Über dieses Ereignis und seine Folgen nachzudenken, geht nicht über unser Vorhaben hinaus, zu betrachten, wie der Koran Ereignisse nutzt, um die muslimische Gemeinschaft zu formen und ihre Haltungen sowohl durch die Lehren und Kommentare des Propheten ﷺ als auch durch die Anweisungen des Korans zu verfeinern.
To reflect a little on this event and its consequences does not go beyond our purpose of looking at how the Qur’an uses events to cultivate the Muslim community and refine its attitudes through both the Prophet and Quranic instructions and commentaries.
Als Erstes ist die Tat selbst zu betrachten, die Hatib begangen hat, ein früher Muslim, der zur Elite der Muhajirin gehörte und zu den wenigen zählte, die vom Propheten ﷺ über das Ziel des geplanten Feldzugs informiert wurden. Das Ereignis zeigt uns, wie die menschliche Seele Momente der Schwäche erleben kann, so stark sie auch in ihrem Glauben sein mag. Nur Gott kann uns vor solchen Momenten bewahren.
The first thing to look at is the deed itself done by Hatib, an early Muslim who belonged to the elite of the Muhajirin and one of the few who were informed by the Prophet of the objective behind his intended campaign. The event shows us how the human soul may experience moments of weakness, no matter how strong it may be in its faith. Only God can protect us from such moments.
Dann sehen wir durch all das die großartige Haltung des Propheten, der abwartet, bis die Fakten feststehen, bevor er zu einem Urteil kommt. Geduldig befragte er Hatib nach seinen Beweggründen. Wir sehen das Mitgefühl für seinen Gefährten in dessen Augenblick der Schwäche, denn er erkannte, dass dieser die Wahrheit gesagt hatte. Daher hielt er seine Gefährten davon ab, ihn zu tadeln, und sagte zu ihnen: „Was er euch gesagt hat, ist gewiss die Wahrheit. Deshalb sagt über ihn nichts als Gutes.“ So half er ihm, sich wieder aufzurichten, nachdem er gestrauchelt war. Er duldete nicht, dass jemand ihn verspottete. Demgegenüber sehen wir Umars Ernst in einer solchen Angelegenheit, als er zum Propheten ﷺ sagte: „Er hat Gott, Seinen Gesandten und die Gläubigen verraten. Erlaube mir, diesem Heuchler den Kopf abzuschlagen.“ Umar betrachtete die Tat selbst, und seine Reaktion spiegelt seine kompromisslose Haltung wider. Der Prophet ﷺ hingegen betrachtete sie aus einer umfassenderen Perspektive, mit seinem tiefgehenden Verständnis der menschlichen Natur. Sein Mitgefühl war das eines fürsorglichen Erziehers, mit tiefem und umfassendem Wissen, der alle Umstände in den Blick nimmt.
Then we see the Prophet’s great attitude through it all, waiting to establish the facts before coming to any conclusion. He patiently questioned Hatib about his motives. We see the sympathy for his Companion in his moment of weakness, realizing that he told the truth. Therefore, he stopped his Companions from having a go at him, telling them: “What he has told you is certainly the truth. Therefore, say nothing but good about him.” Thus he helped him to rise after he had slipped. He did not allow anyone to taunt him. By contrast, we see 'Umars seriousness in such a matter as he said to the Prophet: “He has betrayed God, His Messenger and the believers. Allow me to behead this hypocrite.” 'Umar looked at the deed itself and his reaction reflects his uncompromising attitude. The Prophet, on the other hand, looked at it from a broader perspective, with his thorough understanding of human nature. His sympathy was that of a caring educator, with profound and comprehensive knowledge, looking at all circumstances.
Wir sollten auch einen Moment über Hatibs eigene Worte nachdenken, mit denen er seine vorübergehende Schwäche erklärt, obwohl sein Verständnis von Gottes Willen und den Faktoren, die in weltlichen Angelegenheiten mitwirken, durchaus richtig war. Er sagte zum Propheten ﷺ: „Ich dachte nur daran, den Quraisch einen Gefallen zu tun, durch den Gott meine Kinder und meine Familie beschützen würde ...“ Somit wusste er, dass es Gott ist, der beschützt, und nicht der Gefallen, den er den Quraisch erweisen wollte. Dies wird im weiteren Verlauf seiner Erklärung bestätigt: „Alle deine Gefährten, die Familie oder Besitz in Mekka haben, haben dort Verwandte und Sippen, durch die Gott ihnen Schutz gewährt.“ Wir sehen, wie er daran festhielt, dass es Gott ist, der beschützt, und nicht Verwandte oder Sippen. Sie sind lediglich die Werkzeuge, durch die der Zweck Gottes erfüllt werden kann.
We also need to reflect a little on Hatibs own words explaining his momentary weakness, even though his concept of Gods will and the factors at play in worldly matters was perfectly sound. He said to the Prophet: “I only thought of doing the Quraysh a favour by which God would protect my children and family...” Thus, he knew that it is God who protects, not the favour he wanted to do the Quraysh. This is confirmed in the remainder of his explanation: “All your Companions who have families or property in Makkah have relatives and clans there to whom God provides protection.” We see how he maintained that it is God who protects, not relatives or clans. They are merely the tools by which Gods purpose may be done.
Vielleicht hat die Reaktion des Propheten ﷺ diesen richtigen Gedanken berücksichtigt.
Perhaps the Prophet’s reaction took this right concept into account.
Vielleicht erkannte er, dass Hatib die Wahrheit sprach. Daher verlangte das, was er zu seinen Gefährten sagte, von ihnen lediglich, gute Worte über Hatib zu sprechen.
Perhaps he realized that Hatib was telling the truth. Hence, what he said to his Companions required them only to say good words to Hatib.
Ein weiterer Gedanke betrachtet den Willen Gottes, während sich dieses Ereignis entfaltet.
Another point of reflection looks at God’s will as this event unfolds.
Hatib gehörte zu den wenigen Menschen, die vom Propheten ﷺ das wahre Ziel hinter diesem Feldzug kannten, doch hier sehen wir, wie ein Augenblick der Schwäche einen dieser Auserwählten erfasste. Dann fügte es Gottes Wille, dass dieser Augenblick der Schwäche für die Muslime ohne nachteilige Folgen blieb. Es ist, als sei der ganze Zweck gewesen, diese Schwäche aufzudecken und zu heilen. Keiner der anderen Gefährten des Propheten ﷺ, die nicht über das geheime Ziel des Propheten ﷺ informiert worden waren, versuchte, diesen Moment auszunutzen, indem sie ihre eigenen Ansprüche erhoben, vertrauenswürdiger zu sein. Dies spiegelte die Haltung der Muslime gegenüber ihrer Führung wider, ihre eigene Demut sowie ihren Wunsch, die Lehre aus dem zu ziehen, was ihrem Bruder widerfahren war.
Hatib was one of the few people who knew from the Prophet the true goal behind this campaign, yet here we see a moment of weakness affect one of these select few. Then, God’s will ensured that this moment of weakness had no adverse consequences for the Muslims. It is as if the whole purpose was to unravel this weakness and treat it. None of the Prophet s other Companions who had not been informed of the Prophet’s secret objective tried to exploit this moment, pressing their own claims of being more worthy of trust. This reflected the Muslims’ attitude towards their leadership, and their own humility, as well as their desire to learn the lesson of what had happened to their brother.
Das Ereignis selbst wird in bestätigten und authentischen Ahadith überliefert. Dass es der unmittelbare Anlass für die Offenbarung dieser Verse war, wird in einer der von al-Bukhari überlieferten Fassungen erwähnt. Wir schließen nicht aus, dass dieser Bericht zutreffend ist. Die Bedeutung der Koranverse reicht jedoch weit über diesen einzelnen Fall hinaus. Diese Verse behandeln eine seelische Lage, die jeden Menschen treffen kann. Sie folgen dabei der koranischen Methode, ein bestimmtes Ereignis zu nutzen, um bestimmte Weisungen und Anordnungen eindringlich zu verdeutlichen.
The event itself is related in confirmed and authentic ahadith. As for its being the direct cause of the revelation of these verses, this is mentioned in one of the versions related by al-Bukhari. We do not exclude the possibility that this report is accurate. However, the significance of the Qur’anic texts goes much further than this individual case. These Quranic verses deal with a psychological situation that could affect anyone. They follow the Qur’anic method of using a particular event to press home certain instructions and directives.
Der Koran befasst sich hier mit der Frage der engen Verwandtschaft, der beschränkten Zugehörigkeiten sowie dem Festhalten an dem, was vertraut ist und was eine Generation von der anderen erbt. Er will den Gläubigen neue Bindungen, Werte und Maßstäbe vermitteln, ebenso eine neue Sicht auf das Universum, das Leben, den Menschen, ihre Rolle als Gläubige und den Zweck der menschlichen Existenz. Im Grunde brachte er diese neuen Pflanzen, die Gläubigen, unter Gottes Obhut zusammen, damit Er sie über ihr Dasein und ihre Rolle belehren und aufklären konnte. Er wollte ihre Augen für die Feindseligkeiten um sie herum öffnen und für die Ränke ihrer Feinde. Gott wollte, dass sie spüren, dass sie zu Ihm gehören, dass sie Seine Partei bilden und dass Er von ihnen möchte, dass sie etwas verwirklichen, was Er will. Sie sollten als die Seinen gekennzeichnet sein, unter allen Gemeinschaften als die Seinen bekannt, sowohl in diesem Leben als auch im Jenseits. Mögen sie sich daher Seiner Sache widmen und keine anderen Bindungen pflegen als die zu Ihm.
The Qur’an deals here with the question of close relations, narrow affiliations, as well as adherence to what is familiar and what one generation inherits from another. It wants to instil new bonds, values and standards into believers as well as a new outlook on the universe, life, man, their role as believers and the purpose for human existence. It was, in effect, bringing together these new plants, the believers, under God’s care so that He could teach and enlighten them about their existence and role. It wanted to open their eyes to the hostilities around them and to the schemes of their enemies. God wanted them to feel that they belonged to Him, making up His party, and that He wanted them to bring about something He willed to happen. They were to be marked out as His, known among all communities as His own, both in this life and in the life to come. Let them, then, dedicate themselves to His cause, maintaining no ties other than His.
Die gesamte Sure bewegt sich in diese Richtung. Selbst die gesetzgebenden Verse am Ende, die davon handeln, wie mit gläubigen Frauen umzugehen ist, die zur muslimischen Gemeinschaft auswandern, vom Treueeid, den Frauen leisten, die den Islam annehmen, von der Trennung gläubiger Frauen von ihren nichtmuslimischen Ehemännern und vom Verhältnis zwischen gläubigen Männern und ihren Ehefrauen, die den Glauben ablehnen, legen Regelungen fest, die mit dieser allgemeinen Ausrichtung im Einklang stehen.
The surah in its entirety moves in this direction. Even the legislative verses at the end, which speak about how believing women who migrate to join the Muslim community should be treated, the pledge of loyalty given by women who accept Islam, separating women believers from their husbands who are not Muslim, and relations between male believers and their wives who reject the faith, all lay down regulations in line with that general direction.
Die Sure endet so, wie sie begonnen hat: Sie gebietet den Gläubigen, Gottes Feinde, seien es Götzendiener oder Juden, nicht zu ihren vertrauten Freunden zu machen. Dies stellt sicher, dass die Trennung zwischen Gläubigen und Ungläubigen vollständig ist und alle Bindungen außer der des Glaubens aufgegeben werden.
The surah concludes in the same way as it started, ordering the believers not to make God’s enemies, whether idolaters or Jews, their intimate friends. This ensures that the separation between believers and unbelievers is complete, and that all ties except that of faith, are abandoned.