Al-Hajj (Die Pilgerfahrt) 1-24
Al-Hajj (The Pilgrimage) 1-24
Im Namen Gottes, des Barmherzigen, des Allerbarmers.
In the Name of God, the Lord of Grace, the Ever Merciful.
Ihr Menschen! Fürchtet euren Herrn. Das gewaltige Beben der Stunde wird wahrlich etwas Ungeheures sein. (1)
Mankind! Have fear of your Lord. The violent convulsion at the Last Hour will be awesome indeed. (1)
An dem Tag, an dem es kommt, wird jede stillende Mutter ihr Säugling völlig vergessen, und jede schwangere Frau wird ihre Last abwerfen; und es wird dir scheinen, als seien alle Menschen betrunken, obwohl sie nicht betrunken sind. Doch gewaltig wird die Strafe Gottes sein. (2)
On the day when it comes, every suckling mother will utterly forget her nursling, and every woman heavy with child will cast her burden; and it will seem to you that all mankind are drunk, although they are not drunk. But severe indeed will be God’s punishment. (2)
Doch manche Menschen streiten über Gott, ohne irgendein Wissen zu haben, und folgen jedem aufsässigen Teufel.
Yet some people argue about God without having any knowledge, and follow every rebellious devil.
(3)
(3)
Es ist bestimmt, dass derjenige, der sich irgendeinem [solchen Teufel] anvertraut, von ihm irregeführt und zur Qual der lodernden Flamme geleitet wird. (4)
It is decreed for whoever entrusts himself to any [such devil] that he will lead him astray and guide him towards the suffering of the blazing flame. (4)
Menschen! Wenn ihr am Auferstehen zweifelt, bedenkt, dass Wir euch aus Erde erschaffen haben, dann aus einer Samenzelle, dann aus einem anhaftenden Zellklumpen, dann aus einem geformten und ungeformten Embryo, damit Wir euch Dinge deutlich machen.
Mankind! If you are in doubt as to the resurrection, remember that We have created you out of dust, then out of a gamete,5 then out of a clinging cell mass, then out of an organized and unorganized embryo, so that We might make things clear to you.
Wir lassen in den [Mutter-]Schößen ruhen, was Wir wollen, für eine bestimmte Frist, und dann bringen Wir euch als Kleinkinder hervor, damit ihr heranwachst und eure volle Kraft erreicht. Manche von euch sterben jung, und manche leben bis ins erbärmliche Greisenalter, in dem sie nicht mehr wissen, was sie einst wussten. Du siehst die Erde trocken und öde; und [plötzlich,] wenn Wir Wasser auf sie herabsenden, regt sie sich, schwillt auf und treibt allerlei prächtige Blüten hervor.
We cause to rest in the [mothers’] wombs whatever We please for an appointed term, and then We bring you forth as infants, that you may grow up and attain your prime. Some of you die young, and some live on to abject old age when all that they once knew they know no more. You can see the earth dry and barren; and [suddenly,] when We send down water upon it, it stirs and swells and puts forth every kind of radiant bloom.
(5)
(5)
Das liegt daran, dass Gott allein die letztgültige Wahrheit ist; und Er allein erweckt die Toten zum Leben; und Er hat die Macht, alles zu wollen.(6)
That is because God alone is the Ultimate Truth; and He alone brings the dead to life; and He has the power to will anything. (6)
Und dass die Stunde gewiss kommen wird, ohne jeden Zweifel; und dass Gott gewiss alle auferwecken wird, die in ihren Gräbern sind. (7)
And that the Last Hour is certain to come, beyond any doubt; and that God will certainly resurrect all who are in their graves. (7)
Doch manche Menschen streiten über Gott, ohne über irgendein Wissen zu verfügen, ohne Rechtleitung und ohne erleuchtende Offenbarung. (8)
Yet some people argue about God without having any knowledge, without guidance, and without any light-giving revelations. (8)
Sie wenden sich verächtlich ab, um andere vom Weg Gottes abzubringen. Schande wartet auf sie in dieser Welt, und am Tag der Auferstehung lassen Wir sie die Qual des Feuers kosten. (9)
They turn away in scorn so as to lead others astray from the path of God. Disgrace is in store for them in this world, and on the Day of Resurrection We shall make them taste suffering through fire. (9)
„Das ist der Lohn für das, was eure eigenen Hände vorausgeschickt haben. Gott tut Seinen Geschöpfen niemals das geringste Unrecht.“ (10)
[They shall be told:] ‘This is the outcome of what your own hands have wrought. Never does God do the least wrong to His creatures.’ (10)
Manche Menschen verehren Gott gleichsam am Rande des Glaubens. Wenn ihnen Gutes widerfährt, sind sie zufrieden; wenn aber eine Prüfung sie trifft, wenden sie sich völlig ab. So verlieren sie diese Welt und das Jenseits. Dies ist in der Tat ein Verlust ohnegleichen. (11)
Some people worship God on the border-line [of faith]. If good befalls such a person, he is content; but if a trial assails him, he turns away utterly; thus losing this world and the life to come. This is, indeed, a loss beyond compare. (11)
Er ruft statt Gott etwas an, das ihm weder schaden noch nützen kann. Das ist das äußerste Maß des Irrtums. (12)
He invokes, instead of God, something that can neither harm nor benefit him. This is the utmost that one can go astray. (12)
Tatsächlich ruft er einen an, der weit eher Schaden als Nutzen bringt. Wahrlich, schlimm ist ein solcher Schutzherr, und schlimm ist der Gefährte. (13)
Indeed he invokes one that is far more likely to cause harm than benefit. Vile indeed is such a patron, and vile the friend. (13)
Gott wird gewiss jene, die glauben und gute Werke tun, in Gärten eingehen lassen, durch die Bäche fließen. Gott tut gewiss, was Er will. (14)
God will certainly admit those who believe and do righteous deeds into gardens through which running waters flow. God certainly does whatever He wills. (14)
Wenn jemand meint, Gott werde ihm in dieser Welt und im Jenseits nicht beistehen, so soll er ein Seil zum Himmel spannen und sich dann daran abschneiden; und dann soll er sehen, ob sein Plan das beseitigen kann, was ihn so erzürnt hat. (15)
If anyone thinks that God will not succour him in this world and in the life to come, let him stretch out a rope to the sky and then cut himself off; and then let him see whether his scheme will remove that which has enraged him. (15)
So haben Wir es als klare Verse herabgesandt. Gott leitet, wen Er will.
Thus have We bestowed from on high this [Qur’ān] in clear verses. God guides him who wills [to be guided]. (16)
Was die Gläubigen betrifft, die Juden, die Sabier, die Christen, die Magier und diejenigen, die Gott Teilhaber beigesellen: Gott wird am Tag der Auferstehung zwischen ihnen entscheiden. Gott ist Zeuge aller Dinge. (17)
As for the believers, the Jews, the Sabians, the Christians, the Magians, and those who associate partners with God, God will decide between them on the Day of Judgement. God is witness to everything. (17)
Weißt du nicht, dass sich vor Gott niederwerfen alle, die in den Himmeln und auf der Erde sind, die Sonne, der Mond, die Sterne, die Berge, die Bäume und die Tiere, und eine große Zahl von Menschen? Aber eine große Zahl wird unweigerlich Strafe erleiden müssen. Wen Gott erniedrigt, dem kann niemand Ehre verschaffen. Gott tut gewiss, was Er will. (18)
Are you not aware that to God bow down in worship all those who are in the heavens and on earth, the sun, the moon, the stars, the mountains, the trees and the beasts, and a great number of human beings? But a great number also will inevitably have to suffer punishment. He whom God shall disgrace will have none who could bestow honour on him. God certainly does what He wills. (18)
Diese beiden Widersacher sind in einen Streit über ihren Herrn verstrickt. Für die Ungläubigen werden Gewänder aus Feuer zugeschnitten; und siedendes Wasser wird über ihre Häupter gegossen werden. (19)
These two adversaries have become engrossed in contention about their Lord. For the unbelievers garments of fire shall be cut out; and scalding water will he poured over their heads, (19)
...und alles, was in ihren Bäuchen ist, und ihre Haut zum Schmelzen bringen.
melting all that is in their bellies and their skin.
(20)
(20)
Außerdem werden ihnen eiserne Haken bereitstehen.
In addition, there will be grips of iron for them.
(21)
(21)
Immer wenn sie vor Qual versuchen, daraus zu entkommen, werden sie dorthin zurückgebracht, und es wird zu ihnen gesagt: „Kostet die Strafe des Feuers.“ (22)
Whenever, in their anguish, they try to get out, they are returned there, and will be told: ‘Taste the torment of fire.’ (22)
Gewiss wird Gott diejenigen, die glauben und gute Werke tun, in Gärten eingehen lassen, unter denen Flüsse fließen. Darin werden sie mit Armreifen aus Gold und Perlen geschmückt sein, und ihre Kleidung wird aus Seide sein. (23)
God will certainly admit those who believe and do righteous deeds into gardens through which running waters flow, wherein they will be adorned with bracelets of gold and pearls, and where silk will be their raiment. (23)
Denn ihnen wurde die beste aller Worte gewiesen, und so wurden sie zum Weg geleitet, der zu Ihm führt, dem alles Lob gebührt. (24)
For they were guided to the best of words; and so they were guided to the way that leads to the One to whom all praise is due. (24)
5 Für eine Erklärung der Übersetzung dieses Verses siehe die Fußnote zu seinem Kommentar, S. 80.
5 For an explanation of the translation of this verse, please see the footnote on its commentary, p. 80.
Eine Furcht erregende Eröffnung
A Fear-Striking Opening
„O ihr Menschen! Fürchtet euren Herrn. Das gewaltige Beben der Stunde ist wahrlich furchtbar. An dem Tag, an dem es kommt, wird jede stillende Mutter ihr Kind vergessen, und jede schwangere Frau wird ihre Last abwerfen; und es wird dir scheinen, als seien die Menschen betrunken, obwohl sie nicht betrunken sind. Doch streng wird die Strafe Gottes sein.“ (Verse 1-2)
Mankind! Have fear of your Lord. The violent convulsion at the Last Hour will be awesome indeed. On the day when it comes, every suckling mother will utterly forget her nursling, and every woman heavy with child will cast her burden; and it will seem to you that all mankind are drunk, although they are not drunk. But severe indeed will be God’s punishment. (Verses 1-2)
Dieser Anfang der Sure ist eine gewaltige Eröffnung, die die Herzen erzittern lässt. Sie richtet sich an alle Menschen und ruft sie auf, ihren Herrn zu fürchten, und warnt sie vor dem, was am ereignisreichen und furchtbaren Tag des Gerichts geschehen kann. Darin liegt ein deutlich geheimnisvolles Element, das Furcht einflößt und sich mit Worten nicht ausdrücken lässt. So wird uns von einem „gewaltigen Beben“ berichtet, das dann als „wahrlich furchtbar“ beschrieben wird, doch erfahren wir nicht klar, worin seine Art und Beschaffenheit besteht.
This is how the sūrah begins: an awesome opening that makes hearts tremble. It addresses all mankind, calling on them to fear their Lord and warning them against what may happen on the eventful and terrible Day of Judgement. There is a clear element of mystery about it, one that is frightening and cannot be expressed in words. Thus we are told of a ‘violent convulsion’ which is then described as ‘awesome indeed’, but we have no clear indication as to its nature or substance.
Wenn die Einzelheiten genannt werden, erscheinen sie uns noch erschreckender. Wir haben das Bild einer jeden stillenden Mutter vor Augen, die sich des Kindes, das sie nährt, überhaupt nicht bewusst ist: Sie sieht, doch sie erkennt nichts; sie bewegt sich, doch nur ziellos. Jede schwangere Frau erleidet eine Fehlgeburt wegen des gewaltigen Schreckens, der sie überwältigt. Alle Menschen wirken betrunken, doch sie sind es nicht.
When the details are given, we find them even more frightening. We have a picture of every suckling mother completely unaware of the child she is nursing: she looks but does not see, moves but only aimlessly. Every pregnant female miscarries because of the great shock that engulfs her. All people look drunk, but they are not.
Sie scheinen nur so, wie sie aussehen, wenn sie ins Leere blicken und unsicher in alle Richtungen taumeln. Es ist eine sehr geschäftige Szene mit einer riesigen, sich bewegenden Menge. Wir sehen sie beinahe mit unseren Augen, während die Verse rezitiert werden, und wir malen sie uns in unserer Vorstellung aus. Dennoch erfassen wir kaum das ganze Bild, wegen des Schreckens, den es beschreibt. Es ist ein Schrecken, der nicht nach Umfang oder Ausdehnung zu bemessen ist, sondern vielmehr nach seiner Wirkung auf die Menschen. Sein Maß ist die stillende Mutter, die das Kind an ihrer Brust vergisst. Keine Mutter kann so vergesslich sein, es sei denn, der Schrecken, dem sie begegnet, nimmt all ihre Sinne und Fähigkeiten in Beschlag. Er bemisst sich auch an den schwangeren Frauen, die ihre Leibesfrucht verlieren, und an den Menschen, die sich benehmen, als wären sie betrunken, obwohl sie keinen Tropfen getrunken haben. All dies geschieht, weil die Strafe Gottes in der Tat furchtbar ist.
Der Weg, der zum Irrtum führt
The Way Leading To Error
Trotz dieses Schreckens wird uns berichtet, dass manche Menschen über Gott streiten, ohne Ehrfurcht vor Ihm zu haben: „Und doch streiten manche Menschen über Gott ohne jegliches Wissen und folgen jedem aufsässigen Teufel. Es ist für jeden bestimmt, der sich irgendeinem [solchen Teufel] anvertraut, dass er ihn irreführen und ihn zur Qual der lodernden Flamme leiten wird.“ (Verse 3-4)
Despite this horror, we are told that some people dispute about God, having no fear of Him: “Yet some people argue about God without having any knowledge, and follow every rebellious devil. It is decreed for whoever entrusts himself to any [such devil] that he will lead him astray and guide him towards the suffering of the blazing flame.” (Verses 3-4)
Ob der Streit nun um die Existenz Gottes, um Seine Einheit, Seine Macht, Sein Wissen oder irgendeines Seiner Attribute geht, er wirkt äußerst befremdlich. Wie kann jemand das Ausmaß des Schreckens erkennen, der uns alle erwartet und dem man nur durch Frömmigkeit und das Erlangen des Wohlgefallens Gottes entrinnen kann, und dennoch weiter über Gott streiten? Wie kann jemand, der einen Verstand zum Nachdenken und ein Herz zum Fühlen besitzt, sich mit etwas anderem beschäftigen, als zu versuchen, diesem gewaltsamen Aufruhr zu entgehen, dessen Schrecken uns alle bedroht?
Whether the dispute is about God’s existence, oneness, power, knowledge or any of His attributes, it sounds extremely singular. How can anyone realize the extent of the horror that awaits us all, and from which the only escape is through piety and earning God’s pleasure, yet continue to dispute about God? How can anyone with a mind to think and a heart to feel indulge in anything other than trying to avoid this violent convulsion whose horror threatens us all?
Wäre es eine Auseinandersetzung auf der Grundlage wahren Wissens gewesen, ließe sich etwas dafür sagen, doch es ist ein Streit ohne Wissen. Er ist von Hochmut durchdrungen, der nach keinem festen Beweis sucht, und von einem Irrtum, der daraus entsteht, dass man den Eingebungen Satans folgt. Solche Menschen streiten über Gott, „und sie folgen jedem aufsässigen Teufel“, der sich damit brüstet, sich von der Wahrheit abgewandt zu haben. Daher heißt es: „Es ist für jeden bestimmt, der sich einem solchen [Teufel] anvertraut, dass er ihn irreführen und ihn zur Strafe des lodernden Feuers leiten wird.“ (Vers 4) Es ist unausweichlich, dass solche Teufel ihre Anhänger von der Wahrheit abbringen, um sie schließlich in der Hölle landen zu lassen. Die Sure nennt diese „Führung“ sarkastisch, denn sie kann nur die Führung eines Menschen sein, der ins Verderben und in den Untergang leitet.
Had it been a dispute based on true knowledge, something might be said for it, but it is a dispute without knowledge. It is immersed in arrogance that seeks no firm evidence, and error that is the result of following Satan’s bidding. Such people dispute about God “and follow every rebellious devil,” who boasts about turning away from the truth. Hence, “it is decreed for whoever entrusts himself to any [such devil] that he will lead him astray and guide him towards the suffering of the blazing flame.” (Verse 4) It is inevitable that such devils will lead their followers away from the truth in order to land them in hell. The sūrah sarcastically calls this ‘guidance’, which can only be the guidance of one who leads to destruction and doom.
Die Stufen der Erschaffung des Menschen
The Stages Of Man’s Creation
Menschheit! Wenn ihr hinsichtlich der Auferstehung im Zweifel seid, bedenkt, dass Wir euch aus Erde erschaffen haben, dann aus einem Samentropfen, dann aus einem sich festsetzenden Zellklumpen, dann aus einem geformten und ungeformten Embryo, damit Wir euch Dinge klarmachen. Wir lassen in den [Mutter-]Leibern ruhen, was Wir wollen, für eine bestimmte Frist, und dann bringen Wir euch als Säuglinge hervor, damit ihr heranwachst und eure volle Reife erlangt.
Mankind! If you are in doubt as to the resurrection, remember that We have created you out of dust, then out of a gamete, then out of a clinging cell mass, then out of an organized and unorganized embryo, so that We might make things clear to you. We cause to rest in the [mothers’] wombs whatever We please for an appointed term, and then We bring you forth as infants, that you may grow up and attain your prime.
Manche von euch sterben jung, und andere werden bis ins hohe Alter leben, in dem sie alles, was sie einst wussten, nicht mehr wissen. Du siehst die Erde trocken und öde; doch sobald Wir Wasser auf sie herabsenden, regt sie sich, schwillt an und bringt jede Art strahlender Blüte hervor. (Vers 5)
Some of you die young, and some live on to abject old age when all that they once knew they know no more. You can see the earth dry and barren; and [suddenly,] when We send down water upon it, it stirs and swells and puts forth every kind of radiant bloom. (Verse 5)
Die Auferstehung ist eine Rückkehr zu einem Leben, das bereits existiert hat. Aus menschlicher Sicht ist sie daher leichter als die ursprüngliche Entstehung des Lebens, obwohl es nach Gottes Maßstäben keine Kategorien von leichter oder schwerer gibt. Für Ihn sind es dasselbe, etwas aus dem Nichts hervorzubringen und ein Leben wiederherzustellen, das geendet hatte. Beides ist das Ergebnis Seines Willens: „Wenn Er etwas will, sagt Er zu ihm nur: ‚Sei!‘, und es ist.“ (36:
Resurrection is a return to a life that has been in existence. Thus, by human standards, it is easier than the origination of life in the first place, although, by God’s standards, the notion of easier or more difficult does not arise. To Him, initiating something out of nothing and restoring a life that had ended are the same. Both are the result of His will: “When He wills a thing to be, He only says to it, ‘Be’– and it is.” (36:
82) Doch der Qur’ān spricht die Menschen entsprechend ihren eigenen Maßstäben, ihrem vernünftigen Denken und ihrem Verständnis an. Er lenkt ihre Herzen dazu, über das nachzudenken, was sich in jedem Augenblick ihres Lebens vor ihren Augen ereignet. Würden sie es nur sorgfältig bedenken, so würden sie erkennen, dass es wunderbar ist. Um es jedoch als solches zu würdigen, müssen sie es mit einem offenen Herzen und einem nachdenklichen Verstand betrachten. Ach! Doch nur selten tun sie das.
6 Bei der Wiedergabe der Begriffe, die im Qur’ān verwendet werden, um die verschiedenen Stadien nach der Befruchtung der weiblichen Eizelle bis zur Geburt eines Kindes zu bezeichnen, haben die Übersetzer des Qur’ān unterschiedliche Ausdrücke gewählt, je nachdem, was ihnen für die arabischen Begriffe am passendsten erschien. In den meisten Fällen wird nuţfah mit „Samen“, „Samentropfen“, „lebendiger Keim“, „ein Tropfen Saat“ usw. wiedergegeben, während ‘alaqah mit „ein Blutklumpen“, „ein blutegelartiger Klumpen“, „eine Keimzelle“ usw. übersetzt wird. mudghah wiederum wird als „ein Bissen oder Klumpen Fleisch“, „embryonaler Klumpen“ usw. wiedergegeben. All dies waren Ergebnisse lobenswerter Bemühungen, den ursprünglichen Gebrauch treffend nachzubilden. Heutzutage, da es möglich ist, die Entwicklung eines menschlichen Embryos vom Moment der Empfängnis an zu beobachten, müssen wir den Qur’ānischen Begriffen jedoch genauere Übersetzungen geben, die den Stadien entsprechen, auf die sie sich beziehen.
6 In rendering the terms used in the Qur’ān to denote the different stages that follow the fertilization of the female egg up to the birth of a child, translators of the Qur’ān have used different terms, as they thought to fit the Arabic ones most appropriately. In most cases, nuţfah is rendered as `sperm, drop of sperm, living germ, a drop of seed, etc.’ while `alaqah is rendered as `a clot of blood, a leech-like clot, a germ-cell, etc.’ On the other hand, mudghah is given as `a morsel or lump of flesh, embryonic lump, etc.’ All these were the outcome of commendable endeavours to match the original usage. However, nowadays when it is possible to monitor the development of a human embryo from the moment of conception, we need to give the Qur’ānic terms more accurate renderings that match the stages to which reference is made.
So wird „Keimzelle“ als Entsprechung für nuṭfah bevorzugt, da dieser arabische Begriff nicht nur das männliche Sperma bezeichnet. Der Prophet ﷺ verwendet ihn eindeutig in Bezug auf den nuṭfah des Mannes und den nuṭfah der Frau sowie auf die Vereinigung beider. Ein Ḥadīth, überliefert von Imām Aḥmad, berichtet: „Ein Jude kam zum Propheten ﷺ und sagte: ‚Muḥammad! Aus was wird der Mensch erschaffen?‘ Der Prophet ﷺ sagte zu ihm: ‚Jude! Aus beiden wird er erschaffen: aus dem nuṭfah des Mannes und dem nuṭfah der Frau.‘ Der Jude sagte: ‚So hat es der Eine [d. h.
Thus ‘gamete’ is preferred as an equivalent of nuţfah because this Arabic term does not refer only to the male sperm. The Prophet uses it in clear reference to a `man’s nuţah and a woman’s nuţfah’, and the union of both. A ĥadīth related by Imām Ahmad mentions that “a Jew came to the Prophet and said: ‘Muhammad! From what is man created?’ The Prophet said to him: ‘Jewish man! From both he is created: from the man’s nuţfah and the woman’s nuţfāh.’ The Jew said: ‘Thus said the one’s [i.e.
Die höchste Wahrheit
The Ultimate Truth
Das liegt daran, dass Gott allein die letzte Wahrheit ist; und Er allein erweckt die Toten zum Leben; und Er hat die Macht, alles zu wollen. Und dass die Stunde gewiss kommen wird, ohne jeden Zweifel; und dass Gott gewiss alle auferwecken wird, die in ihren Gräbern sind.
That is because God alone is the Ultimate Truth; and He alone brings the dead to life; and He has the power to will anything. And that the Last Hour is certain to come, beyond any doubt; and that God will certainly resurrect all who are in their graves.
(Verse 6-7)
(Verses 6-7)
Alles, was über die Herkunft des Menschen und seine Erschaffung aus Staub gesagt wurde, über die verschiedenen Stadien, die ein Embryo durchläuft, über den nächsten Zyklus eines Kindes und sein Leben, und auch darüber, dass Leben aus einer trockenen und unfruchtbaren Erde hervorsprießt, steht in engem Zusammenhang mit der Tatsache, dass Gott die Ultimative Wahrheit ist. All diese Erscheinungen sind beständige Gesetze, die von Gott, der Wahrheit, eingeleitet und in Gang gehalten werden, und deren Gesetze niemals versagen. Der Fortschritt des Lebens auf diese Weise, der Übergang von einem Stadium zum nächsten, zeigt den großen Willen an, der seine Bewegungen und Stadien bestimmt. Der Zusammenhang zwischen der Tatsache, dass Gott die Ultimative Wahrheit ist, und dieser Beständigkeit eines niemals versagenden Lebenskreislaufs ist klar.
All that has been said about the origins of man and his creation out of dust, the various stages an embryo goes through, and the next cycle of a child and his life, and also about life blooming out of a dry and barren earth are closely related to the fact that God is the Ultimate Truth. All these aspects are constant laws initiated and operated by God, the Truth, whose laws will never fail. The progress of life in such a fashion, moving from one stage to another, is indicative of the great will that determines its moves and stages. The link is clear between the fact that God is the Ultimate Truth and this consistency of an unfailing cycle of life.
„Er allein erweckt die Toten zum Leben.“ (Vers 6) Die Wiederbelebung der Toten bedeutet, dass das Leben in dem, was tot war, von Neuem beginnt. Derjenige, der das Leben zuerst hervorgebracht hat, ist derselbe, der es in der letzten Phase zurückbringt. „Gott wird gewiss alle auferwecken, die in ihren Gräbern sind.“ (Vers 7) Danach werden sie für das belohnt werden, was sie in diesem ersten Leben getan haben. Eine solche Auferstehung ist durch den Zweck der Schöpfung bestimmt.
“He alone brings the dead to life.” (Verse 6) Bringing the dead to life is to re-initiate life in what has been dead. The One who originated life in the first instance is the One who brings it back in the final stage. “God will certainly resurrect all who are in their graves.” (Verse 7) They will then be given their reward for whatever they did in this first life. Such resurrection is dictated by the purpose of creation.
Ein bedingter Ansatz zum Glauben
A Conditional Approach To Faith
Die Sure zeichnet dann das Bild eines anderen Menschentyps. Obwohl dieser Typ in den frühen Tagen der islamischen Botschaft mit Sicherheit vorhanden war, findet man ihn auch in jeder Generation. Es ist der Typ, der den Glauben gegen den Gewinn oder Verlust abwägt, den er voraussichtlich daraus erzielen wird. Seine Haltung zum Glauben ist somit dieselbe wie bei jedem Geschäft, das er abschließt.
The sūrah then paints a picture of another type of person. Although this type was definitely present in the early days of the Islamic message, it is also present in every generation. It is the type that weighs up faith against what profit or loss he is likely to achieve as a result. Thus, his approach to faith is the same as any business transaction he conducts.
Manche Menschen verehren Gott nur am Rande [des Glaubens]. Wenn ihnen Gutes widerfährt, sind sie zufrieden; doch wenn eine Prüfung sie trifft, wenden sie sich völlig ab, und so verlieren sie diese Welt und das Jenseits. Dies ist fürwahr ein Verlust ohnegleichen. Sie rufen statt Gott etwas an, das ihnen weder schaden noch nützen kann. Dies ist das äußerste Maß an Irrweg. Sie rufen in der Tat etwas an, das eher Schaden als Nutzen bringen wird. Schlimm fürwahr ist ein solcher Beschützer, und schlimm der Gefährte. (Verse 11–13)
Some people worship God on the border-line [of faith]. If good befalls such a person, he is content; but if a trial assails him, he turns away utterly; thus losing this world and the life to come. This is, indeed, a loss beyond compare. He invokes, instead of God, something that can neither harm nor benefit him. This is the utmost that one can go astray. Indeed he invokes one that is far more likely to cause harm than benefit. Vile indeed is such a patron, and vile the friend. (Verses 11-13)
Der Glaube ist die Stütze des Lebens eines Gläubigen. Mag die Welt hier und da erschüttert und ins Wanken gebracht werden, so bleibt der Gläubige doch standhaft, gestützt auf diese Stütze. Ereignisse mögen ihn in diese oder jene Richtung ziehen, doch er bleibt in seinem Entschluss fest. Halt mag rings um ihn zerbröckeln, doch er ist gewiss, dass der Glaube ihm jene Art von Halt gibt, die niemals versagt. So groß ist der Wert des Glaubens im Leben eines Gläubigen. Daher muss er oder sie darauf achten, den richtigen Glauben zu haben, auf seine unfehlbare Stütze vertrauen, keinerlei Zögern hegen und nicht auf eine sofortige Belohnung warten. Tatsächlich ist der Glaube selbst eine Belohnung für die Gläubigen, denn er gibt ihnen all die Stütze, die sie brauchen. Er ist in der Tat eine Belohnung für ein Herz, das sich dem Licht des Glaubens öffnet und Rechtleitung sucht. Deshalb schenkt Gott ihnen den Glauben, um ihnen all die Zuversicht zu geben, die sie brauchen. Ein Gläubiger erkennt, dass der Glaube eine Belohnung ist, und schätzt seinen Wert, wenn er die Menschen um sich herum ziellos umherziehen sieht, hin und her gezogen, besorgt, vom Weg abgebracht, während er selbst seiner Schritte gewiss, ruhig und durch seine starke Verbundenheit mit Gott beruhigt ist.
Urteil zwischen allen Glaubensrichtungen
Judgement Between All Creeds
Denen, die wahrhaft an die Einheit Gottes glauben, bereitet Gott etwas vor, das weit besser ist als alle materiellen Annehmlichkeiten und Vorteile, die dieses Leben bieten mag: „Gott wird gewiss diejenigen, die glauben und gute Werke tun, in Gärten eintreten lassen, unter denen Flüsse fließen. Gott tut gewiss, was Er will.“ (Vers 14) Wer daher Widrigkeiten oder eine Prüfung erduldet, sollte standhaft bleiben und ausharren. Er muss außerdem weiterhin sein Vertrauen auf Gott, Seine Barmherzigkeit und Seinen Beistand setzen und glauben, dass allein Er seine Not lindern und ihm sein Ausharren vergelten kann.
As for those who truly believe in God’s oneness, God prepares for them what is much better than all the material comforts and benefits this life may provide: “God will certainly admit those who believe and do righteous deeds into gardens through which running waters flow. God certainly does whatever He wills.” (Verse 14) Therefore, anyone who endures adversity or a test should remain steadfast and persevere. He must also continue to place his trust in God and His mercy and support, believing that only He can relieve his adversity and reward him for his perseverance.
Ein Mensch, der sein Vertrauen auf Gottes Hilfe sowohl in diesem Leben als auch im Jenseits verliert und an Gottes Gnade verzweifelt, wenn er sich unter schwerem Druck oder in einer Notlage befindet, mag mit sich selbst tun, was er zu tun vermag. Doch nichts, was er tut, wird jemals sein Los ändern oder ihn von seinen Problemen befreien: „Wer meint, Gott werde ihm im Diesseits und im Jenseits nicht helfen, der soll ein Seil zum Himmel spannen und sich dann abschneiden; und dann soll er sehen, ob sein Vorhaben das beseitigt, was ihn so erzürnt hat.“ (Vers 15)
A person who loses his trust in God’s help, both in this life and in the life to come, and despairs of God’s grace when he finds himself under severe pressure or adversity, may do with himself whatever he is able to do. But nothing he does will ever change his lot or relieve him of his problems: “If anyone thinks that God will not succour him in this world and in the life to come, let him stretch out a rope to the sky and then cut himself off; and then let him see whether his scheme will remove that which has enraged him.” (Verse 15)
Dieser Vers zeichnet ein eindrückliches Bild von der Wut, die ein solcher Mensch empfindet, und von der Handlung, die aus dieser Wut folgt. Er verstärkt diesen Zustand, wenn man an den Rand der Verzweiflung gerät. Es versteht sich von selbst, dass ein Mensch in Not, der an Gottes Gnade verzweifelt, jede Quelle des Lichts und jeden tröstenden Gedanken oder jede Hoffnung verliert. Seine Sorge wächst ins Vielfache, und sein Kummer lastet schwer auf seinem Herzen. So vervielfacht sich seine Not. Deshalb sagt der Vers jedem, der meint, Gott werde ihm Seine Hilfe nicht gewähren, weder in dieser Welt noch im Jenseits: Er möge ein Seil zum Himmel spannen und daran hinaufklettern, oder er möge das Seil um seinen Hals binden und es dann durchschneiden, sodass er fällt, oder er möge sich den Atem abschneiden, um zu ersticken. Er möge dann prüfen, ob dies seine Bedrängnis beseitigt oder nicht.
Widely Divergent Ends
Widely Divergent Ends
Die folgende Passage zeichnet ein Bild vom Tag des Gerichts, in dem die Ehre, die Gott Seinen gläubigen Dienern zuteilwerden lässt, und die Demütigung, die die anderen erleiden, so dargestellt werden, als geschähen sie hier und jetzt.
The next passage draws a scene of the Day of Judgement when the honour bestowed by God on His faithful servants and the humiliation suffered by the others are shown as though they are happening here and now.
Diese beiden Widersacher sind in Streit über ihren Herrn verstrickt. Für die Ungläubigen werden Gewänder aus Feuer zugeschnitten; und siedendes Wasser wird über ihre Köpfe gegossen, das alles schmelzen lässt, was in ihren Bäuchen und ihrer Haut ist. Außerdem wird es eiserne Haken für sie geben. Sooft sie in ihrer Qual hinaus wollen, werden sie dorthin zurückgebracht, und es wird zu ihnen gesagt: „Kostet die Qual des Feuers!“ Gott wird gewiss jene, die glauben und rechtschaffene Taten vollbringen, in Gärten eintreten lassen, durch die Bäche fließen; darin werden sie mit Armreifen aus Gold und Perlen geschmückt sein, und Seide wird ihre Kleidung sein. (Verse 19–23)
These two adversaries have become engrossed in contention about their Lord. For the unbelievers garments of fire shall be cut out; and scalding water will be poured over their heads, melting all that is in their bellies and their skin. In addition, there will be grips of iron for them. Whenever, in their anguish, they try to get out, they are returned there, and will be told: ‘Taste the torment of fire.’ God will certainly admit those who believe and do righteous deeds into gardens through which running waters flow, wherein they will be adorned with bracelets of gold and pearls, and where silk will be their raiment. (Verses 19-23)
Es ist eine gewaltsame Szene mit lautem Lärm und geschäftigen Bewegungen. Der beschreibende Stil vermittelt ein Gefühl langer Dauer, wobei das Geschehen sich ständig erneuert und vor unserer Vorstellung entfaltet. Wir sehen, wie Kleider zugeschnitten und geschneidert werden, und wie siedendes Wasser über die Köpfe der Menschen gegossen wird. Seine Temperatur ist so hoch, dass im Augenblick, da es die Köpfe derer berührt, die es treffen, das, was in ihren Bäuchen ist, schmilzt, ebenso wie ihre Haut. Wir sehen auch Peitschen aus glühendem Eisen, mit denen diejenigen gegeißelt werden, die zu einer solchen Strafe verurteilt sind. Das Leiden wird verstärkt und unerträglich. Die Ungläubigen machen eine plötzliche Bewegung, um dieser Qual zu entkommen, doch sie werden heftig dorthin zurückgetrieben. Sie werden streng getadelt und es wird ihnen gesagt: „Kostet die Qual des Feuers.“ Unsere Vorstellung wiederholt diese Szene unablässig, von ihrer ersten Bewegung bis zu dem Punkt, an dem die Ungläubigen zurückgestoßen werden, wenn sie zu entfliehen versuchen. Dann beginnt alles von vorn. Der einzige Weg, sich von dieser sich selbst wiederholenden Szene abzuwenden, besteht darin, auf das andere Schicksal zu blicken, das in der Sure dargestellt wird. Der Ausgangspunkt ist, dass zwei Gegner über ihren Herrn streiten. Wir haben eben das traurige Ende derer gesehen, die sich weigern, an Ihn zu glauben. Die Gläubigen dagegen befinden sich in Gärten, durch die Wasser fließen. Ihre Kleider sind anders als die der ersten Gruppe: Sie bestehen aus Seide. Darüber tragen sie Schmuck und Juwelen aus Gold und Perlen. Gott leitet sie außerdem zu den besten Worten und auf den Weg, der zu dem Einen führt, der alles Lobes würdig ist. So finden sie weder im Wort noch in der Richtung irgendeine Schwierigkeit.