Bei den schnaubenden Rennpferden, die Funken aus Feuer schlagen, die im Morgengrauen zum Angriff stürmen und dabei eine Staubwolke aufwirbeln, die sich in das Innere eines Heeres werfen: Wahrlich, der Mensch ist undankbar gegenüber seinem Herrn, und er selbst bezeugt dies; und wahrlich, er ist leidenschaftlich in seiner Liebe zum Reichtum.
By the snorting coursers, striking sparks of fire, rushing to assault at dawn, raising a trail of dust, storming into any army: man is surely ungrateful to his Lord, and to this he himself bears witness; and truly, he is passionate in his love of wealth. (Verses 1-8)
Gott schwört bei den Kriegspferden und beschreibt ihre Bewegungen nacheinander:
God swears by the war horses and describes their movements one after the other:
laufen, schnauben und wiehern. Sie schlagen ihre Hufe gegen Felsen, sodass Funken sprühen. Sie greifen früh am Morgen an, um den Feind zu überraschen, und wirbeln dabei in dem unerwarteten Kampf eine Staubwolke auf. Sie durchstoßen die feindlichen Reihen rasch und stiften dabei Unordnung und Verwirrung unter ihnen. Diese aufeinanderfolgenden Stadien waren denen wohlbekannt, an die sich der Qur’ān zuerst richtete. Dass Gott bei den Pferden schwört, ist ein nachdrücklicher Hinweis darauf, dass die dargestellte Bewegung eine liebenswerte ist und dass die Menschen aktiv darauf antworten sollten. Dies tun sie allerdings erst, nachdem sie erkannt haben, wie kostbar sie nach Gottes Maßstab ist, was sich in Seiner Aufmerksamkeit dafür widerspiegelt. Hinzu kommt die Harmonie zwischen dieser Szene und den Szenen, die Gegenstand des göttlichen Schwurs sind, nämlich der Zustand der menschlichen Seele, wenn sie des Glaubens entbehrt, und ihr Antrieb. Der Qur’ān lenkt unsere Aufmerksamkeit auf diesen Zustand, damit wir all unsere Willenskraft zusammennehmen, um ihn zu bekämpfen. Denn Gott weiß genau, wie tief er im Menschen verwurzelt ist und welch großen Druck er auf ihn ausübt.
running, snorting and neighing. They strike their hoofs against rocks, producing sparks of fire. They wage their attack early at dawn in order to take the enemy by surprise, producing a trail of dust during the unexpected battle. They swiftly pierce the enemy ranks creating disorder and confusion amongst them. These successive stages were well known to those who were first addressed by the Qur’ān. The fact that God swears by the horses provides an emphatic suggestion that the movement portrayed is a lovable one and that people should respond to it actively. This they do only after realizing how precious it is in God’s measure, which is reflected in His paying attention to it. Added to all this is the harmony between this scene and the scenes which are the subject of the divine oath, namely the state of the human soul when it is devoid of faith and its impetus. The Qur’ān draws our attention to this state in order that we may gather all our will-power to combat it. For God is perfectly aware of how deeply it is ingrained in man and what great pressure it exercises on him.
„Der Mensch ist wahrlich undankbar gegenüber seinem Herrn, und dessen ist er sich selbst bewusst; und wahrlich, er ist leidenschaftlich in seiner Liebe zum Reichtum.“ (Verse 68)
Es ist eine Tatsache, dass der Mensch auf alle Gaben seines Herrn mit Undankbarkeit reagiert. Er leugnet die Gunstbeweise, die Gott ihm erweist. Seine Undankbarkeit spiegelt sich in einer Vielzahl von Handlungen und verbalen Äußerungen wider, die gegen ihn als Zeugnis dienen werden. Oder vielleicht wird er am Tag des Gerichts gegen sich selbst aussagen und seine Undankbarkeit eingestehen: „und dessen ist er sich selbst bewusst“ (Vers 7). Denn am Tag des Gerichts wird er die reine Wahrheit sprechen, auch gegen sich selbst, ohne Widerrede und ohne Ausflucht. „Und wahrlich, er ist leidenschaftlich in seiner Liebe zum Reichtum.“ (Vers 8)
“Man is surely ungrateful to his Lord, and to this he himself bears witness; and truly, he is passionate in his love of wealth.” (Verses 68) It is a fact that man reacts with ingratitude to all the bounties of his Lord. He denies the favours which God confers on him. His thanklessness and ingratitude is reflected in a host of actions and verbal statements which will serve as witness against him. Or perhaps, on the Day of Judgement, he may testify against himself, admitting his ingratitude: “and to this he himself bears witness.” (Verse 7) For on the Day of Judgement he will speak the plain truth even against himself, without contention or excuse. “And truly, he is passionate in his love of wealth.” (Verse 8)
Der Mensch ist ein leidenschaftlicher Selbstliebhaber. Doch er liebt nur das, was er sich als gut für sich selbst vorstellt: Reichtum, Macht und die Genüsse dieser Welt. Das ist seine Natur, solange er keinen Glauben hat, der seine Vorstellungen, seine Werte und sogar seine Anliegen verändert. Der Glaube wandelt seine Undankbarkeit in demütige Dankbarkeit. Er verwandelt seine Habgier und seinen Geiz in Wohltätigkeit und Mitgefühl. Er macht ihn auf die richtigen Werte aufmerksam, die es wert sind, Gegenstand von Streben und hartem Wettbewerb zu sein. Tatsächlich sind diese weit erhabener als Geld, Macht und weltliche Vergnügen.
Man is a passionate self-lover. But he loves only what he imagines to be good for himself: wealth, power and the pleasures of this world. This is his nature unless he has faith which changes his concepts, values and even his concerns. Faith changes his ingratitude to humble thankfulness. It changes his greed and miserliness to benevolence and compassion. It makes him aware of the proper values which are worthy of being the object of ambition and hard competition. Indeed these are much more exalted than money, power and mundane pleasures.
Ein Mensch ohne Glauben ist ein niederes Geschöpf, das nur belanglose Bestrebungen und kleinliche Sorgen hat. So groß seine Wünsche auch sein mögen, so stark seine Ambitionen und so hoch seine Ziele scheinen mögen, er bleibt im Sumpf dieser Erde versunken, eingeschlossen in die Grenzen dieses Lebens, gefangen im eigenen Ich. Er kann nur dann befreit und erhoben werden, wenn er sich an eine Welt bindet, die dieser Erde überlegen ist und über dieses Leben hinausreicht: eine Welt, die von Gott, dem Ersten Sein, ausgeht und zu Gott, dem Ewigen, zurückkehrt; eine Welt, in der dieses Leben und das Jenseits zusammenfließen und die kein Ende hat.
Man without faith is an ignoble creature, having only trivial ambitions and petty concerns. However large his desires, however strong his ambitions and high his objectives may seem, he remains sunk in the cesspool of this earth, confined within the limits of this life, imprisoned in self. He cannot be freed or elevated except by an attachment to a world superior to this earth, extending beyond this life; a world which originates from God who is the First Being and returning to God the Eternal; a world into which this life and the life hereafter converge and which has no end.
Daher gibt der letzte Schliff der Sure das Heilmittel gegen Undankbarkeit, Gier und Geiz. Sie schildert die Szene der Auferstehung auf eine Weise, die den Menschen erschaudern lässt, und sie verdrängt seine Liebe zum Reichtum und zum Genuss weltlicher Güter aus seinem Sinn, löst seine Seele von den Fesseln und befreit sie von irdischen Bindungen: „Weiß er denn nicht, dass, wenn das, was in den Gräbern ist, herausgeholt wird und das, was in den Brüsten ist, zum Vorschein gebracht wird – dass ihr Herr an jenem Tag über sie wohl unterrichtet sein wird?“ (Verse 9-11)
Hence, the final touch in the sūrah provides the cure for ingratitude, greed and miserliness. It portrays the scene of resurrection in a way that makes man shudder, and puts his love for wealth and indulgence in worldly riches out of his mind, unshackling hi soul and setting it free from earthly attachments: “Does he not know that when the contents of the graves are scattered about, and what is in the breasts is brought out — that on that day their Lord [will show that He] is fully aware of them?” (Verses 9-11)
Es ist eine gewalttätige und beängstigende Szene, in der wir das „Verstreuen“ des Inhalts der Gräber und das Hervorholen wohlgehüteter Geheimnisse miterleben. Die arabischen Begriffe bu‛thira und huşşila, die hier für das Verstreuen und das Herausziehen verwendet werden, sind sehr eindringlich und vermitteln eine Atmosphäre von Gewalt und Zwang.
It is a violent and frightening scene in which we witness the ‘scattering about’ of the contents of the graves and the bringing out of closely-guarded secrets. The Arabic terms, bu`thira and huşşila, used here for scattering and pulling are very forceful, suggesting an atmosphere of violence and force.
Weiß er denn nicht, was geschieht, wenn dies eintreten wird? Allein das Bewusstsein all dessen genügt, den Menschen dazu zu bewegen, nach einer Antwort zu suchen und jeden Weg zu erkunden, um sie zu finden. Denn letztlich liegt sie dort, wo jede Angelegenheit und jedes Schicksal entschieden wird: „An jenem Tag wird ihr Herr ihnen gegenüber voll und ganz wissend sein?“ (Vers 11)
Does he not know what happens when this will take place? Mere awareness of all this is enough to inspire man to seek an answer and explore every avenue in search of it. For it finally rests where every matter and destiny is settled: “on that day their Lord [will show that He] is fully aware of them?” (Verse 11)
Also ist ihr Ende bei ihrem Herrn. An jenem Tag zeigt Er, dass Er sie und alle ihre Angelegenheiten und Geheimnisse kennt. Gott weiß gewiss zu jeder Zeit und unter allen Umständen alles, doch das Wissen um „jenen Tag“ hat die Wirkung, ihre Aufmerksamkeit zu lenken. Es ist ein Wissen, das Abrechnung und Vergeltung nach sich zieht. Diese implizite Bedeutung ist die, die hier unterstrichen wird.
So to their Lord is their end. On that day He shows that He knows them and all their affairs and secrets. God certainly knows everything at all times and in all conditions, but knowledge of “that day” has the effect of drawing their attention. It is a knowledge which necessitates reckoning and reward. This implicit meaning is the one underlined here.
Insgesamt ist diese Sūra ein rasches, heftiges und atemloses Stück, dessen Sinn, Ausdruck und Rhythmus zugleich abrupt zum Stillstand kommen.
All in all this sūrah is a swift, vehement and breathless piece, with a sudden terminus of meaning, expression and rhythm all at the same time.