Es warten jedoch noch andere seltsame Ereignisse auf Mose, die seine Geduld auf die Probe stellen würden: „Und so gingen die beiden weiter, bis sie auf einen jungen Mann trafen. [Der Weise] tötete ihn.“ (Vers 74)
There are, however, other strange events awaiting Moses which would exhaust his patience: “And so the two went on until they met a certain young man. [The sage] slew him.” (Verse 74)
Die erste Handlung setzte das Boot und seine Passagiere bestimmten Gefahren aus. Nun folgt der offenkundige Mord an einem jungen Mann ohne Anlass oder Rechtfertigung. Das war zu viel, als dass Moses es geduldig hätte ertragen können, trotz all der Versprechen, die er gegeben hatte, nichts zu hinterfragen, was er sah. Daher heißt es: „Moses rief aus: ‚Hast du einen unschuldigen Menschen getötet, ohne dass er einen Mord begangen hätte, der Vergeltung rechtfertigt? Gewiss, abscheulich ist das, was du begangen hast.‘“ (Vers 74)
The first action exposed the boat and its passengers to certain risks. Now there is the blatant murder of a young man without provocation or justification. This was too much for Moses to tolerate patiently, despite all the promises he had given not to question anything he saw. Hence, “Moses exclaimed: ‘Have you killed an innocent man with no cause of just retribution for murder? Foul indeed is that which you have perpetrated.’” (Verse 74)
Dies deutet darauf hin, dass Moses sein Versprechen nicht vergessen hatte. Er erinnerte sich wahrscheinlich daran, konnte aber nicht schweigen, als er einen Mord mit ansah. In seinen Augen war der junge Mann unschuldig. Er hatte nichts begangen, was seine Tötung gerechtfertigt hätte.
This suggests that Moses was not unmindful of his promise. He probably remembered it, but felt unable to keep quiet when he witnessed a murder. To him, the young man was innocent. He had not perpetrated anything to justify his killing.
Er war vielleicht sogar noch minderjährig, sodass man ihn für etwaige Verfehlungen nicht zur Verantwortung ziehen konnte.
He was perhaps even under age, so that he could not be held accountable for any misdeeds.
Wiederum erinnert der Weise Mose an die Bedingung, die er gestellt hat, und an die Versprechen, die Mose gegeben hat, wobei er auch auf das zurückverweist, was er zu Beginn gesagt hatte: „Habe ich dir nicht gesagt, dass du es mit mir nicht geduldig aushalten könntest?“ (Vers 75) Diesmal aber geht der Weise weiter und erinnert Mose daran, dass er all dies persönlich zu ihm gesagt hat: „Habe ich dir nicht klar gemacht...“ Die frühzeitige Warnung war also persönlich an Mose gerichtet, doch er ließ sich nicht überzeugen. Er hatte darum gebeten, der Gefährte dieses Mannes zu sein, und dessen Bedingungen angenommen.
Once again the sage reminds Moses of the condition he has made and the promises Moses has given, referring also to what he said in the first place: “Did I not make it clear to you that you would not be able to have patience with me?” (Verse 75) This time, however, the sage goes further and reminds Moses that he said all this to him personally: “Did I not make it clear to you...” So the early warning was addressed to Moses personally, but he was not convinced. He had sought to be the man’s companion accepting his conditions.
Wieder denkt Moses nach und weiß, dass er sein Versprechen zweimal gebrochen hat, indem er es vergaß, obwohl er erinnert wurde. Seine Reue macht ihn übermäßig entschuldigend, sodass er sich selbst jede Möglichkeit einer langen Gemeinschaft mit dem Weisen nimmt. Er gibt sich nur noch eine letzte Chance: „Moses sprach: Wenn ich dich noch einmal nach etwas frage, dann halte mich nicht länger in deiner Gesellschaft; denn dann hättest du von mir genug Entschuldigungen gehabt.“ (Vers 76)
Again Moses reflects, knowing that he has broken his promises twice, forgetting it despite reminders. His regret makes him too apologetic, depriving himself of any possibility of a lengthy companionship with the sage. He gives himself only one last chance: “Moses said: If ever I question you again, do not keep me in your company; for then you would have had enough excuses from me.” (Verse 76)
Diese führt uns zur dritten und letzten Szene: „Und so gingen die beiden weiter, bis sie zu einer Stadt kamen. Dort baten sie die Bewohner um Speise, doch sie verweigerten ihnen jegliche Gastfreundschaft. Dort fanden sie eine Mauer, die im Begriff war einzustürzen, und [der Weise] richtete sie wieder auf.“ (Vers 77) Die beiden sind hungrig, finden sich aber in einer Stadt wieder, deren Bevölkerung außerordentlich ungastlich ist.
This brings us to the third and last scene: “And so the two went on until they came to a town, where they asked its people for food, but they refused them all hospitality. There they found a wall on the point of falling down, and [the sage] rebuilt it.” (Verse 77) The two are hungry but find themselves in a town whose population are extremely inhospitable.
Sie nehmen keine Gäste auf und geben nichts den Armen und Hungrigen. Dennoch findet der Mann dort eine Mauer, die kurz davor steht einzustürzen. Der arabische Text, yurīdu an yanqadda, ist anschaulicher und macht die Mauer fast zu einem lebendigen Wesen mit einem Willen, der sie einstürzen lassen will.
They receive no guests and give nothing to the poor and hungry. Yet the man finds a wall there about to fall down. The Arabic text, yurīdu an yanqadda, is more vivid, making the wall almost like a living creature with a will that makes it want to fall.
Doch dieser Fremde beschäftigt sich damit, die Mauer umsonst wieder aufzubauen.
Yet this stranger occupies himself with rebuilding the wall for nothing.
Moses findet die Situation voller Ironie. Warum sollte sich ein solcher Fremder so sehr anstrengen, eine Mauer in einer Stadt wieder aufzubauen, in der man ihnen nicht einmal ein wenig Essen und jegliche Gastfreundschaft verweigert hatte? Er hätte zumindest Geld für seine Mühe verlangen sollen, dann hätten sie sich etwas zu essen kaufen können. Er sagt: „Hättest du gewollt, du hättest dafür eine Bezahlung nehmen können.“ (Vers 77)
Moses finds the situation full of irony. Why should such a stranger exert so much effort in rebuilding a wall in a town where they were denied even a little food and all hospitality? He should have at least demanded some money for his labours and then they could have bought some food to eat. He says: “Had you wished, you could have taken payment for what you did.” (Verse 77)
Dies signalisierte das Ende dieser ungewöhnlichen Gefährtenschaft. Mose hatte keine Entschuldigung mehr vorzubringen: { „Er sprach: Dies ist die Trennung zwischen mir und dir. Nun werde ich dir die wahre Bedeutung all jener [Ereignisse] erklären, bei denen du nicht geduldig sein konntest.“ } (Vers 78)
This signalled the end of this unlikely companionship. Moses no longer had any excuse to offer: “[The sage] replied: This is the parting of ways between me and you. Now I shall explain to you the real meaning of all [those events] which you were unable to bear with patience.” (Verse 78)
Bis zu diesem Punkt sind Mose sowie alle, die der Geschichte folgen, einer Reihe von Überraschungen ausgesetzt gewesen, ohne dass ein Hinweis auf deren Bedeutung oder Zweck gegeben wurde.
Up to this point Moses, as well as everyone following the story, have been subjected to a series of surprises with no indication as to their meaning or purpose.
Unsere Reaktion ist dieselbe wie die des Moses. Wir wissen nicht einmal, wer die Person war, die solch außergewöhnliche Taten vollbrachte. Der Qur’ān nennt uns seinen Namen nicht, um die allgemeine Atmosphäre der Ratlosigkeit, die uns umgibt, noch zu verstärken. Doch was würde sein Name hinzufügen? Der Weise steht einfach für eine höhere göttliche Weisheit, die Ergebnisse nicht unmittelbar an ihre nächsten Ursachen knüpft. Sie soll erklären, dass es Ziele gibt, von denen wir nichts wissen mögen. Daher passt es gut zu dem abstrakten Konzept, das er verkörpert, dass er uns seinen Namen vorenthält.
Our response is the same as that of Moses. We do not even know who the person was who did such singular acts. The Qur’ān does not tell us his name, in order to add to the general air of bafflement surrounding us. But what would his name add? The sage simply represents higher divine wisdom which does not attach results to their immediate causes. It aims to explain that there are objectives of which we may know nothing about. Hence, keeping his name from us fits in well with the abstract concept he represents.
Ferner lenken höhere Mächte den Verlauf der Geschichte von Anfang an. Mose ist so erpicht darauf, diesen Mann zu treffen, dass er reist, bis er völlig erschöpft ist.
Furthermore, higher forces dictate the development of the story right from the beginning. Moses is so keen to meet this man, he travels until he is totally worn out.
Aber sein Diener lässt ihr Essen an dem Felsen zurück, an dem sie zum Rasten angehalten hatten. Doch seine Vergesslichkeit ist der Grund, dass sie umkehren und den Mann genau an dieser Stelle finden. Wären sie weitergezogen, hätten sie ihn verpasst. Die ganze Atmosphäre ist von Geheimnis umhüllt, ebenso wie der Name des Mannes.
But his servant leaves their food at the rock where they stopped to rest. But his forgetfulness is the cause of their return only to find the man at that very spot. Had they travelled on, they would have missed him. The whole atmosphere is shrouded in secrecy, just like the man’s name.