MUHAMMAD (Gefangene des Krieges) 1-15
MUHAMMAD (Captives of War) 1-15
Im Namen Gottes, des Allerbarmers, des Barmherzigen. {Diejenigen, die ungläubig sind und andere vom Weg Gottes abhalten, deren Taten wird Er zunichtemachen.} (1)
In the Name of God, the Lord of Grace, the Ever Merciful Those who disbelieve and debar others from God s path will have their deeds brought to nothing by Him, (1)
Diejenigen aber, die glauben und gute Werke tun und an das glauben, was Muhammad ﷺ offenbart wurde – denn es ist die Wahrheit von ihrem Herrn –, denen wird Er ihre schlechten Taten tilgen und ihren Zustand bessern. (2)
whereas those who have faith and do righteous deeds, and believe in what has been revealed to Muhammad, for it is indeed the truth from their Lord - He will forgive them their bad deeds and bring them to a happy state. (2)
Das liegt daran, dass die Ungläubigen dem Falschen folgen, während diejenigen, die glauben, der Wahrheit von ihrem Herrn folgen. So legt Gott den Menschen ihre Verhaltensregeln dar. (3)
This is because the unbelievers follow falsehood, whereas those who believe follow the truth from their Lord. Thus does God lay down for mankind their rules of conduct. (3)
Wenn ihr auf die Ungläubigen trefft, so schlagt auf die Nacken, bis ihr sie tüchtig niedergemetzelt habt; dann schnürt die Fesseln fest. Hierauf entweder Gnade oder Lösegeld, bis der Krieg seine Lasten niedergelegt hat. So ist es. Hätte Gott es gewollt, Er hätte sich selbst an ihnen gerächt; aber Er wollte, dass Er euch durcheinander prüfe. Und denjenigen, die auf Gottes Weg getötet werden, wird Er ihre Werke niemals verloren gehen lassen.
Now when you meet the un believers in battle, smite their necks. Then when you have thoroughly subdued them, bind them firmly. Thereafter, set them free either by an act of grace or against ransom, until war shall lay down its burden. Thus [shall it be]. Had God so willed, He could have punished them Himself, but it is His will that He tests you all by means of one another. And as for those who are slain in Gods cause, never will He let their deeds go to waste. (4)
Er wird sie rechtleiten und ihren Zustand in einen glücklichen verwandeln, (5)
He will grant them guidance, and bring them to a happy state, (5)
und wird sie in den Garten eintreten lassen, den Er ihnen bereits bekannt gemacht hat. (6)
and will admit them to the Garden He has already made known to them. (6)
Gläubige! Wenn ihr Gottes [Sache] unterstützt, wird Er euch unterstützen und eure Schritte festigen; (7)
Believers! If you support [the cause of] God, He will support you and will make your steps firm; (7)
Was die Ungläubigen betrifft, so erwartet sie ein schlimmes Schicksal, und Er wird ihre Werke zunichtemachen. (8)
but as for the unbelievers, ill fortune awaits them as He will bring their deeds to nothing. (8)
Das geschieht, weil sie verabscheuen, was Gott herabgesandt hat, und Er deshalb ihre Werke zunichtemacht. (9)
This is because they hate what God has bestowed from on high, and thus He causes their deeds to go to waste. (9)
Sind sie denn nicht auf der Erde umhergezogen und haben gesehen, wie das Ende derer war, die vor ihnen lebten? Gott hat sie vollständig vernichtet. Ein ähnliches Schicksal erwartet die Ungläubigen. (10)
Have they never travelled through the land and seen what was the end of those who lived before their time? God destroyed them utterly. A similar fate awaits the unbelievers. (10)
Dies geschieht, weil Gott die Gläubigen beschützt, während die Ungläubigen niemanden haben, der sie beschützt.
This is because God protects the believers, while the unbelievers have no one to protect them.
(ID) Gott wird gewiss diejenigen, die glauben und gute Werke tun, in Gärten eintreten lassen, unter denen Flüsse fließen. Diejenigen aber, die ungläubig sind, genießen (ihr Leben in dieser Welt) und essen, wie das Vieh frisst; das Feuer aber wird ihre Bleibe sein. (12)
(ID God will indeed admit those who believe and do righteous deeds into gardens through which running waters flow, while those who disbelieve will enjoy their life [in this world] and eat as cattle eat; but the fire shall be their abode. (12)
Wie viele Städte, die stärker waren als deine Stadt, die dich vertrieben hat, haben Wir vernichtet, und sie hatten niemanden, der ihnen half. (13)
How many cities of greater power than this your city which has driven you out have We destroy ed, and they had none to help them. (13)
Ist derjenige, der sich auf einen klaren Beweis von seinem Herrn stützt, etwa wie jener, dem die Schlechtigkeit seiner eigenen Taten verlockend erscheint, oder wie diejenigen, die ihren eigenen Begierden folgen?
Is he who takes his stand on a clear evidence from his Lord like one to whom the evil of his own deeds seems goodly, or like those who follow their own desires?
(14)
(14)
Dies ist das Paradies, das den Gottesfürchtigen verheißen ist: Darin gibt es Flüsse mit Wasser, das niemals verdirbt, Flüsse mit Milch, deren Geschmack sich nie verändert, Flüsse mit Wein, eine Wonne für die Trinkenden, und Flüsse mit Honig, rein und geklärt.
Such is the paradise which the God-fearing are promised: In it are rivers of water for ever pure, rivers of milk the taste of which never alters, rivers of wine, a delight for those who drink, and rivers of honey pure and clarified.
Darin werden sie allerlei Früchte haben, und ihnen wird Vergebung von ihrem Herrn zuteil. Sind sie etwa denen gleich, die im Feuer ewig bleiben und mit siedendem Wasser getränkt werden, das ihre Eingeweide zerreißt? (15)
In it they shall have all kinds of fruit. And they receive there forgiveness by their Lord. Are they to be compared to those who are to abide in the fire and be given a drink of scalding water that tears their bowels? (15)
Glaube an die Offenbarungen Muhammads
Belief in Muhammad’s Revelations
Die Sure beginnt unmittelbar mit einem klaren Angriff gegen die Ungläubigen, ohne Einleitung oder vorbereitende Bemerkungen. Diese Ungläubigen, die andere vom Weg Gottes abhalten, sehen sich der Aussicht gegenüber, dass ihre Taten in die Irre gehen und am Ende nichts übrig bleibt. Dies gilt für alle Ungläubigen, gleichgültig ob sie aus eigenem Antrieb andere abhalten oder selbst abgehalten werden und dann ihrerseits andere vom Weg Gottes abhalten. Zu Beginn vermittelt die Sure den Eindruck, dass die Taten belebt sind, körperlich in Bewegung, doch ihre Bewegungen sind fehlgeleitet, weit abgeirrt und ohne ein bestimmtes Ziel. Das Ergebnis bringt völligen Verlust und Vernichtung. Diese Belebung dient dazu, das Bild einer Schlacht zu zeichnen, in der sich die Taten von den Menschen trennen, die sie verrichten: Die Folge ist, dass beide weiter voneinander abirren und alles im Verderben endet.
The surah opens with a straightforward attack against the unbelievers, without any introduction or preparatory remarks. These unbelievers, who debar others from God’s path, are faced with the prospect of their deeds going astray and ending up with nothing. This applies to all unbelievers whether they are those who debar others on their own initiative, or they themselves are debarred and then debar others from God’s path. At the outset, the surah gives us a sense of deeds being animated, physically on the move, but their movements are erroneous, far astray, and without any defining goal. The result brings utter loss and destruction. Such animation is employed to provide an image of a battle in which the deeds separate themselves from the people who perform them: the result is that both go further astray from each other, and all ends in ruin.
Diese Taten, die zunichtegemacht werden, können sich insbesondere auf jene beziehen, von denen die Ungläubigen hofften, dass sie ihnen gute Ergebnisse bringen würden; mit anderen Worten, sie erschienen ihnen als gute Taten. Doch eine gute Tat, die nicht auf dem Glauben beruht, verliert ihren Wert; ihre Güte ist oberflächlich.
These deeds that are brought to nothing may refer, in particular, to the ones that the unbelievers hoped would bring them good results; in other words, they appeared to them as good deeds. However, a good deed that is not based on faith loses its value; its goodness is superficial.
Wichtig ist das Motiv, das einer Tat zugrunde liegt, nicht die äußere Form der Tat. Selbst wenn das Motiv gut ist, kann es nur vorübergehend sein oder aus einer plötzlichen Regung entstehen, sofern es nicht auf dem Glauben beruht. Der Glaube dagegen verbindet alle Handlungen und Gefühle des Menschen mit einem festen Fundament. Dadurch erhalten die Taten ihren Sinn und ihr Ziel, gewinnen Beständigkeit und ihre Wirkungen stehen im Einklang mit der göttlichen Ordnung, die alle Teile des Universums miteinander verbindet. So wird jede Handlung als Beitrag zum allgemeinen Fortschritt des Universums verstanden, der eine Aufgabe erfüllt und einem Zweck dient.
Ein Befehl zum Kampf
An Order To Fight
Das Prinzip, das im ersten Vers der Sure genannt wird, wird zur Grundlage der Anweisung an die Gläubigen gemacht, gegen die Ungläubigen zu kämpfen. Die Gläubigen sind diejenigen, die der Wahrheit folgen, die im menschlichen Leben auf Erden etabliert werden muss. Sie, die Wahrheit, soll die Macht erhalten, die Angelegenheiten des Lebens zu lenken. Somit gründet sich das menschliche Leben auf die Wahrheit und bezieht alles auf sie. Die Ungläubigen hingegen folgen dem Falschen.
The principle stated in the first verse of the surah is made the basis of the directive to the believers to fight the unbelievers. The believers are the ones who follow the truth that must be established in human life on earth. It, truth, should be given the power to conduct life’s affairs. Thus, human life becomes based on the truth and refers everything to it. The unbelievers, on the other hand, follow falsehood.
Dieser Vers und alle seine Auswirkungen auf das menschliche Leben sollten entfernt werden: „Wenn ihr nun auf die Ungläubigen im Kampf trefft, so schlagt ihre Hälse ab. Und wenn ihr sie vollständig überwältigt habt, so schnürt sie fest. Danach aber setzt sie entweder aus Gnade frei oder gegen Lösegeld, bis der Krieg seine Last niederlegt.“ (Vers 4) Dieser Vers bezieht sich ausschließlich auf das Aufeinandertreffen im Kampf, nicht auf irgendeine andere Begegnung zwischen Gläubigen und Ungläubigen. Bis zur Offenbarung dieser Sure lebten Götzendiener auf der Arabischen Halbinsel, von denen sich einige im Krieg mit den Gläubigen befanden und andere durch Friedensverträge gebunden waren. Sure 9, At-Tauba, war damals noch nicht offenbart worden, die ankündigte, dass Verträge mit festgelegtem Ablaufdatum nicht erneuert würden.
This should be removed with all its effects on human life: “Now when you meet the unbelievers in battle, smite their necks. Then when you have thoroughly subdued them, bind them firmly. Thereafter, set them free either by an act of grace or against ransom, until war shall lay down its burden.” (Verse 4) This verse refers specifically to meeting in battle, not any other meeting between believers and unbelievers. Up to the revelation of this surah, idolaters lived in the Arabian Peninsula, some of whom were at war with the believers and some bound by peace treaties. Surah 9, Repentance, had not as then been revealed giving notice that treaties specifying dates of expiry would not be renewed.
Andererseits erhielten Verträge ohne festgelegte Laufzeit eine viermonatige Kündigungsfrist. Danach sollten Götzendiener getötet werden, wenn man sie irgendwo auf der Arabischen Halbinsel fand. Ziel dieser Regeln war es, die Halbinsel zur dauerhaften Basis des Islam zu machen.2
On the other hand, treaties without a specific term were given a four- month notice of termination. Thereafter, idolaters were to be killed if they were found anywhere in the Arabian Peninsula. The aim of these rules was to make the Peninsula the permanent base of Islam.2
2. Diese Regel gilt nicht für Götzendiener außerhalb der Arabischen Halbinsel; sie konnten weiterhin im muslimischen Staat leben, jedoch nur gemäß den islamischen Regeln.
2. This rule does not apply to idolaters outside the Arabian Peninsula; they could continue to live in the Muslim state but only in accordance with Islamic rules.
3. Diese Verse werden in Bd. VII, S. 198–202 erläutert.
3. These verses are explained in Vol. VII, pp. 198-202.
Das Urteil über Kriegsgefangene
The Ruling On Captives Of War
Der Vers legt daraufhin die Regelung für diejenigen fest, die im Krieg gefangen genommen werden. Dies ist der einzige Qur'an-Text, der eine Regelung über solche Gefangenen enthält:
The verse then sets the ruling concerning those who are taken captive in war. This is the only Qur’anic text stating a ruling on such captives:
„Danach sollt ihr sie entweder aus Gnade freilassen oder gegen Lösegeld.“ (Vers 4) Das bedeutet, dass Kriegsgefangene unentgeltlich freigelassen werden sollen, ohne jede Gegenleistung. Es ist weder ein bestimmtes Lösegeld noch ein Gefangenenaustausch erforderlich. Der Koranvers erwähnt keine dritte Möglichkeit, etwa die Tötung götzendienerischer Gefangener oder ihre Versklavung.
“Thereafter, set them free either by an act of grace or against ransom.” (Verse 4) This means that captives of war are to be set free gratis, without any compensation. No specified ransom or exchange of prisoners is required. The Qur’anic verse does not mention any third option, such as putting idolater captives to death or binding them into slavery.
Dennoch geschah in der Praxis Folgendes: Der Prophet und die ihm nachfolgenden Kalifen versklavten einige Kriegsgefangene und töteten namentlich benannte Einzelpersonen. Wir zitieren, was Imam Abu Bakr al-Jassas von der hanafitischen Rechtsschule zu diesem Vers in seinem Buch al-Qur'an sagt, und fügen bei Bedarf einige Anmerkungen hinzu. Anschließend fassen wir unsere Sicht auf die einschlägigen Rechtsbestimmungen zusammen:
Nevertheless, what happened in practice was that the Prophet and the caliphs succeeding him put some war captives into slavery, and killed specifically named individuals. We will quote what Imam Abu Bakr al-Jassas, of the Hanafl school of Islamic law, says about this verse in his book al-Qur’an, making some comments as necessary. We will then conclude by stating our view of the relevant rulings:
Gott sagt in diesem Vers: „Wenn ihr auf die Ungläubigen im Kampf trefft, dann schlagt ihnen auf den Nacken.“ Dem Wortlaut nach macht die Aussage deutlich, dass das Töten der Ungläubigen die einzige Option ist, bis sie vollständig unterworfen sind. Dies stimmt mit dem überein, was Gott in dem anderen Vers sagt: „Einem Propheten ziemt es nicht, Gefangene zu haben, bevor er im Land gründlich gekämpft hat.“ (8: 67) Ibn 'Abbas wird mit der Aussage zitiert, dieser letzte Satz habe sich auf die Schlacht von Badr bezogen, als die Muslime eine kleine Minderheit waren. Als ihre Zahl wuchs und sie mächtiger wurden, legte Gott die Regel fest: „Danach lasst sie frei, entweder aus Gnade oder gegen Lösegeld.“ So erlaubte Gott dem Propheten ﷺ und den Gläubigen alle Möglichkeiten: ihre Gefangenen zu töten, sie zu versklaven oder freizulassen. Der Überlieferer dieses Hadithes bezweifelt jedoch, ob Ibn 'Abbas die Versklavung von Gefangenen erwähnt hat.
4. Der Autor kommentiert dieses lange Zitat an mehreren Stellen. Wir haben seine Kommentare in gesonderten Absätzen wiedergegeben, um sie vom zitierten Text zu unterscheiden. – Anmerkung des Herausgebers.
4. The author makes several comments on this lengthy quotation. We have included his comments in separate paragraphs so as to distinguish them from the quoted text. - Editor’s note.
Was wir sagen
What We Say
Zusammenfassend ist dies der einzige Koranvers, der eine Regelung für Kriegsgefangene enthält. Alle anderen Texte beziehen sich auf Situationen, in denen keine Gefangennahme stattfand. Daher bildet dieser Vers die dauerhafte Grundlage für den Umgang mit dieser Frage. In jenen Fällen, in denen die Praxis davon abwich, war dies das Ergebnis besonderer und vorübergehender Umstände. Die Tötung einzelner Gefangener galt nur in Einzelfällen, die künftigen ähnlich sein könnten. Diese Personen wurden für Handlungen hingerichtet, die sie vor ihrer Gefangennahme begangen hatten. Sie wurden nicht allein deshalb getötet, weil sie gegen die Muslime gekämpft hatten. Ein Spion etwa kann gefangen genommen und vor Gericht gestellt werden. In diesem Fall wird er wegen Spionage angeklagt und nicht als feindlicher Soldat, der im offenen Kampf gefangen genommen wurde. Seine Gefangenschaft hat ihn lediglich unter die Gewalt des muslimischen Staates gebracht.
To sum up, this is the only Qur’anic text providing a ruling on prisoners of war. All other texts relate to situations other than that of taking prisoners. Therefore, this represents the permanent basis for dealing with this question. In those cases where the practice differed, this was the result of specific and temporary situations. Putting some prisoners to death applied only in individual cases, which could be similar to future ones. Those individuals were executed for actions they committed before being taken prisoner. They were not killed merely for fighting the Muslims. A spy, for example, may be taken prisoner and tried. In this case, he is tried for spying, not for being an enemy soldier taken prisoner in open battle. His captivity merely brought him under the authority of the Muslim state.
Es muss ein Wort darüber gesagt werden, Kriegsgefangene in die Sklaverei zu schicken.
A word needs to be said about placing prisoners of war in slavery.
Wir haben bereits mehrfach festgestellt, dass dies eine Antwort auf allgemein verbreitete Umstände und übliche Praktiken im Krieg war. Diese Umstände machten es dem Islam unmöglich, in allen Lagen die allgemeine Anweisung „Entlasst sie entweder in Gnade oder gegen Lösegeld“ umzusetzen, zu einer Zeit, als feindliche Lager jeden muslimischen Kriegsgefangenen in die Sklaverei zu führen pflegten. Daher wurde diese Regelung vom Propheten ﷺ in bestimmten Situationen angewendet: Er entließ einige Gefangene aus Gnade, in anderen Fällen tauschte er Gefangene aus, und in wieder anderen Fällen nahm er ein finanzielles Lösegeld an. In manchen Fällen wurden Gefangene zu Sklaven gemacht, um Situationen zu begegnen, die auf andere Weise nicht bewältigt werden konnten.
We have already stated on more than one occasion that this was in response to prevalent universal situations and common practices in war. These situations made it impossible for Islam to implement in all circumstances the general statement “set them free either by an act of grace or against ransom” when enemy camps used to put any Muslim taken prisoner into slavery. Therefore, this ruling was applied by the Prophet in certain situations: he set free some prisoners in acts of grace, while in other cases he exchanged prisoners and in still other cases, he accepted financial ransom. In some cases prisoners were made slaves in order to deal with situations that could not be otherwise dealt with.
Der Zweck des Dschihad
The Purpose of Jihad
Gott verlangt von den Gläubigen nicht, zu kämpfen und den Dschihad zu führen, weil Er ihre Hilfe gegen die Ungläubigen benötigt. Fern sei es von Ihm, Hilfe nötig zu haben. Er vermag, wenn Er es wollte, jene Ungläubigen vollständig zu vernichten.
God does not require believers to fight and go on jihad because He needs their help against the unbelievers. Far be it from Him to need help. He is able, should He wish, to destroy those unbelievers utterly.
Alles ist eine Prüfung für die Menschheit, durch die die Stellung eines jeden bestimmt wird:
It is all a test for mankind which determines everyone’s position:
So soll es sein. Hätte Gott es gewollt, Er hätte sie selbst bestrafen können, doch Sein Wille ist es, dass Er euch durch einander prüft. Und diejenigen, die auf dem Weg Gottes getötet werden, dem wird Er niemals ihre Werke verloren gehen lassen. Er wird sie rechtleiten, ihren Zustand verbessern und sie in den Garten eintreten lassen, den Er ihnen bereits bekannt gemacht hat. (Verse 4-6)
Thus [shall it be]. Had God so willed, He could have punished them Himself, but it is His will that He tests you all by means of one another. And as for those who are slain in God's cause, never will He let their deeds go to waste. He will grant them guidance, and bring them to a happy state, and will admit them to the Garden He has already made known to them, (verses 4-6)
Jene Ungläubigen, die Menschen vom Weg Gottes abhalten, und ihresgleichen auf der ganzen Erde, zu allen Zeiten, sowie jene Gewaltherrscher, die ihre Macht ungerecht ausüben und den Anschein erwecken, Zwang und Autorität zu gebieten, indem sie sich in aller Hochmütigkeit benehmen, sind nicht mehr als eine Handvoll Geschöpfe, die auf der Erde leben. Die Erde ist nichts als ein winziger kleiner Planet, der inmitten unzähliger anderer Planeten, Sterne, Himmelssysteme und Galaxien schwebt, deren Größe und Anzahl nur Gott bekannt sind. Im Weltall erscheinen Welten und Galaxien lediglich als verstreute Punkte, und es scheint, als schwebten sie ziellos umher. Niemand außer Gott lenkt sie alle und sorgt für die Harmonie zwischen ihnen.
Those unbelievers who debar people from God’s path, and their ilk throughout the earth, at all times, and those despots who exercise power unjustly and appear to command force and authority, behaving in all arrogance, are no more than a handful of creatures living on earth. The earth is nothing but a tiny little planet floating in the midst of countless other planets, stars, celestial systems and galaxies whose sizes and numbers are known only to God. In the universal expanse, worlds and galaxies appear merely as scattered points, and as though they float aimlessly. None other than God controls them all and ensures harmony between them.
Rein um Gottes willen
Purely For God’s Sake
Die Sure fordert die Gläubigen dann auf, sich Gott und der Umsetzung Seiner Ordnung im menschlichen Leben zu widmen. Sie verspricht ihnen Seine Unterstützung im Kampf sowie Niederlage und Not für Seine und ihre Feinde:
The surah then urges the believers to dedicate themselves to God and the implementation of His code in human life. It promises them His support in battle as well as defeat and hardship for His and their enemies:
O ihr Gläubigen! Wenn ihr Gottes Sache unterstützt, wird Er euch unterstützen und eure Schritte festigen. Diejenigen aber, die ungläubig sind, erwartet der Untergang; und Er wird ihre Taten zunichtemachen. Dies deshalb, weil sie verabscheuen, was Gott herabgesandt hat, und so lässt Er ihre Werke ins Leere laufen. (Verse 7-9)
Believers! If you support [the cause of] God, He will support you and will make your steps firm; but as for the unbelievers, ill fortune awaits them as He will bring their deeds to nothing. This is because they hate what God has bestowed from on high, and thus He causes their deeds to go to waste. (Verses 7-9)
Wie unterstützen Gläubige Gott, damit sie die Bedingung erfüllen und das empfangen, was Er ihnen an Seiner Unterstützung und Festigung ihres Schrittes verheißen hat? Was Gott von ihnen verlangt, ist, dass sie sich Ihm ganz hingeben und Ihm keinerlei Teilhaber beigesellen, sei es auf verborgene oder offene Weise. Sie müssen Gott mehr lieben als sich selbst und ihre Wünsche. Bei allem, was sie begehren oder erstreben, sowie bei ihren öffentlichen und privaten Handlungen, ihren Gedanken und Gefühlen müssen sie sich nach Seinen Geboten richten. Auf diese Weise unterstützt man Gott in sich selbst.
How do believers support God so as to fulfil the condition and receive what He has promised them of His support and steadying their step? What God requires of them is that they should be fully dedicated to Him, associating no partners with Him whatsoever, whether in a subtle or open way. They must love God more than they love themselves or their desires. They must refer to His rulings on everything they desire or wish for, as well as on their public and private actions, their thoughts and feelings. Such is the way to support God within ourselves.
Außerdem wissen wir, dass Gott eine vollständige Lebensordnung festgelegt hat, die auf bestimmten Regeln und Werten beruht; kurz gesagt, ein vollständiges Konzept von Leben und Universum. Im praktischen Leben erfüllen wir unsere Unterstützung Gottes, wenn wir diese Ordnung zum Maßstab aller unserer Handlungen machen und Seine Lebensweise in allen Bereichen umsetzen.
Moreover, we know that God has laid down a complete code for life, based on certain rules and values; in short, a complete concept of life and the universe. In practical life, our supporting God is fulfilled when we make this code the arbiter of everything we do, when we implement His way of life in all aspects.
ihre Gedanken und Gefühle aus den Vorstellungen ihrer Umgebung, die dem Wesen der bedingten Aussage Gottes widersprechen:
their thoughts and feelings from the concepts of their environment which are in conflict with the essence of God’s conditional statement:
„Gläubige! Wenn ihr Gottes Sache unterstützt, wird Er euch unterstützen und eure Schritte festigen“ (Vers 7)
“ Believers! If you support [the cause of] God, He will support you and will make your steps firm” (Verse 7)
So ist die Bedingung, die Gott von den Gläubigen zu erfüllen verlangt. Was Er ihnen dafür im Gegenzug gibt, ist Sein Beistand, die Gewährleistung des Sieges und die Festigung ihrer Schritte. Dies ist Gottes Versprechen, das niemals versagt. Wird es zu einem bestimmten Zeitpunkt verzögert, dient seine Verzögerung einem anderen Zweck, der erfüllt wird, wenn Gottes Beistand, Sieg und Festigung der Schritte verwirklicht sind.5
Such is the condition God requires to be fulfilled by believers. What He gives them in return is His support, ensuring victory and making their steps firm. This is God’s promise which never fails. If it is delayed at some point, its delay serves another purpose which is accomplished when God’s support, victory and firmness of step are fulfilled.5
Wir sollten ein wenig darüber nachdenken, wie Gottes Verheißung formuliert ist: „Er wird euch unterstützen und eure Schritte festigen.“ Das arabische Wort yansurkum, hier mit „unterstützen“ übersetzt, bedeutet auch „gibt euch den Sieg“.
We need to reflect a little on the way God’s promise is stated: “He will support you and will make your steps firm.” The Arabic word, yansurkum, translated here as ‘support you , also means ‘gives you victory.
Wir neigen zunächst dazu zu glauben, dass Standhaftigkeit im Schritt notwendig ist, bevor der Sieg errungen werden kann; tatsächlich ist sie jedoch ein wichtiges Element, um den Sieg zu erlangen.
We tend to think first that firmness of step is necessary before victory can be achieved; in fact, it is an important element in gaining victory.
Dass dies so ist, ist wahr. Dass es im Text an zweiter Stelle steht, deutet auf eine andere Bedeutung hin. Gemeint ist hier, dass die Gläubigen auch nach dem Errungenen standhaft bleiben, damit sie die Verantwortung tragen können, die mit dem Sieg einhergeht. Der Sieg ist nicht das Ende des Kampfes zwischen Glaube und Unglaube, zwischen Wahrheit und Falschheit. Der Sieg legt den Siegreichen bestimmte Pflichten auf, sowohl im Denken als auch im Leben allgemein. Wer den Sieg errungen hat, darf nicht zulassen, dass sich Hochmut in seinen Geist schleicht, noch darf er selbstgefällig werden. Viele Menschen mögen standhaft bleiben, wenn die Lage schwierig ist und die Bedrängnisse zahlreich sind, doch wenige sind es, die nach dem Sieg oder wenn das Leben leicht und bequem ist, nicht nachlassen. Standhaft zu bleiben und nach dem Sieg an der Wahrheit festzuhalten, ist ein noch höherer Rang als der Sieg selbst. Vielleicht ist dies die Bedeutung, die mit diesem Vers gemeint ist, doch Gott weiß es am besten.
5. Zur weiteren Klärung dieses Punktes siehe Bd. XII, S. 134–142.
5. For further clarification of this point, see Vol. XII, pp. 134-142.
Oberflächlicher Genuss
Superficial Enjoyment
Die Aufmerksamkeit der Ungläubigen wird gewaltsam auf die Schicksale früherer unwissender Gemeinschaften gelenkt:
The unbelievers’ attention is forcibly drawn to the fates of earlier ignorant communities:
Sind sie denn nie im Land umhergezogen und haben gesehen, wie das Ende derer war, die vor ihnen lebten? Gott hat sie vollständig vernichtet.
Have they never travelled through the land and seen what was the end of those who lived before their time? God destroyed them utterly.
Ein ähnliches Schicksal erwartet die Ungläubigen (Vers 10)
A similar fate awaits the unbelievers, (Verse 10)
Dies ist eine kraftvolle und eindringliche Aussage, begleitet von lautem Getöse und dem Bild der früheren Gemeinschaften, die die Zerstörung alles um sie herum miterleben. All ihr Besitz liegt in Haufen aufgeschichtet, während sie selbst unter den Trümmern begraben sind; es ist ein Bild totaler Vernichtung. Man sagt ihnen, dass ein solches Schicksal allen Ungläubigen bevorsteht; sie werden nichts ernten als Verwüstung und Untergang: „Ein ähnliches Schicksal erwartet die Ungläubigen.“ (Vers 10) Diesem furchterregenden Ausblick steht das der Gläubigen gegenüber, die Beistand und Sieg erhalten werden: „Das liegt daran, dass Gott die Gläubigen beschützt, während die Ungläubigen niemanden haben, der sie beschützt.“ (Vers 11) Die beständige Regel lautet: Ist Gott sein Beschützer, braucht der Mensch sich um nichts zu sorgen. Was ihm auch widerfährt, sollte als Prüfung angesehen werden, die etwas Gutes ankündigt. Es ist niemals ein Zeichen dafür, von Gott verlassen zu sein, und ebenso wenig kann es als ein Versagen Gottes gelten, Sein Versprechen zu erfüllen, Seine Diener zu unterstützen. Wer jedoch nicht in dieser Weise von Gott beschützt wird, wird keinen Schutz haben, selbst wenn die gesamte Menschheit und die Dschinn seine Schutzherren und Unterstützer wären. Letztlich wird er verloren sein, obwohl ihm alle Mittel des Schutzes und alle der Menschheit bekannten Quellen der Macht zur Verfügung stehen.
This is a strong and forceful statement accompanied by loud noises and an image of the earlier communities witnessing the destruction of everything around them. All their possessions are amassed in heaps while they themselves are buried under the debris; it is an image of total destruction. They are told that such a fate awaits all unbelievers; they will reap nothing but devastation and ruin: “A similar fate awaits the unbelievers.” (Verse 10) This fearful prospect contrasts with that of the believers who will receive support and victory: "This is because God protects the believers, while the unbelievers have no one to protect them.” (Verse 11) The constant rule being that when God is his protector, man need not worry about anything. Whatever happens to him should be seen as a test that heralds something good. It is never a sign of being abandoned by God, nor can it be seen as failure by God to fulfil His promise to support His servants. The one who is not so protected by God, however, will have no protection, even if all of mankind and the jinn are his patrons and supporters. Ultimately, he will be lost even though all means of protection and all sources of power known to mankind are at his disposal.
Die Belohnung: Ein körperliches Bild
The Reward: A Physical Image
Der Vergleich zwischen den beiden Gruppen wird fortgesetzt, und zwar durch eine Erläuterung, die darlegt, warum die Gläubigen nach der Unterstützung und Ehre, die ihnen im diesseitigen Leben zuteilwurden, im Jenseits in die Gärten der Wonne eingelassen werden. Sie erklärt außerdem, warum die Ungläubigen, die in dieser Welt ein Leben tierischen Genusses führten, im Jenseits der Bestrafung unterworfen werden.
The comparison between the two groups continues. This by virtue of an explanation outlining why the believers are admitted into gardens of bliss in the life to come after they have been given support and honour in this present life. It also explains why the unbelievers who lived a life of animal enjoyment in this world, are subjected to punishment in the next life:
Ist derjenige, der sich auf einen klaren Beweis von seinem Herrn stützt, wie derjenige, dem das Übel seiner eigenen Taten schön erscheint, oder wie diejenigen, die ihren eigenen Begierden folgen? (Vers 14)
Is he who takes his stand on a clear evidence from his Lord like one to whom the evil of his own deeds seems goodly, or like those who follow their own desires? (verse 14)
Zwischen den beiden Gruppen besteht ein grundlegender Unterschied in ihrem Zustand, ihrer Lebensweise und ihrem Verhalten. Die Gläubigen sind mit einem klaren Beweis von ihrem Herrn ausgestattet. Sie erkennen die Wahrheit und sind sich ihrer Quelle gewiss. Sie empfangen ihre Weisungen und Anordnungen von Gott und sind sich dessen sicher, was sie empfangen. In ihrer Lebensweise gibt es weder Täuschung noch Irrtum. Die Ungläubigen dagegen sind getäuscht; sie halten ihre Taten für gut, obwohl sie im Grunde schlecht sind. Sie vergewissern sich nicht, was sie empfangen, noch ob es wahr oder gut ist. Sie folgen nur ihren eigenen Begierden, ohne einen Maßstab, an dem sie sich orientieren könnten, und ohne ein Licht, das ihnen hilft, Wahres von Falschem zu unterscheiden.
There is a fundamental difference between the conditions, codes of life and behaviour of the two groups. The believers are equipped with clear evidence from their Lord. They recognize the truth and are certain of its source. They receive their directives and instructions from God and are sure of what they receive. No deception or error exists in their way of life. The unbelievers, by contrast, are deceived, thinking their deeds to be good when they are essentially bad. They do not make certain of what they receive nor whether it is true or good. They only follow their own desires with no standard of control to refer to and with no light to help them distinguish what is true and what is false.
Sind diese beiden Gruppen einander ähnlich? Die Antwort kann nur verneinend ausfallen, denn sie unterscheiden sich grundlegend in ihren Bedingungen und Praktiken.