Asch-Schuʻarāʼ – Die Dichter (Kein Ende der Segnungen Gottes) 69-104
Al-Shuara The Poets ( No End To God’s Blessings) 69-104
Erzähle ihnen die Geschichte von Abraham, (69)
Relate to them the story of Abraham, (69)
als er zu seinem Vater und seinem Volk sagte:
when he said to his father and his people:
„Was verehrt ihr da?" (70)
‘What is that you worship?’ (70)
Sie antworteten: „Wir beten Götzen an, und wir bleiben ihnen ergeben.“ (71)
They answered: ‘We worship idols, and we remain devoted to them.’ (71)
Sprach er: „Hören sie euch, wenn ihr sie anruft,
Said he: ‘Do they hear you when you call on them, (72)
„…oder euch Nutzen bringen oder Schaden zufügen?“ (73)
or benefit you or do you harm?’ (73)
Sie sagten: „Aber wir fanden unsere Vorväter, die es ebenso taten.“ (74)
They said: ‘But we found our forefathers doing the same.’ (74)
Er sagte: „Habt ihr nun darüber nachgedacht, was ihr bisher verehrt habt?“ (75)
He said: ‘Do you see those which you have been worshipping — (75)
Du und deine Vorväter von einst? (76)
you and your forefathers of old? (76)
Sie sind meine Feinde, außer dem Herrn der Welten. (77)
They are my enemies, except for the Lord of all the worlds. (77)
„Er ist es, der mich erschaffen hat, und Er ist es, der mich rechtleitet." (78)
‘It is He who has created me, and is the One who guides me. (78)
Er ist es, der mich speist und tränkt. (79)
He is the One who gives me to eat and to drink. (79)
Wenn ich krank werde, ist Er es, der mich wieder gesund macht. (80)
When I fall ill, He is the One who restores me to health, (80)
und wird mich sterben lassen und dann wieder lebendig machen. (81)
and will cause me to die and then will bring me back to life. (81)
„Und Er ist es auch, von dem ich hoffe, dass Er mir meine Fehler am Tag des Gerichts vergibt.“ (82)
It is He also who, I hope, will forgive me my faults on the Day of Judgement.’ (82)
„Mein Herr! Schenke mir Urteilsvermögen und vereine mich mit den Rechtschaffenen;“
‘My Lord! Grant me sound judgement, and join me with the righteous; (83)
und gewähre mir Fürsprache für die Wahrheit unter den späteren Generationen; (84)
and grant me the advocacy of the truth in later generations; (84)
Lass mich zu denen gehören, die den Garten der Wonne erben werden! (85)
place me among those who will inherit the garden of bliss! (85)
Vergib meinem Vater; denn er gehört zu den Irregegangenen. (86)
Forgive my father; for he is among the ones who have gone astray. (86)
Lass mich nicht Schmach erleiden am Tag, da alle von den Toten auferweckt werden. (87)
Let me not suffer disgrace on the Day when all shall be raised from the dead; (87)
am Tag, an dem weder Vermögen noch Kinder von Nutzen sein werden; (88)
the Day when neither wealth nor children will be of any benefit; (88)
nur derjenige (wird glücklich sein), der mit einem gesunden Herzen zu Gott kommt (89)
but only the one who comes to God with a sound heart [will be happy] (89)
Das Paradies wird den Gottesfürchtigen nahegebracht werden; (90)
Paradise will be brought within sight of the God-fearing; (90)
und das lodernde Feuer wird denen, die in die Irre gegangen sind, offen dargeboten werden. (91)
whereas the blazing fire will be placed in full view of the ones lost in error. (91)
Zu ihnen wird gesagt: „Wo sind nun all jene, die ihr anbetetet,
It shall be said to them: ‘Where is now all that you used to worship (92)
…statt Gott? Können sie dir helfen oder sich selbst helfen?“ (93)
instead of God? Can they help you or even help themselves?’ (93)
Sie werden in die Hölle geworfen werden, ebenso wie diejenigen, die in der Irrtum verloren sind, (94)
They will be hurled into hell, as also those who are lost in error, (94)
und die Heerscharen Iblīs', allesamt. (95)
and Iblīs’ hosts, all together. (95)
Und dort werden sie einander anklagend streiten und sagen:
And there, quarrelling with one another, they will say: (96)
„Bei Gott, wir befanden uns offensichtlich im Irrtum,“
‘By God, we were obviously in error, (97)
als Wir euch dem Herrn aller Welten gleichsetzten. (98)
when we deemed you equal to the Lord of all the worlds. (98)
„Nur die wirklichen Übeltäter haben uns irregeführt." (99)
It was only the truly guilty ones who led us astray. (99)
Und nun haben wir keine Fürsprecher (100)
And now we have none to intercede for us (100)
nor any loving friend. (101) Hinweis: Dieser Satz ist ein Fragment ohne Verb und ohne Kontext. Bitte den vollständigen Satz oder Abschnitt senden, damit er korrekt übersetzt werden kann.
nor any loving friend. (101)
„Hätten wir doch nur eine zweite Chance, damit wir zu den Gläubigen gehören könnten.“ (102)
Would that we had a second chance [in life], so that we could be believers.’ (102)
Gewiss, darin liegt ein Zeichen; doch die meisten von ihnen sind nicht gläubig. (103)
Indeed, there is in this a sure sign; yet most of them will not believe. (103)
Und wahrlich, dein Herr ist der Allmächtige, der Barmherzige. (104)
And indeed it is your Lord who is the Mighty One, the Merciful. (104)
Überblick
Overview
Die Sure hat uns einen Bericht über Mose und den Pharao und dessen endgültiges Schicksal gegeben. Sie gibt den Gläubigen Hoffnung, die in der Welt Verfolgung erleiden, wie es damals die kleine Gruppe der Muslime in Mekka war. Die Geschichte stellt außerdem die Vernichtung hochmütiger Tyrannen dar, deren Haltung im Grunde jener der Götzendiener in Mekka ähnlich war.
The sūrah has given us an account of Moses and Pharaoh and the latter’s ultimate end. It gives hope to the believers suffering persecution in the world, as were the small group of Muslims in Makkah at the time. The story also portrays the destruction of arrogant tyrants whose attitude was basically similar to that of the idolaters in Makkah.
Die Sure geht nun dazu über, uns von Abraham und seinem Volk zu berichten. Der Prophet ﷺ erhält den Auftrag, den Ungläubigen diese Geschichte zu erzählen. Sie behaupteten nämlich, die Hüter des Erbes Abrahams zu sein, insofern sie seinem alten Glauben folgten, obwohl sie ihre Anbetung an viele Gottheiten richteten. Ja, sie gingen sogar noch weiter und stellten Götzenbilder in die Heilige Moschee, die Abraham erbaut hatte, als Mittelpunkt für die Anhänger des reinen Glaubens an die Einheit Gottes. Der Prophet ﷺ soll ihnen Abrahams Geschichte erzählen, damit sie erkennen, ob ihre Behauptungen zutreffen oder nicht.
The sūrah now moves on to tell us about Abraham and his people. The Prophet (peace be upon him) is ordered to relate this story to the unbelievers. For they claimed to be the custodians of Abraham’s heritage in so far as they followed his old faith, even though they addressed their worship to multiple deities. Indeed, they went even further, placing idols in the Sacred Mosque built by Abraham as a focus for the followers of the pure faith based on God’s oneness. The Prophet is required to tell them Abraham’s story so that they know whether their claims are right or not.
In dieser Sure werden die geschichtlichen Berichte nicht in ihrer chronologischen Reihenfolge wiedergegeben, da es ihr nur um die Lehren geht, die aus diesen Berichten zu ziehen sind. In Sure 7, Al-A'raf, hingegen waren die geschichtliche Abfolge, in der die Macht von verschiedenen Völkern übernommen wurde, und die Abfolge der Gesandten Gottes seit Adam wichtige Punkte, die betont werden sollten. Daher folgten die Berichte über die früheren Propheten dort einer strengen chronologischen Ordnung, beginnend mit dem Fall des Menschen aus dem Himmel, um das menschliche Leben auf der Erde zu beginnen.
In this Sūrah, historical accounts are not given in their chronological order, because it is only concerned with the lessons to be derived from these accounts. In Sūrah 7, The Heights, conversely, the historical line of how power was assumed by different peoples and the succession of God’s messengers since Adam were important points to stress. Hence, the accounts of earlier prophets there followed a strict chronological order, starting with man’s fall from heaven to begin human life on earth.
Infragestellung populärer Überzeugungen
Questioning Popular Beliefs
„Erzähle ihnen die Geschichte Abrahams, als er zu seinem Vater und seinem Volk sagte: Was ist das, was ihr verehrt?“ (Verse 69-70) Der Prophet wird hier angewiesen, ihnen die Geschichte Abrahams zu erzählen, dessen Erben und Anhänger des Glaubens sich die götzendienerischen Araber betrachteten. Der Prophet ﷺ berichtet also, wie Abraham das verurteilte, was sein Vater und sein Volk verehrten, das nichts anderes war als Götzen, ähnlich denen, die die Ungläubigen in Makkah verehrten. Er verurteilte auch ihre irregeleitete Weise und fragte sie in einem deutlich missbilligenden Ton: „Was ist das, was ihr verehrt?“ „Sie antworteten: Wir verehren Götzen, und wir bleiben ihnen ergeben.“ (Vers 71) Sie hielten ihre Götzen zweifellos für Gottheiten, doch dass sie sie Götzen nannten, zeigt, dass sie nicht leugnen konnten, dass sie nichts weiter waren als Statuen aus Stein, denen sie dennoch ihre Verehrung darbrachten. Dies ist der äußerste Grad der Absurdität. Doch wenn Menschen falsche Glaubensvorstellungen annehmen, verlieren sie den Blick für die Absurdität ihrer Vorstellungen, ihrer Verehrung und ihrer Aussagen.
“Relate to them the story of Abraham, when he said to his father and his people: What is that you worship?” (Verses 69-70) The Prophet is instructed here to relate to them the story of Abraham whom the idolater Arabs considered themselves to be his heirs and the followers of his faith. The Prophet thus recounts how Abraham denounced what his father and people worshipped, which were no more than idols similar to those the unbelievers in Makkah worshipped. He also denounced their erring ways, asking them in a clear tone of disapproval: What is that you worship?’ “They answered: We worship idols, and we remain devoted to them.” (Verse 71) They certainly considered their idols deities, but the fact that they called them idols shows that they could not deny the fact that they were no more than statues made of stone, but to which they nevertheless devoted their worship. This is the ultimate degree of absurdity. Yet when people take up wrong beliefs, they lose sight of the absurdity of their concepts, worship and statements.
Abraham (Friede sei mit ihm) beginnt, ihren Verstand und ihre Herzen zu wecken, und hebt die Absurdität ihrer Haltung hervor: „Sprach er: Hören sie euch, wenn ihr sie anruft, oder nützen sie euch oder schaden sie euch?“ (Verse 72-73) Das Mindeste, was von einer Gottheit, der Anbetung dargebracht wird, wahr sein sollte, ist, dass sie dasselbe Gehör besitzt wie ihr Anbeter. Diese Gottheiten aber können ihre Anbeter nicht hören, die sie um Nutzen und um die Abwendung von Schaden und Not anflehen. Wenn sie nicht hören können, wie können sie dann Nutzen bringen oder Schaden verursachen? Gewiss konnten die Götzendiener keine dieser beiden Eigenschaften für ihre Götzen beanspruchen. Daher antworteten sie Abraham nicht, weil sie erkannten, dass er sarkastisch war. Dennoch konnten sie nicht widerlegen, was er sagte. Daher entlarven sie sich, wenn sie doch sprechen, als blinde Nachahmer, die über ihr Tun nicht nachdenken: „Sie sagten: Doch wir fanden unsere Väter so tun.“ (Vers 74) Wahr ist, diese Götzen können nicht hören, keinen Nutzen bringen und keinen Schaden verursachen, aber wir fanden unsere Väter diese anbeten, und wir folgen ihren Fußstapfen.
Anerkennung der Gunst Gottes
Acknowledging God’s Favours
Abraham beschreibt daraufhin die Eigenschaften seines Herrn, des Herrn der Welten, und die Verbindung, die zwischen ihnen zu jeder Zeit und in jeder Lage besteht. Während wir seiner Beschreibung zuhören, spüren wir die enge, inspirierende Beziehung, die Gottes Hand in allem anerkennt, was im Leben geschieht.
Abraham then outlines the attributes of his Lord, the Lord of all the worlds, and the bond that exists between them at all times and in all situations. As we listen to his description we feel the close, inspirational relationship that acknowledges God’s hand in everything that happens in life:
Er ist es, Der mich erschaffen hat, und Er ist Derjenige, Der mich leitet. Er ist Derjenige, Der mir zu essen und zu trinken gibt. Wenn ich krank werde, ist Er es, Der mich wieder gesund macht, und Er wird mich sterben lassen und danach wieder lebendig machen. Er ist es auch, von Dem ich hoffe, dass Er mir meine Fehler am Tag des Gerichts vergeben wird. (Verse 78-82)
It is He who has created me, and is the One who guides me. He is the One who gives me to eat and to drink. When I fall ill, He is the One who restores me to health, and will cause me to die and then will bring me back to life. It is He also who, I hope, will forgive me my faults on the Day of Judgement. (Verses 78-82)
Abrahams Beschreibung seines Herrn und die Verbindung zwischen ihnen vermittelt das Gefühl, dass jeder Teil seines Wesens diese Verbindung spürt. Daher richten sich alle seine Sehnsüchte mit Liebe und Vertrauen auf Gott. Es ist, als sähe Abraham seinen Herrn tatsächlich und fühle dessen Gnade mit ganzem Herzen. Indem der Qur'an Abrahams Beschreibung wiedergibt, verleiht er ihr einen melodischen Klang, der eine sehr gelöste Atmosphäre schafft und seine beruhigende, friedvolle Stimmung verbreitet.
Abraham’s description of his Lord and the bond between them imparts a feeling that every part of his constitution feels this bond. Hence, all his aspirations look to God with love and trust. It is as if Abraham actually sees his Lord and feels his grace with all his heart. As the Qur’ān quotes Abraham’s description, it gives it a melodious tone, one that imparts a very relaxed atmosphere, spreading its soothing, tranquil air.
„Er ist es, der mich erschaffen hat, und Er ist derjenige, der mich leitet.“ (Vers 78) Er hat mich von dort her hervorgebracht, wo Er es weiß, ich aber nicht weiß. Das bedeutet, dass Er alles über mich weiß: meine Beschaffenheit, meine Natur, meine Funktionen, meine Gefühle und mein endgültiges Schicksal. Er ist derjenige, der mich leitet und mir den Weg vorgibt, dem ich im Leben folgen soll. Es ist, als fühle sich Abraham wie ein elastischer Stoff, den Gott so formt, wie Er es möchte, und ihm jede Gestalt gibt, die Er wählt. Er unterwirft sich Gott in vollem Vertrauen, in der festen Gewissheit, dass er auf dem rechten Weg ist.
Gebet eines hingebungsvollen Gottesdieners
Prayer By A Devoted Worshipper
Nun richtet Abraham ein langes, umfassendes und demütiges Bittgebet an seinen Herrn:
Now Abraham addresses a long, comprehensive and humble prayer to his Lord:
„Mein Herr! Gewähre mir Weisheit im Urteil und vereine mich mit den Rechtschaffenen; und verleihe mir in späteren Generationen eine aufrichtige Fürsprache für die Wahrheit; mache mich zu denen, die den Garten der Wonne erben werden! Vergib meinem Vater, denn er gehört zu den Irregegangenen.
My Lord! Grant me sound judgement, and join me with the righteous; and grant me the advocacy of the truth in later generations; place me among those who will inherit the garden of bliss! Forgive my father; for he is among the ones who have gone astray.
Lass mich nicht an dem Tag in Schande geraten, an dem alle von den Toten auferweckt werden; dem Tag, an dem weder Reichtum noch Kinder von Nutzen sein werden, sondern nur der, der mit einem gesunden Herzen zu Gott kommt, [wird glücklich sein]. (Verse 83-89)
Let me not suffer disgrace on the Day when all shall be raised from the dead; the Day when neither wealth nor children will be of any benefit; but only the one who comes to God with a sound heart [will be happy]. (Verses 83-89)
Im Gebet Abrahams geht es mit keinem Wort um die Annehmlichkeiten und Freuden dieser Welt, nicht einmal um die körperliche Gesundheit. Er richtet sich auf höhere Dinge, getragen von reinen Gefühlen. Es ist ein Gebet, das von einem Herzen gesprochen wird, das die wahre Erkenntnis Gottes besitzt und deshalb allem anderen nur geringen Wert beimisst. Er hat Gottes Gnade erfahren und bittet um mehr davon, und seine Hoffnungen und Ängste entsprechen dieser Erfahrung.
Nothing in Abraham’s prayer concerns any aspect of the comforts and pleasures of this world, not even physical health. It looks to higher aspects, motivated by pure feelings. It is a prayer made by a heart which has true knowledge of God and, as a result, attributes little value to everything else. He has known God’s grace and prays for more of it, and he entertains hopes and fears in accordance with his experience.
„Mein Herr! Schenke mir ein gutes Urteilsvermögen.“ (Vers 83) Gewähre mir die Weisheit, durch die ich die Wahrheit erkenne und Richtiges von Falschem unterscheide, damit ich auf dem rechten Weg bleibe. „Und reihe mich unter die Rechtschaffenen ein.“ (Vers 83) Dies sagt Abraham, der edle Prophet, dessen Hingabe vorbildlich ist. Welch demütige Selbstverleugnung! Welche Sorge, den Erwartungen nicht gerecht zu werden, und welche Furcht vor einer Wandlung des Herzens! Wie sehr er sich danach sehnt, nur unter den Rechtschaffenen zu sein! Er empfindet, dass er dies nur erreichen kann, wenn Gott ihn zu den rechtschaffenen Taten leitet, die ihn in solche Ränge bringen.
Eine Frage, die keine Antwort braucht
A Question That Needs No Answer
Im vorliegenden Abschnitt haben wir eine Szene des Tages des Gerichts, den Abraham fürchtete. Sie ist so lebendig, dass er sie beinahe mit eigenen Augen sieht, während er sein demütiges Bittgebet an Gott richtet:
We then have in the present passage a scene of the Day of Judgement, which was feared by Abraham. It is so vivid that he almost sees it with his own eyes as he addresses his humble prayer to God:
Das Paradies wird den Gottesfürchtigen nahegebracht werden, und das lodernde Feuer wird den Irregeleiteten offen vor Augen gestellt werden. Zu ihnen wird gesagt werden: „Wo ist nun all das, was ihr anstelle Gottes zu verehren pflegtet? Können sie euch helfen oder sich selbst helfen?“ Sie werden in die Hölle gestürzt werden, ebenso wie jene, die in die Irre gegangen sind, und die Heerscharen Iblīs', allesamt. Und dort werden sie miteinander streiten und sagen: „Bei Gott, wir befanden uns offensichtlich im Irrtum, als wir euch dem Herrn aller Welten gleichsetzten. Nur die wahrhaft Schuldigen haben uns irregeführt. Und nun haben wir niemanden, der für uns Fürbitte einlegt, noch einen liebevollen Freund. Hätten wir doch eine zweite Chance [im Leben], dann wären wir Gläubige.“ (Verse 90-102)
Paradise will be brought within sight of the God-fearing; whereas the blazing fire will be placed in full view of the ones lost in error. It shall be said to them: ‘Where is now all that you used to worship instead of God? Can they help you or even help themselves?’ They will be hurled into hell, as also those who are lost in error, and Iblīs’ hosts, all together. And there, quarrelling with one another, they will say: By God, we were obviously in error, when we deemed you equal to the Lord of all the worlds. It was only the truly guilty ones who led us astray. And now we have none to intercede for us nor any loving friend. Would that we had a second chance [in life], so that we could be believers.’ (Verses 90-102)
Die Szene beginnt mit dem Bild des Paradieses, das nahegebracht wird, sodass es für die Gottesfürchtigen in Sichtweite ist – für jene, die tatsächlich in Sorge blieben, es könnte ihnen Gottes Strafe zuteilwerden. Auch das Feuer der Hölle wird jenen in voller Sicht gezeigt, die irregingen: jenen, die vom rechten Weg abwichen und den Tag des Gerichts leugneten. Während sie in Sichtweite der Hölle stehen und harte Vorwürfe für ihre schlechten Taten hören, bevor sie in die Hölle geworfen werden, wird man sie zuerst nach den Gottheiten fragen, die sie einst verehrten. Die Frage, die an sie gerichtet wird, lautet: „Wo ist nun all das, was ihr statt Gott verehrt habt?“ (Verse 92–93) „Wo sind sie? Können sie euch helfen oder sich selbst helfen?“ (Vers 93) Von ihnen ist keine Antwort zu vernehmen. Tatsächlich wird auch keine erwartet. Es ist lediglich eine Frage, die als Tadel gestellt wird. Daher heißt es: „Sie werden in die Hölle gestürzt werden, ebenso wie jene, die im Irrtum verloren sind, und die Heerscharen Iblīs’, alle zusammen.“ (Verse 94–95) Das hier verwendete Wort kubkibū, übersetzt als „gestürzt“, deutet darauf hin, dass sie einer auf den anderen hineinfallen, mit viel Getöse als Folge. Es ist wie bei einem Erdrutsch, dem unmittelbar weitere folgen. Diese Menschen, die im Irrtum verloren waren, werden in der Hölle von „Iblīs’ Heerscharen, alle zusammen“ begleitet. In der Tat gehören sie alle zu Iblīs’ Heerscharen.