Es folgt nun ein Bericht über die andere Gruppe, die Rechtschaffenen. Er wird in der im Qur'ān üblichen Weise gegeben, indem zwei ausführlich gegensätzliche Bilder dargestellt werden, sodass ein genauer Vergleich gezogen werden kann: „Aber das Buch der Rechtschaffenen ist in ‘Illiyyūn."
Then follows an account of the other group, the righteous. This is given in the customary Qur’ānic manner of providing two elaborately contrasting images, so that a detailed comparison may be drawn: “But the record of the righteous is in ‘Illiyūn.
Wie wünschtest du, du wüsstest, was ʿIlliyyūn ist! Es ist ein Verzeichnis, niedergeschrieben und bezeugt von denen, die Gott am nächsten stehen. Die Rechtschaffenen werden gewiss in Wonne sein. Auf Ruhebetten liegend, werden sie umherschauen. An ihren Gesichtern wirst du den Glanz der Wonne erkennen. Ihnen wird zu trinken gegeben von einem reinen Trank, versiegelt, mit einem Siegel aus Moschus – dafür sollen die Strebenden wetteifernd streben. Es ist ein Trank, gemischt mit dem Wasser von Tasnīm, einer Quelle, aus der jene trinken, die Gott am nächsten stehen.
Would that you knew what ‘Illiyūn is! It is a record inscribed, witnessed by those who are closest to God. The righteous will surely be in bliss. [Reclining] on couches, they will look around them. In their faces you shall mark the glow of bliss. They will be given to drink of a pure-drink, securely sealed, with a seal of musk, for this let the strivers emulously strive. It is a drink mixed with the waters of Tasnīm, a fountain at which those who are closest to God will drink.”(Verses 18-28)
Dieser Abschnitt der Sure beginnt mit dem arabischen Wort kallā, das einen starken Tadel und einen entschiedenen Befehl an die Übertreter ausdrückt, von ihrer Ablehnung der Wahrheit abzulassen. Anschließend wird von den Rechtschaffenen gesprochen. Da das Verzeichnis der Übertreter in Sijjīn liegt, liegt das der Rechtschaffenen in ‘Illiyūn. Der Begriff „Rechtschaffene“ bezeichnet die Gehorsamen, die Gutes tun. Sie sind das genaue Gegenteil der Übertreter, die sich jeder Maßlosigkeit hingeben. Der Name ‘Illiyūn verweist auf Erhabenheit und Hoheit, was nahelegt, dass Sijjīn mit Niedrigkeit und Schande verbunden ist. Auf den Namen folgt die Form des Ausrufs, die im Qur’ān häufig verwendet wird, um Geheimnis und Größe anzudeuten: „Und was lässt dich wissen, was ‘Illiyūn ist?“ (Vers 19)
This section of the sūrah starts with the Arabic term, kallā, which connotes strong reproach and a firm command to the transgressors to desist from their rejection of the truth. It then proceeds to speak about the righteous. Since the record of the transgressors is in Sijjīn, that of the righteous is in ‘Illiyūn. The term ‘righteous’ refers to the obedient who do good. They are the exact opposite of the transgressors, who indulge in every excess. The name ‘Illiyūn connotes elevation and sublimity, which suggests that Sijjīn is associated with baseness and ignominy. The name is followed by the form of exclamation often used in the Qur’ān to cast notions of mystery and grandeur: “Would that you knew what ‘Illiyūn is!” (Verse 19)
Die Sure erklärt sodann, dass das Buch der Rechtschaffenen „ein beschriebenes Verzeichnis ist, das von denen bezeugt wird, die Gott am nächsten stehen“. (Verse 20-21) Was mit „ein beschriebenes Verzeichnis“ gemeint ist, haben wir bereits dargelegt. Hier wird uns mitgeteilt, dass die Engel, die Gott am nächsten stehen, dieses Buch sehen und es bezeugen. Diese Aussage vermittelt den Eindruck, dass das Verzeichnis der Rechtschaffenen mit Edelmut, Reinheit und Erhabenheit verbunden ist. Die Engel, die Gott am nächsten stehen, betrachten es und erfreuen sich an seiner Beschreibung edler Taten und herrlicher Eigenschaften. Das gesamte Bild liefert einen Beleg für die Ehre, die den Rechtschaffenen zuteilwird.
The sūrah then states that the book of the righteous is “a record inscribed, witnessed by those who are closest to God.” (Verses 20-21) We have already stated what is meant by ‘a record inscribed.’ We are told here that the angels closest to God see this book and witness it. This statement gives the feeling that the record of the righteous is associated with nobility, purity and sublimity. The angels closest to God look at it and enjoy its description of noble deeds and glorious characteristics. The whole image provides evidence of the honour the righteous receive.
Es folgt ein Bericht über die Lage, in der sich die Rechtschaffenen befinden.
There follows an account of the situation in which the righteous find themselves.
Uns wird von der Glückseligkeit berichtet, die sie an jenem großen Tag genießen: „Die Rechtschaffenen werden gewiss in Wonne sein." (Vers 22) Dies steht im Gegensatz zur Hölle, in der die Übertreter verweilen.
We are told of the bliss they enjoy on that great day: “The righteous will surely be in bliss.” (Verse 22) This contrasts with hell, in which the transgressors dwell.
„[Auf Liegen gelehnt werden sie sich umschauen.“ (Vers 23) Das bedeutet, dass ihnen ein Platz der Ehre gegeben wird. Sie blicken, wohin sie wollen. Sie müssen nicht aus Demut nach unten schauen, und nichts lenkt ihre Aufmerksamkeit ab. Die Beschreibung stellt für die Araber, die als Erste vom Qur’ān angesprochen wurden, die höchste Form von Behaglichkeit und Luxus dar.
“[Reclining! on couches they will look around them.” (Verse 23) This means that they are given a place of honour. They look wherever they wish. They do not have to look down, out of humility; and they suffer nothing which distracts their attention. The description here represents to the Arabs, who were the first to be addressed by the Qur’ān, the highest form of comfort and luxury.
Die Rechtschaffenen leben in ihrer Glückseligkeit in geistigem und körperlichem Wohlbefinden. Ihre Gesichter strahlen von unverkennbarer Freude: „Du wirst an ihren Gesichtern den Glanz der Wonne erkennen. Ihnen wird zu trinken gegeben von einem reinen Trank, versiegelt, mit einem Siegel aus Moschus.“ (Verse 24–26) Ihr Getränk ist absolut rein, ohne jegliche unerwünschten Zusätze oder Staubpartikel.
In their bliss, the righteous live in mental and physical comfort. Their faces are radiant with unmistakable joy: “In their faces you shall mark the glow of bliss. They will be given to drink of a pure- drink, securely sealed, with a seal of musk.” (Verses 24-26) Their drink is absolutely pure without any unwanted additions or particles of dust.
Dass es als sicher mit Moschus versiegelt beschrieben wird, deutet vielleicht darauf hin, dass es in gesicherten Behältnissen bereits fertig hergestellt ist, um geöffnet zu werden, wenn Erfrischung benötigt wird. All dies verstärkt den Eindruck sorgfältiger Pflege. Dass das Siegel aus Moschus besteht, verleiht dem Ganzen außerdem ein Element von Eleganz und Luxus. Das gesamte Bild lässt sich jedoch nur innerhalb der Grenzen menschlicher Erfahrung in dieser Welt verstehen.
Describing it as securely sealed with musk indicates, perhaps, that it is ready made in secured containers to be opened when refreshment is needed. All this adds to the impression of meticulous care being taken. The fact that the seal is of musk also adds an element of elegance and luxury. The whole picture, however, is understood only within the limits of human experience in this world.
Im Jenseits werden die Menschen andere Vorstellungen, Geschmäcker und Maßstäbe haben, die frei von all den Fesseln dieser begrenzten Welt sind.
In the life to come people will have different concepts, tastes and standards which will be free from all the bonds of this limited world.
Die Beschreibung wird in den folgenden beiden Versen weitergeführt: „Es ist ein Trank, der mit dem Wasser von Tasnīm gemischt ist, einer Quelle, aus der jene trinken, die Gott am nächsten stehen." (Verse 27-28) Dieser reine, sicher verschlossene Trank wird geöffnet und mit einem Maß des Wassers aus einer Quelle namens Tasnīm vermischt, die als diejenige beschrieben wird, aus der die Begünstigten trinken, die Gott nahe sind. Bevor dieser letzte Teil der Beschreibung gegeben wird, erhalten wir auch eine bedeutsame Anweisung: „Dafür sollen die Strebenden wetteifernd streben." (Vers 26)
The description is carried further in the following two verses: “It is a drink mixed with the waters of Tasnīm, a fountain at which those who are closest to God will drink.” (Verses 27-28) o, this pure, securely sealed drink is opened and mixed with a measure of the water from a fountain called Tasnīm and described as the one from which the favoured who are close to God drink. Before this last part of the description is given we are also given a significant instruction: “For this let the strivers emulously strive.” (Verse 26)
Jene Geizhälse, die ihre Mitmenschen betrügen, kümmern sich nicht um den Tag des Gerichts und leugnen sogar, dass ein solcher Tag der Abrechnung kommen wird. Verhärtet durch ihre Sünden und Exzesse streben sie unablässig nach den armseligen Reichtümern dieser Welt.
Those stinters who defraud their fellow men pay no regard to the Day of Judgement, and, worse still, deny that such a Day of Reckoning will come. Hardened by their sins and excesses, they strive endlessly for the petty riches of this world.
Jeder von ihnen versucht, die anderen zu übertrumpfen und so viel wie möglich zu gewinnen. Daher verfällt er allen Arten von Ungerechtigkeit und Laster um vergänglicher Genüsse willen. Es ist die andere Art von Genuss und Ehre, die ein eifriges Streben verdient: „Dafür sollen die Strebenden wetteifernd streben.“ (Vers 26)
Each of them tries to outdo the others and gain as much as possible. Hence, he indulges in all types of injustice and vice for the sake of ephemeral luxuries. It is the other type of luxury and honour which deserves emulous striving: “For this let the strivers emulously strive.” (Verse 26)
Wer nach einem Ziel dieser Welt strebt, wie prächtig, großartig oder ehrenvoll es auch sein mag, strebt in Wahrheit nach etwas Leerem, Wertlosem und Vergänglichem.
Those who strive for an object of this world, no matter how superb, grand or honourable it is, are in reality striving for something hollow, cheap and temporary.
Diese Welt in ihrer Gesamtheit ist in Gottes Augen nicht einmal die Flügel einer Mücke wert. Gewicht bei Ihm hat allein das Jenseits. Deshalb sollte es das Ziel eifrigen Wettstrebens und leidenschaftlichen Bemühens sein.
This world, in its totality, is not worth, in God’s view, one mosquito’s wing. It is the hereafter which carries real weight with Him. So, it should be the goal for strenuous competition and zealous striving.
Bemerkenswert ist, dass das Streben nach dem Jenseits die Seelen aller Strebenden erhebt, während der Wettstreit um weltliche Güter die Seelen der Wetteifernden in die tiefsten Abgründe hinabzieht. Indem der Mensch unablässig daran arbeitet, das Glück des Jenseits zu erlangen, macht sein Werk diese Welt für alle zu einem glücklichen und reinen Ort. Dagegen verwandeln die Bemühungen um die Erreichung weltlicher Ziele diese Welt in einen schmutzigen Sumpf, in dem Tiere einander verschlingen und Insekten das Fleisch der Rechtschaffenen beißen.
It is remarkable that striving for the hereafter elevates the souls of all strivers, while competition for worldly objects sinks the competitors’ souls to the lowest depths. As man works continuously to achieve the happiness of the hereafter, his work makes this world a happy and pure one for everybody. On the other hand, efforts made for the achievement of worldly ends turn this world into a filthy marsh, where animals devour one another and insects bite the flesh of the righteous.
Das Streben nach dem Jenseits verwandelt die Erde nicht in eine öde Wüste, wie manche Übertreter sich vorstellen. Der Islam betrachtet diese Welt als einen Acker, und das Jenseits als dessen Früchte.
Striving for the hereafter does not turn the earth into a barren desert, as some transgressors imagine. Islam considers this world a farm, and the hereafter its fruits.
Er beschreibt die Rolle des wahren Gläubigen als den Aufbau dieser Welt, während er dem Pfad der Frömmigkeit und Rechtschaffenheit folgt. Der Islam schreibt vor, dass der Mensch seine Aufgabe als einen Akt der Anbetung betrachten muss, der den Zweck seines Daseins erfüllt, wie Gott ihn bestimmt hat: „Ich habe die Dschinn und die Menschen nur dazu erschaffen, dass sie Mich anbeten.“ (51:
It defines the role of the true believer as the building of this world while following the path of piety and righteousness. Islam stipulates that man must look on his task as an act of worship which fulfils the purpose of his existence as defined by God: “I have not created the jinn and mankind to any end other than that they may worship Me.” (51:
56) Die Aussage „Dafür sollen die Strebenden wetteifernd streben“ spornt den Menschen an, weit über diese begrenzte, kleine Welt hinauszublicken, während er sich daran macht, seine Aufgabe als Statthalter Gottes auf Erden zu erfüllen. Indem sie an der Läuterung des schmutzigen Sumpfes dieser Welt arbeiten, erheben sich ihre Seelen zu neuen Höhen.
56) The statement, “For this let the strivers emulously strive,” inspires man to look far beyond this finite, little world, as he sets out to fulfil his mission as God’s vicegerent on earth. Thus as they work on purifying the filthy marsh of this world their souls are elevated to new heights.
Das Leben des Menschen auf Erden ist begrenzt, während sein zukünftiges Leben von grenzenloser Dauer ist. Auch die Annehmlichkeiten dieser Welt sind begrenzt, während das Glück des Paradieses so groß ist, dass wir es uns kaum vorstellen können. Die Elemente des Glücks in diesem Leben sind allen wohlbekannt, doch in der nächsten Welt sind sie von einer Art, die einem ewigen Leben angemessen ist.
Man’s life on earth is limited while his future life is of limitless duration. The luxuries of this world are also limited while the happiness of paradise is much too great for us to conceive. The elements of happiness in this life are well known to everyone, but in the next world they are on a level befitting a life everlasting.
Welcher Vergleich kann dann zwischen den beiden Wettbewerbsfeldern oder den beiden Zielen bestehen, selbst wenn wir die menschliche Methode anwenden, Verluste gegen Gewinne abzuwägen? Es ist in der Tat ein einziges Rennen und ein einziger Wettstreit: „Dafür sollen die Strebenden wetteifernd streben.“ (Vers 26)
What comparison can then hold between the two spheres of competition or the two goals, even when we apply the human method of balancing losses against profits? It is, indeed, one race and a single competition: “For this let the strivers emulously strive.” (Verse 26)