Und als die Gesandten [Gottes] zum Haus des Lot kamen, sagte er: „Ihr seid hier unbekannt.“ Sie antworteten: „Nein, sondern wir bringen dir die Nachricht von dem, worüber sie gestritten haben. Wir bringen dir die Gewissheit [ihrer Erfüllung], denn wir sprechen wahrlich die Wahrheit. Brich mit deinen Angehörigen in der Finsternis der Nacht auf, und du selbst folge ihnen nach. Keiner von euch soll sich umblicken, sondern zieht dorthin, wohin ihr befohlen seid.“ Und Wir machten ihm die Angelegenheit klar, dass der letzte Rest jener [Frevler] bis zum Morgen ausgerottet sein wird.
(Verse 61–66)
And when the messengers [of God] came to the house of Lot, he said: ‘You are unknown here.’ They answered: ‘No, but we bring you news of that over which they have been disputing. We are bringing you the certainty [of its fulfilment], for we are speaking the truth indeed. Depart with your household in the dead of night, with yourself following them in the rear. Let none of you look back, but proceed to where you are commanded.’ And We made plain the case to him, that the last remnant of those [wrongdoers] will be wiped out by the morning. (Verses 61-66)
Wie zuvor erwähnt, besagt die Sure, dass die Engel Lot sogleich ihre wahre Identität offenbaren und dass sie gekommen sind, um das zu vollziehen, worüber sein Volk hinsichtlich ihrer Strafe für ihre Verfehlungen gestritten hatte. Diese Strafe kommt in Erfüllung der Warnungen Gottes, was die Tatsache bestätigt, dass die Strafe unmittelbar erfolgt, wenn Engel zu einer Gemeinschaft gesandt werden.
As indicated earlier, the sūrah states that the angels immediately reveal their true identity to Lot and that they have come to accomplish what his people disputed about their punishment for their misdeeds. That punishment comes in fulfilment of God’s warnings, confirming the fact that when angels are sent to a community, their punishment is immediate.
„Er sagte: ‚Ihr seid hier unbekannt.‘“ (Vers 62) Er sagte dies gereizt, denn er kannte die Gewohnheiten seines Volkes genau und erwartete, was sie seinen Gästen antun wollten. Er war ein Fremder unter seinem Volk, und sie waren in ihrer Unsittlichkeit hochmütig. Daher sagt er zu seinen Gästen, dass es unklug von ihnen sei, in eine Stadt zu kommen, deren Bewohner für ihren schlechten Ruf bekannt sind. „Sie antworteten: ‚Nein, sondern wir bringen dir die Nachricht von dem, woran sie gezweifelt haben. Wir bringen dir die Gewissheit [ihrer Erfüllung], denn wir sprechen fürwahr die Wahrheit.‘“ (Verse 63-64) All diese Beteuerungen zeigen, wie sehr Lot beunruhigt und bekümmert war, denn er wollte gastfreundlich sein und zugleich seine Gäste vor den Plänen seines Volkes schützen. Deshalb beruhigen sie ihn immer wieder, bevor sie ihm ihre Anweisungen geben: „Brich mit deiner Familie in der tiefen Nacht auf und geh selbst hinter ihnen her. Keiner von euch soll sich umblicken, sondern zieht weiter, wohin euch befohlen wird.“ (Vers 65) Lot sollte also die Stadt bei Nacht verlassen, noch vor Anbruch der Morgendämmerung. Er sollte hinter denen gehen, die mit ihm gerettet werden sollten, um sicherzustellen, dass niemand zurückgelassen wurde und niemand zurückblickte, wie Vertriebene, die nicht von ihrer Heimat lassen wollen.
“He said: ‘You are unknown here.’“ (Verse 62) He said this in irritation, as he was fully aware of the habits of his people and expected what they would try to do with his guests. He was a stranger among his people, and they were arrogant in their immorality. Hence he tells his guests that it is unwise of them to come to a city when the reputation of its people is well known. “They answered: ‘No, but we bring you news of that over which they have been disputing. We are bringing you the certainty [of its fulfilment], for we are speaking the truth indeed.’” (Verses 63-64) All these assertions serve to tell us the extent of Lot’s alarm and distress, as he wants to be hospitable yet also protect his guests against the designs of his people. Hence, they reassure him time after time, before giving him his instructions: “Depart with your household in the dead of night, with yourself following them in the rear. Let none of you look back, but proceed to where you are commanded.” (Verse 65) Thus Lot was to leave the town by night, before the break of dawn. He was to walk behind those who would be saved with him to make sure that no one was left behind, and no one looked behind, like displaced people unwilling to leave their homeland.
„Und Wir offenbarten ihm diese Angelegenheit deutlich: dass die letzten Überreste jener [Frevler] am Morgen ausgerottet sein werden.“ (Vers 66) Es ist also Gott, der Lot diese äußerst ernste Nachricht offenbart hat, die im Qur'ān so ausgedrückt wird, dass der Letzte jener Leute bis zum Morgen vernichtet würde. Nun, wenn der Letzte von ihnen vernichtet wird, folgt daraus, dass die Gesamtheit vernichtet wird, ohne dass jemand verschont bleibt. Daher muss Vorsicht walten, damit niemand zurückbleibt, der das Schicksal erleiden muss, das die ganze Stadt unweigerlich ereilen sollte.
“And We made plain the case to him, that the last remnant of those [wrongdoers] will be wiped out by the morning.” (Verse 66) It is God, then, who has revealed to Lot this very serious piece of news, which is expressed in the Qur’ān as the last one of those people would be destroyed by the morning. Well, if the last of them is destroyed, it follows that the whole lot are destroyed, with none spared. Hence, caution must be exercised, so that no one is left behind to suffer the fate which was sure to engulf the whole city.
Die Sure erzählt diesen Teil der Geschichte zuerst, weil er besser zu ihrem Gesamtthema passt. Sie geht nun auf die Einzelheiten dessen ein, was sich früher ereignete, als die Leute Lots hörten, dass einige schöne junge Männer bei ihm zu Besuch waren. Für sie war das eine Gelegenheit, die sie sich nicht entgehen lassen wollten: „Die Leute der Stadt kamen [zu Lot] voller Freude.“ (Vers 67)
The sūrah relates this part of the story first because it is more suited to its overall theme. It now fills in the details of what happened earlier when Lot’s people heard that a number of handsome young men were visiting him. To them, that was a chance not to be missed: “The people of the city came [to Lot] rejoicing.” (Verse 67)
Die Art und Weise, wie dies ausgedrückt wird, zeigt, bis zu welchem niedrigen und abscheulichen Tiefstand jene Menschen in ihrem Eifer, ihre verderbten, zügellosen Begierden zu befriedigen, gesunken waren. Dies zeigt sich darin, dass die Leute der Stadt in einer Gruppe kamen, sich über die Anwesenheit junger Männer freuten und ihre Absicht, sie am helllichten Tag zu vergewaltigen, offen erklärten. Diese schamlose Zurschaustellung ihrer bösen Absichten ist, zusätzlich zu der schmutzigen Tat selbst, so verabscheuungswürdig und widerlich, dass wir es uns kaum vorstellen können, doch es war gewiss wahr. Ein Einzelner mag irgendeine perverse Neigung hegen, aber er verbirgt die Tatsache und versucht, seine Perversion heimlich zu befriedigen. Er schämt sich, wenn andere davon wissen. Tatsächlich zieht die gesunde menschliche Natur es vor, ein solches Verlangen auch dann für sich zu behalten, wenn es um die eigene rechtmäßige Ehefrau geht. Manche Tierarten paaren sich nicht in der Öffentlichkeit. Jene bösen und schlechten Menschen aber erklären ihre Lust schamlos, kommen gruppenweise, um sie zu suchen, und freuen sich, weil sie erwarten, sie zu befriedigen. Dies ist eine beispiellose Perversion.
The way this is expressed portrays to what low and abhorrent level those people had sunk in their eagerness to fulfil their perverse, uncontrolled desires. This is shown in the fact that the townsfolk came in a group, rejoicing at the presence of young men, openly declaring their intent to rape them in broad daylight. This shameful publicity of their wicked intentions, in addition to the filthy action itself, is so abhorrent and repulsive that we cannot imagine it, but it was certainly true. An individual may harbour some perverted desire, but he conceals the fact and tries to satisfy his perversion in secret. He is ashamed if others know of it. In fact, sound human nature prefers to keep such desire private even when it is with one’s legitimate wife. Some animal species do not mate in public. But those wicked and evil people declare their lust shamelessly, come seeking it in groups, and rejoice as they expect to fulfil it. This is unparalleled perversion.
Auf der anderen Seite sehen wir den Propheten Lot in Bedrängnis, wie er sich erhebt, um seine Gäste und seine Ehre zu verteidigen. Er versucht, in seinem Volk ein Gefühl für Ehre und die Furcht vor Gott zu wecken. Doch er wusste genau, dass sie keine Furcht vor Gott hatten und dass solch verdorbene Wesensarten auf keinen mitfühlenden, menschlichen Appell reagieren würden. Dennoch versucht er in seiner Not jeden Weg: „Er sprach: ‚Diese sind meine Gäste, also macht mich nicht zuschanden.
On the other side we see the Prophet Lot in distress, standing up to defend his guests and his honour. He tries to awaken in his people a sense of honour and fear of God. But he knew full well that they had no fear of God, and that such perverted natures would not respond to any compassionate, humanitarian appeal. Yet in his distress he tries every avenue: “Said he: ‘These are my guests: so do not put me to shame.
„Fürchtet Gott und bringt mich nicht in Schande.“ (Verse 68-69) Doch sein Appell weckt kein Gefühl von Ehre und Rechtschaffenheit. Sie hatten all solche Gefühle verloren. Stattdessen tadeln sie Lot dafür, dass er überhaupt einen Mann als Gast aufnimmt, als wäre er der Übeltäter, weil er ihnen die Versuchung darbietet: „Sie antworteten: ‚Haben wir dir nicht verboten, irgendwelche Menschen zu beherbergen?‘“ (Vers 70)
Fear God and do not bring disgrace on me.’” (Verses 68-69) But his appeal awakens no feeling of honour or integrity. They had lost all such feelings. Instead, they rebuke Lot for entertaining any man as a guest, as if he is the offender by offering them the temptation: “They replied: ‘Have we not forbidden you to entertain any people?’” (Verse 70)
Lot setzt seine Bemühungen fort und weist auf die richtige Richtung des Verlangens hin, nämlich auf das andere Geschlecht. Es sind die Frauen, die für den Mann eine natürliche Anziehungskraft besitzen, um sein sexuelles Verlangen zu stillen, damit die Fortpflanzung fortbesteht und das menschliche Leben erhalten bleibt. „Er sagte: ‚Hier sind diese meine Töchter [zur Ehe], wenn ihr unbedingt tun müsst, was ihr vorhabt.‘“ (Vers 71)
Lot continues with his attempts, pointing out the proper line of desire, i.e. the other sex. It is women who hold natural attraction for men to satisfy their sexual urge, so that procreation continues and human life is preserved. “He said: ‘Here are these daughters of mine [to marry], if you must do [what you intend to do].’“ (Verse 71)
Lot, ein Prophet, bietet seine Töchter nicht für eine ehebrecherische Beziehung an. Er erinnert die Männer lediglich an den natürlichen Weg, ihren Trieb zu befriedigen. Er wusste, dass sie, wenn sie seinem Appell folgten, keinen Ehebruch begehen wollen würden. Sein Angebot zielte daher auf ihre menschliche Natur ab, in der Hoffnung, dass sie darauf reagieren würde. Doch das war unwahrscheinlich.
Lot, a prophet, does not offer his daughters in any adulterous relationship. He simply reminds the menfolk of the natural way to satisfy their urge. He knew that if they responded to his appeal they would not want to be adulterous. Hence, his offer sought recourse to their human nature, if only it would respond. But that was unlikely.
Die Sure stellt die Szene so dar, dass sich das gesamte Geschehen vor den Augen des Lesers abspielt. An dieser Stelle wechselt die Ausdrucksweise zu einer Ansprache an den Propheten ﷺ, der all dies beobachtet.
The sūrah portrays the scene with all the action taking place. At this moment, the mode of expression changes into an address to the Prophet who is observing it all.
Dies hat die Form eines Schwurs und folgt der traditionellen arabischen Methode der Betonung:
This takes the form of an oath, following the traditional method of Arabic emphasis:
„Bei deinem Leben, sie torkelten in ihrer Trunkenheit umher.“ (Vers 72) Dies beschreibt einen Zustand, der zu ihrer Natur geworden war. In diesem Zustand war es unwahrscheinlich, dass sie je erwachen oder auf Mahnungen hören würden, die sich auf persönliche Integrität, die Furcht vor Gott oder die unverdorbene menschliche Natur stützen. Daher waren sie dem Untergang geweiht, und Gottes Strafe sollte sie ohne Verzug überrollen: „Wir senden die Engel nur gemäß der Wahrheit herab. Und dann würde den Ungläubigen keine weitere Frist gewährt.“ (Vers 8)
“By your life, they were reeling in their drunkenness.” (Verse 72) This describes a state that had become part of their nature. In that state they were unlikely ever to wake up or listen to appeals based on personal integrity, fear of God or uncorrupted human nature. Hence they were doomed and God’s punishment was to engulf them without delay: “We never send down angels except in accordance with the truth. And then, [the unbelievers] would be given no further respite.” (Verse 8)
Nun stehen wir vor einer Szene völliger Zerstörung, zwei Städte in vollständiger Verwüstung mit besonderen Merkmalen, die auf die verdorbene Natur ihrer Bewohner zugeschnitten sind: „Bei deinem Leben, sie taumelten in ihrer Trunkenheit, als der Schrei [der Strafe] sie beim Sonnenaufgang ereilte, und Wir kehrten jene [Städte] von oben nach unten und regneten auf sie Steine aus Ton hernieder.“ (Verse 72-74)
Now we face a scene of total destruction, two towns in complete ruin with particular features that are suited to the perverted natures of their dwellers: “By your life, they were reeling in their drunkenness, when the blast [of punishment] overtook them at sunrise, and We turned those [towns] upside down, and rained on them stones of clay.” (Verses 72-74)