Wir haben bereits gesagt, dass diese Sure ihren Gegenstand auf eine ganz einzigartige Weise behandelt. An jeder Wendung, in jeder Lage oder Szene stellt sie die ganze ehrfurchtgebietende Pracht des Dargestellten in scharfem Relief heraus und hält uns gebannt, atemlos, während wir ihr folgen. Nun werden wir auf bestimmte Verse verweisen, die dies bestätigen, und der Leser muss diese sorgfältig bedenken, um sie voll zu würdigen. So sehr wir uns auch bemühen, diese Wirkung zu beschreiben, wir können sie nur als vage Empfindung wiedergeben.
We have already said that this sūrah deals with its subject matter in a very unique way. At every turn, in every situation or scene, it brings out in sharp relief all the awesome splendour of what is being portrayed, keeping us spellbound, breathless as we follow it. Now we will refer to particular verses confirming this, and the reader needs to carefully consider these for full appreciation. No matter how hard we try to describe this effect, we cannot give more than a vague feeling of it.
Das zentrale Thema der Sure ist die Darlegung der Wahrheit der Gottheit und das Vermitteln von ausreichendem Wissen über ihren wahren Herrn an die Menschen, damit sie sich Ihm allein unterwerfen. Daher spricht sie ausführlich davon, geeignete Zeugen beizubringen und die Grenzen zu ziehen, die die Gläubigen von den Ungläubigen trennen. So wird diese Wahrheit im Geist eines Gläubigen klar, und er ist in der Lage, sie mit Kraft und Standhaftigkeit gegenüber denen zu bekennen, die die gegenteilige Haltung einnehmen. (Verse 14-19)
The central theme of the sūrah is to state the truth of Godhead and to give human beings sufficient knowledge about their true Lord so that they submit themselves to Him alone. Thus, it has much to say about providing proper witnesses and demarcating the lines that separate the believers from the unbelievers. Thus, this truth becomes clear in a believer’s mind and he is able to declare it with power and firmness in the face of those who take the opposite attitude. (Verses 14-19)
Zu den Warnungen zeigt die Sure, wie die Macht Gottes alles umfasst. Angesichts der Macht Gottes wird die menschliche Natur von allen beengenden Zwängen befreit und wendet sich ihrem wahren Herrn zu, wobei sie die falschen Gottheiten vergisst, die die Menschen Ihm beigesellen. (Verse 40-7)
On warnings, the sūrah shows how God’s power encompasses all. When confronted with God’s power, human nature is freed of all stifling pressures and turns to its true Lord, forgetting the false deities people associate with Him. (Verses 40-7)
Die Sure enthält viel über Gottes Wissen um alles Verborgene und Verhüllte sowie über die festgesetzte Frist des Todes jedes lebenden Wesens. Er hat die volle Macht über alles auf dem Land und auf dem Meer, bei Tag und bei Nacht, im diesseitigen Leben und im Jenseits. (Verse 59–62)
The sūrah has much to say about God’s knowledge of all that is secret or concealed, and the time appointed for the death of every living thing. He has full power over everything on land and sea, day and night, in this life and in the life to come. (Verses 59-62)
Die menschliche Natur wird sich ohne Zweifel Gott zuwenden, sobald sie sich öffnet, um die inspirierende Führung zu empfangen, die in der Welt um uns herum deutlich zu sehen ist. Zahlreich sind die Hinweise, die die menschliche Natur ansprechen und an ihre angeborene Reinheit appellieren. (Verse 74-82)
Human nature will undoubtedly turn towards God once it opens up to receive the inspiring guidance seen clearly in the world around us. Numerous are the pointers that address human nature appealing to its innate purity. (Verses 74-82)
Die Sure malt mehrere Bilder sich entfaltenden Lebens. So sehen wir Bilder des anbrechenden Tages, des Herannahens der Nacht, der hellen Sterne, der Finsternis zu Lande und zu Wasser, des niederprasselnden Regens, der wachsenden Pflanzen und der reifenden Früchte. In all dem wird die Einheit Gottes, des einzigen Schöpfers und Urhebers, in vollkommener Klarheit sichtbar. Gott Teilhaber oder Kinder zuzuschreiben, klingt in der Tat höchst absurd.
The sūrah paints several scenes of life opening up. Thus we see images of the break of day, the approach of night, the bright stars, the darkness on land and sea, the pouring rain, growing vegetation, ripening fruits. In all this the unity of God, the only Creator and Originator is seen in perfect clarity. To ascribe partners or children to God sounds most absurd indeed. (Verses 95-103)
Schließlich, was das Richten der Gebete allein an Gott, das Darbringen unserer Anbetung, unseres Lebens und unseres Todes allein für Ihn, das Verurteilen jeglichen Versuchs, einen anderen Herrn als Ihn zu suchen, sowie das Anerkennen Seiner Herrschaft über dieses Leben und die Bestimmung der Rolle des Menschen darin, und über das Jenseits und die Frage der Abrechnung und Belohnung betrifft, endet die Sure mit einem demütigen Bittgebet. (Verse 161-5)
Finally on addressing our prayers to God alone, offering our worship, life and death purely to Him, denouncing any attempt to seek a Lord other than Him, and acknowledging His authority over this life and the designation of man’s role in it, and over the hereafter and the question of reckoning and reward, the sūrah ends with a humble prayer. (Verses 161-5)
Dies sind nur sechs Beispiele für die atemberaubende Pracht, die die Sure an jeder Wendung und in jeder Szene entfaltet. Hier sollten wir auch auf die außergewöhnliche Harmonie hinweisen, mit der die Sure ihre verschiedenen Szenen zeichnet. Wir werden jedoch nur drei Beispiele anführen und die vollständige Erläuterung unserem ausführlichen Kommentar überlassen.
These are only six examples of the breathtaking splendour the sūrah employs at every turn and in every scene. We should also refer here to the exceptional harmony the sūrah provides in drawing its different scenes. We will, however, give but three examples, leaving the full explanation to our detailed commentary.
Die Sure ist voller verschiedener Szenen und Situationen, doch sie alle haben einen Aspekt gemeinsam. In jeder bringt die Sure den Zuhörer praktisch an den Ort des Geschehens, damit er es genau betrachtet und über die geschilderte Situation nachdenkt. Dies geschieht durch Worte, die uns die Bewegung beinahe körperlich vor Augen führen. So umfassen die gezeichneten Szenen Menschen, die der Zuhörer mit eigenen Augen sieht. Betrachte in diesem Zusammenhang die Verse 27, 30, 93-4.
The sūrah is full of different scenes and situations, but they all share one aspect in common. In each, the sūrah practically brings the listener to the scene to look at it carefully and to reflect on the situation described. This is done through words that almost show us the movement physically. Thus, the scenes painted include people whom the listener sees with his own eyes. Consider in this respect verses 27, 30, 93-4
und auch 22-4.
and also 22-4.
Wenn die Sure die Ungläubigen vor der Strafe Gottes und Seiner überwältigenden Macht warnt, werden sie körperlich vor eine solche Strafe gebracht, als ob sie sähen, wie sie vollzogen wird. Man bedenke hierbei die Verse 40-1 und 46-7.
When the sūrah warns the unbelievers against God’s punishment and His overwhelming power, they are physically brought before such punishment, as though they see how it is inflicted. Consider here verses 40-1 and 46-7.
Bei der Schilderung der Lage eines Menschen, der nach dem Erkennen der Wahrheit durch die göttliche Rechtleitung in den Irrtum zurückfällt, zeigt uns die Sure eine bewegende Szene, bei der wir innehalten und sie sehr genau betrachten, obwohl der Text keinen Befehl und keine Aufforderung dazu enthält. Dies wird in den Versen 71-3 dargestellt.
In describing the situation of sinking into error after one has recognized the truth through divine guidance, the sūrah shows us a moving scene which we stop to look at very carefully, even though the text does not include any order or suggestion that we should do so. This is given in verses 71-3.
Ebenso führt die Sure den Hörer vor das Bild reifender Früchte in Gärten, in denen wir sehen, wie Leben entspringt und sich in den Farben und Früchten zeigt, die nur von Gottes Hand hervorgebracht werden können. All dies zeigt sich am schönsten in Vers 99. In der Tat ist eine solche vollkommene Harmonie das gemeinsame Merkmal aller Szenen und Situationen, die in der Sure beschrieben werden.
Similarly the sūrah brings the listener before the picture of ripening fruit in gardens where we see life springing up and manifesting in the colours and fruits that could only be produced by God’s hand. All this is seen at its best in Verse 99. Indeed, such perfect harmony is the common feature of all the scenes and situations described in the sūrah.
Ein weiterer Aspekt einer solchen vollkommenen Harmonie, der mit dem bereits Gesagten nicht unverbunden ist, sind die Szenen, die Zeugen herbeiholen oder zu Zeugen aufrufen. Die Szenen des Jüngsten Tages werden so dargestellt, als lieferten sie Zeugen für das, was die Ungläubigen in diesem Leben tun, oder als seien es Szenen, die die Ungläubigen anprangern und die Aufmerksamkeit auf sie lenken. Beispiele dafür wurden bereits genannt, und sie beginnen alle mit „Wenn du nur sehen könntest...“. Eng damit verbunden sind die Szenen, die Zeugen dafür aufrufen, den Glauben selbst zu bezeugen, und danach, das göttliche Gesetz zu bezeugen. Beides wird in gleicher Weise behandelt.
Another aspect of such perfect harmony, which is not unrelated to what we have already said, are the scenes bringing in or calling for witnesses. The scenes of the Day of Resurrection are portrayed as though they are providing witnesses for what the unbelievers do in this life, or scenes denouncing the unbelievers and drawing attention to them. Examples of these have been given, and they all start with “If you could but see...”. Closely related to these are the scenes calling for witnesses to testify to the faith itself, and then to testify to divine law. Both are treated in the same way.
Zu Beginn der Sure werden Zeugen aufgerufen, um die Wahrheit des Glaubens in seiner Gesamtheit zu bezeugen, wie wir in Vers 19 sehen. Wenn dann ein besonderer Anlass entsteht, der die Frage des Verbots und der Erlaubnis betrifft, malt die Sure eine neue Szene und ruft Zeugen zu genau dieser besonderen Angelegenheit auf, so wie Zeugen für den Glauben aufgerufen werden. Dies deutet darauf hin, dass beide dasselbe sind, und sichert die vollkommene Harmonie, die für den Stil des Qur’ān kennzeichnend ist. Dieser Zeugenaufruf erfolgt in Vers 150.
At the beginning of the sūrah witnesses are called to testify to the truth of faith in its entirety, as we see in Verse 19. Then when a special occasion arises, concerning the question of prohibition and permissibility, the sūrah paints a new scene and calls for witnesses on this particular issue, in the same way as witnesses are called for the faith. This implies that the two are the same and ensures perfect harmony which is characteristic of the Qur’ānic style. This call for witnesses occurs in Verse 150.
Eine andere Art der Harmonie ist die des Ausdrucks, die sich darin zeigt, dass bestimmte Wörter und Wendungen in verschiedenen Zusammenhängen wiederholt werden, um anzudeuten, dass sie denselben Gegenstand auf unterschiedliche Weise bezeichnen. So wird im ersten Vers der Sure von den Ungläubigen gesagt, dass sie gewisse Wesen ihrem Herrn gleichstellen, um anzudeuten, dass sie Gott Teilhaber beigesellen. Dann wird in Vers 150 auch von denjenigen, die sich selbst Gesetze erlassen, gesagt, dass sie andere ihrem Herrn gleichstellen. Dieselbe Beschreibung wird also sowohl für das Beigesellen von Teilhabern an Gott als auch für die Ausübung der Befugnis zur Gesetzgebung verwendet. Dies ist besonders bedeutsam sowohl im Gedanken, den es ausdrückt, als auch in der Art, wie es ausgedrückt wird.
Another type of harmony is that of expression, which is seen in repeating certain words and phrases in different contexts to indicate that they refer to the same point in different ways. Thus, in the first verse of the sūrah, the unbelievers are said to regard certain beings as equal to their Lord in order to indicate that they associate partners with Him. Then in Verse 150, those who formulate legislation for themselves are also described as regarding others as equal to their Lord. Thus, the same description is given to associating partners with God and to the exercise of the authority to legislate. This is especially significant both in the idea it expresses and in the way it is expressed.
Der Begriff „Gottes Weg“ wird verwendet, um den islamischen Glauben im Allgemeinen zu bezeichnen (Vers 126), und ebenso, wenn es um die Gesetzgebung in Bezug auf die Erlaubtheit und das Verbot von geschlachteten Tieren und landwirtschaftlichen Erzeugnissen geht (Vers 153). Dies zeigt, dass die Frage der Gesetzgebung dieselbe ist wie die Frage des Glaubens. Gottes Gesetzgebung anzunehmen bedeutet, Seinem Weg zu folgen, und sie abzulehnen bedeutet, von Seinem Weg abzuweichen. Somit wird sie als eine Frage von Glauben oder Unglauben, Dschahiliyya oder Islam dargestellt.
The term ‘God’s way’ is used to refer to the Islamic faith in general (Verse 126) and in speaking about legislation with regard to permissibility and the prohibition of slaughtered animals and agricultural produce. (Verse 153) This indicates that the issue of legislation is the same as the issue of faith. To accept God’s legislation is to follow His way, and to reject it is to deviate from His way. Thus, it is shown as a question of faith or unfaith, jāhiliyyah or Islam.
Wir gehen nun dazu über, die Sure genauer zu betrachten. Anstatt sie jedoch, wie wir es bei anderen Suren getan haben, in Abschnitte zu unterteilen, werden wir diesmal dem natürlichen Aufbau dieser besonderen Sure folgen, während sie sich Welle um Welle entfaltet.
We move on now to look at the sūrah in more detail. However, instead of dividing it into chapters as we have done with other sūrahs, we will, in this instance, follow the natural pattern of this particular sūrah, as it moves through one wave after another.