Derselbe Ruf wird von jedem Gesandten wiederholt. Die Sure verwendet absichtlich dieselben Worte, während sie berichtet, was jeder Gesandte zu seinem Volk sagte. Auf diese Weise betont sie die Einheit der Botschaft in ihrem Fundament und ihrem Wesen: nämlich den Glauben an die Einzigkeit Gottes, die Furcht vor Ihm und den Gehorsam gegenüber Seinem Gesandten.
The same call is repeated by every messenger. The sūrah deliberately uses the same words as it reports what each messenger said to his people. Thus it stresses the unity of the message in its basis and essence: namely, belief in God’s oneness, fearing Him and obeying His messenger.
Die Sure fügt dann hinzu, was im Fall der Thamūd besonders war. Sie bewohnten ein Gebiet namens al-Ḥijr im Norden Arabiens, zwischen dem Ḥiǧāz und Syrien. Der Prophet ﷺ und seine Gefährten zogen auf ihrem Weg nach Tabūk durch dieses Gebiet und sahen die zerstörte Stadt mit eigenen Augen. In dieser Schilderung ihrer Geschichte sehen wir ihren Bruder Ṣāliḥ, der sie an die Segnungen erinnert, mit denen Gott sie begünstigt hat, und sie davor warnt, dass diese ihnen wieder entzogen werden könnten. Er warnt sie außerdem vor der bevorstehenden Abrechnung und Rechenschaft: „Glaubt ihr, dass ihr [für immer] sicher bleiben werdet inmitten dessen, was ihr hier habt, zwischen Gärten und Quellen, Pflanzungen und Dattelpalmen mit reifen Früchten?
The sūrah then adds what was special in the Thamūd’s case. They used to inhabit an area known as al-Ĥijr, in north Arabia, between the Ĥijāz and Syria. The Prophet and his companions passed through this area on their way to Tabūk, seeing the ruined city for themselves. In this account of their history we see their brother, Şāliĥ, reminding them of the blessings God has favoured them with and warning them against their being withdrawn from them. He also warns them of the impending reckoning and accountability: “Will you be left secure [forever] in the midst of what you have here, among gardens and springs and plantations and palm-trees laden with ripe fruit?
„Ihr meißelt mit großer Geschicklichkeit Wohnungen aus den Bergen heraus.“ (Verse 146-149)
You carve dwellings out of the mountains with great skill.” (Verses 146-149)
Sie genießen einen solchen Wohlstand, wie Ṣāliḥ ihn hier beschreibt, doch sie achten weder darauf noch darauf, wie er zustande gekommen ist. Ebenso sprechen sie dem Einen, der sie damit gesegnet hat, keinen Dank aus. Daher beschreibt ihr Bruder dies ausführlich, um ihre Herzen zu wecken, damit sie es zu schätzen wissen und fürchten, dass es ihnen wieder genommen werden könnte. Was er zu ihnen sagt, rüttelt schlafende Gemüter auf: „Wird man euch in Sicherheit zurücklassen inmitten dessen, was ihr hier habt?“ (Vers 146)
Denkt ihr etwa, man werde euch diesen Wohlstand, mit dem ihr gesegnet seid, weiterhin genießen lassen? Ein solcher Wohlstand erhält zusätzlichen Glanz dadurch, dass er nicht näher bestimmt wird. Fühlt ihr euch also sicher, dass er niemals beendet oder entzogen werden kann? Wird man euch in diesen Gärten, Quellen, Pflanzungen und Palmen lassen, die euch so reife Datteln geben, die sehr leicht verdaulich sind? Wird man euch in diesen Häusern lassen, die ihr kunstvoll in die Felsberge hauend gestaltet, was ihnen einen zusätzlichen Glanz verleiht?
They enjoy such luxury as Şāliĥ describes here, but they pay no attention to it and how it came about. Nor do they express any gratitude to the One who has blessed them with it. Hence, their brother describes this in full to awaken their hearts so that they will appreciate it and fear its withdrawal. What he says to them alerts slumbering minds: “Will you be left secure in the midst of what you have here?” (Verse 146) Do you think that you will be left to enjoy this luxury you have been blessed with? Such luxury is given a further air of splendour as it is left unspecified. Do you, then, feel secure that it can never be terminated or withdrawn? Will you be left in such gardens, springs, plantations and palm trees that give you dates so ripe that are very easy to digest? Will you be left in these homes you skilfully carve out in rocky mountains, giving them an extra air of splendour?
Nachdem er ihre Herzen mit dieser Ermahnung berührt hat, ruft Ṣāliḥ sie dazu auf, Gott zu fürchten, gehorsam zu bleiben und sich von jenen zu trennen, die auf das Rechte nicht achten und sich stattdessen der Verderbnis hingeben: „So fürchtet Gott und gehorcht mir. Und folgt nicht dem Rat derer, die maßlos sind – die auf der Erde Verderbnis stiften, anstatt Dinge in Ordnung zu bringen.“ (Verse 150–152)
Having touched their hearts with this reminder, Şāliĥ calls on them to fear God, remain obedient and separate themselves from those who pay no heed to what is right and indulge instead in corruption: “So, fear God and pay heed to me. And pay no heed to the counsel of those who are given to excesses — who spread corruption on earth instead of setting things to rights.” (Verses 150-152)
Doch seine Worte rühren ihre verhärteten Herzen nicht an, und sie beachten ihn nicht: „Sie sagten: Du bist nur einer, der verzaubert wurde. Du bist nur ein Mensch wie wir. So bring uns ein Zeichen, wenn du ein Mann der Wahrheit bist.“ (Verse 153-154) Sie beschreiben ihn zunächst als einen Verzauberten und somit als jemanden, der nicht weiß, wovon er spricht. Es ist, als würde nur ein Verrückter sein Volk dazu aufrufen, allein Gott zu verehren.
His words, however, do not touch their hardened hearts, and they pay no attention to him: “They said: You are but one who has been bewitched. You are only a human being like us. So bring us a sign if you are a man of truth.” (Verses 153-154) They first describe him as one bewitched and, as such, one who does not know what he is talking about. It is as though only a madman will call on his people to worship God alone.
„Ihr seid doch nur Menschen wie wir.“ (Vers 154) Immer wenn ein Gesandter Gottes zu ihnen sprach, war man an dieser Stelle beunruhigt. Man hatte stets eine fehlerhafte Vorstellung davon, wie ein Gesandter sein sollte. Sie konnten Gottes Weisheit nicht begreifen, gewöhnliche Menschen zu Seinen Gesandten zu erwählen, und sie konnten auch die Ehre nicht würdigen, die Gott der Menschheit erweist, indem Er Seine Gesandten aus ihrer Mitte wählt und sie zu Führern macht, die Licht und Rechtleitung von Ihm empfangen. Sie meinten, ein Gesandter Gottes müsse einer anderen Art von Schöpfung angehören, da er ihnen Kunde von oben bringe und ihnen von der Welt berichte, die jenseits ihrer Wahrnehmung liegt. Tatsache ist, dass die Menschheit nicht zu würdigen vermag, dass Gott einen solchen Mann so ehrte, indem Er ihm die Fähigkeit verlieh, noch auf Erden in unmittelbarem Kontakt mit der Höchsten Gemeinschaft zu stehen. Ein Mann wie andere, der sein Leben auf normale Weise führt: er isst, trinkt, schläft, heiratet, geht auf den Straßen und Märkten umher und erlebt all die Wünsche und Gefühle, die jedem anderen auch widerfahren.
“You are only a human being like us.” (Verse 154) Whenever a messenger of God addressed them, people were always troubled by this point. They always had a flawed concept of what a messenger should be like. They could not understand God’s wisdom of choosing ordinary people as His messengers, nor could they appreciate the honour God grants to mankind by choosing His messengers from among themselves, making them the leaders that receive light and guidance from Him. They felt that a messenger of God should be of a different type of creation, since he brings them information from on high, and tells them of the realm that lies beyond their perception. The fact is that humanity is incapable of appreciating that God so honoured such a man, giving him the ability to be in direct contact with the Supreme Society while still on earth. A man like others, going about his life in a normal way: eating, drinking, sleeping, marrying, walking about the streets and market places, and experiencing all the desires and feelings that occur to everyone else.
Über alle Generationen hinweg verlangten die Menschen von jedem Gesandten ein Wunder, um zu beweisen, dass er tatsächlich von Gott gesandt worden war: „Bringe uns ein Zeichen, wenn du ein Mann der Wahrheit bist.“ (Vers 154)
Across all generations people demanded from each messenger a miracle to prove that he was truly sent by God: “Bring us a sign if you are a man of truth.” (Verse 154)
So verlangten die Thamūd ein Wunder, und Gott antwortete Seinem Diener Ṣāliḥ, indem Er ihm ein Zeichen in Gestalt einer Kamelin gab. Wir werden nicht versuchen, ihre äußere Erscheinung zu beschreiben, wie es einige Kommentatoren des Qur’ān getan haben, da wir keine authentische und verlässliche Quelle besitzen, die eine solche Beschreibung liefert. Stattdessen werden wir nur sagen, dass sie ein Wunder war, so wie es die Thamūd erbeten hatten: „Er sprach: Hier ist eine Kamelin; sie soll ihren Trinkanteil haben, und ihr sollt euren Trinkanteil haben, jeweils an einem bestimmten Tag.“
Thus, the Thamūd demanded a miracle and God responded to His servant, Şāliĥ, giving him a sign in the form of a she-camel. We will not try to give details of its physical appearance, as have some commentators on the Qur’ān, because we have no authentic reliable source giving such a description. Instead, we will only say that she was a miracle, just as the Thamūd had asked for: “He said: Here is a she-camel: she shall have her drinking share, and you shall have your drinking share, each on an appointed day.
„Tut ihr ihr nichts zuleide, sonst wird euch die Strafe eines gewaltigen Tages treffen."
Do not harm her, lest suffering befall you on an awesome day.” (Verses 155-156)
So brachte Ṣāliḥ die Kamelstute hervor und stellte die Bedingung, dass das Wasser, zu dem sie ihr Vieh zum Trinken führten, zwischen ihnen aufgeteilt werden solle: Einen Tag sollte es ganz der Kamelstute gehören, und am folgenden Tag durften sie sich daraus nehmen, was sie wollten.
Thus, Şāliĥ produced the she-camel making it a condition that the water where they took their cattle to drink should be divided between them, leaving it all for the she-camel one day and taking whatever they wanted from it on the following day.
Sie verletzten nicht ihr Recht an ihrem Tag, und sie näherte sich ihnen nicht an ihrem Tag. So waren ihre Tage und ihr Trinken getrennt von den ihren. Er warnte sie davor, ihr irgendein Leid zuzufügen, denn das würde gewiss eine schwere Strafe über sie bringen.
They would not trespass her rights on her day, and she would not come near them on their day. Thus, her days and her drinking were separate from theirs. He warned them against doing her any harm, for that would ensure that a mighty suffering would befall them.
Was bewirkte dieses wundersame Zeichen bei den hartnäckigen und hochmütigen Thamūd? Es bewegte ihre verhärteten Herzen zu keiner Annahme des wahren Glaubens. Es brachte auch kein Licht in ihre Seelen, die in Finsternis lebten. Die Herausforderung, die das Kamel darstellte, lag vor ihnen, doch sie kümmerten sich nicht darum. Sie hielten nicht einmal ihre Versprechen ein: „Aber sie schlachteten sie grausam; dann wurden sie reuig." (Vers 157) Diejenigen, die sie tatsächlich schlachteten, waren jene, die Unheil im Land verbreitet hatten.
What did this miraculous sign do to the stubborn and arrogant Thamūd? It did nothing to inspire their hardened hearts to accept the true faith. Nor did it give light to their souls living in darkness. The challenge the camel represented was there for them to meet, but they did not care. Nor did they even fulfil their pledges: “But they cruelly slew her; then they became regretful.” (Verse 157) The ones who actually slew her were those who had spread corruption in the land.
Ṣāliḥ hatte ihnen deutliche Warnungen erteilt und sie mit großem Ernst überbracht, doch sie fürchteten sich vor nichts. Daher trugen sie alle gemeinsam die Schuld, und ebenso traf sie alle gemeinsam die Strafe.
Şāliĥ had given them clear warnings, delivering these very seriously, but they feared nothing. Hence, the offence was shared by them all, as also the punishment.
Sie bereuten ihr Verbrechen, doch diese Reue kam zu spät. Daher heißt es: „Da erfasste sie die Strafe.“ (Vers 158) Über die Art der Strafe werden keine Einzelheiten genannt, um den Eindruck von der Schnelligkeit des Geschehens zu vermitteln.
They regretted their crime, but such regret was too late. Hence, “So the suffering befell them.” (Verse 158) No details are given of the punishment in order to give an impression of the speed of events.
Dann schließt die Sure diesen Abschnitt mit ihrem üblichen Kommentar: „Gewiss, darin liegt ein deutliches Zeichen; doch die meisten von ihnen werden nicht glauben. Und gewiss, dein Herr ist der Allmächtige, der Barmherzige.“ (Verse 158-159)
Then the sūrah concludes this passage with its usual comment: “Indeed, there is in this a sure sign; yet most of them will not believe. And indeed it is your Lord who is the Mighty One, the Merciful.” (Verses 158-159)