Al-Nisa (Vollkommene soziale Moral) 15 - 28
Al-Nisa ( Perfect Social Morality ) 15 - 28
{Und was eure Frauen betrifft, die eine Schandtat begehen: Ruft vier aus euren Reihen als Zeugen gegen sie auf. Wenn sie bezeugen, dann haltet die schuldigen Frauen in ihren Häusern fest, bis der Tod sie holt oder Gott ihnen einen anderen Weg eröffnet.} (15)
As for those of your women who are guilty of gross immoral conduct, call upon four from among you to bear witness against them. If they so testify, then confine the guilty women to their houses until death takes them or God opens another way for them. (15)
Und wenn zwei von euch dasselbe Vergehen begehen, dann bestraft sie beide. Wenn sie bereuen und sich bessern, dann lasst sie in Ruhe. Gott ist der, der die Reue annimmt, der Barmherzige. (16)
And the two from among you who are guilty of the same, punish them both. If they repent and mend their ways, then leave them alone. God is the One who accepts repentance, the Merciful. (16)
Gott nimmt die Reue nur von denjenigen an, die Böses aus Unwissenheit tun und dann bald danach bereuen. Ihnen wendet Gott Sich in Seiner Barmherzigkeit zu. Gott ist Allwissend, Allweise. (17)
God will indeed accept the repentance of only those who do evil out of ignorance, and then repent shortly afterwards. It is they to whom God turns in His mercy. God is All-Knowing, Wise. (17)
Die Reue wird nicht von denen angenommen, die fortwährend Böses tun und, wenn dem einen von ihnen der Tod naht, sagen: „Jetzt bereue ich wirklich“; ebenso nicht von denen, die als Ungläubige sterben. Für diese haben Wir qualvolle Strafe bereitet. (18)
Repentance shall not be accepted from those who indulge in their evil deeds and, when death comes to any of them, he says: “I now repent”; nor from those who die as non- believers. For those We have prepared grievous suffering. (18)
Gläubige, es ist euch nicht erlaubt, Frauen wider ihren Willen zu erben, noch sie zurückzuhalten, damit ihr einen Teil dessen, was ihr ihnen gegeben habt, an euch bringt, es sei denn, sie begehen eine offenkundige Unzucht. Verkehrt mit ihnen auf gütige Weise. Und wenn ihr sie verabscheut, so mag es sein, dass ihr etwas verabscheut, worin Gott viel Gutes gelegt hat. (19)
Believers, it is unlawful for you to inherit women against their will, or to bar them from remarrying so that you may make off with part of what you have given them, except when they are guilty of a flagrant indecency. Consort with them in a goodly manner. Even if you are averse to them, it may well be that you are averse to something in which God has placed much good. (19)
Wenn ihr eine Frau gegen eine andere austauschen wollt und ihr der ersten einen großen Geldbetrag gegeben habt, so nehmt davon nichts zurück. Würdet ihr es denn zurücknehmen? Das wäre ein offenkundiges Unrecht und eine klare Sünde. (20)
If you wish to take one wife in place of another and you have given the first one a large sum of money, do not take away anything of it. Would you take it away though that constitutes a gross injustice and a manifest sin? (20)
Wie könnt ihr es euch nehmen, wo ihr doch miteinander vertraut gewesen seid und sie von euch ein äußerst feierliches Versprechen empfangen haben? (21)
How can you take it away when each of you has been privy with the other, and they have received from you a most solemn pledge? (21)
Heiratet nicht die Frauen, die eure Väter zuvor geheiratet haben, außer was bereits geschehen ist. Wahrlich, das ist eine schändliche, abscheuliche und üble Handlungsweise.
Do not marry women whom your fathers have previously married, unless it be a thing of the past. Surely, that is an indecent, abominable and evil practice.
(22)
(22)
Euch verboten [zur Ehe] sind eure Mütter, eure Töchter, eure Schwestern, eure Tanten väterlicherseits und mütterlicherseits, die Töchter eures Bruders und die Töchter eurer Schwester, eure Mütter, die euch gestillt haben, eure Milchschwestern, die Mütter eurer Ehefrauen, eure Stieftöchter – die eure Pflegekinder sind – geboren von euren Ehefrauen, mit denen ihr die Ehe vollzogen habt; wenn ihr aber die Ehe mit ihnen nicht vollzogen habt, begeht ihr keine Sünde [wenn ihr deren Töchter heiratet], und die Ehefrauen eurer leiblichen Söhne; und [verboten ist es], zwei Schwestern gleichzeitig als Ehefrauen zu haben, es sei denn, es ist etwas aus der Vergangenheit. Gott ist Allvergebend, Barmherzig. {(23)}
Forbidden to you [in marriage] are your mothers, your daughters, your sisters, your aunts paternal and maternal, your brother’s daughters and your sister’s daughters, your mothers who have given suck to you, your suckling sisters, the mothers of your wives, your stepdaughters — who are your foster children — born to your wives with whom you have consummated your marriage; but if you have not consummated your marriage with them, you will incur no sin [by marrying their daughters], and the wives of your own begotten sons; and [you are forbidden] to have two sisters as your wives at one and the same time, unless it be a thing of the past. God is Much-Forgiving, Merciful. (23)
Und [verboten sind euch] alle verheirateten Frauen, außer denen, die eure rechte Hand besitzt. Dies ist die Vorschrift Gottes, die für euch bindend ist. Erlaubt ist euch alles, was außer diesen liegt, sofern ihr sie mit euren eigenen Mitteln sucht, in Ehe und nicht in Unzucht. Denen, mit denen ihr die Ehe genießen wollt, gebt ihr die ihnen zustehende Morgengabe; doch begeht ihr keine Sünde, wenn ihr euch untereinander über etwas einigt, was freiwillig geschieht, auch nach dem, was als Pflicht festgelegt wurde. Gott ist wahrlich Allwissend, Allweise. (24)
And [forbidden to you are] all married women, other than those whom your right hands possess. This is God’s ordinance, binding upon you. Lawful to you are all women other than these, provided that, offering them of your own possessions, you seek to take them in wedlock, not in fornication. To those with whom you seek to enjoy marriage, you shall give the dowers due to them; but you will incur no sin if you agree among yourselves on any voluntary arrangement even after what has been stipulated by way of duty. God is indeed All- Knowing, Wise. (24)
Wer von euch nicht in der Lage ist, aus Umständen heraus eine freie gläubige Frau zu heiraten, der kann eine gläubige Magd aus denen heiraten, die eure rechte Hand besitzt. Gott weiß bestens über euren Glauben Bescheid:
Any of you who, owing to circumstances, is not in a position to marry a free believing woman may marry a believing maiden from among those whom your right hands possess. God knows all about your faith:
Ihr gehört einander. Heiratet sie daher mit Einwilligung ihrer Familien und gebt ihnen ihre Brautgaben in angemessener Weise, als keusche Frauen, die sich in ehrbarer Ehe hingeben, nicht in Unzucht, und nicht als Frauen, die heimliche Liebhaber haben.
you belong to one another. Marry them, then, with their people’s consent and give them their dowers in an equitable manner, as chaste women who give themselves in honest wedlock, not in fornication, nor as women who have secret love companions.
Wenn sie nach ihrer Eheschließung eine offenkundige Unzucht begehen, so sollen sie die Hälfte der Strafe erleiden, die für freie Frauen vorgesehen ist. Diese Bestimmung gilt für diejenigen unter euch, die fürchten, in Sünde zu fallen. Doch es ist besser für euch, geduldig zu sein. Gott ist Allvergebend, Barmherzig.
If after their marriage, they are guilty of gross immoral conduct, they shall be liable to half the penalty to which free women are liable. This provision applies to those of you who fear to stumble into sin. Yet it is better for you to be patient. God is Much- Forgiving, Merciful. (25)
Gott möchte euch dies alles klarmachen, euch auf die rechten Wege derer leiten, die vor euch lebten, und sich euch in Seiner Barmherzigkeit zuwenden. Gott ist Allwissend, Allweise. (26)
God wants to make all this clear to you and to guide you in the [righteous] ways of life of those who have preceded you, and to turn to you in His mercy. God is All- Knowing, Wise. (26)
Und Gott will Sich euch in Seiner Barmherzigkeit zuwenden, während jene, die ihren Begierden folgen, wollen, dass ihr weit abirrt. (27)
And God wants to turn to you in His mercy, while those who follow their lusts want you to go very far astray. (27)
Gott möchte euch Erleichterung schenken, denn der Mensch wurde schwach erschaffen. (28)
God wants to lighten your burdens; for man has been created weak. (28)
Überblick
Overview
Der erste Abschnitt dieser Sure befasste sich mit der Organisation der muslimischen Gesellschaft und der Beseitigung aller Spuren heidnischer Vorstellungen aus ihrem System, indem er Waisen Garantien gab und ihr Vermögen innerhalb ihrer Familien und innerhalb der Gemeinschaft schützte. Er hat sich auch mit dem Erbrechtssystem beschäftigt. All diese Garantien wirken innerhalb des islamischen Systems, das von Gott, dem Herrn aller Menschen, vorgegeben ist. Er hat sie alle aus einer einzigen Seele erschaffen und hat die menschliche Gesellschaft mit der Familie als ihrer Grundeinheit eingerichtet, wobei gegenseitige Fürsorge ihr leitendes Prinzip ist. Darüber hinaus müssen alle ihre Angelegenheiten innerhalb der von Gott gesetzten Grenzen geregelt werden, auf der Grundlage Seines vollkommenen Wissens und Seiner unendlichen Weisheit. Sie empfangen ihren Lohn oder erleiden ihre Strafe entsprechend davon, ob sie Ihm in all dem gehorchen oder Ihm ungehorsam sind.
The first passage of this sūrah dealt with the organisation of Muslim society and the eradication of all traces of pagan beliefs from its system by providing guarantees to orphans and protecting their wealth within their families and within the community. It has also dealt with the system of inheritance. All these guarantees work within the Islamic system outlined by God, the Lord of all people. He has created them all of a single soul, and He has established human society with the family as its basic unit, making mutual care its guiding principle. Moreover, all their affairs must be regulated within the bounds set by God on the basis of His perfect knowledge and infinite wisdom. They receive their reward or suffer their punishment according to whether they obey or disobey Him in all this.
In diesem zweiten Abschnitt verfolgt die Sure weiterhin ihr Ziel, die muslimische Gesellschaft zu ordnen und von jeder groben Unzucht zu reinigen. Sie sieht die Absonderung derer vor, die solche Unzucht begehen, Männer wie Frauen, und öffnet zugleich die Tür für diejenigen unter ihnen, die bereuen, sich läutern und ein sauberes und keusches Leben führen wollen. Sie befreit außerdem die Frauen von der Erniedrigung und Ungerechtigkeit, die sie unter den unwissenden Ordnungen erlitten hatten, damit die Familie ihre feste und gesunde Grundlage erhalten kann. Nur so ließ sich die Gesellschaft auf festen Fundamenten und in einer reinen Atmosphäre errichten. Den Abschnitt beschließt eine Aufzählung der Frauen, die einem Mann nach islamischem Recht zur Ehe verboten sind. Dies bildet einen Teil der Ordnung des Familienlebens.
In this second passage, the sūrah continues with its purpose of organising Muslim society, aiming at purifying it of all gross indecency. It provides for the isolation of those who commit such indecency, men and women, while at the same time opening the door for those of them who want to repent, purify themselves and lead a clean and chaste life. It also rescues women from what they used to suffer of humiliation and injustice under ignorant systems, so that the family could establish its firm and sound basis. That was the only way to build the society on firm foundations and within a clean atmosphere. It concludes with giving a list of the women whom a man is forbidden to marry under Islamic law. This constitutes a part of the organisation of family life.
Erster Schritt zur Beseitigung der Unsittlichkeit
First Step Towards Eradicating Immorality
Und diejenigen eurer Frauen, die eine schamlose Tat begehen: Nehmt vier von euch als Zeugen gegen sie. Wenn sie bezeugen, dann haltet die schuldigen Frauen in ihren Häusern fest, bis der Tod sie hinwegnimmt oder Gott ihnen einen anderen Weg eröffnet. (Vers 15) Und die zwei von euch, die sich derselben Tat schuldig machen, bestraft beide. Wenn sie bereuen und sich bessern, dann lasst sie in Ruhe. Gott ist der, der die Reue annimmt, der Barmherzige. (Vers 16)
As for those of your women who are guilty of gross immoral conduct, call upon four from among you to bear witness against them. If they so testify, then confine the guilty women to their houses until death takes them or God opens another way for them. (Verse 15) And the two from among you who are guilty of the same, punish them both. If they repent and mend their ways, then leave them alone. God is the One who accepts repentance, the Merciful. (Verse 16)
Der Islam legt hier sein Verfahren dar, das auf die Läuterung und Reinigung der Gesellschaft abzielt. Zunächst entscheidet er sich dafür, jene Frauen, die Ehebruch begehen, von der übrigen Gemeinschaft zu isolieren, sobald ihre Schuld erwiesen ist. Ebenso entscheidet er sich dafür, jene Männer, die sexuell pervertiert sind, körperlich zu bestrafen, ohne die Art der Strafe oder ihre Beschaffenheit näher zu bestimmen. Zu einem späteren Zeitpunkt entschied der Islam, für solche Männer und Frauen dieselbe Strafe zu verhängen, nämlich Auspeitschung, wie sie in Sure 24, Das Licht, bzw. Al-Nūr, erläutert wird, sowie Steinigung zum Tode, wie sie in der Sunnah erläutert wird. Das letztendliche Ziel jeder dieser Strafen ist der Schutz der Gesellschaft sowie die Wahrung ihrer Ehre und Sittlichkeit.
Islam defines here its method, which aims at the cleansing and purification of society. In the first instance, it chooses to isolate those women who commit adultery from the rest of the community, once their guilt is proven. It also chooses to inflict physical punishment on those men who are sexually perverted, without specifying the type of punishment or its nature. At a later stage, Islam chose to mete out the same punishment to such men and women, which is flogging as explained in Sūrah 24, The Light, or Al-Nūr, and stoning to death as explained by the Sunnah. The ultimate aim of either punishment is to protect society and to guard its honour and morality.
In jeder Situation und bei jeder Strafe sieht das islamische Recht Garantien vor, die es äußerst schwierig machen, dass Unrecht geschieht, und die es nahezu unmöglich machen, dass eine Strafe aufgrund von Verdacht oder einer Verwechslung der Person verhängt wird. Dies war besonders wichtig, da die vorgeschriebene Strafe eine so schwerwiegende Auswirkung auf das Leben der Menschen haben konnte: „Und diejenigen eurer Frauen, die sich einer schweren Unzucht schuldig machen, bringt gegen sie vier aus euren Reihen als Zeugen bei. Und wenn sie bezeugen, dann haltet die Schuldigen in den Häusern fest, bis der Tod sie hinwegnimmt oder Gott ihnen einen anderen Weg eröffnet.“ (Vers 15)
Eine vollkommen moralische Gesellschaft
A Perfectly Moral Society
Diese Urteile zeigen sehr deutlich, dass der Islam von seinen frühesten Tagen an bestrebt war, die Unsittlichkeit aus der muslimischen Gesellschaft auszurotten. Er wartete nicht, bis er in Madinah seinen Staat errichtet hatte, bevor er Gesetze erließ, die von der herrschenden Autorität umzusetzen waren.
These rulings show very clearly that Islam was intent, from its very early days, to eradicate immorality from Muslim society. It did not wait until it established its state in Madinah before it promulgated laws to be implemented by the ruling authority.
Stattdessen wurde das Verbot des Ehebruchs in Sure 17, Die Nachtreise, oder Al-Isrā’, die in Makkah offenbart wurde, festgelegt: „Und nähert euch nicht der Unzucht; denn sie ist eine Schandtat und ein übler Weg.“ (17: 32) Ferner werden in Sure 23, Die Gläubigen, oder Al-Mu’minūn, erfolgreiche Gläubige als Menschen beschrieben, „die ihre Scham hüten, [und nicht ihre Begierden befriedigen] außer bei ihren Ehefrauen“. (23: 4-5) Dieselbe Beschreibung wird in Sure 70, Die Stufen des Aufstiegs, oder Al-Ma`ārij, wiederholt.
Instead, the prohibition of adultery was stated in Sūrah 17, The Night Journey, or Al- Isrā’, which was revealed in Makkah: “Do not come near to adultery: for it is an abomination and an evil way.’’ (17: 32) Again, in Sūrah 23, The Believers, or Al- Mu’minūn, successful believers are described as people “who are mindful of their chastity, [not seeking to satisfy their desires] except with their wives”. (23: 4-5) The same description is repeated in Sūrah 70, The Ascending Stairways, or Al-Ma`ārij.
Alle diese Sūren wurden in Makka offenbart, zu einer Zeit, als der Islam weder einen Staat noch Macht besaß. Daher wurden für dieses Vergehen keine bestimmten Strafen festgelegt, obwohl sein Verbot bereits in Makka etabliert wurde. Erst als in Madīna ein Staat mit Macht errichtet wurde, wurden Strafen bestimmt. Mündliche Weisungen und Anordnungen reichten nicht mehr aus, um solche Verbrechen zu beenden und die Gesellschaft zu schützen. Der Islam ist eine praktische Religion, die anerkennt, dass die Macht des Staates für die Umsetzung der Gesetze notwendig ist. Nach dem Islam ist die Religion das System, durch das das praktische Leben der Menschen geregelt wird. Sie besteht nicht bloß aus Gefühlen und abstrakten Werten.
All these sūrahs were revealed in Makkah when Islam enjoyed neither a state nor authority. Hence, no specific punishments were given for this offence, although its prohibition was established in Makkah. Only when a state that exercised power was established in Madinah, were punishments defined. Verbal directives and instructions were no longer sufficient to put an end to such crimes and protect society. Islam is a practical religion that appreciates that the power of the state is needed for the implementation of laws. According to Islam, religion is the system by which to regulate people’s practical life. It is not mere feelings and abstract values.
Der sicherste Weg zur menschlichen Vernichtung
The Surest Way To Human Destruction
Es sollte uns nicht überraschen, dass der Islam die Unmoral sehr ernst nimmt und sich mit großem Einsatz für ihre vollständige Ausrottung einsetzt. Das wichtigste Merkmal der Jāhili-Gesellschaften (der unwissenden Gesellschaften) zu allen Zeiten, wie wir es heute auf der ganzen Welt beobachten, ist die Zügellosigkeit und das Abstreifen aller moralischen und rechtlichen Hemmungen. So wird Promiskuität zu einem Aspekt der persönlichen Freiheit, der nur von intoleranten Prüden abgelehnt wird. Menschen in unwissenden Gesellschaften mögen bereit sein, freiwillig oder unfreiwillig auf ihre gesamte menschliche Freiheit zu verzichten, nicht aber auf ihre „tierische“ Freiheit. Sie werden sich auch gegen jeden erheben, der sich der Promiskuität widersetzt und versucht, ihre moralischen Maßstäbe zu regulieren.
It should not come as a surprise to us that Islam takes a very serious view of immorality and works hard for its total eradication. The most important feature of Jāhili (ignorant) societies throughout all ages, as we see today across the globe, is permissiveness and the shedding of all moral and legal inhibitions. Thus, promiscuity becomes an aspect of personal freedom that is only opposed by intolerant prudes. People living in ignorant societies may agree to forgo, willingly or unwillingly, all their human freedom but not their “animal” freedom. They will also rise up in arms against anyone who opposes promiscuity and tries to regulate their moral standards.
In unwissenden Gesellschaften wirken alle Systeme zusammen, um die moralischen Schranken niederzureißen, die natürlichen Hemmungen im Menschen zu schwächen, die Zügellosigkeit in einem harmlosen Gewand erscheinen zu lassen und übermäßige Promiskuität ohne Kontrolle und Aufsicht gewähren zu lassen. Dies führt unweigerlich zur Schwächung der familiären und gesellschaftlichen Kontrollen, zur Verspottung natürlicher, gesunder Empfindungen, die sich vor Zügellosigkeit ekeln, und zur Verherrlichung sowohl der körperlichen als auch der seelischen Nacktheit und all ihrer Ausdrucksformen.
In ignorant societies, all systems collaborate to destroy moral barriers, weaken natural controls within man, give an innocent appearance to permissiveness and allow excessive promiscuity to run without checks or controls. This inevitably leads to the weakening of family and social controls, to the ridicule of natural, healthy feelings which are disgusted by permissiveness, and to the glorification of both physical and emotional nudity and all its methods of expression.
Der Islam versucht, die menschlichen Empfindungen und Gesellschaften von all diesen Merkmalen der zügellosen Unwissenheit zu reinigen. Man braucht nur die Dichtung von Imru’l-Qais, dem berühmten Dichter des vorislamischen Arabiens, zu lesen, um enge Ähnlichkeiten mit der Dichtung des antiken Griechenlands und der des Römischen Reiches zu finden. Man wird auch enge Ähnlichkeiten mit den Künsten und der Literatur der zeitgenössischen Jāhiliyyah (oder des Zustands der Unwissenheit), arabischer wie nichtarabischer, feststellen. Wenn wir zudem die gesellschaftlichen Traditionen, die Stellung der Frau und die Freizügigkeit in allen Jāhiliyyah-Gesellschaften, antiken wie zeitgenössischen, untersuchen, müssen wir zwangsläufig zu dem Schluss kommen, dass sie alle von demselben Konzept ausgehen und ähnliche Parolen übernehmen.
Das Wesen der aufrichtigen Reue
Essence Of True Repentance
Gott nimmt die Reue nur von denjenigen an, die Böses aus Unwissenheit tun und sich danach bald wieder bekehren. Ihnen wendet sich Gott in Seiner Barmherzigkeit zu. Gott ist Allwissend, Allweise. Die Reue wird aber nicht angenommen von jenen, die fortwährend Böses tun, bis dann, wenn der Tod einem von ihnen naht, er spricht: „Nun bereue ich.“ Auch nicht von denen, die als Ungläubige sterben. Für sie haben Wir qualvolle Strafe bereitet.
God will indeed accept the repentance of only those who do evil out of ignorance, and then repent shortly afterwards. It is they to whom God turns in His mercy. God is All-Knowing, Wise. Repentance shall not be accepted from those who indulge in their evil deeds and, when death comes to any of them, he says: “I now repent”; nor from those who die as non-believers. For those We have prepared grievous suffering.
(Verse 17-18)
(Verses 17-18)
Während der Islam Strafen vorschreibt, verschließt er den Sündern nicht die Tür, wenn sie nach der Einsicht in ihre Schuld wieder in die Gesellschaft zurückkehren möchten.
While Islam prescribes punishment, it does not slam the door in the face of sinners, should they want to return to society after having realised their guilt.
Tatsächlich ermutigt der Islam sie dazu und eröffnet ihnen den Weg, Reue zu zeigen und sich zu läutern. Die Ermutigung ist so nachdrücklich, dass Gott die Annahme der Reue, sobald sie aufrichtig und ernsthaft ist, zu einer Pflicht macht, die Er in Seiner Herrlichkeit aus freiem Willen sich selbst auferlegt. Darin ist Seine Gnade größer, als irgendjemand erwarten könnte.
Indeed, Islam encourages them and opens the way for them to repent and purify themselves. The encouragement is so emphatic that God makes acceptance of repentance, once it is genuine and sincere, a duty which He in His glory imposes on Himself by His Own free will. In this, His grace is more than anyone can expect.
Wir haben in der Vergangenheit über die Reue und ihre Annahme gesprochen, als wir den Vers kommentierten, der die wahrhaft Gläubigen als jene beschreibt, die „wenn sie eine schändliche Tat begehen oder sich selbst Unrecht tun, an Gott denken und um Vergebung für ihre Sünden bitten“. (3:135) Alles, was wir damals dargelegt haben, ist auch hier von Bedeutung.
We have spoken about repentance and its acceptance in the past, when we commented on the verse which describes the true believers as those who “when they commit a gross indecency or wrong themselves, remember God and pray for the forgiveness of their sins”. (3: 135) All that we have stated on that occasion is relevant here.
Eine neue Art, Frauen zu behandeln
A New Way To Treat Women
Das nächste Thema in diesem Abschnitt sind die Frauen. Frauen wurden im vorislamischen Arabien sehr schlecht behandelt, so wie sie in allen umliegenden unwissenden Gesellschaften schlecht behandelt wurden.
The next theme in this passage is women. Women were treated very badly in pre- Islamic Arabia, as they were treated badly in all surrounding ignorant societies.
Nirgendwo in diesem Gebiet wurden Frauen Menschenrechte zugestanden. Vielmehr nahmen sie eine weit untergeordnetere Stellung ein als Männer, so sehr, dass sie eher unbelebten Gegenständen glichen. Zugleich dienten sie der Unterhaltung und dem Vergnügen, wurden als Sexualobjekte behandelt, um fleischliche Begierden zu befriedigen. Darüber hinaus wurden Frauen als Gegenstand pornografischer Kunst und Literatur benutzt. Der Islam kam, um die Frauen von all diesem Schmutz zu reinigen, und gab ihnen ihre natürliche Stellung zurück, damit sie ihre Rolle in der Familie und in der menschlichen Gesellschaft erfüllen können. Die Stellung, die der Islam der Frau gibt, entspricht dem allgemeinen Grundsatz, der zu Beginn dieser Sure genannt wird: „Ihr Menschen, fürchtet euren Herrn, der euch aus einem einzigen Wesen erschaffen hat, und aus ihm erschuf er seine Gefährtin, und aus den beiden verbreitete er viele Männer und Frauen.“ {Sure 4:1} Der Islam bestrebte sich außerdem, das Niveau der Gefühle in ehelichen Beziehungen von der niedrigen tierischen Ebene auf ihre höchste menschliche Ebene zu heben. Er verleiht ihnen Untertöne gegenseitiger Achtung, Zuneigung und Fürsorge und stellt sie auf ein weit festeres Fundament, sodass sie Erschütterungen und Wutausbrüchen standhalten können.
Nowhere in that area were human rights extended to women. Indeed, women were given a position much inferior to that of men so much so that they were more akin to inanimate objects. They were, at the same time, used for entertainment and pleasure, treated as sexual objects in order to satisfy carnal desires. Moreover, women were used as subject matter for pornographic arts and literature. Islam came to purify women of all that filth, giving them back their natural position in order to play their role in the family and in human society. The position Islam gives to women is that which accords with the general principle stated at the outset of this sūrah: “Mankind, fear your Lord, who has created you from a single soul, and from it created its mate, and from the two of them spread abroad so many men and women.” (Verse 1) Islam also sought to raise the standard of feelings in marital relationships from the low animal level to their highest human level. It adds to them overtones of mutual respect, affection and care, and places them on a much more solid foundation so that they can withstand shocks and outbursts of temper.
Gläubige, es ist euch nicht erlaubt, Frauen wider ihren Willen zu erben, noch sie daran zu hindern, erneut zu heiraten, damit ihr einen Teil dessen an euch bringt, was ihr ihnen gegeben habt, es sei denn, sie haben sich eines offenkundigen Vergehens schuldig gemacht. Behandelt sie in Güte. Und wenn euch an ihnen etwas missfällt, so mag es sein, dass euch etwas missfällt, worin Gott viel Gutes gelegt hat. (Vers 19)
Eheverträge, die stets eingehalten werden müssen
Marriage Conditions To Be Always Respected
Wenn ihr eine Frau gegen eine andere austauschen wollt und ihr der einen einen großen Geldbetrag gegeben habt, so nehmt davon nichts zurück. Wolltet ihr es etwa zurücknehmen, obwohl dies ein offenkundiges Unrecht und eine klare Sünde ist? Wie könntet ihr es zurücknehmen, wo ihr doch miteinander vertraut geworden seid und sie von euch ein feierliches Versprechen erhalten hat? Heiratet keine Frauen, die schon eure Väter geheiratet haben, außer was bereits vergangen ist. Gewiss, dies ist eine schändliche, abscheuliche und üble Handlungsweise.
If you wish to take one wife in place of another and you have given the first one a large sum of money, do not take away anything of it. Would you take it away though that constitutes a gross injustice and a manifest sin? How can you take it away when each of you has been privy with the other, and they have received from you a most solemn pledge? Do not marry women whom your fathers have previously married, unless it be a thing of the past. Surely, that is an indecent, abominable and evil practice.
(Verse 20–22)
(Verses 20- 22)
Wenn solche menschlichen Ideale in die Praxis umgesetzt werden und dennoch festgestellt wird, dass das Leben im Familienhaus unerträglich geworden ist und es für Mann und Frau besser sein mag, sich zu trennen, dann nimmt die geschiedene Frau ihre gesamte Brautgabe und alles, was sie geerbt hat, an sich. Der Ehemann darf ihr keinen Teil davon wegnehmen, so groß der Betrag auch sein mag. Jemandem einen Teil davon wegzunehmen ist offensichtlich sündhaft: „Und wenn ihr eine Frau gegen eine andere eintauschen wollt und ihr der einen einen Zentner (Gold) gegeben habt, dann nehmt nichts davon zurück. Wollt ihr es denn zurücknehmen, indem ihr es mit Verleumdung und offenkundiger Sünde tut?“ (Vers 20)
When such human ideals are put into practice, and it is found, nevertheless, that life in the family home has become intolerable and that it may be better for both the man and his wife to separate, then a divorced woman takes all her dowry and whatever she has inherited. The husband cannot take away any part of it, plentiful as it may be. To take away any part of it is evidently sinful: “If you wish to take one wife in place of another and you have given the first one a large sum of money, do not take away anything of it. Would you take it away though that constitutes a gross injustice and a manifest sin?” (Verse 20)
Darauf folgt eine feine Anspielung, die von der engen Vertrautheit des Familienlebens inspiriert ist: „Wie könntet ihr es zurücknehmen, wo ihr doch einander nahegekommen seid und sie von euch ein feierliches Versprechen erhalten haben?“ (Vers 21) Der arabische Ausdruck, den wir hier mit „einander nahegekommen sein“ wiedergegeben haben, hat weit umfassendere und feinere Bedeutungen. Er ist keineswegs auf körperliche Vertrautheit beschränkt. Er bedeutet nicht nur, dass sich ein Ehepaar einander hingegeben hat. Er umfasst Gefühle, Reaktionen und das Teilen von Geheimnissen, Problemen und Sorgen. Wenn wir über diesen Vers nachdenken, drängen sich zahlreiche Bilder des ehelichen Lebens auf, die zeigen, was zwischen Mann und Frau in jedem Augenblick der Nacht und des Tages geschieht. Vergangene Erinnerungen werden wach. Sie sind einander nahegekommen in ihren Ausdrucksformen der Liebe, in ihren glücklichen Momenten, in dem, was sie an Hoffnungen und Problemen miteinander geteilt haben, in ihrem Streben nach einer glücklicheren Gegenwart und einer helleren Zukunft, in ihren gemeinsamen Gedanken über ihre Kinder.
Frauen, die zu heiraten uns untersagt ist
Women Whom We Are Forbidden To Marry
Verboten für euch [zur Ehe] sind eure Mütter, eure Töchter, eure Schwestern, eure Tanten väterlicherseits und mütterlicherseits, die Töchter eures Bruders und die Töchter eurer Schwestern, eure Mütter, die euch gestillt haben, eure Milchschwestern, die Mütter eurer Ehefrauen, eure Stieftöchter – die unter eurer Obhut stehen – geboren von euren Ehefrauen, mit denen ihr die Ehe vollzogen habt; wenn ihr die Ehe aber mit ihnen nicht vollzogen habt, begeht ihr keine Sünde [wenn ihr deren Töchter heiratet], ebenso die Ehefrauen eurer leiblichen Söhne; und [verboten ist es], zwei Schwestern gleichzeitig zu Ehefrauen zu haben, es sei denn, es liegt in der Vergangenheit. Gott ist Allvergebend, Barmherzig.
Forbidden to you [in marriage] are your mothers, your daughters, your sisters, your aunts paternal and maternal, your brothers’ daughters and your sisters’ daughters, your mothers who have given suck to you, your suckling sisters, the mothers of your wives, your stepdaughters — who are your foster children — born to your wives with whom you have consummated your marriage; but if you have not consummated your marriage with them, you will incur no sin [by marrying their daughters], and the wives of your own begotten sons; and [you are forbidden] to have two sisters as your wives at one and the same time, unless it be a thing of the past. God is Much- Forgiving, Merciful. (Verse 23)
Nun nennt die Sure im Einzelnen die Kategorien von Frauen, die wir nicht heiraten dürfen.
Now the sūrah mentions in detail the classes of women whom we may not marry.
Dies ist eine der Maßnahmen, die dazu dienen, die Familie und die Gesellschaft als Ganzes zu ordnen.
This is one of the measures designed to organise the family and society as a whole.
Alle Gesellschaften, primitive wie hochentwickelte, verbieten die Ehe mit bestimmten Frauen.
All societies, primitive and sophisticated, ban marriage with certain women.
Verschiedene Nationen haben unterschiedliche Gründe für solche Verbote und unterschiedliche Kategorien von Frauen, die ein Mann nicht heiraten darf. Primitive Gesellschaften haben in der Regel einen weiten Bereich des Verbots, während zivilisierte Gesellschaften diesen Bereich erheblich einengen.
Different nations have different reasons for such prohibitions and different classes of women whom a man cannot marry. Primitive societies normally have a wide area of prohibition, while civilised societies narrow that area considerably.
Im Islam werden die Frauen, die für die Ehe unerlaubt sind, in drei Versen erwähnt:
Das Verbrechen, freien Geschlechtsverkehr zu befürworten
The Crime Of Advocating Free Sex
Und (verboten sind euch) alle verheirateten Frauen, außer denen, die eure rechte Hand besitzt. Dies ist die Vorschrift Gottes, die euch bindet. Erlaubt ist euch alles, was außer diesen liegt, sofern ihr sie mit euren eigenen Mitteln sucht, in Ehe und nicht in Unzucht. (Vers 24)
And (forbidden to you are) all married women, other than those whom your right hands possess. This is God’s ordinance, binding upon you. Lawful to you are all women other than these, provided that, offering them of your own possessions, you seek to take them in wedlock not in fornication. (Verse 24)
Der erste Satz dieses Verses macht deutlich, dass verheiratete Frauen durch ihre Ehe für andere Frauen nicht erlaubt sind, um geheiratet zu werden. Das bedeutet, dass Polyandrie im Islam verboten ist. Dies steht im Einklang mit der grundlegenden Regel der islamischen Gesellschaft, die die Familie zu ihrer Grundeinheit macht. Sie muss gegen jede Verwirrung in den Beziehungen geschützt werden, die aus „sexuellem Kommunismus“ oder Promiskuität entstehen kann.
The first sentence in this verse makes it clear that married women are, as a result of their marriage, not lawful for other women to marry. This means that polyandry is forbidden in Islam. This is in line with the basic rule in Islamic society that makes the family its constituent unit. It must be protected against any confusion in relationships that may result from “sexual communism” or promiscuity.
Die Familie, die durch eine öffentlich geschlossene Ehe entsteht, in der eine Frau und ein Mann vereint werden, um die Bewahrung der Keuschheit sicherzustellen, ist das vollkommene System, das sich der menschlichen Natur fügt und den wirklichen Bedürfnissen des Menschen entspricht. Es ist ein System, das den Zielen des menschlichen Lebens dient, die über die sexuellen Bedürfnisse des Menschen hinausgehen, und hilft, die Ziele der menschlichen Gesellschaft zu erreichen. Es sichert außerdem den Seelenfrieden des Einzelnen, der Familie und der Gemeinschaft.
The family, which comes into existence through a marriage made in public to unite one woman with one man in order to ensure the preservation of chastity, is the perfect system which fits in with human nature and meets the real needs of man. It is a system that serves the objectives of human life, which transcend man’s sexual needs, and helps achieve the goals of human society. It also ensures peace of mind for the individual, the family and the community.
Jeder weiß, dass das menschliche Kind eine weit längere Zeit der Erziehung benötigt als der Nachwuchs irgendeines Tieres. Darüber hinaus braucht das Kind eine ebenso lange Zeit an Bildung, um die Anforderungen des zivilisierten menschlichen Lebens zu begreifen.
Legitime Beziehungen
Legitimate Relationships
„[Verboten für euch sind] alle verheirateten Frauen, außer denen, die eure rechte Hand besitzt.“ Diese Ausnahme gilt für Frauen, die in den Dschihād-Feldzügen in die Gefangenschaft der Muslime gerieten. Diese mochten vor ihrer Gefangennahme Ehemänner in ihren Ländern gehabt haben, die mit der muslimischen Gemeinschaft im Krieg blieben. Durch die räumliche Entfernung waren somit ihre Beziehungen zu ihren ungläubigen Ehemännern abgebrochen. Da sie im Land des Islam keine Ehemänner hatten, befanden sie sich in derselben Lage wie unverheiratete Frauen. Es genügte, sich zu vergewissern, dass sie nicht schwanger waren, indem man eine Wartezeit von einem Menstruationszyklus einhielt.
“[Forbidden to you are] all married women, other than those whom your right hands possess.” This exception is made in the case of women who fell captive to Muslims in their jihād campaigns. These might, prior to their captivity, have had husbands in their countries which remained at war with the Muslim society. Thus, the physical distance separating them severed their relationships with their unbelieving husbands. As they had no husbands in the land of Islam, they were in the same position as unmarried women. It was sufficient to ascertain that they were not pregnant by observing a waiting period consisting of one menstruation cycle.
Danach war es ihnen erlaubt zu heiraten, wenn sie Muslime wurden.
Thereafter, it was legitimate for them to marry, if they became Muslims.
Andererseits war es für eine Person, der eine solche Kriegsgefangene gehörte, erlaubt, mit ihr als jemandem, „den seine rechte Hand besaß“, Geschlechtsverkehr zu haben. Dies galt unabhängig davon, ob die Frau Muslimin wurde oder nicht.
Alternatively, it was legitimate for a person to whom such a captive woman belonged to have sex with her as “one whom his right hand possessed”. This applied whether the woman became a Muslim or not.
Wir haben bereits ausführlich die Haltung des Islams gegenüber der Sklaverei dargelegt (Band I, S. 262–4). Weitere Erläuterungen werden im Kommentar zur Sūrah 47 mit dem Titel Muĥammad gegeben. Für unseren Zweck genügt es hier, darzulegen, dass der Islam in der Frage der Versklavung von Kriegsgefangenen den Grundsatz der Gleichbehandlung mit seinen Feinden übernahm. Der Islam war seinen Feinden im menschenwürdigen Umgang mit Sklaven stets überlegen. Dies war unvermeidlich, denn die Versklavung von Kriegsgefangenen war eine internationale Einrichtung, die der Islam nicht einseitig abschaffen konnte.
We have already explained in detail the attitude of Islam towards slavery (Volume I, pp. 262-4). Further explanation will be given in the commentary on Sūrah 47, entitled Muĥammad. It is sufficient for our purpose here to explain that in the matter of imposing slavery on war captives, Islam adopted the rule of equal treatment with its enemies. Islam has always been superior to its enemies in its kind treatment of slaves as human beings. This was inevitable because the enslavement of war captives was an international institution that could not be unilaterally abolished by Islam.
Brautgabe als Bedingung der Ehe
Dowry As A Condition Of Marriage
Nachdem die Sure diejenigen Frauen festgelegt hat, mit denen ein Muslim nicht verheiratet sein darf, und diese Verbote mit den Geboten und Anordnungen Gottes verknüpft, fährt sie fort, den Bereich zu bestimmen, innerhalb dessen Menschen ihr natürliches Verlangen durch die Ehe stillen dürfen. Sie legt den Weg dar, den Gott für die Gemeinschaft zwischen den beiden Geschlechtern billigt, und der zur Gründung von Familien führt. Auf diese Weise bereitet das Zusammentreffen der beiden Geschlechter Freude in Reinheit. „Erlaubt ist euch alles, was außer diesen Frauen liegt, sofern ihr sie mit euren eigenen Mitteln zur Ehe begehrt und nicht zur Unzucht. Denjenigen, mit denen ihr die Ehe genießen wollt, sollt ihr die ihnen zustehende Morgengabe geben; doch begeht ihr keine Sünde, wenn ihr euch untereinander auf eine freiwillige Vereinbarung einigt, auch nach dem, was als Pflicht festgesetzt wurde. Gott ist wahrlich allwissend, weise.“ (Vers 24)
Now that the sūrah has defined the women with whom a Muslim may not be married, linking such prohibition of marriages to God’s decrees and ordinances, it goes on to define the area within which people may satisfy their natural desire through marriage. It sets out the way God approves of for the companionship between the two sexes, which leads to the establishment of families. In this way, the meeting between the two sexes provides enjoyment with purity. “Lawful to you are all women other than these, provided that, offering them of your own possessions, you seek to take them in wedlock not in fornication. To those with whom you seek to enjoy marriage, you shall give the dowers due to them; but you will incur no sin if you agree among yourselves on any voluntary arrangement even after what has been stipulated by way of duty. God is indeed All-Knowing, Wise.” (Verse 24)
Dieser Koranvers besagt, dass die Ehe mit jeder Frau, außer denjenigen, die als verboten aufgeführt sind, erlaubt ist. Wer eine solche Ehe eingehen möchte, darf von seinem Vermögen als Brautgabe ausgeben, nicht um außerhalb des Ehebandes Genuss zu erkaufen.
This Qur’ānic verse states that marriage with any woman other than those listed as forbidden is legitimate. Anyone who wishes to have such a marriage may spend of his money, by way of dowry, not to buy enjoyment outside the marriage bond.
Daher erklärt der Vers: „Vorausgesetzt, dass ihr sie mit euren eigenen Mitteln zu nehmen begehrt, um sie zu heiraten, und nicht im Unzuchtsverkehr.“ Diese Bedingung wird völlig klar genannt, noch bevor der Satz zu Ende geführt ist. Außerdem wird die Bedingung zuerst in positiver Form genannt, „dass ihr sie zu heiraten begehrt“, und unmittelbar darauf in negativer Form, „nicht im Unzuchtsverkehr“. Somit überschattet keinerlei Zweideutigkeit diese Gesetzgebung. Sie beschreibt ohne jede Zweifelhaftigkeit die Art der Beziehung, die der Islam billigt, nämlich die Ehe, und die Art der Beziehung, die er verbietet, nämlich Promiskuität in jeder Form. Promiskuitive Beziehungen, sei es als Unzucht oder als Prostitution, wurden in der vorislamischen arabischen Gesellschaft praktiziert und gebilligt. Dies geht klar aus dem folgenden Bericht hervor, der von ʿĀʾischa, der Frau des Propheten ﷺ, überliefert wird:
Ehe mit einer Sklavin
Marriage With A Slave Woman
Wenn sich ein Muslim in Umständen befindet, unter denen es praktisch unmöglich ist, eine freie Frau zu heiraten, die aller Wahrscheinlichkeit nach eher auf ihre Keuschheit bedacht ist, so darf er die Erleichterung nutzen, eine Sklavin zu heiraten, um der Versuchung zur Sünde zu widerstehen.
When a Muslim finds himself in circumstances that make it practically impossible to marry a free woman who is likely to be more mindful of her chastity, he may use the concession to marry a slave woman so as to resist the temptation of sin.
Wer von euch nicht in der Lage ist, aufgrund der Umstände eine freie gläubige Frau zu heiraten, der mag eine gläubige Magd heiraten, aus denen, die eure rechten Hände besitzen. Gott kennt euren Glauben genau: Ihr gehört einander an. Heiratet sie also mit der Zustimmung ihrer Angehörigen und gebt ihnen ihre Brautgaben in angemessener Weise, als keusche Frauen, die sich in ehrbarer Ehe hingeben, nicht in Unzucht, und nicht als Frauen, die heimliche Liebhaber haben. Wenn sie nach ihrer Heirat sich eines schweren unsittlichen Verhaltens schuldig machen, so trifft sie die Hälfte der Strafe, die für freie Frauen vorgesehen ist. Diese Bestimmung gilt für diejenigen unter euch, die fürchten, in Sünde zu fallen. Doch ist es besser für euch, geduldig zu sein. Gott ist Allvergebend, Barmherzig. (Vers 25)
Any of you who, owing to circumstances, is not in a position to marry a free believing woman may marry a believing maiden from among those whom your right hands possess. God knows all about your faith: you belong to one another. Marry them, then, with their people’s consent and give them their dowers in an equitable manner, as chaste women who give themselves in honest wedlock, not in fornication, nor as women who have secret love companions. If after their marriage, they are guilty of gross immoral conduct, they shall be liable to half the penalty to which free women are liable. This provision applies to those of you who fear to stumble into sin. Yet it is better for you to be patient. God is Much-Forgiving, Merciful. (Verse 25)
Die Religion des Islam befasst sich mit dem Menschen innerhalb der Grenzen seiner Natur, seiner Fähigkeiten und seines praktischen Lebens. Sie nimmt ihn an die Hand und erhebt ihn aus den Tiefen der Unwissenheit zum erhabenen Horizont des islamischen Lebens. Zugleich stattet sie ihn mit allem aus, was er braucht. Was in einer unwissenden Gesellschaft geschieht, ist nicht unausweichlich.
The religion of Islam deals with man within the limitations of his nature, abilities and practical life. It takes him by the hand, elevating him from the depths of ignorance to the sublime horizon of Islamic life. At the same time, it provides him with all that he needs. What takes place in an ignorant society is not inevitable.
Wenn die Versuchung schwer zu widerstehen ist
When Temptation Is Hard To Resist
Der Islam sieht für sklavische Frauen, die nach der Ehe Ehebruch begehen, eine verringerte Strafe vor. Auf diese Weise berücksichtigt er die Lage, in der sich eine solche Frau befindet, und versteht, dass dies sie anfälliger für die Sünde macht und ihr weniger als einer freien Frau die Kraft verleiht, der Versuchung zu widerstehen. Die Sklaverei selbst mindert ihrer Natur nach die Würde einer Frau und den Ruf ihrer Familie. Dies sind die beiden Elemente, die eine freie Frau eher in die Lage versetzen, ihre Keuschheit zu bewahren. Außerdem berücksichtigt er die sozialen und wirtschaftlichen Unterschiede zwischen einer freien Frau und einem Sklavenmädchen. All diese Überlegungen machen eine sklavische Frau in Bezug auf ihre Ehre nachgiebiger und erleichtern es ihr, der Versuchung von Geld oder Stellung durch ihren Verführer zu erliegen. Aus diesem Grund beträgt die Strafe für eine sklavische Frau, die nach der Ehe Ehebruch begeht, nur die Hälfte der Strafe einer freien Frau: „Wenn sie nach ihrer Heirat einer groben Unsittlichkeit schuldig werden, so trifft sie die Hälfte der Strafe, der freie Frauen unterliegen.“ (Vers 25)
Islam provides for a reduced punishment for slave women who commit adultery after marriage. In this way, it takes into account the situation in which such a woman finds herself, understanding that this makes her more liable to sin and less able than a free woman to resist temptation. By its very nature, slavery reduces a woman’s dignity or family reputation. These are the two elements that make a free woman more able to protect her chastity. It also takes into consideration the social and economic differences between a free woman and a slave girl. All these considerations make a slave woman more complacent with regard to her honour and make it easier for her to yield to the temptation of money or position by her seducer. It is for this reason that the penalty for a slave woman who commits adultery after marriage is only half that of a free woman: “If after their marriage, they are guilty of gross immoral conduct, they shall be liable to half the penalty to which free women are liable.” (Verse 25)
Es versteht sich von selbst, dass sich dies auf die messbare Strafe bezieht, die halbiert werden kann, also die Auspeitschung. Sie findet keine Anwendung auf die Strafe der Steinigung, die nicht geteilt werden kann. Daher erhält eine verheiratete gläubige Sklavin, die Ehebruch begeht, die Hälfte der Strafe einer unverheirateten freien Frau. Ist die Sklavin, die Unzucht begeht, unverheiratet, so unterliegt ihre Strafe unterschiedlichen Ansichten unter den Gelehrten. Einige sind der Meinung, dass sie dieselbe ist, also die Hälfte der Strafe einer unverheirateten freien Frau, und dass der Imam oder Herrscher sie vollstreckt. Andere vertreten die Auffassung, dass es sich um eine gemilderte Strafe handelt, die von ihrem Herrn vollstreckt wird. Diese Ansichten werden in den Büchern der Rechtswissenschaft (Fiqh) erörtert. Wir beabsichtigen nicht, hier auf diese Einzelheiten einzugehen. Für unsere Zwecke genügt es festzustellen, dass der Islam alle Umstände berücksichtigt und dabei den Menschen zugleich hilft, ihre Reinheit und Keuschheit zu bewahren.
2 Es sollte daran erinnert werden, dass der Autor dies in den frühen 1960er Jahren schrieb. – Anmerkung des Übersetzers.
2 It should be remembered that the author wrote this in the early 1960s — Translator's note.
Was Gott von den Menschen will
What God Desires For Human Beings
Gott möchte euch all dies verdeutlichen und euch auf die [rechtschaffenen] Wege derer leiten, die vor euch lebten, und sich in Seiner Barmherzigkeit euch zuwenden. Gott ist Allwissend, Weise. Und Gott möchte sich euch in Seiner Barmherzigkeit zuwenden, während jene, die ihren Begierden folgen, wollen, dass ihr sehr weit in die Irre geht. Gott möchte euch eure Last erleichtern, denn der Mensch wurde schwach erschaffen. (Verse 26–28)
God wants to make all this clear to you and to guide you in the [righteous] ways of life of those who have preceded you, and to turn to you in His mercy. God is All-Knowing, Wise. And God wants to turn to you in His mercy, while those who follow their lusts want you to go very far astray. God wants to lighten your burdens; for man has been created weak. (Verses 26- 28)
Diese Verse bieten einen vollkommenen und umfassenden Kommentar zu der detaillierten Gesetzgebung, die der Islam für die Familie vorsieht. Durch diese Gesetzgebung wird die islamische Gesellschaft psychisch, moralisch und sozial auf einen sehr hohen, reinen und gesunden Gipfel erhoben. Der Kommentar, der in diesen Versen gegeben wird, offenbart der muslimischen Gemeinschaft die Wahrheit dessen, was Gott durch die Vorschrift dieser Gesetze und Bestimmungen für sie will. Zugleich werden auch die Ziele derer offenbar, die ihren Begierden folgen.
These verses provide a perfect and comprehensive comment on the detailed legislation provided by Islam for the family. It is through this legislation that Islamic society is elevated psychologically, morally and socially to a very high, clean and healthy summit. The comment given in these verses reveals to the Muslim community the truth of what God wants for it by His prescription of these laws and regulations. At the same time, the aims of those who follow their lusts are also revealed.
Gott erweist Seinen Dienern Gnade, indem Er ihnen offenbart, was hinter Seiner Gesetzgebung steckt, und ihnen erklärt, welchen Nutzen sie aus deren Umsetzung ziehen werden. Es ist eine Geste der Ehre, die Gott Seinen Dienern erweist, indem Er so zu ihnen spricht: „Gott will dir all dies klarmachen.“ Er möchte, dass du Seine Weisheit verstehst und sie mit offenen Augen und offenem Geist betrachtest. An Seiner Gesetzgebung ist nichts Rätselhaftes. Sie ist nicht willkürlich erlassen. Als gute Diener Gottes, die sie sind, verdienen es Muslime, dass ihnen diese Weisheit erklärt wird. Dies ist eine Ehre, die nur von denen geschätzt wird, die das wahre Wesen der Gottheit und die Bedeutung des Dienerseins vor Gott begreifen.
God treats His servants with grace and reveals to them what lies behind His legislation, explaining to them the benefits they will reap as a result of implementing it. It is a gesture of honour, which God does to His servants by speaking thus to them: “God wants to make all this clear to you.” He wants you to understand His wisdom and reflect on it with open eyes and minds. There is nothing enigmatic about His legislation. It is not made arbitrarily. Good servants of God as they Oil are, Muslims deserve to have this wisdom explained to them. This is an honour, which is appreciated only by those who understand the true nature of Godhead and what it means to be a servant of God.
Die Last des Menschen erleichtert
Man’s Burden Made Light
Das letzte Wort in diesem Kommentar berührt die Schwäche des Menschen und die Barmherzigkeit Gottes, der ihm ein vollkommenes Gesetz gibt, das seine Last erleichtert und ihm alle Ursachen von Schaden und Leid nimmt.
The final word in this comment touches on man’s weakness and the mercy God shows him by giving him a perfect law which lightens his burden and which removes all causes of harm and affliction from him:
„Gott möchte euch erleichtern; denn der Mensch ist schwach geschaffen worden.“ (Vers 28)
“God wants to lighten your burdens; for man has been created weak.” (Verse 28)
Innerhalb des Bereichs, den die vorangehenden Verse behandeln und den die darin enthaltenen Weisungen und Rechtsbestimmungen regeln, tritt der göttliche Wille, dem Menschen seine Last zu erleichtern, deutlich hervor. Natürliche Triebe werden anerkannt und erhalten einen angemessenen, gesunden und fruchtbringenden Weg ihrer Befriedigung. Gott verpflichtet Seine Diener weder zu einer unvernünftigen Unterdrückung dieser Triebe, noch lässt Er sie ohne Grenzen und Kontrollen ihrem Vergnügen nachlaufen. Allgemeiner zeigt sich Gottes Wille, dem Menschen das Leben leicht zu machen, sehr klar in der Ordnung, die Er für das menschliche Leben festgelegt hat; sie berücksichtigt die Natur des Menschen, seine Fähigkeiten und seine tatsächlichen Bedürfnisse. Sie nutzt die gesamte schöpferische Energie des Menschen und schützt sie vor verschwenderischem Gebrauch.
Within the area addressed by the preceding verses and regulated by the directives and legal provisions they contain, the Divine wish to lighten man’s burden is clearly apparent. Natural desires are recognised and given a proper, healthy and fruitful method of satisfaction. God neither charges His servants with an unreasonable suppression of these desires, nor does He allow them to run loose after their pleasure without checks and controls. More generally, God’s wish to make things easy for man appears very clearly in the constitution He has laid down for human life which takes into consideration man’s nature, ability and real needs. It taps all man’s constructive energy, protecting it against wasteful use.
Viele Menschen nehmen an, dass das Befolgen der göttlichen Ordnung, besonders im Zusammenhang mit den Beziehungen zwischen Mann und Frau, eine schwere Last darstellt. Sie behaupten weiter, dass das Abstreifen aller Hemmungen, um die Begierden frei zu befriedigen, Leichtigkeit und Bequemlichkeit gewährleiste. Das ist eine völlige Täuschung. Wenn man in jedem Streben nur das eigene Vergnügen sucht und das Element der Pflicht gänzlich entfernt, wenn man das Ziel der geschlechtlichen Beziehungen des Menschen auf das seines Gegenstücks in der Tierwelt beschränkt und alle moralischen Schranken und gesellschaftlichen Pflichten beseitigt, die die Beziehungen zwischen Mann und Frau prägen, mag dies dem Menschen zwar Leichtigkeit und Bequemlichkeit zu verschaffen scheinen. In Wirklichkeit lasten sie jedoch schwer auf ihm und vergrößern seine Bürde. Ihre Folgen für die Gesellschaft und gewiss für jeden Einzelnen sind schädlich, verschwenderisch und zerstörerisch. Ein Blick auf die Lage in Gesellschaften, die sich emanzipiert und die Fesseln von Religion, Moral und Sittsamkeit abgeworfen haben, genügt, um die Herzen erschaudern zu lassen.
5 Ebd., S. 53-4. [Mawdūdī sagt in seinem Buch, dass er den größten Teil seiner Informationen zur französischen Lage aus „Towards Moral Bankruptcy“ von Paul Bureau bezieht, einem angesehenen französischen Soziologen, London, 1955.1
5 Ibid., pp.53-4. [Mawdūdī says in his book that most of his information on the French situation is drawn from Towards Moral Bankruptcy, by Paul Bureau, a distinguished French sociologist, London, 1955.1
Es ist zu bedenken, dass der Autor dies um 1961 geschrieben hat. Die Lage hat sich inzwischen noch erheblich verschlechtert, und das Auftreten von AIDS sowie die Bedrohung, die es für die Menschheit insgesamt darstellt, bestätigt jedes Wort des Autors. Die französische Regierung hat erkannt, wie ernst die Lage für Frankreich geworden ist. Ende der 1980er Jahre bot die französische Regierung einen neuen Anreiz für Familien, mehr Kinder zu bekommen. Eine Familie mit drei Kindern erhält drei Jahre lang nach der Geburt des dritten Kindes eine hohe Zahlung als Drittkindbeihilfe. Diese Kindergeldleistung soll es der Mutter ermöglichen, zu Hause zu bleiben, während sie ihre Kinder großzieht. Dies ist ein weiterer Beleg für den Ernst der Bevölkerungslage in Frankreich, wie der Autor dargelegt hat.
6 It should be remembered that the author wrote this around 1961. The situation has now deteriorated much further and the appearance of AIDS and the threat that it poses to humanity at large confirms every word the author has said. The French government has recognised how serious the situation has become for France. In the late 1980s, the French government offered a new incentive for families to have more children. A family with three children is paid a large third-child allowance for three years after the birth of the third child. This child benefit is meant to allow the mother to stay at home while she brings up her children. This is further proof of the seriousness of the population situation in France, as explained by the author.
Der Autor führt weitere Beispiele zur Ausbreitung der Zügellosigkeit an und erläutert, wie sie sich auf Schweden, die Vereinigten Staaten und Großbritannien auswirkt. Die Geschichte scheint überall dieselbe zu sein, mit denselben Folgen und demselben Niedergang. Allerdings stammt vieles von dem, was der Autor sagt, aus nicht näher bezeichneten Quellen. Da diese uns nicht zugänglich sind, wird der französische Fall als ausreichend erachtet, um die Idee des Autors zu veranschaulichen – Anmerkung des Übersetzers.
The author goes on to give further examples about the spread of promiscuity and how it affects Sweden, the United States and Britain. The story appears the same everywhere with the same effects and the same decline. However, much of what the author has to say is quoted from unspecified sources. As these are not available to us, it is felt that the French case should be sufficient by way of illustrating the author's idea — Translator's note.