Al-An'ām (Rechenschaft und Gnade) 50 - 55
Al-An`ām ( Accountability And Grace ) 50 - 55
Sprich: Ich sage euch nicht, dass die Schätze Gottes bei mir sind; ich kenne auch nicht das, was jenseits menschlicher Wahrnehmung liegt; und ich sage euch nicht, dass ich ein Engel bin. Ich folge nur dem, was mir offenbart wird. Sprich:
Say: I do not say to you that God’s treasures are with me; nor do I know what is beyond the reach of human perception; nor do I say to you that I am an angel. I only follow what is revealed to me. Say:
Können der Blinde und der Sehende als gleich gelten? Wollt ihr denn nicht nachdenken? (50)
Can the blind and the seeing be deemed equal? Will you not reflect? (50)
Warne damit diejenigen, die fürchten, zu ihrem Herrn versammelt zu werden, wenn sie außer Ihm keinen Beschützer und keinen Fürsprecher haben werden, damit sie gottesfürchtig werden. (51)
Warn with this [Qur’ān] those who fear that they will be gathered to their Lord, when they shall have none to protect them from Him or to intercede with Him, so that they may be God-fearing. (51)
Verstoße nicht die, die ihren Herrn morgens und abends anrufen und dabei nur Sein Wohlgefallen suchen. Du bist in keiner Weise für sie verantwortlich, so wie auch sie in keiner Weise für dich verantwortlich sind. Würdest du sie vertreiben, gehörtest du zu den Frevlern. (52)
Do not drive away those who call on their Lord morning and evening, seeking only to win His pleasure. You are in no way accountable for them, just as they are in no way accountable for you. Should you drive them away, you would be among the wrongdoers. (52)
So prüfen Wir einige von ihnen durch andere, damit sie sagen:
It is in this way that We try some of them by means of others, so that they may say:
„Sind dies diejenigen, denen Gott unter uns Seine Gunst erwiesen hat?“ Weiß Gott nicht am besten, wer wirklich dankbar ist? (53)
“Are these the ones upon whom God has bestowed His favour from among us?” Does not God know best as to who is truly grateful? (53)
Wenn diejenigen zu dir kommen, die an Gottes Offenbarungen glauben, sprich: Friede sei mit euch. Euer Herr hat sich selbst verpflichtet, Barmherzigkeit und Gnade zu gewähren: Wer von euch aus Unwissenheit eine böse Tat begeht und danach bereut und sich bessert, dem wird Er gewiss vergebend und barmherzig sein. (54)
When those who believe in God’s revelations come to you, say: Peace be upon you. Your Lord has committed Himself to bestow grace and mercy: if any of you does a bad deed out of ignorance, and then repents and mends his ways, He will be much- forgiving, merciful. (54)
So machen Wir Unsere Zeichen deutlich; und so tritt der Weg der Übeltäter klar hervor. (55)
Thus do We make plain Our revelations; so that the path of the evildoers may be clearly distinct. (55)
Überblick
Overview
Eine weitere Runde der Auseinandersetzung mit den Götzendienern über die Wahrheit der göttlichen Botschaft und das Wesen des Gesandten nimmt in diesem Abschnitt ihren Lauf. Sie zielt darauf ab, die vorgefassten Vorstellungen der Menschen im Allgemeinen über die Botschaften und Gesandten Gottes zu berichtigen. Solche Vorstellungen waren während der Zeiten der Unwissenheit bei den Arabern und anderen Völkern noch weiter verzerrt worden, so dass sie sich von der Wahrheit des Prophetentums, der Offenbarung und der Gesandten entfernt hatten. Sie hatten sogar Legenden, Aberglauben, Mythen und dergleichen hinzugefügt, um die ganze Angelegenheit mit Zauberei, Wahrsagerei, den Dschinn und sogar mit Wahnsinn zu verwirren. So wurde von einem Propheten verlangt, die Zukunft vorauszusagen, Wunder zu vollbringen und das zu tun, was ein Medium oder ein Zauberer normalerweise tut.
Yet another round of confrontation with the idolaters concerning the truth of the divine message and the nature of the Messenger gets underway in this passage. It seeks to rectify preconceived ideas among mankind generally about God’s messages and messengers. Such ideas had been further distorted during periods of ignorance among the Arabs and other communities, such that they had moved away from the truth of prophethood, revelation, and messengers. They had even added legends, superstitions, myths and the like to confuse the whole issue with sorcery, fortune- telling, the jinn and even with madness. Thus, a Prophet would be asked to predict the future, produce miracles and do what a medium or a sorcerer normally does.
Der islamische Glaube macht mit all diesem Unsinn Schluss und stellt seine Weltanschauung in klaren, einfachen und praktischen Begriffen dar. Er befreit den Begriff der Prophetie von all den Mythen und Aberglauben, die ihm in nahezu allen Gemeinschaften der Dschahiliyya anhafteten, einschließlich jener, die von verschiedenen jüdischen und christlichen Sekten eingeführt worden waren. All dies hatte das Bild der Propheten und der Prophetie stark verzerrt.
The Islamic faith does away with all this nonsense, presenting its ideology in clear, simple and practical terms. It purges the concept of prophethood of all the myths and superstitions that had been attached to it in practically all jāhiliyyah communities, including those introduced by different Jewish and Christian sects. All these had badly distorted the image of prophets and prophethood.
Der Koran stellt den islamischen Glauben sodann den Menschen frei von allen Verlockungen oder Zierden dar, die ihm fremd sind. Der Gesandte, der ihn verkündet, ist ein gewöhnlicher Mensch, der keinen Zugang zu den Schätzen Gottes hat, kein Wissen über das besitzt, was jenseits der menschlichen Wahrnehmung liegt, und der nicht behauptet, ein Engel zu sein. Er empfängt seine Botschaft allein von seinem Herrn und folgt nichts anderem als dem, was ihm offenbart wird ﷺ.
Ein Aufruf zu wahrer Besinnung
A Call For Proper Reflection
Sprich: Ich sage euch nicht, dass bei mir die Schätze Gottes sind; noch weiß ich, was jenseits der Reichweite menschlicher Wahrnehmung liegt; noch sage ich euch, dass ich ein Engel bin. Ich folge nur dem, was mir offenbart wird. Sprich: Können der Blinde und der Sehende als gleich erachtet werden? Wollt ihr denn nicht nachdenken? (Vers 50)
Say: I do not say to you that God’s treasures are with me; nor do I know what is beyond the reach of human perception; nor do I say to you that I am an angel. I only follow what is revealed to me. Say: Can the blind and the seeing be deemed equal? Will you not reflect? (Verse 50)
Halsstarrig in ihrer Ablehnung des Islam verlangten die Leute von Quraisch vom Propheten ﷺ, ein Wunder für sie zu vollbringen, damit sie ihn annehmen würden. Wie wir bereits erwähnt haben, waren sie gewiss, dass er wahrhaftig war.
Stubborn in their rejection of Islam, the people of the Quraysh demanded that the Prophet (peace be upon him) perform a miracle for them so as to win their acceptance. As we have already mentioned, they were certain that he was truthful.
Zweifellos hatten sie daran keinen Zweifel. Dennoch verlangten sie bisweilen, dass er die beiden Hügel al-Ṣafā und al-Marwah in Gold verwandle! Zu anderen Zeiten verlangten sie, dass beide Hügel ganz aus Makkah entfernt würden, damit an ihrer Stelle ein fruchtbares Gebiet entstehe, das Feldfrüchte und Obst hervorbringen könne. Wieder zu anderen Zeiten verlangten sie, dass man sie darüber informiere, was in der Zukunft geschehen werde. Oder sie verlangten, dass ein Engel herabgesandt werde, der die Botschaft des Propheten ﷺ bestätige, oder dass ihm eine schriftliche Botschaft von oben herabgesandt werde.
Indeed, they had no doubt about that. Nevertheless, they demanded, on occasion, that he transform the two hills of al-Şafā and al-Marwah into gold! At times, they demanded that both hills be removed from Makkah altogether so as to have in their place a fertile area which could yield crops and fruits. At other times, they demanded that they be informed of what would happen in the future. Alternatively, they demanded that an angel be sent down to endorse the Prophet’s message, or that a written statement be sent down to him from on high.
All diese Forderungen waren lediglich ein Deckmantel für ihre hartnäckige Ablehnung. Sie entsprangen den Mythen, dem Aberglauben und den Legenden, die mit dem Status und der Rolle eines Propheten verbunden waren, wie sie sich die Gesellschaften der Jāhiliyyah vorstellten. Diesen am nächsten standen die Mythen und Legenden, die Juden und Christen anhingen, nachdem sie von der Wahrheit abgewichen waren, die ihnen von den Gesandten Gottes verkündet worden war.
All these demands were simply a cover-up for their stubborn rejection. They were born out of the myths, superstitions and legends which were associated with the status and role of a prophet, as conceived by jāhiliyyah societies. The closest of these to them were the myths and legends held by the Jews and Christians after they had deviated from the truth preached to them by God’s messengers.
12 A.M. Al-`Aqqād, Haqā'iq al-Islām wa Abātīl Khuşūmih, [Arabic], Cairo, S. 60. Wir sollten hier anmerken, dass wir der Darlegung des Verfassers widersprechen, wonach sich die menschlichen Vorstellungen von Gottheit und Prophetentum, wie sie in verschiedenen Religionen, einschließlich der göttlichen, zum Ausdruck kommen, entwickelt haben, bis sie unter dem Islam ihre volle Reife erreichen. Tatsache ist, dass diese Vorstellungen in allen wahren göttlichen Botschaften dieselben sind, ungeachtet der Verfälschungen, die sich im Laufe der Zeit in sie eingeschlichen haben. Der Qur'ān, eine vollkommene Urkunde, stellt dies sehr deutlich fest. Wir halten daran fest und sehen über das hinweg, was westliche Theologen annehmen mögen. — Anmerkung des Verfassers.
12 A.M. Al-`Aqqād, Haqā'iq al-Islām wa Abātīl Khuşūmih, [Arabic], Cairo, p. 60. We should mention here that we disagree with the author's line explaining the development of human concepts of Godhead and prophethood as reflected in different religions, including the divine ones, until it reaches its full maturity under Islam. The fact is that these concepts are the same in all true divine messages, regardless of the distortions that crept into them over time. The Qur'ān, a perfect record, establishes this very clearly. We uphold this and disregard what Western theologists may assume. — Author's note.
13 Al-‘Aqqād, ebd., S. 66.
13 Al- `Aqqād, ibid., p. 66.
Welchen Weg der Prophet ﷺ einschlägt
Which Path The Prophet Follows
Dem Propheten wird daher aufgetragen, sie den Menschen so zu verkünden, wie sie ist, ohne Schmuck und ohne Verlockung. Sie bedarf keiner dieser Dinge. Wer sie annimmt, sollte wissen, dass er dadurch weder materiellen Reichtum noch eine gesellschaftliche Stellung erlangen wird. Er wird über andere Menschen keinen Vorzug haben außer durch seine guten Taten. Sie entscheiden sich lediglich für die göttliche Rechtleitung, die weit wertvoller ist als Reichtum, Stellung oder Auszeichnung. „Sprich: ‚Ich sage euch nicht, dass die Schätze Gottes bei mir sind; ich kenne auch nicht das, was jenseits menschlicher Wahrnehmung liegt; und ich sage euch nicht, dass ich ein Engel bin. Ich folge nur dem, was mir offenbart wird.‘“ (Vers 50)
The Prophet is, therefore, ordered to present it to people as it is, without adornment or temptation. It requires none of these. Those who adopt it should know that they are not going to gain any material wealth or position by it. They shall have no distinction over other people except through their good actions. They are only opting for divine guidance which is much more valuable than wealth, position or distinction. “Say: ‘I do not say to you that God’s treasures are with me; nor do I know what is beyond the reach of human perception; nor do I say to you that I am an angel. I only follow what is revealed to me.’” (Verse 50)
Wenn sie dies annehmen und übernehmen, sollten sie wissen, dass sie sich damit aus Finsternis und Blindheit ins Licht und in die Erleuchtung führen: „Sprich: Sind etwa der Blinde und der Sehende gleich? Wollt ihr denn nicht nachdenken?“ (Vers 50) Außerdem bedeutet das Folgen göttlicher Offenbarungen an sich schon, der rechten Leitung zu folgen. Wer ohne eine solche Leitung gelassen wird, bleibt blind. Dies wird in diesem Vers klar ausgesprochen. Welche Rolle bleibt dann dem menschlichen Verstand?
When they accept and adopt this, they should know that they bring themselves out of darkness and blindness into light and enlightenment: “Say: Can the blind and the seeing be deemed equal? Will you not reflect?” (Verse 50) Besides, following divine revelations is, in itself, following proper guidance. A person who is left without such guidance remains blind. This is stated plainly in this verse. What role, then, is left to the human mind?
Aus islamischer Sicht ist die Antwort auf diese Frage sehr einfach. Der Verstand, mit dem Gott den Menschen ausgestattet hat, ist fähig, Seine Offenbarung zu empfangen und zu begreifen. Das ist seine Aufgabe. Darüber hinaus ist er die Möglichkeit, die dem Menschen offensteht, der Rechtleitung Gottes zu folgen und mit dem richtigen, unfehlbaren Maßstab ausgerüstet zu sein.
From the Islamic point of view, the answer to this question is very simple. The mind with which God has endowed man is able to receive His revelation and comprehend it. This is its role. Moreover, it is the opportunity available to man to follow God’s guidance and to be equipped with the proper, infallible criterion.
Eine laute und deutliche Warnung
A Warning Loud And Clear
Warne mit diesem [Qur’ān] jene, die fürchten, zu ihrem Herrn versammelt zu werden, wenn sie außer Ihm keinen Beschützer und keinen Fürsprecher haben werden, damit sie gottesfürchtig werden. Weise nicht jene fort, die ihren Herrn am Morgen und am Abend anrufen und dabei nur Sein Wohlgefallen suchen. Du bist in keiner Weise für sie verantwortlich, so wie auch sie in keiner Weise für dich verantwortlich sind. Würdest du sie fortweisen, gehörtest du zu den Frevlern. Auf diese Weise prüfen Wir einige von ihnen durch andere, sodass sie sagen: „Sind das diejenigen, denen Gott unter uns Seine Gunst erwiesen hat?“ Weiß Gott nicht am besten, wer wahrhaft dankbar ist? Wenn diejenigen zu dir kommen, die an die Zeichen Gottes glauben, dann sprich: Friede sei mit euch! Euer Herr hat sich verpflichtet, Barmherzigkeit zu üben: Wenn einer von euch aus Unwissenheit eine böse Tat begeht und danach bereut und sich bessert, so ist Er gewiss allverzeihend und barmherzig.
Warn with this [Qur’ān] those who fear that they will be gathered to their Lord, when they shall have none to protect them from Him or to intercede with Him, so that they may be God-fearing. Do not drive away those who call on their Lord morning and evening, seeking only to win His pleasure. You are in no way accountable for them, just as they are in no way accountable for you. Should you drive them away, you would be among the wrongdoers. It is in this way that We try some of them by means of others, so that they may say: ‘Are these the ones upon whom God has bestowed His favour from among us?” Does not God know best as to who is truly grateful? When those who believe in God’s revelations come to you, say: Peace be upon you. Your Lord has committed Himself to bestow grace and mercy: if any of you does a bad deed out of ignorance, and then repents and mends his ways, He will be much forgiving, merciful.
(Verse 51-4)
(Verses 51-4)
Es gehört zum Wesen des islamischen Glaubens, dass er wenig Wert auf weltliche Maßstäbe und kleinliche menschliche Erwägungen legt. Dem Gesandten Gottes ﷺ wurde geboten, ihn den Menschen so darzulegen, wie er ist, ohne Ausschmückung, Verzierung oder verlockende Versprechen. Ihm wurde außerdem geboten, besondere Aufmerksamkeit denen zuzuwenden, die voraussichtlich positiv auf seinen Ruf antworten, und sich mit denen zu verbünden, die ihn gut aufnehmen und bereit sind, sich aufrichtig darum zu bemühen, das Wohlgefallen Gottes zu erlangen. Er sollte den Werten einer Gesellschaft der Unwissenheit (jāhiliyyah) keinerlei Gewicht beimessen. Seine Aufgabe bestand darin, diejenigen zu warnen, die sich davor fürchten, was ihnen geschehen mag, wenn sie am Tag der Auferstehung zu ihrem Herrn versammelt werden, wenn sie niemanden haben werden, der sie unterstützt oder für sie Fürsprache einlegt. Tatsache bleibt, dass niemand bei Gott Fürsprache einlegen kann, es sei denn, ihm ist die Erlaubnis dazu gegeben.
Diejenigen, die Gottes Gnade am meisten verdienen
The Most Deserving Of God’s Grace
„So prüfen Wir einige von ihnen durch andere, sodass sie sagen: Sind das diejenigen, denen Gott unter uns Seine Gunst erwiesen hat?“ (Vers 53) Dies ist eine rhetorische Frage der hochmütigen arabischen Häuptlinge. Der Koran gibt die vollkommene Antwort: „Weiß Gott nicht am besten, wer wirklich dankbar ist?“ (Vers 53) Es ist eine Antwort, die auf treffende Weise aufgeladen ist. Sie deutet klar an, dass das Folgen der rechten Leitung eine Belohnung Gottes ist, die Er denjenigen gewährt, von denen Er weiß, dass sie wirklich dankbar sind. Auf diese Weise werden sie mit diesem besonderen Aspekt göttlicher Gnade begünstigt. Keine noch so große Dankbarkeit ist ausreichend als Gegenleistung für diesen Akt der Gnade. Gott nimmt jedoch das Beste an, was Seine Diener zu leisten vermögen, und belohnt sie dafür. Seine Belohnung ist stets überaus großzügig.
“It is in this way that We try some of them by means of others, so that they may say: Are these the ones upon whom God has bestowed His favour from among us?’“ (Verse 53) This is a rhetorical question asked by the arrogant Arab chiefs. The Qur’ān provides the perfect answer: “Does not God know best as to who is truly grateful?” (Verse 53) It is an answer loaded with pointed connotations. It clearly suggests that following right guidance is a reward given by God to those whom He knows to be truly grateful. In this way, they are favoured with this particular aspect of divine grace. No amount of gratitude is sufficient in return for this act of grace. God, however, accepts the best that His servants can do and rewards them for it. His reward is always exceedingly generous.
Die Antwort legt außerdem nahe, dass die Annahme des Glaubens eine Gnade ist, die nichts mit den Werten zu tun hat, die in einer Gesellschaft herrschen mögen, die von Menschen gemachten Systemen folgt. Gott schenkt sie denen, von denen Er weiß, dass sie dafür dankbar sind, auch wenn sie arm sind und keinen Einfluss haben. Menschliche Werte haben auf Gottes Waage kein Gewicht.
The answer also suggests that accepting faith is a blessing that has nothing to do with the values that may prevail in any society following man-made systems. God bestows it on those whom He knows to be grateful for it, even though they may be poor and have no influence. Human values have no weight on God’s scales.
Aus Gottes Antwort auf diese überhebliche Frage geht klar hervor, dass es die bloße Unwissenheit jener Menschen ist, die sie dazu bringt, Einwände gegen die Auswahl derer zu erheben, denen Gott Seine Gnade zuteilwerden lässt. Diejenigen, die diese Frage stellen, erkennen nicht, dass Gott diese Gunst auf der Grundlage Seines vollkommenen Wissens gewährt. Er ist es, der unter Seinen Dienern diejenigen kennt, die eine solche Gunst verdienen. Solche unwissenden Einwände verraten zudem den schlechten Anstand derer, die sie erheben.
14 Al-Ţabarī, Jāmi` al-Bayān, Dār al-Fikr, Beirut, 1984., Bd. 7, S. 200.
14 Al-Ţabarī, Jāmi` al-Bayān, Dār al-Fikr, Beirut, 1984., Vol. 7, p. 200.
15 Al-Ṭabarī, ebd., Bd. 7, S. 201
15 Al-Ţabarī, ibid., Vol. 7, p. 201
In seinem berühmten Kommentar zum Qur'ān bemerkt Ibn Kathīr: „Die Authentizität dieses Hadīth ist fragwürdig, denn dieser Vers wurde in der mekkanischen Periode offenbart, während al-Aqra` ibn Ĥābis und `Uyaynah lange nach der Auswanderung des Propheten ﷺ nach Madīnah den Islam annahmen." Ich kann Ibn Kathīrs Bemerkungen nicht zustimmen. Es besteht kein Zweifel, dass diese beiden Männer das, was sie sagten, sagten, bevor sie den Islam annahmen. Sie hätten eine solche Aussage ja kaum treffen können, nachdem sie Muslime geworden waren. Daher ist es möglich, dass sie den Islam nicht annahmen, als ihr Vorschlag abgelehnt wurde, sondern ihn erst viel später annahmen. — Anmerkung des Autors.
In his famous commentary on the Qur'ān, Ibn Kathīr comments: "The authenticity of this hadīth is questionable, because this verse was revealed in the Makkan period, while al- Aqra` ibn Ĥābis and `Uyaynah embraced Islam long after the Prophet's migration to Madinah." I cannot agree with Ibn Kathīr's comments. There is no doubt that these two men said what they did before they embraced Islam. They could not after all have said such a thing after they had become Muslims. Hence, it might be that they did not accept Islam when their suggestion was refused, but then they embraced it much later. — Author's note.
Ich möchte hinzufügen, dass Ibn Kathīrs Einwand vielleicht stichhaltiger ist, denn der Prophet ﷺ ging, als er noch in Makkah war, zu den Pilgern anderer Stämme, um sie zu treffen. Die Delegationen der Araber, von denen in diesem Bericht die Rede ist, empfing er erst gegen Ende seiner Zeit in Madinah. – Anmerkung des Herausgebers.
I may add that Ibn Kathīr's objection is perhaps more valid, because when the Prophet was still in Makkah he went to meet pilgrims from other tribes. He did not receive Arab delegations referred to in this report until late in his Madinan period. — Editor's note.
Um eine große Kluft zu überbrücken
To Bridge A Wide Gulf
Wir müssen diesen ganzen Abschnitt noch einmal mit großer Aufmerksamkeit betrachten, denn er ist von höchster Bedeutung für die gesamte Menschheit. Seine Verse haben eine weitaus größere Bedeutung als die bloße Aufzählung von Werten und theoretischen Grundsätzen der Menschenrechte. Sie stehen für etwas Großes, das im menschlichen Leben erreicht wurde, als dieser Glaube die Menschheit an die Hand nahm, um eine sehr weite Kluft zu überbrücken. In nur einer Epoche der Geschichte erreichte die Menschheit den strahlendsten Gipfel. Trotz ihres langen Rückzugs von diesem Gipfel kann die Größe und Wirklichkeit dieser Errungenschaft nicht leichtgenommen werden. Da die Menschheit einmal diesen Gipfel erreicht hat, kann sie ihre Leistung gewiss wiederholen. Der Gipfel steht nach wie vor dort. Der Mensch und die Religion des Islam sind dieselben geblieben. Es bedarf des entschlossenen Willens, es erneut zu versuchen, und des Vertrauens, dass der Gipfel wieder erreichbar ist.
We need to cast another long look at this whole passage, as it is of exceeding importance to humanity as a whole. Its verses have a much greater significance than the listing of values and theoretical principles on human rights. They represent something great that has been achieved in human life when this faith took humanity by the hand to bridge a very wide gulf. In just one stage of history, humanity attained the brightest summit. Despite its long retreat from that summit, the greatness and reality of that achievement cannot be taken lightly. Since humanity has reached that summit once, it can certainly repeat its performance. The summit remains there. Human beings and the religion of Islam remain the same. What is needed is the determined resolution to try again and the confidence that the summit is once again attainable.
Diese Verse zeichnen für die Menschheit die aufsteigende Kurve nach und markieren jede Stufe der Reihe nach, um das niedrige Niveau der Unwissenheit zu zeigen, auf dem sich die Araber vor dem Islam befanden, bevor der Islam sie zum höchsten Gipfel emporführte. Als sie diesen erreichten, nahmen sie die übrige Menschheit mit sich.
These verses draw for humanity the rising curve, marking each stage in order to show the low level of ignorance at which the Arabs were situated before Islam took them to the highest summit. When they attained it, they took the rest of mankind with them.
Die Abgründe, in denen die Araber und die gesamte Menschheit in ihren Tagen der Unwissenheit lebten, werden uns vor Augen geführt, wenn die Häuptlinge der Quraisch mit einem Unterton des Vorwurfs zum Propheten sagen: „Muḥammad, sind das diejenigen, die du unter deinem Volk zu Gefährten erwählt hast? Sind das diejenigen, denen Gott unter uns Seine Gunst erwiesen hat? Sollen wir denen folgen? Verjage sie, dann mögen wir erwägen, dir zu folgen.“ Wir sehen es wieder in der Art, wie al-Aqraʿ und ʿUyaynah verächtlich auf die frühen Gefährten des Propheten herabblickten, etwa Bilāl, Ṣuhayb, ʿAmmār, Khabbāb und andere, scheinbar unpassende Menschen. Die beiden Häuptlinge sagten zum Propheten ﷺ: „Wir möchten, dass du für uns eine besondere Zeit festlegst, damit die Araber unsere hohe Stellung anerkennen. Delegationen kommen aus allen Teilen Arabiens zu dir, und wir schämen uns, mit solchen Leuten gesehen zu werden. Wenn wir kommen, um dich zu besuchen, sag ihnen, sie sollen gehen. Wenn wir fortgehen, magst du mit ihnen sitzen, wenn du willst.“ Dies ist das hässlichere Gesicht der Unwissenheit und ihrer kleinlichen Werte, die gesellschaftlichem Ansehen sowie Reichtum und Stand Bedeutung beimessen. Diejenigen Menschen, die von den arabischen Häuptlingen verachtet wurden, waren entweder Nicht-Araber oder besaßen weder Reichtum noch gesellschaftliches Ansehen. Dieselben Werte herrschen in allen Gesellschaften der Ǧāhiliyyah vor, selbst in modernen.
Das Entlarven der Masken des Bösen
Tearing Off The Masks Of Evildoing
Nun gelangen wir zum Abschluss dieses Abschnitts, der sehr klar die Natur der letzten Botschaft darlegt, die Gott offenbart hat, und die Aufgabe, die Seinem letzten Gesandten übertragen wurde. Er hat ferner die Grundlagen des Glaubens in ihrer schlichten Form umrissen und uns einen Einblick in die Werte und Prinzipien gegeben, die der Islam im menschlichen Leben verwirklichen will, und in jene, die er abschaffen will. Am Ende dieses Abschnitts werden wir daran erinnert, dass dieser ausführliche Überblick absichtlich gegeben wird, um alles sehr deutlich darzulegen und keinen Raum für Verwirrung zu lassen. So wird die Wahrheit allen bekannt sein, ohne dass es wundersamer Beweise bedarf. Eine solche Klarheit bietet die Herangehensweise des Qur'ān, von der dieser Abschnitt ein Beispiel ist.
Now we come to the conclusion of this passage which has outlined very clearly the nature of the last message revealed by God and the task assigned to His last Messenger. It has further outlined the essentials of faith as they are, unadorned, giving us an insight into the values and principles Islam wants to establish in human life and those it wants to abolish. At the conclusion of this passage we are reminded that this detailed outline is given on purpose in order to lay down everything very clearly and to leave no room for confusion. Thus, the truth will be known to everyone, without any need for miraculous proofs. Such clarity is provided by the Qur’ānic approach, of which this passage is an example.
So zeigt die letzte Verse dieses Abschnitts in zwei kurzen Satzteilen: Der erste bezieht sich auf alle Zeichen der Rechtleitung, Hinweise auf den Glauben und Aussagen der Wahrheit, die bisher in dieser Sure gegeben wurden: „So machen Wir Unsere Offenbarungen deutlich.“ Der zweite Satzteil dieses kurzen Verses erfüllt uns mit Staunen: „Damit der Weg der Übeltäter klar hervortrete.“ (Vers 55)
The final verse in this passage is expressed in two short clauses: the first refers to all signs of guidance, pointers to faith and statements of the truth that have been given so far in this sūrah: “Thus do We make plain Our revelations”. The second clause in this short verse fills us with wonder: “So that the path of the evildoers may be clearly distinct.” (Verse 55)
Diese Aussage besagt, dass die Herangehensweise des Qur'ān darauf abzielt, die Wahrheit zu verdeutlichen und sie sehr klar darzulegen, dass sein Ziel jedoch nicht allein darin besteht, den Weg der Gläubigen deutlich abzugrenzen. Er bemüht sich ebenso darum, die Falschheit klar und unmissverständlich darzustellen, damit auch der Weg der Übeltäter deutlich abgegrenzt wird. Die Klarheit des einen zieht notwendigerweise die Klarheit des anderen nach sich.
This statement tells us that the Qur’ānic approach endeavours to clarify the truth and states it very plainly, but its purpose is not merely to make the path of the believers clearly distinct. It also endeavours to clearly and plainly portray falsehood so that the path of the evildoers is also clearly distinct. Clarity of the one necessitates clarity of the other.