Al-Maidah (Detaillierte Gesetzgebung für die Gläubigen) 87 – 108
Al -Maidah ( Detailed Legislation For Believers ) 87 - 108
Gläubige, verbietet euch nicht die guten Dinge, die Gott euch erlaubt hat. Übertretet nicht; Gott liebt die Übertreter nicht. (87)
Believers, do not forbid yourselves the good things God has made lawful to you. Do not transgress; God does not love the transgressors. (87)
Esst von dem, was Gott euch an erlaubten und guten Dingen beschert hat, und fürchtet Gott, an den ihr glaubt. (88)
Eat of what God has provided for you of lawful and wholesome things, and have fear of God in whom you believe. (88)
Gott wird euch nicht zur Verantwortung ziehen für jene eurer Eide, die ihr unbedacht äußert, wohl aber wird Er euch zur Verantwortung ziehen für Eide, die ihr ernsthaft geschworen habt. Die Sühne für den Bruch eines Eides besteht darin, zehn Bedürftige zu speisen, und zwar mit ungefähr derselben Kost, die ihr gewöhnlich eurer eigenen Familie gebt, oder sie zu bekleiden, oder einen Sklaven zu befreien. Wer sich dies nicht leisten kann, soll stattdessen drei Tage fasten. Dies sei die Sühne für eure Eide, wenn ihr geschworen habt [und sie gebrochen habt]. Doch achtet auf eure Eide. So macht Gott euch Seine Offenbarungen deutlich, damit ihr dankbar sein möget.
.ea God will not take you to task for those of your oaths which you may utter without thought, but He will take you to task for oaths which you have sworn in earnest. The breaking of an oath must be atoned for by the feeding of ten needy persons with more or less the same food as you normally give to your own families, or by clothing them, or by the freeing of one slave. He who cannot afford any of these shall fast three days instead. This shall be the atonement for your oaths when you have sworn [and broken them]. But be mindful of your oaths. Thus God makes clear to you His revelations, so that you may give thanks.
(89)
(89)
Gläubige, berauschende Getränke, Glücksspiele, götzendienerische Praktiken und Lospfeile sind Gräuel, die der Satan ersonnen hat. Meidet sie daher, damit ihr erfolgreich seid. (90)
Believers, intoxicants, games of chance, idolatrous practices and divining arrows are abominations devised by Satan. Therefore, turn away from them so that you may be successful. (90)
Satan will nur Feindschaft und Hass unter euch säen durch berauschende Getränke und Glücksspiele und euch vom Gedenken an Gott und vom Gebet abbringen. Werdet ihr also nicht davon ablassen? (91)
Satan seeks only to stir up enmity and hatred among you by means of intoxicants and games of chance, and to turn you away from the remembrance of God and from prayer. Will you not, then, desist? (91)
Gehorcht Gott und gehorcht dem Gesandten ﷺ, und seid stets auf der Hut. Doch wenn ihr euch abwendet, so wisst, dass die Pflicht Unseres Gesandten allein die klare Übermittlung der Botschaft ist, die ihm anvertraut wurde. (92)
Obey God, and obey the Messenger, and be ever on your guard. But if you turn away, then know that Our Messenger’s only duty is a clear delivery of the message [entrusted to him]. (92)
Diejenigen, die glauben und gute Werke tun, trifft für das, was sie gegessen haben, keine Schuld, solange sie gottesfürchtig sind, glauben und gute Werke tun, fortwährend gottesfürchtig sind und glauben und Gutes tun. Gott liebt diejenigen, die Gutes tun. (93)
Those who believe and do righteous deeds shall have no blame attached to them for any food they may have eaten, so long as they fear God and truly believe and do righteous deeds, and continue to fear God and believe, and remain God-fearing and persevere in doing good. God loves those who do good. (93)
Gläubige, Gott wird euch gewiss durch etwas Wild prüfen, das in den Bereich eurer Hände und eurer Speere gelangt, damit Gott erkennt, wer Ihn im Verborgenen wirklich fürchtet. Wer danach übertritt, dem wird qualvolle Strafe zuteil sein.
Believers, God will certainly try you by means of game which may come within the reach of your hands or your spears, so that God may mark out those who truly fear Him in their hearts. Whoever transgresses after all this will have grievous suffering.
(94)
(94)
Gläubige, tötet kein Wild, während ihr die Pilgerfahrt vollzieht. Wer von euch absichtlich Wild tötet, soll Buße leisten, indem er Vieh in Entsprechung zu dem gibt, was er getötet hat, wie es zwei rechtschaffene Männer unter euch bestimmen, als Opfergabe zur Ka'ba zu bringen; oder er mag seine Sünde dadurch sühnen, dass er Bedürftige speist, oder durch das Entsprechende an Fasten, damit er die üblen Folgen seiner Taten koste.
Believers, kill no game while you are on pilgrimage. Whoever of you kills game by design shall make amends in cattle equivalent to what he has killed, adjudged by two persons of probity among you, to be brought as an offering to the Ka`bah; or else he may atone for his sin by feeding needy persons, or by its equivalent in fasting, so that he may taste the evil consequences of his deeds.
Gott hat vergeben, was vergangen ist; wer aber rückfällig wird, den wird Gott bestrafen. Gott ist Allmächtig, Herr der Vergeltung. (95)
God has forgiven what is past; but whoever repeats his offence, God will inflict His retribution on him. God is Almighty, Lord of retribution. (95)
Euch ist die Jagd auf Wassertiere erlaubt, und die Nahrung aus dem Meer, als Versorgung für euch und für die Reisenden.
Lawful to you is all water-game, and whatever food the sea brings forth, as a provision for you and for travellers.
Dennoch ist euch die Jagd auf Landtiere verboten, solange ihr im Zustand der Weihe bzw. des Ihrām seid. Seid euch Gottes bewusst, zu dem ihr alle versammelt werden sollt. (96)
However, you are forbidden land-game as long as you are in the state of consecration or iĥrām]. Be conscious of God, to whom you shall all be gathered. (96)
Gott hat die Ka'bah, das unantastbare Gotteshaus, zu einem Sinnbild für die gesamte Menschheit gemacht; ebenso den heiligen Monat und die mit Girlanden geschmückten Opfertiere. Dies, damit ihr wisst, dass Gott alles kennt, was in den Himmeln und auf der Erde ist, und dass Gott über alles umfassendes Wissen besitzt. (97)
God has made the Ka`bah, the Inviolable House of Worship, a symbol for all mankind; and so too the sacred month and the garlanded sacrificial offerings. This, so that you may know that God is aware of all that is in the heavens and the earth, and that God has full knowledge of everything. (97)
Wisse, dass Gott streng im Strafen ist und dass Gott Allvergebend, Barmherzig ist.
Know that God is severe in retribution and that God is Much-Forgiving, Merciful.
(98)
(98)
Die Pflicht des Gesandten ist nur, die Botschaft zu überbringen. Gott weiß, was ihr offenbart und was ihr verbergt.
The Messenger’s duty is but to deliver the message [entrusted to him]. God knows all that you reveal, and all that you conceal.
(99)
(99)
Sprich: Böses und Gutes sind nicht gleich, selbst wenn dir die Fülle des Bösen gefallen mag. So fürchtet Gott, ihr Verständigen, auf dass ihr erfolgreich seid. (100)
Say: Evil and good are not equal, even though the abundance of evil may be pleasing to you. Have fear of God, you who are endowed with understanding, so that you may triumph. (100)
Gläubige, fragt nicht nach Dingen, die, wenn sie euch offenbart würden, euch Schwierigkeiten bereiten könnten. Wenn ihr aber während der Offenbarung des Qur'ān nach ihnen fragt, werden sie euch klargemacht. Gott wird euch dies verzeihen, denn Gott ist Allverzeihend, Nachsichtig. (101)
Believers, do not ask about matters which, if made known to you, may cause you hardship. If you should ask about them while the Qur’ān is being revealed, they shall be made plain to you. God will forgive you these; for God is Much- Forgiving, Forbearing. (101)
Menschen vor deiner Zeit haben danach gefragt, und deshalb verleugneten sie die Wahrheit. (102)
People before your time inquired about them, and on that account they came to deny the truth. (102)
Es war nicht Gott, der [Aberglauben wie den um] die Bahīra, die Sā'iba, die Wasīla oder den Ḥām einführte. Es sind die Ungläubigen, die ihre eigenen lügnerischen Erfindungen Gott zuschreiben. Die meisten von ihnen gebrauchen ihren Verstand nicht. (103)
It was not God who instituted [superstitions like those of] a slit- ear she camel, or a she-camel let loose for free pasture, or idol sacrifices for twin-births in animals, or stallion-camels freed from work. It is unbelievers who attribute their own lying inventions to God. Most of them never use their reason. (103)
Wenn ihnen gesagt wird: „Kommt zu dem, was Gott herabgesandt hat, und zum Gesandten“, antworten sie: „Uns genügt, was wir unsere Väter haben tun sehen.“ Und das, obwohl ihre Väter nichts wussten und keiner Rechtleitung folgten?
When they are told, “Come to that which God has revealed and to the Messenger,” they reply, “Sufficient for us are the ways we found our fathers following.” Why, even though their fathers knew nothing and were devoid of all guidance? (104)
Gläubige, ihr seid nur für eure eigenen Seelen verantwortlich. Diejenigen, die irregehen, können euch nicht schaden, wenn ihr selbst auf dem rechten Weg seid. Zu Gott werdet ihr alle zurückkehren. Dann wird Er euch wissen lassen, was ihr getan habt. (105)
Believers, it is but for your own souls that you are accountable. Those who go astray can do you no harm if you [yourselves] are on the right path. To God you all must return. He will then make you understand all that you were doing [in life]. (105)
Gläubige, es sollen Zeugen sein für das, was ihr tut, wenn sich euch der Tod naht und ihr im Begriff seid, letztwillige Verfügungen zu treffen: zwei rechtschaffene Personen aus eurer eigenen Mitte oder zwei andere von außerhalb, falls euch die Todesqualen ereilen, während ihr im Land unterwegs seid. Haltet beide nach dem Gebet zurück, und wenn ihr irgendeinen Zweifel im Herzen habt, so sollen sie bei Gott schwören: „Wir werden dies [unser Zeugnis] um keinen Preis verkaufen, selbst wenn es einen nahen Verwandten beträfe; und wir werden auch nichts von dem verheimlichen, was wir vor Gott bezeugt haben; denn sonst gehörten wir zu den Sündigen.“ (106)
Believers, let there be witnesses to what you do when death approaches you and you are about to make bequests: two persons of probity from among your own people, or two others from outside, if the pangs of death come to you when you are travelling through the land. Detain them both after prayer, and if you have any doubt in mind, let them swear by God, “We shall not sell this [our word] for any price, even though it were for a near kinsman; and neither shall we conceal anything of what we have witnessed before God; for then we should be among the sinful.” (106)
Doch wenn sich danach herausstellen sollte, dass die beiden [Zeugen] sich dieser Sünde schuldig gemacht haben, dann sollen zwei andere an ihrer Stelle treten, und zwar von denen, die unmittelbar Betroffen sind. Beide sollen bei Gott schwören: „Unser Zeugnis ist wahrlich wahrhaftiger als das dieser beiden. Wir haben die Grenzen des Rechts nicht überschritten; sonst würden wir zu den Frevlern gehören.“ (107)
But if afterwards it should come to light that the two [witnesses] have been guilty of [this very] sin, then two others should replace them from among those immediately concerned. Both shall swear by God, “Our testimony is indeed truer than that of these two. We have not transgressed the bounds of what is right; for then we should be among the evil-doers.” (107)
So wird es eher wahrscheinlich sein, dass die Menschen wahrheitsgemäß Zeugnis ablegen, oder sie werden fürchten, dass nach ihren Eiden die Eide anderer genommen werden. Fürchtet Gott und hört [auf Ihn]. Gott leitet die Frevler nicht recht. (108)
Thus it will be more likely that people will offer testimony in accordance with the truth; or else they will fear that the oaths of others may be taken after their oaths. Have fear of God and hearken [to Him]. God does not guide those who are iniquitous. (108)
Überblick
Overview
Dieser lange Abschnitt macht deutlich, dass die Befugnis zur Gesetzgebung allein Gott zusteht, der allein bestimmt, was erlaubt und was verboten ist. Ist diese grundlegende Regel einmal festgelegt, gilt sie für alle Angelegenheiten, unabhängig von ihrer Bedeutung. Wer durch Wort oder Tat die Befugnis zur Gesetzgebung für sich beansprucht, beansprucht in Wahrheit die Gottheit, die allein Gott selbst zukommt. Mit anderen Worten: Er überschreitet nicht bloß die Grenzen des Erlaubten, sondern greift auch in die Autorität Gottes ein. Wird eine Gesetzgebung auf der Grundlage gesellschaftlicher Traditionen oder der Ansichten von Menschen erlassen, so werden diese praktisch dem vorgezogen, was Gott Seinem Gesandten offenbart hat. Damit stellt dies einen völligen Abfall vom Glauben dar.
This long passage makes it clear that the authority to legislate belongs only to God who alone determines what is permissible and what is forbidden. Once this basic rule is established, it becomes applicable in all matters, regardless of their degree of importance. Anyone who claims the authority to legislate, by word or deed, is actually claiming Godhead, which belongs only to God Himself. In other words, he does not simply transgress the bounds of what is permitted, he also assaults God’s authority. If any legislation is enacted on the basis of social traditions or people’s views, then, in practical terms, these are preferred to what God revealed to His Messenger. As such, it constitutes a departure from faith altogether.
Dieser Abschnitt enthält eine lange Reihe von Gesetzgebungen in verschiedenen Bereichen. Jeder Teil beginnt mit einer Anrede an diejenigen, die glauben. Sie ist eine Erinnerung an ihre wesentliche Eigenschaft, die die uneingeschränkte Anerkennung der Oberhoheit, der Souveränität und des Rechts Gottes zur Gesetzgebung einschließt. Als solche ist es eine Anrede, die die grundlegende Eigenschaft des Glaubens noch einmal betont. Hinzu kommt das Gebot, Gott und Seinem Gesandten zu gehorchen und sich davor zu hüten, Gottes Gesetzgebung den Rücken zu kehren. Eine Warnung vor der Strafe Gottes wird angefügt, der sogleich die Aussicht folgt, Seine Vergebung und Barmherzigkeit zu erlangen. Den Gläubigen wird dann gesagt, dass sie ihren eigenen Weg zu gehen haben. Sie sollen niemandem Beachtung schenken, der sich nicht der Autorität Gottes unterwirft.
This passage provides a long list of legislation in different areas. Every piece begins with an address to those who believe. It is a reminder to them of their essential quality, which implies unqualified `acknowledgement of God’s supremacy, sovereignty and authority to legislate. As such, it is an address which re-emphasises the basic quality of faith. This is coupled with a commandment to obey God and His Messenger and to beware of turning one’s back on God’s legislation. A warning against God’s punishment is added, only to be followed with the prospect of earning His forgiveness and mercy. The believers are then told that they have their own way to follow. They are to pay no heed to anyone who does not submit to God’s authority.
Das Verbieten des Erlaubten
Prohibiting What Is Lawful
Der erste Aufruf in diesem Abschnitt an die Gläubigen erinnert sie daran, dass sie keine der Eigenschaften Gottes für sich beanspruchen dürfen, da diese vollständig Gott allein gehören. Daher dürfen sie sich selbst keine der guten und wohlschmeckenden Dinge verbieten, die Gott ihnen erlaubt hat. Es steht ihnen nicht zu, eine Schaustellung selbst auferlegter Verbote zu betreiben, indem sie sich weigern, von der guten Nahrung zu essen, die Gott ihnen gegeben hat. Sie müssen sich daran erinnern, dass es Gott ist, der ihnen eine solche erlaubte und wohlschmeckende Nahrung bereitgestellt hat. Nur Er darf Dinge als erlaubt oder verboten bestimmen:
The first address in this passage to the believers reminds them that they may not exercise any of God’s attributes, since these belong totally to God. As such, they may not forbid themselves any of the wholesome and good things that God has made lawful to them. It is not open to them to make a demonstration of self-imposed prohibition, refusing to eat of such good food God has given them. They must remember that it is God who has provided them with such lawful and wholesome sustenance. It is only He who may designate things as permissible or forbidden:
„Ihr Gläubigen, verbietet euch nicht die guten Dinge, die Gott euch erlaubt hat. Übertretet nicht; Gott liebt die Übertreter nicht. Esst von dem, was Gott euch an erlaubten und guten Dingen gewährt hat, und fürchtet Gott, an den ihr glaubt.“ (Verse 87-88)
“Believers, do not forbid yourselves the good things God has made lawful to you. Do not transgress; God does not love the transgressors. Eat of what God has provided for you of lawful and wholesome things, and have fear of God in whom you believe.” (Verses 87-8)
Die gesamte Frage der Gesetzgebung ist eng mit der Frage der Gottheit verbunden. Allein Gott besitzt die alleinige Autorität, das Leben der Menschen zu regeln. Seine Autorität leitet sich davon ab, dass Er es ist, der die Menschen erschaffen und ihnen Nahrung und Lebensunterhalt gewährt hat. Daher steht Ihm allein das Recht zu, ihnen von Seinen Gaben zu erlauben, was Er will, und jeden Teil dieser Gaben für sie zu verbieten. Die Menschen selbst erkennen diese Logik an. Wer etwas besitzt, genießt das Recht, darüber nach Belieben zu verfügen. Wer diesen grundlegenden Grundsatz verletzt, ist zweifellos ein Übertreter. Es ist nur zu erwarten, dass Gläubige sich nicht an Gott vergreifen, an den sie glauben. Es ist undenkbar, dass ein Gläubiger jemals die Autorität Gottes angreifen könnte.
The whole question of legislation is closely linked to that of Godhead. It is God alone who has the sole authority to regulate for people’s lives. His authority is derived from the fact that it is He who has created human beings and provided them with food and sustenance. Hence, to Him alone belongs the right to make permissible to them whatever He pleases of His own provisions and to declare any part of such provisions forbidden to them. Human beings themselves acknowledge this logic. Whoever owns something enjoys the right to dispose of it in any way he pleases. Anyone who violates this basic principle is undoubtedly a transgressor. It is only to be expected that believers do not make an assault on God in whom they believe. It is inconceivable that a believer could ever assault God’s authority.
Sühne für das Brechen eines Schwurs
Atonement For Breaking An Oath
Der folgende Vers, der sich auf Eide und deren Sühne bezieht, scheint offenbart worden zu sein, um solche Fälle zu regeln, in denen Menschen einen Eid schwören, um ihren Verzicht auf etwas Erlaubtes zu bekräftigen, wie es jene Gefährten des Propheten ﷺ taten. Der Qur’ān macht außerdem deutlich, dass es nicht am Menschen liegt, Dinge für verboten oder erlaubt zu erklären. Diese Befugnis gehört Gott, an den jene Gefährten des Propheten ﷺ glaubten. Dieser Qur’ān-Vers behandelt auch alle Gelübde, auf etwas Gutes zu verzichten, oder Gelübde, etwas Böses zu tun. Wenn für eine Person, die einen Eid geschworen hat, klar ist, dass es besser ist und eher zum Wohlgefallen Gottes führt, ihn zu brechen, so soll sie ihn brechen und auf eine der Weisen sühnen, die dieser Qur’ān-Vers festlegt.
The verse that follows, which refers to oaths and their atonement, appears to have been revealed in order to deal with such cases when people make an oath in order to solemnise their abstention from something permissible, as was done by those Companions of the Prophet. The Qur’ān also makes it clear that it is not up to human beings to declare things forbidden or permissible. That authority belongs to God, in whom those Companions of the Prophet believed. This Qur’ānic verse also deals with all vows of abstention from doing something good or vows to undertake something evil. Whenever it is clear to a person who has made an oath that breaking it is better and more conducive to earning God’s pleasure, he should break it and atone for it in one of the methods defined by this Qur’ānic verse.
`Abdullāh ibn `Abbās berichtet, dass dieser Vers in Zusammenhang mit jenen Menschen offenbart wurde, die sich selbst gesunde Speisen und Kleidung sowie erlaubte Ehen untersagten. Sie hatten geschworen, sich an diese Einschränkungen zu halten. Als das Gebot offenbart wurde: „Ihr Gläubigen, verbietet euch nicht die guten Dinge, die Gott euch erlaubt hat“, fragten sie: „Was sollen wir mit unseren Eiden tun?“ Daraufhin wurde dieser Vers offenbart, der die notwendige Entscheidung gibt. Er macht deutlich, dass Gott Menschen nicht für Eide zur Rechenschaft zieht, die sie ohne Überlegung aussprechen, oder solche, die sie gleichsam „aus dem Stegreif“ äußern, ohne bewusst den Entschluss zu fassen, einen Eid zu leisten.
`Abdullāh ibn `Abbās says that it was revealed in connection with those people who forbade themselves wholesome types of food and clothes as well as appropriate marriages. They had vowed to abide by these restrictions. When the commandment, “Believers, do not forbid yourselves the good things God has made lawful to you,” was revealed, they asked: “What shall we do with our oaths?” This verse giving the necessary verdict was then revealed. It makes clear that God does not take people to task for oaths which they may utter without thought, or those which they may pronounce “off the cuff,” as it were, without consciously deciding to make an oath.
Ein kategorisches Verbot berauschender Substanzen
A Categorical Prohibition Of Intoxicants
Im Zusammenhang mit der Gesetzgebung, mit Erlaubtem und Verbotenem sowie mit der Formung der muslimischen Gemeinschaft in Medina, die von allen verbliebenen Spuren der Tradition der finsteren Zeit gereinigt wurde, ergeht ein klares und endgültiges Urteil über berauschende Getränke und Glücksspiel, zusammen mit den Praktiken, Gott Teilhaber beizugesellen.
It is within the context of legislation, permissibility and prohibition, as well as the moulding of the Muslim community in Madinah, purging it from all remaining traces of past tradition of the dark days, that a clear and decisive verdict is given on intoxicating drinks and gambling, coupled with practices of associating partners with God.
Gläubige, berauschende Getränke, Glücksspiele, götzendienerische Praktiken und Lospfeile sind ein Gräuel, den der Satan erdacht hat. Meidet sie daher, damit ihr erfolgreich seid. Der Satan will unter euch nur Feindschaft und Hass durch berauschende Getränke und Glücksspiele stiften und euch vom Gedenken an Gott und vom Gebet abbringen. Wollt ihr davon denn nicht ablassen? (Verse 90-91)
Believers, intoxicants, games of chance, idolatrous practices and divining arrows are abominations devised by Satan. Therefore, turn away from them so that you may be successful. Satan seeks only to stir up enmity and hatred among you by means of intoxicants and games of chance, and to turn you away from the remembrance of God and from prayer. Will you not, then, desist? (Verses 90-1)
Trinken, Glücksspiel, Götzenbilder und Lospfeile waren wichtige Bestandteile des vorislamischen Arabiens. In Praxis und Tradition standen sie eng miteinander in Verbindung. Die Araber tranken bis zur Ausschweifung. Sie hielten das Trinken für ein Zeichen des Ansehens. In ihrer Dichtung erwähnen sie das Trinken häufig als etwas, auf das man stolz sein könne, oder um andere damit zu loben. Bei geselligen Zusammenkünften war das Trinken mit dem Schlachten von Tieren verbunden, die sofort gegart wurden, um denjenigen Speise zu bieten, die an diesen Trinkgelagen teilnahmen, denjenigen, die den Wein ausschenkten, und denen, die solche Versammlungen besuchten. Die Tiere wurden zu Füßen der Götzenbilder geschlachtet, und diese wurden mit dem Blut des Opfers besprengt. Bei solchen gesellschaftlichen Anlässen wurde das Losen mit Pfeilen praktiziert, um die Verteilung des Opferfleisches zu bestimmen.
Drinking, gambling, idols and divining arrows were important aspects of pre- Islamic Arabia. They were closely related in both practice and tradition. The Arabs used to drink to the point of extravagance. They considered that drinking afforded people distinction. They often mention drinking in their poetry as a practice to be proud of or to praise others with. In social gatherings, drinking was coupled with the slaughter of animals which were immediately cooked to provide food to those who took part in these drinking bouts, those who served wine and those who frequented such gatherings. The animals were slaughtered at the feet of idols which were sprayed with the blood of their sacrifice. In such social events, the act of divining arrows was practised in order to determine the sharing out of the sacrificial meat.
6 Abu’l Ĥasan `Ali Nadwī, Islam and the World. Übers. M.A. Kidwai, Lucknow, Academy of Islamic Research, 1980, S. 53-4
6 Abu’l Ĥasan `Ali Nadwī, Islam and the World. Tr. M.A. Kidwai, Lucknow, Academy of Islamic Research, 1980, pp. 53-4
Gehorsam: Ein Hauptmerkmal der muslimischen Gesellschaft
Obedience: A Main Characteristic Of Muslim Society
Es scheint, dass der erste dieser Verse, nämlich der in Sure 16, bei ʿUmar ibn al-Khaṭṭāb Besorgnis auslöste – er hatte sich vor seiner Annahme des Islam selbst als jemand beschrieben, der dem Trinken ergeben war –, und er wünschte sich daraufhin eine eindeutige Regelung zum Trinken. Jener Vers unterscheidet zwischen dem, wofür die Menschen Datteln und Trauben verwenden, indem er sie als „berauschende Getränke und gute Nahrung“ beschreibt. (16:67)
It seems that the first of these verses, i.e. the one in Sūrah 16, caused `Umar ibn al- Khaţţāb, who described himself prior to embracing Islam as a man of drink, some worry and he wished for a clear-cut ruling on drinking. That verse makes a distinction between what people use dates and grapes for, as it describes them as “intoxicants and wholesome food.” (16: 67)
`Umar ibn al-Khaţţāb [möge Gott mit ihm zufrieden sein] berichtet, dass er sagte: „Mein Herr, gib uns eine eindeutige Entscheidung über das Trinken.“ Daraufhin wurde der Vers in Sūrah 2 offenbart, der lautet: „Sie fragen dich nach berauschenden Getränken und Glücksspielen. Sprich: In beiden liegt großes Übel, obwohl sie für die Menschen einen gewissen Nutzen haben; aber ihr Übel übersteigt ihren Nutzen bei weitem.“ (2: 219)
`Umar ibn al-Khaţţāb [may God be pleased with him] reports that he said: “My Lord, give us a clear-cut ruling on drinking.” The verse in Sūrah 2 was then revealed, stating: “They ask you about intoxicants and games of chance. Say: In both there is great evil although they have some benefits for people; but their evil far exceeds their benefit.” (2: 219)
`Umar wurde herbeigerufen und ihm wurde der Vers rezitiert. Er sagte: „Mein Herr, gib uns eine klare Entscheidung über den Alkoholgenuss.“ Daraufhin wurde der Vers aus Sure 4 offenbart: „Ihr Gläubigen, versucht nicht zu beten, wenn ihr betrunken seid, [sondern wartet] bis ihr wisst, was ihr sagt.“ (4:
`Umar was called in and the verse was recited to him. He said: “My Lord, give us a clear-cut ruling on drinking.” The verse in Sūrah 4 was then revealed: “Believers, do not attempt to pray when you are drunk, [but wait] until you know what you are saying.” (4:
43) 'Umar wurde herbeigerufen, und ihm wurde der Vers vorgetragen. Er sagte erneut: „Mein Herr, gib uns eine klare Entscheidung über den Alkohol.“ Daraufhin wurde der Vers in dieser Sure, Al-Ma'ida (Das Mahl), offenbart, der lautet: „Der Satan will unter euch nur Feindschaft und Hass durch Berauschendes und Glücksspiele stiften und euch vom Gedenken an Gott und vom Gebet abhalten. Wollt ihr euch also nicht davon abbringen lassen?“ (Vers 91) 'Umar wurde ein weiteres Mal herbeigerufen, und der Vers wurde ihm vorgetragen. Er sagte: „Wir lassen davon ab, mein Herr! Wir lassen davon ab.“ (Überliefert von an-Nasā'ī, Abū Dāwūd, at-Tirmidhī und Ibn Māǧa.)
Warum berauschende Substanzen so verwerflich sind
Why Intoxicants Are So Repugnant
Es ist hier nützlich, die Natur der berauschenden Substanzen zu erläutern, die mit diesem Verbot gemeint sind. Abū Dāwūd überliefert dieses Ḥadīth auf die Autorität von ʿAbdullāh ibn ʿAbbās:
It is useful to explain here the nature of intoxicants which are meant in this prohibition. Abū Dāwūd relates this ĥadīth on the authority of `Abdullāh ibn `Abbās:
„Alles, was gebraut wird, ist Wein, und jedes berauschende Getränk ist verboten.“ `Umar wandte sich an die Muslime, während er auf der Kanzel des Propheten ﷺ stand, und eine Gruppe von Gefährten des Propheten ﷺ war anwesend. Er sagte: „Als der Koranvers herabgesandt wurde, der Getränke verbot, wurden berauschende Getränke aus fünf Arten von Erzeugnissen hergestellt:
“Everything that is brewed is wine, and every intoxicant is forbidden.” `Umar addressed the Muslims, standing on the Prophet’s pulpit, with a group of the Prophet’s Companions in attendance. He said: “When the Qur’ānic verse was revealed prohibiting drinks, intoxicants were derived from five types of produce:
Weintrauben, Palmendatteln, Honig, Weizen und Gerste. Wein bezeichnet alles, was den Verstand trübt." Diese Aussagen zeigen deutlich, dass berauschende Getränke jedes gebraute Getränk umfassen, das Rausch hervorruft. Es ist nicht auf eine bestimmte Art beschränkt. Alles, was berauscht, ist verboten.
grapes, palm dates, honey, wheat and barley. Wine refers to everything that blurs the mind.” These statements clearly indicate that intoxicants include every brewed drink which causes intoxication. It is not restricted to a particular type. Whatever intoxicates is forbidden.
Die Bewusstlosigkeit, gleich durch welches berauschende Mittel sie hervorgerufen wird, steht im diametralen Gegensatz zu dem Zustand der Wachsamkeit, den der Islam von jedem Muslim fordert, damit er in jedem Augenblick bewusst seine Verbindung zu Gott spürt und dafür sorgt, dass alle seine Gedanken und Handlungen solche sind, die Gott gefallen. Indem der Muslim so wachsam und bewusst ist, spielt er eine positive Rolle bei der richtigen Entwicklung des Lebens und beim Schutz des Lebens vor Schwäche und Verderbnis. Darüber hinaus schützt er sich selbst, sein Eigentum und seine Ehre und hilft, die muslimische Gemeinschaft, ihr System und ihr Recht gegen jede Art von Angriff zu schützen. Ein Muslim wird nicht sich selbst überlassen, sodass er nur für sich selbst oder seine Vergnügungen sorgt. Im Gegenteil: In jedem Augenblick hat er Pflichten zu erfüllen, die verlangen, dass er stets wachsam ist. Dazu gehören Pflichten gegenüber seinem Herrn, gegenüber sich selbst, gegenüber seiner Familie und der muslimischen Gemeinschaft, deren Mitglied er ist, und gegenüber der gesamten Menschheit. Selbst wenn er die heilsamen Freuden genießt, die der Islam erlaubt, muss er sein volles Bewusstsein bewahren, damit er nicht von irgendeiner Art von Lust oder Begierde versklavt wird. Er hat alle seine Begierden unter Kontrolle und erfüllt sie als jemand, der völlig Herr seiner selbst ist. Die Trunkenheit ist der gegenteilige Zustand.
Selbsthingabe und Gehorsam
Self-surrender And Obedience
Als diese Verse herabgesandt wurden, die alle berauschenden Getränke vollständig verboten und sie als einen von Satan ersonnenen Greuel bezeichneten, stellten zwei Gruppen von Menschen mit demselben Wortlaut eine Frage, doch aus völlig verschiedenen Beweggründen. Einige der Gefährten des Propheten ﷺ, die sehr gewissenhaft waren, sagten: „Wie steht es um unsere Gefährten, die starben, als berauschende Getränke noch erlaubt waren?“ Manche von ihnen sagten: „Wie steht es um jene, die in der Schlacht von Uhud getötet wurden, mit berauschenden Getränken im Bauch?“, d. h. bevor sie verboten wurden. Eine andere Gruppe, die darauf bedacht war, jede Gelegenheit zu nutzen, um Zweifel in der muslimischen Gemeinschaft zu säen, äußerte ähnliche Dinge. Ihr Ziel war es, das Vertrauen der Muslime in die Begründung der islamischen Gesetzgebung zu schwächen. Sie wollten zudem den Eindruck erwecken, dass diejenigen, die vor dem Verbot berauschender Getränke starben, völlig verloren seien, da sie mit diesem Greuel in ihrem Körper gestorben seien.
When these verses were revealed totally prohibiting all intoxicants, and describing them as an abomination devised by Satan, two groups of people raised a query in the same wording but for totally different reasons. A few of the Prophet’s Companions who were very scrupulous said: “What about our Companions who died when intoxicants were still lawful to drink?” Some of them said: “What about those killed in the Battle of Uĥud, with intoxicants in their bellies?” i.e. before they were forbidden to drink. Another group who were keen to seize every chance to sow the seeds of doubt among the Muslim community said similar things. Their aim was to try to weaken the Muslims’ trust in the reasoning behind Islamic legislation. They also wanted to convey the feeling that those who died before the prohibition of intoxicants were totally lost, since they died with this abomination in their bodies.
Daher liegt der Sinn des folgenden Verses: „Über diejenigen, die glauben und gute Werke tun, ergeht kein Tadel wegen dessen, was sie gegessen haben, solange sie Gott fürchten, glauben und gute Werke tun, und weiterhin Gott fürchten und glauben und gottesfürchtig bleiben und im Gutestun beharren. Gott liebt diejenigen, die Gutes tun“ (Vers 93).
Hence, the purpose behind the following verse: “Those who believe and do righteous deeds shall have no blame attached to them for any food they may have eaten, so long as they fear God and truly believe and do righteous deeds, and continue to fear God and believe, and remain God-fearing and persevere in doing good. God loves those who do good” (Verse 93)
Dieser Vers besagt, dass das, was nicht verboten wurde, erlaubt ist, und dass ein Verbot mit seiner Verkündung beginnt, nicht schon zu einem früheren Zeitpunkt. Es kann kein rückwirkendes Verbot und keine rückwirkende Strafe geben, weder in diesem Leben noch im Jenseits, solange keine klare Aussage über die Regelung vorliegt. Diejenigen, die starben, bevor das Verbot von berauschenden Getränken ausgesprochen wurde, hatten nichts zu befürchten, denn sie haben nichts Verbotenes getrunken und keine Tat des Ungehorsams begangen. Sie fürchteten Gott und taten gute Werke, und sie wussten, dass Er ihre Absichten und ihr Handeln vollkommen kannte. Eine solche Person hat weder Ungehorsam begangen noch etwas Verbotenes getrunken.
Weihung und Jagd
Consecration And Game Killing
Die Sure fährt fort, weitere Verbote auszuführen, und spricht über die Jagd, wenn man sich im Zustand der Weihe, des Iḥrām, befindet, sowie darüber, was als Sühne für deren Tötung gilt. Sie erläutert ferner den Zweck der Heiligkeit des Gotteshauses in Makkah, der heiligen Monate sowie der geweihten und mit Girlanden geschmückten Tiere, die nicht angetastet werden dürfen, wie die Sure in ihren einleitenden Versen deutlich macht. Dieser Teil schließt mit der Festlegung eines klaren Wertemaßstabs für muslimische Einzelpersonen und die muslimische Gesellschaft. Nach diesem Maßstab ist ein geringes Maß an Gutem weit wertvoller als das Böse, so zahlreich es auch sein mag.
The sūrah continues to elaborate on further prohibitions, speaking about game when one is in the state of consecration, or iĥrām, and what compensates for its killing. It further speaks of the purpose of the sanctity of the House of Worship in Makkah, the sacred months, dedicated and garlanded cattle which must not be touched as the sūrah makes clear in its opening verses. This part concludes with the establishment of a clear standard of values for Muslim individuals and Muslim society. According to this standard, a small amount of good is far more valuable than evil, plentiful as it may be.
Gläubige, Gott wird euch gewiss durch etwas Wild prüfen, das in den Bereich eurer Hände und eurer Speere gelangt, damit Gott erkennt, wer Ihn im Verborgenen wirklich fürchtet. Wer danach übertritt, dem wird qualvolle Strafe zuteil sein.
Believers, God will certainly try you by means of game which may come within the reach of your hands or your spears, so that God may mark out those who truly fear Him in their hearts. Whoever transgresses after all this will have grievous suffering.
Gläubige, tötet kein Wild, solange ihr in der Pilgerschaft seid. Wer von euch absichtlich Wild tötet, soll Buße leisten in Vieh, das dem Getöteten gleichwertig ist, wie von zwei rechtschaffenen Männern unter euch beurteilt, als Opfergabe zur Ka'ba zu bringen; oder er mag seine Sünde durch die Speisung Bedürftiger sühnen oder durch deren Entsprechung im Fasten, damit er die üblen Folgen seiner Taten koste. Gott hat vergeben, was vergangen ist; wer jedoch sein Vergehen wiederholt, dem wird Gott Seine Vergeltung auferlegen. Gott ist allmächtig, Herr der Vergeltung. Erlaubt ist euch alles Wassergetier und was das Meer an Nahrung hervorbringt, als Versorgung für euch und für Reisende. Doch ist euch Landwild verboten, solange ihr im Zustand der Weihe [oder des Ihram] seid. Seid euch bewusst Gottes, zu dem ihr alle versammelt werden sollt. Gott hat die Ka'ba, das unverletzliche Haus der Anbetung, zum Zeichen für alle Menschen gemacht, ebenso den heiligen Monat und die mit Girlanden geschmückten Opfertiere. Dies, damit ihr wisst, dass Gott alles kennt, was in den Himmeln und auf der Erde ist, und dass Gott alles umfassend weiß. Wisset, dass Gott streng in der Vergeltung ist und dass Gott voller Vergebung, barmherzig ist. Die Pflicht des Gesandten ist nur, die [ihm anvertraute] Botschaft zu überbringen. Gott weiß, was ihr offenbart und was ihr verbergt.
Der Zweck der Prüfung
The Purpose Of The Trial
Die Prüfung, in einem Zustand der Weihe, des Iḥrām, leichte Beute bereitzuhalten, zu einer Zeit, in der das Töten verboten war, gehörte zu den zahlreichen Prüfungen, die die muslimische Gemeinschaft erfolgreich bestand. Die Fürsorge, die Gott dieser muslimischen Gemeinschaft und ihrer Erziehung angedeihen ließ, spiegelt sich in solchen Prüfungen wider. In diesem konkreten Vorfall teilt Gott den Gläubigen den Zweck jenseits Seiner Prüfung mit: „Damit Gott diejenigen kenntlich macht, die Ihn im Verborgenen fürchten.“ (Vers 94) Wahrhaft gottesfürchtig zu sein, also Ihn im Herzen zu fürchten, ist die feste Grundlage, auf der der Glaube im Gewissen eines Menschen gründet. Sie formt das Verhalten eines Menschen, und sie ist das Wesen dessen, die Stellvertreterschaft des Menschen auf Erden in die Tat umzusetzen.
The trial of providing easy game at the time when it was prohibited to kill during the period of consecration, or iĥrām, was one of the numerous tests that the Muslim community successfully passed. The care God took of this Muslim community and its education is reflected in such tests. In this particular incident, God tells the believers of the purpose beyond His test: “So that God may mark out those who truly fear Him in their hearts.” (Verse 94) Being truly God-fearing, or fearing Him in one’s heart, is the solid basis on which faith is established in a person’s conscience. It mould’s one’s behaviour and it is the essence of putting man’s vicegerency on earth into practice.
Menschen sehen Gott nicht, doch sie spüren Seine Gegenwart in ihren Herzen, wenn sie wirklich an Ihn glauben. Für sie liegt Er jenseits der Reichweite all ihrer Wahrnehmungsfähigkeiten, doch ihre Herzen erkennen und fürchten Ihn. Die Gewissheit dieser großen Wahrheit in einem festen, unerschütterlichen Glauben an Gott, und das Erreichen einer Stärke des Glaubens, die ohne das Sehen Gottes und ohne das Spüren Seiner Gegenwart mit unseren Sinnen gleich, wenn nicht sogar überlegen ist derjenigen, die auf den eigenen Sinnen beruht, ist in der Tat etwas Großartiges. Ein Gläubiger bekennt, dass „es keine Gottheit außer Gott gibt“, ohne Ihn gesehen zu haben. Einen solchen Glauben zu besitzen, zeugt von einem gewaltigen Schritt nach vorn hin zu einer höheren Stufe des Menschseins, die die natürlichen Fähigkeiten des Menschen anspricht und alle seine natürlichen Gaben bestmöglich nutzt. Dies bedeutet eine große Abkehr vom Bereich der tierischen Existenz, die nicht zu etwas emporblicken kann, das über ihre unmittelbare Wahrnehmung hinausgeht. Wenn der Mensch dagegen seiner Seele verwehrt, zu dem emporzublicken, was jenseits der Reichweite seiner Wahrnehmungsfähigkeiten liegt, und seine Gefühle auf die ihn umgebende materielle Welt beschränkt, verschließt er seine höheren Fähigkeiten und verharrt dauerhaft in seiner materiellen und sinnlichen Welt.
Human beings do not see God, but they feel His presence in their hearts when they truly believe in Him. To them, He is beyond the reach of all their faculties of perception, but their hearts know and fear Him. The certainty of this great truth in a firm, unshakeable belief in God, and achieving, without seeing Him or feeling His presence with our senses, a strength of belief equal, if not superior, to that based on one’s senses is something great indeed. A believer declares that “there is no deity other than God” without having seen Him. To have such belief is indicative of a huge step forward towards a superior level of humanity that taps man’s natural faculties and makes the best use of all his natural abilities. This represents a great departure away from the realm of animal existence that cannot look up to anything beyond its immediate perception. On the other hand, when man bars his soul from looking up to what lies beyond the reach of his faculties of perception and confines his feelings to the material world surrounding him, he shuts down his superior faculties and lingers permanently in his material and sensual world.
Der Grund für das Verbot
The Reason For Prohibition
Es mag hier angebracht sein, nach dem Zweck dieser Verbotsregeln zu fragen. Gott möchte der Menschheit eine Schutzzone bieten, in der sie Zuflucht vor den Sorgen des Lebens sucht. Diese Zone wird durch die Ka'bah, das unantastbare Gotteshaus, und die heiligen Monate verkörpert. Sie bieten einen Hort des Friedens inmitten des tobenden Kampfes derer, die sich durchs Leben schlagen, ungeachtet ihrer Rasse und ethnischen Herkunft. Ihre Wünsche, Ambitionen und Bedürfnisse nähren weiterhin ihren Kampf, doch diese Schutzzone winkt ihnen, damit sie Zuversicht an die Stelle ihrer Sorgen setzen, Liebe an die Stelle des Streits, Brüderlichkeit und Sicherheit an die Stelle von Feindseligkeit und Furcht. Mehr noch: Solche Konzepte beschränken sich nicht auf den Bereich der Theorien und Ideale. Den Menschen wird praktisches Training im realen Leben vermittelt, damit sie diese Gefühle ergreifen und bewahren. So werden sie als Wirklichkeit erfahren, nicht als bloße Worte und Visionen ohne Bezug zum wirklichen Leben.
It is perhaps pertinent to ask here about the purpose behind these prohibition rules. Well, God wishes to provide a security zone for mankind, where they seek refuge from life’s worries. This zone is represented by the Ka`bah, the Inviolable House of Worship, and the sacred months. They offer a haven of peace in the midst of the raging battle between those in combat through life, regardless of their race and ethnic origin. Their desires, ambitions and needs continue to fuel their struggle, but this security zone beckons to them so that it may substitute reassurance for their worries, love for conflict, brotherhood and security for hostility and fear. What is more is that such concepts are not confined to the realm of theories and ideals; people are given practical training in real life to grab such feelings and maintain them. Thus, they are seen as a reality, not mere words and visions that have no bearing on real life.
Gott hat die Ka'bah, das unverletzliche Gotteshaus, zu einem Zeichen für alle Menschen gemacht; ebenso den heiligen Monat und die mit Girlanden geschmückten Opfertiere. Dies, damit ihr wisst, dass Gott alles kennt, was in den Himmeln und auf der Erde ist, und dass Gott um alles vollkommen weiß. Wisst, dass Gott streng im Strafen ist und dass Gott Allvergebend, Barmherzig ist. Die Pflicht des Gesandten ist nur, die [ihm anvertraute] Botschaft zu überbringen. Gott weiß, was ihr offenbart, und was ihr verbergt. (Verse 97-9)
God has made the Ka`bah, the Inviolable House of Worship, a symbol for all mankind; and so too the sacred month and the garlanded sacrificial offerings. This, so that you may know that God is aware of all that is in the heavens and the earth, and that God has full knowledge of everything. Know that God is severe in retribution and that God is Much-Forgiving, Merciful. The Messenger’s duty is but to deliver the message [entrusted to him]. God knows all that you reveal, and all that you conceal. (Verses 97-9)
Schlecht und Gut
Foul And Wholesome
Im Schlussteil dieses Abschnitts gibt uns Gott einen Maßstab an die Hand, damit wir alle Dinge richtig beurteilen können. Auf dieser Waage hat nur das Gute und Heilsame Gewicht, während das Verdorbene und Böse kein Gewicht hat. Dadurch wird verhindert, dass ein Muslim getäuscht wird, wenn er sieht, dass das Verdorbene reichlich und das Böse zahlreich ist. „Sprich: Das Böse und das Gute sind nicht gleich, auch wenn dir die Fülle des Bösen gefallen mag. Fürchtet Gott, ihr, die ihr Verstand besitzt, damit ihr Erfolg habt.“ (Vers 100)
At the concluding part of this passage God provides us with a standard so that we may give correct judgement of all things. In these scales, only what is good and wholesome is weighty, while that which is foul and evil carries no weight. This prevents a Muslim from being deceived when he finds that the foul is plentiful and the evil too numerous. “Say: Evil and good are not equal, even though the abundance of evil may be pleasing to you. Have fear of God, you who are endowed with understanding, so that you may triumph.” (Verse 100)
Hier wird im Zusammenhang der Erläuterung, welche Speisen und Wildtiere erlaubt und welche verboten sind, von Bösem und Gutem gesprochen. Was verboten ist, ist böse, während alles, was erlaubt ist, gut ist. Gewiss können das Gute und das Böse nicht gleich sein, auch wenn das Böse in solcher Fülle vorhanden sein mag, dass es die Menschen anzieht und in Versuchung führt. Das Gute schenkt einen Genuss, dem keine üblen Folgen nachfolgen, wie Reue, Verschwendung, Schmerz oder Krankheit. Das Vergnügen, das man aus bösen Dingen gewinnt, kann nicht einmal durch einen geringen Anteil an guten Dingen im Leben aufgewogen werden. Hinzu kommt, dass der Mensch durch die guten Dinge Sicherheit genießt, im diesseitigen Leben wie im Jenseits. Wenn der menschliche Geist frei von den Fesseln der Begierde ist, weil er gottesfürchtig ist, und wenn er eine scharfe Wachsamkeit erlangt hat, wird er unweigerlich das Gute dem Bösen vorziehen. Dies wird zwangsläufig zu Erfolg und Triumph führen, sowohl in dieser Welt als auch im Jenseits: „Fürchtet Gott, ihr, die ihr Verstand besitzt, damit ihr triumphiert.“ (Vers 100)
Evil and good are mentioned here within the context of elaborating which food and game are permissible and which are forbidden. What is forbidden is evil, while everything that is permissible is good. Certainly the good and the evil cannot be equal, even though the evil may come in such plenty that it attracts and tempts people. That which is good provides enjoyment that is not followed by foul consequences, such as regret, waste, pain or disease. The pleasure gained out of evil things cannot be matched even by a modicum of the good things in life. What is more is that with the good things, man enjoys safety in this life and in the life to come. When the human mind is free of the shackles of desire as a result of its being God-fearing and when it has attained a keen watchfulness, it will inevitably prefer good to evil. This is bound to end in success and triumph, both in this world and in the Hereafter: “Have fear of God, you who are endowed with understanding, so that you may triumph.” (Verse 100)
Höflichkeit im Umgang mit dem Propheten
Politeness In Dealing With The Prophet
Die Sure wendet sich nun den frühen Muslimen zu, um ihre Aufmerksamkeit auf den Maßstab der Höflichkeit zu lenken, den sie gegenüber dem Propheten ﷺ annehmen müssen. Sie werden angewiesen, ihn nicht nach Dingen zu fragen, über die er schweigt, insbesondere nach solchen Dingen, die, wenn man sie anspricht, dem Fragenden Mühsal oder Verlegenheit bereiten können oder ihm schwere Aufgaben oder Einschränkungen auferlegen könnten, die Gott in Seiner Barmherzigkeit den Muslimen nicht auferlegen wollte.
The sūrah moves on to draw the attention of the early Muslims to the standard of politeness they must adopt with the Prophet. They are told not to ask him about matters on which he remains silent, particularly such matters which, should they be tackled, may cause hardship or embarrassment to the person raising the question, or may impose on him heavy tasks or restrictions that God, out of His mercy, has chosen not to impose on the Muslims.
Gläubige, fragt nicht nach Dingen, die, wenn sie euch offenbart würden, euch Beschwernis bereiten könnten. Wenn ihr aber während der Offenbarung des Qur’ān danach fragt, werden sie euch klargemacht werden. Gott wird euch dies vergeben; denn Gott ist Allvergebend, Nachsichtig. Vor euch haben Menschen danach gefragt, und deshalb verleugneten sie die Wahrheit. (Verse 101-102)
Believers, do not ask about matters which, if made known to you, may cause you hardship. If you should ask about them while the Qur’ān is being revealed, they shall be made plain to you. God will forgive you these; for God is Much-Forgiving, Forbearing. People before your time inquired about them, and on that account they came to deny the truth. (Verses 101-102)
Einige Leute pflegten dem Propheten ﷺ zahlreiche Fragen zu stellen.
Some people used to put numerous questions to the Prophet (peace be upon him)
...nach Dingen, über die weder ein Gebot noch ein Verbot ergangen war. Manche fragten immer wieder nach den Einzelheiten von Dingen, die der Qur'an nur allgemein darlegte, um sie den Menschen zu erleichtern. Andere fragten nach Dingen, die nicht offengelegt werden müssen, weil ihre Offenlegung entweder für den Fragenden oder für andere ein Problem verursachen würde. So wird beispielsweise überliefert, dass ein Mann den Propheten ﷺ fragte, ob die Pilgerfahrt jedes Jahr eine Pflicht sei, als der Vers über die Pflicht zur Pilgerfahrt offenbart wurde. Der Prophet ﷺ missbilligte diese Frage, weil der Koranvers die Angelegenheit unbestimmt ließ: „Die Pilgerfahrt zu diesem Haus ist eine Pflicht gegenüber Gott für alle Menschen, die dazu in der Lage sind.“ (3:97) Die Pilgerfahrt einmal zu vollziehen genügt, damit diese Pflicht erfüllt ist. Zu fragen, ob sie jedes Jahr als Pflicht gilt, bedeutet, dem Text eine weit härtere Auslegung zu geben, die Gott nicht auferlegt hat.
Den schweren Weg wählen
Choosing The Hard Way
Gott hat bestimmte Dinge vor dem Menschen verborgen gehalten, oder Er hätte bestimmte Dinge in allgemeiner Form ausdrücken können. Es schadet den Menschen nicht, solche Dinge in der Form zu belassen, in der Gott sie belassen hat. Zu jener Zeit des Propheten ﷺ danach zu fragen, hätte ihnen unangenehme Antworten bescheren oder sowohl sie als auch künftige Generationen überfordern können. Daher gebietet Gott den Gläubigen, nach bestimmten Dingen nicht zu fragen, die, wenn sie offenbart würden, schädlich sein könnten. Er warnt sie auch, dass sie, sollten sie während der Lebenszeit des Propheten ﷺ, als der Qur'an offenbart wurde, danach fragen, zwar ihre Antworten erhalten würden, diese ihnen aber Pflichten auferlegen würden, die Gott ursprünglich nicht verbindlich gemacht hatte: „Ihr Gläubigen, fragt nicht nach Dingen, die, wenn sie euch kundgetan werden, euch Beschwernis bereiten könnten. Wenn ihr aber während der Offenbarung des Qur'an danach fragt, werden sie euch klargemacht werden. Gott wird euch dies vergeben; denn Gott ist Allvergebend, Nachsichtig.“ (Vers 101) Der Vers enthält eine eindeutige Anweisung, nicht nach Dingen zu fragen, die Gott ausgelassen oder ohne Einzelheiten dargelegt hat, um die Pflichten leichter zu halten, wie im Fall der Pilgerfahrt.
God has kept certain matters unknown to man, or He might have expressed certain matters in general terms. It does not harm people to leave such matters in the form God has left them. To question these at the time of the Prophet might have provided them with distressing answers, or might have overburdened both them and future generations. Hence, God tells the believers not to ask about certain matters which if revealed might be harmful. He also warns them that should they ask about these during the Prophet’s lifetime, when the Qur’ān was being revealed, for then they would have their answers, but these would impose on them obligations that God did not originally make binding: “Believers, do not ask about matters which, if made known to you, may cause you hardship. If you should ask about them while the Qur’ān is being revealed, they shall be made plain to you. God will forgive you these; for God is Much-Forgiving, Forbearing.” (Verse 101) The verse carries a clear instruction not to inquire about matters which God has left out or stated without details in order to keep duties lighter, as in the case of pilgrimage.
Gott nennt dann das Beispiel früherer Gemeinschaften, denen Offenbarungen gegeben wurden.
God then gives the example of former communities that were given revelations.
Einige von ihnen machten es sich selbst schwerer, indem sie zahlreiche Fragen zu Vorschriften und Pflichten stellten. Als Gott daraufhin neue Verpflichtungen für sie bindend machte, erfüllten sie diese nicht und wiesen sie damit zurück. Hätten sie die Dinge so belassen, wie Gott sie ursprünglich dargelegt hatte, so hätten sie von den leichteren Aufgaben profitieren können, die Gott ihnen auferlegen wollte. Sie hätten sich dann nicht mit ihrem Versagen, ihren Verantwortlichkeiten nachzukommen, auseinandersetzen müssen.
Ein praktischer Zugang zum Wissen
A Practical Approach To Knowledge
Vielleicht verdeutlichen diese von uns angeführten Aḥādīth zusammen mit den Aussagen im Qur’ān das islamische System der Wissenssuche. Zunächst ist klarzustellen: Aus islamischer Sicht wird Wissen gesucht, um einem wirklichen Bedürfnis zu begegnen und dieses zu stillen. Menschliche Kräfte und Fähigkeiten sind zu kostbar, um sie auf die Erforschung von Einzelheiten dessen zu verwenden, was der Islam al-ghayb nennt, einen Begriff, der sich auf das bezieht, was jenseits der menschlichen Wahrnehmung liegt. Denn solches Wissen wird nicht gesucht, um irgendein wirkliches oder praktisches Bedürfnis im menschlichen Leben zu erfüllen. Für den menschlichen Verstand genügt es, an dieses ghayb zu glauben, so wie es Derjenige beschrieben hat, der es beschrieben hat. Geht der menschliche Verstand über diesen Glauben hinaus, um dessen Wesen und Einzelheiten zu untersuchen, so wird er keine wirklichen Ergebnisse erzielen, weil er schlicht nicht mit den notwendigen Fähigkeiten ausgestattet ist, dieses Wissen zu erlangen. Gott hat uns alles gegeben, was wir darüber wissen müssen. Jedes weitere Forschen ist vergeudete Mühe; es gleicht nichts anderem als dem Versuch, in der Wüste ohne Führer zu wandern. Es muss zwangsläufig in völligem Verlust enden.
Perhaps these aĥādīth we have quoted, together with statements in the Qur’ān, delineate the Islamic system of pursuing knowledge. The first point to make clear is that, from the Islamic point of view, knowledge is sought to face a real need and to satisfy that need. Human powers and faculties are too precious to expend in pursuing detailed matters of what Islam calls ghayb, a term which refers to what lies beyond the reach of human perception. That is because such knowledge is not sought to meet any real or practical need in human life. It is sufficient for the human mind to believe in that ghayb as described by the One who has described it. When the human mind goes beyond that belief in order to investigate its nature and details, it will not attain any true results, because it is simply not equipped with the necessary faculties to achieve that knowledge. God has given us all that we need to know about it. Any further pursuit is a waste of effort; it is no more than trying to walk in the desert without a guide. It is bound to end in total loss.
Was die islamischen Rechtsurteile betrifft, so werden diese eingeholt, wenn es nötig ist, um praktischen Situationen zu begegnen, sobald sie auftreten. Dies ist der richtige islamische Ansatz.
As for Islamic rulings, these are sought when needed, to face practical situations as and when these take place. This is the proper Islamic approach.
Während der mekkanischen Periode der islamischen Offenbarungen wurde keine einzige Verwaltungsvorschrift festgelegt, obwohl Gebote erteilt wurden, bestimmte Dinge zu tun, und andere zu unterlassen. Detaillierte Bestimmungen wie verpflichtende und fakultative Strafen, Sühneleistungen und dergleichen wurden erst nach der Gründung des islamischen Staates in Medina offenbart, weil dieser Staat in der Lage war, diese Einzelheiten umzusetzen und in die Praxis zu überführen.
Freiheit für den menschlichen Geist
Freedom For The Human Mind
Wir haben bereits eine Überlieferung erwähnt, in der Mujāhid von Ibn `Abbās berichtet, und die Kommentare von Sa`īd ibn Jubayr zum unmittelbaren Anlass für die Offenbarung des Verses, der den Gläubigen untersagt, Fragen zu bestimmten Dingen zu stellen, die ihnen Schwierigkeiten oder Kummer bereiten würden, wenn sie im Einzelnen dargelegt würden. Dieselbe Überlieferung erwähnt, dass ihre Fragen Dinge und Bräuche betrafen, die schon in vorislamischer Zeit bekannt waren.
We have already mentioned a report in which Mujāhid quotes Ibn `Abbās and Sa`īd ibn Jubayr’s comments on the immediate reason for revealing the verse instructing the believers not to put questions concerning certain matters which would cause them difficulty or distress should they be stated in detail. The same report mentions that their questions included things and practices known in pre- Islamic days.
Wir konnten nicht feststellen, auf welche genauen Dinge und Bräuche sich dies bezog. Doch der Umstand, dass die Sure die Weihung bestimmter Arten von Vieh unmittelbar nach der Anweisung erwähnt, keine unnötigen Detailfragen zu stellen, legt nahe, dass beides irgendwie miteinander verbunden ist. Mehr müssen wir hierzu nicht sagen, bevor wir zu dem Vers übergehen, der auf solche götzendienerischen Praktiken Bezug nimmt.
We have not been able to determine which particular things and practices were referred to, but the fact that the sūrah mentions the dedication of certain types of cattle immediately after the instruction not to ask unnecessary questions of detail suggests that the two are somehow linked. This is all that we need to say before discussing the verse that refers to such idolatrous practices.
Nicht Gott war es, der [Aberglauben wie den um] die gespaltenen Ohren einer Kamelstute, eine frei zur Weide gelassene Kamelstute, Götzenopfer bei Zwillingsgeburten bei Tieren oder von der Arbeit befreite Kamelhengste eingeführt hat. Es sind die Ungläubigen, die ihre eigenen lügnerischen Erfindungen Gott zuschreiben. Die meisten von ihnen gebrauchen niemals ihren Verstand. Wenn ihnen gesagt wird: „Kommt zu dem, was Gott offenbart hat, und zum Gesandten“, antworten sie: „Uns genügt, was wir unsere Väter haben befolgen sehen.“ Auch wenn ihre Väter nichts wussten und ohne jede Rechtleitung waren? (Verse 103–104)
It was not God who instituted [superstitions like those of] a slit-ear she camel, or a she-camel let loose for free pasture, or idol sacrifices for twin-births in animals, or stallion-camels freed from work. It is unbelievers who attribute their own lying inventions to God. Most of them never use their reason. When they are told, “Come to that which God has revealed and to the Messenger, “they reply, “Sufficient for us are the ways we found our fathers following.” Why, even though their fathers knew nothing and were devoid of all guidance? (Verses 103-104)
Abergläubische Praktiken
Superstitious Practices
Es gab bestimmte Arten von Vieh, die die Menschen für ihre Gottheiten weihten, unter Bedingungen, die in ihren überlieferten Mythen gründeten und die die Menschen blind annahmen. Welche waren das? Wer hat die Vorschriften hinsichtlich ihrer festgelegt? Wir haben stark voneinander abweichende Berichte, die jede dieser Arten erklären. Wir werden nur einige wenige dieser Definitionen nennen, um einen Eindruck von solchen Bräuchen zu vermitteln.
There were certain types of cattle people consecrated for their deities on conditions based in their inherited myths and which people accepted blindly. What were these? Who made the regulations concerning them? We have widely differing reports explaining each type of cattle. We will mention only a couple of these definitions to give an idea of such practices.
Al-Zuhrī überliefert von Saʿīd ibn al-Musayyib, dass die baḥīrah, eine „geschlitzt-ohrige Kamelstute“, eine solche war, deren Milch den Gottheiten geweiht wurde. [Die Milch wurde selbstverständlich von den Hütern der Tempel genommen und verwendet.] Die zweite Art, die sāʾibah, war eine Kamelstute, die den Gottheiten geweiht und frei umherziehen gelassen wurde, um zu weiden, wo immer sie wollte. Die dritte Art, die waṣīlah, war eine Kamelstute, die nacheinander zwei Kamelstuten gebar. Diese opferten sie ihren Gottheiten. Die vierte Art, der ḥāmī, war ein männliches Kamel, das zur Zucht gehalten wurde. Hatte es für eine festgelegte Anzahl von Kamelstuten die Empfängnis sichergestellt, sagten sie, sein Rücken sei warm geworden; dann wurde es befreit und frei umherziehen gelassen.
Al-Zuhrī quotes Sa`īd ibn al-Musayyib who says that the baĥīrah, or “a slit-ear she- camel” was one whose milk was dedicated for deities. [Needless to say, the milk was taken and used by the custodians of the temples.] The second type, sā‘ibah, was a she- camel dedicated to deities and let loose to graze wherever it wanted. The third type, waşīlah, was a she-camel that gave birth to two she-camels consecutively. This they would sacrifice for their deities. The fourth type, hāmī, was a male camel kept for breeding. When he had ensured conception for a set number of she-camels, they said that his back had warmed and he was freed and let loose.
Linguisten haben ähnliche Definitionen. Der erste Typ, baĥīrah, ist eine Kamelstute, deren Ohr weitgehend geschlitzt ist. Wenn eine Kamelstute fünfmal geboren hat und beim fünften Mal ein männliches Kamel zur Welt brachte, schlitzten die Araber ihr Ohr als Zeichen der Weihung und verboten, sie zu reiten oder zum Verzehr zu schlachten. Sie wurde niemals vom Weideplatz oder vom Wasser ferngehalten. Selbst wenn ein erschöpfter Mann sie sah, ritt er sie nicht. Der zweite Typ, sā’ibah, war eine frei gelassene Kamelstute. Wollte eine Person nach ihrer Genesung von einer Krankheit oder nach der Rückkehr von einer langen Reise oder dergleichen ein Opfer als Zeichen der Dankbarkeit darbringen, sagte sie: „Meine Kamelstute sei frei.“ Sie wurde dann auf dieselbe Weise geweiht wie der erste Typ.
Widerspruch in sich
Contradiction In Terms
Da der Koran diese Aspekte behandelt, stellt er zunächst fest, dass Gott jene Bräuche der Weihung von Vieh nicht eingeführt hat. Wer hat dann diese Bräuche für die Ungläubigen festgelegt? „Gott hat [Aberglauben wie den] von einer geschlitzten Ohren-Kamelstute, einer Kamelstute, die zum freien Weiden losgelassen wird, oder Götzenopfern bei Zwillingsgeburten von Tieren oder von Hengst-Kamelen, die von der Arbeit befreit sind, nicht eingesetzt.“ (Vers 103) Diejenigen, die einer anderen Lehre oder Ordnung folgen als jener, die Gott festgelegt hat, sind Ungläubige, die falsche Behauptungen über Gott aufstellen. Sie mögen ihre eigenen Gesetze erlassen und behaupten, dies seien Gottes Gesetze. Oder sie beanspruchen für sich das Recht, ihre eigenen Gesetze zu verkünden, und lassen in ihrem System keinen Raum für Gottes Gesetz, behaupten jedoch zugleich, dass sie Gott nicht ungehorsam seien. All das ist nichts anderes als das Erfinden von Lügen über Gott. „Es sind die Ungläubigen, die ihre eigenen lügnerischen Erfindungen Gott zuschreiben. Die meisten von ihnen gebrauchen niemals ihren Verstand.“ (Vers 103)
As the Qur’ān deals with these aspects, it states first of all that God has not initiated those practices of consecrating cattle. Who, then, has set those practices for the unbelievers? “It was not God who instituted [superstitions like those of] a slit-ear she- camel, or a she-camel let loose for free pasture, or idol sacrifices for twin-births in animals, or stallion-camels freed from work.” (Verse 103) Those who follow any code or doctrine other than the one God has laid down are unbelievers, making false claims against God. They may enact their own laws and claim that these are God’s law. Or they may claim for themselves the right to promulgate their own laws, allowing no room for God’s law in their system, but at the same time, they claim that they do not disobey God. All this is no more than fabricating lies against God. “It is unbelievers who attribute their own lying inventions to God. Most of them never use their reason.” (Verse 103)
Die heidnischen Araber pflegten zu glauben, dass sie dem Glauben Abrahams folgten, wie er ihm von Gott offenbart worden war. Sie leugneten Gott nicht vollständig. Vielmehr erkannten sie Ihn an, ebenso Seine Macht und Seine Herrschaft über das Universum. Dennoch erließen sie ihre eigenen Gesetze und Satzungen und behaupteten, dies alles seien Teile des Gesetzes Gottes. Deshalb waren sie Ungläubige. Dieselbe Beschreibung trifft auf alle Menschen in jedem Zustand der Unwissenheit zu, wenn sie ihre eigenen Gesetze machen, gleichgültig, ob sie behaupten, diese seien Teil des Gesetzes Gottes oder nicht.
The pagan Arabs used to believe that they were following the faith of Abraham, as revealed to him by God. They did not deny God altogether. Indeed they acknowledged Him, His power and control over the universe. Nevertheless, they enacted their own laws and legislation, claiming that these were all part of God’s law. As such they were unbelievers. The same description applies to all people in any state of ignorance, when they make their own laws, whether they claim them to be part of God’s law or not.
Individuelle Verantwortung
Individual Responsibility
Als die Lage der Ungläubigen erläutert worden war, stellt die Sure eine Aussage auf, die die Gläubigen als eigene Gruppe zeigt, unterschieden durch die Pflichten und Verpflichtungen, die sie zu erfüllen haben. Sie legt ihnen fest, welche Haltung sie gegenüber anderen Menschen einnehmen sollen. Ihnen wird gesagt, dass sie keine andere Belohnung erwarten dürfen als die Gottes. Sie sollen nach keiner Belohnung in diesem Leben streben. „Ihr Gläubigen, ihr seid nur für eure eigenen Seelen verantwortlich. Diejenigen, die irregehen, können euch keinen Schaden zufügen, wenn ihr selbst auf dem rechten Weg seid. Zu Gott werdet ihr alle zurückkehren. Dann wird Er euch verständlich machen, was ihr im Leben getan habt." (Vers 105)
When the situation of the unbelievers was explained, the sūrah makes a statement showing the believers as a separate group, distinguished by the duties and obligations they have to fulfil. It defines for them what attitude they should take to other people. It tells them that they may look forward to no reward other than that of God. They should aspire to no reward in this life. “Believers, it is but for your own souls that you are accountable. Those who go astray can do you no harm if you [yourselves] are on the right path. To God you all must return. He will then make you understand all that you were doing [in life].” (Verse 105)
Es handelt sich um einen vollständigen Bruch zwischen ihnen und jenen, die ihrer Sache feindlich gesinnt sind. Darüber hinaus sollten sie untereinander ein Verhältnis gegenseitiger Unterstützung pflegen, da sie eine einzige Gemeinschaft bilden: „O ihr, die ihr glaubt, ihr seid nur für eure eigenen Seelen verantwortlich. Diejenigen, die irregehen, können euch nicht schaden, wenn ihr [selbst] auf dem rechten Weg seid.“ (Vers 105)
It is a case of a complete break between them and those who are hostile to their cause. Moreover, they should have a relationship of mutual support among themselves, since they form one community: “Believers, it is but for your own souls that you are accountable. Those who go astray can do you no harm if you [yourselves] are on the right path.” (Verse 105)
Was dieser Vers den Gläubigen sagt, ist, dass sie auf sich selbst achten sollen, indem sie ihre Seelen reinigen und sich ganz ihrer Gemeinschaft verschreiben, ohne darauf zu achten, was andere sagen oder tun, selbst wenn diese weit in die Irre gehen mögen. Als Gläubige bilden sie eine eigenständige Einheit, unabhängig von allen anderen. In dieser Einheit sorgen sie füreinander, in vollständiger gegenseitiger Solidarität. Abgesehen davon haben sie keinerlei Bedarf an Bindungen oder Loyalitätsverhältnissen zu irgendjemandem.
What this verse says to the believers is that they should take care of themselves, purifying their souls and committing themselves wholly to their community, paying no attention to what others may say or do, even though they may go far astray. As believers, they are a separate unit, independent of all others. In this unit, they take care of one another, in complete mutual solidarity. Other than this, they have no need for any bonds or ties of loyalty with anyone.
Zeugen im Augenblick des Todes
Witnesses At The Time Of Death
Der Abschnitt endet mit einer Darlegung der Regeln für Zeugen eines Testaments, wenn der Testierende fern von seiner Heimat und seiner Gemeinschaft ist. Dies sind die abschließenden Bestimmungen dieser Sure zu bestimmten Geschäften in der islamischen Gesellschaft. Sie bieten Garantien, die sicherstellen, dass die Menschen erhalten, was ihnen rechtmäßig zusteht.
The passage is concluded with an outline of the rulings applicable to witnesses to a will, when the testator is away from home and from his society. These are the final rulings given in this sūrah on certain transactions in Islamic society. They provide guarantees to ensure that people receive what is rightly theirs.
Gläubige, es sollen Zeugen unter euch sein, wenn sich einem von euch der Tod naht und er Vermächtnisse verfügen will: zwei Männer von Rechtschaffenheit aus eurer eigenen Mitte oder zwei andere von außerhalb, falls euch der Todeskampf überkommt, während ihr im Land unterwegs seid. Haltet beide nach dem Gebet zurück, und wenn ihr irgendeinen Zweifel hegt, sollen sie bei Gott schwören: „Wir werden dieses [unser Wort] um keinen Preis verkaufen, selbst wenn es einen nahen Verwandten beträfe; und wir werden auch nichts von dem verbergen, was wir vor Gott bezeugt haben; denn dann würden wir zu den Sündigen gehören.“ Stellt sich aber später heraus, dass die beiden [Zeugen] sich [genau] dieser Sünde schuldig gemacht haben, dann sollen zwei andere an ihrer Stelle treten, aus denen, die unmittelbar betroffen sind. Beide sollen bei Gott schwören: „Unser Zeugnis ist gewiss wahrhaftiger als das dieser beiden. Wir haben die Grenzen des Rechten nicht überschritten; denn dann würden wir zu den Ungerechten gehören.“
Believers, let there be witnesses to what you do when death approaches you and you are about to make bequests: two persons of probity from among your own people, or two others from outside, if the pangs of death come to you when you are travelling through the land. Detain them both after prayer, and if you have any doubt in mind, let them swear by God, “We shall not sell this [our word] for any price, even though it were for a near kinsman; and neither shall we conceal anything of what we have witnessed before God; for then we should be among the sinful.” But if afterwards it should come to light that the two [witnesses] have been guilty of [this very] sin, then two others should replace them from among those immediately concerned. Both shall swear by God, “Our testimony is indeed truer than that of these two. We have not transgressed the bounds of what is right; for then we should be among the evil-doers.
„So ist es eher zu erwarten, dass die Menschen die Zeugenaussage wahrheitsgemäß ablegen; oder sie fürchten, dass nach ihren Eiden die Eide anderer genommen werden. Fürchtet Gott und hört auf Ihn. Gott leitet nicht die Frevler.“ (Verse 106–108)