Al-Nisa (Unfailing Kindness) 58 - 70
Al-Nisa ( Unfailing Kindness ) 58 - 70
Gott gebietet euch, das, was euch anvertraut wurde, seinen rechtmäßigen Eigentümern zurückzugeben, und wenn ihr zwischen Menschen richtet, mit Gerechtigkeit zu richten. Am trefflichsten ist das, wozu Gott euch ermahnt. Gott hört alles und sieht alles. (58)
God commands you to deliver whatever you have been entrusted with to their rightful owners, and whenever you judge between people, to judge with justice. Most excellent is what God exhorts you to do. God hears all and sees all. (58)
Gläubige, gehorcht Gott und gehorcht dem Gesandten ﷺ und denen unter euch, die mit Autorität betraut sind. Wenn ihr in irgendeiner Angelegenheit uneins seid, so bringt sie vor Gott und den Gesandten ﷺ, wenn ihr wahrhaftig an Gott und den Jüngsten Tag glaubt. Das ist das Beste [für euch] und am geeignetsten zur endgültigen Entscheidung. (59)
Believers, obey God and obey the Messenger and those from among you who have been entrusted with authority. If you are in dispute over anything, refer it to God and the Messenger, if you truly believe in God and the Last Day. This is the best [for you], and most suitable for final determination. (59)
Hast du nicht auf jene geschaut, die behaupten, an das zu glauben, was auf dich herabgesandt wurde, und an das, was vor dir herabgesandt wurde? Sie wollen ihr Recht bei den Götzen suchen, obwohl ihnen befohlen wurde, sie zu verleugnen. Doch Satan will sie weit in die Irre führen. (60)
Are you not aware of those who claim that they believe in what has been bestowed from on high upon you, as well as in what was bestowed from on high before you? They seek the judgement of false gods, although they are bidden to deny them. But Satan wants to lead them far astray. (60)
Und wenn ihnen gesagt wird: „Kommt zu dem, was Gott herabgesandt hat, und zu dem Gesandten", siehst du die Heuchler sich mit Abneigung von dir abwenden. (61)
When it is said to them, “Come to that which God has bestowed from on high, and to the Messenger,” you see the hypocrites turn away from you with aversion. (61)
Aber wie wird es sein, wenn sie [am Tag des Gerichts] von einem Unheil getroffen werden, weil ihre Hände in dieser Welt getan haben?
But how will it be when calamity befalls them [on the Day of Judgement] because of what their hands have done in this world?
Sie würden dann zu dir kommen und bei Gott schwören: „Unsere Absicht war nichts als Gutes zu tun und Eintracht zu stiften.“ (62)
They would then come to you, swearing by God, “Our aim was but to do good, and to bring about harmony.” (62)
Gott weiß wohl, was in ihren Herzen ist. So wende dich von ihnen ab, ermahne sie und sprich zu ihnen ein Wort, das bis in ihre Seelen dringt. (63)
As for them — God knows all that is in their hearts. So leave them alone, and admonish them, and speak to them a word to reach their very souls. (63)
Wir haben jeden Gesandten nur deshalb gesandt, damit ihm mit Gottes Erlaubnis gehorcht wird. Wenn sie, nachdem sie sich selbst Unrecht getan haben, zu dir kämen und Gott um Vergebung bäten und der Gesandte für sie um Vergebung bäte, würden sie gewiss finden, dass Gott der Reuevergebende, der Barmherzige ist. (64)
We have sent every messenger so that he should be obeyed by God’s leave. If, when they have wronged themselves, they would but come to you and pray to God to forgive them, and the Messenger prayed for their forgiveness, they would surely find that God is the One who accepts repentance, Merciful. (64)
Nein, bei deinem Herrn! Sie werden nicht wirklich glauben, bis sie dich in allen Streitigkeiten zwischen ihnen zum Richter machen, und dann in ihren Herzen keinen Widerstand gegen deine Entscheidungen finden und sich in vollständiger Ergebenheit hingeben. (65)
But no, by your Lord! They do not really believe unless they make you judge in all disputes between them, and then find in their hearts no bar to an acceptance of your decisions and give themselves up in total submission. (65)
Hätten Wir ihnen aber befohlen: „Gebt euer Leben hin“, oder: „Verlasst eure Heimat“, so hätten es nur sehr wenige von ihnen getan. Hätten sie aber das getan, wozu sie ermahnt werden, so wäre es gewiss das Beste für sie und würde sie im Glauben erheblich stärken. (66)
Yet if We were to order them, “Lay down your lives,” or, “Forsake your homelands,” only a very few of them would do it; but if they would do what they are admonished to do, it would indeed be for their own good and apt to strengthen them greatly [in faith]. (66)
Und Wir würden ihnen fürwahr aus Unserer Gnade einen gewaltigen Lohn gewähren, (67)
And We should indeed grant them, out of Our grace, a mighty reward, (67)
und gewiss leitet Er sie auf einen geraden Weg. (68)
and indeed guide them along a straight path. (68)
Alle, die Gott und dem Gesandten gehorchen, werden zu denen gehören, denen Gott Seine Gnade erwiesen hat: den Propheten, den Wahrhaftigen, den Märtyrern und den Rechtschaffenen. Und wie trefflich sind diese Gefährten! (69)
All who obey God and the Messenger shall be among those upon whom God has bestowed His blessings: the prophets, and those who never deviate from the truth, and the martyrs and the righteous ones. How goodly a company are these! (69)
So ist Gottes Huld, und es genügt, dass Gott alles weiß. (70)
Such is God’s bounty, and sufficient it is that God knows all. (70)
Überblick
Overview
Dieser Abschnitt behandelt ein sehr ernstes Thema im Leben der muslimischen Gemeinschaft. Er spricht über die Bedingungen, die erfüllt sein müssen, damit der Glaube besteht, und über die Grenzen, die einzuhalten sind, d. h. über das System, das für die muslimische Gemeinschaft zur Umsetzung festgelegt wurde.
This passage tackles a very serious issue in the life of the Muslim community. It speaks about the conditions that must obtain for faith to exist and the boundaries that must be observed, i.e. the system laid down for the Muslim community to implement.
Es ist wichtig zu erkennen, dass der Qur’ān die muslimische Gemeinschaft tatsächlich ins Dasein ruft und sie zu ihrem richtigen Wachstum führt: „Ihr seid die beste Gemeinschaft, die je für die Menschheit hervorgebracht wurde.“ (3:110) In der Tat war das, was der Qur’ān mit der ersten muslimischen Gemeinschaft bewirkte, die Wiedergeburt des Menschen. Dies war kein bloßer Schritt auf dem Weg, eine Entwicklungsstufe oder auch nur ein Fortschritt. Es war vielmehr eine endgültige Wiedergeburt der Araber und der Menschheit im Allgemeinen.
It is important to realise that the Qur’ān actually brings the Muslim community into existence and nurtures it to ensure its proper growth: “You are the best community that has ever been raised for mankind.” (3:110) Indeed, what the Qur’ān achieved with the first Muslim community was man’s re-birth. This was no mere step along the way, a stage in development, or even a leap forward. It was rather a definitive re- birth of the Arabs, and of mankind generally.
Um dies zu würdigen, müssen wir zunächst die vorislamische arabische Dichtung und andere Aspekte des literarischen Erbes der Araber betrachten, die ihre Lebensauffassung, ihr Verständnis von Dasein, Universum, Mensch, Moral und Verhalten sowie die wesentlichen Merkmale ihres gesellschaftlichen Lebens, ihre Gefühle, Vorstellungen und ihre Kultur darstellen. Kurz gesagt: alles, was die arabische Persönlichkeit widerspiegelt. Anschließend sollten wir all dies im Licht des Qur'ān betrachten und ebenso die Wirklichkeit der arabischen Gesellschaft sowohl vor als auch nach dem Islam berücksichtigen. Dies wird auf die anschaulichste und klarste Weise bestätigen, dass der Qur'ān eine neue Gemeinschaft begründete. Es ist Gott, der diese Gemeinschaft, um den Qur'ānischen Begriff zu gebrauchen, „erhoben“ hat. Das war an sich ein einzigartiger Fall. Soweit uns bekannt ist, war es das einzige Mal in der Geschichte, dass eine vollständige Gemeinschaft mit deutlich unterscheidbaren Merkmalen allein durch die Seiten eines Buches entstand.
To appreciate this we need first to look at pre-Islamic Arabic poetry, and other aspects of the Arabs’ literary heritage, which delineate their outlook on life, existence, the universe, man, morality and behaviour, as well as the main features of their social life, their feelings, concepts and culture. In short, all that reflects the Arab personality. We should then look at all this in the light of the Qur’ān, as also consider the realities of Arab society both before and after Islam. This will confirm, in the most vivid and clear way, that the Qur’ān initiated a new community. It is God who, to use the Qur’ānic term, “raised” this community. That, in itself, was a unique case. To our knowledge, it was the only time in history that a complete community, with clearly distinctive characteristics, came into existence through the pages of a book.
Vertrauen und Gerechtigkeit
Trust And Justice
Gott gebietet euch, das, was euch anvertraut wurde, seinen rechtmäßigen Eigentümern zurückzugeben, und wenn ihr zwischen Menschen richtet, mit Gerechtigkeit zu richten. Am trefflichsten ist das, wozu Gott euch ermahnt. Gott ist Hörend und Sehend. (Vers 58)
God commands you to deliver whatever you have been entrusted with to their rightful owners, and whenever you judge between people, to judge with justice. Most excellent is what God exhorts you to do. God hears all and sees all. (Verse 58)
Dies sind die wichtigsten Pflichten der muslimischen Gemeinschaft, und sie fassen ihren moralischen Kodex zusammen: nämlich die Erfüllung der Treuhand und die Wahrung der Gerechtigkeit. Die grundlegende und wichtigste Treuhand ist jene, die Gott in die menschliche Natur gelegt hat. Dies ist diejenige, die die Himmel, die Erde und die Berge abzulehnen, der Mensch aber auf sich zu nehmen beschloss. Sie besteht darin, die göttliche Rechtleitung willentlich und bewusst anzuerkennen und an Gott zu glauben. Diese Treuhand hat Gott allein dem Menschen in seiner Natur verliehen. Anderen Geschöpfen wurde der Glaube ohne jede Anstrengung ihrerseits gegeben. So erkennen sie ihren Herrn an und verehren Ihn, ohne eine Wahl treffen oder besondere Mühe aufwenden zu müssen. Allein der Mensch hat die Aufgabe erhalten, diese auf der Grundlage seiner leitenden Natur, seines Wissens, seines Verstandes, seines Willens und seiner Anstrengung zu erfüllen. Dabei wird er stets die Hilfe Gottes erhalten: „Und jene, die sich um Unsere Sache bemühen, werden Wir gewiss auf Unsere Wege leiten; denn Gott ist wahrlich mit denen, die Gutes tun.“ (29: 69)
These are the main obligations placed on the Muslim community and these sum up its moral code: namely, fulfilment of trust and maintaining justice. The basic and most important trust is that which God has implanted in human nature. This is the one which the heavens, the earth and the mountains refused to accept, but which man undertook. It is that of willingly and deliberately recognising Divine guidance and believing in God. This is the trust that God has given to human beings alone in their very nature. Other creatures have been given faith without the need for any effort on their part. Thus, they recognise their Lord and worship Him without having to make any choice or exerting any special effort. It is man alone who has been given this task to fulfil on the basis of his guiding nature, knowledge, reasoning, will and effort. He will always receive God’s help in that: “As for those who strive hard in Our cause, We shall most certainly guide them to paths that lead to Us; for, indeed, God is with those who do good.” (29: 69)
Dies ist also das erste Vertrauen, das der Mensch zu erfüllen hat. Aus ihm erwachsen alle anderen Verpflichtungen, die Gott den Menschen zu erfüllen gebietet. Eine davon ist von besonderer Bedeutung: das Zeugnis für den Islam abzulegen. Dieses Zeugnis nimmt zunächst die Form an, dass man sich innerlich mit aller Kraft bemüht, damit das eigene Leben, die eigenen Gefühle, Handlungen und das Verhalten zu einer praktischen Verwirklichung des Glaubens werden. Wenn die Menschen daher das Verhalten, die Werte, die Umgangsformen und die moralischen Maßstäbe eines Gläubigen loben, erkennen sie, dass er nur deshalb ein so hohes Niveau erreichen kann, weil er an den Islam glaubt.
Ein genauer Maßstab für den menschlichen Verstand
An Accurate Standard For The Human Mind
Es ist zwingend erforderlich, dass allen diesen Verstandeskräften ein richtiger Maßstab zur Verfügung steht, auf den sie sich beziehen können, um bei ihrer Bewertung und Beurteilung verschiedener Angelegenheiten zwischen Richtig und Falsch zu unterscheiden. Der menschliche Verstand ist das einzige Werkzeug, das dem Menschen zur Verfügung steht, um die Genauigkeit und Gerechtigkeit seiner Urteile zu bestimmen, denn dieser Maßstab beugt sich nicht, um jemandem zu gefallen oder ihn zu besänftigen. Die Maßstäbe, die Menschen sich selbst schaffen, können nicht auf dieselbe Stufe gestellt werden, da sie fehlerhaft oder mangelhaft sein können, was zu einem Ungleichgewicht führt, das alle Werte beeinträchtigt. Der einzige Weg, ein solches Ungleichgewicht zu vermeiden, besteht darin, sich auf den stets genauen Maßstab zu beziehen, den Gott für das menschliche Leben festgelegt hat, um Ehrlichkeit und Gerechtigkeit zu wahren und alle richtigen Werte und Entscheidungen in allen Bereichen menschlichen Handelns festzulegen: „Ihr Gläubigen, gehorcht Gott und gehorcht dem Gesandten und denen unter euch, die mit Autorität betraut sind. Wenn ihr bei irgendetwas uneins seid, so bringt es vor Gott und den Gesandten, wenn ihr wahrhaftig an Gott und den Jüngsten Tag glaubt.“
It is imperative that a proper standard should be available for all these minds to refer to in order to establish right and wrong in their evaluation and judgement of different issues. The human mind is the one tool available to man in order to determine the accuracy and fairness of his judgements, for this standard does not bend in order to please or appease anyone. The standards people produce for themselves cannot be placed on the same level, because these may be faulty or defective, leading to an imbalance that affects all values. The only way to avoid such imbalance is to refer to the ever-accurate standard God has established for human life in order to maintain honesty and justice, and to establish all proper values and rulings in all spheres of human activity: “Believers, obey God and obey the Messenger and those from among you who have been entrusted with authority. If you are in dispute over anything, refer it to God and the Messenger, if you truly believe in God and the Last Day.
„Das ist das Beste [für euch] und am besten geeignet für die endgültige Entscheidung.“ (Vers 59)
This is the best [for you], and most suitable for final determination.” (Verse 59)
In dieser kurzen Aussage erklärt Gott die Bedingungen für den Gläubigen und die Grenzen des Islam. Zugleich legt Er die grundlegende Regel für die Verfassung der muslimischen Gemeinschaft, die Grundlage allen Urteils und die Quelle aller Autorität dar. All dies beginnt und endet damit, Rechtleitung allein von Gott zu empfangen, und dort, wo keine klare Aussage vorliegt, sich bei jeder Einzelheit, die im menschlichen Leben entstehen mag und über die Menschen uneins sein können, auf Ihn zurückzubeziehen.
Behauptungen, die durch Handeln widerlegt werden
Claims Belied By Action
Nun bezieht sich die Sure auf jene, die behaupten, Gläubige zu sein, aber die zentrale Bedingung des Glaubens bewusst verletzen, indem sie versuchen, ihre Streitigkeiten zur Entscheidung an falsche Götter zu verweisen, obwohl ihnen geboten wurde, solche falschen Götter zu verwerfen. Die Sure verwundert sich über ihre Haltung und warnt sie vor den Versuchen des Satans, sie weit in die Irre zu führen. Sie beschreibt ihre Reaktion, wenn sie ihre Abneigung zeigen, aufgefordert zu werden, dem zu folgen, was Gott offenbart hat, und seinem Gesandten zu folgen. Die Sure betrachtet dies als Heuchelei und verurteilt ihre Berufung auf falsche Götter als Verwerfung des Glaubens. Wenn ihre bösen Pläne im Elend enden, versuchen sie, sich zu rechtfertigen, doch ihre Rechtfertigung erweist sich als hohl und falsch. Dennoch weist Gott seinen Gesandten (Friede sei mit ihm) an, ihnen guten Rat zu geben und sie zu ermahnen. Der Abschnitt schließt mit einer klaren Darlegung des Zwecks, zu dem Gott Gesandte entsendet, woraus hervorgeht, dass ihnen gehorcht werden muss.
Now the sūrah refers to those who claim to be believers but who deliberately violate the central condition of faith, trying to refer their disputes to false gods for arbitration, when they have been commanded to reject such false gods. The sūrah wonders at their attitude and warns them against Satan’s attempts to lead them far astray. It describes their reaction when they show their aversion to being called upon to adhere to what God has revealed and to follow His Messenger. The sūrah considers this an act of hypocrisy, and denounces their reference to false gods as a rejection of faith. When their wicked plans end up in misery they try to justify themselves, but their justification is shown to be hollow and false. Nevertheless, God directs His Messenger (peace be upon him) to give them good counsel and to admonish them. The paragraph concludes with a clear statement of God’s purpose in sending Messengers, which shows that they must be obeyed.
Weißt du nicht von denen, die behaupten, an das zu glauben, was auf dich herabgesandt wurde, sowie an das, was vor dir herabgesandt wurde?
Are you not aware of those who claim that they believe in what has been bestowed from on high upon you, as well as in what was bestowed from on high before you?
Sie suchen das Urteil falscher Götter, obwohl sie angewiesen worden sind, sie zu verleugnen. Doch Satan will sie weit in die Irre führen. Wenn man zu ihnen sagt: „Kommt zu dem, was Gott von oben herabgesandt hat, und zum Gesandten“, siehst du die Heuchler sich mit Abscheu von dir abwenden. Doch wie wird es sein, wenn sie ein Unheil trifft [am Tag des Gerichts], wegen dessen, was ihre Hände in dieser Welt getan haben? Dann kämen sie zu dir und schwüren bei Gott: „Unser Ziel war nur, Gutes zu tun und Eintracht zu stiften.“ Was sie betrifft: Gott weiß, was in ihren Herzen ist. So wende dich von ihnen ab, ermahne sie und sprich zu ihnen ein Wort, das ihre Seelen erreicht. Wir haben jeden Gesandten nur geschickt, damit er mit der Erlaubnis Gottes gehorcht werde. Wenn sie, nachdem sie sich selbst Unrecht getan haben, zu dir kämen und Gott um Vergebung bäten und der Gesandte ﷺ für ihre Vergebung bete, würden sie gewiss finden, dass Gott der Reue Annehmende, Barmherzige ist. Doch nein, bei deinem Herrn! Sie glauben nicht wirklich, bis sie dich in allen Streitigkeiten zwischen ihnen zum Richter machen und dann in ihren Herzen keinen Widerstand gegen deine Entscheidungen finden und sich in völliger Unterwerfung ergeben.
Propheten müssen gehorcht werden
Prophets Must Be Obeyed
Eine grundlegende Tatsache muss hier festgehalten werden: Gott hat Seine Gesandten gesandt, damit ihnen gehorcht wird, mit Seiner Erlaubnis. Man darf ihnen nicht ungehorsam sein. Ihre Aufgabe beschränkt sich nicht darauf, bloße Wegweiser und Prediger zu sein: „Wir haben jeden Gesandten nur gesandt, damit ihm mit der Erlaubnis Gottes gehorcht werde. Und wenn sie, nachdem sie sich selbst Unrecht getan haben, zu dir kämen und Gott um Vergebung bäten und der Gesandte für sie um Vergebung bitten würde, so würden sie gewiss finden, dass Gott der Reuevergebende, der Barmherzige ist.“ (Vers 64) Dies ist eine sehr wichtige Tatsache. Der Gesandte Gottes ﷺ ist nicht bloß ein Tagesprediger, der schöne Worte spricht, denen niemand Beachtung schenken muss, wie es jene behaupten, die versuchen, die Rolle des Glaubens und der Propheten zu verzerren.
A basic fact needs to be asserted here. God has sent His Messengers in order that they should be obeyed, by His leave. They may not be disobeyed. Their role is not merely that of guides and preachers: “We have sent every messenger so that he should be obeyed by God’s leave. If when they have wronged themselves, they would but come to you and pray to God to forgive them, and the Messenger prayed for their forgiveness, they would surely find that God is the One who accepts repentance, Merciful.” (Verse 64) This is a very important fact. God’s Messenger is not merely a day preacher who speaks fine words to which no one need pay any heed, as claimed by those who try to distort the role of faith and prophets.
Die Religion ist ein Regelwerk für das praktische Leben, mit all seinen Systemen, Situationen, Werten, Moral und Gottesdienst. Dazu ist erforderlich, dass die Botschaft Gottes eine angemessene Durchsetzungsautorität besitzt und Gehorsam verlangt. Tatsächlich hat Gott Seine Gesandten geschickt, damit ihnen gehorcht wird, mit Seiner Erlaubnis und innerhalb Seines Gesetzes, damit die göttliche Lebensweise richtig umgesetzt wird. Daher ist der Gehorsam gegenüber dem Gesandten Gottes ﷺ Teil des Gehorsams gegenüber Gott. Gewiss hat Er keinen Gesandten geschickt, damit dieser nur eine moralische Wirkung auf die Menschen hat und sie zu Gottesdienstritualen bewegt. Das wäre ein falsches Verständnis von Religion, das nicht zum Zweck passt, zu dem Gott Seine Gesandten entsendet. Sein Zweck bei dieser Entsendung ist es, eine angemessene Ordnung im praktischen Leben zu errichten. Eine Welt, in der ein Gesandter ﷺ nur zu den Menschen sprechen muss, sie ermahnt, ihre Wege zu bessern, und sie dann verlässt, damit sie seine Ermahnung hinter ihrem Rücken werfen, ist weit davon entfernt, achtenswert zu sein.
Religion is a code for practical life, with all its systems, situations, values, morality, and worship. This requires that God’s message should enjoy proper enforcement authority, commanding obedience. In fact, God has sent His messengers so that they be obeyed, by His leave and within His law, so that the Divine way of life is properly implemented. Thus, obedience of God’s messenger is part of obeying God. He certainly has not sent a messenger so that he has only a moral effect on people and gets them to offer worship rituals. That would be an erroneous understanding of religion, which does not fit with the purpose of God sending His messengers. His purpose in so sending them is to establish a proper code in practical life. A world where a messenger has only to speak to people, urging them to mend their ways, and who then leaves them to throw his admonition behind their backs, is far from respectable.
Ein Gesetz leicht gemacht
A Law Made Easy
Außerdem bestätigt die Sure, dass das Gesetz, das die lebenden Menschen befolgen sollen, leicht anzuwenden ist, und dass das Recht, nach dem sie in ihren Streitigkeiten urteilen, barmherzig ist und Urteile voller Gnade fällt. Es erlegt ihnen nichts auf, das zu schwer wäre oder große Opfer verlangt. Gott kennt die Schwäche des Menschen, und Er wendet sich ihm mit Barmherzigkeit zu. Er weiß, dass, wenn die Menschen sehr schwere Pflichten hätten, nur wenige diese Pflichten erfüllen würden. Er möchte sie nicht überlasten oder dass sie in Sünde fallen. Daher hat Er ihnen nichts auferlegt, das zu hart ist oder das bewirkt, dass viele von ihnen es versäumen, Ihm zu gehorchen. Wenn die Menschen also auf die Ermahnung Gottes antworten und die leichten Aufgaben erfüllen, die ihnen auferlegt sind, empfangen sie große Vorteile, sowohl im Leben dieser Welt als auch im Jenseits. Gott wird ihnen sicherlich helfen, indem Er ihre Rechtleitung erleichtert, so wie Er jedem hilft, der sich nach Kräften bemüht, Seiner Rechtleitung zu folgen: {Und wenn Wir ihnen befohlen hätten: „Opfert euer Leben” oder „Verlasst eure Heimat”, hätten es nur sehr wenige von ihnen getan. Doch wenn sie das täten, wozu sie ermahnt werden, wäre es gewiss zu ihrem Besten und würde sie im Glauben sehr stärken. Und Wir würden ihnen aus Unserer Gnade einen gewaltigen Lohn geben und sie gewiss auf einen geraden Weg leiten.} (Verse 66-68)
Next, the sūrah confirms that the code of living people are called upon to implement is easy to apply and that the law to judge in their disputes is compassionate, returning verdicts full of mercy. It does not impose on them anything that is too hard or requiring great sacrifices. God knows how weak man is, and He turns to him with mercy. He knows that if people have very tough duties, only a few will fulfil such duties. He does not wish to overburden them, or that they should fall into sin. Hence, He has not imposed on them what is too hard or what causes many of them to fall short of obeying Him. Thus, when people respond to God’s admonition and fulfil the easy tasks imposed on them, they receive great benefits both in the life of this world and in the life to come. God is certain to help them by facilitating their guidance, as He helps everyone who tries his best to follow His guidance: “Yet if We were to order them, Lay down your lives,’ or, ‘Forsake your homelands,’ only a very few of them would do it; but if they would do what they are admonished to do, it would indeed be for their own good and apt to strengthen them greatly [in faith]. And We should indeed grant them, out of Our grace, a mighty reward, and indeed guide them along a straight path.” (Verses 66-68)
Diese Religion des Islam ist für jeden leicht zu befolgen, der eine unverdorbene Natur besitzt. Sie erfordert keine überlegene Willenskraft, die nur wenigen zur Verfügung steht. Die islamische Botschaft ist nicht für eine solche Minderheit bestimmt; sie ist ein Glaube für die gesamte Menschheit. Die Menschen unterscheiden sich in ihren Fähigkeiten, ihren Pflichten nachzukommen. Die Religion des Islam stellt sicher, dass sie alle in der Lage sind, ihren Pflichten nachzukommen und sich von dem zu enthalten, was verboten ist.
Die Belohnung des Gehorsams
The Reward Of Obedience
Am Ende dieser Passage versucht die Sūrah erneut, die Gefühle der Menschen anzusprechen, indem sie ihnen die Aussicht auf die edelste Gemeinschaft im Jenseits vor Augen stellt:
At the end of this passage, the sūrah once again tries to arouse people’s feelings, raising before them the prospect of the most noble companionship in the life to come:
„Alle, die Gott und dem Gesandten gehorchen, werden zu denen gehören, denen Gott Seine Gnade erwiesen hat: den Propheten, den Wahrhaftigen, den Märtyrern und den Rechtschaffenen. Wie trefflich sind diese als Gefährten!“ „Dies ist die Huld Gottes, und Gott genügt als Wissender.“ (Verse 69-70) Es ist eine Aussicht, die jedes Herz locken muss, auch wenn es nur einen Hauch von Güte in sich trägt und nur die schwächste Hoffnung hegt, im Jenseits eine gute Stellung zu erlangen, mit edlen Gefährten und in den endlosen Gunstbeweisen Gottes. Zu einer solchen Gemeinschaft zu gehören, kann nur durch die Gnade Gottes geschehen. Kein Mensch, so fromm er auch sein mag, kann hoffen, allein durch seine Frömmigkeit einen solchen Rang zu erreichen. Er erlangt ihn nur durch die überreiche Gnade Gottes.
“All who obey God and the Messenger shall be among those upon whom God has bestowed His blessings: the prophets, and those who never deviate from the truth, and the martyrs and the righteous ones. How goodly a company are these! Such is God’s bounty, and sufficient it is that God knows all.” (Verses 69-70) It is a prospect to tempt every heart, even with the slightest degree of goodness and the faintest hope of attaining a good position in the life to come, with noble companions, enjoying God’s endless favours. To be in the company of such a group can only come about by God’s grace. No human being, devout as he or she may be, can ever hope to attain such a grade merely by their devotion. They attain it only through God’s abounding grace.
Es ist hier angebracht, darüber nachzudenken, wie sich die Gefährten des Propheten ﷺ auch im Jenseits nach seiner Gesellschaft sehnten. Manche von ihnen konnten sich nicht einmal vorstellen, sich von ihm zu trennen, solange er noch unter ihnen lebte. Als dieser Vers offenbart wurde, erfüllte sich ihr Herz mit Hoffnung.
It is fitting here that we should reflect on how the Prophet’s Companions yearned for his company in the life to come as well. Some of them could not even contemplate parting with him, when he was still alive among them. When this verse was revealed, their hearts were filled with hope.
Al-Ṭabarī überliefert auf die Autorität von Saʿīd ibn Jubayr, dass ein Mann von den Anṣār niedergeschlagen wirkte, als er zum Propheten kam. Der Prophet fragte ihn nach dem Grund seiner Traurigkeit. Er sagte: „Es ist etwas, worüber ich nachgedacht habe.“ Als der Prophet ﷺ ihn danach fragte, sagte der Mann: „Wir kommen morgens und abends zu dir, sehen dich und sitzen bei dir. Morgen aber wirst du erhoben werden, um im Paradies in der Gesellschaft der anderen Propheten zu sein, und wir werden dich nicht erreichen können.“ Der Prophet ﷺ gab ihm keine Antwort. Dann wurde dieser Vers offenbart, der besagt: {Wer Gott und dem Gesandten gehorcht, der gehört zu denen, denen Gott Seine Gnade erwiesen hat: den Propheten ...} Der Prophet ﷺ schickte jemanden zu dem Mann, um ihm diese frohe Botschaft zu überbringen.