Der Koran erklärt die grundlegenden Selbstverständlichkeiten des Glaubens bisweilen auf eine Weise, wie sie der menschliche Verstand niemals versuchen würde, denn ihrer Natur nach sind dies Dinge, die die menschliche Aufmerksamkeit weder beschäftigen noch anziehen. Ein klares Beispiel ist der Vers, der das unendliche Wissen Gottes beschreibt: „Bei Ihm sind die Schlüssel zu dem, was jenseits der menschlichen Wahrnehmung liegt; keiner kennt sie außer Ihm. Er weiß, was das Land und das Meer enthalten; nicht ein Blatt fällt, ohne dass Er es weiß, und auch kein Korn in der tiefen Finsternis der Erde ist da, noch etwas Frisches oder Trockenes, das nicht in einem deutlichen Buch verzeichnet wäre.“ (6:59) Diese weiten Orte und Lagen, sichtbare wie verborgene, werden vom menschlichen Denken, wenn es versucht, ein alles umfassendes Wissen auszudrücken, gewöhnlich nicht in dieser Weise aufgesucht. Lassen Sie uns hier einige Absätze dessen zitieren, was wir in unserem Kommentar zu diesem Vers dargelegt haben.
The Qur’ān sometimes explains the basic truisms of faith in a way that the human mind would never attempt, because, by their nature, these are not things which preoccupy or attract human attention. A clear example is the verse which describes God’s infinite knowledge: “With Him are the keys to what lies beyond the reach of human perception: none knows them but He. He knows all that the land and sea contain; not a leaf falls but He knows it; and neither is there a grain in the earth’s deep darkness, nor anything fresh or dry but is recorded in a clear book.” (6: 59) These broad places and situations, visible and hidden, are not normally frequented by human thought in this way, when it tries to express knowledge that embraces everything. Let us quote here a few paragraphs of what we stated in our commentary on this verse.
Jedes Mal, wenn wir diesen kurzen Vers betrachten, können wir nicht umhin, seinen wundersamen Stil zu erkennen, der von dem Urheber des Qur’ān zeugt. Ein Blick auf seinen Inhalt genügt, um uns absolut sicher zu machen, dass dies etwas ist, das kein Mensch sagen würde. Die menschliche Intelligenz reicht nicht bis in grenzenlose Weiten, wenn sie vollkommenes, nie versagendes Wissen beschreibt. Stattdessen besitzt der menschliche Verstand andere Eigenschaften und gewisse festgelegte Grenzen, denn seine Vorstellungen spiegeln seine eigenen Anliegen wider. Warum sollten sich Menschen darum kümmern, wie viele Blätter von den Bäumen auf dem ganzen Erdball fallen? Warum sollten sie sich um Körner kümmern, die in den tiefen, dunklen Winkeln der Erde verborgen liegen? Was geht es sie an, alles zu wissen, was frisch oder trocken ist? Menschen interessieren sich schlicht nicht für herabfallende Blätter, geschweige denn dafür, sie zu zählen. Sie kümmern sich um die Samen, die sie aussäen, in der Hoffnung auf eine gute Ernte. Andernfalls würden sie sich nicht um die in der Erde begrabenen Körner sorgen. Sie gebrauchen durchaus, was sie an Frischem und Trockenem haben, doch keine dieser Angelegenheiten gilt als Beweis vollkommenen Wissens. Nur der Schöpfer weiß und kümmert sich um jedes fallende Blatt, jedes begrabene Korn und dergleichen, so wie Er sich um andere Dinge kümmert, seien sie frisch oder trocken.
Every time we look at this short verse, we cannot fail to recognize its miraculous style which tells of the author of the Qur’ān. One look at its subject matter is sufficient to make us absolutely certain that this is something no human being would say. Human intelligence does not stretch to limitless horizons when it describes perfect, unfailing knowledge. Instead, the human intellect has different characteristics and certain set limits, because its images reflect its own concerns. Why should human beings care about the number of leaves falling from trees all over the globe? Why should they bother about grains buried in the deep dark recesses of the earth? What concern is it to them to know everything that is fresh or dry? People simply do not care about falling leaves, let alone about counting them. They care about the seeds they plant, hoping to have a good harvest. Otherwise, they would not care about the grains buried in the earth. They certainly like to use what they have of fresh and dry things, but none of these matters is thought of as evidence of perfect knowledge. It is only the Creator who knows and cares about every falling leaf, buried grain and the like, as He does about other things, fresh or dry.
Kein Mensch könnte sich vorstellen, dass jedes fallende Blatt, jedes verborgene Korn, jeder frische und auch jeder trockene Gegenstand in einem klaren Buch verzeichnet werden sollte. Sie können keinen Nutzen darin erkennen, eine solche Aufzeichnung zu führen. Doch der Herrscher des gesamten Universums ist Derjenige, der all dies aufgezeichnet hat, denn alles im ganzen Universum, groß oder klein, sichtbar oder verborgen, fern oder nah, offenkundig oder unbekannt, gehört zu Seinem Herrschaftsbereich und ist daher erfasst.
No human being could ever contemplate that each falling leaf, buried grain, every fresh object and also every dry one should be recorded in a clear book. They cannot see any benefit to them from keeping such a record. But the Sovereign of the whole universe is the One who has all that recorded because everything in the whole universe, large or small, visible or hidden, distant or close, apparent or unknown, is part of His dominion and, as such, is accounted for.
Dies ist eine weitläufige Szene, die einen tiefen Eindruck auf den menschlichen Geist hinterlässt. Der menschliche Verstand versucht nicht einmal, eine solche Szene zu malen, die die Blätter umfasst, die von jedem Baum auf der ganzen Welt fallen, jedes Korn, das im Boden verborgen ist, und jedes frische und trockene Ding auf der Erde. Tatsächlich bemühen sich weder unsere Augen noch unsere Vorstellungskraft überhaupt, sie sich auszumalen. Dennoch ist es eine eindrucksvolle Szene, die uns viel über das Wissen Gottes verrät und uns daran erinnert, dass Gott alles überwacht und aufzeichnet. Sein Wille sorgt für das, was groß oder klein ist, von höchster Bedeutung oder unendlich unbedeutend, sichtbar oder verborgen, fern oder nah, offenkundig oder unbekannt.
This is an expansive scene, one which leaves a profound effect on the human mind. The human intellect does not even try to paint such a scene comprising the leaves falling from every tree throughout the world and every grain hidden in the soil and every fresh and dry thing on earth. Indeed, neither our eyes nor our imagination care to visualize it in the first place. Nevertheless, it is a powerful scene that tells us much about God’ s knowledge, reminding us that God oversees and records everything. His will takes care of what is large or small, highly important or infinitely insignificant, visible or hidden, distant or close, apparent or unknown.
Wir, die wir auf das reagieren, was wir erleben, und die Gabe des Ausdrucks besitzen, sind uns unserer menschlichen Grenzen im Vorstellen und Ausdrücken der Dinge deutlich bewusst. Wir wissen aus eigener Erfahrung, dass es keinem menschlichen Verstand einfällt, eine solche Szene zu malen, und dass kein Mensch eine solche Ausdrucksweise verwenden kann. Ich lade jeden, der dies bestreitet, ein, alles zu durchsuchen, was Menschen je geschrieben haben, um zu prüfen, ob menschliches literarisches Talent jemals in diese Richtung vorgedrungen ist. In der Tat genügen uns dieser Vers und ähnliche im Qur’ān, um den Urheber dieses erhabenen Buches zu erkennen.
Those of us who react to what we experience and have the talent of expression are keenly aware of our human limitations to visualize and express things. We know from personal experience that it does not occur to any human mind to paint such a scene and that no human being can use such a mode of expression. I invite anyone who disputes this to look into everything that human beings have ever written in an attempt to see if human literary talent has ever ventured in this direction. Indeed, this verse and similar ones in the Qur’ān are sufficient for us to know the Author of this glorious book.
Wenn wir die künstlerische Vollkommenheit dieses Verses betrachten, erkennen wir bald, dass sie alles übertrifft, was Menschen je versucht haben: „Bei Ihm sind die Schlüssel zu dem, was jenseits der menschlichen Wahrnehmung liegt; keiner kennt sie außer Ihm.“ (Vers 59) Der Vers führt uns zunächst in die unergründlichen Weiten der jenseitigen Welt, die sich über Zeit und Raum erstreckt, ebenso über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft und über das, was sowohl in diesem Leben als auch in unserer Vorstellung geschieht.
If we look at the artistic excellence in this verse, we soon realize that it surpasses everything that human beings have ever attempted: “With Him are the keys to what lies beyond the reach of human perception: none knows them but He.” (Verse 59) The verse takes us first into the unfathomable reaches of the world beyond, stretching into time and place, as well as the past, present and future and into what takes place both in this life and in our imagination.
„Er weiß, was das Land und das Meer enthalten.“ (Vers 59). Das Bild hier ist das der sichtbaren Welt, die sich bis zum Horizont unendlich ausdehnt, sodass die Welt, die wir sehen, in eine unendliche Existenz gedehnt wird, um eine Harmonie mit der grenzenlosen Natur der Welt jenseits davon herzustellen.
“He knows all that the land and sea contain.” (Verse 59). The picture here is of the seen world, stretching infinitely over the horizon so that the world we see is stretched into an infinite existence to provide harmony with the limitless nature of the world beyond.
„Nicht ein Blatt fällt, außer dass Er es weiß.“ (Vers 59). Dies veranschaulicht die Bewegung des Todes, den Fall von oben und das Verschwinden nach dem Ende des Lebens.
“Not a leaf falls, but He knows it.” (Verse 59). This depicts the movement of death, the fall from above and disappearance after the end of life.
„Und kein Korn ist in den tiefen Finsternissen der Erde.“ (Vers 59). Dies veranschaulicht die Bewegung des Wachsens und des Lebens, die in der Tiefe beginnt und an die Oberfläche steigt. Wir sehen, wie das Tote zum Leben erweckt wird und das Untätige mit Kraft voranschreitet.
“Neither is there a grain in the earth’s deep darkness.” (Verse 59). This depicts the movement of growth and life, starting in the deep and going up onto the surface. We see how the dead quickens and the idle moving forward with vigour.
„Auch nichts Frisches und nichts Trockenes, was nicht in einem deutlichen Buch verzeichnet wäre." (Vers 59) Dies ist eine umfassende Verallgemeinerung, die sowohl das Leben als auch den Tod umfasst, das Gedeihen und das Verwelken alles dessen, was auf der Erde lebt. Wer außer Gott würde mit einem solchen Stoff beginnen, um eine so weitreichende Szene zu malen? Und wer würde ihr solche Schönheit und Harmonie verleihen, um ihre Vortrefflichkeit zu steigern? Wer außer Gott kann das?13
“Nor anything fresh or dry but is recorded in a clear book.” (Verse 59) This is an overall generalization that comprises both life and death, the thriving and the withering away of everything that lives on earth. Who other than God would begin with such material in order to paint such an expansive scene? And who would give it such beauty and harmony to add to its excellence? Who other than God can do that?13
„Er weiß, was in die Erde eindringt und was aus ihr hervorkommt, und was vom Himmel herabsteigt und was zu ihm emporsteigt. Und Er allein ist der Barmherzige, der Allvergebende.“ (34:2)
Let us now take another example expressing the same idea: “He knows all that enters the earth, and all that comes out of it, as well as all that descends from the skies, and all that ascends to them. And He alone is the Most-merciful, Truly forgiving.” (34: 2)
Denken Sie einen Moment über dieses Bild nach, das mit nur wenigen Worten gezeichnet ist, und Sie werden darin unendlich viele Dinge, Bewegungen, Formen, Größen, Gestalten und Abstraktionen erkennen, die jede Vorstellungskraft übersteigen. Selbst wenn alle Menschen auf der Erde ihre gesamte Aufmerksamkeit ihr ganzes Leben lang darauf richteten, zu beobachten und aufzuzählen, was in einem einzigen Augenblick geschieht, von all dem, worauf sich dieser Vers bezieht, könnten sie keine vollständige Liste erstellen, über deren Richtigkeit sie sich gewiss wären.
Reflect for a moment on this image drawn with the use of only a few words and you will see an endless number of things, movements, shapes, sizes, forms and abstractions that defy the imagination. Should all the people on earth dedicate their entire attention throughout their lives to monitoring and enumerating what takes place in a single moment, of all that to which this verse refers, they would not be able to compile a comprehensive list of which they would be certain.
Wie viele Dinge gelangen in einem einzigen Augenblick in die Erde? Wie viele Körner werden in alle Winkel der Erde eingegraben, und wie viele finden ihren Weg in sie hinein? Denke einen Moment lang an die Zahl der Würmer, Insekten, Partikel und Kriechtiere, die unter der Oberfläche der Erde verschwinden, überall auf dem Globus. Denke an die Zahl der Wassertropfen, der Gasmoleküle sowie der Strahlen und Strahlungen, die an jedem Punkt ihrer weiten Ausdehnung in die Erde eindringen. Denke an all dies und erinnere dich daran, dass alles von Gott beobachtet wird, dessen Augen niemals blinzeln.
How many things enter the earth in a single moment? How many grains are buried into all corners of the earth, and how many find their way into them? Think for a moment of the number of worms, insects, particles and crawlers that go underneath the surface of the earth throughout the globe. Think of the number of drops of water, gas molecules as well as rays and radiation that go into the earth at every point of its vast expanse. Think of all this and remember that it is all watched by God whose eyes never blink.
Wie viele Dinge kommen dann aus der Erde hervor? Wie viele Pflanzen sprießen, Quellen brechen hervor, Vulkane speien aus, und Gase breiten sich aus? Wie viele verborgene Dinge offenbaren sich, und wie viele Insekten kommen aus ihren Verstecken hervor? Wie viele sind diese Dinge, sichtbar oder unsichtbar, dem Menschen bekannt oder unbekannt, die in einem einzigen Augenblick aus der Erde hervorkommen? Die Zahl übersteigt jede menschliche Berechnung.
Then how many things come out of the earth? How many plants shoot up, springs issue forth, volcanoes erupt, and gases spread out? How many buried things reveal themselves, and how many insects come out of their hiding places? How many are those things, visible or invisible, known to humans or unknown, that come out of the earth in a single moment? The number is beyond human reckoning.
Denke über die Vielzahl der Dinge nach, die vom Himmel herabkommen: die Regentropfen, die Meteore, die strahlenden Lichtstrahlen und die anderen Strahlen, die uns Licht bringen. Denke auch an jeden göttlichen Befehl, der herabgesandt wird, um den Willen Gottes zu vollziehen, und an die Barmherzigkeit, die Gott dem ganzen Universum oder einzelnen Geschöpfen schenkt; und denke an all die Versorgung, die Gott Seinen Dienern in Fülle oder in begrenztem Maß gewährt. All dies kommt vom Himmel herab, ebenso wie zahlreiche andere Dinge, die nur Gott allein bekannt sind.
Reflect on the number of things that come down from the skies: the drops of rain, the meteors, the blazing rays and other rays that bring us light. Think also of every divine command brought down to accomplish God’s will, and the mercy God bestows on the whole universe or on particular creatures; and think of all the provisions God grants to His servants in abundance or in restricted measure. All this comes down from the skies, as do numerous other things known only to God Himself.
Denke auch darüber nach, was zu den Himmeln emporsteigt: Wie viele Atemzüge der Luft gehen aus jeder Pflanze, jedem Tier, jedem Menschen und jedem anderen Geschöpf hervor? Wie viele Bittgebete werden öffentlich oder im Verborgenen an Gott gerichtet, die nur Gott allein hört? Denke an die Seelen der Geschöpfe, die zu Gott versammelt werden; an die Engel, die die Befehle Gottes überbringen, und an andere Geister, die umhergehen und niemandem außer Gott bekannt sind. Denke ferner daran, wie viele Dampfteilchen aus den Meeren aufsteigen und wie viele Gasmoleküle aus den verschiedenen Arten der Schöpfung emporsteigen.
Reflect also on what ascends to the skies: how many breaths of air come out of every plant, animal, human or other creature? How many supplications are addressed to God in public or in private, heard only by God? Think of the spirits of creatures that are gathered to God; the angels carrying God’s orders, and other spirits that go about totally unknown to anyone other than God. Think also how many particles of vapour ascend from the seas, and how many gas molecules ascend from different types of creation.
Wie viele davon finden in einem einzigen Augenblick statt? Wie viel Wissen benötigt ein Mensch, um alles festzuhalten, was in einem einzigen Augenblick geschieht?
How many of all these take place in a single moment? How much knowledge do human beings need to make a record of all that takes place in a single moment?
Würden sie selbst dann nahekommen, wenn sie ein ganzes Leben lang solches Zählen und Aufzeichnen betrieben? Doch Gottes Wissen, das vollkommen und vollständig ist, umfasst all dies zu jedem Augenblick und an jedem Ort. Ja, jedes Herz und jeder Verstand, jede Absicht und jeder Gedanke, jede Bewegung und jedes Innehalten steht unter Gottes wachsamem Auge. Dennoch sorgt Seine Gnade dafür, dass sie verborgen bleiben, und Er vergibt zudem häufig, denn „Er allein ist der Allbarmherzige, wahrhaft Vergebende“. (34:2)
Would they come close even if they devoted a lifetime to such counting and recording? But God’s knowledge, which is complete and perfect, encompasses all that at every moment and every place. Indeed every heart and mind, every intention and thought, every movement and stoppage is under God’s watchful eye. Yet His grace ensures that they remain private, and He also often forgives, for “He alone is the Most-merciful, Truly forgiving.” (34: 2)
Tatsächlich weisen viele ähnliche Verse des Qur'ān darauf hin, dass er nicht von menschlicher Hand verfasst ist.
Indeed many similar verses of the Qur’ān indicate that it is not of human writing.
Solche kosmischen Gedanken kommen dem Menschen nicht in den Sinn, weil in der menschlichen Natur nichts liegt, was sie hervorbringen würde. Zudem zeigen die schlichten Züge, die dazu dienen, eine universelle Weite zu umfassen, dass sie vom Schöpfer des Universums stammen, dessen Stil niemand nachahmen kann.
Such cosmic thoughts do not occur to human beings, because there is nothing in human nature that gives rise to them. Moreover, the simple touches that serve to encompass a universal expanse indicate that they come from the Maker of the universe, whose style no one can emulate.
Bestimmte Dinge und Begebenheiten, die uns von geringer Bedeutung erscheinen, werden vom Qur'ān oft herangezogen, um große Konzepte zu beweisen. Hier werden sie in einem anderen Licht dargestellt, das zeigt, dass sie tatsächlich sehr bedeutsam sind und sich am besten eignen, die betreffenden Konzepte zu belegen. Zum Beispiel: „Wir sind es, die euch erschaffen haben; warum glaubt ihr dann nicht an die Wahrheit? Habt ihr jemals über den Samen nachgedacht, den ihr ausstoßt? Seid ihr es, die ihn erschaffen, oder sind Wir die Ursache seiner Schöpfung? Wir haben gewiss bestimmt, dass der Tod unter euch allgegenwärtig sein wird; doch nichts hindert Uns daran, die Beschaffenheit eures Daseins zu verändern und euch auf eine Weise neu hervorzubringen, die euch noch unbekannt ist. Und da ihr das Wunder eures ersten Entstehens ja kennt, warum besinnt ihr euch dann nicht auf Uns? Habt ihr jemals über den Samen nachgedacht, den ihr in die Erde legt? Seid ihr es, die ihn wachsen lassen, oder sind Wir die Ursache seines Wachstums? Denn wenn es Unser Wille wäre, könnten Wir ihn tatsächlich zu Spreu machen, und ihr bliebet da und wüntet euch und klagtet: ‚Wahrlich, wir sind ruiniert! Nein, vielmehr sind wir um unseren Lebensunterhalt gebracht worden!‘ Habt ihr jemals über das Wasser nachgedacht, das ihr trinkt? Seid ihr es, die es aus den Wolken herabkommen lassen, oder sind Wir die Ursache seines Herabkommens? Wäre es Unser Wille, könnten Wir es brennend salzig und bitter machen; warum dankt ihr dann nicht? Habt ihr jemals über das Feuer nachgedacht, das ihr entzündet? Seid ihr es, die den Baum hervorgebracht haben, der ihm als Brennstoff dient, oder sind Wir die Ursache seines Entstehens? Wir haben es zu einem Mittel gemacht, um [euch an Uns] zu erinnern, und zu einem Trost für alle, die in der Wüste [ihres Lebens] verloren und hungrig sind. Preise daher die grenzenlose Herrlichkeit deines Herrn, des Mächtigen.“ (56: 57–74)
Certain things and happenings which appear to us to be of little significance are often used by the Qur’ān to prove great concepts. Here they are portrayed in a different light showing them to be very important indeed, and most fitting to prove the concepts in question. For example: “It is We who have created you: why, then, do you not accept the truth? Have you ever considered that seed which you emit? Is it you who create it, or are We the source of its creation? We have indeed decreed that death shall be ever- present among you; but there is nothing to prevent Us from changing the nature of your existence and bringing you into being anew in a manner as yet unknown to you. And since you are indeed aware of the miracle of your coming into being in the first instance, why, then, do you not bethink yourselves of Us? Have you ever considered the seed which you cast upon the soil? Is it you who cause it to grow, or are We the cause of its growth? For, were it Our will, We could indeed turn it into chaff; and you would be left to wonder and to lament, ‘Indeed we are ruined! Nay, but we have been deprived of our livelihood!’ Have you ever considered the water which you drink? Is it you who cause it to come down from the clouds or are We the cause of its coming down? Were it Our will, We could make it burningly salty and bitter: why, then, do you not give thanks? Have you ever considered the fire which you kindle? Is it you who have brought into being the tree that serves as its fuel, or are We the cause of its coming into being? It is We who have made it a means to remind [you of Us], and a comfort for all who are lost and hungry in the wilderness [of their lives]. Extol, then, the limitless glory of your Lord’s mighty name.” (56: 57-74)
Der Qur'an macht aus solch vertrauten Erscheinungen universelle Fragen von größter Bedeutung: Er enthüllt die großen Gesetze des Universums und formuliert die Grundlage eines tiefen Glaubens und einer umfassenden Lebensweise. Zugleich stellt er diese alltäglichen Geschehnisse in den Mittelpunkt von Nachdenken und Betrachtung, als ein Mittel, das Herzen und Seelen erfrischt und Gefühle und Empfindsamkeit erweckt. Er macht die Menschen auf Erscheinungen aufmerksam, die sie leicht übersehen, obwohl sie ihnen morgens und abends vor Augen liegen. Er macht sie empfänglich für die wunderbaren und staunenswerten Vorgänge, die sich im Universum ereignen. Er lässt sie nicht auf besondere, übernatürliche und seltene Ereignisse angewiesen sein. Er verlangt auch nicht, dass sie nach Wundern und Zeichen suchen, die ihnen und ihrem Leben fremd sind, oder dass sie weit über die Naturgesetze hinausblicken, die ihre eigene Welt bestimmen. Er führt sie auch nicht dazu, sich in komplizierte Philosophien, verwickelte Fragen der Logik oder wissenschaftliche Experimente zu vertiefen, die nicht allen verständlich sein mögen, um auf dieser Grundlage in ihrem Geist einen Glauben und eine Lebensauffassung zu formen.
The Qur’ān makes of such familiar phenomena universal issues of great importance, revealing the great laws in the universe, and formulating the basis of a profound faith and a complete way of existence. At the same time, it makes these familiar happenings the centre of thought and contemplation, a tool that refreshes hearts and souls and awakens feelings and sensitivities. It alerts people to phenomena which they tend to overlook although they are in front of them morning and evening. It makes them sensitive to the wonderful and miraculous events that take place in the universe. It does not leave them in need of special, preternatural and infrequent events. Nor does it require them to look for miracles and signs that are alien to them and to their lives, or to look far beyond the laws of nature that affect their own world. It does not lead them to dig into complex philosophies, entangled questions of logic, or scientific experiments that may not be comprehensible to all, in order to formulate in their minds a faith and a concept of life based on it.
Sie selbst sind von Gott geschaffen, und die Naturerscheinungen, die rings um sie wirken, werden durch Seinen Willen in Gang gesetzt. Alles, was Er erschafft, ist ein Wunder. Außerdem ist der Qur'ān Sein eigenes Buch. Daher lenkt er ihren Blick auf die Wunder, die in ihnen selbst liegen oder in ihrer eigenen Welt gegenwärtig sind. Er führt sie an der Hand dazu, über die Wunder nachzudenken, die ihnen vertraut sind, aber gerade wegen dieser Vertrautheit übersehen und ignoriert werden. Er öffnet ihnen die Augen, damit sie das große Geheimnis erkennen, das in ihrer Existenz verkörpert ist. Es ist das Geheimnis der schöpferischen Macht und der absoluten Einheit Gottes sowie das Geheimnis des ewigen göttlichen Gesetzes, das in ihrem eigenen Selbst und im Universum um sie herum wirkt. Dieses Gesetz verkörpert alle Hinweise auf und Beweise für die Wahrheit des Glaubens. Diese werden in ihrer menschlichen Natur lebendig.
They themselves are made by God, and the natural phenomena functioning all around them are set in operation by His will. Everything that He creates is miraculous. Moreover, the Qur’ān is His own book. Hence, it turns their minds to the miracles that are within them or present in their own world. It leads them by the hand to reflect on the miracles that are familiar to them, but because of this familiarity are overlooked and ignored. It opens their eyes to make them see the great secret that is embodied in their existence. It is the secret of the creative power and God’s absolute oneness, and the secret of the eternal divine law that operates in their own selves and in the universe around them. This law embodies all the pointers to, and proofs of, the truth of faith. These are brought alive within their human nature.
Dies ist die Methode, die der Qur’ān anwendet, wenn er Aspekte der Macht Gottes darstellt, die sich in der eigenen Erschaffung der Menschen zeigt, in den Pflanzen, die sie anbauen, im Wasser, das sie trinken, und im Feuer, das sie entzünden. Dies sind die grundlegendsten Dinge, die sie ständig sehen. Er beschreibt auch den Augenblick, in dem das Leben auf der Erde zu seinem Ende kommt und das Leben der jenseitigen Welt beginnt. Dies ist der Augenblick, dem jeder Mensch begegnen wird, an dem nichts, was in menschlicher Macht steht, von Nutzen ist. So konfrontiert der Qur’ān alle Menschen mit der absoluten Macht Gottes, die das gesamte Universum lenkt.
This is the method followed in the Qur’ān as it portrays aspects of God’s power seen in people’s own creation, in the plants they grow, the water they drink and the fire they kindle. These are among the most basic things that they see all the time. It also portrays the moment when life on earth comes to its end, and the life of the other world begins. This is the moment which will be faced by everyone, when nothing within human power is of any avail. Thus the Qur’ān brings all human beings face to face with God’s absolute power which controls the whole universe.
Es gibt keinen Raum für Widerspruch. Keine Ausrede ist gültig. Die Wahrheit blickt den Menschen direkt in die Augen.
There is no room for any argument. No excuse is valid. The truth stares people in the eye.
Die Art, in der der Qur'ān die menschliche Natur anspricht, ist selbst ein Beweis für seine Herkunft. Es ist in der Tat dieselbe Quelle, die dem Universum sein Dasein gegeben hat. Sein Aufbau folgt derselben Methode, nach der das Universum gebaut ist. Aus dem einfachsten Stoff entstehen die verfeinertsten Gestalten und Formen sowie die größten und großartigsten Geschöpfe. Man nimmt an, dass das Atom der Stoff ist, aus dem das Universum aufgebaut ist, und die Zelle der Stoff, aus dem das Leben geformt wird. So winzig es ist, ist schon das Atom ein Wunder. Ebenso ist die kleine Zelle ein großes Wunder. Im Qur'ān werden die einfachsten und vertrautesten Dinge verwendet, um die tiefgründigsten religiösen Überzeugungen und die umfassendste universelle Philosophie zu formulieren. Die dargestellten Szenen sind solche, die jeder kennt und erlebt. Sie handeln von Nachkommenschaft, Pflanzen, Wasser, Feuer und Tod. Selbst der primitivste Mensch hat in seiner alten Höhle den Beginn embryonalen Lebens, den Trieb einer Pflanze, das Fallen des Wassers, das Entzünden des Feuers und den Augenblick des Todes miterlebt. Auf der Grundlage dieser Szenen, die allen Menschen so vertraut sind, formuliert der Qur'ān seine ideellen Überzeugungen. Auf diese Weise vermag der Qur'ān seine Botschaft an jeden Menschen in jeder Gemeinschaft zu richten. Doch diese schlichten und vertrauten Szenen verkörpern die große Wahrheit des Universums und die tiefsten Geheimnisse der Macht Gottes. So schlicht sie sind, sie sprechen die menschliche Natur im Allgemeinen an, und ihre Größe bleibt bis ans Ende der Zeit das zentrale Anliegen der kenntnisreichsten Wissenschaftler und Gelehrten.
The Qur’ānic method of addressing human nature is itself a proof of its source. It is indeed the same source that has given the universe its existence. Its very structure follows the same method of building the universe. The most simple of material is used to produce the most sophisticated shapes and forms, as well as the largest and greatest of creatures. It is thought that the atom is the matter from which the universe is built, and the cell is the matter from which life is formed. Minute as it is, the atom is itself a miracle. Similarly, the tiny cell is a great wonder. In the Qur’ān, the most simple and familiar things are used to formulate the most profound religious beliefs and the broadest universal philosophy. The scenes portrayed are those known and experienced by everyone. They are concerned with offspring, plants, water, fire and death. Even the most primitive man, in his old cave has witnessed the inception of embryonic life, the shoot of a plant, the fall of water, the kindling of fire and the moment of death. On the basis of these scenes, familiar as they are to all human beings, the Qur’ān formulates its ideological beliefs. In this way, the Qur’ān is able to address its message to every human being in every community. But these simple and familiar scenes epitomize the great truth of the universe, and most profound secrets of God’s ability. Simple as they are, they address human nature in general, and their greatness remains the central preoccupation of the most knowledgeable of scientists and scholars to the end of time.