlichkeit, über das, was sie Ihm zuschreiben!“ [TMQ Sāāfāt: 180]
“Glorified is your Lord, the Lord of Honour and Power, above what they attribute unto Him!” [TMQ Sāāfāt: 180]
Und Seine Aussage,
And His saying,
„Ihm gleicht nichts“ [TMQ Shurā: 11]
“There is nothing like unto Him” [TMQ Shurā: 11]
Und Seine Aussage,
And His saying,
„Kein Blick vermag Ihn zu erfassen" [TMQ An’ām: 103]
“No vision can grasp Him” [TMQ An’ām: 103]
Die Beschreibung Allahs wird daher allein dem Qur'an entnommen und so, wie sie im Qur'an erwähnt wird. So wird (die Beschreibung Seines) Wissens von Seinem Ausspruch entnommen, wie etwa:
Then the description of Allah is taken only from the Qur’ān and as it is mentioned in the Qur’ān. Thus, (the description of His) knowledge is taken from the like of His saying,
„Und bei Ihm sind die Schlüssel zum Verborgenen; niemand kennt sie außer Ihm. Und Er weiß, was auf dem Land und im Meer ist. Kein Blatt fällt, ohne dass Er es weiß. Es gibt kein Korn in der Finsternis der Erde und nichts Feuchtes oder Trockenes, das nicht in einem deutlichen Buch verzeichnet wäre.“ [TMQ An’ām: 59]
“And with Him are the keys of the unseen, none knows them but He; and He knows whatsoever is in the earth and in the sea. Not a leaf falls, but He knows it. There is not a grain in the darkness of the earth, nor anything fresh or dry, but is written in a Clear Record” [TMQ An’ām: 59]
Und die (Beschreibung seines) Lebens ist dem gleich entnommen, wie es in Seinen Worten heißt:
And the (description of His) life is taken from the like of His saying,
„Allah! Es gibt keine Gottheit außer Ihm, den Lebendigen, den Beständigen und Bewahrenden alles Seienden." [TMQ Baqarah: 255]
Allah! None has the right to be worshipped except He, the Ever living, the One Who sustains and protects all that exists” [TMQ Baqarah: 255]
„Er ist der Ewiglebende, es gibt keinen Gott außer Ihm." [TMQ Fussilat: 65]
“He is the Ever Living, none has the right to be worshipped except He” [TMQ Fussilat: 65]
Die (Beschreibung Seiner) Macht/Fähigkeit [qudrah] wird aus Passagen wie Seinem Ausspruch abgeleitet,
The (description of His) power/ability [qudrah] is taken from the like of His saying,
„Sprich: ‚Er hat die Macht, euch Strafe von oben oder von unter euren Füßen zu senden oder euch mit Zwietracht zu verwirren.‘“ [TMQ An’ām: 65]
“Say: ‘He has power to send torment on you from above or from under your feet, or to bewilder you with dissension’” [TMQ An’ām: 65]
„Sehen sie denn nicht, dass Allah, Der die Himmel und die Erde erschaffen hat, fähig ist, ihresgleichen zu erschaffen?" [TMQ Isrā’: 99]
“See they not that Allah, Who created the heavens and the aerth, is able to create the like of them” [TMQ Isrā’: 99]
Und die (Beschreibung Seines) Gehörs ist abgeleitet von Seiner Aussage, ähnlich der folgenden:
And the (description of His) hearing is taken from the like of His saying,
„Siehe, Allah ist allhörend, allwissend" [TMQ Baqarah: 181]
“Lo! Allah is all-Hearing, All-Knowing” [TMQ Baqarah: 181]
Und die (Beschreibung Seines) Sehens wird aus dem Gleichen entnommen wie Sein Wort:
And the (description of His) seeing is taken from the like of His saying,
Und wahrlich! Allah ist allhörend, allsehend. [TMQ Hajj: 61]
“And verily! Allah is all-Hearer, all-Seer” [TMQ Hajj: 61]
„Er ist der Allhörende, der Allsehende“ [TMQ Fussilat: 20]
“He is the all-Hearer, the all-Seer” [TMQ Fussilat: 20]
Und die (Beschreibung Seiner) Rede ist dem Sinn nach aus Seinem Wort entnommen,
And the (description of His) speech is taken from the like of His saying,
Und mit Musa hat Allah direkt gesprochen [TMQ Nisā’: 164]
“And to Musa Allah spoke directly” [TMQ Nisā’: 164]
„Und als Musa zu der von Uns bestimmten Zeit und an dem von Uns bestimmten Ort kam, redete sein Herr zu ihm." [TMQ Arāf: 143]
“And when Musa came at the time and place appointed by Us, his Lord spoke to Him” [TMQ Arāf: 143]
Und die (Beschreibung von) Seinem Willen [irādah] wird aus Seinem Wort entnommen, wie etwa dem Folgenden,
And the (description of His) Will [irādah] is taken from the like of His saying,
„Er tut, was Er will“ [TMQ Burūj: 16]
“He does what He Wills” [TMQ Burūj: 16]
„Wahrlich, Sein Befehl, wenn Er etwas will, ist nur, dass Er zu ihm sagt: ‚Sei!‘ – und es ist!“ [TMQ Yā Sīn: 82]
“Verily, His Command, when He intends a thing, is only that He says to it,’Be!’ - and it is!” [TMQ Yā Sīn: 82]
„Aber Allah tut, was Er will“ [TMQ Baqarah: 253]
“But Allah does what He Wills” [TMQ Baqarah: 253]
Und die (Beschreibung Seiner) Schöpfung ist dem gleich entnommen, wie Seine Aussage lautet:
And the (description of His) Creation is taken from the like of His saying,
„Allah ist der Schöpfer aller Dinge“ [TMQ Zumar: 62]
“Allah is the Creator of all things” [TMQ Zumar: 62]
„Er hat alles erschaffen und ihm ein bestimmtes Maß bestimmt.“ [TMQ Furqān: 2]
“He has created everything, and ordained for it a measure” [TMQ Furqān: 2]
Diese Eigenschaften werden im Edlen Qur’ān ebenso erwähnt wie andere Eigenschaften, etwa die göttliche Einheit [wahdaniyya] und das ewige Vorherbestehen [qidam]. Unter den Muslimen gab es keinen Unterschied darin, dass Allah (SWT) Einer, Ewig, Lebendig und Mächtig ist, dass Er hört, sieht, spricht, wissend ist und den göttlichen Willen ausübt.
These attributes have been mentioned in the Noble Qur’ān just as other attributes like divine Unity [wahdaniyya] and Eternal Pre-existence [qidam] have been mentioned. There was no difference between the Muslims that Allah is One, Eternal, Living, Able and that He Hears, Sees, Speaks, Knowing and excersing Divine Will.
Als die Philosophen kamen und philosophische Gedanken unter die Muslime drangen, schlichen sich die Meinungsverschiedenheiten der Scholastiker [Mutakallimūn] über die Eigenschaften Allahs ein. Die Mu'tazila sagten: Das Wesen [dhat] Allahs und Seine Eigenschaften sind ein und dasselbe. Somit ist Allah in Seinem Wesen lebendig, wissend und mächtig/fähig. Er besitzt kein Wissen, keine Macht und kein Leben, die außerhalb Seines Wesens bestehen. Denn wäre Allah wissend aufgrund eines Wissens, das außerhalb Seines Wesens liegt, und lebendig aufgrund eines Lebens, das außerhalb Seines Wesens liegt, wie es bei den Menschen der Fall ist, so würde zwangsläufig folgen, dass es eine Eigenschaft [sifa] und etwas gibt, das beschrieben wird [mawsuf], einen Träger [hamil] und das Getragene [mahmul]; und dies ist der Zustand von (körperlichen) Gegenständen/Körpern. Allah aber ist frei von jeglicher körperlichen Vermenschlichung [jasmiyya]. Und wenn wir sagen, die Eigenschaft bestehe für sich selbst, dann gäbe es mehr als ein ewiges, vorexistierendes Wesen, mit anderen Worten mehr als einen Gott. Die Ahl al-Sunnah sagten: „Allah hat ewige Eigenschaften, die in Seinem Wesen bestehen. Sie sind weder Er noch etwas anderes als Er“ (la huwa wala ghairuhu). Dass Er Eigenschaften hat, ergibt sich daraus, dass bewiesen ist, dass Er wissend, lebendig, mächtig usw. ist. Es ist bekannt, dass Wissen, Leben, Macht usw. insgesamt auf eine äußere Bedeutung des Begriffs des notwendig Seienden [Wajib al-wujud] hinweisen. Nicht alle Worte sind bedeutungsgleich. Es kann nicht so sein, wie die Mu'tazila sagen, dass Er wissend ist ohne Wissen und fähig [qadir] ist ohne Macht usw. Dies ist offensichtlich unmöglich, und es ist vergleichbar damit, dass wir sagen, ein Ding sei schwarz ohne jegliche Schwärze. Die Texte haben die Belege für Sein Wissen, Seine Fähigkeit usw. dargelegt. Das Hervorbringen exakter und präziser Handlungen weist auf das Vorhandensein Seines Wissens und Seiner Macht hin und nicht bloß auf eine Bezeichnung als wissend und mächtig. Was seine Eigenschaft der Ewigkeit betrifft, so ist dies darauf zurückzuführen, dass es unmöglich ist, dass neue Dinge in Seinem Wesen existieren. Denn es ist undenkbar, dass ein neues Wesen im Vorexistenten und Ewigen Sein [al-Qadim al-Azali] existieren würde. Was die Eigenschaften betrifft, die in Seinem Wesen bestehen, so liegt dies daran, dass sie zu den notwendigen Dingen gehören, die für die Existenz erforderlich sind. Denn es hat keinen Sinn, die Eigenschaft eines Dinges zu beschreiben, außer wenn sie (die Eigenschaft) in dem Ding existiert. Was die Aussage betrifft, dass die Eigenschaften weder Er noch etwas anderes als Er seien: Die Eigenschaften Allahs sind nicht das Wesen selbst. Denn der Verstand verlangt, dass die Beschreibung bzw. Eigenschaft etwas anderes ist als das beschriebene Ding. Sie ist eine Bedeutung, die außerhalb des Wesens liegt. Da sie eine Eigenschaft Allahs ist und nicht etwas anderes als Allah, ist sie kein Ding, kein Wesen und keine Substanz, sondern lediglich eine Beschreibung des Wesens. Obwohl sie nicht das Wesen Allahs ist, ist sie nicht etwas anderes als Allah. Vielmehr ist sie eine Eigenschaft Allahs. Was die Ansicht der Mu'tazila betrifft: Würde jede Eigenschaft für sich selbst existierend gemacht, so gäbe es mehr als ein vorexistentes Wesen. Dies wäre der Fall, wenn die Eigenschaft ein Wesen wäre. Ist sie jedoch eine Beschreibung des Wesens, so bedeutet die Beschreibung des Wesens durch eine solche Eigenschaft nicht, dass es eine Vielzahl von Wesenheiten gibt. Vielmehr bedeutet es, dass es mehr als eine Beschreibung des einen Wesens gibt. Das hebt Allahs Einzigkeit [wahdaniyyah] nicht auf und bedeutet auch nicht die Vielheit von Göttern. Auf diese Weise haben die Ahl as-Sunna vernunftgemäß bewiesen, dass Allah Eigenschaften besitzt, die von Seinem Wesen verschieden sind, aber nicht etwas anderes als Er sind, denn die Beschreibung ist vom beschriebenen Ding verschieden, aber nicht von ihm losgelöst. Danach erläuterten sie die Bedeutung jeder dieser ewigen Eigenschaften. So sagten sie, die Eigenschaft des Wissens sei die ewige Eigenschaft, welche die mit ihr in Beziehung stehenden gewussten Dinge offenbart, und die Eigenschaft der Macht sei eine ewige Eigenschaft, die die beschlossenen Dinge bewirkt. Und das Leben ist ein ewiges Attribut, das die Gesundheit (ṣiḥḥa) der Lebewesen erfordert. Und Macht (Qudra) ist Vermögen. Das Hören (samʿ) ist ein ewiges Attribut, das sich auf die Dinge bezieht, die gehört werden. Und das Sehen ist ein ewiges Attribut, das sich auf die gesehenen Dinge bezieht. Durch diese besitzt Er ein vollständiges Verständnis, nicht ein solches, das auf Vorstellung oder Täuschung beruht, auch nicht auf dem Wege, durch Empfindung beeinflusst zu werden, noch durch das Ergebnis einer Laune. Der Wille (Irāda) und das Begehren (Mashīʾa) sind beide Ausdrucksformen des Attributs des Lebens, das erfordert, dass eines der bestimmten Dinge (maqḍiyyāt) in einem bestimmten Augenblick eintritt, obwohl das Vermögen (Qudra) über all diese Dinge dasselbe ist. Das Attribut der Rede (Kalām) ist ein ewiges Attribut, das durch die Zusammensetzung ausgedrückt wird, die Qurʾān genannt wird. Allah spricht mit Worten; es ist eines Seiner ewigen Attribute und gehört nicht zur Kategorie der Buchstaben und Laute. Es ist ein Attribut, das dem Schweigen und dem Mangel (ʿĀfa) entgegengesetzt ist. Allah spricht mit diesem Attribut. Mit diesem Attribut befiehlt Er, verbietet Er, unterrichtet Er; und wer befiehlt, verbietet und mitteilt, drückt in sich selbst eine Bedeutung aus.
„Die Vernunft ist Kraft für die Seele und das Verständnis."
'Ration is power for the soul and comprehension',
Welches ihrer Meinung nach bedeutet
Which according to them means
Ein Instinkt, dem das Wissen um die Darurīyāt (selbstverständlich notwendigen Dinge) folgt, wenn die Sinne gesund sind.
'An instinct which is followed by knowledge of daruriyyat (things known by necessity) when the senses are sound.'
Einige von ihnen sagen:
Some of them say:
Der Verstand ist das Wesen, mit dem die verborgenen Dinge mittels Vermittlern (Wasā'it) erfasst werden, und die wahrnehmbaren Dinge durch Sehen.
The mind is the essence with which the unseen things are comprehended using intermediaries [wasait] and perceptible things by seeing'
Sie sagen außerdem:
They also say:
„Der Verstand ist die Seele selbst."
'The mind is the soul itself.'
Wer ein solches Verständnis vom Verstand hat, für den wäre es nicht verwunderlich, sich in diesen Angelegenheiten freien Lauf zu lassen. So ordneten sie theoretisch verschiedene Fragen an und gelangten zu einem Ergebnis, das nicht existierte. Und sie sagten von sich selbst, sie seien mit ihrem Verstand dahin gelangt, dieses Ergebnis zu begreifen. Folglich hatte das rationale Studium für sie keine Grenze, an der es haltmachte. Sie konnten sich in jede beliebige Untersuchung vertiefen und zu Ergebnissen gelangen, die sie ein rationales Studium und rationale Ergebnisse nannten. Daher ist es nicht verwunderlich, dass die Mu'tazila sagten:
The one who carries such an understanding regarding the mind, it would not be strange for him to give himself a free reign in these matters. So they arranged, theoretically, various issues and came out with a result that did not exist. And they said regarding themselves that they came to comprehend this result with their mind. Consequently, the rational study for them did not have a limit at which it stopped. They could dive into any study and arrive at results which they called a rational study and rational results. Therefore, it is not strange that the Mu'tazila would say:
„Dass die Verbindung der ewigen Fähigkeit Allahs mit dem Bestimmten und einem erschaffenen Geschehen die Eigenschaft der qudra (Fähigkeit) zu einer erschaffenen [ḥādith] macht.“
“That connecting the eternal ability of Allah with the decreed and a created incident makes the attribute of qudra (ability) created [haaditha].”
Sie betrachteten das als eine rationale Untersuchung und ein rationales Ergebnis...
They considered that to be a rational investigation and a rational result....
Und die Ahl as-Sunnah sagen zugleich, dass die Verbindung der Fähigkeit Allahs mit der bestimmten Sache die qudra (Fähigkeit) nicht verändert und sie auch nicht zu einem geschaffenen Ding macht. Denn was die qudra geschaffen macht, ist die Veränderung an der qudra selbst und nicht die Veränderung an der bestimmten Sache. Sie hielten dies für eine verstandesmäßige Untersuchung und ein verstandesmäßiges Ergebnis.....Denn der Verstand war ihnen zufolge die Seele oder ein Instinkt, dem das Wissen um Dinge folgt, die man notwendigerweise kennt. Daher erlaubten sie dem Verstand, alles zu untersuchen. Hätten sie die Bedeutung des Verstandes wirklich verstanden, so hätten sie sich nicht in diese mutmaßlichen Untersuchungen und Ergebnisse verstrickt, deren Existenz nicht bekannt ist. Dies waren nur Dinge aus anderen Angelegenheiten, die daraus folgten, und die sie verstandesmäßige Wahrheiten nannten.
And the Ahl as-Sunnah say at the same time that connecting the ability of Allah with the decreed matter does not make the qudra (ability) change and nor does it make it a created thing. This is because what makes the qudra created is change in the qudra and not the change in the decreed matter. And they considered that to be a rational investigation and a rational result.....this is because the mind according to them, was the soul or an instinct followed by knowledge of things known by necessity. Therefore they allowed the mind to investigate everything. Had they truly understood the meaning of the mind they would not have involved in these suppositional investigations and results which are not known to exist. These were just things from other matters which followed and they called these rational truths.
Die Bedeutung des Verstandes ist uns in diesem Zeitalter klar. Wir erkennen, dass wir, solange die Dinge, die der Verstand zur Durchführung einer Untersuchung benötigt, nicht vorhanden sind, nicht von einer vernunftgemäßen Erörterung sprechen können. Und in einem solchen Fall ist es nicht erlaubt, sich selbst die Untersuchung zu gestatten. Wir wissen, dass der Verstand
The meaning of the mind is clear to us in this age. We realise that as long as the things which are necessary for the mind to conduct a study are not available then we cannot call it a rational discussion. And in such a case, it is not allowed to permit ourselves to study. We know that the mind is
„Die Übermittlung der Wirklichkeit über die Sinne an das Gehirn zusammen mit vorhandenen Informationen, die diese Wirklichkeit erklären."
'The transmission of the reality via the senses to the brain with previous information which explains this reality.'
Jede rationale Diskussion setzt vier Dinge voraus: Erstens einen Verstand, zweitens die Sinne, drittens die Wirklichkeit und viertens die vorausgehende Information über diese Wirklichkeit. Fehlt eines dieser vier Dinge, kann überhaupt keine rationale Diskussion stattfinden. Zwar ist es möglich, eine auf Logik gestützte Diskussion zu führen, und es ist möglich, dass Vorstellungskraft und Mutmaßung vorhanden sind. Doch hat all dies keinen Wert, weil es nicht unter das Erfassen des Verstandes fällt noch unter das Erfassen seiner Quelle durch den Verstand. Daher ließen die Scholastiker (Mutakallimūn) aufgrund ihres mangelnden Verständnisses vom Wesen des Verstandes sich in vielen Diskussionen freien Lauf, die nicht sinnlich wahrgenommen werden können; außerdem besaßen sie keine vorausgehende Information darüber.
Every rational discussion must have four things first, a brain, second, the senses, third, the reality and fourth, the previous information relating to this reality. If one of these four things is missing, there can be no rational discussion at all. Even though it is possible to have a discussion based on logic and it is possible for there to be imagination and supposition. None of this has any value, because it does not come under the comprehension of the mind or the mind's comprehension of its source. So the scholastics [Mutakallimūn's] lack of understanding of the meaning of the mind made them give themselves a free reign in many discussions which cannot be sensed, further they did not have any previous information reagarding them.
Was die Scholastiker [Mutakallimūn] betrifft, so unterschieden sie die Methode des Qur'ān nicht von der Methode der Philosophen bei der rationalen Erörterung. Der Grund dafür ist, dass der Qur'ān die Theologie behandelte und die Philosophen ebenfalls die Theologie behandelten. Was die theologische Erörterung der Philosophen betrifft, so untersuchten die Philosophen das absolute Sein und alles, was für sein Wesen notwendig ist. Sie studierten nicht das Universum, sondern das, was jenseits des Universums liegt. Sie begannen, Beweise mit ihren logischen Prämissen aufzustellen, und aus diesen Beweisen gelangten sie zu Ergebnissen. Dann leiteten sie aus diesen Ergebnissen weitere Ergebnisse ab. Sie verfuhren auf diese Weise, bis sie zu dem gelangten, was sie für die Wahrheit dieses Wesens und die Forderung dieses Wesens hielten. Obwohl sie alle in ihrer Untersuchung zu unterschiedlichen Ergebnissen kamen, folgten sie alle einer Methode, nämlich der Erörterung des Übernatürlichen, indem sie Beweise aufstellten, die zu spekulativen Annahmen oder anderen Beweisen führten, und zu Ergebnissen gelangten, die sie für gesichert hielten und an die sie glaubten.
As for the scholastics [Mutakallimūn] not distuinguishing between the method of the Qur’ān from the method of the philosophers in the rational discussion, this is because the Qur’ān discussed theology and the philosophers discussed theology. As for the theological discussion of the philoshopers, it is that the philosphers looked into the Absolute Being and whatever was necessary for its Essence. They did not study the universe but what was beyond the universe. They began to arrange proofs with their logical premises and from these proofs they arrived at results. Then they derived other results from these results. They proceeded in this manner until they arrived at what they considered to be the truth of this Essence and the requirement of this Essence. All of them despite arriving at different results in their study, they followed one method which is the discussion of the supernatural, establishing proofs resulting in speculative assumptions or other proofs and arriving at results they considered definite and believed in.