Ar-Rukhsah bedeutet sprachlich: Erleichterung und Nachsicht.
Ar-Rukhsah linguistically means: Ease and facility.
Gemäß der Terminologie (Istilaah): Die Rukhsah bezeichnet die Ahkaam, die als Erleichterung der 'Azeemah aufgrund eines 'Udhr (Entschuldigungsgrundes) gesetzlich festgelegt wurden. Das Hukm der 'Azeemah bleibt bestehen, während die 'Ibaad (Diener/Menschen) nicht dazu verpflichtet sind, gemäß dem Hukm der 'Azeemah zu handeln.
In accordance to the Istilaah: The Rukhsah represents the Ahkaam that have been legislated as a lightening of the ‘Azeemah due to an ‘Udhr (excuse). The Hukm of the ‘Azeemah remains whilst the ‘Ibaad (servants/people) are not compelled to act in accordance to the Hukm of the ‘Azeemah.
Die Pflicht, den Monat Ramadan zu fasten, ist eine ʿAzīmah, während das Brechen des Fastens durch den Kranken eine Rukhsah ist.
The obligation to fast the month of Ramadhaan is an ‘Azeemah whilst breaking the fast by the sick person is a Rukhsah.
Das Waschen des betreffenden Körperteils (Glied) bei der Wudu’ ist eine ʿAzīmah, während das Abwischen über das verletzte, verwundete oder gebrochene Glied eine Rukhsah darstellt.
Washing the body part (limb) in the Wudoo’ is an ‘Azeemah whilst wiping over the injured, wounded or broken limb represents a Rukhsah.
Das Stehen im Gebet ist eine ʿAzīma, während das Sitzen, wenn man zum Stehen nicht imstande ist, eine Rukhṣa darstellt.
Standing in the prayer is an ‘Azeemah whilst sitting when incapable of standing represents a Rukhsah.
Das Verbot, Aas (al-Maitah) zu essen, ist eine ʿAzīmah, während die Erlaubnis für denjenigen, der aus Not dazu gezwungen ist, es zu essen, eine Rukhsah darstellt.
The prohibition of eating carrion (Al-Maitah) is an ‘Azeemah whilst the permission for the one compelled out of necessity to eat it represents a Rukhsah.
Das Verbot, Khamr zu trinken, ist eine ʿAzīmah, während die Erlaubnis für denjenigen, der aus Not dazu gezwungen ist, es zu trinken, eine Rukhsah ist.
The prohibition to drink Khamr is an ‘Azeemah whilst the permission for the one compelled out of necessity to drink it is a Rukhsah.
Daher ist die ʿAzīmah jene Regelung, deren Gesetzgebung allgemein gilt und nicht einige der Mukallafīn bestimmt, während andere übergangen werden, und die nicht die Wahl bietet, nach ihr zu handeln oder nach etwas anderem als ihr, sondern den Mukallaf dazu verpflichtet, ausschließlich nach ihr zu handeln.
Therefore, the ‘Azeemah is that which its legislation is general and does not specify some of the Mukallafeen whilst ignoring others, and it does not provide the choice of acting by it and acting by something other than it, but rather compels the Mukallaf to work in accordance to it alone.
Während die Rukhsah jene Regelung ist, deren Festlegung außerhalb der gewöhnlichen oder unter außergewöhnlichen Umständen aufgrund eines ʿUdhr (Entschuldigungsgrundes) erfolgt. Ihre Festlegung wird berücksichtigt, wenn der ʿUdhr eintritt, während sie nicht mehr berücksichtigt wird, wenn der ʿUdhr (Entschuldigungsgrund) nicht mehr vorhanden ist. Sie gilt speziell für die Mukallafeen, die allein durch diesen ʿUdhr (Entschuldigungsgrund) gekennzeichnet sind (und nicht auf andere als sie angewendet wird).
This is whilst the Rukhsah is that which its legislation is out of the ordinary or extraordinary circumstances due to an ‘Udhr (excuse). Its legislation is considered when the ‘Udhr comes into being whilst it is not given consideration when the ‘Udhr (excuse) is no longer there. It is specific to the Mukallafeen who are characterised by this ‘Udhr (excuse) alone (and does not apply to other than them).
Damit eine Rukhsah im Sinne der Scharia als solche gelten kann, muss es einen Daleel Shar'iy geben, der auf sie hinweist oder sie anleitet. Was ein Daleel Shar'iy nicht anzeigt, gilt nicht als Rukhsah, denn die Rukhsah ist ein Hukm Shar'iy, den Allah (swt) aufgrund eines Entschuldigungsgrundes ('Udhr) festgelegt hat. Folglich stellt der 'Udhr die Shar'iyah Sabab für den Hukm der Rukhsah dar: Existiert die Sabab, so existiert auch die Rukhsah, und existiert die Sabab (d. h. der 'Udhr bzw. der Entschuldigungsgrund) nicht, so existiert auch die Rukhsah nicht.
For the Rukhsah to be considered as a Rukhsah in accordance to the Shar’a, it must have a Daleel Shar’iy that indicates or guides to it. That which a Daleel Shar’iy does not indicate is not considered to be a Rukhsah as the Rukhsah is a Hukm Shar’iy that Allah (swt) has legislated due to an excuse (‘Udhr). Consequently, the ‘Udhr represents the Shar’iyah Sabab for the Hukm of the Rukhsah; if the Sabab exists so does the Rukhsah and if the Sabab (i.e. the ‘Udhr/excuse) does not exist then the Rukhsah does not exist.
Die Analogie (al-Qiyās) wird nicht mit den Entschuldigungsgründen (ʿUdhr, Pl. ʿAʿdhār) der Erleichterungen (Rukhṣah) gebildet, denn diese sind keine schariatischen Ursachen (ʿIllah, Pl. ʿIlal), sondern lediglich Entschuldigungen, und jede Entschuldigung ist auf ihre spezielle Bestimmung beschränkt. So stellt beispielsweise die Blindheit eine Entschuldigung dafür dar, nicht am Dschihād teilzunehmen, während sie keine Entschuldigung dafür ist, das Gebet (Ṣalāh) oder das Fasten (Ṣawm) zu unterlassen.
Analogy (Al-Qiyaas) is not made with the excuses of the Rukhsah because they are not Shar’iyah ‘Ilal (reasonings) but are rather A’adhaar (excuses) and each ‘Udhr (excuse) is specific to its specific ruling in itself. So for instance blindness represents an ‘Udhr for not partaking in Al-Jihaad whilst it is not an ‘Udhr for leaving the Salaah or the Sawm.
Und die Reise (as-Safar) stellt einen ʿUḏr (Entschuldigungsgrund) für die Verkürzung des Gebets (aṣ-Ṣalāh) dar, doch wird nicht gesagt, dass die Reise ein ʿIlla (Grund der Gesetzgebung) ist, weil sie mit Beschwerlichkeit verbunden ist. Vielmehr ist sie ein ʿUḏr, den Allah Ta’ālā als ʿUḏr angesehen hat, und nicht deshalb, weil sie Beschwerlichkeit mit sich bringt. Daher kann der Musāfir (Reisende) sein Gebet verkürzen, sobald er die festgelegte Reisedistanz für die Verkürzung erreicht – auch dann, wenn er mit dem Flugzeug reist. Der Reisende verkürzt hingegen nicht, wenn er weniger als diese Distanz zurücklegt, selbst wenn er bei der sengenden Hitze der Wüste reist. Denn nicht die Beschwerlichkeit ist der ʿUḏr, der die Erlaubnis (Rukhṣa) zur Verkürzung gegeben hat, sondern der ʿUḏr, der die Rukhṣa zur Verkürzung bewirkt, ist die Reise (as-Safar) in ihrer Beschreibung als Reise, ohne dass dabei auf die Beschwerlichkeit Rücksicht genommen wird. Dasselbe gilt für alle ʿAʿdhār (Entschuldigungsgründe), auf denen die Rukhaṣ (Erleichterungen) aufgrund eines schariatischen Textes beruhen.
And the Safar (travelling) represents an ‘Udhr (excuse) for shortening the Salaah but it is not said that the Safar is an ‘Illah (reason for the legislation) due to there being hardship involved in it. Rather, it is an ‘Udhr which Allah Ta’Aalaa has considered to be an ‘Udhr and not because it involves hardship. As such, the Musaafir (traveller) can shorten his prayer when he meets the specified travelling distance for shortening and even if he is travelling by plane. This is whilst, on the other hand, the traveller does not shorten at less than this distance and even if he is travelling in the severity of the heat of the desert. That is because hardship is not the ‘Udhr that has given the Rukhsah (permission) for shortening but rather the excuse (‘Udhr) that has provided the Rukhsah for shortening is As-Safar (travelling), in its description as travelling, without giving any consideration to the hardship involved. The same applies to all of the A’adhaar (excuses) upon which the Rukhas (special permissions) are built upon by way of a Shar’iy text.