Al-An`ām (Eine Verpflichtung zur Barmherzigkeit) 12 - 19
Al-An`ām ( A Commitment To Mercy ) 12 - 19
Sprich: Wem gehört alles, was in den Himmeln und auf der Erde ist? Sprich: Gott gehört es. Er hat es sich zur Pflicht gemacht, Barmherzigkeit zu üben. Er wird euch alle am Tag der Auferstehung versammeln, an dem kein Zweifel besteht. Diejenigen, die ihre eigenen Seelen ins Verderben gestürzt haben, werden nicht glauben.
Says: To whom belongs all that is in the heavens and on earth? Say: To God. He has committed Himself to bestow grace and merrcy. He will certainly gather you all together on the Day of Resurrection, about which there is no doubt. Those who squandered their own souls will not believe.
(12)
(12)
Ihm gehört alles, was in der Nacht oder am Tage ruht. Er allein ist der Allhörende und der Allwissende.
To Him belongs whatever takes its rest in the night or in the day. He alone hears all and knows all.
(13)
(13)
Sprich: Soll ich außer Gott einen anderen als Herrn nehmen, den Schöpfer der Himmel und der Erde, der alle speist, selbst aber nicht gespeist wird? Sprich: Mir ist befohlen worden, der Erste derer zu sein, die sich Gott hingeben, und nicht zu denen zu gehören, die Ihm Teilhaber beigesellen. (14)
Says: Am I to take for my master anyone but God, the Originator of the heavens and the earth, who gives nourishment to all and Himself needs none? Say: I am commanded to be the first of those who surrender themselves to God, and not to be among those who associate partners with Him. (14)
Er sagte: „Wahrlich, ich fürchte mich, wenn ich meinem Herrn ungehorsam bin, vor der Strafe eines gewaltigen Tages." (15)
Says: Indeed I would dread, were I to disobey my Lord, the suffering of an awesome day. (15)
Wer davor bewahrt wird, dem hat Er Seine Gnade zuteilwerden lassen. Dies ist der offenkundige Triumph. (16)
He who is spared that shall have received His grace. This will be a manifest triumph. (16)
Wenn Gott dich mit einem Übel heimsucht, kann es niemand beseitigen außer Ihm. Und wenn Er dir Gutes widerfahren lässt – nun, Er hat Macht über alle Dinge. (17)
If God were to expose you to affliction, none can remove it but He. And if He were to bless you with good fortune — well, He has power over all things. (17)
Er allein herrscht über alle Seine Geschöpfe, und Er allein ist wahrhaftig weise und allwissend. (SWT) (18)
He alone holds sway over all His creatures, and He alone is truly wise, all-aware. (18)
Sagt: Was ist im Zeugnis das Gewichtigste? Sprich: Gott ist Zeuge zwischen mir und euch. Dieser Qur'an ist mir offenbart worden, damit ich euch damit warne und alle, die er erreicht. Wollt ihr wahrlich bezeugen, dass es neben Gott andere Gottheiten gibt? Sprich: Ich lege kein solches Zeugnis ab. Sagt: Er ist nur ein einziger Gott, und ich distanziere mich von allem, was ihr Ihm beigesellt. (19)
Says: What is weightiest in testimony? Say: God is witness between me and you. This Qur’ān has been revealed to me that I may thereby warn you and all whom it may reach. Will you in truth bear witness that there are other deities beside God? Say: I bear no such witness. Says: He is but one God. I disown all that you associate with Him. (19)
Überblick
Overview
Die frühen Abschnitte dieser Sure klingen wie Wellen, die in rascher Folge aufeinander folgen. Hoch aufsteigend und mit einem tiefen, geheimnisvollen Rhythmus kommt diese dritte Welle nach einer Auseinandersetzung über die Leugnung der Wahrheit des Islams, über das Abwenden von ihm und über das Begegnen seiner Verfechter mit Spott und Hohn. Der vorangehende Abschnitt enthielt sehr starke Drohungen und eine Erinnerung an das Schicksal früherer Völker, die sich gegenüber den Botschaften Gottes ähnlich verhielten. Der erste Abschnitt, der die erste Welle darstellt, behandelte die Wahrheit der Gottheit, wie sie sich in der Erschaffung des weiten Universums und des äußerst komplexen Menschen widerspiegelt. Diese neue Welle behandelt ebenfalls die gleiche Wahrheit der Gottheit, doch sie umfasst andere Aspekte, bedient sich anderer Rhythmen und folgt einer neuen Inspiration.
The early passages in this sūrah sound like waves following one another in quick succession. Rising high and with a deep, mysterious rhythm, this third wave comes after a discussion about denying the truth of Islam, turning away from it, meeting its advocates with derision and ridicule. The discussion in the earlier passage included very strong threats and a reminder of the fate of earlier nations that took a similar attitude to God’s messages. The first passage, representing the first wave, discussed the truth of Godhead as reflected in the creation of the wide universe and highly complex human beings. This new wave also discusses the same truth of Godhead but it includes different aspects, employing different rhythms and a new inspiration.
So wird die Diskussion über das Leugnen der Wahrheit zwischen dem Eingang und den vorliegenden Passagen eingeschoben, und dies verstärkt ihre unerfreuliche Wirklichkeit.
Thus, the discussion on denying the truth comes in between the opening and the present passages, and this adds to its unpleasant reality.
Im Eingangsabschnitt zeigt sich die Gottheit in der Erschaffung der Himmel und der Erde, in Finsternis und Licht, in der Erschaffung des Menschen aus Ton, in seiner ersten Lebensfrist und in der Festsetzung einer weiteren Frist für die Auferstehung. Es wird deutlich gemacht, dass sich das gesamte Universum Gott unterwirft, dessen Wissen über die Menschen alles umfasst, was jeder tut, sowohl öffentlich als auch im Verborgenen. Keine dieser Eigenschaften wird in der Sure auf theoretische, philosophische oder theologische Weise behandelt. Vielmehr zielt die Darstellung darauf ab, deutlich zu machen, was sie für das menschliche Leben bedeuten: vollständigen und uneingeschränkten Glauben an Gott allein, ohne jegliche Zweifel an Ihm, und die Anerkennung, dass Seine Gottheit alle Bereiche des Universums und des menschlichen Lebens umfasst. Somit wird die Unterwerfung des Menschen unter Gottes Herrschaft in allen Angelegenheiten zur natürlichen und logischen Wahl, so wie sich das Universum derselben Herrschaft unterwirft.
Ein von Gott eingegangenes Versprechen
A Commitment Made By God
Sprich: Wem gehört alles, was in den Himmeln und auf der Erde ist? Sprich: Gott. Er hat es sich zur Pflicht gemacht, Barmherzigkeit zu erweisen. Er wird euch gewiss alle am Tag der Auferstehung versammeln, an dem kein Zweifel besteht. Diejenigen, die ihre eigenen Seelen verspielt haben, werden nicht glauben. Ihm gehört, was in der Nacht und am Tag ruht. Er allein hört alles und weiß alles. (Verse 12-13)
Say: To whom belongs all that is in the heavens and on earth? Say: To God. He has committed Himself to bestow grace and mercy. He will certainly gather you all together on the Day of Resurrection, about which there is no doubt. Those who squandered their own souls will not believe. To Him belongs whatever takes its rest in the night or in the day. He alone hears all and knows all. (Verses 12-13)
Hier nimmt die Sure eine Haltung der Konfrontation ein, die darauf abzielt, die Fragen sehr klar zu benennen, bevor sie die Grenzen zieht, die die Gläubigen von allen anderen trennen. Sie gibt dem Propheten ﷺ bestimmte Anweisungen, diese Konfrontation mit jenen aufzunehmen, die sich voll bewusst sind, dass Gott der Schöpfer des gesamten Universums ist, und die dennoch andere Wesen anbeten, obwohl diese keine Macht haben, etwas Gleichwertiges zu Ihm zu erschaffen. Das heißt, sie stellen Ihm Teilhaber zur Seite, von denen sie behaupten, sie hätten ein Mitspracherecht bei der Gestaltung ihres Lebens. Der Prophet ﷺ wird angewiesen, sie mit einer Frage nach dem Eigentum an allem, was in den Himmeln und auf der Erde ist, zu konfrontieren, das der Schöpfung folgt. So wie die Frage gestellt wird, soll sie jedes einzelne Element im gesamten Universum umfassen. Darauf folgt eine Tatsachenfeststellung, über die sie nicht streiten konnten und auch nicht streiten konnten. Der Qur'ān sagt an anderer Stelle, dass sie sie vollständig anerkannten: „Sprich: Wem gehört alles, was in den Himmeln und auf der Erde ist? Sprich: Gott.“ (Vers 12)
Here, the sūrah adopts an attitude of confrontation that aims to state the issues very clearly before drawing the lines that separate the believers from all others. It gives the Prophet certain instructions to take up this confrontation with those who are fully aware that God is the Creator of the whole universe, but who, nevertheless, worship other beings even though these have no power to create anything equal to Him. That is, they associate partners with Him whom they claim have a say in how they conduct their lives. The Prophet is instructed to confront them with a question about the ownership, which follows creation, of everything in the heavens and on earth. As the question is put, it is meant to include every single element in the whole universe. It is followed by a statement of fact over which they did not and could not argue. The Qur’ān tells us elsewhere that they used to acknowledge it fully: “Say: To whom belongs all that is in the heavens and on earth? Say: To God.” (Verse 12)
Ein Überblick über die göttliche Barmherzigkeit
An Outline Of Divine Mercy
Betrachten wir nun eine Reihe von Ahādīth, die uns einen Einblick geben, wie der Prophet ﷺ die Gnade Gottes darstellte, damit sie von den einfachen Menschen richtig geschätzt werden konnte.
Let us now consider a number of aĥādīth which give us an insight into how the Prophet portrayed God’s grace so as to make it properly appreciated by ordinary people.
Abū Hurayrah überliefert, der Prophet ﷺ habe gesagt: „Als Gott Seine Schöpfung erschuf, schrieb Er in ein Buch, das Er bei Sich oberhalb des Thrones aufbewahrt: Meine Barmherzigkeit übertrifft Meinen Zorn.“ (Überliefert von al-Bukhārī und Muslim mit geringfügigen Abweichungen.) In einer anderen, von al-Bukhārī überlieferten Fassung lautet der letzte Satz: „Meine Barmherzigkeit überholt Meinen Zorn.“ Sowohl al-Bukhārī als auch Muslim überliefern auf die Autorität von Abū Hurayrah, dass der Gesandte Gottes ﷺ sagte: „Gott hat die Barmherzigkeit in hundert Teile geteilt. Er behielt neunundneunzig Teile zurück und sandte einen Teil auf die Erde. Durch diesen einen Teil zeigen die Geschöpfe einander Barmherzigkeit, so sehr, dass ein Tier seinen Huf von seinem Jungen hebt, um ihm nicht zu schaden.“ Muslim überliefert außerdem auf die Autorität von Salmān, dass der Gesandte Gottes ﷺ sagte: „Gott besitzt hundert Akte der Barmherzigkeit. Einer davon ist derjenige, durch den die Geschöpfe einander Barmherzigkeit erweisen. Die übrigen neunundneunzig Teile sind für den Tag des Gerichts aufbewahrt.“ In einem weiteren von Muslim überlieferten Ḥadīth heißt es: „Als Gott Himmel und Erde erschuf, erschuf Er auch hundert Barmherzigkeiten, deren jede den Raum zwischen Himmel und Erde füllte. Er setzte eine Barmherzigkeit auf die Erde. Durch sie ist eine Mutter mitfühlend gegenüber ihrem Kind, und ebenso die wilden Tiere und die Vögel. Am Tag des Gerichts vervollständigt Gott sie durch diese eine Barmherzigkeit.“ Dies ist eine eindrucksvolle Beschreibung des Propheten ﷺ, die es dem menschlichen Verstand erleichtert, sich das Ausmaß der Gnade Gottes vorzustellen. Wir müssen nur darüber nachdenken, wie liebevoll Mütter gegenüber ihren Kleinen sind und welches Mitgefühl und welche Güte Menschen den ganz Jungen und den ganz Alten, den Kranken und den Hilflosen sowie Verwandten und Freunden entgegenbringen. Wir sollten auch bedenken, wie Vögel und Tiere einander auf erstaunliche Weise Barmherzigkeit erweisen. Nun bedenken wir, dass all diese Barmherzigkeit das Ergebnis eines einzigen Teils von hundert Teilen der Barmherzigkeit Gottes ist. So können wir das Ausmaß der überreichen und unerschöpflichen Gnade Gottes ermessen.
Abū Hurayrah quotes the Prophet as saying: “When God created His creation, He wrote in a book which He keeps with Him above the Throne: My grace overspeeds My anger.” (Related by al-Bukhārī and Muslim with slight variations.) In another version related by al- Bukhārī, the last sentence is quoted as, “My grace oversteps My anger.” Both al-Bukhārī and Muslim relate on the authority of Abū Hurayrah that God’s Messenger said that: “God has made mercy into one hundred parts. He then retained ninety-nine parts and placed on earth one part. It is from that one part that creatures show mercy to one another, to the extent that a female animal lifts its hoof away from its young in order not to harm it.” Muslim also relates on the authority of Salmān that God’s Messenger said: “God has one hundred acts of mercy. One of these is the one by which creatures show mercy to one another. The other ninety-nine parts are reserved to the Day of Judgement.” In yet another ĥadīth related by Muslim, we read: “When God created the heavens and the earth, He also created one hundred mercies, each one of them filled the space between the heavens and the earth. He placed one mercy on earth. It is through this that a mother is compassionate to her baby, and so are wild beasts and birds. On the Day of Judgement, God complements them with this one mercy.” This is an inspiring description by the Prophet, one which makes it easy for the human mind to visualise the extent of God’s grace. We only need to reflect on how mothers are so kind-hearted to their youngsters and the sympathy and kindness people show towards the very young and very old, the sick and the invalid, and to relatives and friends. We should also contemplate how birds and animals sometimes manifest their mercy to one another in amazing ways. Now let us consider that all this mercy is the result of a single part out of one hundred parts of God’s mercy. We can, thus, appreciate the extent of God’s abounding, and inexhaustible grace.
Wenn alle zum Gericht versammelt werden
When All Gather For Judgement
Wenn dieses Konzept der Barmherzigkeit im Denken eines Muslims verankert ist, hinterlässt es einen tiefgreifenden Einfluss auf sein Leben, seine Sicht der Dinge sowie auf seine Umgangsformen und moralischen Werte. Eine umfassende Untersuchung dieses Einflusses liegt außerhalb des Rahmens dieses Kommentars. Wir müssen uns daher damit begnügen, nur einige wenige, sehr knappe Beobachtungen anzustellen.
When this concept of mercy is engrained in a Muslim’s thinking, it leaves a profound impact on his life, his view of things and his manners and moral values. A full study of such impact is beyond the scope of this commentary. Therefore, we have to be content with only a few very brief observations.
Wenn ein Muslim die Bedeutung von Gottes Verpflichtung zur Barmherzigkeit gegenüber Seinen Dienern wirklich erkennt, erfüllt ihn ein tiefes Gefühl der Zuversicht, das ihn auch dann begleitet, wenn er Zeiten der Not und schwere Prüfungen durchlebt, die ausreichen würden, Menschen von ihrem Herrn abzuwenden. Ein Gläubiger ist gewiss, dass Gottes Gnade in jedem Augenblick, in jeder Lage und unter jeglichen Umständen gegenwärtig ist und mit Sicherheit gewährt wird. Er weiß, dass sein Herr ihn nicht deshalb prüft, weil Er ihn verlassen oder ihm Seine Barmherzigkeit versagt hätte. Gott verwehrt Seine Gnade niemandem, der aufrichtig auf sie hofft. Es sind die Menschen, die sich selbst Gottes Barmherzigkeit versagen, wenn sie an Ihn nicht glauben und Seine Gnade zurückweisen. Die Zuversicht des Gläubigen, dass Gottes Gnade nahe ist, erfüllt sein Herz mit Stärke, Beharrlichkeit, Hoffnung und Trost. Er weiß, dass er in guten, fürsorglichen Händen geborgen ist, und er genießt den Trost der Gnade Gottes, solange er nicht weit vom rechten Weg abirrt.
When a Muslim truly appreciates the significance of God’s commitment to being merciful to His servants, he experiences a profound sense of reassurance which remains with him even when he goes through periods of hardship and severe trials that are enough to turn people away from their Lord. A believer is certain that at every moment and in every situation and condition, God’s grace is present and sure to be bestowed. He knows that his Lord does not put him to the test because He has abandoned him or denied him His mercy. God does not deny His grace to anyone who sincerely hopes to receive it. It is human beings who deny themselves God’s mercy when they disbelieve in Him and reject His grace. A believer’s reassurance that God’s grace is close at hand fills his heart with strength, perseverance, hope and comfort. He knows that he is in good, caring hands and he enjoys the comfort of God’s grace as long as he does not go far astray.
Darüber hinaus wird das Schamgefühl eines Gläubigen gegenüber Gott gestärkt, wenn er diese Tatsache auf diese besondere Weise erkennt. Die Hoffnung auf Gottes Barmherzigkeit und Vergebung veranlasst die Menschen nicht, Gott ungehorsam zu sein, wie manche uns glauben machen wollen. Im Gegenteil: Sie macht den Gläubigen in seinem Umgang mit Gott, dem Allvergebenden, dem Barmherzigen, sehr schamhaft. Ein Mensch, der durch Gottes Barmherzigkeit in Versuchung gerät, Gott ungehorsam zu sein, hat den wahren Geschmack des Gläubigseins nicht erfahren. So behaupten etwa manche Sufis oder Mystiker, sie würden absichtlich in Sünde verfallen, um die Süße von Gottes Nachsicht, Vergebung und Barmherzigkeit zu genießen. Das ist verdrehte Logik, die dem wahren Wesen eines Gläubigen fremd ist.
Gottes Einzigkeit: Die grundlegende Frage
God’s Oneness: The Fundamental Question
Bisher wurde die grundlegende Tatsache festgestellt, dass Gott der einzige Schöpfer und der einzige Eigentümer alles dessen ist, was im Universum existiert. Darauf folgt nun eine entschiedene Verurteilung des Suchens nach Unterstützung bei anderen als Gott oder des Richtens des Gottesdienstes an andere als Ihn. Alle solchen Handlungen widersprechen der grundlegenden Tatsache der Unterwerfung unter Gott, da es sich um Akte des Polytheismus handelt, die nicht mit dem Islam vereinbar sind. Hier werden außerdem eine Reihe von Eigenschaften Gottes genannt, darunter dass Er der Schöpfer der Himmel und der Erde, der Erhalter aller Dinge und der Allmächtige ist. Die allgemeine Atmosphäre der Ehrfurcht wird durch die Erwähnung der strengen Strafe Gottes noch verstärkt.
So far, the basic fact that God is the only Creator and the only owner of everything that exists in the universe has been established. This is now followed by a strong denunciation of seeking support from, or addressing worship to, anyone other than God. All such deeds contradict the fundamental fact of submission to God since they are acts of polytheism that do not fit with Islam. A number of God’s attributes are also stated here, including that He is the Creator of the heavens and earth, the sustainer of all, the Almighty. The general air of awe is enhanced by a mention of God’s severe punishment.
Sprich: „Soll ich etwa jemand anderen als Gott zum Herrn nehmen, den Urheber der Himmel und der Erde, der alle speist, selbst aber keiner Speise bedarf?“ Sprich: „Mir wurde befohlen, der Erste derer zu sein, die sich Gott hingeben, und nicht zu denen zu gehören, die Ihm Teilhaber beigesellen.“ Sprich: „Ich fürchte wahrlich, wenn ich meinem Herrn ungehorsam bin, die Qual eines gewaltigen Tages.“ Wer davor bewahrt wird, dem hat Er Seine Barmherzigkeit geschenkt. Das ist der offenkundige Triumph. Wenn Gott dich mit Leid heimsucht, kann niemand es beseitigen außer Ihm. Und wenn Er dir Gutes zukommen lässt – nun, Er hat Macht über alle Dinge. Er allein herrscht über Seine Diener, und Er allein ist der Weise, der Allwissende.“ (Verse 14-18)
Say: ‘Am I to take for my master anyone but God, the Originator of the heavens and the earth, who gives nourishment to all and Himself needs none’? Say: ‘I am commanded to be the first of those who surrender themselves to God, and not to be among those who associate partners with Him. Say: Indeed I would dread, were I to disobey my Lord, the suffering of an awesome day. He who is spared that shall have received His grace. This will be a manifest triumph. If God were to expose you to affliction, none can remove it but He. And if He were to bless you with good fortune — well, He has power over all things. He alone holds sway over all His creatures, and He alone is truly wise, all-aware. (Verses 14-18)
Das ist im Grunde die zentrale Frage: Gott allein als unseren Herrn und Beschützer, als Walī, in jeder Hinsicht des Wortes anzunehmen. Nur Er ist der Herr, dem Anbetung gebührt. Wir unterwerfen uns Ihm, denn Er allein ist der souveräne Herrscher. Von niemandem außer Ihm darf Unterstützung gesucht werden. In jeder schweren Lage rufen wir allein Ihn um Hilfe an. Dies ist die grundlegende Frage des Glaubens.
Ein Zeugnis, das alle Fragen klärt
A Testimony To Settle All Issues
Nun folgt der Höhepunkt dieses Abschnitts, der einen tiefgründigen Rhythmus verwendet, um noch einmal die richtige Haltung eines Gläubigen zu betonen. Der letzte Vers des Abschnitts dient als klare Positionsbestimmung, als Warnung und als Abkehr von allem, was auch nur einen Anklang an die Beigesellung von Partnern zu Gott hat. Der Stil ist hier sowohl kraftvoll als auch entschieden.
Now comes the climax of this passage, which employs a profound rhythm so as to re-emphasise the right attitude of a believer. The final verse of the passage serves as a clear statement of position, a warning a nd a move away from everything that has an element of setting partners with God. The style here is both strong and decisive:
„Sprich: Was ist das gewichtigste Zeugnis? Sprich: Gott ist Zeuge zwischen mir und euch. Dieser Qur’ān ist mir offenbart worden, damit ich euch damit warne und alle, die er erreicht. Werdet ihr in Wahrheit bezeugen, dass es neben Gott andere Gottheiten gibt? Sprich: Ich bezeuge so etwas nicht.“
“Say: What is weightiest in testimony? Say: God is witness between me and you. This Qur’ān has been revealed to me that I may thereby warn you and all whom it may reach. Will you in truth bear witness that there are other deities beside God? Say: I bear no such witness.
Sag: „Er ist nur ein einziger Gott. Ich lehne alles ab, was ihr Ihm beigesellt."
Say: He is but one God. I disown all that you associate with Him.” (Verse 19)
Dieser Vers besteht aus einer Reihe kurzer Aussagen, die in sehr rascher Folge aufeinanderfolgen. Sie vermitteln uns schnelle Bilder der verschiedenen Haltungen, die man gegenüber dem zentralen Thema einnehmen kann. Dennoch ist das Gemälde so lebendig, dass wir alle Ausdrücke auf den Gesichtern der dargestellten Figuren erkennen und sogar in ihre Gedanken eindringen können. Zuerst sehen wir einen Befehl, den Gott an Seinen Gesandten gibt. Unmittelbar darauf folgt eine Szene, in der der Gesandte Gottes ﷺ die Ungläubigen konfrontiert, die Gott Teilhaber beigesellen und die von ihm, also dem Propheten ﷺ, verlangen, ihre Falschheit zu billigen, bevor sie seine Botschaft annehmen. Sie stellen sich vor, ein solcher Austausch sei machbar und Islam und Götzendienst könnten im Herzen eines Menschen nebeneinander bestehen. Es ist traurig, dies sagen zu müssen, aber manche Menschen halten dies auch heute noch für möglich. Sie argumentieren, dass ein Mensch sich Gott unterwerfen könne, während er sein Leben auf der Grundlage von Lehren gestaltet, die er aus anderen Quellen empfängt, und während er die Autorität anderer Mächte anerkennt und die Hilfe und Schirmherrschaft anderer Wesen sucht.
This verse is made up of a series of short statements which follow each other in very quick succession. This, to give us quick images of the different attitudes which can be held in relation to the central issue. Nevertheless, the painting is so vivid that we can see all expressions on the faces of the characters drawn and we can even penetrate their thoughts. What we see first is a command given by God to His Messenger. This is immediately followed by a scene wherein God’s Messenger confronts the unbelievers who are associating partners with God and who want him, i.e. the Prophet, to endorse their falsehood before they accept his message. They imagine that such an exchange is feasible and that Islam and idolatry can exist side by side in someone’s heart. It is sad to say that some people still think that this is possible. They argue that a person can submit himself to God while he conducts his life on the basis of teachings he receives from other sources and while he acknowledges the authority of other powers and seeks the help and patronage of other beings.
Eine vollkommen klare Haltung
A Perfectly Clear Attitude
Allerdings möchte ich die zentrale Frage dieses Abschnitts erörtern, nämlich die des Glaubens und seines Grundprinzips: die Einheit Gottes und die Lossagung von den Ungläubigen.
However, I wish to discuss the central question in this passage, namely that of faith and its fundamental principle: God’s oneness and the break with unbelievers.
Diejenigen von uns, die heute zur muslimischen Gemeinschaft gehören, sollten über diese Textstelle und die Art, wie sie dieses zentrale Thema behandelt, sehr tiefgründig nachdenken. Die kleine Gemeinschaft wahrer Gläubiger sieht sich heute einer tief verwurzelten Jāhiliyyah auf der ganzen Welt gegenüber, genauso wie die erste Generation der Muslime, als diese Verse offenbart wurden.
Those of us today who belong to the Muslim community should reflect very deeply on this passage and the way it tackles this central issue. The small community of true believers today are faced with well entrenched jāhiliyyah throughout the world, in the same way as the first generation of Muslims were when these verses were revealed.
Im Lichte dieser Verse muss die richtige Haltung, die die muslimische Gemeinschaft einnehmen soll, heute so festgelegt werden, wie sie damals festgelegt wurde.
In the light of these verses, the proper attitude to be adopted by the Muslim community must be defined now as it was defined then.
Die Lage der Menschheit heute gleicht in vielerlei Hinsicht derjenigen zur Zeit, als der Qur'ān dem Propheten Muḥammad ﷺ offenbart wurde.
The situation of mankind today is in many ways identical to what it was at the time when the Qur’ān was revealed to the Prophet Muĥammad (peace be upon him).
Zu jener Zeit beruhte der Islam als Glaube und als Lebensordnung auf einem zentralen Grundsatz, der die Menschen verpflichtete, ihre Anerkennung dessen zu bekunden, dass es keine Gottheit gibt außer Gott. Dieses Bekenntnis hat eine besondere Bedeutung, wie Rab`ī ibn `Āmir darlegte, ein Gesandter, den der Befehlshaber eines muslimischen Heeres zu Rustom, dem persischen Feldherrn, schickte, bevor die beiden Heere eine entscheidende Schlacht austrugen. Dieser fragte ihn, was die Muslime aus ihrem Land hinausgeführt habe. Er antwortete: „Es ist Gott, der uns befohlen hat, auszuziehen, damit wir jenen helfen, die bereit sind, befreit zu werden: von der Verehrung der Geschöpfe zur Verehrung Gottes allein, von den Beschränkungen dieses gegenwärtigen Lebens zur Weite seiner umfassenden Verbindung mit dem Leben im Jenseits und vom Unrecht, das durch andere Religionen ausgeübt wird, zur Gerechtigkeit des Islam.“ Dieser muslimische Gesandte war sich sehr wohl bewusst, dass Rustom und sein Volk ihren Herrscher Khusraw nicht als den Herrn betrachteten, der das Universum erschaffen hat, und ihm auch keine Gottesdienste erwiesen. Sie erkannten ihn lediglich als den Souverän an, der Gesetze für sie erließ. Damit unterwarfen sie sich ihm in einem besonderen Sinne, der dem Islam diametral entgegensteht. So teilte der muslimische Gesandte dem persischen Feldherrn mit, dass die Muslime Gottes Befehl erfüllten, Menschen von Verhältnissen zu befreien, in denen eine Gruppe von ihnen eine andere verehrt. Dies geschieht, indem man Herrschern ein wesentliches Merkmal der Gottheit zuschreibt, nämlich die Souveränität und die Befugnis zur Gesetzgebung, die sie mit sich bringt, und indem man ihre Gesetzgebung in der Praxis umsetzt, was eine Form der Religion ist. Die Mission der muslimischen Heere bestand darin, die Menschen zu befreien, damit sie Gott allein verehren und die Gerechtigkeit des Islam genießen.