Al-Ahzab (Die Verbündeten)
Al-Ahzab (The Confederates)
Prolog
Prologue
Diese Sure beschreibt einen praktischen Aspekt des Lebens der ersten muslimischen Gemeinschaft in einem Zeitraum, der sich von kurz nach der Schlacht von Badr im zweiten Jahr bis kurz vor dem Abschluss des Friedensvertrags von al-Ḥudaybiyah vier Jahre später erstreckt. In dieser Hinsicht gibt sie ein wahres und unmittelbares Bild der muslimischen Gemeinschaft in Madinah. Sie bezieht sich auf viele der Ereignisse, die in jener Zeit stattfanden, und legt bestimmte Vorschriften dar, die sie für die junge muslimische Gemeinschaft entweder einführt oder bestätigt.
This sūrah describes a practical aspect of the first Muslim community’s life over a period stretching from shortly after the Battle of Badr in year 2 to shortly before the signing of the al-Ĥudaybiyah Peace Treaty four years later. In this respect it gives a true and direct description of the Muslim community in Madinah. It refers to many of the events that took place during that period and outlines certain regulations which it either initiates or endorses for the fledgling Muslim community.
Die Kommentare zu Ereignissen und Vorschriften sind verhältnismäßig wenige und machen nur einen kleinen Teil der Sure aus. Tatsächlich dienen diese Kommentare nur dazu, diese Ereignisse und Vorschriften mit dem zentralen Gedanken des Glaubens und der Hingabe an Gott zu verbinden. So lesen wir die einleitenden Verse: „Prophet! Fürchte Gott und gib den Ungläubigen und den Heuchlern nicht nach. Gott ist gewiss allwissend, weise. Folge dem, was dir von deinem Herrn offenbart wird; denn Gott ist wohl darüber unterrichtet, was ihr tut. Vertraue auf Gott; denn Gott allein ist des Vertrauens würdig. Gott hat keinem Menschen zwei Herzen in seinem Leib gegeben.“ (Verse 1-4) Gleich zu Beginn kommentiert die Sure einige soziale Vorschriften: „Dies ist in Gottes Ratschluss niedergeschrieben. Wir haben von allen Propheten ein feierliches Versprechen entgegengenommen: von dir, [Muĥammad] ﷺ, und von Noah, Abraham, Moses und Jesus, dem Sohn der Maria. Von allen nahmen Wir ein gewichtiges, feierliches Versprechen entgegen. Gott wird die Wahrhaftigen über die Wahrheit befragen, die ihnen anvertraut wurde. Den Ungläubigen hat Er qualvolle Strafe bereitet.“ (Verse 6-8) Etwas weiter zeigt die Sure die Haltung der Kleinmütigen, als die verbündeten Stämme Madinah belagerten: „Sprich: ‚Die Flucht wird euch nichts nützen. Wenn ihr vor dem natürlichen Tod oder vor dem Erschlagenwerden flieht, werdet ihr nur noch für kurze Zeit das Leben genießen dürfen.‘ Sprich: ‚Wer kann euch vor Gott bewahren, wenn Er euch Schaden zufügen will, oder wenn Er euch Barmherzigkeit erweisen will?‘ Außer Gott finden sie keinen Beschützer und keinen Helfer.“ (Verse 16-17) Auf eine gesetzliche Bestimmung, die der gewohnten Praxis der vorislamischen Zeit widersprach, folgt der Kommentar: „Wenn Gott und Sein Gesandter eine Angelegenheit entschieden haben, steht es einem gläubigen Mann oder einer gläubigen Frau nicht zu, in dieser Sache eine freie Wahl für sich zu beanspruchen.“ (Vers 36) Schließlich haben wir eine Aussage, die die menschliche Aufgabe vor einen universellen Hintergrund stellt: „Wir boten die Treuhand den Himmeln, der Erde und den Bergen an, doch sie weigerten sich, sie zu tragen, und fürchteten sich davor. Doch der Mensch nahm sie auf sich.“ „Er ist von jeher dazu geneigt gewesen, frevelhaft und töricht zu sein.“ (Vers 72)
The comments on events and regulations are relatively few, constituting only a small portion of the sūrah. Indeed, these comments serve only to link these events and regulations to the central concept of faith and submission to God. This is how we read the opening verses: “Prophet! Have fear of God and do not yield to the unbelievers and the hypocrites. God is certainly All-Knowing, Wise. Follow what is revealed to you by your Lord; for God is well aware of all that you do. Place your trust in God; for God alone is worthy of all trust. Never has God put two hearts in one man’s body.” (Verses 1-4) Early on, the sūrah comments on some social regulations: “This is written down in God’s decree. We did accept a solemn pledge from all the prophets: from you, [Muĥammad], and from Noah, Abraham, Moses and Jesus son of Mary. From all did We accept a weighty, solemn pledge. God will question the truthful about the truth [entrusted to them]. He has prepared painful suffering for the unbelievers. “(Verses 6-8) A little further on we are shown the attitude of the weak-hearted when the confederate tribes laid siege to Madinah: “Say: ‘Flight will benefit you nothing. If you flee from natural death or from being slain, you will only be left to enjoy life for a little while. Say: ‘Who can keep you away from God if it he His will to harm you, or if it be His will to show you mercy?’ Other than God they can find none to protect them or to bring them support.” (Verses 16-17) A piece of social legislation that went against the familiar practice in pre-Islamic days is followed by the comment: “Whenever God and His Messenger have decided a matter, it is not for a believing man or a believing woman to claim freedom of choice in that matter.” (Verse 36) Finally, we have a statement that sets the human mission against a universal background: “We offered the trust to the heavens and the earth and the mountains, but they refused to bear it and were afraid to receive it. Yet man took it up. He has always been prone to be wicked, foolish.” (Verse 72)
Die Sure beschreibt eine Zeit, in der der islamische Charakter sowohl der Gemeinschaft als auch des Staates zu entstehen begonnen hatte, sich aber noch nicht ausreichend entwickelt und noch nicht seine volle Autorität erlangt hatte. Das geschah, nachdem Makkah an den Islam gefallen war und die Menschen in großer Zahl den neuen Glauben annahmen, wodurch der muslimische Staat und sein neues System Wurzeln schlagen konnten.
The sūrah depicts a period of time when the Islamic character of both the community and the state had begun to take shape but had not yet developed sufficiently or acquired its full authority. That took place after Makkah fell to Islam and people began to embrace the new faith in large numbers allowing the Muslim state and its new system to establish their roots.
Die Sure übernimmt einen wichtigen Teil der gesellschaftlichen Neuordnung, indem sie die charakteristischen islamischen Merkmale des Familien- und Gemeinschaftslebens vermittelt und deren Grundlage in den islamischen Lehren darlegt. Sie modifiziert oder verbietet zudem bestimmte Bräuche und Traditionen und ordnet all dies in den Rahmen des islamischen Lebens- und Gesellschaftskonzepts ein.
The sūrah undertakes an important part of social reorganization imparting the distinctive Islamic features of family and community life, outlining their basis in Islamic teachings. It also modifies or outlaws certain practices and traditions, bringing all these within the framework of the Islamic concept of life and society.
Innerhalb der Gesamtdiskussion dieser Situationen und Vorschriften werden auch die Auseinandersetzung mit den verbündeten Stämmen und der Feldzug gegen die Banū Qurayẓah behandelt.
It is within the overall discussion of these situations and regulations that the confrontation with the confederate tribes and the Qurayżah expedition are discussed.
Wir werden über die Haltung der Ungläubigen, der Heuchler und der Juden während dieser Ereignisse unterrichtet, über ihre Ränkespiele, die darauf abzielten, die muslimische Gemeinschaft zu schwächen, und darüber, wie sie stets versuchten, die islamischen Moralvorstellungen zu untergraben, selbst in den muslimischen Häusern. Gerade diese Art von herabsetzendem Verhalten zielte darauf ab, die muslimische Gemeinschaft zu untergraben, sei es durch unmittelbare militärische Aktionen und einen entsprechenden Defätismus oder durch Bemühungen, das soziale und sittliche Gefüge der muslimischen Gesellschaft zu zersetzen. Darüber hinaus hinterließen diese Ereignisse deutliche Spuren in der muslimischen Gemeinschaft, in einem solchen Maße, dass bestimmte gesellschaftliche Aspekte und einzelne Begriffe einer Anpassung bedurften. So erscheint die Sure als eine in sich geschlossene Einheit, bei der sich ein gemeinsamer Faden durch ihren Inhalt zieht.
We are informed of the attitudes of the unbelievers, the hypocrites and the Jews during these events, their schemes to weaken the Muslim community and how they always tried to undermine Islamic moral standards, even in Muslim homes. It was precisely this sort of derogatory behaviour that aimed at undermining the Muslim community either through direct military action and a corresponding defeatism or through efforts to erode the social and moral fabric of Muslim society. Moreover, these events left clear marks on the Muslim community to the extent that certain social aspects and particular concepts required modification. Thus the sūrah appears to be an integrated unit with a common thread running through its subject matter.
Darüber hinaus stellt auch der zeitliche Rahmen, in dem es wirkt, einen einigenden Faktor dar.
Moreover, the time frame around which it works also constitutes a unifying factor.
Die Sure beginnt mit einer Anweisung an den Propheten ﷺ, dass er Gott fürchten und weder den Ungläubigen noch den Heuchlern Beachtung schenken soll. Vielmehr soll er Gott gehorchen und allein auf Ihn vertrauen. Dieser Anfang verbindet alles, was die Sure enthält, mit dem zentralen Grundsatz, der allen islamischen Lehren, Gesetzgebungen, dem gesellschaftlichen System und der Moral zugrunde liegt. Es ist der Grundsatz, der das islamische Gottesbild und die Pflicht formuliert, sich Ihm zu unterwerfen, den von Ihm dargelegten Kodex umzusetzen und all unser Vertrauen in Ihn zu setzen.
The sūrah begins with a directive issued to the Prophet that he must fear God and pay no heed to the unbelievers and the hypocrites. On the contrary, he should obey God and rely on Him alone. This opening relates all that the sūrah includes to the central principle that forms the basis of all Islamic teachings, legislation, its social system and morality. It is the principle that formulates the Islamic concept of God and the requirements to submit to Him, implement the code He has outlined and place all our trust in Him.
Ein maßgebliches Wort wird dann zu bestimmten gesellschaftlichen Traditionen und Bräuchen gegeben. Dies beginnt mit der Darlegung einer grundlegenden Tatsache: „Gott hat niemals zwei Herzen im Inneren eines Menschen geschaffen.“ (Vers 4)
A decisive word is then given on certain social traditions and practices. This starts with outlining a basic fact: “Never has God put two hearts in one man’s body.” (Verse 4)
Dies deutet darauf hin, dass der Mensch nicht in zwei verschiedenen Welten leben oder zwei verschiedenen Systemen folgen kann. Würde er dies tun, würde er straucheln und zum Heuchler werden. Da er nur ein Herz hat, muss er zu einem einzigen Gott aufblicken und einem einzigen System folgen, unter Ausschluss aller anderen Dinge, so vertraut und fest etabliert diese auch sein mögen.
This alludes to the fact that man cannot live in two different universes or follow two different systems. Should he do so he would stumble and become a hypocrite. Since he has only one heart, he must look up to One God and follow one system to the exclusion of all other things, familiar and well established as these may be.
Die Sure geht sofort dazu über, die Praxis des Ẓihār abzuschaffen. Dabei schwört ein Mann seiner Ehefrau, sie sei ihm wie der Rücken seiner Mutter, das heißt, sie sei ihm zur Ehe ebenso verboten wie seine Mutter: „Und Er macht eure Ehefrauen, die ihr als für euch verboten erklärt wie die Rücken eurer Mütter, nicht wirklich zu euren Müttern.“ (Vers 4) Dabei wird klargestellt, dass es bloße Worte sind, die keine Tatsache begründen können. Sie machen aus einer Ehefrau keine Mutter; die Frau bleibt die Ehefrau des Mannes. Es folgt die Abschaffung der Adoption von Kindern: „Ebenso macht Er eure Adoptivsöhne nicht wirklich zu euren Söhnen.“ (Vers 4) Damit ist das Erbrecht innerhalb der annehmenden Familie nicht mehr gültig. (Wir werden dies später ausführlich behandeln.) Demgegenüber etabliert die Sure die umfassende Autorität, die Gott Seinem Gesandten über alle Muslime verleiht, und stellt seine Autorität über das, was sie sich für sich selbst wünschen mögen: „Der Prophet hat einen größeren Anspruch auf die Gläubigen als sie selbst auf sich selbst; und seine Ehefrauen sind ihre Mütter.“ (Vers 6)ﷺ Ferner wird ein mütterliches Verhältnis zwischen den Ehefrauen des Propheten und allen Gläubigen begründet. Die praktischen Wirkungen des Bruderschaftsbandes, das zwischen einzelnen Muslimen kurz nach der Auswanderung der Muslime aus Mekka nach Medina geschlossen wurde, werden aufgehoben, sodass Erbrecht und Blutgeld auf die wirklichen Blutsverwandten beschränkt werden: „Blutsverwandte haben nach Gottes Bestimmung einen stärkeren Anspruch aufeinander als andere Gläubige [von Medina] und jene, die um Gottes willen ausgewandert sind.“ (Vers 6) Somit werden frühere, zeitweilige Maßnahmen zugunsten natürlicher und dauerhafter abgelöst.
The sūrah immediately moves on to abolish the practice of żihār, which involves a man swearing to his wife that she is to him like his mother’s back, meaning that she is as unlawful to him to marry as his mother: “Nor does He make your wives whom you declare to be as unlawful to you as your mothers’ bodies truly your mothers.” (Verse 4) It makes clear that these are mere words that cannot establish a fact. They do not make a mother out of a wife; the wife remains the man’s wife. It follows this with abolishing the practice of child adoption: “Likewise, He does not make your adopted sons truly your sons.” (Verse 4) Thus inheritance within an adopting family is no longer valid. (We will discuss this in detail later on.) In contrast, the sūrah establishes the overall authority God assigns to His Messenger over all Muslims, placing his authority above what they may wish for themselves. It further establishes a sense of motherly relation between the Prophet’s wives and all believers: “The Prophet has more claim on the believers than they have on their own selves; and his wives are their mothers.” (Verse 6) The practical effects of the bond of brotherhood established between Muslim individuals shortly after the migration of Makkan Muslims to Madinah are terminated, so as to restrict inheritance and the payment of blood money to real kinsfolk: “Blood relatives have, according to God’s decree, a stronger claim upon one another than other believers [of Madinah] and those who have migrated for God’s sake].” (Verse 6) Thus, earlier temporary measures are abrogated in favour of natural and permanent ones.
Der folgende Kommentar macht deutlich, dass sich das neue System vom islamischen Recht und von Gottes Ordnung herleitet. Es steht im Buch Gottes geschrieben und ist im Bund festgelegt, der mit allen Propheten geschlossen wurde, insbesondere mit jenen unter ihnen, die über größere Entschlossenheit verfügten. Auf diese Weise gibt der Qur'ān der islamischen Gesetzgebung und ihren Grundsätzen ihren angemessenen Platz in den Gedanken und im Gewissen der Menschen.
The following comment makes clear that the new system derives from the Islamic code and from God’s ruling. It is written in God’s book and established in the covenant made with all prophets, particularly those of them endowed with stronger resolve. In this way the Qur’ān gives Islamic legislation and principles their appropriate place within people’s thoughts and consciences.
Dieser Teil bildet die erste Hälfte der Sure. Der zweite Teil zeigt Gottes große Gunst, als Er die angreifenden Truppen der Verbündeten abwehrte, die Madinah belagerten. Er beschreibt die Konfrontation mit den Streitkräften der Verbündeten und die Expedition gegen die Banu Qurayza anschaulich, indem er aufeinanderfolgende Bilder zeichnet, die innere Gefühle, äußeres Handeln und Dialoge zwischen Gruppen und einzelnen Personen zeigen. Innerhalb des Gesamtbildes der Schlacht und ihrer Ereignisse werden zu den passenden Zeitpunkten die entsprechenden Anweisungen erteilt.
This then outlines the first part of the sūrah. The second part shows God’s great favour as He repelled the attacking forces of the confederates who besieged Madinah. It describes the confrontation with confederate forces and the Qurayżah Expedition vividly, painting successive images that show inner feelings, outward action and dialogue between groups and individuals. Within the overall picture of the battle and its events relevant directives are issued at the proper junctures.
Des Weiteren folgt auf die Schilderung der Ereignisse eine Kommentierung, die darauf abzielt, für die muslimische Gemeinschaft gesunde Werte zu begründen. Die Methode des Qur'ān besteht darin, die Handlung genau so zu zeichnen, wie sie sich ereignet hat, die äußeren und die inneren Empfindungen darzulegen und diese deutlich hervortreten zu lassen. Anschließend gibt er den Gläubigen sein Urteil über ihr Handeln, kritisiert jede Abweichung und lobt das, was richtig und recht ist. Er erteilt zudem Weisungen, Irrtümer zu vermeiden und die rechte Praxis und die rechten Werte zu bestätigen. Das alles bringt er in Beziehung zum Willen Gottes, zur menschlichen Natur und zu den universellen Gesetzen.
Furthermore, the reporting of events is followed by comments aimed at establishing sound values for the Muslim community. The Qur’ānic method is to paint the action exactly as it took place, stating both apparent and inner feelings, and bringing these into sharp relief. It then gives believers its verdict about their actions, criticizing any deviation and praising what is sound and correct. It also gives directives to avoid error and confirm right practice and values. It relates all this to God’s will, human nature and universal laws.
So leitet der Abschnitt über die Konfrontation und die Schlacht mit folgendem Vers ein: „Ihr Gläubigen! Gedenkt der Gnade Gottes, die auf euch ruhte, als Heerscharen über euch herfielen. Da schickten Wir einen Sturmwind gegen sie und Heere, die ihr nicht sehen konntet. Gott sieht wohl, was ihr tut.“ (Vers 9) Mitten in der Erörterung werden folgende Tatsachen hervorgehoben: „Sprich: ‚Die Flucht wird euch nichts nützen. Wenn ihr dem natürlichen Tod oder dem Erschlagenwerden entflieht, werdet ihr nur für eine kurze Zeit das Leben genießen dürfen.‘ Sprich: ‚Wer kann euch vor Gott bewahren, wenn Er euch Übles will, oder wenn Er euch Barmherzigkeit erweisen will?‘ Außer Gott finden sie keinen Beschützer und keinen Helfer.“ (Verse 16–17) „Im Gesandten Gottes habt ihr ein schönes Vorbild für jeden, der auf Gott und den Jüngsten Tag hofft und Gottes stets gedenkt.“ (Vers 21) Die Erörterung schließt schließlich mit den Worten: „Gott wird die Wahrhaftigen für ihre Wahrhaftigkeit gewiss belohnen und die Heuchler bestrafen, wenn es Sein Wille ist, oder ihre Reue annehmen. Gott ist wahrlich Allvergebend, Barmherzig.“ (Vers 24)
Thus, the discussion of the confrontation and the battle starts with the following verse: “Believers! Remember the blessings God bestowed on you when hosts came down upon you. We let loose against them a windstorm and hosts that you could not see. Yet God sees all that you do.” (Verse 9) In the middle of the discussion, the following facts are highlighted: “Say: ‘Flight will benefit you nothing. If you flee from natural death or from being slain, you will only be left to enjoy life for a little while. Say: ‘Who can keep you away from God if it be His will to harm you or if it be His will to show you mercy?’ Other than God they can find none to protect them or to bring them support.” (Verses 16-17) “In God’s Messenger you have a good model for everyone who looks with hope to God and the Last Day, and always remembers God.” (Verse 21) The discussion is finally concluded thus: “God will surely reward the truthful for having been true to their word, and will punish the hypocrites, if that be His will, or accept their repentance. God is indeed Much-Forgiving, Merciful.” (Verse 24)
Neben der Darstellung der Ereignisse zeigt die Sure auch, wie die wahrhaft Gläubigen die sich entwickelnde Lage betrachteten, und stellt die gegensätzlichen Empfindungen der Heuchler dar. Dies ermöglicht es uns, gesunde Werte von falschen zu unterscheiden: „Die Heuchler und jene, in deren Herzen Krankheit ist, sagten: ‚Gott und Sein Gesandter haben uns nichts als Trugbilder versprochen.‘“ (Vers 12) „Als die Gläubigen die verbündeten Streitkräfte sahen, sagten sie: ‚Das ist es, was Gott und Sein Gesandter uns versprochen haben! Wahrhaftig haben Gott und Sein Gesandter die Wahrheit gesprochen.‘ Dies diente nur dazu, ihren Glauben und ihre Ergebenheit gegenüber Gott zu stärken.“ (Vers 22) Das Ergebnis wird dann in entschiedenen Worten dargelegt: „Gott wendete die Ungläubigen in all ihrer Wut und ihrem Grimm zurück; sie erlangten keinen Vorteil. Er ersparte den Gläubigen den Kampf. Gott ist Allmächtig, Allgewaltig.“ (Vers 25)
Alongside its discussion of events the sūrah shows how the true believers looked at the situation as it developed and portrays the contrasting feelings of the hypocrites. This enables us to distinguish sound values from false ones: “The hypocrites and the sick at heart said: ‘God and His Messenger promised us nothing but delusions’.” (Verse 12) “When the believers saw the Confederate forces they said: ‘This is what God and His Messenger have promised us! Truly spoke God and His Messenger.’ This only served to strengthen their faith and their submission to God.” (Verse 22) The outcome is then given in decisive terms: “God turned back the unbelievers in all their rage and fury; they gained no advantage. He spared the believers the need to fight. God is Most Powerful, Almighty.” (Verse 25)
Als dieser zweite Teil abgeschlossen ist, wird uns die Entscheidung vorgestellt, die den Frauen des Propheten eine Wahl gab. Sie hatten ihn um einen komfortableren Lebensstandard gebeten, nachdem die muslimische Gemeinschaft wohlhabender geworden war, da sie infolge der Belagerung von Qurayẓah viel Beute gewonnen hatte. Ihnen wurde die Wahl gestellt, entweder die Annehmlichkeiten des Lebens zu wählen oder auf diese zu verzichten, um Gott und Seinem Gesandten zu gefallen und sich eine bessere Stellung im Jenseits zu verdienen. Sie alle entschieden sich dafür, bei Gott und Seinem Gesandten zu sein, und zogen dies allen weltlichen Reichtümern vor. Ihnen wurde außerdem gesagt, dass sie doppelten Lohn erhalten würden, wenn sie auf dem Pfad der Rechtschaffenheit blieben und gottesfürchtig blieben, und doppelte Strafe, sollten sie eine schwere Unsittlichkeit begehen. Die Sure erklärt, dass diese Verdoppelung von Lohn und Strafe eine Folge ihres edlen Standes war, ihrer Beziehung zum Propheten ﷺ sowie der Offenbarung und Rezitation des Qur’ān in ihren eigenen Häusern und der Weisheit, die sie vom Propheten ﷺ empfingen. Dieser dritte Teil der Sure schließt mit einer Darlegung der Belohnung, die allen Gläubigen, Männern wie Frauen, zuteilwird.
When this second part is concluded we are introduced to the decision that gave the Prophet’s wives a choice. They had asked him for a more comfortable standard of living after the Muslim community became more prosperous, having gained much booty as a result of the siege of Qurayżah. They were asked to choose either the fine things of life or relinquish these in preference for pleasing God and His Messenger and earning a better position in the life to come. They all chose to be with God and His Messenger, preferring this to all worldly riches. They were also told that they would have double the reward if they maintained the path of goodness and remained God-fearing, and double the punishment should they commit any gross indecency. The sūrah explains that this doubling of reward and punishment was a result of their noble status, their relation with the Prophet and the revelation and recitation of the Qur’ān in their own homes, as well as the wisdom they received from the Prophet. This third part of the sūrah concludes with an outline of the reward given to all believers, men and women.
Der vierte Teil nimmt indirekt Bezug auf den Fall von Zaynab bint Jaĥsh, einer Cousine des Propheten aus einer edlen Familie der Quraisch, und ihre Ehe mit Zayd ibn Ĥārithah, einem ehemaligen Sklaven, der Muĥammad lange vor seiner Prophetenschaft geschenkt worden war. Das Erste, was über Zayd gesagt wird, macht deutlich, dass alle Gläubigen, Männer wie Frauen, in jeder Angelegenheit der Entscheidung Gottes unterworfen sind; sie haben nicht einmal ein Mitspracherecht in ihren persönlichen Angelegenheiten. Es ist der Wille Gottes, der alles bestimmt, und sie müssen sich ihm vollständig unterwerfen: „Wenn Gott und Sein Gesandter eine Angelegenheit entschieden haben, steht es einem gläubigen Mann oder einer gläubigen Frau nicht zu, in dieser Angelegenheit eine freie Wahl für sich zu beanspruchen.
The fourth part makes an indirect reference to the case of Zaynab bint Jaĥsh, a cousin of the Prophet belonging to a noble Qurayshi family and her marriage to Zayd ibn Ĥārithah, a former slave given as a gift to Muĥammad long before his prophethood. The first thing it says about Zayd makes it clear that all believers, men and women, are subject to God’s decision in any matter; they do not even have a say in their own personal business. It is God’s will that determines everything, and they have to submit to it fully: “Whenever God and His Messenger have decided a matter, it is not for a believing man or a believing woman to claim freedom of choice in that matter.
Wer Gott und Seinem Gesandten ungehorsam ist, der irrt gewiss in einem offenkundigen Irrtum. (Vers 36)
Whoever disobeys God and His Messenger strays far into error.” (Verse 36)
Diese Ehe endet bald mit einer Scheidung, und die Situation liefert ein praktisches Beispiel für die Aufhebung der Wirkungen der Kindesadoption. Gottes Gesandter selbst wurde ausgewählt, dieses Beispiel zu geben, denn die Adoption war im arabischen Umfeld eine tief verwurzelte Tradition, und ihre praktischen Auswirkungen waren nur schwer zu durchbrechen. Daher sollte Gottes Gesandter diese neue Last als Teil seiner Sendung zur Gestaltung der neuen muslimischen Gesellschaft tragen: „Und als Zaid seine Ehe mit ihr beendet hatte, da haben Wir sie dir zur Frau gegeben, damit an den Gläubigen keine Schuld hafte, wenn sie die Frauen ihrer Adoptivsöhne heiraten, nachdem diese ihre Ehe mit ihnen beendet haben. Der Wille Gottes muss erfüllt werden.“ (Vers 37) Eine klare Aussage über die Art der Beziehung zwischen dem Propheten ﷺ und dem Gläubigen folgt dann: „Muhammad ist nicht der Vater irgendeines eurer Männer, sondern er ist der Gesandte Gottes und das Siegel aller Propheten.“ (Vers 40)
This marriage soon ends in divorce and the situation provides a practical example for the abolition of the effects of child adoption. God’s Messenger himself is chosen to provide this example, because adoption was a deeply rooted tradition in the Arabian environment, and its practical effects were very difficult to break. Hence, God’s Messenger was to bear this new burden as part of his mission to shape the new Muslim society: “Then, when Zayd had come to the end of his union with her, We gave her to you in marriage, so that no blame should attach to the believers for marrying the spouses of their adopted sons when the latter have come to the end of their union with them. God’s will must be fulfilled.” (Verse 37) A clear statement of the nature of the relation between the Prophet and the believer then follows: “Muĥammad is not the father of any one of your men, but is God’s Messenger and the seal of all prophets.” (Verse 40)
Dieser Abschnitt schließt mit klaren Anweisungen an den Propheten ﷺ und die Gläubigen: „Gib nicht den Ungläubigen und den Heuchlern nach, und sieh über ihre verletzenden Handlungen hinweg. Vertraue auf Gott; denn Gott allein ist all des Vertrauens würdig.“ (Vers 48)
This part concludes with clear directives to the Prophet and the believers: “Do not yield to the unbelievers and the hypocrites, and disregard their hurting actions. Place your trust in God; for God alone is worthy of all trust.” (Verse 48)
Der fünfte Teil beginnt mit einer Aussage über die Stellung einer Frau, die vor dem Vollzug der Ehe geschieden wird. Danach werden die ehelichen Verhältnisse des Propheten ﷺ geordnet, wobei festgelegt wird, welche Frauen ihm zu heiraten erlaubt und welche ihm verboten sind. Es folgen Anweisungen, die das Verhältnis zwischen den Muslimen und den Häusern und Ehefrauen des Propheten ﷺ bestimmen, sowohl zu seinen Lebzeiten als auch nach seinem Tod. Den Muslimen wird geboten, mit keinen anderen Männern als ihren Vätern, Söhnen, Brüdern, Neffen von väterlicher und mütterlicher Seite, anderen Frauen und ihren Sklaven zu verkehren. Es wird ferner festgestellt, dass jene, die den Propheten ﷺ und seine Ehefrauen zu verunglimpfen suchten, mit schwerer Strafe rechnen müssen; sie werden sowohl in diesem Leben als auch im Jenseits bestraft. Dies vermittelt den Eindruck, dass die Heuchler und andere häufig zu solcher Verunglimpfung greifen.
The fifth part begins by making a statement on the status of a woman who gets divorced before the consummation of her marriage. It moves on to organize the Prophet’s marital life, stating which women are lawful for him to marry and which are not. This is followed by directives defining the relation between Muslims and the Prophet’s homes and wives, both during his lifetime and after his death. It requires them not to mix with any men other than their fathers, sons, brothers, paternal and maternal nephews, other women and their slaves. It states that those who sought to disparage the Prophet and his wives would face severe punishment; they would be punished both in this life and the life to come. This gives us an impression that the hypocrites and others frequently resort to such disparagement.
Anschließend folgt eine Anweisung an die Frauen des Propheten, seine Töchter und alle muslimischen Frauen, einen Teil ihrer äußeren Gewänder über ihre Körper zu ziehen. „Dies wird eher dazu führen, dass sie erkannt und nicht belästigt werden.“ (Vers 59) Es warnt die Heuchler und andere, die ihnen ähneln, dass sie möglicherweise in ähnlicher Weise aus Madinah vertrieben werden könnten, wie es mit den beiden jüdischen Stämmen Qaynuqā` und al-Nađīr geschah, oder dass mit ihnen so verfahren werden könnte wie mit den Juden von Qurayẓa. All dies deutet darauf hin, dass diese Leute zu üblen Methoden griffen, um der muslimischen Gemeinde in Madinah zu schaden.
Then follows a directive to the Prophet’s wives, daughters and all Muslim women, to draw some of their outer garments over their bodies. “This will be more conducive to their being recognized and not affronted.” (Verse 59) It warns the hypocrites and others similar to them that they may be made to evacuate Madinah in a similar way as the two Jewish tribes of Qaynuqā` and al-Nađīr were made to do, or that they might be dealt with in the same way as the Qurayżah Jews. All this implies that these people resorted to foul methods to harm the Muslim community in Madinah.
Der letzte Teil der Sure erwähnt, dass die Menschen häufig nach der Stunde fragen. Auf solche Fragen wird einfach geantwortet, dass ihr Wissen bei Gott liegt. Sie müssen nur wissen, dass sie sehr nahe sein könnte. Darauf folgt ein Bild der Strafe, die am Tag des Gerichts verhängt wird. „An dem Tag, an dem ihre Gesichter im Feuer hin und her gewendet werden, werden sie sagen: ‚Wären wir doch Gott gehorsam gewesen und dem Gesandten gehorsam gewesen!‘“ (Vers 66) Ebenso wird beschrieben, wie die Ungläubigen dann gegenüber ihren Anführern empfinden, weil diese sie vom rechten Weg abgebracht haben: „Und sie werden sagen: ‚Unser Herr! Wir haben auf unsere Herren und unsere Oberen gehört, aber sie haben uns vom rechten Weg abgebracht. Unser Herr! Gib ihnen doppelte Strafe und verstoße sie gänzlich aus Deiner Gnade!‘“ (Verse 67–68)
The final part of the sūrah mentions that people frequently ask about the Last Hour. Such questions are answered simply by saying that its knowledge belongs to God. They only need to know that it could be very close. This is followed by an image of the punishment meted out on the Day of Judgement. “On the day when their faces shall be tossed about in the fire, they will say: ‘Would that we had obeyed God and obeyed His Messenger.’“ (Verse 66) It also describes how unbelievers then feel towards their leaders for having led them astray: “And they shall say: ‘Our Lord! We have paid heed to our masters and our leaders, but they have led us astray from the right path. Our Lord! Give double suffering, and banish them utterly from Your grace.’“ (Verses 67-68)
Die Sure endet mit einem äußerst kraftvollen Gedanken, der eine starke und nachhaltige Wirkung hinterlässt.
The sūrah ends on a highly powerful note that leaves a strong and lasting effect:
„Wir boten das Vertrauen den Himmeln, der Erde und den Bergen an, doch sie weigerten sich, es zu tragen, und fürchteten sich davor, es zu übernehmen. Doch der Mensch nahm es auf sich. Er war stets geneigt, ungerecht und töricht zu sein. So wird Gott die heuchlerischen Männer und Frauen bestrafen, ebenso wie die Männer und Frauen, die Ihm Teilhaber beigesellen; und Er wird sich den gläubigen Männern und Frauen barmherzig zuwenden. Gott ist Allvergebend, Barmherzig.“ (Verse 72-73)
“We offered the trust to the heavens and the earth and the mountains, but they refused to bear it and were afraid to receive it. Yet man took it up. He has always been prone to be wicked, foolish. So it is that God will punish the hypocrites, men and women, as well as the men and women who associate partners with Him; and He will turn in mercy to the believers, both men and women. God is Much-Forgiving, Merciful.” (Verses 72-73)
Diese Schlussfolgerung veranschaulicht die schwere Last, die der Menschheit im Allgemeinen und der muslimischen Gemeinschaft im Besonderen auferlegt ist, denn es ist diese Gemeinschaft, die diese große Treuhandschaft des Glaubens sowie deren Vertretung und Umsetzung auf individueller und gemeinschaftlicher Ebene trägt. Dies steht in vollkommenem Einklang mit der besonderen Atmosphäre der Sure und mit der Natur des sozialen Systems, das der Islam festlegt.
This conclusion illustrates the heavy burden placed on humanity in general and the Muslim community in particular, since it is this community that shoulders this great trust of faith as well as its advocacy and implementation at individual and community levels. This is in perfect harmony with the particular atmosphere of the sūrah, and with the nature of the social system Islam lays down.