Die Verwendung des Saheeh ʿUrf als Daleel:
Utilising The Saheeh ‘urf As A Daleel:
Die Gelehrten, die sich auf das ʿUrf stützten, erklärten: Das ʿUrf kann ṣaḥīḥ (richtig) und es kann fāsid (verderbt) sein. Das ṣaḥīḥ ist dasjenige, das nicht gegen die Sharīʿa verstößt, während das fāsid dasjenige ist, das gegen die Sharīʿa verstößt. Das fāsid wäre etwa, wenn Familien es gewohnt sind, gemeinsam in den Schwimmbädern zu schwimmen, während Männer und Frauen vermischt sind, oder wenn Frauen ihre Häuser ohne die schariatkonforme Kleidung verlassen, oder wenn Männer und Frauen bei Hochzeiten oder Eid-Feiern gemeinsam in einem einzigen Kreis tanzen. Das ṣaḥīḥ-Ḥʿurf, das nicht im Widerspruch zur Sharīʿa steht, haben einige Gelehrte als einen Daleel (Beweis) betrachtet, dessen sich der Faqīh oder Mujtahid bedient, um zu den Aḥkām (Urteilen) über einige Wirklichkeiten zu gelangen, für die es keinen Text gibt. Es stellt daher nach ihrer Auffassung eine Maṣdar (Quelle) unter den Maṣādir (Quellen) der Gesetzgebung dar, wie al-Qiyās und al-Ijmāʿ. Einige von ihnen haben es als einen Daleel betrachtet, der dazu dient, die Absicht der schariatischen Texte sowie die Ausdrucksweise (al-Alfāẓ) der vertragschließenden Parteien zu verstehen.
The ‘Ulamaa who adopted the ‘Urf stated: ‘The ‘Urf can be Saheeh (correct) and it can be Faasid (corrupted). The Saheeh is that which does not go against the Shar’a whilst the Faasid is that which goes against the Shar’a. The Faasid would be like some families being accustomed to swimming together in the swimming pools whilst the men and women are mixed or women leaving their houses without the Shar’iy dress or like men and women dancing together in a single circle at weddings or Eid celebrations. The ‘Urf As-Saheeh which is not contrary to the Shar’a has been considered by some of the ‘Ulamaa to be a Daleel that the Faqeeh or Mujtahid uses as a guide to arrive to the Ahkaam (rulings) of some of the realities which do not have a text for them. It therefore represents, in their opinion, a Masdar (source) from the Masaadir (sources) of legislation like Al-Qiyaas and Al-Ijmaa’. Some of them have considered it to be a Daleel that is used to guide to understanding the intent of the Shar’iyah texts and from the wordings (Alfaazh) of contracting parties.
Einige von ihnen haben sich außerdem darauf gestützt, um den ‘Aamm (allgemeinen Charakter) einiger Wortausdrücke (‘Ibaaraat) zu spezifizieren (Takhsees), die Mutlaq (unbeschränkten) Ausdrücke zu einschränken (Taqyeed) und es zu einem Hukm (Rechtsurteil) für einige Sachverhalte zu machen, die Aussage einer der streitenden Parteien anzunehmen, wenn für eine von ihnen kein Bayyinah (Beweis durch Zeugen) vorliegt.
Some of them have also relied upon it in order to specify (Takhsees) the ‘Aamm (generalness) of some of the worded expressions (‘Ibaaraat), to restrict (Taqyeed) the Mutlaq (unrestricted) expressions and to make it a Hukm for some of the situations to accept the statements of one of the disputing parties when the Bayyinah (testimonial evidence) is absent from one of them.