Ta Ha (Der Zweck der Offenbarung) 1-98
Ta Ha (The Purpose of Revelation) 1-98
Im Namen Gottes, des Barmherzigen, des Allerbarmers.
In the Name of God, the Lord of Grace, the Ever Merciful.
Ţā Hā, (1)
Ţā Hā, (1)
{Wir haben dir diesen Qur'an nicht herabgesandt, damit du dich abmühst,} (2)
We did not bestow this Qur’ān on you from on high to cause you distress, (2)
„aber nur als Ermahnung für die Gottesfürchtigen. (3)
but only as an admonition to the God-fearing. (3)
Es ist eine Offenbarung von Dem, Der die Erde und die hohen Himmel erschaffen hat, (4)
It is a revelation from Him who has created the earth and the high heavens, (4)
der Allerbarmer, der sich auf den Thron Seiner Allmacht erhoben hat. (5)
the Most Merciful, established on the throne of His almightiness. (5)
Ihm gehört alles, was in den Himmeln und auf der Erde ist, sowie alles, was zwischen ihnen liegt, und alles, was unter der Erde ist. (6)
To Him belongs all that is in the heavens and on earth, as well as all that is between them, and underneath the soil. (6)
Und wenn du etwas laut sagst, so wisse: Er kennt das Geheime und noch Verborgenere. (7)
If you say anything aloud, then [know that] He knows all that is secret, as well as all that is yet more hidden. (7)
[Er ist] Gott; es gibt keine Gottheit außer Ihm.
[He is] God; there is no deity other than Him.
Ihm allein gehören alle Eigenschaften der Vollkommenheit. (8)
His alone are all the attributes of perfection. (8)
Hast du die Geschichte von Musa gelernt? (9)
Have you learnt the story of Moses? (9)
Als er ein Feuer sah, sagte er zu seiner Familie: „Wartet hier! Ich habe ein Feuer wahrgenommen. Vielleicht kann ich euch eine brennende Fackel bringen oder am Feuer eine Wegweisung finden.“ (10)
When he saw a fire, he said to his family: ‘Wait here! I perceive a fire. Perhaps I can bring you a lighted torch, or find some guidance at the fire.’ (10)
Doch als er näher herankam, rief ihm eine Stimme zu: „Mose, (11)
But when he came close to it, a voice called out to him: ‘Moses, (11)
Ich bin dein Herr! Zieh deine Sandalen aus, denn du bist im heiligen Tal Ṭuwā. (12)
I am your Lord! Take off your sandals, for you are in the sacred valley of Ţuwā. (12)
Wisse, dass Ich dich erwählt habe. So höre nun, was offenbart wird. (13)
Know that I have chosen you. Listen, then, to what is being revealed. (13)
Wahrlich, Ich bin Gott, es gibt keine Gottheit außer Mir. So diene Mir allein und verrichte das Gebet, um Meiner zu gedenken.
Indeed, I alone am God; there is no deity other than Me. So, worship Me alone, and establish regular prayer to celebrate My praise.
(14)
(14)
Obwohl ich entschieden habe, es verborgen zu halten, wird die Stunde gewiss kommen, damit jede Seele für das belohnt wird, wonach sie gestrebt hat. (15)
Although I have chosen to keep it hidden, the Last Hour is bound to come, so that every soul may be rewarded in accordance with what it strove for. (15)
Deshalb soll dich keiner davon abbringen, der nicht an ihr Kommen glaubt und nur seinen eigenen Begierden folgt, sonst würdest du zugrunde gehen. (16)
Hence, let not anyone who does not believe in its coming and follows only his own desires turn your thoughts from it, lest you perish. (16)
„Was ist das in deiner Rechten, Mose?“ (17)
Now, what is this in your right hand, Moses?’ (17)
Er antwortete: „Es ist mein Stab; darauf stütze ich mich, und damit schlage ich die Blätter für meine Schafe herunter; und ich habe noch andere Verwendungen dafür.“ (18)
He answered: ‘It is my staff; upon it I lean, and with it I beat down the leaves for my sheep; and other uses have I for it.’ (18)
Er sprach: „Wirf sie hin, Mose.“ (19)
Said He: ‘Throw it down, Moses.’ (19)
Also warf er ihn hin, und siehe, da war er eine Schlange, die sich schnell bewegte. (20)
So he threw it down, and thereupon it was a snake, moving rapidly. (20)
Er sprach: „Nimm es auf und fürchte dich nicht. Wir werden es in seinen früheren Zustand zurückversetzen." (21)
Said He: ‘lake it up and have no fear. We shall restore it to its former state. (21)
Nun lege deine Hand unter deine Achsel. Sie wird [strahlend] weiß herauskommen, ohne Makel:
Now put your hand under your armpit. It will come out [shining] white, without blemish:
Ein weiteres Zeichen. (22)
another sign. (22)
Wir werden euch einige Unserer wundersamen Zeichen zeigen. (23)
We shall show you some of Our most wondrous signs. (23)
„Geh zu Pharao; denn er hat wahrlich das Maß überschritten.“ (24)
Go to Pharaoh; for he has indeed transgressed all bounds.’ (24)
Er sprach: „Mein Herr, weite mir meine Brust“ (25)
Said [Moses]: ‘My Lord, open up my heart [to Your light], (25)
und mach meine Aufgabe für mich leicht, (26)
and make my mission easy for me, (26)
und löse meine Zunge von ihrer Stockung, (27)
and free my tongue from its impediment, (27)
damit die Menschen verstehen, was ich sage. (28)
so that people may understand what I say. (28)
Bestimme mir einen Helfer aus meiner Verwandtschaft, (29)
Appoint for me a helper from among my kinsmen, (29)
Aaron, mein Bruder. (30)
Aaron, my brother. (30)
Gewähre mir Kraft durch ihn, (31)
Grant me strength through him, (31)
und lass ihn meine Aufgabe teilen, (32)
and let him share my task, (32)
so dass wir gemeinsam Deine grenzenlose Herrlichkeit preisen (33)
so that together we may extol Your limitless glory (33)
Und denke immer daran. (34)
and remember You always. (34)
„Du wachst gewiss über uns.“(35)
You are surely watching over us.’(35)
Er sprach: „Dir ist alles gewährt, was du erbeten hast, Mose.“ (36)
Said He: ‘You are granted all that you have asked for, Moses. (36)
Und wahrlich, Wir haben euch schon einmal Unsere Gunst erwiesen, (37)
And indeed We bestowed Our favour upon you in a time gone by, (37)
als Wir deiner Mutter eingaben, indem Wir sprachen: {…}
when We inspired your mother, saying: (38)
„Leg [dein Kind] in eine Truhe und wirf sie in den Fluss. Der Fluss wird sie ans Ufer spülen, und jemand, der Mein Feind und sein Feind ist, wird sie aufheben." Ich habe Dir Meine Liebe geschenkt, damit du unter Meinen wachsamen Augen aufgezogen wirst. (39)
“Place [your child] in a chest and throw it into the river. The river will cast him ashore, and one who is an enemy to Me and an enemy to him will pick him up.” I lavished My love on you, so that you may be reared under My watchful eye. (39)
Und da ging deine Schwester hin und sprach [zu den Leuten des Pharaos]: „Soll ich euch zu jemandem führen, der sich seiner annehmen kann?“ So gaben Wir dich deiner Mutter zurück, auf dass ihr Auge erfreut werde und sie sich nicht grämen möge. Und [als du erwachsen warst,] hast du einen Mann erschlagen; doch Wir haben dich aus aller Not errettet, und Wir haben dich mit mancherlei Prüfungen heimgesucht. Dann hast du jahrelang unter den Leuten von Madyan geweilt; und nun bist du hierher gekommen, o Mose, wie es [von Mir] bestimmt war. (40)
Then your sister went forth and said [to Pharaoh’s people]: “Shall I direct you to one who might take care of him?” Thus did We restore you to your mother, so that her mind might he set at ease and that she might not grieve. And [when you came of age,] you killed a man; but We saved you from all grief, although We tested you with various trials. You then stayed for years among the people of Madyan; and now you have come here, Moses, as ordained [by Me]; (40)
„Und Ich habe dich für Mich erwählt." (41)
for I have chosen you for Myself. (41)
Geht denn, du und dein Bruder, mit Meinen Zeichen, und erlahmt nicht in Meinem Gedenken.
Go forth, then, you and your brother, with My signs, and never slacken in remembering Me.
(42)
(42)
Geht beide zu Pharao, denn er hat die Grenzen des Rechts überschritten! (43)
Go forth, both of you, to Pharaoh; for he has transgressed all bounds of equity! (43)
„Doch sprecht mit ihm in milden Worten, vielleicht lässt er sich ermahnen oder fürchtet sich.“ (44)
But speak to him mildly, so that he may yet take heed, or may be filled with apprehension.’ (44)
Sie sagten: „Unser Herr! Wir fürchten, dass er gegen uns mit Übermut oder Gewalttätigkeit vorgeht.“ (45)
They said: ‘Our Lord! We fear lest he hasten with insolence or tyranny against us.’ (45)
„Fürchtet euch nicht. Ich werde bei euch sein. Ich höre alles und sehe alles." (46)
Answered He: ‘Have no fear. I shall be with you. I hear all and see all. (46)
Geht also, ihr beide, zu ihm und sprecht: „Wir sind die Gesandten eures Herrn. Lass die Kinder Israels mit uns ziehen und unterdrücke sie nicht länger. Wir sind nun mit einer Botschaft von eurem Herrn zu dir gekommen. Friede sei mit all denen, die der [Führung] Gottes folgen.
Go, then, you two to him and say, “We are the emissaries of your Lord. Let the Children of Israel go with us, and oppress them no more. We have now come to you with a message from your Lord. Peace to all who follow [God’s] guidance.
(47)
(47)
Uns wurde offenbart, dass die Qual diejenigen treffen wird, die die Wahrheit leugnen und sich von ihr abwenden.“ (48)
It has been revealed to us that the suffering shall befall those who deny the truth and turn away from it.” (48)
Pharao sprach: „Wer ist denn nun euer Herr, Mose?“ (49)
[Pharaoh] said: ‘Who, now, is this Lord of you two, Moses?’ (49)
Er antwortete: „Unser Herr ist Derjenige, der jedem Ding seine Beschaffenheit und Gestalt gibt und es darüber hinaus leitet.“ (50)
He replied: ‘Our Lord is He who gives everything its distinctive nature and form, and further guides them.’ (50)
Pharao sprach: „Und was ist mit den früheren Generationen?“ (51)
Said [Pharaoh]: ‘And what of all the past generations?’ (51)
„Musa antwortete: ‚Das Wissen darum liegt allein bei meinem Herrn, niedergeschrieben in einem Buch. Mein Herr irrt nicht, und Er vergisst auch nicht.“ (52)
[Moses] answered: ‘Knowledge of that rests with my Lord alone, recorded in a Book. My Lord does not err, and neither does He forget. (52)
Er ist es, Der euch die Erde zur Wiege gemacht und auf ihr Wege für euch gebahnt hat, und Der Wasser vom Himmel herabsendet, durch das Wir verschiedene Paare von Pflanzen hervorbringen. (53)
He it is who has made the earth your cradle, and has traced on it paths for you to walk on, and who sends down waters from the sky with which We bring forth diverse pairs of plants. (53)
Esset, dann, und weidet euer Vieh. Darin sind wahrlich Zeichen für Menschen mit Verstand.
Eat, then, and graze your cattle. In all this there are signs for those who are endowed with reason.
(54)
(54)
Aus ihr (der Erde) haben Wir euch erschaffen, in sie werden Wir euch zurückkehren lassen, und aus ihr werden Wir euch noch einmal hervorbringen. (55)
Out of this [earth] have We created you, and into it shall We return you, and out of it shall We bring you forth once again. (55)
Und wahrlich, Wir zeigten Pharao alle Unsere Zeichen, doch er leugnete sie und weigerte sich [, sich ermahnen zu lassen].
And, indeed, We showed Pharaoh all Our signs, but he denied them and refused [to take heed].
(56)
(56)
Er sagte: „Bist du, Moses, gekommen, um uns mit deiner Zauberei aus unserem Land zu vertreiben? (57)
He said: ‘Have you, Moses, come to drive us out of our land with your magic? (57)
„Dann werden wir dir gewiss eine Zauberei entgegensetzen, die dieser gleicht. So setze einen Termin fest, den weder wir noch du verfehlen werden, an einem geeigneten, offenen Ort.“ (58)
In that case, we shall most certainly produce for you magic to match it. Set, then, for us an appointment which neither we nor you shall fail to keep, at a suitable, open place.’ (58)
Moses antwortete: „Euer Termin sei der Tag des Festes, und die Menschen sollen sich versammeln, wenn die Sonne hoch am Himmel steht.“ (59)
Answered Moses: ‘Your appointment shall be the day of the Festival; and let the people assemble when the sun is risen high.’ (59)
Daraufhin wandte sich der Pharao ab, sammelte seine List, die er anwenden wollte, und kam dann zurück. (60)
Thereupon Pharaoh withdrew and put together the artful scheme which he would pursue; and then turned up. (60)
Musa sprach zu ihnen: „Wehe euch! Erdichtet nicht gegen Gott eine Lüge, sonst wird Er euch mit einer verheerenden Strafe vernichten. Wer eine solche Lüge erdichtet, geht gewiss zugrunde.“ (61)
Moses said to them: ‘Woe betide you! Do not invent any falsehood against God, lest He afflict you with most grievous suffering. He who contrives such a lie is sure to come to grief.’ (61)
Sie berieten sich daher untereinander darüber, was zu tun sei, hielten ihre Beratung jedoch geheim.
So they debated among themselves as to what to do; but they kept their counsel secret. (62)
Sie sagten: „Diese beiden sind gewiss Zauberer, die euch mit ihrer Zauberei aus eurem Land vertreiben und eure vorbildliche Lebensweise zunichtemachen wollen. (63)
They said: ‘These two are surely sorcerers intent on driving you away from your land by their sorcery, and on doing away with your exemplary way of life. (63)
Entscheiden Sie sich daher für das Vorgehen, das Sie verfolgen wollen, und treten Sie dann geschlossen auf. Denn wer heute die Oberhand gewinnt, wird für immer erfolgreich sein.“ (64)
Hence, decide on the scheme you will pursue, and then come forward in one single body. For, indeed, he who prevails today shall ever be successful.’ (64)
Sie sagten: „Musa! Entweder wirfst du zuerst, oder wir werden die Ersten sein, die werfen.“ (65)
Said [the sorcerers]: ‘Moses! Either you throw [first], or we shall be the first to throw.’ (65)
Er antwortete: „Werft ihr zuerst!“ Und durch ihre Zauberei erschienen ihm ihre Seile und Stäbe, als würden sie schnell umherlaufen. (66)
He answered: ‘You throw first!’ And by virtue of their sorcery, their ropes and staffs seemed to him to be moving rapidly. (66)
Und in seinem Herzen verspürte Moses Furcht.
And in his heart Moses became apprehensive.
(67)
(67)
Doch Wir sprachen zu ihm: „Fürchte dich nicht! Du wirst gewiss die Oberhand behalten." (68)
But We said [to him]: ‘Have no fear! It is you who shall certainly prevail. (68)
Wirf, was in deiner rechten Hand ist, so wird es verschlingen, was sie gemacht haben.
Now throw that which is in your right hand and it shall swallow up all that they have wrought.
Denn sie haben nichts bewirkt als eine trügerische List eines Zauberers; und Zauberer gelangen niemals zu etwas Gutem, wie auch immer sie vorgehen mögen.“ (69)
For, they have wrought nothing but a sorcerer’s deceitful trick; and sorcerers can never come to any good, whatever they may do.’ (69)
So fielen die Zauberer nieder, sich niederwerfend, und erklärten: „Wir glauben an den Herrn Aarons und Moses'.“ (70)
So down fell the sorcerers, prostrating themselves, and declared: ‘We do believe in the Lord of Aaron and Moses.’ (70)
Pharao sprach: „Glaubt ihr an ihn, bevor ich es euch erlaubt habe? Gewiss, er ist euer Meister, der euch die Zauberei gelehrt hat! Ich werde euch gewiss die Hände und Füße auf gegenüberliegenden Seiten abschneiden und euch gewiss an den Stämmen der Palmen kreuzigen. Dann werdet ihr mit Sicherheit erfahren, wer von uns eine härtere und länger andauernde Strafe verhängen kann.“ (71)
Said [Pharaoh]: ‘Do you believe in him before I have given you permission? Surely, he must be your master who has taught you witchcraft! I shall most certainly cut off your hands and feet on opposite sides, and I shall most certainly crucify you on the trunks of the palm trees. You will then come to know for certain which of us can inflict a more severe and longer lasting punishment.’ (71)
Sie antworteten: „Niemals werden wir dir den Vorzug geben vor den klaren Beweisen der Wahrheit, die zu uns gekommen sind, noch vor Dem, der uns erschaffen hat! Entscheide also, was du entscheiden willst. Du kannst nur über dieses irdische Leben entscheiden.“
They answered: ‘Never shall we prefer you to all the evidence of the truth that has come to us, nor to Him who has brought us into being! Decree, then, whatever you are going to decree. You can only decree on what pertains to this worldly life.
(72)
(72)
„Wir sind zu unserem Herrn gekommen, weil wir an Ihn glauben, in der Hoffnung, dass Er uns unsere Verfehlungen vergibt und die Zauberei, zu der du uns gezwungen hast. Gott ist gewiss der Beste und Er ist ewig.“ (73)
As for us, we have come to believe in our Lord, hoping that He may forgive us our faults and all that magic to which you have forced us. God is certainly the best and He is Everlasting.’ (73)
Wer vor seinen Herrn tritt [am Tag des Gerichts] mit Sünden beladen, dem wird die Hölle zuteil, in der er weder stirbt noch lebt. (74)
He who shall appear before his Lord [on Judgement Day] laden with sin shall be consigned to hell, where he shall neither die nor live. (74)
Wer aber als Gläubiger vor Ihn tritt und gute Werke getan hat, dem werden die höchsten Stufen zuteil. (75)
But he who shall appear before Him as a believer, having done righteous deeds, shall be exalted to the highest ranks, (75)
in den Gärten Eden, durch die Flüsse strömen. Dies ist der Lohn für jene, die sich rein halten. (76)
abiding in the gardens of Eden, through which running waters flow. Such shall be the recompense of those who keep themselves pure. (76)
Da offenbarten Wir Musa: „Zieh mit Meinen Dienern bei Nacht hinaus und schlage für sie einen trockenen Weg durch das Meer. Fürchte nicht, eingeholt zu werden, und habe keine Angst.“ (77)
Then We thus inspired Moses: ‘Go forth with My servants by night, and strike out for them a dry path through the sea. Have no fear of being overtaken, and dread nothing.’ (77)
Pharao verfolgte sie mit seinen Heerscharen, doch sie wurden vom Meer überwältigt. (78)
Pharaoh pursued them with his hosts, but they were overwhelmed by the power of the sea. (78)
Denn Pharao hatte sein Volk irregeführt und nicht recht geleitet. (79)
For Pharaoh had led his people astray and had not guided them aright. (79)
Kinder Israels! Wir haben euch von eurem Feind errettet, und dann schlossen Wir mit euch einen Bund am rechten Hang des Berges Sinai. Wir sandten euch Manna und Wachteln herab. (80)
Children of Israel! We saved you from your enemy, and then We made a covenant with you on the right flank of Mount Sinai. We sent down manna and quails for you. (80)
Esst von den guten Dingen, die Wir euch beschert haben, und überschreitet nicht die Grenzen, damit nicht Mein Zorn über euch komme. Wer aber Meinen Zorn auf sich zieht, der ist wahrlich ins Verderben gestürzt. (81)
Eat of the wholesome things which We have provided for you and do not transgress, lest you should incur My wrath. He that incurs My wrath has indeed thrown himself into utter ruin; (81)
Doch gewiss vergebe Ich allen Sünden jedem, der bereut, glaubt und rechtschaffene Taten verrichtet und danach auf dem rechten Wege bleibt. (82)
but I certainly forgive all sins for anyone who repents, believes and does righteous deeds, and thereafter keeps to the right path. (82)
[Und Gott sprach]: „Was hat dich, Mose, dazu veranlasst, dein Volk in so großer Eile zurückzulassen?“ (83)
[And God said]: ‘Now what has caused you, Moses, to leave your people behind in so great a haste?’ (83)
Er antwortete: „Sie folgen meinen Spuren, während ich mich Dir beeilt habe, mein Herr, damit Du mit mir zufrieden bist.“ (84)
He answered: ‘They are treading in my footsteps, while I have hastened to You, my Lord, so that You might be well-pleased with me.’ (84)
Er sprach: „Dann wissen wir, dass Wir dein Volk in deiner Abwesenheit auf die Probe gestellt haben, und der Sāmiriy hat sie in die Irre geführt.“ (85)
Said He: ‘Then [know that] in your absence We have put your people to a test, and the Sāmiriy has led them astray.’ (85)
So kehrte Mose voller Zorn und Trauer zu seinem Volk zurück: „Mein Volk“, sprach er, „hat euer Herr euch nicht ein schönes Versprechen gegeben? Ist euch dann die Erfüllung dieses Versprechens zu lange hingezogen? Oder wolltet ihr, dass die Strafe eures Herrn über euch hereinbricht, und deshalb habt ihr euer Versprechen mir gegenüber gebrochen?“ (86)
Thus Moses returned to his people full of wrath and sorrow: ‘My people,’ he said, ‘Did not your Lord hold out a goodly promise to you? Did, then, [the fulfilment of] this promise seem to you too long in coming? Or are you determined to see your Lord’s condemnation fall upon you, and so you broke your promise to me?’ (86)
Sie antworteten: „Wir haben unser Versprechen dir gegenüber nicht aus eigenem Willen gebrochen, sondern wir waren mit den Lasten des Schmucks der [ägyptischen] Leute beladen, und so warfen wir ihn [ins Feuer], und ebenso warf dieser Sāmiriy ihn hinein.“ (87)
They answered: ‘We did not break our promise to you of our own free-will, but we were loaded with the burdens of the [Egyptian] people’s ornaments, and so we threw them [into the fire], and likewise this Sāmiriy threw.’ (87)
So fertigte er ihnen das Abbild eines Kalbes, das muhte. „Dies“, sagten sie, „ist euer Gott und der Gott des Mose; doch er hat es vergessen.“
Thus he produced for them the effigy of a calf, which made a lowing sound. ‘This,’ they said, ‘is your deity and the deity of Moses; but he has forgotten.’ (88)
„Warum! Sahen sie denn nicht, dass er ihnen keine Antwort geben konnte und dass er ihnen weder schaden noch nützen konnte?" (89)
Why! Did they not see that it could not give them any response, and that it could neither harm nor benefit them? (89)
Und Aaron hatte ihnen zuvor tatsächlich gesagt:
And, indeed, Aaron had said to them earlier:
„O mein Volk! Ihr werdet durch dieses Kalb nur zum Bösen verführt. Euer einziger Herr ist der Allerbarmer! Folgt mir also und tut, was ich euch befehle.“ (90)
‘My people! You are but being tempted to evil by this calf. Your only Lord is the Most Merciful! Follow me, then, and do as I bid you.’ (90)
Sie aber antworteten: „Wir werden niemals aufhören, es anzubeten, bis Moses zu uns zurückkommt.“ (91)
But they had replied: ‘By no means shall we cease worshipping it until Moses comes back to us.’ (91)
„Mose sprach: Harun! Was hat dich daran gehindert, als du sahst, dass sie irregegangen waren, (92)"
[Moses] said: Aaron! What has prevented you, when you saw that they had gone astray, (92)
„Warum hast du mir nicht gehorcht, indem du mir folgtest? Weshalb hast du meinen Befehl missachtet?“ (93)
from following me? Why have you disobeyed me?’ (93)
„Sohn meiner Mutter“, antwortete er, „pack mich nicht am Bart oder am Kopf! Ich fürchtete, du könntest sagen: ‚Du hast eine Spaltung unter den Kindern Israels verursacht und hast nicht auf meinen Befehl gewartet.‘“ (94)
‘Son of my mother,’ he replied, ‘do not seize me by my beard, or by my head! I was afraid that you might say, “You have caused a split among the Israelites and did not wait for my orders.”‘ (94)
Sprach [Mūsā]: „Was ist dann mit deiner Angelegenheit, Sāmiriy?“ (95)
Said [Moses]: ‘What is then your case, Sāmiriy?’ (95)
Er antwortete: „Ich habe etwas erkannt, was sie nicht zu sehen vermochten; so nahm ich eine Handvoll Staub von der Spur des Gesandten und warf sie fort; denn so hat es mir mein Verstand eingegeben, zu handeln.“ (96)
He answered: ‘I have gained insight into something which they were unable to see; and so I took a handful of dust from the trail of the messenger and flung it away; for thus has my mind prompted me to act.’ (96)
Er sprach: „Geh hin! Dein Teil in diesem Leben soll sein, zu sagen: ‚Rührt mich nicht an!‘ Doch dir ist eine Frist gesetzt, der du nicht entrinnen wirst. Sieh nun auf deinen Gott, dem du so ergeben warst: Wir werden ihn gewiss verbrennen und dann im Meer verstreuen, Stück für Stück.“ (97)
Said [Moses]: ‘Begone, then! It shall be your lot to say throughout your life, “Do not touch me.” But you shall be faced with a destiny from which you shall have no escape. Now look at this deity of yours to whose worship you have become so devoted: we shall most certainly burn it, and then scatter it far and wide over the sea.’ (97)
Dein einziger Gott ist Gott, außer dem es keinen Gott gibt. Sein Wissen umfasst alle Dinge.
Your only deity is God, other than whom there is no deity. His knowledge encompasses all things.
(98)
(98)
Wissen, das tiefer geht als Geheimnisse
Knowledge Going Deeper Than Secrets
Ṭā-Hā. Wir haben dir diesen Qur'ān nicht vom Himmel herab gesandt, damit du dich abmühst, sondern nur als Ermahnung für jene, die gottesfürchtig sind. Er ist eine Offenbarung von Dem, der die Erde und die hohen Himmel erschaffen hat, dem Barmherzigen, der auf dem Thron Seiner Macht erhaben ist. Ihm gehört alles, was in den Himmeln und auf der Erde ist, und alles, was zwischen ihnen liegt, und was unter der Erde ist. Wenn du etwas laut sagst, so [wisse], dass Er das Geheimnis kennt und das noch Verborgenere. [Er ist] Gott; es gibt keine Gottheit außer Ihm. Ihm allein gehören alle Eigenschaften der Vollkommenheit. (Verse 1–8)
Ţā Hā. We did not bestow this Qur’ān on you from on high to cause you distress, but only as an admonition to the God-fearing. It is a revelation from Him who has created the earth and the high heavens, the Most Merciful, established on the throne of His almightiness. To Him belongs all that is in the heavens and on earth, as well as all that is between them, and underneath the soil. If you say anything aloud, then [know that] He knows all that is secret, as well as all that is yet more hidden. [He is] God; there is no deity other than Him. His alone are all the attributes of perfection. (Verses 1-8)
Diese einleitenden Verse geben der Sure einen zarten Anfang mit zwei Buchstabenlauten, Ţā Hā, um anzudeuten, dass diese Sure, wie der gesamte Koran, aus Buchstaben des arabischen Alphabets besteht, wie wir in früheren Bänden erklärt haben. Die beiden hier gewählten Buchstaben haben denselben Klangausgang wie die Verse der Sure.
These opening verses give the sūrah a tender start beginning with two letter sounds, Ţā Ha, to indicate that this sūrah, like the entire Qur’ān, is made up of letters from the Arabic alphabet, as we have explained in earlier volumes. The two letters chosen here have the same sound-ending as the verses of the sūrah.
Wir haben im Folgenden einen Hinweis auf den Qur'an, ähnlich wie bei anderen Suren, die mit einzelnen Buchstaben beginnen, doch wird der Hinweis hier in Form einer Anrede an den Propheten ﷺ gegeben: „Wir haben dir den Qur'an nicht vom Himmel herab gesandt, damit du in Not gerätst." (Vers 2) Wir haben diesen Qur'an nicht offenbart, damit er dich in einen Zustand der Bedrängnis führt. Wir wollen dir nichts erschweren, indem wir verlangen, dass du ihn im Gottesdienst rezitierst, über die Grenzen menschlicher Fähigkeit hinaus. Vielmehr ist der Qur'an leicht zur Besinnung gemacht, und welche Anforderungen und Pflichten er auferlegt, sind für die Menschen leicht zu erfüllen. Er legt nur Pflichten auf, die durchaus im Rahmen menschlicher Möglichkeiten liegen. Ihn im Gottesdienst zu rezitieren ist ein Segen, der uns die Gelegenheit gibt, mit der erhabenen Gemeinschaft in Verbindung zu stehen, von der wir Kraft, Zuversicht, Zufriedenheit und das Gefühl der Verbundenheit empfangen.
§ Für die weitere Diskussion über das Attribut des Istiwā’ verweisen wir auf Abschnitt 1.1 von „A Critique of ‘In the Shade of the Qur’ān“.
§ For further discussion on the Istiwā’ attribute, please refer to section 1.1 of A Critique of ‘In the Shade of the Qur’ān.
Weitere Einzelheiten über Mose
More Details About Moses
Nun beginnt Gott, Seinem Gesandten Muĥammad ﷺ die Geschichte von Moses zu erzählen, als Beispiel für die Fürsorge, die Er denen zuteilwerden lässt, die Er auserwählt, Seine Botschaft zu hören.
Now God begins to tell His Messenger, Muĥammad, the story of Moses, as an example of the care He takes of those whom He chooses to hear His message.
Die Berichte über Mose kommen im Qur’an häufiger vor als die über alle anderen Gesandten. Diese Geschichte wird im Qur’an in einzelnen Episoden erzählt, von denen jede genau zum allgemeinen Thema der Sure passt, in der sie vorkommt. Bisher haben wir solche Episoden in Sure 2, Die Kuh; Sure 5, Das Mahl; Sure 7, Die Höhen; Sure 10, Jona; Sure 17, Die Nachtreise; und Sure 18, Die Höhle, gesehen. Weitere Erwähnungen finden sich außerdem in späteren Suren.
Accounts of Moses are more frequent in the Qur’ān than those of all other messengers. This history is given in the Qur’ān in episodes, each of which fits perfectly with the general theme of the sūrah in which it occurs. So far, we have seen such episodes in Sūrah 2, The Cow; 5, The Repast; 7, The Heights; 10, Jonah; 17, The Night Journey; and 18, The Cave. Other references are also made in later sūrahs.
Die Darstellung in Sure 5, Die Tafel, schildert, wie die Kinder Israels sich von dem Heiligen Land fernhielten und sich weigerten, es zu betreten, wegen der mächtigen Bewohner, die dort lebten. In Sure 18, Die Höhle, die ebenfalls in diesem Band steht, haben wir Moses' Begegnung mit dem frommen Mann gesehen und was geschah, als die beiden gemeinsam reisten. Hier jedoch haben wir eine lange und ausführliche Geschichte, die mehrere Episoden umfasst, wie es auch bei den Suren 2, 7 und 10 der Fall war. Die Episoden in jeder Sure mögen völlig verschieden sein, doch wo es Ähnlichkeiten gibt, werden diese aus unterschiedlichen Blickwinkeln dargestellt, damit sie besser zur allgemeinen Linie der Sure passen, in der sie vorkommen.
The account given in Sūrah 5, The Repast, tells how the Children of Israel stood at a distance from the Holy Land, refusing to enter it because of the powerful residents living there. In Sūrah 18, The Cave, also in this volume, we saw Moses’ encounter with the pious man and what occurred when the two travelled together. Here, however, we have a long and detailed history covering several episodes, as was the case in Sūrahs 2, 7, and 10. The episodes given in each sūrah may be totally different, but where there are similarities, these are portrayed from different angles, so that they fit more perfectly with the general line of the sūrah in which they occur.
So folgt in Sure 2, Al-Baqara (Die Kuh), auf die Geschichte von Moses die Geschichte von Adam und wie er im Himmel geehrt wurde, wie ihm die Obhut über die Erde übertragen wurde und die Gnade, die Gott ihm erwies, als Er ihm Vergebung gewährte. In ähnlicher Weise erinnert die Geschichte von Moses und den Kindern Israels an Gottes Gnade, Gottes Bund mit ihnen, ihre Rettung vor dem Pharao, ihr Bittgebet um Regen und wie ihnen Manna und Wachteln als Nahrung gegeben wurden. Sie erwähnt auch Moses' Verabredung mit seinem Herrn und wie die Kinder Israels in seiner Abwesenheit begannen, das Kalb anzubeten, Gottes Vergebung und den verbindlichen Bund unter dem Berg, ihren Bruch des Sabbats und die Geschichte von der Kuh.
Eine Ansprache von oben
An Address From On High
Hast du die Geschichte von Moses gelernt? Als er ein Feuer sah, sagte er zu seiner Familie: „Wartet hier! Ich nehme ein Feuer wahr. Vielleicht kann ich euch eine brennende Fackel bringen oder am Feuer etwas Führung finden.“ (Verse 9-10)
Have you learnt the story of Moses? When he saw a fire, he said to his family: ‘Wait here! I perceive a fire. Perhaps I can bring you a lighted torch, or find some guidance at the fire.’” (Verses 9-10)
Der Prophet wird mit einer rhetorischen Frage angesprochen, ob er die Geschichte Moses gehört habe und wie sie die Gnade Gottes und die Rechtleitung widerspiegelt, die Er denjenigen gewährt, die Er als Seine Gesandten auserwählt.
The Prophet is asked a rhetorical question about whether or not he had heard of Moses’ history and how it reflects God’s grace and the guidance He provides for those whom He chooses as His messengers.
Hier sehen wir Mose (Friede sei mit ihm) auf dem Weg zwischen Madyan und Ägypten, nahe dem Berg Sinai, wie er mit seiner Frau zurückkehrt, nachdem er die Frist vollendet hatte, die er mit dem Propheten Schu'aib vereinbart hatte. Diese Vereinbarung sah vor, dass Schu'aib ihm eine seiner beiden Töchter zur Frau geben würde, im Gegenzug dafür, dass er acht oder zehn Jahre lang als sein Helfer diente. Höchstwahrscheinlich verbrachte er zehn Jahre, bevor er sich imstande fühlte, mit seiner Frau in das Land zurückzukehren, in dem er aufgewachsen war. Dort lebten die Kinder Israels, Moses' Volk, in Unterdrückung. 1
Here we see Moses (peace be upon him) on the road between Madyan and Egypt, close to Mount Sinai, returning with his wife after he had completed the term he had agreed with the Prophet Shu`ayb. This agreement meant that Shu`ayb would give him one of his two daughters in marriage in return for eight or ten years during which he would be his assistant. He most probably spent ten years before he felt that he could leave with his wife to return to the country where he grew up. There the Children of Israel, Moses’ people, lived in subjugation. 1
Warum kehrt er nach Ägypten zurück, nachdem er dorthin geflohen war, weil er einen Ägypter getötet hatte, den er beim Streit mit einem Israeliten angetroffen hatte? Er hatte doch sichere Zuflucht bei Shu'ayb, seinem Schwiegervater, gefunden. Warum würde er also diesen Ort der Sicherheit verlassen und nach Ägypten zurückkehren?
Why is he returning to Egypt having fled there after killing an Egyptian whom he found quarrelling with an Israelite? He had after all found safe refuge with Shu`ayb, his father-in-law. So why would he leave that place of security and return to Egypt?
Hier sehen wir das menschliche Heimweh als das Mittel, dessen sich Gott bedient, um Mose an den Ort zu bringen, an dem er eine wichtige Rolle spielen sollte. So ist das Leben. Wir werden von Gefühlen, Leidenschaften, Bestrebungen, Hoffnungen und Erinnerungen angetrieben, doch all dies sind nur die äußeren Ursachen des gewünschten Ergebnisses. Sie sind das, was wir an der Oberfläche sehen, doch darunter liegt der Wille, den kein Auge zu erblicken vermag. Es ist der Wille Gottes, und Er ist der Allmächtige, der alles vollbringt, was Er will.
1 Eine Schilderung der Lage, in der die Kinder Israels lebten, findet sich in Sūrah 28, Al-Qasas (Die Geschichte), die früher offenbart wurde als die vorliegende Sūrah.
1 An account of the situation the Children of Israel lived under occurs in Sūrah 28, The Story, which was revealed earlier than the present sūrah.
§ Für weitere Diskussion über das Attribut des Kalām verweisen wir auf Abschnitt 1.5 von A Critique of ‘In the Shade of the Qur’ān.’
§ For further discussion on the Kalām attribute, please refer to section 1.5 of A Critique of ‘In the Shade of the Qur’ān.’
Moses' Mission Defined
Moses’ Mission Defined
Diese Ansprache war eine, auf die das ganze Universum antwortete. In ihr gab Gott Seinem auserwählten Gesandten die grundlegende Wahrheit Seiner Einheit. Moses muss alles um sich herum und den Zweck, um dessentwillen er auf das Feuer zuging, völlig vergessen haben. Nun folgte er nur noch dieser Stimme, die von oben zu ihm kam. Er war aufmerksam für die göttlichen Anweisungen, die ihm erteilt wurden. Da er so sehr versunken war, mit seinem Verstand und seiner Seele ganz aufmerksam darauf, wird ihm eine Frage gestellt, die keine Antwort von ihm verlangt: „Was ist das aber in deiner Rechten, Moses?“ (Vers 17)
This was an address to which the whole universe responded. In it, God gave His chosen messenger the fundamental truth of His oneness. Moses must have forgotten all about himself and the purpose for which he aimed towards the fire. He was now only following this voice coming to him from on high. He was attentive to the divine instructions being given to him. As he is so absorbed, with his mind and soul fully attentive to it, he is asked a question which requires no answer from him: “Now, what is this in your right hand, Moses?” (Verse 17)
Natürlich hatte Moses seinen Stab in der Hand, doch wo war sein Geist in diesem Augenblick? Nun erinnert er sich und gibt seine Antwort: „Er antwortete: Es ist mein Stab; auf ihn stütze ich mich, mit ihm schlage ich das Laub für meine Schafe herunter, und ich habe noch andere Verwendungen für ihn.“ (Vers 18)
Of course Moses had his staff in his hand, but where was his mind at that moment? Well, he remembers and gives his reply: “He answered: It is my staff; upon it I lean, and with it I beat down the leaves for my sheep; and other uses have I for it.” (Verse 18)
Die Frage bezog sich nicht auf die Verwendungszwecke, die er für seinen Stab hatte, sondern auf den Gegenstand, den er in der Hand hielt. Dennoch erkennt Moses, dass er nicht gefragt wurde, den Gegenstand in seiner Hand zu benennen, sondern anzugeben, was er damit tat. Daher seine Antwort, in der er die Zwecke darlegt, für die er ihn benutzte. Er stützte sich beim Gehen darauf und schlug die Blätter der Bäume, sodass sie herabfielen und von seinen Schafen gefressen wurden. Wir wissen, dass Moses die Schafe für Schu'aib, seinen Schwiegervater, hütete. Es wird auch überliefert, dass ihm eine Anzahl Schafe als sein Anteil gegeben wurde. Darüber hinaus hatte er weitere Verwendungen für seinen Stab, auf die er allgemein verweist, ohne ins Einzelne zu gehen, da das bereits Genannte einen klaren Hinweis auf sie gibt.
The question did not ask about the uses he had for his staff, but rather about the object he was holding. Nevertheless, Moses realizes that he was not being asked to name the object in his hand, but to state what he did with it. Hence his answer outlining the purposes for which he used it. He used it for support when walking and beat the leaves of the trees so that they fell and were eaten by his sheep. We know that Moses tended sheep for Shu`ayb, his father-in-law. It is also reported that he had a number of sheep given him as his share. Furthermore, he had other uses for his staff to which he refers in general without going into specifics, because what he has already stated gives a clear indication of them.
Anfragen gewährt
Requests Granted
So, Moses bittet seinen Herrn, ihm die Brust zu weiten, damit die schwere Aufgabe vor ihm zu einer Freude würde, die er auf sich nimmt. Es würde ihn auch dazu antreiben, ohne Hindernis damit fortzufahren. Ferner betet er zu Gott, ihm seine Aufgabe zu erleichtern. Wenn Gott einem Menschen eine Aufgabe erleichtert, ist es gewiss, dass sie gelingt. Denn was vermag der Mensch aus eigener Kraft zu vollbringen, wenn Gott ihm die Dinge nicht erleichtert? Wie kann er Erfolg erzielen, wenn er nur begrenzte Fähigkeiten und mangelhaftes Wissen besitzt, während der Weg vor ihm lang, schwierig und unbekannt ist?
So, Moses requests his Lord to open up his heart, so that the hard task before him would be a pleasure to undertake. It would also motivate him to carry on with it without impediment. He further prays to God to facilitate his task. When God facilitates a task for anyone, it is certain to succeed. For, what can man accomplish on his own, unless God facilitates matters for him? How can he achieve success when he has only limited ability and deficient knowledge while the road ahead is long, difficult and unknown.
Das Erste, worum Moses bat, war Herzensberuhigung, die er deutlich spüren würde, und danach, dass Gott ihm die Dinge erleichtern möge. Was kann der Mensch ohne solche Hilfe ausrichten, wenn er sich nur auf seine geringe Fähigkeit und sein begrenztes Wissen verlässt? Doch Moses bittet um mehr, um ihm bei seiner Aufgabe zu helfen. Er wollte, dass seine Zunge gelöst wird, damit die Menschen ihn beim Sprechen leicht verstehen können. Es wird überliefert, dass er an einer Art Sprachfehler litt. Höchstwahrscheinlich ist dies damit gemeint. Dies wird weiter durch das gestützt, was von ihm überliefert ist: „Mein Bruder Aaron ist im Reden weit besser als ich.“ (28: 34) Das Bittgebet, das Moses hier sprach, wurde zunächst in allgemeinen Worten formuliert.
The first thing Moses prayed for was heart reassurance that he would clearly feel, and then that God should facilitate things for him. What can man do without such help, relying on his little ability and limited knowledge? But Moses requests more to help him with his task. He wanted his tongue to be freed so that people could understand him easily when he spoke. It has been reported that he suffered from some sort of speech impediment. Most probably this is what he means here. It is further supported by what he is quoted as saying: “My brother Aaron is far better in speech than I am.” (28: 34) The prayer Moses said here was made first in general terms.
Nun fügt er Einzelheiten hinzu, die er für die vor ihm liegende Aufgabe für notwendig hält.
Now he adds details which he feels necessary for the task ahead.
Erinnerung an vergangene Gunst
Reminder Of Past Favours
Gott antwortete, indem Er sagte, dass alle Bitten Moses' erfüllt worden seien. Dies war ein Akt der Gnade von Seiten Dessen, der der Barmherzigste ist. Doch damit wird ihm zugleich eine Erinnerung an Gottes vergangene Gunsterweise zuteil. Eine solche Erinnerung wird Moses gewiss darin bestärken, dass er mit Gottes Unterstützung jeder Macht oder jedem Diktator entgegentreten kann. „Und wahrlich, Wir haben dir schon einmal eine Gunst erwiesen." (Vers 37) Der, Der ihm all diesen Schutz und diese Unterstützung gewährt hat, wird ihn auch jetzt nicht im Stich lassen. In der Vergangenheit waren Seine Gunsterweise ununterbrochen, daher ist es unwahrscheinlich, dass sie jetzt aufhören, nachdem Moses von Gott ein Auftrag übertragen wurde.
God responded by saying that all Moses’ requests were granted. This was an act of grace by the One who is Most Merciful. But with this he is also given a reminder of God’s past favours. Such a reminder is certain to reassure Moses that with God’s support he can face any power or dictator. “And indeed We bestowed Our favour upon you in a time gone by.” (Verse 37) The One who granted him all this protection and support will not let him down now. In the past, His favours were continuous, so it is unlikely that they will stop now after Moses has been assigned a mission by God.
Die Gunst, die zuerst erwähnt wird, ist die, die seiner Mutter zuteilwurde, wie sie jede Frau in ihrer Lage benötigt hätte. Ihre Eingebung sagte ihr dann: „Leg [dein Kind] in eine Truhe und wirf es in den Fluss. Der Fluss wird es ans Ufer treiben.“ (Vers 39)
The favour mentioned first is that given to his mother which any woman in her condition would have needed. Her inspiration then told her: “Place [your child] in a chest and throw it into the river. The river will cast him ashore.” (Verse 39)
Wir merken hier an, dass der Text grobe und gewaltsame Handlungen beschreibt: ein Kind wird in eine hölzerne Truhe gestoßen, und die Truhe wird in den Fluss geworfen. Dann wirft der Fluss die Kiste mit dem Kind darin ans Ufer. Doch was geschieht danach? In wessen Obhut wird dieses Kind gegeben? Die Antwort lautet: „Den wird aufheben, der Mir ein Feind und ihm ein Feind ist.“ (Vers 39) Inmitten all dessen wird Moses außerdem gesagt: „Ich habe Mich Dir in Liebe zugewandt, damit du unter Meinen Augen aufgezogen wirst.“ (Vers 39)
We note here that the text describes rough and violent actions: a child being pushed into a wooden chest, and the chest thrown into the river. Then the river casts the box and the child inside onto the shore. But what then? To whose care will this child be entrusted? The answer is: “One who is an enemy to Me and an enemy to him will pick him up.” (Verse 39) Amidst all this Moses is also told: “I lavished My love on you, so that you may be reared under My watchful eye.” (Verse 39)
Moses’ Mission Outlined
Moses’ Mission Outlined
Nachdem Gott dies Mose sehr deutlich gemacht hatte, gab er ihm seine ersten Anweisungen:
Having made this very clear to Moses, God gives him his first instructions:
Geht nun, du und dein Bruder, mit Meinen Zeichen, und laßt in Meinem Gedenken nicht nach. Geht beide zu Pharao, denn er hat die Grenzen der Gerechtigkeit überschritten! Doch sprecht mit ihm in milden Worten, damit er vielleicht bedenkt oder Furcht empfindet. (Verse 42-44)
Go forth, then, you and your brother, with My signs, and never slacken in remembering Me. Go forth, both of you, to Pharaoh; for he has transgressed all bounds of equity! But speak to him mildly, so that he may yet take heed, or may be filled with apprehension. (Verses 42-44)
Moses wird aufgetragen, mit seinem Bruder Aaron zu gehen, ausgestattet mit den Zeichen, die Gott ihnen gegeben hat. Er hat zwei davon gesehen, die sich an seinem Stab und an seiner Hand vollzogen.
Moses is told to go with his brother Aaron, equipped with the signs God has given them. He has seen two of these in the transformation affecting his staff and his hand.
Ihnen wird aufgetragen, im Gedenken an Gott nicht nachzulassen, denn dieses Gedenken ist die beste Ausrüstung und Stütze, die sie haben können. Mose wird daran erinnert, dass Gott ihn vor dem Pharao und dessen Bosheit beschützt hat, selbst als er als hilfloses Kind in den Nil geworfen wurde. Keine dieser Widrigkeiten hat ihm irgendeinen Schaden zugefügt. Nachdem er nun seine Ausbildung abgeschlossen hat, kann er seiner Aufgabe mit Leichtigkeit und Zuversicht entgegentreten und auf Gottes Fürsorge vertrauen.
They are told not to slacken in remembering God, for such remembrance is the best equipment and support they can have. Moses is reminded that God protected him from Pharaoh and his wickedness even when he was a helpless child, thrown in the Nile. Nothing of that hardship caused him any harm. Now that he has completed his training, he can approach his task with ease and reassurance, trusting to God’s care.
Als Mose angewiesen wird, zu Pharao zu gehen, wird ihm gesagt, dass Pharao alle Grenzen überschritten und zu Tyrannei und Unterdrückung gegriffen hat. Dennoch lautet seine Anweisung, dass er und sein Bruder „mit ihm milde reden“ sollen. (Vers 44) Milde und sanfte Worte, die keine Verhärtung der Haltung und keine Unverschämtheit und Überheblichkeit hervorrufen, wie sie Tyrannen gewöhnlich an den Tag legen, können dennoch Pharaos Herz wieder erweichen und ihn auf die Folgen seines Handelns aufmerksam machen. So sollten Mose und Aaron ihre Aufgabe angehen, in der Hoffnung, dass Pharao sich besinnen möge, und niemals an seiner Besserung und an einer positiven Antwort auf die Rechtleitung Gottes verzweifeln. Ein Glaubensbote, der die Menschen aufgibt und meint, sie reagierten nie positiv auf seine Botschaft, kann diese nicht so überbringen, wie es sein sollte. Auch vermag er nicht, angesichts von Ablehnung und Leugnung an ihr festzuhalten.
Wie man einem Tyrannen entgegentritt
How To Confront A Tyrant
Bisher haben wir besprochen, was Moses gesagt wurde, als Gott allein in der Wüste direkt zu ihm sprach. Die Sure führt uns dann über Zeit und Raum hinweg, deren Dauer und Entfernung unbestimmt bleiben, und zeigt uns Moses und Aaron, wie sie ihrem Herrn ihre Sorgen vor der bevorstehenden Auseinandersetzung mit dem Pharao mitteilen. Am meisten fürchteten sie, dass er schnell zur Strafe greifen und ihnen schweren Schaden zufügen könnte, wenn sie ihn aufforderten, an Gott zu glauben.
So far we have discussed what Moses was told when God addressed him directly alone in the desert. The sūrah then takes us across time and place, covering an indeterminable period of time and distance, to show us both Moses and Aaron expressing their concerns to their Lord about their forthcoming confrontation with Pharaoh. They feared most that he might be quick to punish and harm them severely when they called on him to believe in God.
Sie sagten: „Unser Herr! Wir fürchten, dass er gegen uns in Übermut vorgeht oder Gewalt anwendet.“ Er sprach: „Fürchtet euch nicht. Ich bin mit euch; Ich höre und sehe alles. Geht nun, ihr beide, zu ihm und sprecht: ‚Wir sind die Gesandten deines Herrn. Lass die Kinder Israels mit uns ziehen und unterdrücke sie nicht mehr. Wir sind nun mit einer Botschaft von deinem Herrn zu dir gekommen. Friede sei mit all denen, die der Rechtleitung [Gottes] folgen. Uns wurde offenbart, dass die Strafe jene treffen wird, die die Wahrheit leugnen und sich von ihr abwenden.‘“ (Verse 45–48)
They said: ‘Our Lord! We fear lest he hasten with insolence or tyranny against us.’ Answered He: ‘Have no fear. I shall be with you. I hear all and see all. Go, then, you two to him and say, “We are the emissaries of your Lord. Let the Children of Israel go with us, and oppress them no more. We have now come to you with a message from your Lord. Peace to all who follow [God’s] guidance. It has been revealed to us that the suffering shall befall those who deny the truth and turn away from it.”‘ (Verses 45- 48)
Gewiss war Aaron nicht bei Moses, als sein Herr zum ersten Mal zu ihm sprach und ihn mit einem langen, wechselseitigen Gespräch auszeichnete, in dem alle notwendigen Fragen geklärt wurden und er Fragen stellen durfte und die Antworten erhielt, die er brauchte. Dass nun sowohl Moses als auch Aaron gemeinsam antworten und sagen: „Wir fürchten, dass er gegen uns voreilig oder gewalttätig vorgeht“, deutet darauf hin, dass diese Aussage zu einem späteren Zeitpunkt gemacht wurde. Dies gehört zur Methode des Qur’ān, Zeit und Ort zu überspringen und Lücken in den Szenen und Ereignissen einer Geschichte zu lassen, die beim Weiterlesen zusammengefügt und verstanden werden. So konzentriert sich der Qur’ān auf Ereignisse, Handlungen und Haltungen, die den Leser und Zuhörer inspirieren.
For certain, Aaron was not with Moses when his Lord first spoke to him, favouring him with a long interactive discourse, clarifying all necessary issues and allowing him to ask questions and giving him the answers he needed. The fact that now both Moses and Aaron make the reply together, saying, “We fear lest he hasten with insolence or tyranny against us”. This, then, suggests that this statement was made at a later time. This is part of the Qur’ānic method of skipping over time and place, leaving gaps in the scenes and events of a story, which are gathered and understood as one reads on. Thus, the Qur’ān concentrates on events, actions and attitudes which inspire the reader and listener.
Einen Tyrannen zum Glauben aufrufen
Calling On A Tyrant To Believe
Die Sure erwähnt nicht, wie Mose und Aaron bei Pharao vorgelassen wurden, doch sie wurden vorgelassen. Gewiss war ihr Herr bei ihnen, hörte und sah, was geschah, und lenkte zweifellos ihre Rede. Doch welche Macht und welche Autorität stand Mose und Aaron zur Verfügung, um Pharao, so groß er auch gewesen sein mag, das mitzuteilen, was Gott, ihr Herr, ihnen zu überbringen befahl? Die Sure zeichnet ein lebendiges Bild des Dialogs zwischen Mose und Pharao, der mit dieser Frage und Antwort beginnt: „[Pharao] sprach:
The sūrah does not mention how Moses and Aaron were admitted into Pharaoh’s presence, but nonetheless they were. For certain, their Lord was with them hearing and seeing what took place, and no doubt guiding their communication. But what power, and what authority was at the disposal of Moses and Aaron to enable them to communicate to Pharaoh, great as he might have been, what God, their Lord, commanded them to convey to him? The sūrah paints a vivid picture of the dialogue between Moses and Pharaoh, starting with this question and answer: “[Pharaoh] said:
„Wer also ist dieser Herr von euch beiden, Mose?“ Er antwortete: „Unser Herr ist Der, der jedem Ding seine eigentümliche Beschaffenheit und Gestalt gibt und es weiterhin leitet.“ (Verse 49-50) Es ist klar, dass Pharao nicht anerkennen will, dass Gott der Herr ist, was die beiden Propheten ihm deutlich gemacht hatten, als sie sagten, sie seien „die Gesandten deines Herrn“. Pharao erkannte, dass Mose der Hauptvertreter der Botschaft war. Daher richtet er seine Frage an ihn: „Wer also ist dieser Herr von euch beiden, Mose?“ (Vers 49) In wessen Namen forderst du mich auf, die Israeliten freizulassen?
‘Who, now, is this Lord of you two, Moses?’ He replied: ‘Our Lord is He who gives everything its distinctive nature and form, and further guides them.’” (Verses 49-50) It is clear that Pharaoh does not wish to acknowledge God’s Lordship, which the two prophets had made clear to him saying they were ‘the emissaries of your Lord.’ Pharaoh realized that Moses was the main advocate of the message. Hence, he puts his question to him: “Who, now, is this Lord of you two, Moses?” (Verse 49) In whose name are you addressing me to demand the release of the Israelites?
Mose antwortet und betont dabei die Eigenschaften Gottes als Schöpfer, Urheber und Geber der Rechtleitung und des Gleichgewichts: „Unser Herr ist Derjenige, der jedem Ding seine besondere Beschaffenheit und Gestalt gibt und es dann weiter leitet.“ (Vers 50) So verhält es sich: Unser Herr ist Derjenige, der allem seine Existenz in der Gestalt und der Beschaffenheit verliehen hat, die es hat. Danach leitet Er jedes Einzelne an, seine jeweilige Aufgabe zu erfüllen, und versieht alle mit den Mitteln zu dieser Erfüllung. Die arabische Vorlage dieses Verses verwendet die Konjunktion thumma, also „dann“, und trennt damit die Erschaffung von allem und die Vermittlung der Rechtleitung an es. Diese Konjunktion wird in der Übersetzung mit „weiter“ wiedergegeben, um die wahre Bedeutung des Verses deutlich zu machen.
Ein Argument, das zu stark ist
An Argument Too Powerful
Die ganze Erde ist an allen Orten und zu allen Zeiten eine Wiege für die Menschheit. Sie ist in der Tat dasselbe wie die Wiege eines Kindes; denn die Menschen sind die Kinder der Erde, in deren Schoß sie heranwachsen und von deren Erzeugnissen sie sich ernähren. Zugleich wurde sie für sie eingeebnet, damit sie auf ihr gehen, ihren Lebensangelegenheiten nachgehen, sie bebauen und von ihren Schätzen profitieren können. Gott tat dies an dem Tag, an dem Er allen Seinen Geschöpfen Natur und Gestalt gab. So gab Er der Erde ihren Aufbau, der es ihr ermöglicht, die Art von Leben zu tragen, die Er bestimmt hat, auf ihr zu gedeihen. Ebenso gab Er den Menschen ihre Natur und Gestalt, die sie befähigen, auf der Erde zu leben, die Er ihnen zur Wiege gemacht hat. Die beiden Bedeutungen, die der Vers vermittelt, sind eng miteinander verflochten.
The whole earth is a cradle for mankind at all places and in all times. It is indeed the same as a child’s cradle; for human beings are the children of the earth in whose lap they grow up and on whose produce they feed. At the same time, it has been levelled for them so that they can walk on it, pursue their life affairs, cultivate it and benefit by its treasures. God made it so on the day He gave nature and forms to all His creatures. Thus, He gave the earth its structure which enables it to sustain the type of life He assigned to prosper on it. Similarly, He gave human beings their nature and form which make them able to live on the earth He made a cradle for them. The two senses imparted by the verse are closely interlinked.
Sowohl das Bild der Wiege als auch die Eigenschaft der Ebenmäßigkeit zeigen sich am deutlichsten in Ägypten mit seinem äußerst fruchtbaren Tal, das von seinen Menschen nur den geringsten Aufwand verlangt, um seinen reichen Ertrag hervorzubringen. Das ganze Tal Ägyptens gleicht einer warmen Wiege, die ein kleines Kind umsorgt.
Both the cradle image and the quality of being level are most clearly seen in Egypt, with its highly fertile valley which requires only the minimum effort from its people to yield its rich produce. The whole valley of Egypt is like a warm cradle nurturing a small child.
Der weise Schöpfer, der die Erde ausgebreitet hat, hat auf ihr auch Wege für die Menschen zum Reisen geöffnet und Wasser vom Himmel herabgesandt. Aus dem Regen, der vom Himmel strömt, entstehen Flüsse, die fließen und die Bewässerung sichern. Einer davon ist natürlich der Nil, der nahe dem Ort fließt, wo der Pharao seinen Palast hatte. Mit solch reichlichem Wasser werden Pflanzen in großer Vielfalt von Paaren hervorgebracht.
The wise Creator who has levelled the earth has also opened up on it paths for people to travel and has sent down waters from the sky. It is from the rain pouring from the sky that rivers form and run to provide irrigation. One of these is, of course, the Nile running close to where Pharaoh had his palace. With such plentiful water, plants are brought forth in a great variety of pairs.
Wie man eine verlorene Diskussion vermeidet
How To Avoid A Losing Argument
Pharao hörte schlicht auf zu streiten. Er erkannte, dass Moses die stärkere Begründung hatte, gestützt auf den klarsten Beweis, nämlich Gottes Zeichen, die überall im Universum zu sehen sind, sowie seine beiden besonderen Zeichen. Daher griff er zu einer alten List, die oft von Tyrannen und Gegnern der Botschaften Gottes benutzt wurde. Er zeigte anklagend mit dem Finger auf Moses und bezeichnete ihn als Zauberer. Er behauptete, Moses habe den Stab durch Zauberei in eine Schlange verwandelt und seine Hand durch Zauberei weiß und strahlend, ohne Makel, erscheinen lassen. Zauberei war der Gedanke, der sich Pharao sofort aufdrängte, da sie in Ägypten weit verbreitet war. Die beiden Moses gegebenen Zeichen schienen oberflächlich betrachtet der Magie ähnlich zu sein, die nichts anderes ist als eine Täuschung der Sinne, die manchmal zu falschen Empfindungen führen kann, sodass greifbare Wirkungen entstehen. So kann ein Mensch unter dem Einfluss von Magie Dinge sehen, die nicht vorhanden sind, oder er sieht sie in einer anderen Gestalt als ihrer eigenen. Mitunter kann ein Mensch, der unter einem Zauber steht, körperlich und seelisch beeinflusst werden, als habe der Zauber in Wirklichkeit auf ihn gewirkt. Doch die Zeichen des Moses waren von dieser Art nicht. Sie waren Zeichen, die ihm von Gott gegeben wurden, dem Schöpfer aller Dinge, dem Einen, der sowohl vorübergehende als auch dauerhafte Verwandlungen bewirken kann.
Pharaoh simply stopped arguing. He realized that Moses had the stronger case, supported by the clearest proof, namely, God’s signs seen everywhere in the universe, as well as his own two special signs. Hence, he resorted to an old ploy, often used by tyrants and opponents of God’s messages. He pointed an accusing finger at Moses, describing him as a sorcerer, claiming that it was through sorcery that Moses turned the staff into a snake and made his hand look shining white, without blemish. Magic was the thought presenting itself immediately to Pharaoh, because it was widely practised in Egypt. The two signs given to Moses seemed, on the surface, similar to magic, which is no more than the deception of the senses that could sometimes lead to false feelings so as to produce tangible effects. Thus, under the influence of magic, a man may see things that are not present, or he may see them in a form other than their own. At times a person who is under a magical spell may be physically and psychologically affected, as though the spell has had its effect on him in reality. But Moses’ signs were not of this sort. They were signs given to him by God, the Creator of all things, the One who can bring about both temporary and permanent transformations.
„Er sagte: Bist du, Moses, gekommen, um uns mit deiner Zauberei aus unserem Land zu vertreiben?“ (Vers 57) Es scheint, dass die Verfolgung der Israeliten aus politischen Beweggründen erfolgte, wobei Pharao fürchtete, dass ihre Zahl zunehmen und ihnen zahlenmäßige Stärke verleihen würde. Um ihre Macht zu bewahren und ihre Herrschaft oder ihr Königreich aufrechtzuerhalten, begehen Tyrannen die grausamsten und unmenschlichsten Verbrechen, ohne moralische oder ethische Erwägungen zu beachten. Sie sind bereit, selbst die Stimme ihres eigenen Gewissens und ihrer Ehre zum Schweigen zu bringen. So verfolgte Pharao eine Politik, die darauf abzielte, die Israeliten zu schwächen und zu demütigen, indem er ihre männlichen Nachkommen tötete, die weiblichen aber verschonte, während er die erwachsenen unter ihnen zu harter Arbeit zwang. Deshalb forderten Moses und Aaron ihre Freilassung und sagten zu ihm: „Lass die Kinder Israels mit uns ziehen und unterdrücke sie nicht länger.“ (Vers 47) Seine Antwort auf ihre Bitte ließ seine Ängste erkennen:
Im Widerstreit mit den Zauberern
In Confrontation With The Sorcerers
„Daraufhin zog sich Pharao zurück und fasste den listigen Plan, den er verfolgen würde; danach trat er wieder hervor.“ (Vers 60) In diesem kurzen Vers fasst die Sure all das zusammen, was Pharao sagte: den Rat, den ihm die mächtige Elite unter seiner Regierung gab, die Unterredung mit den Zauberern und seine Ermutigung sowie seine Versprechen reicher Belohnung für sie, ebenso die Ränke, die er und seine Berater schließlich schmiedeten. Tatsächlich zeigt dieser kurze Vers, der im arabischen Text nur sechs Wörter umfasst, drei aufeinanderfolgende Bewegungen: Pharaos Rückzug in seine eigenen Gemächer, das Entwerfen seiner Strategie und sein Erscheinen zur Konfrontation.
“Thereupon Pharaoh withdrew and put together the artful scheme which he would pursue; and then turned up.” (Verse 60) In this short verse the sūrah sums up all that Pharaoh said, the advice he was given by the powerful elite among his government, the discussion with the sorcerers and his encouragement and promises of rich reward to them, as well as the schemes he and his advisers finally plotted. Indeed, this short verse, comprising only six words in the Arabic text, shows three successive movements: Pharaoh’s withdrawal into his own quarters, mapping out his strategy and turning up for the confrontation.
Bevor die Konfrontation begann, empfand Moses es als seine Pflicht, den Zauberern aufrichtigen und wohlmeinenden Rat zu geben. So warnte er sie davor, Gott falsche Lügen zuzuschreiben. Dabei hoffte er, dass sie die Rechtleitung Gottes annehmen und vom Zauberwerk ablassen würden, das ein offenkundiges Trugbild ist: „Moses sprach zu ihnen: Wehe euch! Erdichtet nicht Lügen wider Gott, sonst wird Er euch mit einer schweren Strafe vernichten. Wer Lügen erdichtet, ist gewiss zugrunde gegangen“ (Vers 61).
Before the confrontation began, Moses felt that he should give the sorcerers some honest and sincere advice. Thus, he warned them against attributing false fabrications to God. So doing, he hoped that they would accept God’s guidance and abandon sorcery, which is blatant falsehood: “Moses said to them: Woe betide you! Do not invent any falsehood against God, lest He afflict you with most grievous suffering. He who contrives such a lie is sure to come to grief” (Verse 61)
Ein aufrichtiger Rat kann die Herzen derer berühren, an die er sich richtet. Dies mag hier der Fall gewesen sein, denn einige der Zauberer wurden von den Worten Moses' berührt und begannen, ihre Haltung zu überdenken. Diejenigen aber, die unbedingt mit dem Wettstreit fortfahren wollten, begannen, flüsternd mit ihnen zu streiten, aus Furcht, dass Moses sie belauschen könnte. „Da berieten sie untereinander über ihre Angelegenheit, doch hielten sie ihre Beratung geheim.“ (Vers 62)
A sincere piece of advice can touch the hearts of those it addresses. This might have been the case here, for some of the sorcerers were touched by Moses’ words and began to have second thoughts. Those who were keen to go through with the showdown however began to argue with them in whispers, fearing that Moses would overhear them. “So they debated among themselves as to what to do; but they kept their counsel secret.” (Verse 62)
Eine Drohung eines Tyrannen
A Tyrant’s Threat
Verstehen Tyrannen diese innere Reaktion? Begreifen sie, wie Herzen verwandelt werden können? Nach einer langen Geschichte von Tyrannei und Ungerechtigkeit, in der sie erleben, wie ihre Untergebenen sich vor jedem ihrer Befehle verneigen und beim geringsten Hinweis eilen, ihre Wünsche zu erfüllen, vergessen Tyrannen, dass es Gott ist, der Herzen und Sinne wandelt. Sie können nicht ermessen, dass die Bindung vollkommen ist, wenn ein Herz auf die Berührung mit Gott antwortet. Der Gläubige schöpft dann Kraft und Licht allein von Ihm. So kann niemand einen solchen Gläubigen seiner eigenen Macht unterwerfen. Daher Pharaos Reaktion: „Er sprach: Glaubt ihr an ihn, bevor ich es euch erlaubt habe? Gewiss, er ist euer Meister, der euch die Zauberei gelehrt hat! Ich werde euch gewiss die Hände und Füße auf gegenüberliegenden Seiten abhacken und euch gewiss an den Stämmen der Palmen kreuzigen. Dann werdet ihr sicher erkennen, wer von uns eine strengere und länger andauernde Strafe verhängen kann.“ (Vers 71)
Do tyrants understand this inner reaction? Do they realize how hearts can be transformed? With a long history of tyranny and injustice, during which they see their subordinates bow to their every command, hasten to fulfil their desire at the slightest indication, tyrants forget that it is God who changes hearts and minds. They cannot appreciate that when a heart responds to contact with God, the bond is complete. The believer, then, derives strength and light from Him alone. Thus, no one can subjugate such a believer to his own power. Hence, Pharaoh’s reaction: “Said [Pharaoh]: Do you believe in him before I have given you permission? Surely, he must be your master who has taught you witchcraft! I shall most certainly cut off your hands and feet on opposite sides, and I shall most certainly crucify you on the trunks of the palm-trees. You will then come to know for certain which of us can inflict a more severe and longer lasting punishment.” (Verse 71)
„Glaubt ihr ihm, bevor ich es euch erlaubt habe?“ (Vers 71) So lautet die Erwiderung eines Tyrannen, der nicht begreifen kann, wie andere Menschen den Glauben so in ihr Herz aufnehmen, dass sie ihn nicht mehr abwenden können. Denn die Herzen der Menschen liegen, wie der Prophet ﷺ sagt, zwischen zwei Fingern des Barmherzigsten, Gottes, und Er wendet sie, wie Er will.
“Do you believe in him before I have given you permission?” (Verse 71) Such is the retort of a tyrant who cannot understand how others feel faith touch their hearts such that they cannot turn it away. After all, people’s hearts are, as the Prophet says, held between two of God’s, the Most Merciful’s, fingers and He turns them around as He wills.
„Ganz gewiss ist er euer Meister, der euch die Zauberei beigebracht hat!“ (Vers 71) Für Pharao war dies der einzige Grund für die Unterwerfung der Zauberer unter Moses. Er konnte sich nicht vorstellen, dass der Glaube ihre Herzen berührt hatte. Er konnte nicht begreifen, dass die Hand Gottes den Schleier gehoben hatte, der ihre Sicht getrübt hatte, und dass sie nun die Dinge so sehen konnten, wie sie wirklich waren.
Herzen, berührt vom Glauben
Hearts Touched By Faith
Doch für Pharao war es zu spät. Der Glaube hatte die Herzen jener Zauberer berührt, und das kleine, unbedeutende Selbst in jedem von ihnen stand nun in fester Verbindung mit der großen Quelle wahrer Macht. Daher waren sie nun sehr stark, während alle irdischen Mächte schwach waren. Tatsächlich ist das ganze Leben auf Erden zu klein, verglichen mit den weiten, hellen Horizonten, zu denen diese gläubigen Herzen nun emporblickten. Alles, was zum irdischen Leben gehört, hat keine Bedeutung: „Sie antworteten: Niemals werden wir dir den Vorzug geben vor den Beweisen der Wahrheit, die zu uns gekommen sind, noch vor Dem, der uns geschaffen hat! Entscheide also, was immer du entscheiden willst. Du kannst nur über das entscheiden, was zu diesem weltlichen Leben gehört. Was uns betrifft, so sind wir zum Glauben an unseren Herrn gekommen, in der Hoffnung, dass Er uns unsere Verfehlungen vergibt und all die Zauberei, zu der du uns gezwungen hast. Gott ist gewiss der Beste, und Er ist ewig.“ (Verse 72-73)
But it was too late for Pharaoh. Faith had touched the hearts of those sorcerers and the small, insignificant person within each of them was now in firm contact with the great source of real power. Hence, they were now very strong, while all earthly powers were weak. Indeed the whole life on earth is too small when compared to the broad, bright horizons to which those believing hearts now looked up. All that pertains to life on earth is of no consequence: “They answered: Never shall we prefer you to all the evidence of the truth that has come to us, nor to Him who has brought us into being! Decree, then, whatever you are going to decree. You can only decree on what pertains to this worldly life. As for us, we have come to believe in our Lord, hoping that He may forgive us our faults and all that magic to which you have forced us. God is certainly the best and He is Everlasting.” (Verses 72-73)
So ist die Veränderung, die der Glaube in den Herzen von Menschen bewirkt, die noch einen Augenblick zuvor dem Pharao unterworfen waren, die ihre höchste Errungenschaft darin sahen, ihm nahe zu sein und seine Gunst zu empfangen. Nun sind sie bereit, ihm mit einer Entschlossenheit entgegenzutreten, die seine Macht, seinen Thron und seinen Reichtum in das richtige Licht rückt: „Niemals werden wir dich dem vorziehen, was an klaren Beweisen der Wahrheit zu uns gekommen ist, noch dem, der uns erschaffen hat!“ (Vers 72) Solche Beweise sind in unseren Augen weitaus kostbarer, und Gott, unser Schöpfer, ist uns lieber als alles andere. „So verhänge nun, was immer du verhängen willst.“ (Vers 72) Dies ist eine Herausforderung an den Pharao, sein Schlimmstes zu tun. Er kann sie nicht aufhalten. „Du kannst nur über das verfügen, was das diesseitige Leben betrifft.“ (Vers 72)
This is the sort of change faith brings about in the hearts of people who, until a moment earlier, were submissive to Pharaoh, considering their highest achievement to be close to him, receiving his favours. Now they are ready to confront him with a determination that puts his power, throne and wealth in proper perspective: “Never shall we prefer you to all the evidence of the truth that has come to us, nor to Him who has brought us into being!” (Verse 72) Such evidence is much more precious in our view, and God, our Creator, is far dearer to us than anything else. “Decree, then, whatever you are going to decree.” (Verse 72) This is a challenge to Pharaoh to do his worst. He cannot stop them. “You can only decree on what pertains to this worldly life.” (Verse 72)
Die Ertränkung des Pharaos und seines Heeres
The Drowning Of Pharaoh And His Army
Der Vorhang fällt, nur um sich wieder zu heben und eine neue Szene in der Geschichte Moses’ zu zeigen. Nun sehen wir den Sieg des Glaubens und der Wahrheit im praktischen Leben, nach ihrem Sieg als Idee und Überzeugung. Was wir bisher gesehen haben, ist der Triumph des Zeichens, das Moses gegeben wurde, über die Zauberei, der neue Glaube in den Herzen der Zauberer über ihre Hoffnung auf Gewinn und ihre Furcht vor Verlust, ebenso wie über die Drohungen und Strafen des Pharaos. Nun sehen wir einen verwandten Sieg der Wahrheit über die Falschheit, der Rechtleitung über den Irrtum und des Glaubens über die Tyrannei. All dies geschieht im wirklichen Leben, nachdem es im Gewissen der Menschen errungen wurde. Tatsächlich können die Verfechter der Wahrheit ihre hohe moralische Stellung nicht offen zur Schau stellen, bevor sie nicht innerlich über alle Versuchungen triumphiert haben.
The curtains are drawn only to lift again on a new scene in Moses’ history. Now we see the triumph of faith and truth in practical life, after their victory as an idea and belief. What we have seen so far is the triumph of the sign given to Moses over sorcery, the new faith in the sorcerers’ hearts over their hopes of gain and fears of loss as well as over Pharaoh’s threats and punishment. Now we see a related victory for truth over falsehood, guidance over error, and faith over tyranny. All this takes place in real life after it has been achieved in people’s consciences. In fact advocates of the truth cannot openly demonstrate their high moral ground until they have triumphed within themselves over all temptation.
Wahrheit und Glaube besitzen eine gewisse Wirklichkeit, die, sobald sie im Gewissen eines Menschen Gestalt angenommen hat, ihren Weg in das wirkliche Leben findet. Bleibt der Glaube jedoch eine bloße äußere Erscheinung, die das Herz nicht berührt, und bleibt die Wahrheit eine erhobene Parole, die nicht tief in die Herzen und Köpfe der Menschen gesunken ist, so mögen Tyrannei und Falschheit siegreich sein.
Truth and faith have a certain reality which, once materialized within one’s conscience, finds its way into real life. Should faith remain an outward appearance that does not touch the heart, and truth remain a raised slogan that has not sunk deep into people’s hearts and minds, then tyranny and falsehood may be victorious.
Sie können einen solchen Sieg mit der körperlichen Macht erringen, die ihnen unterstellt ist, einer Macht, der der bloße Anschein des Glaubens und die Parolen der Wahrheit nicht gewachsen sind. Erst wenn diese wirklich in Herzen und Köpfen verankert sind, werden sie stärker als die physische Macht, die Falschheit und Tyrannei aufzubieten vermögen. Dies ist die Wahrheit, die wir deutlich in Moses’ Haltung gegenüber den Zauberern und ihren Machenschaften sehen, und später in der Haltung der Zauberer gegenüber Pharao und seinen Adligen. Dies ist die Vorstufe zum Sieg, wie wir sie in der nächsten Szene der Sure sehen.
Wenn Gott eingreift
When God Intervenes
Es war Gott, der die Schlacht zwischen Glaube und Tyrannei führte. Von den Gläubigen wurde nichts anderes verlangt, als der Eingebung zu folgen, die Moses empfangen hatte, und bei Nacht aufzubrechen. Die Gläubigen waren den Ungläubigen an materieller Macht nicht gewachsen. Moses und seine Leute waren schwach und machtlos, während Pharao und sein Heer alle materielle Macht besaßen. Deshalb konnte es zwischen den beiden Parteien nicht zu einer Schlacht kommen. Daher übernahm Gott die Führung, aber erst, nachdem die Wahrheit des Glaubens vollständig in den Herzen derer verankert war, deren einzige Stärke die war, die sie aus dem Glauben schöpften. So sehen wir den Tyrannen seine Drohung aussprechen und die Gläubigen mit dem Untergang warnen: „Ich werde euch gewiss die Hände und Füße auf gegenüberliegenden Seiten abhacken, und ich werde euch gewiss an den Stämmen der Palmen kreuzigen.“ (Vers 71) Darauf antworten die Gläubigen, deren Herzen voll Glauben sind: „So entscheide denn, was immer du entscheiden wirst. Du kannst nur über das entscheiden, was zu diesem irdischen Leben gehört.“ (Vers 72)
It was God who conducted the battle between faith and tyranny. The believers were not required to do anything other than follow the inspiration received by Moses and to move out at night. The believers were no match for the unbelievers in terms of material power. Moses and his men were weak and powerless, while Pharaoh and his army held all the material power. Hence, a battle between the two parties could not take place. Therefore, God took over, but only after the truth of faith was fully engrained in the hearts of those whose only strength was that which they derived from faith. Thus we see the tyrant delivering his threat and warning the believers of doom: “I shall most certainly cut off your hands and feet on opposite sides, and I shall most certainly crucify you on the trunks of the palm trees.” (Verse 71) To this, the believers, with their hearts full of faith, reply: “Decree, then, whatever you are going to decree. You can only decree on what pertains to this worldly life.” (Verse 72)
Die schlichte Wahrheit ist, dass Gott Selbst, als der Kampf zwischen Glaube und Tyrannei in den Herzen der Menschen dieses Ausmaß erreichte, das Banner der Wahrheit ergriff und es hoch emporhob, während das Banner der Falschheit niedergetreten zurückblieb. All dies geschah, ohne dass die Gläubigen auch nur die geringste Anstrengung unternahmen.
The simple truth of the matter is that when the battle between faith and tyranny reached this level in people’s hearts, God himself took up the banner of truth and hoisted it high, leaving the banner of falsehood trampled upon. All this took place without the believers exerting any effort whatsoever.
Wir lernen aus dieser Überlieferung auch, dass Gott nicht zugunsten der Kinder Israels eingriff, als sie die Demütigung annahmen, die Pharao ihnen im Zuge seiner Verfolgungskampagne auferlegte, indem er ihre Männer tötete und ihre Frauen verschonte. Sie fügten sich einfach in ihre Unterwerfung und fürchteten Pharao und seine Macht. Als aber der Glaube in den Herzen derer, die an Moses und seine Botschaft glaubten, an erster Stelle stand, und als sie bereit waren, die Folter erhobenen Hauptes zu ertragen, indem sie ihre Ablehnung Pharaos und ihren Glauben an Gott erklärten, da griff Gott ein und führte die Schlacht. So wurde der Sieg auf dem Schlachtfeld errungen, wie er zuvor in ihren Herzen und Seelen errungen worden war.
Der Preis für das Eingreifen Gottes
The Price For God’s Intervention
Doch denen, die gerettet wurden und den Sieg erlangten, werden eine Ermahnung und eine Warnung gegeben, damit sie nicht vergessen oder ihre wichtigste Waffe aufgeben:
Yet to those who were saved and granted victory a reminder and a warning are given so that they do not forget or abandon their most important weapon:
Kinder Israels! Wir haben euch vor eurem Feind gerettet, und dann haben Wir mit euch einen Bund geschlossen am rechten Hang des Berges Sinai. Wir ließen für euch Manna und Wachteln herabsenden.
Children of Israel! We saved you from your enemy, and then We made a covenant with you on the right flank of Mount Sinai. We sent down manna and quails for you.
„Esst von den guten Dingen, die Wir euch beschert haben, und überschreitet nicht die Grenzen, sonst wird Mein Zorn über euch kommen. Wer Meinen Zorn auf sich zieht, der stürzt sich fürwahr ins Verderben. Ich aber vergebe gewiss alle Sünden demjenigen, der bereut, glaubt und gute Werke tut und danach auf dem rechten Weg bleibt." (Verse 80-82)
Eat of the wholesome things which We have provided for you and do not transgress, lest you should incur My wrath. He that incurs My wrath has indeed thrown himself into utter ruin; but I certainly forgive all sins for anyone who repents, believes and does righteous deeds, and thereafter keeps to the right path. (Verses 80-82)
Sie haben die Gefahrenzone hinter sich gelassen und sind weiter in Richtung des Berges Sinai vorangeeilt, während Pharao und sein Heer ertrunken zurückblieben. Ihre Errettung war ein jüngstes Ereignis, das sie gut in Erinnerung haben; doch wird sie hier festgehalten als Mahnung, damit sie dankbar sein mögen.
They have passed the danger zone and have surged on towards Mount Sinai, leaving Pharaoh and his army drowned. Their deliverance was a recent event which they remember well, but it is recorded here as a reminder, so that they may give thanks.
Die Verabredung an der rechten Seite des Berges Sinai wird hier so erwähnt, als wäre sie ein abgeschlossenes Ereignis, dabei war es eine Begegnung, auf die sich Moses über einen Zeitraum von vierzig Nächten vorbereiten musste. Danach würde er die Tafeln und die darin verzeichneten Gesetze empfangen. Dies war ein Gesetz zur Regelung des Lebens der Menschen, denen nach ihrem Auszug aus Ägypten eine Aufgabe im Heiligen Land anvertraut war.
The appointment at the right hand side of Mount Sinai is mentioned here as though it is an accomplished event, when it was a meeting for which Moses had to prepare himself for over a period of forty nights. He would then receive the tablets and the laws recorded therein. This was a law to regulate the lives of the people entrusted with a mission in the Holy Land after their departure from Egypt.
Versprechen erfüllt oder gebrochen
Promises Fulfilled Or Broken
Gott hatte Mose eine Zeit bestimmt, um Ihn nach vierzig Tagen am Berg zu treffen, wo ihm die Gebote übermittelt werden sollten, die die Aufgaben seines Volkes nach dem Sieg festlegen, der ihm zuteilgeworden war. Der Sieg bringt seine eigenen Verantwortlichkeiten mit sich, ebenso wie der Glaube. Deshalb war es notwendig, dass Mose seelisch vorbereitet und bereit war, die Gebote Gottes zu empfangen.
God has appointed a time for Moses to meet Him at the Mount after forty days, when he would be given the commandments outlining the tasks his people have to fulfil after the victory they were given. Victory carries with it its own responsibilities, as does faith. Hence, it was necessary for Moses to be psychologically prepared and ready to receive God’s commandments.
So ging Moses den Berg hinauf und ließ sein Volk am Fuß zurück, nachdem er seinen Bruder Aaron gebeten hatte, an seiner Stelle zu wirken. Moses sehnte sich sehr nach dieser Begegnung, in der er vor seinem Herrn stehen und zu Ihm sprechen würde. Er hatte diese Erfahrung bereits einmal gemacht und war begierig, sie noch einmal zu erleben. Deshalb eilte er, um in der Gegenwart seines Herrn zu stehen. Er war jedoch völlig unwissend darüber, was sein Volk nach seinem Weggang verbrochen hatte.
Thus, Moses went up the Mount, leaving his people at the bottom, after asking his brother Aaron to deputize for him. Moses longed dearly for this encounter, when he would stand in front of his Lord and address Him. He had had this experience once before and was keen to experience it again. Hence, he made haste to stand in the presence of his Lord. He was however totally unaware of what his people had perpetrated after he had left.
Sein Herr teilt ihm die Nachricht mit und weist auf das hin, was sich ereignet hat. Die Szene wird uns gezeigt, und wir hören dem Gespräch zu:
His Lord tells him the news, pointing out what has taken place. The scene is shown to us and we listen to the conversation:
[Und Gott sprach]: „Was hat dich, Mose, veranlasst, dein Volk so eilig zurückzulassen?“ Er antwortete: „Sie folgen dicht hinter mir her, während ich mich zu Dir beeilt habe, mein Herr, damit Du an mir Wohlgefallen findest.“ Er sprach: „Wahrlich, Wir haben dein Volk nach deinem Weggang auf die Probe gestellt, und der Sāmiriy hat sie irregeführt.“ (Verse 83-85)
[And God said]: Now what has caused you, Moses, to leave your people behind in so great a haste?’ He answered: ‘They are treading in my footsteps, while I have hastened to You, my Lord, so that You might be well pleased with me.’ Said He: ‘Then [know that] in your absence We have put your people to a test, and the Sāmiriy has led them astray.’ (Verses 83-85)
Rechtfertigung bewusster Irrtümer
Justifying Deliberate Error
Voller Zorn und Trauer fragte Moses sein Volk: „Hat euch euer Herr nicht ein schönes Versprechen gegeben?“ (Vers 86) Gott hatte ihnen den Sieg versprochen und dass sie als eine Gemeinschaft, die an Seine Einzigkeit glaubt, das Heilige Land betreten würden. Erst vor kurzem hatten sie die ersten Schritte zur vollständigen Erfüllung dieses Versprechens miterlebt. Daher hielt er ihnen vor: „Erschien euch denn [die Erfüllung] dieses Versprechens zu lang? Oder wollt ihr, dass die Verdammnis eures Herrn über euch hereinbricht?“ (Vers 86) Ihr Handeln glich dem Verhalten eines Menschen, der die Verdammnis Gottes auf sein eigenes Haupt herabrufen will, indem er absichtlich und vorsätzlich das tut, was sie nach sich zieht. Moses fragte sie, ob dies der Grund dafür sei, dass sie ihr Versprechen ihm gegenüber gebrochen hätten, den Weg, den er ihnen gezeigt hatte, bis zu seiner Rückkehr beizubehalten.
Enraged and full of sorrow, Moses asked his people: “Did not your Lord hold out a goodly promise to you?” (Verse 86) God had promised them victory and to enter the Holy Land as a community believing in His oneness. Only very recently had they witnessed the initial steps towards the complete fulfilment of this promise. Hence, he remonstrated with them: “Did, then, [the fulfilment of] this promise seem to you too long in coming? Or are you determined to see your Lord’s condemnation fall upon you?” (Verse 86) Their action was akin to that perpetrated by one who wants to bring God’s condemnation on his head, so he wilfully and deliberately does what incurs it. Moses asked them if this was why they broke their promise to him to maintain the path he had shown them until his return.
Sie lieferten ihm eine einzigartige Entschuldigung, die die Auswirkungen ihres langen Lebens in Unterwürfigkeit auf ihre Denkweise offenbarte. Es ist eine lächerliche Ausrede: „Wir haben unser Versprechen, das wir dir gegeben haben, nicht aus eigenem Willen gebrochen.“ (Vers 87) Es lag außerhalb unserer Fähigkeit und Kontrolle.
They gave him a singular excuse which exposed the effects on their mentality of their long time living in subservience. It is a ludicrous excuse: “We did not break our promise to you of our own free-will.” (Verse 87) It was beyond our ability and control.
„Aber wir wurden mit den Lasten des Schmucks des [ägyptischen] Volkes beladen, und so warfen wir ihn [ins Feuer].“ (Vers 87) Sie hatten Schmuckstücke in Mengen mit sich geführt, die sie von ägyptischen Frauen geliehen hatten. Nun sagen sie, sie hätten all diese loswerden wollen, weil sie auf unrechtmäßige Weise genommen worden seien. Der Sāmiriy nahm diese Goldstücke und machte daraus das goldene Kalb. Der Sāmiriy war entweder ein Mann aus Samaria, der sie begleitete, oder einer von ihnen, der unter diesem Beinamen bekannt war. Als er das Kalb machte, brachte er absichtlich einige Löcher darin an, so dass es, wenn der Wind wehte, ein muhendes Geräusch erzeugte, obwohl es weder Leben noch Seele hatte. Es war lediglich ein lebloser Gegenstand. Doch kaum hatten sie ein solches goldenes Kalb gesehen, das einen solchen Laut von sich gab, vergaßen sie ihren wahren Herrn, der sie aus ihrer Erniedrigung gerettet hatte. Höchst töricht und unentschuldbar begannen sie, das Kalb anzubeten, und wiederholten die lächerliche Behauptung, Moses sei in die Irre geführt worden, als er auf den Berg ging, um seine Gottheit zu suchen, während die Gottheit, wie sie behaupteten, doch bei ihnen war. Sie sagten: „Dies ist euer Gott und der Gott des Moses; doch er hat ihn vergessen.“ (Vers 88)
Versuchung durch das goldene Kalb
Temptation Of The Golden Calf
Nun richtet Moses seinen ganzen Zorn gegen den Sāmiriy, den Urheber des ganzen Unheils. Er sprach zuerst nicht mit ihm, weil die Leute selbst hätten wissen müssen, dass sie nicht jemandem folgen dürfen, der eine ungeheuerliche Idee vorbringt. Aaron als ihr vertrauter Anführer war ebenfalls dafür verantwortlich, dafür zu sorgen, dass sie nicht straucheln, falls sie in Versuchung geraten. Der Sāmiriy wird weniger wichtig genommen, da er keine rohe Gewalt anwandte, um sie zum Folgen seiner Führung zu zwingen, und auch keinen Schleier über ihre Denkfähigkeit legte. Er stellte ihnen einfach eine Versuchung vor, und sie fielen darauf herein.
Now Moses addresses all his anger to the Sāmiriy, the perpetrator of the whole trouble. He did not speak to him first because the people themselves should have known better than to follow someone who came up with an outrageous idea. Aaron, as their trusted leader, was also responsible for making sure that they did not slip, should they be faced with temptation. The Sāmiriy takes less importance, since he did not use brute force to compel them to follow his lead, nor did he cast a screen over their faculties of thinking. He simply presented a temptation and they fell for it.
Sie hätten sehr leicht bei der Rechtleitung ihres ersten Propheten, Moses, bleiben und vom Rat ihres zweiten Propheten, Aaron, profitieren können. Daher lag die Verantwortung zunächst bei ihnen selbst, dann bei ihrem Anführer und schließlich bei dem Urheber des Unheils.
They could very easily have remained true to the guidance of their first prophet, Moses, and benefited by the counsel of their second prophet, Aaron. Hence, responsibility lay with them in the first place, then with their leader, and finally with the perpetrator of the trouble.
„Er [Moses] sprach: Was ist dann mit dir, Sāmiriy?“ (Vers 95) Wie kommt es, dass all dies durch dich geschehen ist? Die Art, wie die Frage formuliert ist, zeigt die Schwere der ganzen Angelegenheit.
“Said [Moses]: What is then your case, Sāmiriy?” (Verse 95) How come all this has happened because of you? The way the question is phrased is indicative of the seriousness of the whole affair.
Er antwortete: Ich habe etwas erkannt, was sie nicht zu sehen vermochten; und so nahm ich eine Handvoll Staub von der Spur des Gesandten und warf sie weg; denn so hat mein Verstand mich zum Handeln bewogen. (Vers 96)
He answered: I have gained insight into something which they were unable to see; and so I took a handful of dust from the trail of the messenger and flung it away; for thus has my mind prompted me to act. (Verse 96)
Es gibt unzählige Überlieferungen, die versuchen, die Antwort des Sāmiriy zu erklären: Was hat er gesehen? Wer war der Gesandte, von dessen Spur er eine Handvoll nahm? Was hatte dies mit dem Kalb zu tun, das er herstellte, und wie beeinflusste das Hineinwerfen dieser Handvoll das Kalb, das er gemacht hatte?